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  Frage gestellt am 14.11.2018 - 20:33 Uhr:
Frage:3173 BETREFF: Frage:3171 DRW CT
Guten Tag und danke für die schnelle Rückmeldung. Dosismodulation beruht aber doch nicht nur auf Durchmesser sondern auch auf Dichte / Schwächungsprofil im untersuchten Bereich. Ich würde doch sagen, dass der Beckenbereich im lumbo-sacralen Übergang mindestens so dicht, wenn nicht sogar dichter ist als der cervico-thorakale Übergang. Zumal wenn man die Schultern weit nach unten nehmen lässt ( mittels Zug ). Der angegebene CTDI Wert bei Protokollen mit Dosismodulation ist zumindest bei iCT Fa. Philips ein berechneter Mittelwert. Ich habe mich mittels Mail direkt an das BfS gewendet - bin seeeehr gespannt auf die Antwort. MfG




  Frage gestellt am 14.11.2018 - 09:23 Uhr:
Frage:3172 BETREFF: Entscheidung bei der Einstellung
Sehr geehrter Prof. Ewen, muss der Strahlenschutzbeauftragter bei der Einstellung von einem neuen Mitarbeiter für die Röntgenanlage (Vollschutzanlage) informiert werden oder hat der SSB sogar Mitspracherecht? Vielen Dank für Ihre Antwort und Zeit. Mit freundlichen Grüßen A.Boldt




  Frage gestellt am 13.11.2018 - 14:50 Uhr:
Frage:3171 BETREFF: Dosisreferenzwerte CT
Sehr geehrte Damen und Herren. Die aktuellen DRW des BfS geben vor: Halswirbelsäule Knochen CTDI 20 mGy Lendenwirbelsäule Knochen CTDI 10 mGy. Beide Werte beziehen sich auf das 32 cm Körperphantom. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso im HWS Bereich, der bis auf den cervico-thorakalen Übergang, dünner ist als die LWS, der CTDI Wert doppelt so hoch sein darf. Mit der Bitte um Stellungsnahme verbleibe ich mfG Kerstin Erny


1. Antwort: Sehr geehrte Anfragerin, zunächst hat uns das auch überrascht. Aber wenn man sich die CT-Untersuchungen des Halses mit Verwendung der Dosismodulation ansieht, so erkennt man, dass die mAs-Produkte vom mittleren bis unteren HWS-Bereich bis um den Faktor 5 variieren (40 bis über 200 mAs bei 130 kV). Da man die Schultern nicht herausnehmen kann, ist hier der Patientendurchmesser größer als bei der LWS, bei deren Untersuchung die Arme nach oben genommen werden können. Deshalb benötigt man die vergleichsweise hohe HWS-Dosis und somit auch den entsprechend hohen CTDI-Wert. Wir sind uns nicht ganz sicher, wie der CTDI bei der Dosismodulation definiert ist. Wir nehmen mal an, dass es ein Mittelwert ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.11.2018 - 13:39 Uhr:
Frage:3170 BETREFF: Sachlage Qualität Röntgenbilder Speicherung im PACs Archiv
Hallo, wie darf ich folgende Sachlage werten: An einer DSA Röntgen Anlage werden am Flachdetektor hochauflösende Aufnahmen erzeugt. Die Abnahmeprüfung mit Festlegung der Konstanzprüfung wurde 2017 durchgeführt. Die Aufnahmen sind im „nativen Modus“ im Archiv gespeichert. Der leitende Arzt stellte 3 Monate später fest, das im Archiv nur die rohen Bilder erscheinen. Er forderte vom Hersteller der Anlage, dass auch die Subtraktionsbilder mit übermittelt werden sollen. Der Hersteller stellte daraufhin den „nativen Bildversand“ (z.B. Matrix 4k) auf „interpolierte berechnete Bilder“ (Matrix 1k) um. Ein mix ist nicht möglich, nur diese beiden Modi vorhanden. Auch nicht vom Anwender umstellbar. Im nativen Versandmodus werden alle per Röntgen Strahlung erzeugten Aufnahmen „nativ“ versendet. Nicht versendet werden ggf. relevante oder selektierte berechneten Subtraktionsbilder der Untersuchung. Nun prüfte die Ärztliche Stelle die Konstanzunterlagen, stellte eine eklatante Differenz der 2018er Konstanzaufnahmen zur Referenzaufnahme 2017 fest. (Bildversand aus dem Archiv) Alle erzeugten Aufnahmen, inkl. der Konstanzprüfungen werden an den Systemmonitoren der Anlage im vollem Umfang der Abnahmeprüfung angezeigt und bei der KP bewertet. Die zur Speicherung in das PACs Archiv gesendeten Bilder wurden „interpoliert oder herunter gerechnet“ und weisen nicht mehr den gewohnten Umfang laut Abnahmeprüfung auf. Frage1: Was ist hier erlaubt, die Ärzte haben die Aufnahmen verglichen und konnten keinen Befundungsrelevanten Unterschied erkennen, wir jedoch durch technische Aufnahmen. Frage2: Wie steht es um den Strahlenschutz, zuerst machen wir mit maximaler Dosis knackige Aufnahmen um diese später in einer „eingedampften“ Qualität zu archivieren und ggf. weiter zu verarbeiten. Sicherlich beides auf hohem Niveu, allerdings könnten wir dann auch von vornherein mit 1/3 der Dosis Arbeiten. Frage3: Ist der Hersteller hier ggf. in der Pflicht nachzubessern? Frage4 (abstrak!): Kann für die Ärztliche Stelle eine neue (2. Abnahmeprüfung) erstellt werden, welche die interpolierte schlechtere Bildqualität der Refenzaufnahme im Archiv beinhaltet und dann dementsprechend die Konstanzprüfungen durchzuführen. Ich stelle mir das nicht einfach vor am Monitor der Anlage 5 LP abzulesen und dann 2,4 LP am PACS Monitor abzulesen und zu protokollieren. Das macht keinen Sinn. Vielen Dank für die Bearbeitung.




  Frage gestellt am 12.11.2018 - 17:43 Uhr:
Frage:3169 BETREFF: Wirksamer Kenntnisnachweis im Strahlenschutz vor ärztlicher Prüfung?
Assistenzärzte legen häufiger Bescheinigungen über Kenntniskurse im Strahlenschutz vor, an denen sie bereits als Studenten noch während des Studiums teilgenommen haben. Meines Wissens nach können diese Kurse erst nach dem Erhalt der Approbation absolviert werden (4.1 zur ´Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin´: Grundsätzlich erfolgt der Fachkundeerwerb nach dem Abschluss einer Berufsausbildung. So erwerben Ärzte die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz in der Regel nach Bestehen der ärztlichen Prüfung und während der Weiterbildung im entsprechenden medizinischen Fachgebiet, ...). Können die Kenntnisse, die vor Bestehen der ärztlichen Prüfung erworben werden als Basis für den späteren Erwerb einer Fachkunde dienen? Oder sind die Kenntnisse im Strahlenschutz nach der Approbation neu zu erwerben? Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Fragesteller, im Grundsatz ist es möglich, Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz während der Berufsausbildung zu erwerben und mit oder unmittelbar nach der Abschlussprüfung bescheinigt zu bekommen. Ein Beispiel hierfür sind die Zahnärzte, die in der Regel eine Teilgebietsfachkunde (unter Ablegung einer besonderen Prüfung) mit ihrer zahnärztlichen Abschlussprüfung erwerben und bescheinigt bekommen. Der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz während der Berufsausbildung ist für Humanmediziner nicht möglich, da der Sachkundeerwerb zu umfangreich ist. Allerdings wäre es durchaus vorstellbar, dass die notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz in der Berufsausbildung erworben und mit der ärztlichen Prüfung bescheinigt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die zuständige Behörde vorher festgestellt hat, dass in dieser Ausbildung die für den jeweiligen Anwendungsbereich geeignete Ausbildung und praktische Erfahrung im Strahlenschutz sowie das entsprechende theoretische Wissen vermittelt wird (vgl. § 18a Abs. 1 RöV, der nach § 18a Abs. 3 RöV auch für den Erwerb der erforderlichen Kenntnisse entsprechend gilt). Unseres Erachtens ist dies einfach zu prüfen, denn die Bescheinigung über die Kenntnisse im Strahlenschutz für Ärzte muss entweder durch die zuständige Stelle (i.d.R. Ärztekammer) ausgestellt sein oder den Hinweis enthalten, dass die zuständige Behörde festgestellt hat, dass „die Ausbildung zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz geeignet ist“. Hierbei ist die feststellende Behörde anzugeben. Wenn lediglich eine Bescheinigung eines Kursveranstalters oder einer Hochschule über eine Teilnahme an einem Strahlenschutzkurs vorgelegt wird, dann gilt diese Kursbescheinigung im Regelfall nicht als Bescheinigung über die erworbenen Kenntnisse im Strahlenschutz nach den Vorschriften der RöV. Dem Team des Forum RöV ist zurzeit nicht bekannt, dass es Anerkennungen der zuständigen Behörden für den Kenntniserwerb innerhalb der Ausbildung gibt. Allerdings möchten wir diese Möglichkeit auch nicht völlig ausschließen. Aber wie beschrieben, ein Blick auf die Bescheinigung reicht, um dies zu erkennen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.11.2018 - 15:30 Uhr:
Frage:3168 BETREFF: Prüfkörperabhängigkeite Abnahme- / Konstanzprüfung
Sehr geehrter Prof. Ewen, wie Sie sicher wissen gibt es einen Abnahmeprüfkörper (nach 6868-161) und eine Konstanzprüfkörper (nach 6868-15) zur DVT Prüfung. Es stellt sich nun die Frage der Ermittlung der Bezugswerte. Diese werden während der Abnahme ermittelt. Nach meiner Logik mit dem ´großen´ Prüfkörper (inkl. den Absorberelementen). Jedoch wird anschließend in der Praxis der kleine Konstanzprüfkörper verwendet. Die Abweichungen sind nicht groß, jedoch ist es eben ein anderer Prüfkörper. Ich habe gehört das die Bezugswerte mit dem gleichen Prüfkörper erstellt werden müssen, mit welchem später die Konstanzprüfung erfolgt. Finde hierzu jedoch weder etwas in den beiden Normen, noch in der QS-RL. Im Gegenteil. In der 6868-15 steht bei Prüfanordnung: ´Die Aufnahme des PRÜFKÖRPERS für die KONSTANZPRÜFUNG muss in der Anordnung erfolgen, wie in der ABNAHMEPRÜFUNG nach DIN 6868-161 festgelegt.´ Ist es also zulässig, die Bezugswerte für die Konstanzprüfung mit dem großen Abnahme Prüfkörper zu erzeugen und die Konstanzprüfung mit einem anderem (nach 6868-15 definierten) Prüfkörper durchzuführen? Und wie steht es dann mit der Aussage (für welche ich ebenfalls keinen Verweis finde), dass in jedem Fall eine Teilabnahme erfolgen muss (bezogen auf alle Abnahmeprüfungen im Dentalbereich), sobald der Konstanzprüfkörper ausgetauscht wurde? Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit!




  Frage gestellt am 08.11.2018 - 11:15 Uhr:
Frage:3167 BETREFF: Ermittlung der strahlen in mSv
Erstmal vielen dank für die rückmeldung. Auf dem röntgenbild der wirbelsäule stand 1,7 dezigraycm2. Wieviel mSv sind das umgerechnet.es wurden 2 bilder gemacht. Ob dieser wert nur für ein bild gilt weiß ich leider nicht mehr. Danke im Voraus LG Köylü


1. Antwort: … in einer für diese Röntgenuntersuchung normalen Größenordnung von 0,4 bis 1,0 mSv (effektive Dosis), für 2 Bilder eher in der Umgebung des größeren Dosiswertes. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.11.2018 - 12:23 Uhr:
Frage:3166 BETREFF: wechsel der juristischen Person
Frage: Wenn die Geschaftsführung einer Klinik (juristische Person)wechselt , müssen alle Röntgenanlagen einer Einrichtung, dann einer neuen Abnahme unterzogen werden ? Wie sieht dies aus, wenn die Einrichtung von einer Holding übernommen wird? Gibt es hierzu zitierfähge Textquellen? MFG D.Jahn


1. Antwort: Sehr geehrter Fragesteller, die Erlaubnis (Betriebsgenehmigung oder erstattete Betriebsanzeige) zum Betrieb einer Röntgeneinrichtung ist eine Personalkonzession mit einem ganz engen Anlagebezug, d.h. einer bestimmten natürlichen oder juristischen Person wird erlaubt, mit einer genau bezeichneten Röntgeneinrichtung festgelegte Tätigkeiten auszuführen. Dabei liegen dieser Erlaubnis ganz bestimmte personenbezogene und anlagenbezogene Voraussetzungen zugrunde. Wenn sich nun etwas Wesentliches ändert, dann muss diese Erlaubnis bei der Behörde erneut eingeholt werden. Sofern sich die Person des Strahlenschutzverantwortlichen (Betreibers) ändern sollte, d.h. wenn z.B. eine andere juristische Person den Betrieb übernimmt, dann ist bei der Behörde eine Änderung der Genehmigung zu beantragen bzw. eine Änderungsanzeige zu erstatten. Hier sind dann die Angaben für die neue juristische Person, aber auch die personenbezogenen Angaben für den rechtlichen Vertreter der juristischen Person erforderlich. Auch ist die Mitteilung notwendig, ob und welche Bestellungen zu Strahlenschutzbeauftragten unverändert oder auch verändert weitergelten. Neue Abnahme- oder Sachverständigenprüfungen für die einzelnen Röntgeneinrichtungen sind nach unserer Meinung nur dann ausnahmsweise erforderlich, wenn sich seit der letzten regelmäßigen Prüfung der Stand der Technik verändert hat und noch nicht nachgewiesen wurde, dass die entsprechende Röntgeneinrichtung auch die nun erforderlichen Anforderungen einhält. Erforderlich ist auch die Information der ärztlichen Stelle über die Veränderung beim Strahlenschutzverantwortlichen. Um für diesen Einzelfall belastbare Auskünfte zu erhalten, raten wir zu einer kurzen Rückfrage bei der zuständige Strahlenschutzbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.11.2018 - 14:02 Uhr:
Frage:3165 BETREFF: Strahlenbelastung kind
guten tag, bei meiner tochter (10 jahre) wurde ein röntgenbild der LWS in 2 ebenen gemacht(ohne bleischürze) und ein monat danach eine DMSA der nieren. Nun mache ich mir sorgen bezügl. der strahlenbelastung. Wurden die eizellen beschädigt weil kein schutz verwendet wurde. Danke im voraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Köylü, zunächst einmal: DMSA ist keine Röntgenuntersuchung sondern eine nuklearmedizinische Untersuchung. Wesentliche Indikation zur Durchführung einer DMSA-Szintigraphie ist der Nachweis oder Ausschluss von Nierenparenchymdefekten, die durch entzündliche Veränderungen hervorgerufen werden. Als Radionuklid nutzt man Tc99m mit Aktivitäten von 15 bis 100 MBq. Da die Strahlenquelle (das Radionuklid) in den Patientenkörper appliziert wird, macht die Nutzung einer Strahlenschutzschürze hier ja keinen Sinn. Bei der LWS ap Röntgenaufnahme müsste man wissen, ob aufgrund der klinischen Fragestellung auch das Kreuz- und eventuell auch das Steißbein mit zu beurteilen wären. Nämlich dann würde man mit Nutzung eines Ovarialschutzes keine Abschirmwirkung erreichen. Bei einer klassischen LWS ap/seitlich Aufnahmetechnik dagegen hätte man einen Ovarialschutz anwenden sollen. Die „Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ (s. Internet) besagt, dass bei Kindern die angrenzenden Körperabschnitte abgedeckt werden sollen. Eine Schädigung im Bereich der Ovarien ohne Schutzschürze ist in diesem Fall trotzdem unwahrscheinlich und sollte keinen Anlass zu Sorgen geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 31.10.2018 - 16:07 Uhr:
Frage:3164 BETREFF: Streustrahlenraster
Guten Tag. Ich als Sachverständiger habe eine Frage in Bezug auf die Forderung der Bundesleitrichtlinien welches Schachtverhältnis denn nun bindend für Kinderaufnahmen an rad.Aufnahmegeräten sind. Ein Schachtverhältnis von 8 wird vorgeschlagen ( bzw.das Raster muss entfernt werden können) aber Raster werden meines Wissens nur noch mit einem Schachtverhältnis von r10 oder höher hergestellt. Sind die Forderungen dieser Leitlinien für mich denn bindend , oder wie sehen Sie das . Viele Grüsse ...Klaus Keller


1. Antwort: Sehr geehrter Anfrager, wenn Sie Ihre Frage zu Rastereigenschaften (Lamellen- bzw. Linienzahl, Schachtverhältnis, Fokussierungsabstand) aus dem Blickwinkel eines Sachverständigen sehen wollen, dann wird man feststellen, dass sowohl in der jetzt noch geltenden Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) als auch in deren Entwurfsfassung Prüfpositionen, die technische Eigenschaften eines Rasters ansprechen, nicht (mehr) abgefragt werden. Das ist in der „Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ (siehe Internet) anders. Aber diese Leitlinie ist bei aller Gewichtigkeit eben keine Richtlinie, Norm, etc. sondern nur eine (sehr nützliche) Empfehlung. Sie ist also im juristischen Sinne für die Tätigkeit eines Sachverständigen nicht „bindend“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.10.2018 - 09:12 Uhr:
Frage:3163 BETREFF: Neue Gesetzgebung im Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, da es nun eine ´Neue Strahlenschutzverordnung´ für 2019 gibt, möchte ich gerne wissen, was Sie und andere Kollegen an Wissen und Ratschlägen für ärztliche Kollegen & MTRAs vermitteln? Für hilfreiche Tipps und Informationen wie ich mich im Jahr 2019 verhalten soll, bin ich Ihnen sehr verbunden. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Gardyan , das Forum RöV ist dazu da, soweit in der Lage, ganz gezielte und ein spezielles Problem betreffende Fragen zu beantworten. Umfangreiche Ausführungen, Kommentare und Textpassagen über grundsätzliche Fragestellungen, z.B. wie in Ihrem Fall, Hilfestellungen zu leisten bei der Abklärung gesetzlicher Randbedingungen im Zusammenhang mit der Einführung eines umfassenden neuen Rechtssystem in den Bereich des radiologischen Strahlenschutzes, können von uns schon aus Mangel an personellen Kapazitäten nicht geleistet werden. Außerdem ist die Erarbeitung neuer Rechtsstrukturen im Strahlenschutz (Gesetz, Verordnungen, Richtlinien, etc.) noch nicht abgeschlossen, um Anfragen wie diese jetzt schon sicher beantworten zu können. Und schließlich gehört es zu dem Aufgabenspektrum anderer rechtlich tätiger Institutionen, wie der zuständigen Strahlenschutzbehörden, das neue Rechtssystem für den Anwender ionisierender Strahlung übersichtlich und widerspruchsfrei zu gestalten sowie in Zweifelsfällen Klarheit zu schaffen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 25.10.2018 - 14:00 Uhr:
Frage:3161 BETREFF: Durchführung von Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Prof. Ewen, Ich habe eine Frage bezüglich der Durchführung von Konstanzprüfungen: Muss der Durchführende Besitz eine Fachkunde im Strahlenschutz Besitzen, oder reichen Kenntnisse im Strahlenschutz wie bei einer MFA, oder Braucht der Durchführende beides nicht? (wurde bedeuten dass grundsätzlich jeder die Konstanzprüfung durchführen darf).


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Uba, die Durchführung der Konstanzprüfungen erfolgt in der Regel unter der Aufsicht und Verantwortung des Fachkundigen für den Betrieb der Röntgeneinrichtung (fachkundiger Strahlenschutzverantwortlicher oder Strahlenschutzbeauftragter). Personen, die in seinem Auftrag und unter seiner Aufsicht die Konstanzprüfungen praktisch durchführen, brauchen dafür keine Fachkunde im Strahlenschutz. Allerdings müssen sie über die für die Durchführung der Konstanzprüfungen erforderlichen Kenntnisse im Sinne des 30 Nr. 2 RöV verfügen. Diese Kenntnisse können durch betriebliche Einweisungen und Unterweisungen erworben werden. Daneben reichen auch bescheinigte Kenntnisse einer/eines MFA für die praktische Durchführung der Konstanzprüfungen unter Aufsicht und Verantwortung des Fachkundigen aus. Anders verhält es sich nur, wenn jemand als „Unternehmer“ derartige Prüfungen geschäftsmäßig durchführen will (z.B. als externe Dienstleistung). Eine solche Tätigkeit ist der Strahlenschutzbehörde anzuzeigen. In diesem Fall ist dann auch die für die Tätigkeit notwendige Fachkunde im Strahlenschutz nachzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.10.2018 - 10:01 Uhr:
Frage:3160 BETREFF: SSB Bestellung
Sehr geehrter Prof. Ewen,ich bin MPE in einem großen Klinikverband. Vom SSV würde mir eine Bestellung zum SSB vorgelegt,die ich unterschreiben soll. Demnach soll ich als SSB für 98 Röntgengeräte an mehreren Standorten bestellt werden und umfangreiche Aufgaben übernehmen. Ich sehe mich nicht in der Lage für so Viele Geräte und bei so vielen Mitarbeitern an mehreren Standorten die in der Bestellung genannten Aufgaben vollumfänglich wahrzunehmen. Einen weiteren MPE und eine Vertretungsregelung gibt es nicht. Was kann ich tun? Gibt es Empfehlungen, wieviele MPEs als SSBs pro x Geräte bestellt werden müssen? Wie ist dies in anderen Häusern geregelt?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Antoli, auf der Grundlage Ihrer Darstellung bezweifeln wir, dass Sie die Aufgaben, die Ihnen in Ihrer Funktion als Medizinproduktexperte (MPE)/Strahlenschutzbeauftragter (SSB) übertragen werden sollen, überhaupt erfüllen können. Empfehlungen in Richtung eines „machbaren“ Verhältnisses zwischen verfügbarem MPE-SSB-Potenzial einerseits und vorhandener Geräteausstattung andererseits gibt es zurzeit lediglich im Bereich der Strahlentherapie. Für die Röntgendiagnostik dagegen hat sich dieses Problem bisher nicht gestellt. Dies wird sich allerdings mit der Anwendbarkeit des Strahlenschutzgesetzes und der neuen Strahlenschutzverordnung sicherlich ändern. Was Ihren persönlichen Fall betrifft, so raten wir Ihnen, noch einmal mit Ihrem Strahlenschutzverantwortlichen zu sprechen und ihn insbesondere darauf hinzuweisen (ggf. auch schriftlich), dass er die Bestellungen zum SSB der zuständigen Behörde vorlegen muss und diese dann, wenn erkennbar ist, dass der SSB nicht in der Lage ist, seine Pflichten in ausreichender Weise zu erfüllen, in Frage stellen könnte, diese Person als SSB im Sinne der Vorschriften zu akzeptieren. Sollte dieses Gespräch keinen Erfolg haben, dann empfehlen wir Ihnen ein Gespräch mit dem Betriebs- oder Personalrat, der sowohl bei der Bestellung von SSBs einzubeziehen ist als auch ein Beratungsrecht durch den SSB einfordern kann. Was wir Ihnen nicht unbedingt empfehlen möchten, ist, dass Sie sich unmittelbar an die Strahlenschutzaufsichtsbehörde wenden, da hierdurch das „Vertrauensverhältnis“ zwischen Strahlenschutzverantwortlichen und -beauftragten gestört werden könnte. Dies ist in Arbeitsgerichtsverfahren auch von Gerichten schon in diesem Sinne so gesehen worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.10.2018 - 11:37 Uhr:
Frage:3159 BETREFF: Strafbarkeit doppelter Röntgenbilder
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich wollte fragen, ob es für den Arzt strafbar ist, wenn er mich unnötigerweise röntgt? Ich hatte mir mein Kahnbein gebrochen und im Krankenhaus wurden Röntgenbilder angefertigt. Ich wurde mit einem Ärztebrief entlassen, Röntgenbilder gab man mir nicht mit. 2 Tage später musste ich zum Handchirurgen, welcher wieder 4 Röntgenaufnahmen anfertigte, obwohl ich sagte, dass im Krankenhaus bereits welche gemacht wurden, dies stand auch so im Ärztebrief. Nun wurde ich unnötig geröntgt. Ich sagte dem Arzt, dass ich die Aufnahmen holen könnte und ein anderes mal wieder kommen kann, doch dieser sagte ´Nein nein, wir machen einfach neue Aufnahmen´. Muss der Arzt mich nicht vor doppelten Aufnahmen schützen ? Mit freundlichen Grüßen, Florian H.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Florian H., ob ein Arzt sich strafbar macht, wenn er ungerechtfertigte Röntgenuntersuchungen durchführt, können wir vom Team des Forum RöV nicht wirklich beantworten. Dies liegt u.a. daran, dass die RöV für Verstöße gegen die entsprechenden Vorschriften keine Strafvorschriften enthält. Die RöV legt in § 23 Abs. 2 fest, dass ein fachkundiger Arzt im Rahmen der rechtfertigenden Indikation alle verfügbaren Informationen heranziehen bzw. anfordern muss, um eine unnötige Strahlenexposition von Patienten zu vermeiden. Kommt er dieser Vorgabe nicht nach, dann begehen er bzw. die Personen, die für den Strahlenschutz verantwortlich sind, ggf. eine Ordnungswidrigkeit nach § 44 Nr. 12 RöV. Ob dies aber tatsächlich zutrifft oder ob es sich sogar um eine Straftat im Sinne des Strafgesetzbuchs wegen ungerechtfertigter Körperverletzung handelt (was nach unserer Erfahrung aber nur sehr selten der Fall ist), kann im Einzelfall nur durch Prüfungen der zuständigen Strahlenschutzbehörden und dann eventuell notwendiger Einschaltung der Staatsanwaltschaft geklärt werden. Daher empfehlen wir Ihnen, den Fall bei der für den Praxissitz des Handchirurgen zuständigen Strahlenschutzbehörde vorzutragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.10.2018 - 10:54 Uhr:
Frage:3158 BETREFF: Einsatz MTLA
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf ich eine MTLA mit´Röntgenschein´ genauso einsetzen, wie eine MFA mit ´Röntgenschein´? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Anke S., die zuständigen Bundes- und Landesbehörden haben sich darauf geeinigt, welche erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildungen geeignet sind, um die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz zu erwerben und bescheinigt zu bekommen, um dann im Sinne des § 23 Abs. 2 Nr. 4 RöV Röntgenuntersuchungen unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes technisch durchzuführen. Für die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als „Medizinisch-techn. Laboratoriumsassistent/in (MTLA)“ wurde festgelegt, dass diese Kenntnisse erworben und von der zuständigen Stelle (z.B. Ärztekammer oder Strahlenschutzbehörde) bescheinigt werden können, wenn neben der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung weitere Voraussetzungen, wie z.B. praktische Erfahrungen im medizinischen Bereich oder geeignete Schulungen bei fehlenden anatomischen oder physikalisch-technischen Kenntnissen, erfüllt werden. Unserer Meinung nach können Sie bei der technischen Durchführung von Röntgenuntersuchungen vergleichbar zu einer MFA (mit bescheinigten Kenntnissen im Strahlenschutz) tätig werden, wenn Sie ebenfalls über eine Bescheinigung der Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, die von der zuständigen Stelle ausgestellt wurde. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass diese Stelle vor Ausstellung der Bescheinigung geprüft hat, ob Sie die besonderen Anforderungen erfüllen. Sollten Sie nicht über eine solche Bescheinigung sondern „nur“ über ein Zeugnis eines Kursveranstalter verfügen, dann empfehlen wir Ihnen, sich mit der für Sie zuständigen Stelle (siehe oben) in Verbindung zu setzen um die notwendige Bescheinigung über die Kenntnisse im Strahlenschutz zu erhalten. Der Begriff „Röntgenschein“ ist in der RöV nicht enthalten. Daher ist für uns auch nicht erkennbar, ob Sie hiermit die Bescheinigung über eine erfolgreiche Teilnahme an einem anerkannten Kurs oder die nach RöV notwendige Bescheinigung der zuständigen Stelle über die Kenntnisse im Strahlenschutz meinen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.10.2018 - 19:57 Uhr:
Frage:3156 BETREFF: Neue Fachkunde statt Aktualisierung?
Sehr geehrte Kolleginen und Kollegen, ich habe eine Fachkunde für Notfalldiagnostik, die in 5 Monaten 5 Jahre alt ist und ich müsste den 8h Aktualisierungskurs machen. Zudem habe ich aktuell die Fachkunde intraoperative Rö Diagnostik beantragt. Auf telefonische Nachfrage bei der AEKNO stellte es die dortige Mitarbeiterin so dar, als ob ich erst 5 Jahre nach der weiteren Fachkunde einen Aktualisierungskurs bräuchte - mir also quasi die Aktualisierung sparen würde. Kann das tatsächlich sein? Ich bin da skeptisch. Vielen Dank für eine Antwort AB


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Baumann, die Aussage der Mitarbeiterin der ÄK No entspricht einer Vereinbarung der zuständigen Bundes- und Länderbehörden. Vor einigen Jahren haben diese Behörden festgelegt, dass immer die letzte bescheinigte Fachkunde den Termin für die nächste notwendige regelmäßige Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz vorgibt. D.h. die Aktualisierung muss spätestens 5 Jahre nach der Ausstellung der Bescheinigung der zuletzt erworbenen Fachkunde erfolgen. Daraus folgt natürlich auch, dass eine weitere Fachkunde nach Ablauf von fünf Jahren nur bescheinigt werden darf, wenn die erfolgreiche Teilnahme an einer Aktualisierungsveranstaltung nachgewiesen werden kann. Sofern diese Festlegung unverändert gilt (und dies scheint nach Aussage der Mitarbeiterin der ÄK No zuzutreffen), dann beginnt Ihre Fünfjahresfrist für die Aktualisierung mit dem Datum der Bescheinigung für die aktuell beantragte Fachkunde. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie diese neue Bescheinigung in den nächsten fünf Monaten erhalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.10.2018 - 21:27 Uhr:
Frage:3155 BETREFF: Rückfrage zu Frage 3148, 3 CTs in 5 Jahren
Hallo Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Einschätzung. Sie schrieben, dass Menschen sogar berufsbedingt jährlich bis zu 20 mSv Röntgenstrahlung ausgesetzt sind. In meinem Falle ja deutlich weniger. Verstehe ich es richtig, dass es unerheblich ist, wie sich die Strahlendosen über das Jahr ´verteilen´? Also sprich mal weniger und mal mehr (z. B. durch Untersuchungen), solange man die Grenzwerte nicht überschreitet? Vielen Dank für dieses tolle Forum!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Erdmann, für beruflich strahlenexponierte Personen ist ein Grenzwert für die sog. effektive Dosis von 20 mSv im Kalenderjahr zugelassen. De facto wird dieser Wert (z.B. in der Röntgendiagnostik) aber nicht erreicht, da technische Fortschritte in der Radiologie auch am Strahlenschutz nicht vorübergegangen sind. Aber „Ihre“ Dosis von 8 mSv liegt ja, wie schon gesagt, sowieso deutlich unterhalb dieses Wertes. Der Begriff „effektive Dosis“ wird oft mit Überlegungen zum Strahlenrisiko als maßgebliche Dosisgröße anerkannt. Sie kann auch bei der Bewertung von Expositionsformen, wie sie von Ihnen beschrieben wurden („mal mehr und mal weniger“), eingesetzt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.10.2018 - 00:45 Uhr:
Frage:3153 BETREFF: HWS A.P. mit bewegtem Unterkiefer
Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Ewen, nachdem eine Kollegin von einem Rö-Kongress zurückgekommen ist, haben wird eine Unsicherheit, was die Durchführung einer Röntgenaufnahme anbelangt. Es geht um die HWS ap mit bewegtem Unterkiefer. Meines Wissens nach darf diese wegen erhöhter Belichtungszeiten nicht mehr durchgeführt werden; auf dem Kongress wurde aber genau diese Aufnahme zur Demonstration richtiger Einstellung gezeigt. Was ist nun korrekt, gibt es ein Verbot? Wenn ja, wo ist das explizit aufgeführt, in den Leitlinien habe ich nichts gefunden?! Mit freundlichen Grüßen Chris Jahn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Jahn, zunächst einmal zum Verständnis für die anderen Leser des Forum RöV: Als ´geklapperte Röntgenaufnahme´ (Synonym: Aufnahme mit bewegtem Unterkiefer nach Ottonello) bezeichnet man eine Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule (HWS), bei der der Patient zum Aufnahmezeitpunkt den Mund kontinuierlich schnell öffnet und schließt. Durch die Bewegung ´verwischt´ der Unterkiefer auf dem Röntgenbild und die HWS ist dank deutlich weniger Überlagerungen besser zu beurteilen. Bei herkömmlichen Aufnahmen der HWS werden oft wichtige Anteile überlagert und nicht selten müssen Aufnahmen wiederholt werden. Gute Mitarbeit des Patienten und eine/n erfahrene/n MTRA vorausgesetzt, kann eine geklapperte HWS- bzw. Dens-Aufnahme deutlich zu einer verbesserten Aufnahmequalität und Beurteilbarkeit beitragen. (Text aus Befund.net med.Fachwissen online) Antworttext Forum: Bei einer Röhrenspannung von ca.70 kV wird bei freier Belichtung die Röhrenstromstärke niedrig gewählt und die Belichtungszeit auf 1000 ms erhöht. Eine leitliniengerechte „normale“ HWS-ap-Aufnahme benötigt eine Belichtungszeit von max. 100 ms. Wenn man an die „analoge Zeit“ zurückdenkt, dürfte nach unserer Meinung bei derselben Schwärzung dann die Dosis nicht höher sein als bei einer „normalen“ HWS- Aufnahme. MTAs, die wir gefragt haben, arbeiten bei allen Aufnahmen mit bewegtem Unterkiefer mit Belichtungsautomatik (wegen der Schwierigkeit bei der Wahl der passenden Röhrenstromstärke). Bei maximal 100 ms kann dann eine Verwischung nur marginal sein. In einem in Kürze neu veröffentlichen Standardwerk zur Einstelltechnik soll diese Aufnahmetechnik auch weiterhin beschrieben werden. Also gilt weder „verboten“ noch „nicht mehr empfohlen“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.10.2018 - 00:45 Uhr:
Frage:3154 BETREFF: HWS A.P. mit bewegtem Unterkiefer
Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Ewen, nachdem eine Kollegin von einem Rö-Kongress zurückgekommen ist, haben wird eine Unsicherheit, was die Durchführung einer Röntgenaufnahme anbelangt. Es geht um die HWS ap mit bewegtem Unterkiefer. Meines Wissens nach darf diese wegen erhöhter Belichtungszeiten nicht mehr durchgeführt werden; auf dem Kongress wurde aber genau diese Aufnahme zur Demonstration richtiger Einstellung gezeigt. Was ist nun korrekt, gibt es ein Verbot? Wenn ja, wo ist das explizit aufgeführt, in den Leitlinien habe ich nichts gefunden?! Mit freundlichen Grüßen Chris Jahn


1. Antwort: Frage wurde 2x gestellt. Siehe Forumantwort Nr. 3153. K. Ewen



  Frage gestellt am 02.10.2018 - 09:45 Uhr:
Frage:3152 BETREFF: erhöhte DRW bei Y Aufnahme der Schulter
Sehr geehrter Prof.Dr Ewen, bei der letzten Überprüfung durch die Ärztliche Stelle wurde der erhöhte DRW für die Y Aufn. der Schulter bemängelt und kein Zertifikat erteilt. Die DRW aller Organe wurden nochmals von mir kontrolliert und sind im Normbereich, nur die Y Aufn. nicht. Durch die schräge Einstellung ist vermehrter Weichteilanteil und die Scapula mit im Bild, dadurch der erhöhte Dosisbedarf. Die BfS gibt für beide Ebenen einen DRW von 25 an, das kann nicht passen. Was kann ich tun ? Viele Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grewe, es gibt kaum ein anderes Gelenk, bei dem es so viele Aufnahmevarianten gibt wie bei der Schulter. Bei der genannten Y-Aufnahme steht der Patient schräg vor dem Stativ. Wie Sie richtig argumentieren, wird der durchstrahlte Körperanteil dadurch erheblich größer. Bei einer Weichteil-Halbwertschichtdicke von ca. 3 cm kann man dann schnell die doppelte Dosis im Vergleich zu einer reinen ap-Aufnahme erreichen Auch der durchstrahlte Knochenanteil erhöht sich deutlich bei dieser Aufnahmetechnik. Da Sie von einem Zertifikat sprechen, so kann es nicht von der Ärztlichen Stelle stammen, die wir um Meinung zu Ihrer Frage kontaktiert haben. Diese hätte den Vorgang nicht bemängelt, da der besagte erhöhte Dosisbedarf bei dieser Aufnahmetechnik nachvollziehbar ist und auch korrekt begründet wurde. Sie sollten mit der hier im Forum geäußerten Argumentation nochmals mit der betreffenden Ärztlichen Stelle sprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 01.10.2018 - 22:35 Uhr:
Frage:3151 BETREFF: Zeit zwischen Grund- und Spezialkurs 10 Jahre
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein Kollege bat mich um Rat zu zwei zusammenhängen Themen und ich konnte nicht sicher weiterhelfen. Daher wende ich mich an Sie. Er hat vor 10 Jahren einen Grundkurs absolviert und erst jetzt vor 1 Monate einen Spezialkurs. Ist nach so langer Zeit der Grundkurs überhaupt noch ´gültig´, oder hätte er ihn nach 5 Jahren aktualisieren müssen? Falls ja, war der Spezialkurs doch jetzt für die berühmte Katz und er hätte jetzt noch einmal mit dem Kenntnis- plus Grundkurs starten müssen, oder? Und was ist mit den ganzen Röntgen-Untersuchungen, die er in der Zeit unter Aufsicht indiziert, durchgeführt und befundet hat? Zählen die dann überhaupt noch für seine Fachkunde, oder muss er jetzt von Neuem starten, weil ja die Fallzahlen erst nach gültigem Kenntniskurs bzw. Grundkurs zählen. Vielen Dank für kurze Klarstellungen bezüglich der beiden Thematiken und viele Grüße, RE


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Adam, dies ist eine sehr schwierige Fragestellung, zu der wir Ihnen zwar unsere Auffassung mitteilen, Ihrem Kollegen aber auf jeden Fall die Rücksprache mit der zuständigen Stelle (in der Regel Ärztekammer) anraten, da es hier um die Anerkennung von praktischer Erfahrung (Sachkunde) und ggf. notwendigen Kurswiederholungen geht. Die RöV führt in § 18a Abs. 1 aus, dass die Fachkunde u.a. aus nachgewiesener praktischer Erfahrung und aus der erfolgreichen Teilnahme an Strahlenschutzkursen besteht. Dabei ist in dieser Vorschrift festgelegt, dass die Kursteilnahme nicht länger als fünf Jahre zurückliegen darf. Bisher sind wir (und nicht nur wir) davon ausgegangen, dass sich diese zeitliche Regelung auf den letzten notwendigen Strahlenschutzkurs bezieht. Allerdings immer in der Annahme, dass die für den Bereich der Röntgendiagnostik notwendigen Grund- und Spezialkurse in einem angemessen zeitlichen Abstand liegen. Ob ein Zeitraum von 10 Jahren zwischen Grund- und Spezialkurs noch als angemessen angesehen werden kann, muss nach unserer Meinung in diesem speziellen Einzelfall von der vorgenannten zuständigen Stelle entschieden werden. Diese Stelle wird in dem Zusammenhang dann auch Festlegungen treffen können, ob überhaupt, und wenn ja, welcher Kurs wiederholt werden sollte. Wir können uns vorstellen, dass bei dieser Entscheidung auch eingeht, ob Ihr Kollege die wahrscheinlich auch vor 10 Jahren erworbenen und bescheinigten Kenntnisse im Strahlenschutz (die ja Voraussetzungen für den Sachkundeerwerb sind) fristgemäß durch Teilnahme an einem anerkannten Aktualisierungskurs aktualisiert hat. Die Aktualisierung nach fünf Jahren ist nach § 18a RöV nicht nur für die Fachkunde im Strahlenschutz sondern auch für die Kenntnisse erforderlich. Sollte er eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an einem solchen Kurs vorlegen können, dann könnte die zuständige Stelle zu seinen Gunsten ggf. davon ausgehen, dass er trotz des langen Zeitraums von 10 Jahren zwischen den Kursen seine bis dahin erworbene Kompetenz aufrecht erhalten hat. Sollte er an einem solchen Aktualisierungskurs nicht teilgenommen haben, dann könnten eventuell auch die Zeiten und Fallzahlen zum Sachkundeerwerb nicht oder nur teilweise anerkannt werden. Sie sehen, die Rücksprache mit der zuständigen Stelle ist unumgänglich für Ihren Kollegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 01.10.2018 - 13:15 Uhr:
Frage:3150 BETREFF: DFP Messgerät
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, auf der Seite unserer Ärztekammer steht, dass bei allen Röntgenuntersuchungen an Kindern am Körperstamm am Gerät ein ´Dosisflächenprodukt Messgerät´ vorhanden sein muss. In der SV-RL kann ich nur die Anforderung finden, dass eine Anzeige des DFP vorhanden sein muss. Bei unserem Röntgengerät wird das DFP angezeigt. Es gibt jedoch kein Messgerät, sondern das angezeigte DFP wird aus den Aufnahmeparametern berechnet. Dürfen wir es für Röntgenaufnahmen an Kindern nutzen? Mit freundlichen Grüßen E. Müller


1. Antwort: Die Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Nr. 3149 K. Ewen



  Frage gestellt am 01.10.2018 - 11:23 Uhr:
Frage:3149 BETREFF: DFP Messgerät
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, auf der Seite unserer Ärztekammer steht, dass bei allen Röntgenuntersuchungen an Kindern am Körperstamm am Gerät ein ´Dosisflächenprodukt Messgerät´ vorhanden sein muss. In der SV-RL kann ich nur die Anforderung finden, dass eine Anzeige des DFP vorhanden sein muss. Bei unserem Röntgengerät wird das DFP angezeigt. Es gibt jedoch kein Messgerät, sondern das angezeigte DFP wird aus den Aufnahmeparametern berechnet. Dürfen wir es für Röntgenaufnahmen an Kindern nutzen? Mit freundlichen Grüßen E. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, die Meinung dieser Ärztekammer zur Anzeige bzw. Messung des Dosisflächenproduktes (DFP) erscheint uns nicht verständlich. Erstens deswegen, weil eine Berechnung des DFP aus den Untersuchungsparametern vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung in der Röntgendiagnostik im Vergleich zu einer expliziten Nutzung eines Messgerätes die modernere Variante darstellt. Und, zweitens, weil in Übereinstimmung mit Ihrer Feststellung in der zurzeit noch geltenden Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) und im Entwurf der neuen SV-RL zwar von „Ermittlung“, „Bestimmung“ und „Anzeige“ die Rede ist, keineswegs wird aber gefordert, dass zur Gewinnung dieser Information unbedingt ein DFP-Messgerät genutzt werden muss – auch nicht in der Pädiatrie. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.09.2018 - 21:29 Uhr:
Frage:3148 BETREFF: 3 CTs in 5 Jahren
Sehr geehrter Herr Professor, ich, weibl. 35 Jahre, hoffe sehr auf Ihre Hilfe. Im Alter von 25 und 29 Jahren erhielt ich jeweils ein Schädel CT. Mit 30 Jahren ein CT der Lunge mit Kontrastmittel. Für 1 CCT und das CT der Lunge wurden mir Daten mitgeteilt: CCT: mAs 2862, DLP 729 mGycm (Werte des 2. CCT sicher ähnlich). CT Lunge: mAs 3836, DLP 211 mGycm. Was das in mSv bedeutet weiß ich natürlich nicht. Zwischenzeitlich habe ich gelesen, dass allein 1 CT das Risiko für Krebs massiv (25 Prozent) erhöht. Das sagt wohl eine australische Studie. Nun hatte ich ja 3 CTs. Danach muss ich doch im Prinzip jetzt immer mit Krebs rechnen oder? Nach den CTs habe ich auch ein Baby geboren. Besteht für mein Kind ein erhöhtes Krebsrisko durch Erbgutschäden? Mir ist bewusst, dass nichts rückgängig gemacht werden kann. Die Artikel im Netz lassen mich jetzt aber doch ängstlich werden. Vielleicht können Sie hier Licht ins Dunkel bringen. Für eine ehrliche Antwort danke ich Ihnen sehr.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Erdmann, aus der Literatur und aus Ihren Angaben zu den Dosislängenprodukten (in mGycm) bei den an Ihnen vorgenommenen drei CT-Untersuchungen kann man einen Gesamtwert für die so genannte effektive Dosis errechnen. Die effektive Dosis ist ein Maß für das Krebsrisiko und das Risiko für genetische Schäden und wird in der Einheit mSv angegeben. Insgesamt für diese 3 CT-Untersuchungen ergibt sich ein Wert in einer Größenordnung von 8 mSv. Wenn man bedenkt, dass nach der Röntgenverordnung für viele Personen, die in der Röntgendiagnostik als sog. beruflich strahlenexponierte Personen tätig sind, ein Grenzwert der effektiven Dosis von 20 mSv im Kalenderjahr zugelassen ist und Sie mit Ihrem Wert von ca. 8 mSv deutlich darunter liegen, besteht kein Anlass zu Sorgen vor Krebserkrankungen und genetisch bedingten Problemen. Im Internet findet man sicherlich nützliche Informationen z.B. zum Thema Strahlenrisiko durch röntgendiagnostische Maßnahmen, aber man muss in der Lage sein, davon die fachlich zweifelhaften und zum Teil vollkommen untauglichen Publikationen separieren zu können. Unser Rat: Lassen Sie sich durch derartige „Erkenntnisse“ nicht in Angst und Schrecken versetzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.09.2018 - 19:34 Uhr:
Frage:3147 BETREFF: Mit röntgenschein in angiografie
geehrter Professor, braucht eine Krankenschwester in der Angiografie einen ´Röntgenschein ´ bzw eine Fachkunde oder ist da nicht erforderlich da ja nicht die schwester sondern nur der Arzt die Strahlung auslöst? Mfg und vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Lovaton Muñoz, wenn die Mitarbeiterin keine Tätigkeiten an der Röntgeneinrichtung ausführt (kein Auslösen der Strahlung und kein Einstellen der technischen Parameter an der Röntgeneinrichtung), benötigt sie auch keine Kenntnisse im Strahlenschutz. Sie muss aber nach § 36 RöV unterwiesen werden, da sie ja offensichtlich im Kontrollbereich tätig ist (´Angiographien´). Falls die Mitarbeiterin jedoch - auch auf Anweisung und unter unmittelbarer Aufsicht des fachkundigen Arztes - Einstellungen an der Röntgeneinrichtung vornimmt (siehe § 2 Nr. 7 RöV), ohne selbst die Strahlung auszulösen, benötigt sie trotzdem Kenntnisse nach Nummer 6.3, 3. Absatz in der „Fachkunde-Richtlinie Medizin“ (dort: verkürzter Strahlenschutzkurs nach Anlage 10 der vorgenannten Richtlinie). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.09.2018 - 13:53 Uhr:
Frage:3146 BETREFF: DIN 6868-159 Teleradiologie - Durchführung der Abnahmeprüfung
Guten Tag Prof. Ewen, mit der neuen Norm zur DIN 6868-159, welche auf die verschiedene Normen, z.B. QS-RL oder RöV verweist, stellt sich uns als Hersteller/Lieferant einer PACS Software, zur Befundung von Bilddaten die Frage, wer die Abnahme durchführen darf/muss? Innerhalb unserer PACS-Software bieten wir mit einem Plugin die Möglichkeit, die Abnahme nach DIN 6868-159 durchzuführen. Sind wir als Hersteller/Lieferant dieser Software dazu verpflichtet die Abnahme nach DIN 6868-159 selbst durchzuführen oder kann der Kunde, wenn er die Abnahme nicht durch uns durchführen lassen möchte, eine Genehmigung von seiner ärztlichen Stelle vorweisen und wäre damit befugt die Abnahme an einen externen Dienstleister abzugeben? Mit freundlichen Grüßen, Stephanie Streit


1. Antwort: Frage 3146 wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 3145. K. Ewen



  Frage gestellt am 24.09.2018 - 13:13 Uhr:
Frage:3145 BETREFF: DIN 6868-159 Teleradiologie - Durchführung der Abnahmeprüfung
Guten Tag Prof. Ewen, mit der neuen Norm zur DIN 6868-159, welche auf die verschiedene Normen, z.B. QS-RL oder RöV verweist, stellt sich uns als Hersteller/Lieferant einer PACS Software, zur Befundung von Bilddaten die Frage, wer die Abnahme durchführen darf/muss? Innerhalb unserer PACS-Software bieten wir mit einem Plugin die Möglichkeit, die Abnahme nach DIN 6868-159 durchzuführen. Sind wir als Hersteller/Lieferant dieser Software dazu verpflichtet die Abnahme nach DIN 6868-159 selbst durchzuführen oder kann der Kunde, wenn er die Abnahme nicht durch uns durchführen lassen möchte, eine Genehmigung von seiner ärztlichen Stelle vorweisen und wäre damit befugt die Abnahme an einen externen Dienstleister abzugeben? Mit freundlichen Grüßen, Stephanie Streit


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Streit, bei dem angesprochenen Plugin handelt es sich nach unserer Meinung lediglich um den Abnahmepunkt, der die Bestimmung der Übertragungszeit für die Gesamtstrecke oder auch für Teilstrecken betrifft. Wenn man sich die DIN 6868-159 aus 2017 anschaut, dann verlangen die Punkte 6 („Abnahmeprüfung“) und 9 („Prüfbericht“) eine größere Zahl weiterer Angaben. Siehe hierzu auch Anlage D („Prüfberichtsmuster zur Abnahmeprüfung“). Das alles kann man unmöglich auf den Kunden übertragen. Der Hersteller/Lieferant könnte sich selbst für die Abarbeitung einzelner Prüfpunkte eines externen Dienstleisters bedienen. Die Gesamtverantwortung bleibt aber weiterhin bei ihm. Auf diese Weise müssen ja auch die BWG beim Teleradiologen abgenommen werden, was man ja dann auf die Monitor-Lieferanten übertragen kann. Also unser Fazit: Die Abnahmeprüfung darf auch hier nur durch Hersteller/Lieferant durchgeführt werden (§ 16 Abs. 2 Satz 1 RöV). Zum Schluss: Ärztliche Stellen sind keine Behörden und dürfen daher auch keine Genehmigungen erteilen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.09.2018 - 19:35 Uhr:
Frage:3144 BETREFF: Anwender Strahlenschutzschürzen
Guten Tag Prof. Ewen, gibt es Empfehlungen zu Anwenderschürzen bei Interventionen bezüglich des Bleigleichwertes. Wir haben bisher geteilte Schürzen mit 0,5 mmPb im Herzkatheterlabor eingesetzt. Die Industrievertreter halten diese Schürzen für zu schwer und empfehlen den Anwender bleiarme/bleifreise Schürzen mit 0,35mm Pb. Was empfehlen sie? Mit freundlichen Grüßen Wilfried Schröter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröter, bei der Festlegung des Grenzwertes für den Bleigleichwert bei Personalschutzkleidung (PSA) könnte man pro „0,50 mm“ argumentieren, dass bei ´Hochdosisarbeitsplätzen´ (Interventionen, Angiographien, Herzkatheteruntersuchungen, etc.) die schweren Schürzen deshalb gerechtfertigt sind, weil man es dort aufgrund der oft langen Durchleuchtungszeiten mit relativ hohen Störstrahlenexpositionen zu tun hat. Andererseits könnte man contra „0,50 mm“ argumentieren, dass diese Schürzen nun mal relativ schwer sind und körperlich für die Träger entsprechend belastend sein können. Außerdem sind die 0,35er Schürzen nun auch nicht gerade unwirksam, sie lassen nur wenig Dosis durch, so dass die Personendosimeter (meistens Filmplaketten) Mühe haben, überhaupt eine Exposition in Zahl und Ziffern anzuzeigen. Beispiele: Bei 80 kV absorbiert eine 0,35er-Schürze etwa 95 %, eine 0,50er-Schürze etwa 98 % der im Röntgenraum bei Durchleuchtung auftretenden Störstrahlung. Bei 90 kV liegen die entsprechenden Werte bei etwa 93 % bzw. 96 %. Man hat sich angesichts dieser Zahlenwerte in der DIN 6815 und Sachverständigen-Prüfrichtlinie (nach unserer Meinung zu Recht) für 0,35er-Schürzen entschieden. Ob man sich nun auf bleiarme, bleifreie oder ´normale´ Schürzen festlegen sollte, wollen wir hier im Forum RöV mal dahingestellt lassen. Es gibt einiges an Literatur zu diesem nicht gerade diskussionslosen Thema, unter anderem auch im Internet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.09.2018 - 10:07 Uhr:
Frage:3143 BETREFF: BWG Monitore in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich betreue auf technischer Ebene eine radiologische Praxis mit angeschlossener Strahlentherapie. In der Radiologie unterliegen die Befund- und Betrachterstationen mit Bildviewern (DICOM) der QS_RL für BWG. In der Strahlentherapie hingegen entbrennt regelmäßig die Diskussion, ob die Arztplätze (Einzeichnen der Zielvolumen auf CT-Datensätze) und die MPE-Plätze (Planung der Bestrahlung auf diesen Plänen mit CT-Datensatz) auch der QS-RL unterliegen. Das Argument ´Wir sind keine Radiologen und Befunden nicht´ zieht in meinen Augen nicht, da ja digitale Röntgenbilder in beiden Abteilungen betrachtet und verwendet werden. Wie würden Sie dies einschätzen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, dieses Thema ist nicht neu, und es gibt keine einheitliche Meinung dazu. Offensichtlich existiert nach Ansicht nicht weniger Strahlentherapeuten keine Vorschrift, einen QS-abgenommenen Monitor einsetzen zu müssen. Ihr Argument ist meistens: Wir befunden ja nicht. Wir sehen dies hier im Forum RöV anders und stimmen Ihnen zu, dass zum Einzeichnen von Zielvolumina ein guter Monitor verfügbar sein muss. Die Existenz eines „guten“ Monitors lässt sich ja am einfachsten dadurch nachweisen, dass man für ihn eine erfolgreiche Abnahmeprüfung und anschließend regelmäßige Konstanzprüfungen durchführen lässt. Im Übrigen findet man in der DIN 6868-157 nicht ohne Grund in Tab. 1 „Festlegung von Raumklassen mit den jeweiligen Anforderungen“ unter „RK1“ für Schnittbilddatensätze nicht den Begriff „Befundung“ sondern den Begriff „Beurteilung“. Es sind uns Ärztliche Stellen bekannt, die für Monitore zur Zielvolumeneinzeichnung die Durchführung einer Abnahmeprüfung durchführen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.09.2018 - 16:27 Uhr:
Frage:3142 BETREFF: Mammographie bei stillenden Frauen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es ein Empfehlung, die man bei stillenden Frauen geben sollte, wenn eine Mammographie gemacht werden muss. Vielen Dank schon mal. Mit freundlichen Grüßen L. Schröer


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schröer, uns ist im Umfeld der RöV keine diesbezügliche Empfehlung, Forderung, etc. bei Untersuchungen von Patientinnen in der Röntgendiagnostik, einschließlich in der Mammographie, bekannt. Das gilt für die im Geltungsbereich der bis zum 31.12.2018 noch geltenden RöV, und wird voraussichtlich auch im Rahmen des ab dem 01.01.2019 in Kraft tretenden neuen Strahlenschutzrechts nicht anders sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.09.2018 - 22:39 Uhr:
Frage:3141 BETREFF: Teleradiologie in der Regelarbeitszeit
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich heiße Mark Steinmann und arbeite als Assistenzarzt in der Radiologie. In unserem Bereitschaftsdienst erbringen wir per Teleradiologie CT-Untersuchungen für 5 Krankenhäuser sowie Röntgen für 2 dieser 5 Häuser, zusätzlich zu den Leistungen im Haus, in dem wir Bereitschaftsdienst leisten. Nun wollte ich fragen, ob Teleradiologie auch während der Regelarbeitszeit möglich ist. Hintergrund ist zweierlei: Zum einen gibt es seit Neuestem ein Konstrukt, bei dem eine unserer MTRA in der Regelzeit zu einem der Häuser fährt und dort CT-Untersuchungen durchführt, die wir zuvor geprüft und indiziert haben, da dort kein Radiologe vorort ist. Angeblich ist dort immer ein Internist, der zufällig die Fachkunde CT hat (zumindest wurde uns das so mitgeteilt) vorort, der dann die ´Aufsicht´ habe, sodass damit formal keine Teleradiologie vorläge, obwohl wir am 30km entfernten Standort die Befundung übernehmen. Ist dieses Konstrukt so haltbar, bzw. liegt damit also keine Teleradiologie vor, auch wenn wir nicht am Ort der Untersuchung anwesend sind? Zum andere gibt es aktuell eine gewisse Auseinandersetzung mit der Verwaltung/Krankenhausleitung bzgl. unseres Bereitschaftsdienstes, da dieser deutlich über das Ausmaß eines normalen Dienstes hinausgeht - nicht zuletzt, weil wir eben 5 Häuser teleradiologisch betreuen. Nun laufen dazu etwas widerwillige Gespräche und in deren Rahmen kam bei uns die Frage, ob es denn Teleradiologie in der Regelarbeitszeit gibt, falls wir z.B. auf ein Schichtmodell umstellen sollten, oder ob dann automatisch keine Teleradiologie mehr stattfinden kann. Die RöV sagt dazu ja in §3, Abs 4, letzter Satz ´Die Genehmigung zum Betrieb einer Röntgeneinrichtung zur Teleradiologie ist auf den Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst zu beschränken. Sie kann über den Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst hinaus erteilt werden, wenn zusätzlich zu den Voraussetzungen nach Satz 1 ein Bedürfnis im Hinblick auf die Patientenversorgung besteht. Eine Genehmigung nach Satz 3 ist auf längstens drei Jahre zu befristen.´ Nun ist uns nicht ganz klar, was mit der Einschränkung ´ein Bedürfnis im Hinblick auf die Patientenversorgung besteht´ genau gemeint ist, denn per se kann man ja behaupten, dass z.B. jede CT-Untersuchung der Patientenversorgung dient, wo also wären da die Hürden, damit nicht flächendeckend Teleradiologie in der Regelarbeitszeit läuft? Vielen Dank schon einmal für Ihre Zeit und Mühen. Mit freundlichen Grüßen, Mark Steinmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Steinmann, wenn wir uns Ihre Darstellung zu dem neuen Konstrukt ´Einbindung externer Häuser/Kliniken´ ansehen, dann kommen wir zu der Auffassung, dass Sie uns eine klassische, wenn auch ungenehmigte Teleradiologie beschreiben. Nach Ihren Worten erfolgen rechtfertigende Indikation vor der Untersuchung, verantwortliche Erstbefundung in Ihrem Haus und dazwischen die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung durch eine/einen MTRA in dem Krankenhaus, in dem sich der Patient befindet. Dieses weicht unseres Erachtens vom „Standard der RöV“ ab, da dort vorgesehen ist, dass die rechtfertigende Indikation (RI) unter der Voraussetzung erfolgt, dass der fachkundige rechtfertigende Arzt den Patienten vor der RI gegebenenfalls körperlich untersuchen kann (§ 23 Abs. 1 RöV). Dies ist nach Ihrer Beschreibung des angewendeten Konstrukts nicht gegeben. Die RöV fordert auch, dass das Zusammenwirken der einzelnen Komponenten der Röntgeneinrichtung geprüft ist. Dies erfolgt im Rahmen der Inbetriebnahme und wiederkehrend sowohl bei stationär betriebenen Röntgeneinrichtungen als auch bei genehmigten Teleradiologien. Bei der von Ihnen beschriebenen Konstellation erfolgen solche technischen Prüfungen nicht übergreifend. Vergleichbares gilt auch für die Prüfung im Rahmen der ärztlichen und technischen Qualitätssicherung durch die ärztliche Stelle. Auch hier sind erforderliche übergreifende Prüfungen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Daher ist unser Rat zu diesem ersten Teil Ihrer Forumanfrage, dass Sie mit der zuständigen Aufsichtsbehörde besprechen sollten, ob diese Betriebsweise ohne Teleradiologiegenehmigung überhaupt zulässig ist. Zum zweiten Teil Ihrer Frage ist anzumerken, dass Teleradiologiegenehmigungen über die „Dienste“ hinaus nur möglich sind, wenn bestimmte Voraussetzungen/Randbedingungen vorliegen. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen ist der zuständigen Genehmigungsbehörde explizit nachzuweisen. Die Einschränkung der RöV, dass für die Genehmigung einer Teleradiologie über die Dienste hinaus „ein Bedürfnis im Hinblick auf die Patientenversorgung“ bestehen muss, ist als Grundsatz zu verstehen und nicht als Nachweis für die einzelne Untersuchung. D.h., bereits mit der Beantragung einer solchen Genehmigung ist der zuständigen Genehmigungsbehörde nachzuweisen, dass die Patientenversorgung im regionalen Umfeld gefährdet wäre, wenn eine solche Genehmigung nicht erteilt würde. Als Beispiel für einen solchen Nachweis könnte gelten, dass es im Umfeld keine weiteren entsprechende Röntgeneinrichtung zur notwendigen Untersuchung von Patienten gibt, das eigene Haus aber auch nicht über genügend fachkundige Ärzte verfügt, um alle Zeiten „im normalen Tagesbetrieb“ abzudecken und auch unter Nutzung von „Anreizsystemen“ die Beschäftigung weiterer fachkundiger Ärzte nicht erreichbar ist. Es ist ggf. davon auszugehen, dass die zuständige Genehmigungsbehörde das Vorliegen dieser Ausnahmevoraussetzungen von einer regional zuständigen Gesundheitsbehörde bestätigt haben möchte. Als Fazit ergibt sich unseres Erachtens, dass man erst einmal intern prüfen muss, ob die vorgenannten Voraussetzungen überhaupt gegeben sind und nachgewiesen werden können - und dann die Einzelheiten mit der zuständigen Genehmigungsbehörde vor Antragstellung abklärt. Besonders empfehlen wir zu diesem Thema die Lektüre von Gerichtsurteilen (z.B. Verwaltungsgericht Aachen vom 8.2.2007). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.09.2018 - 12:29 Uhr:
Frage:3140 BETREFF: Aufsicht und Verantwortung für SSB bei RFA
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir betreiben im nichtmedizinischen Bereich einen tragbaren Röntgenfluoreszenzanalysator. Bisher war ich der alleinige Benutzer; jetzt sollen aber weitere Personen dazu befähigt werden. Nach §30 Satz 2 der RöV dürfen Personen, welche Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen unter Aufsicht und Verantwortung einer Person mit entsprechender Fachkunde arbeiten. Wie ist diese Aufsicht und Verantwortung auszulegen? Muss ich als SSB ständig anwesend sein? Muss ich mich auf dem Betriebsgelände befinden? Wie sieht es während meines Urlaubs oder im Krankheitsfall aus? Muss ich dann einen Vertreter haben? Vielen Dank für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen Arno Werdin


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Werdin, wenn weitere Personen die Röntgeneinrichtung bedienen sollen, dann müssen diese die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen. Im Unterschied zur Anwendung am Menschen ist zum Erwerb dieser Kenntnisse nicht der Besuch eines Kurses erforderlich, sondern sie können innerbetrieblich durch den fachkundigen Strahlenschutzbeauftragten vermittelt werden (Dokumentationen hierzu sind sicherlich notwendig). Diese Personen dürfen dann die Röntgeneinrichtung bedienen, wenn die Aufsicht durch den fachkundigen Strahlenschutzbeauftragten sichergestellt ist. Dabei gehen wir aus Erfahrung nicht davon aus, dass eine ständige Präsenz des Strahlenschutzbeauftragten am Betriebsort der Röntgeneinrichtung erforderlich ist. Allerdings muss der Strahlenschutzbeauftragte in einer angemessen Zeit dort eintreffen können, um gegebenenfalls korrigierend oder regelnd einzugreifen. Eine pauschale Zeitvorgabe ist hier nicht möglich. Vielmehr sollte die akzeptierbare Zeitspanne unter Berücksichtigung von Arbeitsverfahren, Risiken und Gefährdungen mit der zuständigen Aufsichtsbehörde abgesprochen werden. Dies gilt insbesondere auch, wenn die mobile Röntgeneinrichtung außerhalb des eigenen Betriebs genutzt werden soll. Für Vertretungen in Urlaubs- oder Krankheitsfällen halten wir die Bestellung eines weiteren (ggf. auch externen) fachkundigen Strahlenschutzbeauftragten für erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.09.2018 - 17:31 Uhr:
Frage:3139 BETREFF: 90-Stunden-Röntgen-Kurs auch für Zahnarzthelferin möglich?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin gelernte Zahnarzthelferin und möchte mich beruflich verändern. In einer Klinik ist eine freie Stelle als MFA oder MTA in der Radiologie zu besetzen. Ich kann mich dort bewerben, nur konnte noch keiner herausfinden, ob ich mit meiner Ausbildung den dafür benötigten ´ 90-Stunden-Strahlenschutz-Kurs´absolvieren darf oder nicht. Ist es möglich, dass ich die Fachkunde im Strahlenschutz mit meinen Voraussetzungen erwerben kann, da es in den Voraussetzungen der IB-Medizinische-Akademie heißt: Den Rö-schein können Personen erwerben, die über einen Abschluss in einem Gesundheitsberuf verfügen, z.B. MFA, Gesundheits- und Krankenpfleger,... Das Regierungspräsidium ist der Meinung, dass die Zahnarzthelferin auch zum Gesundheitsberuf gehört,war sich aber nicht ganz sicher. Vielen Dank für ihre Antwort C.Brückl


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brückl, am Anfang eine kleine Begrifflichkeit: Sie können keine Fachkunde im Strahlenschutz erwerben (das lassen RöV und MTA-Gesetz nicht zu). Sie können aber die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz erwerben, um eine Röntgenuntersuchung unter den Randbedingungen des § 24 RöV technisch durchführen zu dürfen. Die erfolgreiche beendete Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten gilt als entsprechende Grundlage um die Kenntnisse für Anwendungen im humanmedizinischen oder zahnmedizinischen Bereich in entsprechenden Kursen zu erwerben und anschließend von der zuständigen Stelle bescheinigt zu bekommen. Hierauf haben sich die zuständigen Landes- und Bundesbehörden geeinigt und alle entsprechend geeigneten Berufsabschlüsse in eine Liste aufgenommen. Diese Liste liegt sicherlich der für Sie zuständigen Stelle (in der Regel Ärztekammer oder Strahlenschutzbehörde) vor.



  Frage gestellt am 04.09.2018 - 11:25 Uhr:
Frage:3138 BETREFF: Nachfrage zu Frage 3135 - Streustrahlenraster
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zuerst einmal vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort auf meine Frage 3135 ´min. GESAMTSTRAHLENDURCHLÄSSIGKEIT für Streustrahlenraster´ Ich habe die Tabelle 203.104 auf Seite 59 der DIN EN 60601-2-54 (2010-05) bisher so interpretiert, dass das Streustrahlenraster bei den maximalen Schwächungsgleichwerten in mm Al für die verschiedenen Komponenten nicht berücksichtigt ist, da unter der Tabelle 203.104 steht: ANMERKUNG 2 Anforderungen bezüglich der SCHWÄCHUNGS-Eigenschaften von RÖNTGENKASSETTEN und VERSTÄRKUNGSFOLIEN werden in ISO 4090 [3] und für STREUSTRAHLENRASTER in IEC 60627 [1] gegeben. Sie schreiben aber, dass z.B. bei den 1,2 mm Al für ´Alle Schichten, aus denen sich die Frontplatte des Kassettenhalters zusammensetzt´ auch das Streustrahlenraster mit enthalten ist oder verstehe ich Ihre Antwort an der Stelle falsch? Mit freundlichen Grüßen André Belger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Belger, ich möchte unsere Meinung zur Einbeziehung des Streustrahlenrasters in die Abnahme- und Sachverständigenprüfung aus der Sicht des Sachverständigen zusammenfassen: 1) Die Durchführung der AP geschieht nach DIN 6868-150, Kap. 7.5 („Schwächungsgleichwert“). Die Prüfung erfolgt nach 7.5.2 durch Einsichtnahme in die Begleitpapiere (DIN EN 60601-2-54). Davon betroffen ist nicht nur das Streustrahlenraster sondern alle Komponenten, die sich im Röntgenstrahlenbündel zwischen Patienten und Bildempfänger befinden. Ein Sachverständiger, der die Kontrolle der Abnahmeprüfung durchführt und dazu u.a. den Punkt 7.5 auswählt, wird sich diese Begleitpapiere ansehen müssen. 2) Vom Sachverständigen direkt zu prüfende Anforderungen an das Streustrahlenraster finden sich in den davon betroffenen Prüfberichtsmustern der SV-RL, z.B. in dem Berichtsmuster 2.2.1 (Aufnahmegeräte). Man findet sowohl in der jetzt noch geltenden Fassung der SV-RL als auch in den Entwürfen zu deren Neufassung (textidentisch) die Prüfposition „O Streustrahlenraster entspricht dem Fokus-Bildempfänger-Abstand und O Raster ohne Beschädigung (keine Artefakte sichtbar)“. Sehr geehrter Herr Belger, falls unsere Ausführungen zu Ihren Fragen zum Streustrahlenraster inhaltlich nicht das erbracht haben sollten, was von Ihnen erwünscht war, so möchten wir Sie bitten, auch andere fachlich kompetente Stellen anzusprechen, z.B. Kollegen/innen aus dem Umfeld der behördlich bestimmten Sachverständigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.09.2018 - 16:06 Uhr:
Frage:3137 BETREFF: Sachkunde für Materialprüfungen gemäß Röntgenverordnung
Ich habe gelesen, dass man für die Prüfung von Strahlenschutzkleidung die Sachkunde für Materialprüfungen gemäß Röntgenverordnung benötigt. Bisher habe ich als MTRA unsere Strahlenschutzkleidung geprüft und würde dies auch gern weiterhin. Ich finde jedoch nirgends irgendwelche Weiterbildungsangebote dazu. Können Sie mir diesbezüglich weiterhelfen?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krebs, Sie als MTRA dürfen im eigenen Haus (z.B. Krankenhaus, radiologische Praxis) ohne Gestattung oder Genehmigung durch die zuständige Behörde Strahlenschutzkleidung prüfen. Grundsätzlich hat der zuständige Strahlenschutzbeauftragte eine Aufsichtspflicht, im Rahmen derer Sie Einzelheiten dieser Prüfungen mit ihm absprechen müssen. Ein diesbezügliches Weiterbildungsangebot liegt uns nicht vor. Vielleicht finden Sie etwas im Internet. Wichtig ist allerdings, dass es eine DIN-Norm gibt, in der alle Schritte der Schürzenprüfungen im Detail beschrieben sind: DIN 6857-2 von August 2016 „Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung - Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung“. Normen des Normenausschusses Radiologie (NAR) dürfen nicht als Kopien, Internetbeiträge, etc. weitergegeben. Wir hier im Forum RöV dürfen das auch nicht. Alleinverkauf geschieht durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 31.08.2018 - 14:23 Uhr:
Frage:3136 BETREFF: Blickrichtung in der konventionellen Röntgentherapie
Sehr geehrter Prof. Ewen, unsere Praxis betreibt eine konventionelle Röntgentherapieanlage mit Tubussen. Jetzt kam die Diskussion auf, welche Blickrichtung des Patienten bei horizontaler Strahlrichtung die Augenlinse optimal schont (z.B. Bestrahlung des Knies mit seitlich opponierenden Feldern). Ich gehe davon aus, dass der Patient den Kopf so drehen sollte, dass seine Blickrichtung der Strahlrichtung entgegen geht, um sich von der Rückstreuung des Primärstrahls an der Wand abzuwenden. Wie sehen Sie das?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Karbach, bei dem Therapiegerät scheint es sich um ein Tiefentherapiegerät (also > 100 kV) zu handeln, da Knie mit opponierenden Feldern bestrahlt werden. Das würde ja mit einem Oberflächentherapiegerät keinen Sinn machen. Bei horizontaler Strahlrichtung ist das Knie der Streukörper, der die Streustrahlung verursacht. Die Wand, die in Nutzstrahlrichtung steht, ist, was die Erzeugung der von ihr ausgehenden Rückstreuung betrifft, nahezu uninteressant, da die Nutzstrahlung schon im zu bestrahlenden Gewebe deutlich geschwächt wird. Dieser Effekt wird aus geometrischen Gründen (Entfernung) noch verstärkt sein. Dazu ein Beispiel: Nehmen wir an, dass mit einem 200 kV-Gerät und mit einem Tubus (Fläche: 10*15cm², FHA: 30 cm) gearbeitet wird. Dann reduziert sich die Dosisleistung beim Austritt aus einem 10 cm dicken Knie auf ca. 17 % (siehe Tiefendosisverlauf im Buch Graphs and Tables for Use in Radiography von Wachsmann und Dexler, Seite 105). Bei Berücksichtigung des sog. quadratischen Abstandsgesetzes (Annahme: Wand ist 1,5 m entfernt) sollte die Dosisleistung am Patienten nur noch bei wenigen Prozenten der ursprünglichen Dosisleistung liegen. Wir würden das, bezogen auf diese Art der Bestrahlung, als vernachlässigbar bezeichnen. Trotzdem könnte man zur Minimierung der Patientendosis folgendes noch vorschlagen: 1) So weit ohne Störung des Bestrahlungsvorgangs möglich: Auflegen einer Schutzschürze auf Knie und Tubus (am besten Schürze gefaltet). Eine Rückstreuung aus der Schürze ist, wie viele fälschlicherweise vermuten, aus physikalischen Gründen praktisch nicht gegeben. 2) Zusätzlich bzw. wenn es nur um die Augenlinsendosis gehen sollte, wird eine Strahlenschutzbrille hilfreich sein. Es muss aber dabei bedacht werden, dass der Schwächungsgrad einer Brille mit wachsender Röhrenspannung abnimmt, so dass ihre Effektivität nicht so hoch ist, wie man es aus der Röntgendiagnostik gewohnt ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.08.2018 - 20:02 Uhr:
Frage:3135 BETREFF: min. GESAMTSTRAHLENDURCHLÄSSIGKEIT für Streustrahlenraster
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können Sie mir bitte einen Hinweis geben, wo ich die minimal zulässige GESAMTSTRAHLENDURCHLÄSSIGKEIT bzw. maximal zulässige Schwächung eines Streustrahlenrasters finden kann? In der DIN EN 60627 2016-08: ´Bildgebende Geräte für die Röntgendiagnostik – Kenngrößen von Streustrahlenrastern für die allgemeine Anwendung und für die Mammographie´ kann ich dazu leider nichts finden. Auch für den Raster-Expositionsfaktor ist in dieser DIN kein Grenzwert angegeben, sondern nur, dass die Ergebnisse der Messungen max. 10 % (Mammographie max. 5 %)von den Angaben des Herstellers abweichen dürfen. Als TÜV Sachverständiger in Ausbildung habe ich aber schon Abnahmeprotokolle von Firmen gesehen wo zum Raster Gesamtschwächung < 3 = OK stand. Wo findet man hierfür die Grundlage? Mit freundlichen Grüßen André Belger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Belger, in der „Abnahmenorm“ DIN 6868-150 (Juni 2013) ist der Rasterfaktor nicht mehr enthalten. Stattdessen wurde in der Norm ein Schwächungsgleichwert eingeführt (Kap. 7.5), der sich auf alle Komponenten bezieht, die sich zwischen Patient und Bildempfänger befinden (Patientenlagerungsplatte, Raster, Messkammer Belichtungsautomatik). Dazu gehört u.a. auch das Raster. Die Anforderungen sind nach Abschn. 7.5.1 dieser Norm in der DIN EN 60601-2-54 enthalten. Der maximale Schwächungsgleichwert muss in den Begleitpapieren angegeben sein, und die Prüfung geschieht einfach durch Einsichtnahme des Prüfers in diese besagten Begleitpapiere. Die DIN 6815 („Regeln für die Prüfung des Strahlenschutzes …“) von Juni 2013 begnügt sich in ihrem Abschn. 8.5 („Schwächung der Strahlung hinter dem Patienten“) auf die sehr allgemein gehaltene Forderung, im Rahmen der Kontrolle der Abnahmeprüfung die Schwächung hinter dem Patienten mit dem dafür vorgesehenen Verfahren zu ermitteln. Soweit die Normung. Auf Richtlinienebene haben wir jetzt folgende Situation: Die Sachverständigen-Prüfrichtlinie, nach der behördlich bestimmte Sachverständige Röntgeneinrichtungen technisch überprüfen müssen (Sie kennen sie ja), sagt zum Streustrahlenraster nur aus, dass dieses dem Fokus-Bildempfänger-Abstand entsprechen muss und dass keine Beschädigungen (Artefakte) vorliegen dürfen. Fazit: Rasterprüfungen reduzieren sich jetzt mehr auf allgemeine Aussagen. Die Kontrolle diesbezüglicher Zahlenwerte ist entfallen. Der von Ihnen erwähnte Gesamtschwächungsfaktor ist offiziell nicht mehr gebräuchlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.08.2018 - 15:04 Uhr:
Frage:3134 BETREFF: Erneute Ernennung der SSB?
Hallo, wenn in der Organisationsstruktur eines Unternehmens eine neue Person die Funktion des Strahlenschutzverantwortlichen einnimmt, müssen dann alle bis dahin ernannten SSB durch den neuen SSV neu ernannt werden (Ausstellung neuer Ernennungsurkunden und Meldung an die ArbSch-Behörde)? Mit freudlichen Grüßen, Ronny Rhinow


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rhinow, wenn sich nur die Person ändert, die die Pflichten eines Strahlenschutzverantwortlichen im Sinne der §§ 13 Abs. 1 RöV oder 31 Abs. 1 StrlSchV wahrnimmt, ändert dies nichts an der Gültigkeit der Genehmigung oder der erfolgter Bestellungen von Strahlenschutzbeauftragten. D.h., der zuständigen Behörde ist in der Regel der Wechsel der Person mitzuteilen, die den Strahlenschutzverantwortlichen vertritt. Gegebenenfalls ist für diese Person auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Eine Neubestellung der Strahlenschutzbeauftragten oder eine entsprechende Mitteilung an die Behörde ist nicht erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.08.2018 - 17:22 Uhr:
Frage:3133 BETREFF: Berufslebensdosis für Organdosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, beim Lesen der noch geltenden RöV stellte sich mir bei § 31 b RöV folgende Frage: § 31 b RöV legt die Berufslebensdosis der effektiven Dosis auf 400 mSv fest. Im § 31a RöV wird zwischen effektiver Dosis und Organdosis entschieden und entsprechende Jahresgrenzwerte festgelegt. Gibt es somit auch eine Berufslebensorgandosis? Wenn ja, wo ist diese festgelegt? Oder muss die Organdosis in eine effektive Dosis z. B. mittels Gewebewichtungsfaktor umgerechnet werden? Wenn ja, gibt es dafür Software oder Programme, die diese Umrechnung erleichtern? Vielen Dank für Ihre Antwort. David Weidlich


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weidlich, der Knackpunkt Ihrer Frage liegt im strahlenbiologischen Unterschied zwischen effektiver Dosis (§ 31a Abs. 1 und § 31b RöV) und Organdosis (§ 31a Abs. 2 RöV). Die effektive Dosis bewertet die stochastischen Strahlenwirkungen (Krebs, genetische Schädigungen) und die Organdosis die deterministischen Strahlenwirkungen (z.B. Erythembildung). Für stochastische Wirkungen typisch: 1) keine Schwellendosis, unterhalb derer das Risiko gleich Null ist, 2) Strahlenrisiko wächst mit der Dosis. Für deterministische Wirkungen typisch: 1) Existenz einer diesbezüglichen Schwellendosis, Schwere der Schädigung wächst mit der Dosis. Stochastische Wirkungen sind also typische Langzeiteffekte (mögliches Auftreten erst nach Jahrzehnten, z.B. Krebsentstehung). Das Auftreten von deterministischen Strahlenwirkungen spielt sich dagegen in vergleichsweise kurzen Zeiträumen ab. Folgerung daraus: Die Festlegung einer Berufslebensdosis macht daher, im Gegensatz zu den stochastischen Wirkungen, für deterministische Wirkungen keinen Sinn. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.08.2018 - 11:35 Uhr:
Frage:3132 BETREFF: Ausfallkonzept
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, im Rahmen der ´neuen´ DIN 6868–157 und auch Strahlenschutzgesetz werden in unserem Unternehmen nach und nach die ´alten´ Röntgenanlagen durch neue, modernere ausgetauscht. Um eine kontinuierliche ´rund um die Uhr´ Patientenbetreuung abzudecken, würden wir gerne die eigentlich funktionstüchtigen Röntgenanlagen im Falle eines Ausfalls der ´neuen´ Anlagen weiterhin im Unternehmen führen. Diese würden natürlich auch weiterhin den entsprechenden Kontrollen unterzogen werden. Nun zu besagten Röntgenanlagen. 1. die fahrbare Röntgenröhre für die Intenivstationen (BJ ca. 1992) besitzt keine DFP-Anzeige und es wurden Kleinigkeiten von der ÄK bemängelt. 2. der Betrachtungsmonitor der DL-Einheit (BJ ca. 1990) lässt sich nicht nachrüsten. Meiner Kenntnis nach, bestehen sonst keine weiteren Beanstandungen seitens der ÄK oder dem TÜV. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen C. Graf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Graf, zunächst einmal grundsätzlich zu Ihren beiden Fragen: Es wäre sehr sinnvoll, wenn Sie dazu die aktuelle Meinung eines Sachverständigen einholen würden (am besten des Sachverständigen, der Ihr Unternehmen sowieso betreut). Denn Ihre Fragen betreffen hauptsächlich den gerätetechnischen Strahlenschutz, der im Prüfprogramm des Sachverständigen eine wichtige Rolle spielt (siehe Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL). Die Prüfprotokolle des Sachverständigen sind ja der zuständigen Behörde zugänglich zu machen, so dass Ihnen dadurch deren Meinung und ggf. zusätzliche Forderungen bekannt werden. Noch einige spezielle Anmerkungen von uns. Zu Punkt 1: Das „alte“ mobile Aufnahmegerät für die Intensivstation kann auch ohne Dosisflächenproduktbestimmung und –anzeige weiterbetrieben werden – allerdings nicht für Untersuchungen am Körperstamm von Kindern (siehe Anlage I zur SV-RL von 09.01.2009, dort Kap. I.2, Abschn. E12). Folgender Weg im Internet: 1) eingeben: www.forum-roev.de 2) es erscheint: „Forum Röntgenverordnung“ 3) dort anklicken: „ 7. Richtlinien“ 4) dort die Zeile „28.07.2009“ anklicken; es erscheint die SV-RL von 09.01.2009. Zu Punkt 2: Laut einer aktuellen Erläuterung des Leiters des AK RöV vom Mai 2018 (derselbe Weg im Internet wie oben, aber die Zeile 17.05.2018 anklicken) können Abnahmeprüfungen nur dann gefordert werden, wenn aus technischen Gründen eine Durchführung einer Abnahmeprüfung (AP) oder einer Teilabnahmeprüfung (TAP) erforderlich ist. Diese Erläuterung bezieht sich zwar auf mobile C-Bogengeräte, ist aber nach unserer Meinung bestimmt auch auf andere Durchleuchtungsgeräte anzuwenden. Folgende Fragen könnten aufkommen: 1) Ist die AP des BWG überhaupt nötig? 2) Und falls ja, kann die Anlage zumindest nach DIN 6868-57 geprüft werden, wenn eine AP nach DIN 6868-157 nicht durchgeführt werden kann? Ich möchte Ihnen empfehlen, sich auch hier mit Ihrem Sachverständigen abzustimmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.08.2018 - 13:17 Uhr:
Frage:3131 BETREFF: weiße Flecken Schulter Röntgenbild
Hallo, gestern wurde wegen ganz leichter Schulterschmerzen ein Röntgenbild gemacht. Auf dem Röntgenbild sind weiße Flecken oben rechts im rundlichen Knochen (denke Mal, dass das das Ende des Oberarms ist) zu sehen. Auf dem Originalbild beim Arzt auf dem Bildschirm waren sie viel deutlicher zu sehen als auf dem Ausdruck. Der Orthopäde konnte sich die Flecken nicht erklären, meinte so ganz nebenbei, dass er nicht vermutet, dass es Krebs ist, er aber doch ein MRT machen lassen möchte. Nun läßt mich der Gedanke an ´Knochenkrebs´ nicht mehr los. Ich kann nicht mehr Schlafen, nicht mehr Essen und könnte den ganzen Tag heulen. Den MRT-Termin habe ich erst nächste Woche. Ich habe so eine riesige Angst. Können Sie mir sagen, ob die Angst berechtigt ist oder was diese hellen Flecken noch sein können? Auf der 2. Ansicht des Schultergelenks ist davon nichts zu sehen. Jedenfalls hat der Orthopäde nichts gesehen. Vielen Dank!!!
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1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nina K., wir können gut verstehen, dass Sie nach Ihrer Röntgenuntersuchung und des daraus resultierenden für Sie unklaren Befundes stark verunsichert und nervlich belastet sind. Leider können wir an dieser unerfreulichen Situation wirklich nichts ändern, da, wie Sie ja vielleicht auch wissen, rechtlich fragwürdige Ferndiagnosen nicht möglich und medizinisch nicht seriös sind. Es ist leicht gesagt, aber wirklich unser bester Rat an Sie, dass Sie die MRT-Untersuchung und den entsprechenden Befund seitens eines Radiologen abwarten sollten. Wir wissen aus Erfahrung, dass - heutzutage zwar selten, aber durchaus möglich - technische Fehler bei Röntgenaufnahmen vorkommen können, die selbst bei der Befundung nicht als solche erkannt werden. Dies könnte auch bei Ihrer Untersuchung nicht ausgeschlossen sein. Das ist aber nur eine Möglichkeit und somit eine leider nicht belastbare vage Vermutung von uns. Wir wünschen Ihnen eine entspannende Nachricht. Viele Grüße K. Ewen



  Frage gestellt am 19.08.2018 - 15:29 Uhr:
Frage:3130 BETREFF: Brand bei Röntgenautomaten
Hallo ich bin momentan am recherchieren für einen Unterricht bei einer Freiwilligen Feuerwehr was für Auswirkungen ein Brand bei einem Röntgenapparat haben kann. Z.B. ob Strahlungen frei werden, was für Löschmittel geeignet ist, was für Mindestabstände man einhalten sollte MfG Christoph Lober


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lober, eine Röntgenröhre kann nur unter ganz bestimmten technischen Voraussetzungen Röntgenstrahlung aussenden. Diese Voraussetzungen sind sicherlich dann nicht mehr gegeben, wenn ein Röntgengerät einem Brand ausgesetzt ist. Denn falls auch nur eins dieser technischen Systeme, aus denen eine Röntgeneinrichtung besteht (z.B. Röntgenröhre, Hochspannungsgenerator, elektrische Kabel, Kühlaggregat, elektrisches und elektronisches Zubehör) durch Brandeinwirkung beschädigt ist, wird man keine Röntgenstrahlung mehr einschalten können. Also ist eine durch Brand selbstständig verursachte Erzeugung von Röntgenstrahlung aus unserer Sicht nicht vorstellbar. Deshalb spielt aus Strahlenschutzgründen auch das Einhalten von Mindestabständen keine Rolle. Oft enthalten die Hochspannungserzeuger (Trafos) von älteren Röntgenanlagen z.B. zu Isolations- und Kühlzwecken Öl („Transformatoröl“), was unter Umständen eine hohe Brandlast bedeuten kann. Wir hier im Forum RöV sind Strahlenschutz-, aber keine Brandschutzexperten. Insofern müssen Fragen zu Löschmitteln anderenorts beantwortet werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 17.08.2018 - 13:06 Uhr:
Frage:3129 BETREFF: Röntgen isolierter Patienten außerhalb Röntgenräume
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mich würde Ihre Meinung zu nachstehender Frage sehr interessieren. Immer öfter werden Röntgenaufnahmen auf Station - also außerhalb von Röntgenräumen angefordert, weil Patienten isoliert sind. Deshalb die Frage: Gehören die ausschließlich infolge von Hygieneverordnungen isolierten Patienten in einem Krankenhaus, gemäß den Erfordernissen des § 59 StrschV (neu) – zu den zwingenden Ausnahmefällen, in denen der Zustand der zu untersuchenden Person den Betrieb außerhalb eines Röntgenraums erfordert? Oder mit anderen Worten: Sind ausschließlich auf Grund von Hygieneverorndnungen isolierte Patienten immer zwingende Ausnahmen, die Röntgenanwendungen außerhalb von Röntgenräumen erfordern? Schon mal ganz herzlichen Dank und viele Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Szeifert, Ihre Frage betrifft die in der Novellierungsphase befindlichen, aber bis 31.12.2018 noch getrennt geltenden Versionen der Röntgenverordnung (RöV) und Strahlenschutzverordnung (StrlSchV). Danach, also ab 1.1.2019, wird es diese beiden Verordnungen nur noch in integrierter Form und etwas irreführend ebenfalls als „Strahlenschutzverordnung“ bezeichnet geben. Es existieren schon mehrere Bearbeitungsfassungen dieser „neuen“ Strahlenschutzverordnungen und wir im Forum RöV sind nicht glücklich, jetzt schon zu Entwürfen, ggf. mit unterschiedlichem Bearbeitungsstand, Stellung zu beziehen, obwohl das Verfahren noch gar nicht abgeschlossen ist. Diese Problematik zeigt sich schon an der Thematik Ihrer Fragestellung. Offensichtlich geht es dabei um den Begriff „Röntgenräume“ (siehe § 20 RöV „jetzt“) - in den verschiedenen Novellierungsfassungen der StrlSchV „neu“ mit jeweils geänderten Texten unter § 47, § 59 oder § 60 zu finden. Nehmen wir den § 60: Wenn wir das Ziel Ihrer Frage richtig verstehen, müsste es um Abs. 4 Nr. 4 gehen. Klar ist (schon in der RöV „jetzt“), dass Röntgenuntersuchungen auch außerhalb von Röntgenräumen gestattet sind, wenn der Zustand des Patienten einen Transport in die Röntgenabteilung nicht zulässt. Und wir meinen, das gilt auch für zwar transportfähige, aber infektiöse Patienten, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Allerdings sind wir der Auffassung, dass es sich in diesen Fällen immer um Einzelfallentscheidungen handelt und eine Entscheidung dieser Art nicht von dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt sondern von dem behandelnden Arzt getroffen werden muss. Nach unserer Auffassung ist das Anliegen des Abs. 4 Nr. 4 eindeutig und lässt durchaus auch einigen Interpretationsspielraum zu. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.08.2018 - 13:54 Uhr:
Frage:3128 BETREFF: Peripheriegeräte Änderung meldepflichtig
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist Peripheriegeräte Änderung meldepflichtig? Es wird nichts an der Röntgenkammer bzw. Röntgenstrahlung verändert. Die Vollautomatische Anlage besteht aus 3 Stationen, Zu- und Ablaufbändern und in der Mitte die Röntgenkammer (wie Vollschutz-Röntgenanlage gebaut, aber nicht so gemeldet) Vielen Dank vorab für Ihre Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen A.B.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Boldt, wir hoffen, dass wir Ihre Frage richtig verstanden haben, indem wir davon ausgehen, dass Änderungen an den sog. Peripheriesystemen (Zu- und Ablaufbänder zum Materialtransport) gemeint sind, nicht aber an der Röntgeneinrichtung („Röntgenkammer“) selbst. Wenn das von Ihrer Seite so gesehen wird, dann wären nach unserer Auffassung die Bestimmungen der Röntgenverordnung gar nicht tangiert und die zuständige Behörde müsste über diese Änderung nicht informiert werden. Sicherlich ist die Inbetriebnahme Ihrer Anlage von einem Sachverständigen überprüft und der zuständigen Behörde angezeigt bzw. von ihr genehmigt worden. Da es sich bei dieser Anlage nicht um eine häufig anzutreffende Routineeinrichtung handelt, wäre es sinnvoll, in diesem Fall die Meinung der zuständigen Aufsichtsbehörde und/oder des für Sie tätig gewordenen Sachverständigen zu hinterfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.08.2018 - 09:59 Uhr:
Frage:3127 BETREFF: MFA mit Röntgenschein
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich darf Bezug nehmen auf Ihre Antwort zur Frage 3073. Darf eine MFA mit Röntgenschein zu Nachtzeiten in Krankenhäusern Röntgenaufnahmen erstellen, wenn der vor Ort anwesende Arzt über die Notfallfachkunde im Strahlenschutz verfügt und innerhalb von einigen Minuten bei Rückfragen am Röntgenarbeitsplatz anwesend sein kann? Oder braucht es dazu eine Organfachkunde? Vielen Dank für Ihre Antwort. G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, die MFA mit bescheinigten Kenntnissen im Strahlenschutz darf z.B. im Nachtdienst eines Krankenhauses die Röntgenuntersuchung technisch durchführen, wenn ein Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz die rechtfertigende Indikation hierzu gestellt hat. Wenn es sich um Notfälle handelt, dann ist hierzu mindestens die Notfallfachkunde für den Arzt erforderlich, und zwar völlig unabhängig, ob es sich um den normalen Tagesdienst oder um den Nacht- oder Wochenenddienst handelt. Hieraus erkennen Sie, dass das Problem nicht bei der MFA liegt sondern bei den Ärzten. Denn diese müssen entscheiden, ob es ein medizinischer Notfall ist und eine dementsprechende rechtfertigende Indikation gestellt wird (dann reicht für konventionelle Untersuchungen die Notfallfachkunde). Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, dann ist sicherlich eine weiterführende Fachkunde im Strahlenschutz des Arztes erforderlich. Die MFA darf darauf vertrauen, dass über die Strahlenschutzorganisation im Haus alles korrekt geregelt und auch die Wahrnehmung der ständigen Aufsicht und Verantwortung durch einen entsprechend fachkundigen Arzt (im von Ihnen beschriebenen Fall mit der Notfallfachkunde) geregelt ist. Hierzu bleibt es bezüglich der „Zeiten“ bei unseren Ausführungen zur Frage 3073. Die MFA hat weder die Möglichkeit, noch ist es ihre Aufgabe, die Strahlenschutzorganisation zu prüfen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 01.08.2018 - 09:43 Uhr:
Frage:3126 BETREFF: ERCP mit mobilen Rö-Geräten
Hallo, stimmt es , dass es eine Änderung bezüglich der Anwendung mobiler Rö-Anlagen bei ERCP Untersuchungen geben wird, nach welcher mobile Geräte nicht mehr zulässig sein werden?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwarz, wir befinden uns in einem Zeitraum zwischen altem und neuem Strahlenschutzrecht, und dementsprechend in einer unsicheren Phase, was eine Reihe von Richtlinien betrifft. Was Ihre Fragestellung angeht, so ist die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) betroffen, an deren Novellierung schon seit langem gearbeitet wird. Der neuste Bearbeitungsstand ist vom 30.05.2018, der kurzfristig in das Forum eingestellt werden wird. Dort sind die Anforderungen in der Anlage I Tabelle 5a festgelegt. Damit können auch zukünftig Interventionen mit C-Bogengeräten durchgeführt werden, es gibt hierfür aber spezielle Anforderungen. Wie kann man vorgehen? 1)www.forum-roev.de führt zur Startseite des Forums. 2) dort „7. Richtlinien / BMU Schreiben“ anklicken. 3) Unter 10.04.2017 findet man dort den Entwurf der SV-RL vom 26.01.2017. 4) In diesem RL-Entwurf „Anlage I (technische Mindestanforderungen…)“ aufsuchen, darin die Tab. E.5a und darin wiederum die Spalte 3 („Gastrointestinaltrakt“). 5) Würde man diesen Weg auch für den RL-Entwurf von 2018 nachvollziehen (was aus o.g. Gründen noch nicht möglich ist – aber bald, wie versichert wurde), dann wird erkennbar, dass die Überschrift der Spalte 3 durch „ERCP“ ergänzt worden ist. Erfüllt eine Röntgeneinrichtung (auch ein mobiles C-Bogengerät) die Anforderungen der Spalte 2, gekennzeichnet durch ein „x“ in Spalte 3, dann könnten mit dieser Einrichtung ERCPs durchgeführt werden. Bestandsschutz gilt aber nur bis zur nächsten Sachverständigenprüfung nach § 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 31.07.2018 - 15:35 Uhr:
Frage:3125 BETREFF: Schwächungsfaktoren
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Thema Schwächungsfaktoren von Bleiglasbrillen. In der Literatur findet man hierzu unterschiedliche Angaben. Hier werden Schwächungsfaktoren zwischen 2 und 11 genannt. Verstehe ich es richtig, dass man den Schwächungsfaktor aus der DIN EN 61331-1 mit Hilfe des Bleigleichwertes und der Röhrenspannung ermittelt? Wie würde sich zum Beispiel (bei einer Röhrenspannung von 90 kV)die Organ-Äquivalentdosis der Augenlinse (von 100 µSv) bei Verwendung einer Schutzbrille mit dem Bleigleichwert von Pb 0,5 mm reduzieren? Mit freundlichen Grüßen, C. Behr.Meenen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Behr-Meenen, man findet in der Literatur (z.B. im Internet) unterschiedliche Definitionen zu den Schwächungseigenschaften beispielsweise auch von Bleiglasbrillen. Das beginnt schon mit der Wahl der physikalischen Größe, wie z.B. Schwächungsfaktor, Schwächungsgrad, Reduktionsfaktor. Meistens nutzt man, wie Sie es getan haben und es auch in der DIN 6812 („baulicher Strahlenschutz für medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV“) geschehen ist, den Schwächungsfaktor (siehe Abschnitt 3.6 in DIN 6812). Es gibt aber eine Reihe weiterer Parameter zur Beschreibung der Wirksamkeit von radiologisch genutzten Schutzbrillen. Es ist also bei „schnellen“ Vergleichen der verschiedenen Produkte untereinander schon etwas Aufmerksamkeit geboten: 1) Äußere Form: Brillen, Visiere (Visiere: geringerer Bleigleichwert, aber größere Schutzfläche gegen „sekundäre“ Streustrahlung, bei Brillen: höherer Bleigleichwert, aber kleinere Schutzfläche). 2) Schutzflächen von Brillen: nur Frontschutz (0,5 oder 0, 75 mm Pb) oder zusätzlich mit Seitenschutz (0,5 mm Pb). Brillen mit Seitenschutz sind unbedingt zu empfehlen, so dass dann ein Frontschutz von 0,5 mm Pb ausreichen würde. 3) Abhängigkeit des Schwächungsfaktors von der Röhrenspannung beachten: Geringere Röhrenspannung – höherer Schwächungsfaktor (siehe Tab. A.4 in DIN 6812). Was Ihre Frage zur Berechnung der Linsendosis für ein konkretes Beispiel betrifft (90 kV, 100 µSv, Pb-Gleichwert: 0,5 mm, Seitenschutz ja oder nein), so kann man wegen des jeweils nur ungenau anzugebenden Einflusses der einzelnen Parameter auf die Dosis nur ein grobes Ergebnis angeben (schätzungsweise um 10 µSv). Aber die Kenntnis nur einer Größenordnung der Dosis ist im Strahlenschutz oft schon eine wichtige Information. Wie gesagt, ein Blick ins Internet liefert einiges zu diesem Thema. Aber darin haben Sie sich bestimmt auch umgeschaut. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.07.2018 - 10:37 Uhr:
Frage:3124 BETREFF: Ärzliche Stelle Mammo
Sehr geehrte Damen und Herren Im Rahnmen der Mammographieprüfung durch die ärztliche Stelle der KVWL wurden uns forlgende Auflagen gemacht: 1. Dei tägliche Monitorkonsteanzprüfung soll seit neuestem nach der DIN...157 anstatt nach DIN ...57 durchgeführt werden. Die Monitore sind aber seit 2006 in Betrieb nd nach meinen Informationen besteht für soche Monitore ein Besandschutz dahingehend, dass sei weiter nach der DIN ...57 zu prüfen sind. 2. Dei ärztliche Stelle verlangt von uns sowohl dass die AGD bei den vorgelegten Mammographieen als auch bei der monatlichen Konstanzprüfung mit angegeben werden. Die Werte zur Berechnung bei den Patientenaufnahmen liegen ja aufgrund der eingreichten Parameter vor. Warum noch der Aufwand? Kann die Stelle das fordern oder zum Grund für eine Verkürzung der Weidervorlage nehmen? Für den Fall der AGD bei der monatlichen Konstnazprüfung liegt uns keine Ausführungsbestimmung vor. Die zuständige MTA kan uns nicht mitteilen von welcher Aufnahme aus der monatl. Konstanz die AGD anzugeben ist. Auch hierfür liegt unserern Kenntnisn nach keine Ausführungsbestimmung vor. Wie ist für uns in einem sochen Fall vorzugehen? Der endgültige Bescheid der ärztlichenb Stelle liegt noch nicht vor. mit freundlichem Gruß Dr. Krauß


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Kraus, Ihre Fragen zur digitalen Mammographie bringen das Team des Forum RöV ein wenig ins „Schwitzen“, was aber bei den aktuellen Temperaturen nicht wirklich verwunderlich ist. Insbesondere liegt es aber daran, dass es nicht Aufgabe und Intention des Forum RöV ist, bei eventuellen Meinungsunterschieden zwischen Betreiber einerseits und ärztlicher Stelle bzw. Behörde andererseits als Mittler oder sogar als Parteienvertreter aufzutreten (siehe hierzu unseren Hinweis auf ein Gespräch mit dem Leiter der ärztlichen Stelle). Außerdem ist zu bedenken, dass die Beantwortung der Fragen die Einschaltung externer Experten und den Abgleich von Normen und Richtlinien erfordert und daher eine vollständige Beantwortung bzw. Empfehlung einen gewissen, möglicherweise nicht unerheblichen Zeitaufwand erfordern würde. Grundsätzlich gilt, dass nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 RöV die Durchführung der Qualitätssicherung seitens des Betreibers (Strahlenschutzverantwortlichen) erfolgen und von einer seitens der zuständigen Behörde bestimmten ärztlichen Stelle kontrolliert werden muss. Da Sie im Zusammenhang mit Ihrer Anfrage die ärztliche Stelle der KVWL erwähnt haben, sind wir unsicher, ob es sich hier um eine „Kontrollinstanz“ der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) handeln könnte und damit nicht um die ärztliche Stelle nach RöV. Sollte wirklich die Kontrollinstanz der KVWL gemeint sein, bleibt uns nur der Ratschlag, dass Sie mit der KVWL Kontakt aufnehmen, da uns das interne Qualitätssicherungsregelwerk der KV nicht bekannt ist. Sollte es sich tatsächlich um die ärztliche Stelle nach RöV handeln, so sollten Sie zunächst einmal ein Gespräch mit dem Leiter dieser Stelle suchen. Aus Erfahrung gehen wir davon aus, dass Ihnen dann von kompetenter Seite dargestellt wird, warum bestimmte Unterlagen/Daten für die Aufgabenerledigung der ärztlichen Stelle notwendig sind oder ob hier nur ein zu beseitigendes Missverständnis vorliegen kann. Dabei gilt zur Frage 1 im Grundsatz, dass bei der Konstanzprüfung des Bildwiedergabesystems (BWS) der Stand der Technik nachgewiesen werden muss. Dieser wird in der Norm DIN 6868-157 beschrieben und ist somit auch Grundlage für die Arbeit der ärztlichen Stellen und für behördliche Entscheidungen. Regelmäßige Abweichungen hiervon, z.B. für ältere BWS, müssten eine Grundlage, z.B. durch eine Übergangsregelung in der Norm selbst, in einer Richtlinie oder durch eine behördliche Entscheidung, haben. Ob es eine solche Übergangsregelung für BWS gibt, die vor 2015 in Betrieb genommen wurden, wird von einem Experten mit folgendem Ergebnis beschrieben: „Für die Monitorprüfung gibt es keine Regelungen zur Umstellung auf die neue Norm. Die DIN 6868-162 bezieht sich natürlich immer auf die neu zu beachtenden Normen. Für eine neu in Betrieb genommene Mammographie-Einrichtung sind die DIN 6868-162 für AP, die DIN 6868-14 für KP und, sofern auch neue BWS verwendet werden, auch die DIN 6868-157 anzuwenden. Ist aber das BWS älter (Inbetriebnahme vor Inkrafttreten der DIN 6868-157), dann wird die KP nach Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom Anwender durchgeführt, die AP nach DIN 6868-57 ist weiterhin gültig“. Zur Frage 2: Die Richtlinie zur Qualitätssicherung durch die ärztlichen und zahnärztlichen Stellen nach RöV legt fest, welche Unterlagen/Aufzeichnungen diese Stellen anfordern können bzw. müssen. Dazu gehören neben den Angaben zu den Patientenaufnahmen (Nr. 5.1.1 der vg. Richtlinie) auch die entsprechenden Werte aus den Konstanzprüfungen (ebenfalls Nr. 5.1.1 der vg. Richtlinie). Während Messungen der Einfalldosis monatlich erforderlich sind (Nr. 16 der Tabelle B.3 der Qualitätssicherungsrichtlinie), sind wir im Moment der Auffassung, dass die spezielle Prüfung der mittleren Parenchymdosis außerhalb des Mammographie-Screenings nur alle zwei Jahre erforderlich ist (siehe Hinweis/Fußnote zur Tabelle B3 der Qualitätssicherungsrichtlinie). Auch hierzu haben wir eine Expertenmeinung: „Nach der QS-RL wird in Abschnitt 4.2 eine ergänzende AP für alle Mammographiegeräte bis zum 30. Juni 2018 gefordert. Sinnvollerweise führt man diese ergänzende Prüfung im Rahmen der jährlichen Konstanzprüfung durch. Denn die jährliche KP entspricht vom Umfang her einer AP. In diesem Zuge können dann auch die Bezugswerte für die tägliche, monatliche und jährliche KP nach DIN 6868-14 festgelegt werden. Anmerkungen: 1) Die DIN 6868-14 (Konstanzprüfung nach RöV an Röntgeneinrichtungen für digitale Mammographie von Juni 2015) ist leider in der QS-RL nicht aufgelistet. 2) Die AGD wird im Screening in jährlichem Abstand, im kurativen Betrieb in 2jährigem Abstand gemessen (Fußnote zur Tab. B.3 der QS-RL).“ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.07.2018 - 18:19 Uhr:
Frage:3123 BETREFF: Röntgenstrahlung als Mitarbeiterin im HKL
Guten Abend, ich arbeite seit kurzem im Herzkatheterlabor. Viele meiner Kollegen meinen, das die wir als Mitarbeiter im Untersuchungsraum in dem wir auch der Röntgenstrahlung mit ausgesetzt sind kaum Strahlung abbekommen, da wir die Röntgenschürzen tragen. Jedoch ist mein Kinderwunsch noch nicht abgeschlossen und ich habe bedenken, das ich zuviel Röntgenstrahlung, trotz den Vorkehrungen abbekomm.(In Notfällen oder brenzlichen Situationen kam es auch vor das ich sehr Nah am Patienten war als Geröngt wurde) Nun meine Frage sind meine Bedenken begründet? Es gibt ja schließlich so viele Auflagen und Kontrollen. Ich bitte um eine baldige Antwort und wünsche einen schönen Abend Grüße M.


1. Antwort: Hallo Monika, Sie müssen sich bezüglich beruflicher Strahlenexposition im Herzkatheterlabor einerseits und bestehendem Kinderwunsch andererseits keine Sorgen machen, denn die in der Röntgendiagnostik übliche Standard-Schutzschürze mit einer Abschirmwirkung, die mindestens 0,35 mm Blei entspricht, reduziert die hauptsächlich vom Patienten ausgehende, durch Streustrahlung bedingte Dosis beispielsweise im Uterusbereich auf wenige Prozent. Sie werden ja als „beruflich strahlenexponierte Person“ sicherlich ein Personendosimeter (unter der Schürze) tragen, und ich bin sicher, dass dieses bis auf eine vernachlässigbare sog. Untergrunddosis keine bedenklichen Werte angezeigt hat bzw. anzeigen wird. Wenn Sie es wünschen: Lassen Sie sich die auf Ihrem Personendosimeter angezeigten Dosiswerte von dem für Sie zuständigen Strahlenschutzbeauftragten mitteilen (siehe den letzten Satz in § 35 Abs. 9 Röntgenverordnung). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.07.2018 - 14:36 Uhr:
Frage:3122 BETREFF: MFA mit Röntgenschein
Sehr geehrter Prof. Ewen, darf ich MFA mit Röntgenschein im Bereitschaftsdienst der Röntgenabteilung(Röntgen, CT)einsetzen. Unsere Radiologen sind ständig vor Ort. Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Richter, ja, das dürfen Sie als MFA, und zwar unter folgenden Voraussetzungen (siehe § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV): 1) Sie müssen die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz erworben und regelmäßig aktualisiert haben. 2) Die Radiologen, von denen ich unterstelle, dass sie die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz (auch für CT) besitzen und jeweils aktualisiert haben, müssen die sog. ständige Aufsicht und Verantwortung für Ihre Tätigkeit übernehmen. Diese Forderung ist ja offensichtlich auch erfüllt, denn Sie schreiben, dass sie ständig vor Ort sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.07.2018 - 10:05 Uhr:
Frage:3121 BETREFF: MPE Pflicht
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ab dem 01.01.2019 ist der Einsatz eines Med. Physikexperten am CT Pflicht. Besteht diese Pflicht nur bei Anschaffung neuer Geräte oder besteht die Pflicht auch bei bereits vorhandenem CT? Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung! Mit freundlichen Grüßen Chr. v. d. Linde


1. Antwort: Sehr geehrte Frau van der Linde, die Pflicht, einen MPE einzusetzen, gilt bei Inbetriebnahme eines Computertomographen im Rahmen eines Genehmigungs- oder Anzeigeverfahrens ab dem 01.01.2019 unmittelbar. Für einen vor dem 01.01.2019 im Rahmen eines Genehmigungs- oder Anzeigeverfahrens in Betrieb genommenen oder noch gehenden Computertomographen muss diese Forderung bis zum 31.12.2022 der zuständigen Behörde nachgewiesen werden. Sie finden diese „Übergangsregelungen“ für Genehmigungsverfahren im § 198 Abs. 1 Nr. 2 StrlSchG und in analoger Fassung für Anzeigeverfahren im § 200 Abs. 1 StrlSchG. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.07.2018 - 16:14 Uhr:
Frage:3120 BETREFF: Kategorisierung strahlenexponierter Personen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in unserem Haus stellt sich die Frage, wie Ambulanzpersonal (ArzthelferInnen) bzgl. Strahlenexposition zu kategorisieren sind. In Ihrem Artikel DMW 2003; 128:326-329 schreiben Kollege Jansing und Sie in Tabelle 5 ´Anfertigung von Röntgenaufnahmen mit gelegentlichem Aufenthalt im Röntgenraum Personendosimetrie ja und arbeitsmedizinische Untersuchungspflicht nein > also Kat. B. Bei uns werden im Rahmen der unfallchirurgischen Notfallversorgung Patienten selten nach Repositionen (Schulter, Hüfte oder Radiusfrakturen) in der Ambulanz mit einem C Bogen durchleuchtet. Dabei muss das Assistenzpersonal entsprechend geschützt im Kontrollbereich verbleiben. Der Großteil der Röntgenaufnahmen wird in der Röntgenabteilung durch eigenes Personal erstellt, welches unbestritten der Kategorie A zuzuordnen ist. Ich persönlich bin der Meinung, dass das chirurgische Ambulanzpersonal der Kategorie B zuzuordnen ist. In diesem Zusammenhang stellen sich für uns 3 Fragen: 1.) Was verstehen Sie unter gelegentlich bzw. Notfallversorgung? 2.) Ist die gelegentliche Erstellung einer Röntgenaufnahme vergleichbar mit der Durchleuchtung am C Bogen? 3.) Wie würden Sie die Kategorisierung hier vornehmen? Vielen Dank im Voraus Dr. Michael Pennartz Betriebsarzt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Pennartz, es ist nicht immer einfach, bei beruflich strahlenexponierten Personen zwischen Kategorie A und B zu unterscheiden, weil diese Einteilung sehr stark, wenn nicht sogar entscheidend, von der Durchleuchtungszeit abhängig ist. Eine berufliche Strahlenexposition ist grundsätzlich dann gegeben, wenn sich das betreffende Personal im Röntgenraum aufhalten muss und die Röntgenstrahlung eingeschaltet ist („Kontrollbereich“). Daraus kann man zunächst schon einmal schließen, dass es bei Herstellung von Röntgenaufnahmen in der Regel keine berufliche Strahlenexposition gibt, da sich das dazu erforderliche Personal (meistens das Assistenzpersonal) während der Einschaltung der Strahlung nicht im Röntgenraum aufhalten muss. Ausnahmen können bei sog. gehaltenen Röntgenaufnahmen vorkommen (z.B. Kinder, behinderte Patienten, Unfallopfer). Aber es liegen dann keine beruflich strahlenexponierten Expositionen der Kategorie A vor. Expositionen der Kategorie A sind nur bei Durchleuchtungen z.B. mit einem C-Bogengerät möglich, im Rahmen derer das Personal im Röntgenraum sein muss. Es ist schwierig und manchmal auch gar nicht möglich, streng im Sinne des § 31 Röntgenverordnung eine Kategorisierung in A oder B vorzunehmen, vor allen Dingen dann, wenn in zeitlich sehr unterschiedlichem Maße durchleuchtet wird. Fazit zu Ihren 3 Fragen: 1) Gelegentliche Durchleuchtungen und diese bei Notfallversorgungen (kurze Durchleuchtungszeiten) lassen sich nicht exakt über zahlenmäßige Angaben von Dosis oder Durchleuchtungszeit zur Einteilung in die Kategorien A oder B festlegen. Wir im Forum RöV neigen hier deutlich zur Einteilung in die Kategorie B. 2) Der in diesem Fall entscheidende Unterschied zwischen Röntgenaufnahme und Durchleuchtung ist die Tatsache, dass sich – von Ausnahmen abgesehen – das Personal bei Röntgenaufnahmen nicht im Röntgenraum (Kontrollbereich) aufhalten muss und somit nicht beruflich strahlenexponiert ist (Grenzwert nach DIN 6812 im entsprechend abgeschirmten sog. Schaltraum z.B. für die effektive Dosis: 1 mSv/a). Bei Durchleuchtungen ist das anders (siehe oben). 3) Empfehlung zur Kategorisierung: Wenn das Personal bei einer Röntgenaufnahme nicht im Röntgenraum sein muss, ist weder die Kategorie A noch die Kategorie B zutreffend. Für die oben beschriebene, in relativ geringfügig betriebenem Maßstab durchgeführte Durchleuchtung wäre die Kategorie B angebracht. Sie machen natürlich keinen Fehler, wenn man „sicherheitshalber“ diesen Personenkreis in die Kategorie A einteilen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.07.2018 - 18:25 Uhr:
Frage:3119 BETREFF: Doppeldokumentation der DL-Parameter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, moderne C-Bogen Geräte geben einen detaillierten Strahlendosisbericht nach Beendigung der Untersuchung aus. Wenn dieser im PACS zu den Bildern der Untersuchung abgespeichert wird, besteht die Pflicht diese Parameter z.B. noch im RIS oder in einem ´Röntgenbuch´ zu dokumentieren? Ist also eine sog. Doppeldokumentation notwendig? Mit freundl. Grüßen M.Winkel


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Winkel, die RöV verpflichtet die Strahlenschutzverantwortlichen in § 28 (und in der konkretisierenden Aufzeichnungsrichtline nach § 28 RöV), bestimmte Daten aufzuzeichnen (Absatz 1) und diese Aufzeichnungen über einen bestimmten Zeitraum aufzubewahren (Absatz 3). In Absatz 4 des § 28 wird explizit zugelassen, dass Aufzeichnungen unter gewissen Randbedingungen auf Bild- oder Datenträgern aufbewahrt werden können. Dabei ist davon auszugehen, dass die Aufbewahrung in Aufzeichnungssystem (z.B. PACS) ausreichend ist. Auch analoge Daten wurden bzw. werden nicht „gedoppelt“ aufgezeichnet. Allerdings ist es bei der digitalen Aufbewahrung sinnvoll, vielleicht sogar notwendig, dass regelmäßige Datensicherungen vorgenommen werden. Damit kann man einem möglichen Datenverlust bei eventuell auftretenden Fehlern/Ausfällen an den digitalen Aufzeichnungsmedien vorbeugen. Diese Notwendigkeit beschränkt sich unserer Meinung nach aber nicht nur auf die Aufbewahrung von Daten nach der RöV, sondern das gilt inzwischen generell in allen Geschäftsbereichen, die mit digitalen Daten umgehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.07.2018 - 16:36 Uhr:
Frage:3118 BETREFF: Dosimeter für einmalige Hospitation?
Guten Tag, ich bin leitende MTRA in einem Krankenhaus. Regelmäßig bekomme ich die Anfrage Krankenpflegeschüler in unserer Abteilung einmalig 2-3h ´mitlaufen´ zu lassen. Die Schüler sollen Rahmen einer Projektarbeit die Tätigkeiten und Aufgaben der Röntgenabteilung darstellen. Dabei schauen lediglich zu und halten sich ausschliesslich ausserhalb des Kontrollbereichs auf. In wie weit müssen den Schülern hierfür Plaketten/Dosimeter ausgestellt werden? Ist das überhaupt notwendig oder gibt es eine Alternative? Vielen Dank für Ihre Hilfe. MFG Mira Richter


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Richter, nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV muss an Personen, die keine Patienten sind und sich aus ´anderen´ Gründen im Kontrollbereich aufhalten, die Körperdosis ermittelt werden, was nach § 35 Abs. 4 Satz 1 durch Messung der Personendosis zu geschehen hat. Die besagten Krankenpflegerinnen halten sich nach Ihrer Auskunft nicht im Kontrollbereich auf, so dass diesbezüglich eine Ermittlung der Körperdosis nicht erforderlich ist. Allerdings könnte die zuständige Behörde nach § 35 Abs. 8 Nr. 4 RöV grundsätzlich anordnen, dass bei Personen, die sich im Überwachungsbereich aufhalten, die Körperdosis zu ermitteln ist. Wir schlagen deshalb sicherheitshalber vor, in dieser Hinsicht bei der örtlich zuständigen Behörde nachzufragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.07.2018 - 11:00 Uhr:
Frage:3117 BETREFF: Personendosimeter
Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Ewen. Ein Belegarzt, der in seiner Praxis ein Röntgengerät betreibt, operiert auch bei uns im Klinikum und benutzt das klinikeigene Röntgengerät. Ist der Klinikbetreiber verpflichtet den Belegarzt mit einem Personendosimeter auszustatten, oder ist es in Ordnung, wenn er sein eigenes Personendosimeter zum operieren in die Klinik mitbringt? Wer ist für die Unterweisung nach RöV verantwortlich und wer überprüft den Nachweis der Fachkunde? Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus. Mit freundliche Gruß


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Nowotny, Ihre Frage ist strahlenschutzrechtlich nicht ganz einfach und daher nur mit „ja“ oder „nein“ nicht zu beantworten. Dies liegt daran, dass die Beantwortung davon abhängt, in welcher Konstellation der Belegarzt die Röntgeneinrichtung nutzt. Sofern er eigenverantwortlich tätig wird, d.h. er untersucht seine Patienten ohne unter der „Aufsicht“ des Klinikums zu stehen, er stellt die rechtfertigende Indikation, veranlasst die technische Durchführung und befundet anschließend eigenverantwortlich, dann wird er unserer Meinung nach temporärer Strahlenschutzverantwortlicher („Mitbetreiber“) der Röntgeneinrichtung, muss dies bei der zuständigen Behörde anzeigen und die Pflichten der RöV (u.a. Personendosimeter, Unterweisung, Dokumentation) selbst erfüllen. Wird er dagegen unter der strahlenschutzrechtlichen „Aufsicht“ des Klinikums tätig, d.h. es gibt einen Strahlenschutzbeauftragten des Klinikums, der auch gegenüber dem Belegarzt voll umfänglich weisungsbefugt ist, dann muss das Klinikum als alleinige Strahlenschutzverantwortliche („Betreiber“) diese Pflichten erfüllen. Allein die Frage, ob dies eine Tätigkeit nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV ist, die einen (sogenannten) Strahlenpass nach § 35 Abs. 2/3 RöV erfordert, müsste dann mit der zuständigen Behörde geklärt werden. Diese zweite Möglichkeit scheint dem Team des Forum RöV aber eher unwahrscheinlich, da das Klinikum dann auch für die gesamten Aufzeichnungen nach § 28 RöV einschließlich der Dokumentation und Aufbewahrung zuständig wäre. Zusammengefasst bedeutet dies, dass der Belegarzt für die Zeit, in der er die Röntgeneinrichtung nutzt, alle Anforderungen (Fachkunde, Beaufsichtigung des Personals, rechtfertigende Indikation, Dosimetrie, Unterweisungen, Aufzeichnungen) verantwortlich ist. Lediglich für rein technische Anforderungen (Sachverständigenprüfung, technische Qualitätssicherung, Wartung) können Vereinbarungen getroffen werden. Ein „klärendes“ Gespräch zwischen Klinikum und Belegarzt, ggf. auf der Basis unserer Antwort hier im Forum RöV, könnte durchaus sinnvoll sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.07.2018 - 15:21 Uhr:
Frage:3116 BETREFF: Frage:3115 BETREFF: Augenlinsenschutz - Visier oder Brille
Hallo, in Fortschr. Röntgenstr 2013; 185(5): 474-481 ist die Arbeit einer Arbeitsgruppe aus Nürnberg beschrieben, die verschiedene Visiere und Schutzbrillen mit einem Kopfphantom bei unterschiedlichen Angulationen an einer DSA Anlage verglichen haben. In dieser Arbeit ist die Gruppe als Resultat ihrer Messungen zu dem Schluss gekommen, das Visiere trotz geringerem Bleigleichwert den gleichen oder sogar besseren Schutz bieten als Brillen. Begründet wird das mit vom Kopf (Phantom) ausgehenden Streustrahlung, die bei den Visieren aufgrund der größeren Fläche deutlich kleiner ist. Diese interessante Arbeit ist auch im Internet zu finden. Mit freundlichen Grüßen, B.Hering


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hering, in einem Forum, so auch hier im Forum RöV, können die Informationen durchaus hin- und zurückfließen. Dadurch werden sowohl wir im Forum als auch die Forumnutzer schlauer gemacht. Vielen Dank für diesen Beitrag und bleiben Sie dem Forum RöV weiterhin treu. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.07.2018 - 15:07 Uhr:
Frage:3115 BETREFF: Augenlinsenschutz - Visier oder Brille
Sehr geehrter Herr Ewen, ich habe eine Frage zum Augenschutz im Röntgen. Auf dem Markt sind Strahlenschutzvisiere mit in der Regel 0,10 mm Bleigleichwert und Brillen mit typischerweise 0,5 mm oder 0,75 mm Bleigleichwert erhältlich. Warum haben die Visiere einen geringeren Bleigleicheert? Bieten sie trotzdem den gleichen Schutz. Würden Sie Visiere oder Brillen empfehlen?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Beil, man definiert die Abschirmwirkung von „Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)“ oft mit einem Faktor F („Schwächungsfaktor“), der den Quotienten aus der Dosisleistung (genauer: der Umgebungs-Äquivalentdosisleistung) ohne Abschirmung und der Dosisleistung mit Abschirmung (jeweils am gleichen Ort) wiedergibt (s. z.B. DIN 6812). Der Schwächungsfaktor ist deutlich abhängig vom Bleigleichwert der betreffenden Abschirmung, so dass man beispielsweise nicht erwarten kann, dass aus irgendeinem physikalischen Grund ein geringer Bleigleichwert (für Visiere: F = 2 bis 3) dieselbe Abschirmung aufweisen könnte wie eine Abschirmung mit höherem Bleigleichwert (für eine Schutzbrille mit 0,5 mm Pb: F = um 10). Schutzbrillen mit 0,75 mm Pb werden, aus welchen Gründen auch immer (unbequemer?), seltener genutzt (F = um 15). Bei der Angabe von Schwächungsfaktoren muss natürlich auch berücksichtigt werden, dass, begründet durch die physikalischen Eigenschaften des Photoeffektes, der Faktor F von der Röhrenspannung abhängig ist (je höher der KV-Wert umso geringer der Schwächungsfaktor). Der Augenschutz ist, bedingt durch die Erwartung des im neuen Strahlenschutzrecht (ab 1.1.2019) deutlich gesenkten Grenzwertes für die Augenlinse (von 150 auf 20 mSv/a) vor allem bei Röntgenuntersuchungen mit relativ langen Durchleuchtungszeiten (z.B. Angiographien, Herzkatheteruntersuchungen, Interventionen, ggf. bei einigen intraoperativen Röntgenuntersuchungen) drängender geworden. Bei diesbezüglichen Arbeitsplätzen/Röntgenuntersuchungen müsste man eine Schutzbrille einem Visier vorziehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.07.2018 - 09:36 Uhr:
Frage:3114 BETREFF: MTK DFP-Kammern
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen, an unseren drei Standorten sind die MTKs an den DFP-Kammern fällig. Ich habe in der Vergangenheit, vor Antritt der Medizintechniker-Stelle in unserem KKH, selber mobile Röntgengeräte gewartet, repariert, abgenommen, etc. Die erforderliche Fachkunde wurde regelmäßig aktualisiert (R6.1 und R6.2). Gehen wir davon aus, dass die erforderliche Messtechnik beschafft wird, würde ich die Voraussetzungen erfüllen, die MTKs der DFP-Kammern in Eigenregie durchzuführen? Ist hierzu noch eine Art Bescheinigung des vorherigen Arbeitgebers notwendig, dass ich diese Arbeiten durchgeführt habe? Welche Unterlagen benötigt die zuständige Behörde? Mit freundlichen Grüßen A. Bauch


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Bauch, Messtechnische Kontrollen (MTKs), z.B. an medizinisch eingesetzten Strahlenmessgeräten, dürfen nur von diesbezüglich qualifizierten Personen durchgeführt werden. Diese müssen eine entsprechende Fachausbildung nachweisen können, bei der zuständigen Behörde (diese bei Fragen ansprechen!) als Messstelle gemeldet bzw. registriert sein und über die erforderliche Geräteausstattung verfügen. Die Nutzer von DAP- bzw. DFP-Metern können dort derartige Kontrollen beauftragen. Da die DFP-Messgeräte meistens fest in Röntgeneinrichtungen eingebaut sind, werden sie in der Regel nicht ins Werk zur Kontrolle eingeschickt, sondern die MTK wird direkt beim Anwender vor Ort durchgeführt. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Service-Vertrag mit dem Hersteller abzuschließen, der die Durchführung der MTK beinhaltet. Zusammengefasst, darf also jeder MTKs durchführen, der (1) als Messstelle bei der zuständigen Behörde als solche gemeldet ist, (2) die nötige Fachkunde besitzt,(3) vom DFP-Messgerätehersteller entsprechend geschult wurde und (4) über die vorgeschriebenen Messmittel zur Durchführung einer MTK verfügt. Da im Forum RöV keine Namen, Herstellerfirmen, etc. genannt werden sollen, bitte ich Sie, sich im Internet umzusehen. Dort finden Sie Informationen über messtechnische Details auch von Institutionen, die MTKs an DFP-Systemen anbieten und durchführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.07.2018 - 13:35 Uhr:
Frage:3113 BETREFF: Röntgenschutz für die Augen
Sehr geehrte Damen und Herren, ich hörte davon, dass die Höchstwerte für eine Strahlenbelastung im Bereich der Augen ab dem kommenden Jahr derart gesetzlich festgelegt wurden, dass der Einsatz eines Röntgenschutzes für die Augen unabdingbar wird. Da ich es als Fachbereichsleiter Röntgen für unser Unternehmen als meine Pflicht ansehe, diese Information an unsere Kunden weiterzureichen, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir mitteilen, wo ich diese Information im Internet nachlesen kann. Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung! Viele Grüße, Berthold Student


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Student, die Gesamtstruktur des zu novellierenden Strahlenschutzrechts ist noch nicht vollkommen auf allen Ebenen endgültig überarbeitet worden. Das gilt auch für einige neu zu erstellende Vorschriften im technischen Strahlenschutz, die bisher nur im Entwurf vorliegen. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), nach der die behördlich bestimmten Sachverständigen ihre Prüfungen (vor Inbetriebnahme und alle 5 Jahre) durchführen. Im Entwurf dieser Richtlinie wird unter anderem auch auf die Notwendigkeit eingegangen, angesichts des neu zu erwartenden Grenzwertes für die Augenlinsen (Reduktion von 150 auf 20 mSv/a) entsprechende Schutzeinrichtungen für Röntgeneinrichtungen vorzuhalten, mit denen man beim Personal die durch Streustrahlung bedingten Linsendosiswerte ausreichend weit reduzieren kann. Das gilt besonders für Untersuchungen, bei denen längere Durchleuchtungszeiten zu erwarten sind (wesentlich: Herzkatheteruntersuchungen, Angiographien, Interventionen und zum Teil auch Untersuchungen mit C-Bogengeräten im OP). Hier im Forum RöV können Sie sich Einblick in den Entwurf der SV-RL auf folgendem Weg beschaffen: * www.forum-roev.de / *auf Startseite anklicken: „2.News“ / * dort anklicken: „1. Neue Veröffentlichungen“ / * mit Datum 10.03.2017 finden Sie den Entwurf der SV-RL. Gehen Sie dann ins Berichtsmuster 2.2.3 (Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte) und darin zu Prüfpositionen M03E01 („PSA“; u.a. Schutzbrille) und M03E06 („Streustrahlenschutz“). Im nächsten Berichtsmuster (2.2.4, C-Bogengerät) gibt es auch eine Prüfposition für „PSA“ (M04E01), aber keine explizite Forderung nach „Streustrahlenschutz“. Man kann also davon ausgehen, dass die neue SV-RL auf die technischen Forderungen nach adäquater Reduzierung der Linsendosis vorbereitet sein wird. Wie dann der praktische Einsatz dieser Schutzeinrichtungen formuliert werden wird (z.B. bei welchen Untersuchungen „unabdingbar“), muss wohl noch ein wenig abgewartet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.07.2018 - 21:28 Uhr:
Frage:3112 BETREFF: Mammographie Screening
Hallo, ich besitze seit 2013 einen Röntgenschein, den ich damals für mein gelernten Beruf in der zahnmedizin benötigte.Nun die Frage,darf ich mit diesem erworbenen Röntgenschein auch im Bereich Mammographie arbeiten ?


1. Antwort: Hallo Mandy, der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz mit der entsprechenden Bescheinigung (´Röntgenschein´) erfolgt nach der dafür geltenden Richtlinie, und zwar anwendungsbezogen. Das bedeutet, dass die Kenntnisse im Strahlenschutz für MFA oder ZMFA entweder für die technische Durchführung in der Humanmedizin oder in der Zahnmedizin gelten. Die von Ihnen erworbenen und bescheinigten Kenntnisse im Strahlenschutz für den Bereich der Zahnmedizin berechtigen damit nicht für technische Durchführungen in der Mammographie. Ob eine teilweise Anerkennung der von Ihnen erworbenen Kenntnisse für die Zahnmedizin auch für die Humanmedizin möglich ist, kann im Einzelfall nur die zuständige Stelle (in der Regel die Ärztekammer) entscheiden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.07.2018 - 21:28 Uhr:
Frage:3111 BETREFF: Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Radiologie werden sämtliche Untersuchungen im Regeldienst von den MTRAs selbstständig durchgeführt, ohne dass ein Radiologe oder ein anderer Arzt im Schaltraum ist. Dieses Szenario gilt sowohl für nativ als auch für Kontrastmittel gestützte Untersuchungen. Der Anwesende Radiologe/Arzt wird lt. Strahlenschutzbeauftragten durch eine telefonische Alamierungskette ersetzt. (Notfallteam und IMC Arzt) Vor Ort selbst befindet sich allerdings kein Arzt in Rufweite, die Radiologen sitzen in einem anderen Gebäude. Nun meine Frage: Ist das überhaupt zulässig? Kann bei einer CT-Untersuchung mit Kontrastmittel ein Arzt in Rufweite durch eine Alamierungskette ersetzt werden?


1. Antwort: Hallo Stefan, nach den Vorschriften der RöV ist es zulässig, dass eine/ein MTRA eine Röntgenuntersuchung technisch durchführt, ohne dass ein Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz zugegen sein muss, um die ständige Aufsicht zu führen. Diese Besonderheit ergibt sich im Gegensatz zum/r MFA, da MTRA mit ihrer Berufserlaubnis eine „eingeschränkte“ Fachkunde im Strahlenschutz u.a. für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen bescheinigt bekommen. Aufgrund dieser bescheinigten Fachkunde, die natürlich aktuell gehalten werden muss, darf die entsprechende Röntgenuntersuchung auf der Grundlage einer rechtfertigenden Indikation seitens eines entsprechend fachkundigen Arztes technisch durchgeführt werden. Die verantwortliche Befundung bleibt dem fachkundigen Arzt vorbehalten. Keine Regelung trifft die Röntgenverordnung für andere medizinische Verfahren, wie z.B. die Kontrastmittelgabe oder die Überwachung des Patienten hinsichtlich der Risiken durch Kontrastmittel. Hier gilt das Berufs- oder Arztrecht, ggf. auch das Patientenrechtegesetz. D.h., die Entscheidung, ob in Fällen, in denen eine Kontrastmittelgabe für die notwendige Röntgenuntersuchung erfolgt ist, ein Arzt vor Ort oder in Rufweite sein muss, erfolgt „nicht“ nach der RöV sondern nach den grundsätzlich geltenden Regeln des Berufs-, Arzt- und/oder Patientenrechts. In welchen Fällen ein Arzt (auch ohne Fachkunde im Strahlenschutz) unbedingt am Untersuchungsort sein muss, um bei Risiken durch Kontrastmittelgabe eingreifen zu können, kann nach unserer Meinung von der zuständigen Ärztekammer oder den ärztlichen Fachgesellschaften beantwortet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.06.2018 - 09:51 Uhr:
Frage:3110 BETREFF: C-Bogen und DIN 6868-157
Lieber Klaus, ich hatte gerade ein Telefonat mit einem C-Bogen Hersteller. Dieser macht generell eine Abnahmeprüfung des BWS nach DIN 6868-157 (RK 2) im Werk. Lt. Aussage des Herstellers wird diese Abnahmeprüfung von weitgehend allen Sachverständigen im Bundesgebiet akzeptiert - nur nicht von mir. Nach 6868-157 ist jedoch die Umgebung und die vom Strahlenschutzverantwortlichen festgelegte Raumklasse bei der Abnahmeprüfung zu berücksichtigen - was bedeutet, dass die Abnahmeprüfung am Betriebsort durchgeführt werden muss. Ich sehe gerade hier noch Regelungsbedarf. Das Thema muss unbedingt in Essen nochmals aufgegriffen werden! Das wollte ich nur noch mal loswerden. Grüße aus Stuttgart Kai Gottwals


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, lieber Kai, wir vom Forum-Team sehen das genauso wie du: Die Abnahmeprüfung für das BWS kann nur in der Raumlichtumgebung durchgeführt werden, in der das C-Bogengerät auch betrieben wird. Die Firma selbst kann Testmessungen in einer firmeneigenen Umgebung durchführen, um sicherzustellen, dass das Gerät den Anforderungen entspricht. Die normgerechte Prüfung hat aber nach Maßgabe des Strahlenschutzverantwortlichen bzw. -beauftragten vor Ort zu erfolgen, und zwar so wie in der DIN 6868-157 festgelegt. Mit freundlichem Gruß Klaus Ewen



  Frage gestellt am 27.06.2018 - 13:39 Uhr:
Frage:3109 BETREFF: Prüfprotokoll der PSA
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können Sie mir sagen, ob es eine eindeutige Norm gibt, welche genau besagt ob überhaupt, wie und in welcher Form eine Dokumentation der arbeitstäglichen Prüfung der persönlichen Schutzausrüstung zu erfolgen hat? Da es auch in unserem Haus große Abteilungen mit teilweise 6-8 OPs (oder mehr) mit entsprechender Ausrüstung gibt, halte ich eine Dokumentation in Form einer langen Tabelle zum „Abhaken“ nicht wirklich umsetzbar. Das eine Dokumentation bei der Tast- und Röntgenprüfung stattfinden muss, ist absolut unumstritten. Vielen Dank vorab für Ihre Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen Claudia Graf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Graf, es gibt eine Norm (DIN 6857-2 von August 2016) mit dem Titel ´Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung - Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´, die in ihrem Anhang C einen Vorschlag (´informativ´) zu einer diesbezüglichen Dokumentation (´Prüfprotokoll´) macht. Ich verstehe, dass die Nutzung dieser Protokollform für die arbeitstäglichen Prüfungen in großen radiologischen Abteilungen schnell in einen ineffektiven ´Papierkrieg´ ausarten kann. Deshalb ist diese Protokollstruktur auch nur als Vorschlag anzusehen. Sie können also das Outfit dieser Aufzeichnungen beliebig gestalten, was ja durchaus als Vorteil angesehen werden kann. Falls Ihnen diese Norm noch nicht vorliegen sollte: Radiologische Normen sind in vollem Textumfang im Internet nicht einzusehen (Alleinverkauf durch Beuth Verlag GmbH, Berlin). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.06.2018 - 11:51 Uhr:
Frage:3108 BETREFF: Arbeitsplatzbesetzung CT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, immer wieder stellt sich die Frage, mit wie vielen MTRA ein CT Arbeitsplatz besetzt sein sollte - gibt es da irgendwelche Richtlinien? Die gleiche Frage gilt natürlich auch für das MRT. Mir ist bewusst, dass diese Frage eher etwas mit Personalplanung, aber nichts mit der Röntgenverordnung zu tun hat. Daher gehört sie eigentlich auch nicht hierher. Nachdem mir jedoch auch das Internet bisher keine Antwort zu geben vermochte, ist die Recherche in diesem so ausgezeichneten Forum ein letzter Versuch.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heinemann, uns im ´ausgezeichneten´ Forum (vielen Dank!) ist nichts (z.B. in Richtlinien) zum Stellenbedarf MTRA bei CT-Untersuchungen bekannt. CT-Untersuchungen setzen im Sinne der RöV nicht voraus, dass hierbei eine MTRA zwingend erforderlich sein muss. Wenn dabei ein entsprechend fachkundiger Arzt die ständige Aufsicht und Verantwortung führt, kann die technische Durchführung der Untersuchung z.B. auch von einer MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz erfolgen (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Das gilt nicht für die Teleradiologie. Dort muss für die technische Durchführung eine MTRA eingesetzt werden (siehe § 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.06.2018 - 15:25 Uhr:
Frage:3107 BETREFF: Darf Hintergrund-Oberarzt im Dienst von zuhause mit drauf schauen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf der radiologische Hintergrund-Oberarzt im Dienst von zuhause auf radiologische Bilder (CT/MRT/Projektionsradiographie) ´mit drauf schauen´, wenn sich der die Fachkunde besitzende und die rechtfertigende Indikation stellende Assistenz-/Facharzt im Vordergrunddienst unsicher ist? Wenn ja, darf der Hintergrund-Oberarzt Diagnosen bei Betrachtung der Bilder auf einem nicht-zertifizierten PC/Monitor stellen? Vielen Dank und herzliche Grüße P. Mayer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mayer, bevor wir auf den „nicht-zertifizieren“ Monitor eingehen, ein paar grundsätzliche Gedanken. Wenn der Oberarzt im Hintergrunddienst eine verantwortliche Befundung durchführt, dann muss er auch gerätetechnisch alle Anforderungen der Röntgenverordnung erfüllen, d.h. neben den besonderen Anforderungen an den Monitor müssen auch die Anforderungen an die Datenleitung erfüllt werden. Dies gestaltet sich im beschriebenen Fall unseres Erachtens sehr schwierig, da es sich ja scheinbar nicht um eine geprüfte und genehmigte Teleradiologie handelt und der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) in der Regel keinen Zugriff auf die technischen Leistungen der Datenleitung zur Wohnung des Oberarztes hat. Daher scheidet diese Möglichkeit nach unserer Meinung aus. Anders sieht es aus, wenn sich der fachkundige Arzt am Untersuchungsort eine Zweitmeinung einholt und diese in seine verantwortliche Befundung einfließen lässt. Das Einholen von Zweitmeinungen ist durch die RöV nicht eingeschränkt. Zum Monitor: Wir gehen mal davon aus, dass mit ´nicht-zertifiziert´ gemeint ist, dass für den Befundungsmonitor keine Abnahmeprüfung (AP) nach DIN 6868-157 vorliegt. Wir sind der Meinung, dass ein Betrachtungsmonitor, der eine AP nicht benötigt, hier nicht ausreichend ist. Denn es ist von einer ´Diagnose´ seitens des Hintergrund-Arztes die Rede. Und wenn ein Arzt eine Diagnose stellt, dann ist das nach unserer Meinung mit dem Begriff ´Befundung´ gleichzusetzen. Die Nennung des Begriffes ´Betrachtung´ in Ihrem Text ist hier sicherlich nicht im Sinne der DIN 6868-157 gemeint, sondern wohl nur als eine triviale Anmerkung, dass man zwecks Diagnose (Befundung) ein Röntgenbild ´betrachten´ muss. Ist mit ´Zertifizierung´ eine CE-Kennzeichnung nach Medizinproduktegesetz gemeint, dann müsste diese nach unserer Meinung vorhanden sein, weil, wie gesagt, eine Diagnose (Befundung) mit einem System vorgenommen werden soll, das als Medizinprodukt dem Medizinprodukterecht unterliegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.06.2018 - 17:44 Uhr:
Frage:3106 BETREFF: Röntgen beim Zahnarzt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei einer umfangreichen Zahnbehandlung in der Endodontolgie musste bzw. muss ich noch mehrmals geröngt werden. Die digitalen Aufnahmen werden / wurden mit einem Rundtubus durchgeführt und nicht mit einem Aufsatz (rechteckig) eingeblendet. Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Stralenbelastung durch einen Rechtecktubus bzw. einen Aufsatz gesenkt werden könnte. Kann man auf eine ´Einblendung´ bestehen bzw. ist eine Aufnahme ohne Einblendung überhaupt zulässig? Vielen Dank und herzliche Grüße, M. Huber


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Huber, es gibt eine Richtlinie zur Röntgenverordnung (Sachverständigen-Prüfrichtlinie), nach der sog. behördlich bestimmte Sachverständige Röntgeneinrichtungen vor deren Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüfen müssen. Dort, und zwar im Berichtsmuster „2.2.5“ für Dentalaufnahmegeräte mit intraoralem Bildempfänger, gibt es zwei Prüfpositionen, die sich mit der „Begrenzung des Nutzstrahlenfeldes“ beschäftigen. Grundforderung ist, dass eine geeignete Blende mit bestimmten geometrischen Maßen vorhanden sein muss (Rund- oder Rechtecktubus). Zusätzlich, und zwar bei erstmaliger Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung ab 01.08.2008, müssen Formateinblendungen mit 2 Standardformaten (2 cm x 3 cm und 3 cm x 4 cm) sowie geeignete Positioniereinrichtungen für den Bildempfänger verfügbar sein. Die dadurch erreichbare Verringerung der Dosis entsteht durch Verkleinerung des Nutzstrahlenfeldes. Wohl gemerkt, diese Einrichtungen müssen vorhanden sein, einen Zwang zu deren Nutzung gibt es aber nicht. Die durch diese Einblendungstechnik erreichbare Reduzierung der Strahlenexposition ist bei Einzelzahnaufnahmen angesichts der dort ohnehin kleinen Patientendosis ziemlich bescheiden. Noch etwas muss angemerkt werden: Die sachgemäße Nutzung dieser Einblendungsmethode ist etwas diffizil, so dass gut darauf geachtet werden muss, dass das interessierende Objekt auch wirklich vollständig abgebildet ist. Sonst muss die Aufnahme wiederholt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.06.2018 - 16:30 Uhr:
Frage:3105 BETREFF: Dosimeter tragen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein mit mir befreundeter Internist betreibt eine eigene fest installierte Röntgenanlage (Stativ und Bucky) und nutzt sie überwiegend für Thoraxaufnahmen, gelegentlich Abdomen-Ü. Er stellte mir eine logische Frage, die ich aus der Hüfte mit nein beantworten würde: Muss die ausgebildete MTRA dosimetrisch überwacht werden, auch wenn sie nie in den Kontrollbereich gerät? Schließlich kann sie ja nicht gleichzeitig die Aufnahme auslösen und im Kontrollbereich sein. Gleiches gilt natürlich auch für ihn selbst. Mit bestem Dank im Voraus M. Schreiber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schreiber, üblicherweise werden Thorax- und Abdomenaufnahmen an Rastervertikalstativen bzw. Rasteraufnahmetischen hergestellt. Diese Geräte betreibt man üblicherweise in nach außen abgeschirmten Röntgenräumen. Außer dem Patienten hält sich dort während der Röntgenaufnahme von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. sog. Halten von „speziellen“ Patienten) niemand auf. Das Auslösen der Aufnahme, z.B. durch eine MTRA, geschieht außerhalb des Röntgenraumes, also nicht in einem Kontrollbereich. Die Ermittlung der Körperdosis, in der Regel mit Personendosimetern, ist in Kontrollbereichen erforderlich (siehe § 35 Abs. 1 und Abs. 4 RöV), außerhalb aber nicht (Beispiel für eine sehr seltene Ausnahme: siehe § 35 Abs. 8 Nr. 4 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.06.2018 - 15:56 Uhr:
Frage:3104 BETREFF: Arbeitsbwreich am DEXA ein Kontroll- oder Überwachungsbereich?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Ich hätte gerne gewusst, ob der Arbeitsplatz am DXA Gerät ein Kontroll- oder Überwachungsbereich ist. Die bei der Sachverständigenprüfung gemessenen bzw. ermittelten Werte sprechen für Überwachungsbereich wegen der niedrigen Werte.Nun hat mich aber folgende Äußerung irritiert : Direkt unter dem Strahler ist aber ein Kontrollbereich, und da keine räumliche Trennung zum Arbeitsplatz vorliegt ,wird der gesamte Bereich als Kontrollbereich beschrieben. Was ist nun korrekt? Muss dann ein Dosimeter getragen werden ,und wie verhält es sich mit schwangeren Mitarbeitern, die das Gerät bedienen sollen. Herzlichen Dank im Voraus N. von Eynern


1. Antwort: Sehr geehrter Herr von Eynern, entscheidend für Durchführung von Strahlenschutzmaßnahmen in einem Kontrollbereich ist nicht dessen bloße Existenz (hier: unter dem Röntgenstrahler) sondern die Tatsache, dass sich beruflich bedingt in diesem Areal Personen aufhalten. Wenn Letzteres, was ich annehme, nicht der Fall sein sollte, sehe ich keinen Grund, weitere Bereiche des Röntgenraumes als Kontrollbereich auszuweisen und das Bedienungspersonal mit Personendosimetern auszurüsten. Wenn also für diese Personen ein Aufenthalt „unter dem Strahler“ definitiv nicht erforderlich ist und deshalb auch nicht stattfindet (wenn nötig, in der Unterweisung nach § 36 RöV darauf hinweisen), besteht nach meiner Meinung auch kein Grund, eine schwangere Mitarbeiterin von der Bedienung der Röntgeneinrichtung auszuschließen (§ 22 Abs. 1 Nr. 2d gilt nur für den Aufenthalt im Kontrollbereich!). Vielleicht können Sie nochmals eine Rücksprache mit dem Sachverständigen führen, der Ihre Anlage überprüft hat. Möglicherweise reicht auch schon ein Blick in sein Prüfprotokoll, das Ihnen ja vorliegen müsste. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.06.2018 - 22:16 Uhr:
Frage:3103 BETREFF: Einteilung der Beschäftigten im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der RöV steht der Passus, dass Beschäftige im Kontrollbereich, welche eine Dosis von mehr als 6 mSv/a erhalten können (!!!) in die Kategorie A eingeteilt werden müssen. Eine befreundete MTRA hat mir nun mitgeteilt, dass in ihrer Klinik der SSB alle Beschäftigte in den Kontrollbereichen in die Kategorie B ´zurückgestuft´ hat, mit der Begründung, die in den letzten Jahren durch die Personendosimetrie ermittelten Werte ( maximal 2 mSv/a) würde dies rechtfertigen. Geht das so in Ordnung ? Kann ein Beschäftiger dagegen angehen, z.B. mit der Begründung, dass er ja bei entsprechend langem Aufenthalt in der Durchleuchtung (hohe Frequenz von dosisintensiven Durchleuchtungen und er als einziger Assistent bei allen Operationen dabei) durchaus mehr als 6 mSv/a erhalten könnte !!! Mit freundlichen Grüßen W.Bachert MTRA


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, eine Einstufung in die berufliche Strahlenexposition der Kategorie A wird nicht nur durch eine mögliche Überschreitung einer Dosis von 6 mSv/a bestimmt. Das wird oft bei diesbezüglichen Fragestellungen übersehen. Mit dem Dosiswert von 6 mSv/a ist die effektive Dosis (siehe § 2 Nr. 6b RöV) gemeint, die für bestimmte Organe und Geweben ein Maß für stochastische Strahlenwirkungen beschreibt. Diese Organe und Geweben (siehe Anlage 3 zur RöV) liegen fast alle im Abdomenbereich und werden dort durch zwangsweise (!) zu tragende sog. persönliche Schutzausrüstungen (Schürzen) abgeschirmt (siehe § 21 Abs. 1 Satz 2 RöV). Personendosimeter sind nach § 35 Abs. 5 Satz 1 RöV an einer für die Strahlenexposition als repräsentativ geltenden Stelle der Körperoberfläche, in der Regel an der Vorderseite des Rumpfes, zu tragen, und zwar unterhalb der Schutzschürze. Unter diesen Bedingungen ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass von derartig platzierten Personendosimetern im Kalenderjahr ein Dosiswert von mehr als 6 mSv registriert werden kann. Aber es gibt nach § 31 Nr. 1 RöV neben der effektiven Dosis noch andere Dosiskriterien, die auf Personen der Kategorie A schließen lassen: 45 mSv/a Augenlinse und 150 mSv/a Haut, Hände, Unterarme, Füße und Knöchel. Diese Organdosiswerte werden bei der Festlegung von Kat-A-Expositionen zu selten mit berücksichtigt. Das in dieser Forumanfrage geschilderte Vorgehen bei der Einteilung beruflich strahlenexponierter Personen in die Kategorien A und B kann grundsätzlich von uns nicht mitgetragen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.06.2018 - 11:16 Uhr:
Frage:3102 BETREFF: Sachkunderwerb
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin dabei als Assistenzarzt Chirurgie die Fachkunde Strahlenschutz in Bayern zu beantragen, habe Grund und Kenntiskurs vor 12 Monaten und aktuell den Spezialkurs mit CT und Intervention besucht. Kann ich jetzt erst nur die Fachkunde Notfalldiagnostik Rö2 und erst nach weiteren 12 Monaten die Fachkunde für konventionelles Röntgen Rö3.1-3.3 beantragen. für Interventionen Rö 7 werden nur 6 Monate Sachkunde gefordert, aber nur in Verbindung mit Rö 3. Gibt es da Erfahrungen? Wird die Fachkunde Rö5 (CT) überhaupt an nicht Radiologen vergeben? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr S.Ma, außerhalb unserer grundsätzlichen Antwort zu Ihrer Frage müssen wir Sie darauf hinweisen, dass Sie eine rechtlich belastbare Antwort für Ihren individuellen Fall nur von der dafür zuständigen Stelle zur Erteilung von Fachkundebescheinigungen (i.d.R sind das die Ärztekammern)erhalten können. Grundsätzlich gilt zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz für die Röntgendiagnostik, dass nach dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung Kenntnisse im Strahlenschutz erworben und bescheinigt werden müssen. Diese bescheinigten Kenntnisse im Strahlenschutz berechtigen dann den Erwerb der erforderlichen praktischen Erfahrungen (Sachkunde) zur Fachkunde im Strahlenschutz in einem Teilgebiet (oder auch im Gesamtgebiet) der Röntgendiagnostik. Dabei kann der „Anwärter“ auf Fachkunde entscheiden, welche Teilgebiete in welcher Reihenfolge erworben werden sollen. Grundsätzlich gilt hierbei, dass man die praktischen Erfahrungen in den Teilgebieten aufeinanderfolgend und nicht parallel erwerben muss. Dabei sind für alle Teilgebiete (und auch für das Gesamtgebiet) der Röntgendiagnostik Mindestzeiten und Frequenzen festgelegt. Beispiel 1: Als erstes soll die Fachkunde für das Teilgebiet Notfalldiagnostik (ohne CT) erworben werden. Mindestzeit: 12 Monate, Frequenz: Mitwirkung an mindestens 600 Untersuchungen. Beispiel 2: Als erstes soll die Fachkunde für das Teilgebiet Thoraxdiagnostik erworben werden. Mindestzeit: 12 Monate, Frequenz: Mitwirkung an mindestens 1000 Untersuchungen. Zusätzlich ist bei beiden Beispielen die erfolgreiche Teilnahme am Grundkurs im Strahlenschutz und am Spezialkurs Röntgendiagnostik Voraussetzung. In beiden Beispielen kann dann, nachdem die erste Fachkunde von der zuständigen Stelle (i.d.R. Ärztekammer) bescheinigt wurde, die Fachkunde für das nächste Teilgebiet erworben werden. Dabei ist für das nun vorgesehene Teilgebiet wiederum praktische Erfahrung (Sachkunde) zu erwerben. Jetzt gilt allerdings, dass sich die Mindestzeiten und die Frequenzen aufgrund der bereits vorhandenen Fachkunde in einem Teilgebiet um die Hälfte verringern. Das bedeutet, dass nach Ablauf von mindestens 6 Monaten und dem Erreichen der Hälfte der Untersuchungsfrequenzen die Fachkunde für das zweite Teilgebiet beantragt und bescheinigt werden kann. Dieses setzt sich dann so fort, bis ggf. alle Fachkunden für die Teilgebiete der konventionellen Radiologie erworben und bescheinigt sind. Für eine ganztägige Ausbildung in der Fachabteilung für Radiologie gibt es besondere Bedingungen, die im Einzelfall zu erfragen sind (z.B. Erwerb der Fachkunde für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik mindestens 36 Monate und eine Frequenz von 5000 Untersuchungen). Wenn neben den Fachkunden für Teilgebiete der konventionellen Radiologie auch Fachkunden für Spezialgebiete (CT, Interventionen, DVT) erworben werden sollen, dann gilt, dass vor der Erteilung der Bescheinigung für diese Spezialfachkunde erst die notwendigen konventionellen Fachkunden (für CT z.B. Thorax, Abdomen und Skelett; FK-Gruppen: Rö3.1 – Rö3.3) vorhanden sein müssen. Vergleichbares gilt für Interventionen oder DVT. Allerdings ist in diesen Spezialfällen ein paralleler Erwerb der praktischen Erfahrungen zulässig. Da dies alles aber ziemlich komplex ist, muss es für den jeweiligen Fall in der entsprechenden Fachkunde-Richtline Röntgendiagnostik nachgelesen und/oder mit der zuständigen Stelle besprochen werden. Zusätzlich sind für diese Spezialanwendungen auch spezielle Kurse zu besuchen. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz für das Anwendungsgebiet CT (außerhalb einer ganztägigen Ausbildung in der Fachabteilung Radiologie)eine Mindestzeit von 24 Monate, verbunden mit einer Frequenz von mindestens 2600 Untersuchungen, erfordert. Für die Fachkunde bei Interventionen gilt, dass erst die Fachkunde für das entsprechende Teilgebiet für konventionelle Radiologie (Rö3.x) und dann die praktische Erfahrung für die Interventionen (Rö7) mit 6 Monaten und 100 Untersuchungen nachgewiesen werden muss. Der Erwerb der Fachkunde für CT, Interventionen oder DVT ist nicht auf Radiologen beschränkt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 14.06.2018 - 19:58 Uhr:
Frage:3101 BETREFF: Röntgenschein Prüfungsfragen zum Üben?
Hallo! Meine Frau ist kurz vor der Prüfung für den Röntgenschein (am Ende ihrer Ausbildung zur ZfA). Da sie nicht so gut deutsch spricht, würde sie den Multiple Choice Test gerne vorher üben.Sie weiß, was man beim Röntgen beachten muss, aber sie hat Angst vor Fragen, die sie nicht so gut versteht. Aber wo bekommt man die Prüfungsfragen her zum üben? Danke! Gruß, Steffen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Häuser, dem Forum RöV liegen entsprechende Übungskataloge nicht vor. Wir wissen auch nicht, ob es derartige Kataloge überhaupt zur allgemeinen (freien) Verfügung gibt. Am besten könnten Ihnen hierzu die für Kursanerkennungen zuständigen Stellen (Zahnärztekammern) Auskunft geben. Unser Rat ist daher, dass Sie sich an die für die Ausbildungsstätte Ihrer Frau zuständige Zahnärztekammer wenden. Uns im Forum RöV ist noch in Erinnerung, dass der Fachverband für Strahlenschutz e.V. in der Vergangenheit einen Katalog möglicher Prüfungsfragen erarbeitet hat. Ob dieser Katalog aber auch den Tätigkeitsbereich Ihrer Frau abdeckt und ob er überhaupt noch besteht, ist uns nicht bekannt. Sie könnten sich direkt an den Fachverband für Strahlenschutz – Arbeitskreis Ausbildung ( https://www.fs-ev.org/der-fs/) wenden. Versuchen Sie es einfach mal! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.06.2018 - 18:01 Uhr:
Frage:3100 BETREFF: Din 6868-57
Sehr geehrter Professor Ewen, nach der Veröffentlichung vom 17.05.18 über Erläuterungen zur Din 6868-157 und mittlerweile einigen Gesprächen mit verschiedenen Sachverständigen, stellt sich uns nun die Frage : Dürfen nach dem 30.06.18 noch C-Bögen mit CRT-Monitoren verkauft werden, nach DIN6868-57 abgenommen und bis 2025 vom Anwender betrieben werden ? Vielen Dank für Ihre Information im voraus. Mit freundlichen Grüßen J.Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, die Auffassungen im Gremium Forum RöV liegen sehr weit auseinander, und zwar von der Auffassung, dass eine positive Bewertung durch einen Sachverständigen nicht mehr möglich ist, da diese Monitore bei einer Erstinbetriebnahme, aber auch, nach Verkauf, bei einer Wiederinbetriebnahme den notwendigen aktuellen Stand der Technik nicht erfüllen, bis hin zu der Annahme, dass eine Abnahmeprüfung nach der nicht mehr geltenden DIN V 6868-57 noch immer möglich sei und auf diese Weise sogar eine positive Bewertung dieser Monitore erreicht werden könnte. Unter diesen Randbedingungen sieht sich das Forum RöV nicht in der Lage, eine eindeutige Empfehlung abzugeben. Denn diese, wie auch immer geartet, könnte zur Folge haben, dass Betreiber je nach Entscheidung seitens der zuständigen Behörden entweder auf langfristigen Weiterbetrieb ihrer Systeme setzen können oder relativ kurzfristig mit Neuinvestitionen rechnen müssen. Unsere Empfehlung kann daher nur lauten, die jeweils örtlich zuständige Genehmigungs- oder Aufsichtsbehörde einzuschalten, dieser die Randbedingungen mitzuteilen und um eine Entscheidung zu bitten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.06.2018 - 22:35 Uhr:
Frage:3099 BETREFF: neue Strahlenschutzverordnung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, der Entwurf der neuen StrlSchVO in der Artikelverordnung umfasst 178 Seiten. Lt. § 46 müssen alle Betreiber von diagnostisch am Menschen eingesetzten Röntgengeräten diese Verordnung vorhalten ( + Strahlenschutzgesetz ).Für diese lässt sich der relevante Inhalt der StrlSchVO auf 52 Seiten reduzieren, wobei die zutreffenden Paragraphen weit verstreut sind. Das bedeutet 1. die Akzeptanz der StrlSchVO und damit die Auseinandersetzung mit den zutreffenden Inhalten wird erschwert 2. Pro abgelegter Verordnung werden 116 Blatt Papier verschwendet - wieviel Blatt sind das für alle diagnostisch tätigen Anwender ( eine Ressourcenfrage ). Halten Sie es für sinnvoll und möglich, ggf. durch Einsatz von BÄK und BZÄK, eine reduzierte Variante der StrlSchVO als Unterlage zuzulassen ? Wird das Vorhalten in digitaler Form auf einem Computer schon angedacht/ behördlich akzeptiert ? MfG K.Götze


1. Antwort: ehr geehrter Herr Götze, wir teilen Ihre Befürchtungen zum Bereithalten des Strahlenschutzgesetzes und der Strahlenschutzverordnung (neu) in jeden Betrieb/Teilbetrieb, in dem mindestens eine Person tätig ist. Wir sehen im Moment keinen Widerspruch zum § 46 des Entwurfs der Strahlenschutzverordnung, wenn das Bereithalten elektronisch geschehen würde. Ob ein Auszug, der sich auf die ausgeübte Tätigkeit bezieht, ausreicht, bezweifeln wir zurzeit allerdings (obwohl dieses sinnvoll sein könnte). Da die Verordnung noch nicht erlassen ist, könnte man notwendige Konkretisierungen vielleicht noch einbringen. Das Forum RöV ist in die Diskussion nicht einbezogen. Daher müssen Sie Sich geeignete Interessenvertreter suchen (z.B. die Bundesärztekammer). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.06.2018 - 15:58 Uhr:
Frage:3098 BETREFF: Erlaubnis und Genehmigung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein Röntgengerät, das einerseits der Diagnostik dient und andererseits zur Mammographievorsorge genutzt wird, benötigt neben der Erlaubnis auch eine Genehmigung mit 5-jähriger Befristung. Kann man das Gerät nur mit der Genehmigung gestatten und die Erlaubnis ist dann eingeschlossen? Oder bedarf zweier Rechtsakte? vielen Dank Knobloch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Knobloch, eine Genehmigung nach § 3 RöV kann nach unserer Meinung durchaus unterschiedliche Anwendungs- oder Untersuchungsverfahren mit Röntgenstrahlung am Menschen beinhalten (hier z.B. freiwillige Röntgenreihenuntersuchungen zur Früherkennung und heilkundliche Mammographieuntersuchungen). Allerdings macht es nach unserer Meinung keinen Sinn, diese beiden Anwendungsarten in einer Betriebsgenehmigung zusammenzufassen, da nach Vorgabe des § 3 Abs. 4a, letzter Satz i.V. mit § 17 Abs. 1 AtG dann die gesamte Genehmigung auf 5 Jahre zu befristen ist. Sinnvoll ist es nach unserer Meinung, die Unterlagen zur Genehmigung/Anzeige nur einmal anzufordern und diese als Grundlage für den genehmigten Betrieb (freiwillige Röntgenreihenuntersuchung) und den angezeigten Betrieb (heilkundliche Untersuchungen) zu nutzen. Damit werden sowohl der Antragsteller als auch die Behörden entlastet. Dieses Vorgehen entspricht auch den Festlegungen im neuen Strahlenschutzrecht, das im Unterschied zur RöV für heilkundliche Untersuchen kein Genehmigungsverfahren mehr vorsieht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.06.2018 - 10:25 Uhr:
Frage:3097 BETREFF: Befundungsmonitore
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir verfügen in unserem Krankenhaus über digitale Bildverarbeitung mit geeigneten Monitoren in der Radiologie. In den anderen Abteilungen wie Intensivstation oder Ambulanz wird an herkömmlichen Monitoren betrachtet und leider auch die Diagnose gestellt. Aus Kostengründen wird in diesen Abteilungen die Anschaffung von Befundungsmonitoren verweigert. Meine Frage ist nun: Gibt es eine Leitlinie bzgl. Intensivstation und Ambulanz mit denen man bei einer investitionsresistenten Verwaltung argumentieren kann?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krenz, die DIN 6868-157 stellt den Stand der Technik dar. Das hat zur Folge: Wenn an Bildwiedergabesystemen bzw. Bildwiedergabegeräten befundet oder eine therapierelevante Entscheidung getroffen werden soll, ist eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 durchzuführen. Das wiederum hat dann auch die Durchführung von Konstanzprüfungen nach derselben Norm zur Folge. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.06.2018 - 08:36 Uhr:
Frage:3096 BETREFF: Frage 3092
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort. Kann man die Beschlüsse der Ärztlichen Stellen auch einsehen? Aus Ihrer Antwort schliesse ich, das der Primus L bzw. DL ausschließlich für die Durchleuchtung benutzt werden darf und der Primus A ausschließlich für das Röntgen gemäß 6868-150 bzw. 6868-13, obwohl die Prüfkörper sich wohl nur durch das Yb Fenster unterscheiden? MfG A.Schwennicke


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwennicke, es liegt nahe, diese von Ihnen gewünschten Informationen über Details, wie mögliche Einsicht in ZAES-Beschlüsse oder zur Klarstellung bezüglich der Nutzung von Prüfkörpern im Zusammenhang mit bestimmten QS-Normen, bei der für Sie örtlich zuständigen Ärztlichen Stelle zu hinterfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.06.2018 - 14:53 Uhr:
Frage:3095 BETREFF: Modalitätenmonitore und DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir haben eine Frage zur Abnahmeprüfung von Monitoren an neu zu installierenden Modalitäten. In DIN 6868-157 steht abgekürzt unter Punkt 1 Anwendungsbereich: Dazu gehören Schwarzweiß- oder Farbbildwiedergabegeräte, wie sie an Modalitäten der medizinischen diagnostischen Verfahren -Radiographie verwendet werden. An Bildwiedergabesysteme mit Betrachtungsqualität werden Mindestanforderungen gestellt.Bedeutet dies, an Monitoren von Flachdetektorsystemen etc. muss eine Abnahmeprüfung und dementsprechend Konstanzprüfungen nach 6868-157 (RK3) durchgeführt werden, auch wenn die Befundung anschließend an definierten Befundungsmonitoren stattfindet? Vielen Dank. Uwe Baumgärtel


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Baumgärtel, ein Kollege, der sich mit der „157“ und ihrem Umfeld sehr gut auskennt, hat sich mit folgendem knappen Statement zur Ihrer Anfrage geäußert: Man muss wohl davon ausgehen, dass hier therapierelevante Entscheidungen getroffen werden sollen und wir es deswegen mit Tätigkeiten zu tun haben, die der Raumklasse 2, ggf. auch der Raumklasse 3 zuzuordnen sind. Daher ist eine Abnahme- und Konstanzprüfung nach DIN 6868-157 erforderlich. Die Raumklasse 4 steht diesbezüglich hier nicht zur Diskussion. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.06.2018 - 09:41 Uhr:
Frage:3094 BETREFF: Ortsauflösung Röntgen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Was bedeutet es, wenn die Ortsauflösung im Röntgen etwas hoch ist, was muss an den Einstellungen geändert werden? Danke, mit freundlichen Grüßen Dirk Sehr


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sehr, ich kann Ihr Problem nicht so ganz verstehen. Grundsätzlich ist bei einer Röntgenuntersuchung eine hohe Ortsauflösung positiv zu bewerten. Insofern gibt es auch in einschlägigen QS-Normen für die Ortsauflösung keinen nach oben limitierenden Grenzwert. Erst wenn eine hohe Ortsauflösung mit einem hohen, erst recht mit einem in Relation zum Grenzwert zu hohen Dosiswert erkauft worden ist, müsste eingegriffen werden. Eventuell kann ja Ihr Problem schon durch eine Neufestsetzung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung erledigt werden. Fragen Sie diesbezüglich doch mal bei der für Sie zuständigen Ärztlichen Stelle nach. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.06.2018 - 17:35 Uhr:
Frage:3093 BETREFF: Archivierungspflicht der Röntgenbilder
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, soweit ich als PACS-Betreuer die RöV verstanden habe, ist der Betreiber einer Röntgenanlage in der Pflicht, die darauf erstellten Bilder (exkl. der Fehlbilder) auch ordnungsgemäß zu archivieren. Wir haben die Situation, dass wir ein Gerät mit unserem Personal betreiben, das einer externen Praxis gehört und auf diesem auch überwiegend Patienten der Praxis geröngt werden. Ist es rechtlich zulässig, die Archivierungspflicht für Patienten der externen Praxis an die Praxis zu deligieren bzw. Vertraglich zu regeln? Könnte die Situation ggf. aufgelöst werden, wenn beide Institutionen als Betreiber auftreten? Mit freundlichen Grüßen, Holger Mitterwald


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mitterwald, aus unserer Sicht und der bisher bekannten Praxis stellt sich die von Ihnen beschriebene Situation so da, dass hier „temporär“ zwei Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) dieselbe Röntgeneinrichtung nutzen. Diese Konstellation bedeutet, dass beide Strahlenschutzverantwortliche für ihre Tätigkeit eine Anzeige bei der zuständigen Behörde erstatten bzw. eine Genehmigung beantragen müssen. Dies gilt unabhängig von den tatsächlichen Eigentumsverhältnissen. Damit müssen auch beide Strahlenschutzverantwortliche unabhängig voneinander dafür sorgen, dass die jeweiligen Pflichten, z.B. Archivierung der Patientendaten und Bilder, erfüllt werden. Sicherlich kann man vertraglich vereinbaren, dass bestimmte Pflichten, z.B. Beauftragung von Sachverständigenprüfungen, nur von einem Strahlenschutzverantwortlichen (Betreiber) wahrgenommen werden. Dies kann nach unserer Meinung aber nicht für Patientenunderlagen gelten, da diese auch von den ärztlichen Stellen für jeden Strahlenschutzverantwortlichen einzeln geprüft werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.06.2018 - 10:04 Uhr:
Frage:3092 BETREFF: Konstanzprüfung Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Eine Frage zur Konstanzprüfung im konv. Röntgen mit Speicherfolien: Ist der DIGI 13 Prüfkörper verpflichtend für die Konstanzprüfung vorgeschrieben oder kann auch der Primus Prüfkörper genommen werden, welcher mehr Hoch- und Niedrigkontraststufen hat? Vielen Dank! MfG A.Schwennicke


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwennicke, nach einem Beschluss des Zentralen Erfahrungsaustausches der Ärztlichen Stellen (ZAES) vom Mai 2017 darf der Prüfkörper nach DIN 6868-150 bei QS-Prüfungen nach DIN 6868-13 zur Anwendung kommen. Weil Sie den Prüfkörper Primus erwähnt haben: Es gibt zwei Prüfkörper Primus, und zwar den Primus L nach derzeit gültiger DIN 6868-4 und den Primus A nach 6868-150. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.05.2018 - 10:22 Uhr:
Frage:3091 BETREFF: Strahlenbelastung einer stomatologischen Schwester
Sehr geehrte Damen und Herren, im Rahmen eines Berufskrankheitenfeststellungsverfahrens stellt sich die Frage, ob bei einer ambulant tätigen stomatologischen Schwester, die ab dem 15. Lebensjahr in der DDR in den Jahren von 1945 bis 1990 bei Zahnaufnahmen von Kindern die Filme gehalten hat, eine für die Schilddrüse gesundheitsrelevante Strahlenbelastung zustande kam. Im Strahlenschutzregister liegen keine Personendosisfeststellungen vor. Es wurde weiterhin angegeben: Häufigkeit solcher Aufnahmen: 5-50 pro Arbeitstag; Auslösen der Aufnahme per Verlängerungskabel vom Platz der Patienten aus; Gerät: Siemens Röntgen-Kugel; Schaltraum und Bestrahlungsraum nicht vollständig getrennt; keine Verwendung von Tubus oder Blende zur Einengung der Nutzstrahlung; Verrichtung von anderen Arbeiten im Raum, wenn geröntgt wurde. Liegen Erfahrungs- oder Erkenntniswerte zur Höhe der Strahlendosis für eine solche berufliche Strahlenexposition vor. Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im Voraus Mit freundlichen Grüßen gez. Uwe Schumacher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schumacher, das Forum RöV hat sich als Aufgabe gestellt, technische und rechtliche Fragen möglichst fachkompetent zu beantworten. Dabei kann das Forum nur auf das Wissen freiwilliger Mitarbeiter/innen zurückgreifen. Daraus ergibt sich, dass die Antworten natürlich nach bestem Wissen und Gewissen erfolgen, rechtlich aber keineswegs belastbar oder bedeutsam sind. Die von Ihnen gestellte Frage geht nach unserer Meinung weit über die Möglichkeiten des Forum RöV hinaus, da zur ihrer Beurteilung und Beantwortung sicherlich ein Einblick in die genaue Tätigkeit der betreffenden Person, spezielle Berechnungen und ggf. eine Art Gutachten erforderlich sind. Hierzu würden wir vom Forum RöV der zuständigen Behörde raten, einen Sachverständigen oder eine Sachverständigenorganisation mit der Klärung der Frage und dem Erstellen eines entsprechenden Gutachtens zu beauftragen. Insbesondere in BK-Verfahren hat ein belastbares Gutachten sicherlich eine große Bedeutung, da ggf. ein späteres Verfahren vor einem Sozialgericht nicht ausgeschlossen werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.05.2018 - 00:01 Uhr:
Frage:3090 BETREFF: info über strahlenschutz
Wo muss man sich melden wenn man sich ein CT kaufen will? Strahlenschutz bei Kindern ---ich brauche info über Strahlenschutz beim kinder(->Raster weglassen)


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Abbasi, ich denke, Sie wollen wissen, welche Institution informiert werden muss, wenn man nach der Röntgenverordnung (RöV) ein Röntgengerät, z.B. einen Computertomographen, in Betrieb nehmen möchte. In jedem Bundesland gibt es zu diesem Zweck sogenannte zuständige Behörden, die der zukünftige Betreiber bzw. Besitzer, in der Fachsprache: der Strahlenschutzverantwortliche, ansprechen muss. Dieser Ablauf, als „Anzeigeverfahren“ nach § 4 Abs. 1 RöV bezeichnet, erfordert nach § 4 Abs. 2 RöV die Beifügung diverser Unterlagen, die von der Behörde benötigt werden, um diesen Vorgang rechtlich korrekt bearbeiten zu können. Die zuständigen Behörden werden in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich benannt (z.B. im Land NRW: Bezirksregierung). Es empfiehlt sich also, z.B. über Internet, zunächst einmal herauszufinden, welche Behörde in Ihrem Fall örtlich zuständig ist. Dann kann man dort Kontakt aufnehmen (z.B. telefonisch) und erfragen, was im Detail im Rahmen eines Anzeigeverfahrens einer medizinisch genutzten Röntgeneinrichtung erforderlich ist. Dieser Vorgang kann auch online abgewickelt werden (telefonisch bei der Behörde oder im Internet hinterfragen). Es macht wenig Sinn, hier im Forum RöV detailliertere Informationen zu besprechen. Das kann im direkten Kontakt mit der zuständigen Behörde viel besser erfolgen. Zum zweiten Punkt Ihrer Anfrage (spezieller Strahlenschutz bei Röntgenuntersuchungen von Kindern) möchte ich auf die sog. „Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ verweisen, die man unter diesem Titel leicht im Internet aufsuchen kann. Darin gibt es u.a. einen „Katalog spezifischer ärztlicher Qualitätsanforderungen bei Röntgenuntersuchungen“ und darin wiederum jeweils für alle zu untersuchenden Körperbereiche einen Abschnitt „Pädiatrische Besonderheiten“. Dort sollten Sie eigentlich fündig werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.05.2018 - 16:47 Uhr:
Frage:3089 BETREFF: RöV§ und PACS-Archivierung
Sehr geehrte Damen und Herren, ist eine dauerhafte Archivierung von digitalen Röntgendaten in einem PACS auf Festplatten rechtlich zulässig? Ich habe in der RöV§ keinen Hinweis gefunden, der technisch genau vorschreibt, wie eine dauerhafte Archivierung der Daten zu erfolgen hat? Konkret geht es um die Frage, ob man diese auf einem Computer-Speichersystem archivieren könnte? Natürlich ist für eine entsprechende Sicherung gesorgt.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kersten, die RöV verlangt keine ´dauerhafte´ Archivierung, weder für analoge noch für digitale Daten, sondern nach § 28 Abs. 3 (bei Beachtung der Ausnahme für Unter-18-Jährige) 10 Jahre in der Diagnostik. Die Aufbewahrung der gespeicherten Daten auf einem Bildträger oder anderem Datenträger ist nach § 28 Abs. 4 RöV explizit zulässig. Weder die RöV noch die konkretisierende ´Aufzeichnungsrichtlinie´ geben Anforderungen an die Speichermedien vor (so etwas ist in einer Rechtsverordnung auch nicht sinnvoll, da sich die Technik einfach zu schnell verändert). Sichergestellt sein muss, dass die Daten während der Aufbewahrungsfrist verfügbar sind und jederzeit innerhalb einer angemessenen Zeit lesbar gemacht werden können. Dies kann sicherlich durch die Nutzung von Computerfestplatten, DVD oder anderer digitaler Medien erfolgen. Der Strahlenschutzverantwortliche und seine Beauftragten müssen sicherstellen, dass die entsprechenden Systeme über diesen Zeitraum verfügbar sind. Dafür ist es unseres Erachtens notwendig, dass regelmäßige Datensicherungen erfolgen. Wie Sie in Ihrer Frage bestätigen, erfolgen solche Sicherungen bei Ihnen regelmäßig. Zusammenfassend ist unserer Meinung nach gegen die Aufbewahrung der Daten auf gesicherten Computersystemen nichts einzuwenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.05.2018 - 15:03 Uhr:
Frage:3088 BETREFF: Personendosimeter erforderlich?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Welches sind die Ausnahmen nach Paragraph 35 (1) RöV zum Tragen eines Personendosimeters? Mit anderen Worten, muss ich als Tierarzt beim Röntgen / Aufenthalt im Kontrollbereich ein Personendosimeter tragen, obwohl die jährliche effektive Dosis von 1 Millisievert (aufgrund weniger RÖ-Aufnahmen) höchstwahrscheinlich NICHT erreicht wird? Welches wäre die zuständige Behörde für NRW bzgl. der Ausnahmen? Herzlichen Dank für Ihre Hilfe. Eva. Mueller


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Mueller, grundsätzlich verlangt die Röntgenverordnung (RöV), dass an Personen, die sich aus beruflichen Gründen im Kontrollbereich aufhalten, die Körperdosis ermittelt werden muss (§ 35 Abs. 1 Satz 1 RöV). Die Körperdosis ist nach § 35 Abs. 4 Satz 1 RöV durch Messung der Personendosis zu ermitteln, also mit Personendosimetern (oft mit der sog. Filmplakette). Kontrollbereich ist ein Ort, wo Personen bestimmte Dosiswerte überschreiten können, z.B. 6 mSv im Kalenderjahr für die sog. effektive Dosis (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 RöV). Das scheint mir aber bei Ihrer beruflichen Tätigkeit als Tierärztin nicht der Fall zu sein („wenige Röntgenaufnahmen“). Ihre Röntgeneinrichtung ist doch bestimmt irgendwann von einem Sachverständigen überprüft worden. In dessen Bericht müssten in den Abschnitten J bis N Angaben oder Hinweise über Betriebsweise (z.B. Zahl der Aufnahmen), Dosiswerte, etc. zu entnehmen sein, ob in Ihrem Fall ein Aufenthalt im Kontrollbereich überhaupt gegeben sein kann. Zuständige Behörde in NRW ist die örtlich für Sie zuständige Bezirksregierung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.05.2018 - 13:19 Uhr:
Frage:3087 BETREFF: C-Bogen...Monitor Abnahme bis 30.06.2018
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre AW zuvor. Ich habe drei neue Fragen. Die bekannten Abnahmen bis zum 30.06.2018 an C-Bögen Monitoren und auch an Großanlagen führen hier und da auch zu negativen Ergebnissen. Wenn die Anlagen bisher in der Konstanzprüfung in Ordnung waren, wie ist dann zu verfahren wenn die nachträgliche Abnahme zu einem Negativ-Protokoll führt? Und...ist diese Abnahme der Behörde zu melden oder dieser erst auf Verlangen vorzulegen? Und die dritte Frage dazu...Muss der Betreiber das Gerät stilllegen und Maßnahmen nach RöV vornehmen? Vielen Dank vorab und mit freundlichen Grüßen. Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, gehen Sie bitte auf die Startseite des Forum RöV, dann den Link „2. News“ anwählen, dann „1. Neue Veröffentlichungen“ anklicken. Sie finden mit Datum 17.05.2018 eine Veröffentlichung des Leiters des Arbeiskreises RöV zum Thema „Aktuelle Erläuterung … DIN 6868-157 …“. Darin ist der gegenwärtig aktuelle Stand zur Antwort auf Ihren hier gestellten Fragenkomplex dargestellt. Etwas Aktuelleres gibt es zurzeit zu diesem Thema nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.05.2018 - 16:56 Uhr:
Frage:3086 BETREFF: CT Konstanzprüfungen nach DIN EN 61223-2-6
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein CT wurde vor einem halben Jahr in Betrieb genommen und seitdem monatlich geprüft. Gilt für den CT auch die monatliche Konstanzprüfung oder gibt es hier andere Lösungen so das z.B. nach drei Monaten nur noch alle drei Monate geprüft werden darf, sofern die KP in Ordnung war. Mit freundlichen Grüßen Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, grundsätzlich gelten nach der Röntgenverordnung (RöV) die Regelungen zur zeitlichen Durchführung von Konstanzprüfungen für Computertomographen genauso wie bei anderen Röntgendiagnostikeinrichtungen auch: § 16 Abs. 3 Satz 1 (mindestens monatlich), wobei die zuständige Behörde Abweichungen von dieser Frist festlegen kann (§ 16 Abs. 3 letzter Satz). Eine halbjährliche CTDI- Messung muss nach der DIN EN 61223-2-6 mindestens halbjährlich erfolgen(zusätzlich nach einer Wartung/Reparatur, die die Dosis beeinflusst). Über Ausnahmeregelungen, die teilweise länderspezifisch sein können, sog. Allgemeinverfügungen (eine Fristverlängerung für die Konstanzprüfung wird beispielsweise auf vierteljährlich festgesetzt, wenn, wie Sie richtig vermerkt haben, 3 fehlerfreie monatliche Konstanzprüfungen vorliegen) sowie über spezielle Auflagen in Genehmigungsbescheiden beim Betrieb von CTs im Rahmen der Teleradiologie, müsste man sich bei der örtlich zuständigen Länderbehörde informieren. Ab 1.1.2019 wird ein neues Strahlenschutzrecht (z.B. eine neue Strahlenschutzverordnung, die die jetzt geltende RöV und StrlSchV integrieren wird)in Kraft treten. Es bleibt abzuwarten, wie dann die endgültige Formulierung zur Durchführung der Konstanzprüfung an Röntgendiagnostikeinrichtungen aussehen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen Mit freundlichen Grüßen, Birgit Hallmann



  Frage gestellt am 16.05.2018 - 16:18 Uhr:
Frage:3085 BETREFF: Fachkunde von Strahlenschutzbeauftragten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, über welche Fachkunde muss ein Strahlenschutzbeauftragter eigentlich mindestens verfügen? Mit freundlichen Grüßen K. Rauber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rauber, einen Begriff wie z.B. „Mindestfachkunde“ gibt es im Strahlenschutzrecht (RöV, StrlSchV) nicht. Er wäre auch in sachlicher Hinsicht nicht brauchbar, denn es existieren für die vielen unterschiedlichen Anwendungen von ionisierender Strahlung, z.B. für die diversen Anwendungsgebiete in der Röntgendiagnostik oder in technischen Bereichen, klar definierte und ganz spezifische Vorschriften zum Erwerb und Umfang der Fachkunde im Strahlenschutz. Details dazu findet man in diesbezüglichen Richtlinien zur RöV und StrlSchV, so z.B. für die Röntgendiagnostik die Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder der Zahnmedizin“. Diese Richtlinien kann man beispielsweise im Internet aufsuchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.05.2018 - 13:54 Uhr:
Frage:3084 BETREFF: Aufklärung vor nativen CT-Untersuchungen
Sehr geehrter Herr Prof.Dr. Ewen, wir führen in unserer Klinik überwiegend Schädel-CT`s durch. Diese werden dann teleradiologisch in einer anderen Klinik befundet. Um den Verwaltungs-aufwand zu minimieren, gab es Anfragen unserer Ärzte ob es bei nativen Schädel -CT´s nicht ausreichen würde den Patienten auf dem Aufklärungsformular unterschreiben zulassen. Das ´lästige´ Beantworten der Fragen könne dann entfallen. Dazu die Fragen: setzen die Teleradiologen des externen Krankenhauses nicht ein vollständig ausgefülltes,unterschriebenes Aufklärungsblatt voraus, wenn sie das ok. für die Untersuchung geben? Darf die MTRA ein CT durchführen wenn kein vollständig ausgefülltes Aufklärungs-dokument vorliegt??? Ich bedanke mich im Voraus. Mit freundlichen Grüßen A. Nölte


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nölte, die Beantwortung Ihrer Frage finden Sie sowohl in der bis zum 31.12.2018 noch geltenden RöV (§ 3 Abs. 4 Nr. 3) als auch im Entwurf der dann ab 1.1.2019 geltenden Strahlenschutzverordnung (§ 101 „Anforderungen im Zusammenhang Betrieb einer Röntgeneinrichtung zur Teleradiologie“, dort Abs. 2): „Der Arzt nach § 14 Absatz 2 Nummer 3 des Strahlenschutzgesetzes (Inkrafttreten: 1.1.2019) hat bei der Durchführung der Untersuchung in der Teleradiologie insbesondere die zur Feststellung der rechtfertigenden Indikation erforderlichen Angaben zu ermitteln und an den Teleradiologen weiterzuleiten.“ Dazu gehört nach unserer Meinung auch ein vollständig ausgefüllter Anamnesebogen. Im Übrigen: Wenn ein fachkundiger Arzt die rechtfertigende Indikation gestellt hat, muss die MTRA fehlende Unterlagen nicht hinterfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.05.2018 - 21:47 Uhr:
Frage:3083 BETREFF: DIN 6812
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage zur DIN 6812. Bei der Berechnung des baulichen Strahlenschutzes für eine DSA-Anlage (Tabelle 5 / W=4000 mA min/Woche) ergibt sich z.B. bei einem Abstand von 2 m eine notwendige Verbleiung von 1,5 mm Pb in der Kategorie I. Wie verhält sich das ganze bei einer Bi Planen Anlage wo sich die Betriebsbelastung verdoppelt (W=8000 mA min/Woche)? Gibt es eine Formel mit der man den Faktor Betriebsbelastung zu Verbleiung berechnen kann (z.B. doppelte Betriebsbelastung = doppelter Bleigleichwert). Ich würde mich freuen, wenn Sie mir helfen können. Freundliche Grüße L. Teichmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Teichmann, die DIN 6812 ist so aufgebaut, dass im Kapitel 5 („Bemessung der erforderlichen Abschirmungen“) die Abschirmdicken für die verschiedenen Röntgeneinrichtungen mit „Standardeinstellungen“ (u.a. Betriebsbelastung W) aus Tabellen entnommen werden können. So auch in Ihrem Fall nach Tab. 5 (DSA): W = 4000 mAmin/Woche, 90 kV, 2 m, Kat. I, 1,5 mm Pb. Für Abweichungen von den Standardeinstellungen müssen die Abschirmdicken mit einem Formelwerk ermittelt werden (Anhang A), was ein wenig mehr Arbeit bedeutet. Wenn aber nur eine Abweichung vom Standardwert der Betriebsbelastung berücksichtigt werden soll (Ihr Beispiel: Erhöhung von W = 4000 auf 8000 mAmin/Woche), kann man unter Einbeziehung einer Proportionalität zwischen Schwächungsfaktor und Betriebsbelastung (in Ihrem Fall: Verdoppelung von W bedeutet Verdoppelung des Schwächungsfaktors)und unter Nutzung der Tab. A.4 folgende „Abkürzung“ einschlagen: In der Spalte „90 kV“ für die Zeile „1,5 mm Pb“ den Schwächungsfaktor ablesen („721“). Für dessen verdoppelten Wert („≈ 1470“) aus der nächsten Zeile die Abschirmdicke „1,75 mm Pb“ (gilt dann für W = 8000 mAmin/Woche) entnehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hier im Forum RöV grundsätzlich keine Garantie für die Richtigkeit irgendwelcher Strahlenschutzberechnungen übernehmen können.



  Frage gestellt am 19.04.2018 - 10:26 Uhr:
Frage:3082 BETREFF: EURATOM-Richtlinie 2013/59, Medizinphysikexperte
Sehr geehrter Prof.Dr. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort. Es scheint also auf Honorarverträge hinauslaufen. Andere Häuser werden also vor einem ähnlichen Problem stehen. Gibt es eventuell ein Register über MPEs, ähnlich wie bei Sachverständigen?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bauch, es gibt (bisher) keine diesbezüglichen Register oder Listen. Und man weiß offensichtlich auch nicht, wann, wenn überhaupt, so etwas vorliegen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.04.2018 - 09:31 Uhr:
Frage:3081 BETREFF: DIN 6812
Sehr geehrte Herren, suche die Tabellen 6 und 7 der DIN 6812!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sommer, werfen Sie bitte einen Blick in Ihre Mailzuschriften. Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.04.2018 - 16:08 Uhr:
Frage:3080 BETREFF: EURATOM-Richtlinie 2013/59, Medizinphysikexperte
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen, ab 2019 muss laut Artikel 58 bei dosiintensiven Untersuchungsverfahren ein Medizinphysikexperte verfügbar sein. Wer kann dazu bestellt werden? Würde ein Studium in Physikalischer Technik mit Schwerpunkt Medizintechnik (Abschluss Dipl.-Ing(FH)im Jahr 2008) ausreichend sein? Im Rahmen des Studiums wurde die Fachkunde R6.1 und R6.2 erreicht, ebenso wurde bisher die Aktualisierung immer fristgerecht durchgeführt. Oder ist hierfür eine Zusatzausbildung notwendig? Auf welche Dinge muss besonders geachtet werden? Unser Klinikum umfasst insgesamt 3 verschiedene Standorte. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bauch, nach Rücksprache mit einem sich in dieser Materie sehr gut auskennenden Kollegen, kann man die folgenden Sachverhalte zusammenfassen: Vorweg muss man erst einmal feststellen, dass eine Fachkunde im Strahlenschutz der Gruppen R 6.1 oder R 6.2 keineswegs ausreicht. Da „nur“ ein FH-Abschluss vorliegt, muss auf jeden Fall ein sog. Fachgespräch durchgeführt werden. In diesem Fachgespräch werden die theoretischen Kenntnisse aus dem Bereich Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik abgefragt. Dann muss für diese Bereiche die erforderliche klinische Sachkunde erworben werden. Das heißt für den Bereich Röntgendiagnostik: Optimierung von CT und von interventionell genutzten Anlagen hinsichtlich Dosis und Bildqualität sowie die so genannte Ablaufoptimierung. Bezüglich der Länge der Sachkundezeit gibt es derzeit lediglich die Maximalforderung von 2 Jahren. Wir sind aber der Meinung, dass 18 Monate voll ausreichend wären. Das aber muss die zuständige Behörde entscheiden. Zu den vorgenannten Forderungen gehören die erfolgreiche Absolvierung des Grundkurses und des Strahlenschutz-Spezialkurses Röntgendiagnostik sowie die erfolgreiche Absolvierung der Spezial-Kurse „CT“ und „Interventionsradiologie“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 14.04.2018 - 18:13 Uhr:
Frage:3079 BETREFF: Bleischürze vergessen
Sehr geehrter Herr Prof., danke für die Antwort. Allerdings habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Ich meinte das Vergessen der Bleischürze beim Patienten während des OPTGs. Muss man mit einer fristlosen Kündigung rechnen? Was ist, wenn der Chef das der Zahnärztekammer mitteilt? Können die einen den Röntgenschein wegnehmen? Kann der Patient die ZFA verklagen? Wenn ja mit was muss man rechnen? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brücke, im letzten Satz meiner Antwort auf Ihre erste Anfrage (Nr. 3078) habe ich ja auch die Möglichkeit angesprochen, dass Sie vielleicht die Nutzung einer Patientenschutzschürze gemeint haben könnten, was ja offensichtlich auch zutreffend war. Grundsätzlich ist zur Nutzung von Patientenschürzen in der zahnmedizinischen Radiologie folgendes zu sagen: 1) Patientenexpositionen bei Panoramaschichtaufnahmen sind im Vergleich zu den meisten anderen Röntgenuntersuchungen auch ohne Nutzung von Patientenschutzschürzen niedrig. 2) Die Reduzierung der Patientendosis durch eine Schürze hält sich bei Panoramaschichtaufnehmen sehr in Grenzen. Ich würde die von Ihnen aufgezählten möglichen „Strafmaßnahmen“ für eine Assistentin, die das Anlegen von Patientenschutz bei Panoramaschichtaufnahmen mal vergessen hat, als maßlos überzogen ansehen und bezweifel wirklich sehr, dass die zuständige Behörde in einem derartigen Fall im Sinne dieser „Strafliste“ intervenieren wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.04.2018 - 17:33 Uhr:
Frage:3078 BETREFF: Bleischürze vergessen
Sehr geehrter Herr Prof., was sind die Folgen für die ZFA, wenn sie die Bleischürze beim OPTG vergessen hat? Mfg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brücke, ich gehe mal davon aus, dass es um eventuelle strahlenbiologische Folgen für eine ZFA geht, die beim Auslösen einer zahnmedizinischen Röntgenaufnahme (Panoramaschichtaufnahme) vergessen hatte, eine Schutzschürze anzuziehen. Grundsätzlich ist bei der Antwort auf Ihre Frage zu beachten, wo sich die betreffende ZFA dabei aufgehalten hat. Weiterhin ist natürlich auch wichtig, wie oft das passiert ist. Was den Standort betrifft, so gibt es in der Zahnmedizin generell drei Möglichkeiten: 1) Außerhalb des Röntgenraums, der möglicherweise baulich abgeschirmt ist (zumindest die Tür): Kein Kontrollbereich und keine Schutzkleidung erforderlich. 2) Innerhalb des Röntgenraumes, aber mit Abstand zum Röntgenstrahler und Patienten von 1,5 m und mehr: Kein Kontrollbereich und keine Schutzkleidung erforderlich. 3) Innerhalb des Röntgenraumes, aber mit Abstand zum Röntgenstrahler und Patienten von weniger als 1,5 m: Kontrollbereich vorhanden und Schutzkleidung erforderlich. Möglichkeit 3) sollte tunlichst nicht vorkommen und ist untersuchungstechnisch auch gar nicht notwendig. Aber wenn es nun mal passiert ist, sollten Wiederholungen ausgeschlossen sein. In Einzelfällen jedenfalls sind strahlenbiologische Folgen nicht zu befürchten. Sollte in Ihrer Anfrage gemeint sein, dass die ZFA bei einer Panoramaschichtaufnahme das Anlegen einer Schutzschürze beim Patienten vergessen hat, so ist dieser Lapsus nun mal passiert, beim nächsten Mal aber nicht mehr! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.04.2018 - 20:21 Uhr:
Frage:3077 BETREFF: mrt Bedienung
Sehr geehrter Prof.Ewen Welche Voraussetzungen gibt es für mrt gerete bedienen ist das möglich ohne Röntgen Schein magnetspintomographie Bedienen?kann man im Ausland abgeschlossene Ausbildung mrt bedienen Freundliche Grüße


1. Antwort: ... diese Frage wurde 2x gestellt. Antwort: siehe Nr. 3076 K. Ewen



  Frage gestellt am 10.04.2018 - 20:21 Uhr:
Frage:3076 BETREFF: mrt Bedienung
Sehr geehrter Prof.Ewen Welche Voraussetzungen gibt es für mrt gerete bedienen ist das möglich ohne Röntgen Schein magnetspintomographie Bedienen?kann man im Ausland abgeschlossene Ausbildung mrt bedienen Freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sözeri, der Betrieb von MRT-Geräten fällt nicht unter die Strahlenschutzgesetzgebung (Röntgen- bzw. Strahlenschutzverordnung). Aus diesem Grund ist die rechtliche Regelung zur technischen Durchführung einer MRT-Untersuchung („Gerät bedienen“) keine Angelegenheit der Röntgenverordnung. Der sog. Röntgenschein („Kenntnisse im Strahlenschutz“), der z.B. für eine medizinische Fachangestellte (MFA) zur technischen Durchführung einer CT-Untersuchung erforderlich wäre, hat also für die Kernspintomographie keine rechtliche Bedeutung. Bitte suchen Sie hier im Forum RöV eine Fragestellung plus Antwort auf, in der diese Problematik detailliert von uns besprochen worden ist. Diese Anfrage wurde erst kürzlich gestellt (15.3.2018). Sie hat die laufende Nummer 3069 und ist mit „MRT Bedienung“ überschrieben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.04.2018 - 20:55 Uhr:
Frage:3075 BETREFF: MFAs: Nach der Ausbild. zukünftig kein Röntgen möglich?
Sehr geehrter Prof. Ewen Mir kam zu Ohren, dass im Zuge eines Aktualisierungskurses: Kenntnisse im Strahlenschutz für MFAs, verkündet wurde, dass es vermutlich noch in diesem Jahr eine Gesetzesänderung geben soll, nach der zukünftig, nach erfolgreicher Ausbildung zur MFA, für diese keine Möglichkeit mehr bestehen soll, den umgangssprachlich als Röntgenschein bezeichneten Kurs zu belegen, weil diese Kurse für zukünftige MFAs ersatzlos gestrichen werden sollen. Es soll sie nicht mehr geben?! Wenn jemand weiß, ob da was dran ist, dann Sie und mit Gerüchten, bevor sie sich verbreiten, soll man gleich aufräumen. Nein, das stimmt nicht, oder????


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, die Thematik Ihrer Fragestellung (Tätigkeit von MFA im Zusammenhang mit der technischen Durchführung der Anwendung von ionisierender Strahlung am Menschen)ist in der jetzt geltenden Strahlenschutzgesetzgebung (RöV, StrlSchV) in § 24 Abs. 2 Nr.4 RöV bzw. in § 82 Abs. 2 Nr. 4 StrlSchV geregelt. Diese beiden Verordnungen werden bis spätestens 31.12.2018 außer Kraft gesetzt werden und einer neuen gesetzlichen Grundlage im Strahlenschutz Platz machen. Wichtig, u.a. im Zusammenhang mit Ihrer Frage, ist auf Gesetzesebene das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG)und auf Verordnungsebene die Verordnung zur weiteren Modernisierung des Strahlenschutzrechts. Letztgenannte ist eine sog. Artikelverordnung. Artikel 1 umfasst die Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (´StrlSchV´), die bisher als Entwurf vorliegt, die Belange der RöV mit enthält und keineswegs mit der o.g. jetzt noch geltenden StrlSchV verwechselt werden darf. StrlSchG und die hier vorgestellte „neue“ StrlSchV müssen spätestens am 1.1.2019 in Kraft treten. Bezüglich der in dieser Forumanfrage angesprochenen Tätigkeit von MFA im Rahmen der „technischen Durchführung“, die Kenntnisse im Strahlenschutz und den erfolgreichen Besuch eines entsprechenden Kurses voraussetzen, wird sich mit Ablösung der RöV/StrlSchV „alt“ durch die StrlSchV “neu“ nichts ändern (siehe dort § 37 Abs. 1 Nr. 3 und § 120 Abs. 2 Nr. 4). Dieser Punkt stand bei den diesbezüglichen Arbeitskreisen auch nie zur Diskussion. Also sind die darüber bestehenden Gerüchte vollkommen haltlos. Es ist nach unserer Meinung auch wirklich schlecht vorstellbar, dass die seit Jahren erfolgreiche Arbeit entsprechend ausgebildeter und mit Kenntnissen im Strahlenschutz versehener MFA nicht mehr akzeptiert werden und die Erlangung des sog. Röntgenscheins im Rahmen entsprechender Strahlenschutzkurse nicht mehr möglich sein sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.04.2018 - 19:15 Uhr:
Frage:3074 BETREFF: Schwangere MTRA
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Was für ein Abstand soll zwischen CT-Gantry und Bedienungsplatz schwangerer MTRA sein?


1. Antwort: Hallo Frau Magdalena, meistens hält sich das Personal bei der Durchführung von CT-Untersuchungen, also bei Einschaltung der Röntgenstrahlung, im Röntgenraum, der dann als Kontrollbereich ausgewiesen ist, nicht auf. Die Bedienungseinrichtung („Schaltpult“) befindet sich außerhalb des Röntgenraumes, wo, bedingt durch bauliche Abschirmungen, ein Kontrollbereich nicht entstehen kann („Überwachungsbereich“). Eine schwangere MTRA kann sich also dort problemlos aufhalten. Personendosimetrie und Schutzkleidung sind nicht erforderlich. Fragen zu einem möglicherweise einzuhaltenden Abstand zwischen Gantry und Schaltpult stellen sich nicht. Sollte aber für bestimmte Untersuchungszwecke der Aufenthalt von Personal im CT-Raum während des Einschaltens von Röntgenstrahlung erforderlich sein, haben wir eine andere Situation (Aufenthalt im Kontrollbereich, daher Schutzkleidung und Personendosimeter notwendig). Die RöV lässt zu, dass schwangere Mitarbeiterinnen unter bestimmten Voraussetzungen im Kontrollbereich tätig sein dürfen (siehe § 22 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d RöV). Aber bevor man dieses dazu erforderliche und komplizierte Procedere ablaufen lässt, sollte man überlegen, ob es im Sinne des Strahlenschutzes wirklich notwendig ist, zu Untersuchungen dieser Art ausgerechnet eine schwangere Assistentin einzusetzen. Und sollte der Aufenthalt einer schwangeren Mitarbeiterin im Kontrollbereich tatsächlich nötig sein und sich dabei die Frage nach einem einzuhaltenden Abstand stellen, so kann die Antwort nur lauten: So groß wie möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.03.2018 - 11:41 Uhr:
Frage:3073 BETREFF: MFAs in der Radiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es eine Sonderregelung für MFAs, die schon sehr lange (etwa 40 Jahre) in der Radiologie ohne direkte Aufsicht eines fachkundigen Arztes Röntgenaufnahmen anfertigen, nach der sie dies auch weiterhin dürfen (z.B. in Nacht- oder Wochenenddiensten)? Schonmal vielen Dank, Amelie


1. Antwort: Sehr geehrte Amelie, nach unserer Erinnerung ist eine Tätigkeit von MFA bei der technischen Durchführung von Röntgenuntersuchungen mindestens seit 1988 nicht ohne Aufsicht eines Arztes mit Fachkunde im Strahlenschutz zulässig (vgl. § 23 Nr. 4 der RöV in der Fassung vom 8. Januar 1987). Daher gibt es auch keine Sonderregelungen. Die RöV in der vorgenannten Fassung, aber auch diejenige in der aktuellen Fassung verwenden nicht den Begriff „direkte Aufsicht“ sondern „ständige Aufsicht“. Dass diese Begriffe sich unterscheiden können, ergibt sich u.a. aus bestimmten Gerichtsurteilen. Nach unserer Meinung ist es nicht erforderlich, dass der fachkundige Arzt bei der technischen Durchführung einer Röntgenuntersuchung daneben steht, er muss aber auch in den „Diensten“ schnell am Ort der technischen Durchführung eintreffen können, um im Bedarfsfall korrigierend eingreifen zu können. Die Zeit, die bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes am Untersuchungsort vergehen darf, ist in der RöV nicht explizit festgelegt. Wir wissen aber, dass 10 bis 15 Minuten toleriert werden, wenn sich der Arzt auf dem Klinikgelände befindet. Eine für Ihren Fall rechtsichere Auskunft erhalten Sie sicherlich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.03.2018 - 08:50 Uhr:
Frage:3072 BETREFF: Fremdanlage im Betrieb
Guten Tag Herr Prof. Ewen, wir benutzen zur Materialprüfung mehrere Vollschutzgeräte in unserem Betrieb. Nun bekommen wir aufgrund Auslastung eine weitere Vollschutzanalge als Leihgerät einer Fremdfirma zur Verfügung gestellt. Wie sind hierfür die Zuständigkeiten bzgl. Strahlenschutz (Unterweisung Röntgenpersonal, Genehmigung bzw. Anzeige, Wiederkehrprüfung der Anlage,...) wenn a) das eigene Personal an der Anlage arbeitet und b) Fremdpersonal daran arbeitet? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen K. Bechtold


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Bechthold, die Sache ist ein wenig kompliziert: Wenn Sie eine Röntgeneinrichtung in Betrieb nehmen, dann müssen Sie unabhängig von den Besitzverhältnissen die „Inbetriebnahmevorschriften“ der §§ 3 oder 4 der Röntgenverordnung beachten. Das bedeutet, wenn Sie eine ausgeliehene Vollschutzeinrichtung mit einer entsprechenden Bauartzulassung (explizit als Vollschutzgerät) in Ihrem Unternehmen in Betrieb nehmen möchten , müssen sie dies der zuständigen Behörde nach § 4 Abs. 3 RöV unter Beifügung eines Abdrucks des Bauartzulassungsscheins anzeigen. Weitere Unterlagen sind in diesem Fall im Grundsatz nicht erforderlich (im begründeten Einzelfall kann die zuständige Behörde sicherlich weitere Unterlagen anfordern). Zwei Wochen nachdem Sie diese Anzeige erstattet haben, dürfen Sie die Vollschutzröntgeneinrichtung dann nutzen. Anders stellt sich der Fall dar, wenn die Röntgeneinrichtung zwar in Konstruktion und Bauweise einer Vollschutzröntgeneinrichtung entspricht, explizit aber kein Bauartzulassungsschein als Vollschutzeinrichtung beantragt/erteilt wurde. Ob ein solcher Zulassungsschein vorhanden ist oder nicht, können Sie bei Durchsicht der Geräteunterlagen erkennen. In einem solchen Fall (also Betrieb als Vollschutzgerät, aber ohne entsprechende Bauartzulassung) müssen Sie für diese Betriebsweise eine Genehmigung nach § 3 RöV bei der zuständigen Behörde beantragen. Neben dem Genehmigungsantrag müssen Sie in diesem Fall mindestens personenbezogene Unterlagen für den Strahlenschutzbeauftragten (Fachkundebescheinigung) und Unterlagen zum Strahlenschutz (in der Regel ein Sachverständigengutachten) an die Behörde einreichen. Auch hier gilt, dass die Behörde weitere Unterlagen anfordern kann. Die Inbetriebnahme der Röntgeneinrichtung ist erst zulässig, wenn die Betriebsgenehmigung der Behörde vorliegt. Die Einhaltung der Schutzvorschriften (z.B. Unterweisungen, wiederkehrende Prüfungen und Ähnliches) obliegt grundsätzlich demjenigen, der die Röntgeneinrichtung betreibt, d.h. im konkreten Fall Ihren Unternehmen bzw. dem Strahlenschutzverantwortlichen Ihres Unternehmens. In einigen Fällen verfügen Verleiher solcher Röntgeneinrichtungen über Genehmigungen für den Leih- oder Vorführbetrieb. Sollte der Verleiher in Ihren Fall über eine solche Genehmigung verfügen, sollten Sie dort nachschauen, ob es bestimmte Erleichterungen oder besondere Verfahrensweisen für die Inbetriebnahme beim Entleiher gibt. Für die beim Betrieb der Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen ist grundsätzlich der Betreiber der Röntgeneinrichtung zuständig, d.h. Ihr Unternehmen muss darauf achten, dass die Schutzvorschriften eingehalten werden. Zusätzlich kann es in Einzelfällen (immer dann, wenn der Betreiber der Röntgeneinrichtung nicht das volle Direktionsrecht über das Personal hat und bestimmte Strahlenbelastungen erreicht werden können) zu Pflichten des Personalverleihers/-entsenders kommen. Dies ist im § 6 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 3 RöV nachzulesen und sollte im konkreten Fall mit der zuständigen Behörde abgesprochen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.03.2018 - 21:39 Uhr:
Frage:3071 BETREFF: DIN 6857 Teíl2
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen, greift die DIN Norm 6857 Teil 2 nur für Strahlenschutzkleidung des Personals bei medizinischer Nutzung von Röntgenstrahlung bis 150 KV oder ist davon auch die Strahlenschutzkleidung für Patienten betroffen? Mir ist nicht klar wie die Prüfung mittels Röntgenstrahlung in einer Zahnarztpraxis spätestens nach drei Jahren umgesetzt werden sollte. Danke für Ihre Hilfe


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Guggenbichler, die DIN 6857-2 gilt nur für Strahlenschutzkleidung des Personals (siehe Kap. 1 der Norm „Anwendungsbereich“). Damit entspannt sich die Lage in der Zahnmedizin erheblich, denn das dort radiologisch tätige Personal muss sich bei seiner Arbeit ja nicht im Kontrollbereich aufhalten (entsprechende Abstandshaltung oder bauliche Abschirmmaßnahmen). Radiologisches Personal muss nur dann Schutzkleidung tragen, wenn ein Aufenthalt im Kontrollbereich erforderlich ist(siehe § 21 Abs. 1 Satz 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.03.2018 - 10:31 Uhr:
Frage:3070 BETREFF: Vertikale und horizontale Abweichung bei Stitching-Aufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Bei Stitching-Aufnahmen (z.B. Ganzbein oder Wirbelsäulenganzaufnahmen) werden mehrere Bilder zu einem Bild zusammengefügt. Bei diesem Vorgang kann es zu vertikalen und horizontalen Abweichungen kommen. Entweder durch Patientenbewegung oder durch Toleranzen im ´Stitching´-Algorithmus. Aus Software seitiger Entwicklersicht bin ich auf der Suche nach definierten Toleranzmaßen für den ´Stitching´-Algorithums. D.h. um wieviel mm dürfen zusammengefügte Bilder in vertikaler und horizontaler Richtung abweichen? Ist das irgendwo definiert oder beschrieben? Noch eine weitere Frage: Gibt es Vorgaben, dass im zusammengefügten Bild der Überlappungsbereich gekennzeichnet werden muss? Über eine Antwort und Ihre Hilfe würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, es kommt im Forum RöV sehr selten vor, dass wir bei einer Antwort passen müssen. Aber unsere Rücksprache im radiologischen Umfeld zu Ihren beiden Fragen (definierte Toleranzen für den Stitching-Algorithmus und Kennzeichnung des Überlappungsbereiches im zusammengefügten Bild) hat bisher zu keiner Resonanz geführt. Sollte sich noch etwas ergeben, würden wir uns melden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.03.2018 - 10:36 Uhr:
Frage:3069 BETREFF: MRT Bedienung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es ein Gesetz oder Sicherheitsrichtlinie, welche regelt, ob eine MTRA allein am 1,5T bzw. 3,0T MRT arbeiten darf. Vielen Dank im Voraus und mit mit freundlichen Grüßen I. Mayer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Mayer, grundsätzlich werden die technischen und personenbezogenen Anforderungen bei der Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen im „Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG)“ geregelt. Explizit führt der § 2 dieses Gesetzes Anforderungen an den rechtfertigenden Arzt/Zahnarzt aus (siehe diese Vorschrift z.B. im Internet), die allerdings noch in einer Rechtsverordnung nach § 5 dieses Gesetzes konkretisiert werden müssen. Im Gesetz findet man Hinweise zu Anforderungen an Personen, die technisch durchführen in § 5 Abs. 2 Nr. 6a. Diese Anforderungen müssen aber auch in der Rechtsverordnung konkretisiert werden. Zur Beaufsichtigung der Personen findet man im Gesetz keine konkreten Hinweise. Ob solche Regelungen für eine Rechtsverordnung vorgesehen sind, entzieht sich unserer Kenntnis. Ebenso können wir nicht absehen, ob und wann eine solche Rechtsverordnung erlassen wird. Die Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen im Jahr 2014 beschreibt nur, dass die notwendigen Klärungen zum Erlass einer solchen Rechtsverordnung noch nicht abgeschlossen sind. Darüber hinaus könnten sich bestimmte Einschränkungen oder Beaufsichtigungspflichten gegebenenfalls noch durch das ärztliche Berufsrecht ergeben. Hierzu müssen wir Sie allerdings an die zuständige Ärztekammer oder die Gesundheitsaufsicht des jeweiligen Bundeslandes (Bezirksregierung oder ähnliches, Landesgesundheitsministerium) verweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 14.03.2018 - 17:13 Uhr:
Frage:3068 BETREFF: Rotationszeit bei Cardio-CTs
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es eine rechtliche Mindestanforderung/Vorgabe/Empfehlung über die Rotationszeit für Cardio-CTs? Leider kann ich in der Leitlinie der Bundesärztekammer hierüber nichts finden. Der Radiologe, mit dem ich das Thema bald diskutieren darf, behauptet, die RÖV erlaube Untersuchungen mit einer Rotationszeit von 0,8 sec. (temporäre Auflösung = 400ms). Stimmt das? Gibt es Unterschiede zwischen nativen Calcium-Scoring-Untersuchungen und CTA der Coronarien? Vielen Dank für Ihre Hilfe!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reher, uns sind diesbezügliche Mindestanforderungen/… nicht bekannt. Das heißt nun nicht, dass derartige technische Forderungen nicht existieren. Aber es ist sicher, dass sie keineswegs in der Röntgenverordnung zu finden sind. Denn in der RöV werden derartige Angaben grundsätzlich nicht aufgenommen, sondern man überlässt das dem sog. untergesetzlichen Regelwerk, wie Normen, Richtlinien, etc. Radiologische Kollegen weisen aber darauf hin, dass für einen Cardio-CT eine Rotationszeit von 0,8 s keineswegs dem Stand der Technik entsprechen würde. Moderne Geräte arbeiten diesbezüglich in einem Bereich um 0,5 s. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 14.03.2018 - 15:23 Uhr:
Frage:3067 BETREFF: Fachkunde des Strahlenschutzbeauftragten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Sie können mir mit Sicherheit bei folgender Frage helfen. Der Posten eines Strahlenschutzbeauftragten ist neu zu vergeben. Der dafür vorgesehene Arzt der Inneren Medizin verfügt über die Fachkunde im Strahlenschutz für den Bereich der Notfalldiagnostik (Extremitäten, Schädel, Wirbelsäule, Thorax und Abdomen). Zu besetzen ist die Position des SSB für Geräte (Durchleuchtung/ERCP) der inneren Medizin. Reicht seine bereits erworbene Fachkunde aus oder benötigt der Arzt weitere Fortbildungsmaßnahmen? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen Claudia Graf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Graf, ob die Fachkunde „Notfalldiagnostik“ für eine Bestellung zum Strahlenschutzbeauftragten reicht, hängt nach unserer Meinung von den tatsächlich vorgesehenen Tätigkeiten ab. Sollten im Entscheidungsbereich des zukünftigen Strahlenschutzbeauftragten tatsächlich nur Röntgenuntersuchungen in der Notfalldiagnostik bei Erwachsenen und Kindern (Röntgendiagnostik ohne CT im Rahmen der Erstversorgung) anfallen, dann könnte die Fachkunde ausreichen. Geplante Untersuchungen dürften allerdings im Rahmen des Entscheidungsbereiches dieses Strahlenschutzbeauftragten nicht erfolgen. Allein deshalb halten wir die Bestellung eines Strahlenschutzbeauftragten allein mit der Notfallfachkunde schon für sehr theoretisch. Auch aus Ihrer Tätigkeitsbeschreibung (Durchleuchtungen/ERCP) ist dieses kaum vorstellbar, denn auch diese Untersuchungen dürften nur im Rahmen der tatsächlich notwendigen Erstversorgung erfolgen. Da die Entscheidung, ob eine vorhandene Fachkunde für eine Bestellung als Strahlenschutzbeauftragter mit einem festgelegten Entscheidungsbereich akzeptiert werden kann, nur von der zuständigen Aufsichtsbehörde getroffen wird, empfehlen wir Ihnen, sich dort vor der hausinternen Ausführung der Bestellung noch einmal zu erkundigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.03.2018 - 11:42 Uhr:
Frage:3066 BETREFF: Schwangerschaft Ergänzung zu Frage 3036
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, sehr geehrtes Forum-Team, ich lese und stöbere gerne hier im Forum, oftmals sind die Fragen die dazugehörigen Antworten eine große Bereicherung! Ganz herzlichen Dank an Sie und das Team für diese Arbeit. Beim Stöbern bin ich auf die Frage 3036 gestoßen, es geht um die Exposition von Schwangeren im Kontrollbereich und ein Verbot im neuen Mutterschutzgesetz. Ich interpretiere aber §11 Abs. 3 Mutterschutzgesetz anders. Hier steht: ´Der AG darf eine schwangere Frau keine Tätigkeit ausüben lassen und sie keinen Arbeitsbedingungen aussetzen, bei denen sie physikalischen Einwirkungen in einem Maß ausgesetzt ist oder sein kann, dass dies für sie oder für ihr Kind eine unverantwortbare Gefährdung darstellt ´ Der Grenzwert für das ungeborene Kind vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zur Entbindung von 1 mSv ist ja so festgelegt, dass keine unverantwortbare Gefährdung besteht.Selbst wenn 1 mSv erreicht würde. Dies ist ja auch der Grenzwert der allgemeinen Bevölkerung. Deswegen sehe ich es so, dass sich das neue Mutterschutzgesetz und die RöV und StrSchV nicht widersprechen und das Mutterschutzgesetz in §11 Abs. 3 kein absolutes Tätigkeitsverbot beschreibt. Teilen Sie meine Meinung dazu? Besten Dank und mit freundlichen Grüßen Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, wie Sie aus unserer Antwort zur Frage 3036 und insbesondere zur Frage 3053 erkennen können, deckt sich unsere Auffassung grundsätzlich mit Ihrer Auffassung zum Thema. Darüber hinaus bleibt aber unser Ratschlag, bei Unsicherheiten oder wenn man sich im Randbereich der max. zulässigen Dosis befindet, auf die zuständige Behörde zuzugehen, da wir wissen, dass einige Behörden hierzu schon Festlegungen getroffen haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.03.2018 - 17:49 Uhr:
Frage:3065 BETREFF: Nachfrage zu 3063 - Rechtf. Indikation
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, wenn ich Ihre Antwort zu der Frage 3063 richtig verstanden habe, muss man voraissetzen, dass der fachkundige Arzt, der in diesem Falle die rechtfertigende Indikation stellt, zumindest davon Kenntnis hat, dass der Patient in der Praxis ist, und/oder dass er den Patienten, bzw. den Grund seines Besuchs kennt. -- Weiß er dies nicht, kann er ja unmöglich die rechtfertigende Indikation, wie sie in §23 RöV Abs.2 und 3 gefordert ist, ordnungsgemäß stellen. Wird dennoch geröntgt, hätte ja dann die MFA an der Rezeption die rechtfertigende Indikation gestellt! - Ich interpretiere das jetzt so: Kennt der Arzt den Patient bzw. den Grund seines Besuchs bei ihm darf geröntgt werden, ohne dass er den Patienten vor dem Röntgen sieht. Andernfalls wäre es eine Ordnungswidrigkeit! Stimmen Sie dem so zu? -- -- Wie stellt sich dann die Situation in einer Klinik in der Nacht oder am Wochenende dar? Dann wenn ein Assistenzarzt ohne Fachkunde oder nur mit Kenntnissen im Strahlenschutz eine röntgendiagnostische Untersuchung wüscht. Ein weiterer Arzt mit der entsprechenden Fachkunde befindet sich im Hause. Auch hier müsste doch der fachkundige Arzt über den Patienten informiert sein, bevor eine rechtfertigende Indikation gestellt wird. Denn der Arzt nur mit Kenntnissen im Strahlenschutz darf ja noch keine rechtfertigende Indikation stellen. Da müsste doch der Assistenzarzt den fachkundigen Arzt jedesmal vorher in Kenntnis setzen? Wie sehen Sie das? Schon jetzt recht herzlichen Dank für Ihre Mühe und Ihre Meinung dazu, die ich mit Spannung erwarte! K-H. Szeifert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Szeifert, der fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation stellt, muss nicht nur wissen, dass sich ein Patient in der Praxis/im Krankenhaus befindet, er muss auch die Fragestellung (ärztliche Indikation) kennen, um eine Entscheidung treffen zu können, ob und wie Röntgenstrahlung angewendet wird und ob es ggf. Risiken beim Patienten gibt. Nur wenn der rechtfertigende Arzt sich hiermit auseinandersetzt, kann er die Entscheidung treffen, ob eine rechtfertigende Indikation ohne eine weitere Untersuchung des Patienten durch ihn möglich ist oder eine Inaugenscheinnahme/weitere ärztliche Untersuchung unumgänglich ist. Die Röntgenuntersuchung darf durch das Assistenzpersonal erst dann technisch durchgeführt werden, wenn die rechtfertigende Indikation explizit erfolgt ist (vgl. auch unsere Antwort zur Frage 3036, in der wir beschreiben, dass es im Einzelfall möglich erscheint, eine rechtfertigende Indikation zu stellen, ohne den Patienten untersuchen zu müssen, sofern man als rechtfertigender Arzt die KRITERIEN kennt). Auch in den Diensten in der Klinik muss der fachkundige Arzt entscheiden, d.h. er muss die rechtfertigende Indikation unter den vorgenannten Randbedingungen vor der Röntgenuntersuchung stellen und dabei entscheiden, ob eine weitere Untersuchung des Patienten durch ihn erforderlich ist. Der nicht fachkundige Assistenzarzt darf zwar die ärztliche Indikation (Fragestellung) vornehmen aber nicht die rechtfertigende Indikation stellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.03.2018 - 09:59 Uhr:
Frage:3064 BETREFF: Ausgleichsfilter
Guten Tag, ich habe Fragen im Bereich des Strahlenschutzes: 1. Ist es noch erlaubt Ausgleichsfilter (BWS /AC Gelenk...)zu benutzen oder rechnet die Software bei Detektoraufnahmen (je nach Programm) diesen bei der Bildauswertung ´dazu´? 2. Sind Jochbogen Aufnahmen (vergleich oder einzeln) wegen einer hohen Linsenbelastung nicht mehr zu empfehlen, bzw. bei konkrtetem Verdacht sollte lieber direkt ein CT gefahren werden? 3. Ist es noch erlaubt ein Kahnbeinquartett zu röntgen oder sollte bei einem Verdacht direkt ein CT/MRT gemacht werden? Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen E.Brandt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Brandt, 1) zum Ausgleichsfilter: Ausgleichsfilter sollten weiterhin benutzt werden, um bei unterschiedlichen Objektdicken ein primär befundbares Bild zu erhalten, und zwar ohne zu „fenstern“. 2) zu Jochbogen-Aufnahmen: Zweidimensionale radiologische Bildgebung in zwei senkrecht zueinander stehenden Ebenen oder dreidimensionale Bildgebung: Computertomographie (CT) und/oder DVT (CBCT) (Leitlinie „Laterale Mittelgesichtsfrakturen“ AWMF). Auch in der Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen wird die CT als Primäruntersuchung genannt und konventionelle Aufnahmen sollten nur angefertigt werden, wenn ein CT nicht zur Verfügung steht. 3) Kahnbeinquartett: Beim Verdacht auf eine Skaphoidfraktur soll als Basisdiagnostik zunächst die Projektionsradiographie des schienenfreien Handgelenkes mit den drei Standardaufnahmen (dorsopalmar, lateral und Stecher) durchgeführt werden. Die früher gebräuchliche Kahnbeinquartettserie ist verzichtbar. Die Projektionsradiographie liefert in 15% bis 30% der Skaphoidfrakturen unsichere Ergebnisse. Deshalb ist die Projektionsradiographie sowohl in der Akut- als auch in der Kontrolldiagnostik großzügig durch Schnittbildverfahren (CT oder MRT) zu ergänzen (aus S3-Leitlinie Skaphoidfraktur AWMF). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.02.2018 - 16:40 Uhr:
Frage:3063 BETREFF: Wann muss die rechtfertigende Indikation erfolgen?
Guten Tag, bei uns in der Praxis kommt es manchmal vor, dass Patienten bevor sie zum Arzt hinein gehen, schon geröntgt werden. Erst dann geht er ins Sprechzimmer und der Arzt stellt dann die Indikation. Also erfolgt in diesem Falle die RI nach dem Röntgen. Ist das so rechtlich in Ordnung? Im Netz habe ich folgendes gefunden: Nach RöV, Gerichtsentscheiden, Rechtskommentaren und Aussagen der Ministerien ist davon auszugehen, dass der die RI stellende Arzt sich auf dem Gelände befinden muss, wo die Röntgenanwendung stattfinden soll, und innerhalb von 10 min am Untersuchungsort eintreffen kann. Dies gilt auch als Anforderung während der Untersuchung, soweit eine Strahlenschutz-fachkundige Person (MTA) die Röntgenanwendung durchführt. Bei Personen, die nicht fachkundig sind, aber über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, muss die Durchführung unter ständiger Aufsicht erfolgen. - Daraus ist zu schlußfolgern, dass die RI ggf. auch ohne Patientenkontakt gestellt werden kann, wenn die obigen Bedingungen eingehalten werden, z. B. elektronisch, anhand eines vorgelegten Papieres oder telefonisch, soweit die notwendigen Informationen korrekt übermittelt werden, die Anweisung zur Röntgenanwendung (inkl. Art und Weise) an die durchführende Person weitergegeben wird und eine Dokumentation der RI erfolgt. Wir sind nun sehr verunsichert und hoffen auf eine Klarstellung. Vielen Dank. VG SK


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Steve K, unabhängig vom praktischen Verfahren muss die rechtfertigende Indikation vor der Röntgenuntersuchung gestellt werden (vgl. § 23 Abs. 1 Satz 1 RöV). Die Sinnhaftigkeit dieser Festlegung ergibt sich klar aus den Sätzen 2 und 3 dieser Vorschrift (Nutzen-/Risikoabwägung; Nutzung anderer Untersuchungsverfahren). Wenn die rechtfertigende Indikation -wie Sie beschreiben- erst nach der Röntgenuntersuchung gestellt wird, dann können diese Betrachtungen nicht mehr einfließen. U.E. könnte es sich in solchen Fällen i.d.R. um nicht gerechtfertigte Körperverletzungen handeln, die als Ordnungswidrigkeit oder ggf. sogar als Straftat betrachtet werden können. Dies würde im Einzelfall dann von den Aufsichtsbehörden oder den Strafverfolgungsbehörden festgestellt. In Ihren weiteren Ausführungen betrachten Sie dann Stellungnahmen und Kommentierungen, die aber grundsätzlich davon ausgehen, dass die rechtfertigende Indikation vor der Röntgenuntersuchung erfolgen muss. Die Regelungen zur praktischen Vorgehensweise in § 23 Abs. 1, Sätze 4 und 5 RöV geben klar vor, dass der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt den Patienten vor Ort persönlich untersuchen kann (dies gilt auch bei einer Überweisung oder Zuweisung durch einen anderen Arzt ohne oder mit Fachkunde im Strahlenschutz). Einzige Ausnahme hiervon ist die genehmigte Teleradiologie, die hier aber nicht betrachtet wird. Daraus folgt, dass sich Patient und der Arzt, der die rechtfertigende Indikation vornimmt am „gleichen“ Ort befinden müssen. Dass der rechtfertigende Arzt den Patienten tatsächlich untersuchen muss, ist in der RöV nicht festgelegt. Er kann im Einzelfall sicherlich aufgrund von vorliegenden Kriterien (Überweisungen, Zuweisungen, Berichte, andere Untersuchungsergebnisse, ggf. persönliches Kennen eines Patienten) auch rechtfertigende Indikationen stellen, die allen Anforderungen der RöV entsprechen, ohne Patienten persönlich zu untersuchen. Er muss allerdings jederzeit die Möglichkeit haben den Patienten zu untersuchen, um vielleicht bestimmte Risiken auszuschließen oder Besonderheiten für die technische Durchführung festzulegen. Insoweit ist ggf. nicht auszuschließen, dass sich Patient und rechtfertigender Arzt in einem gewissen räumlichen Abstand (z.B. auf dem „gleichen“ Klinikgelände) aufhalten, der rechtfertigende Arzt aber vor der tatsächlichen Rechtfertigung der einzelnen Untersuchung den Patienten aufsuchen und persönlich untersuchen könnte. U.E. bestehen keine Bedenken, wenn der rechtfertigende Arzt (unabhängig davon, ob die rechtfertigende Indikation mit oder ohne Patientenkontakt erfolgt ist) die Anweisungen zur Untersuchung schriftlich oder auch elektronisch an die technisch durchführenden Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter weiterleitet. Wichtig ist, dass sowohl die rechtfertigende Indikation als auch die Daten der technischen Durchführung und der Befund dokumentiert und aufbewahrt werden müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.02.2018 - 12:29 Uhr:
Frage:3062 BETREFF: Aktualisierung Teleradiologie/ Fachkunde
Sehr geehrter Prof. Ewen, gilt eine Aktualisierung der Fachkunde Rö-Thorax alle 5 Jahre (zuletzt 2017) automatisch auch als Aktualisierung der Kenntnisse in Teleradiologie für CT-Untersuchungen (Kurs in 2013 absolviert)? Oder muss ich dafür eine getrennte Aktualisierung planen? Gruss aus dem Rheinland


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Döhner, Sie haben grundsätzlich Recht, auch Kenntnisse im Strahlenschutz müssen regelmäßig aktualisiert werden. Dies gilt auch für die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz für den Arzt am Ort der technischen Durchführung einer teleradiologischen Untersuchung (vgl. § 18a Abs. 3 Satz 2 RöV). Allerdings konkretisiert die Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ in der Fassung vom 26.06.2012 unter der Nummer 6.2.2, letzter Absatz, dass die erforderlichen Kenntnisse des Arztes am Untersuchungsort einer Teleradiologie als nachgewiesen gelten, wenn dieser über eine Fachkunde im Strahlenschutz nach der v.g. Richtlinie verfügt und eine Bestätigung eines Teleradiologen über eine ausreichende Einweisung in die entsprechende Tätigkeit eines Arztes am Untersuchungsort vorliegen. Aus dieser Regelung kann man unserer Meinung nach klar ableiten, dass eine Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz (die ja das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik betrachtet) auch für eine weitere Tätigkeit als Arzt am Untersuchungsort bei der Teleradiologie ausreichend ist. Eine spezielle Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz kommt u.E. auch deshalb nicht in Betracht, da diese Kenntnisse - bei Ärzten mit bescheinigter Fachkunde im Strahlenschutz - in der Regel nicht gesondert bescheinigt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.02.2018 - 09:15 Uhr:
Frage:3061 BETREFF: Röntgen von Frühchen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben einen neuen Chef der Neonatologie, der ein altes Thema neu diskutiert: Wenn wir Frühchen im Inkubator röntgen dürfen diese nicht berührt werden. Die Kassette befindet sich in einer Schublade im Inkubatorboden, das Kind darf nicht direkt mit Blei abgedeckt werden. Der Pädiatrzer wünscht, dass auf den Inkubator eine Bleischürze gelegt werden soll, was ich für Unsinn halte. Wir blenden scharf ein. Fällt keine Rö-Strahl auf die Schürze brauch ich sie nicht. Fällt ein Rö-Strahl auf die Schürze streut sie auf das ganze Kind im Inkubator. Macht das also Sinn? Ich vermute, dass der Kollege so denkt, weil wir die benachbarten Inkubatoren aus psychologischen Gründen (Eltern gucken durch ein Fenster beim Röntgen zu)abdecken. Also Bleischürze auf den Inkubatordeckel legen oder nicht? Vielen Dank! G. Lutterbey


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Lutterbey, zunächst zur Bleischürze: Blei ist ein Element mit hoher Ordnungszahl Z (= 82). Deshalb ist es auch gut zu Abschirmungszwecken z.B. von Röntgenstrahlung geeignet. Begründung: Der sog. Photoeffekt, der die Absorption von Materialien dominiert, ist bei hohen Ordnungszahlen besonders wirksam. Anders liegen die Verhältnisse beim sog. Comptoneffekt. Dieser ist im Wesentlichen für die Entstehung von Streustrahlung verantwortlich, ist aber bei Materialien mit hohem Z (z.B. Blei) nicht sehr aktiv. Fazit: Von Bleischürzen geht nur relativ wenig Streustrahlung aus. Ihre Befürchtung einer hohen Dosis durch Streustrahlung im Inkubator, die von der Bleischürze erzeugt werden könnte, ist also physikalisch gesehen weitgehend grundlos. Aus diesem Grund können Sie selbst entscheiden, ob Sie abdecken wollen oder nicht. Vielleicht ist der psychologische Aspekt (Eltern) gar nicht so unwichtig. Hier noch einige besondere aufnahmetechnische und ärztliche Qualitätsanforderungen bei Neugeborenen, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, die mir ein radiologischer Kollege zugesandt hat (siehe Leitlinien der BÄK): Auf exakte Einblendung des Nutzstrahlungsfeldes mit erkennbaren Feldgrenzen und Bleiabdeckung der angrenzenden Körperstammabschnitte und der Gonaden sollte besonders geachtet (siehe oben). Wenn man die Abdeckungen nicht direkt auf das Kind legen kann, dann eben auf den Inkubator. Dabei nach Einstellung des Lichtfeldes die Bleiabdeckung soweit vorschieben, bis man im Lichtfeld deren Schatten sieht. Dann die Abdeckung bis zur Grenze des Lichtfeldes zurückziehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.02.2018 - 16:55 Uhr:
Frage:3060 BETREFF: RöV - europäisches Ausland
ist es richtig das auch in anderen europäischen ländern verschiedende verordnugen gibt oder gibt es eine die europa weit gilt? ggf. wo finde ich zb die Röntgenverordnung für UK? Danke.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr König, in der Europäischen Union existieren „Grundnormen-Richtlinien“, die die Mindestanforderungen für den Strahlenschutz in allen Mitgliedstaaten festlegen. Diese Mindestanforderungen müssen dann von den Mitgliedstaaten in deren nationales Recht umgesetzt werden. Es gibt in jedem Mitgliedstaat der EU eine entsprechende Regelung (Gesetze, Verordnungen oder ähnliches), die aber durchaus voneinander abweichen könnten, da die Staaten auch über die europäischen Mindestanforderungen aus den Grundnormen hinausgehen können oder es unterschiedliche Begrifflichkeiten gibt. Da das Vereinigte Königreich noch Mitglied der EU ist, gehen wir davon aus, dass auch dort die aktuellen Grundnormen (Dezember 2013) in nationales Recht umgesetzt wurden bzw. werden. Für genauere Auskünfte sollten Sie ggf. im Internet recherchieren oder die Botschaft des Vereinigten Königreichs kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.02.2018 - 11:42 Uhr:
Frage:3059 BETREFF: Personal Kategorie A
Sehr geehrter Herr Professor Ewen! An anderer Stelle in diesem Forum haben Sie den Personenkreis benannt, der in die Kategorie A eingeordnet werden soll/muss. Z. B. OP Personal, wenn mit einem C-Bogen gearbeitet wird. Wie schätzen Sie die Situation für anwesendes Anästhesiepersonal ein? Eingruppierung in Kategorie A? Oder kann man argumentieren das durch Positionierung am Kopfende, Abstand, Schutzkleidung eine Einordnung in die Kategorie A nicht erforderlich ist? Vielen Dank und Gruß!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann, die vom Strahlenschutzbeauftragten (SSB) zu treffende Auswahl, welche beruflich strahlenexponierten Personen sind nach der RöV unter Kategorie A und welche unter B einzuordnen, kann in bestimmten Fällen – und dazu gehört ganz besonders die Nutzung von mobilen C-Bogengeräten - aufgrund vieler untersuchungstechnischer Randbedingungen, von denen Sie ja Einige aufgezählt haben, nicht immer eindeutig vorgenommen werden. Aber der SSB muss nun mal entscheiden, und ich würde bei Zweifeln, ob Kat. A oder B, für A plädieren. Die daraus resultierende Forderung aus der RöV, diesen Personenkreis einmal im Jahr von einem ermächtigten Arzt untersuchen oder beurteilen zu lassen, schafft bei den Betroffenen sicherlich das Gefühl, dass man sich in puncto Strahlenschutz um sie kümmert. Was das Anästhesiepersonal betrifft, so würde ich deren arbeitsmedizinische Vorsorgemaßnahmen an die Modalitäten knüpfen, die für das gesamte übrige mit dem C-Bogengerät umgehende OP-Personal auch gelten. Sollte sich der SSB aufgrund seiner Abschätzungen und Erfahrungen entschließen, die Betroffenen in die Kategorie B einzugruppieren, dann muss er die tatsächlich ermittelten Dosiswerte genau beobachten und ggf. dann eine Veränderung der Eingruppierung vornehmen, wenn der Schwellwert von 6 mSv/a erreicht wird (mit der erforderlichen Untersuchung durch einen ermächtigten Arzt). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.02.2018 - 10:49 Uhr:
Frage:3058 BETREFF: Referenzwerte
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, bei Durchsicht der diagnostischen Referenzwerte für konventionelle Aufnahmen fällt auf, dass keine DRW für HWS, Extremitäten außer Hüfte und Schulter, Orbitaaufnahmen, für das Sternum und Abdomen in Linksseitenlage, Thorax liegend aufgeführt werden. Mich würde interessieren, warum das so ist und woran kann man sich orientiert, wenn man ein Dosismanagementprogramm einführen will? Vielen Dank für die Antwort Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, letzten Endes kann die Frage, für welche Röntgenuntersuchungen sind Diagnostisches Referenzwerte (DRW) festgelegt worden und für welche nicht, bzw. warum ist die Auswahl (neu: am 15.7.2016 im Bundesanzeiger publiziert) so und nicht anders getroffen worden, am besten der Herausgeber dieser Daten, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), beantworten (siehe Internet: Dr. A. Schegerer, BfS). Wir hier im Forum können darüber nur bestimmte Vermutungen anstellen. Beispielsweise: Bei peripheren Extremitäten macht eine DRW-Festsetzung wegen der geringen effektiven Dosis wenig Sinn. Bei HWS und Thorax liegend, als sehr häufige Untersuchungen, könnten wir uns eine Aufnahme in die DRW-Tabellen durchaus vorstellen. Orbita und Sternum sind eher Raritäten. Auch das Abdomen in Links-Seitenlage verliert an Häufigkeit. Es wird mehr und mehr durch Sono und CT ersetzt. Es lohnt sich aber auf jedem Fall, die letzte DRW-Publikation (2016) aus dem Internet zurate zu ziehen, denn das BfS hat eine Menge Kommentare dazu geschrieben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Bei dem Stichwort Dosismanagementprogramm möchten wir uns hier im Forum zurzeit noch ausklammern und weitere Diskussionen abwarten.



  Frage gestellt am 21.02.2018 - 10:05 Uhr:
Frage:3057 BETREFF: Röntgenvergleichsaufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, als regelmäßiger und dankbarer Leser Ihres Forums möchte ich mich nun einmal selbst mit einer Frage an Sie wenden. Wir (MTRA´s) in der Klinik diskutieren mit unserem OA der Radiologie schon länger das Problem der Vergleichsaufnahmen von Extremitäten z.B. bei Gutachten (angeblich fordert das der Versicherer) bzw. bei der normalen unfallchir. Diagnostik oder auch bei Kindern zur Beurteilung der Wachstumsfuge oder Fraktur! In der Orientierungshilfe der SSK zur Indikationsstellung können wir dazu keine genauen Angaben finden. Unseres Wissens sind Vergleichsaufnahmen der gegenseitigen Extremität nicht erlaub. Aber wir können es bei den Unfallchirurgen nicht durchsetzen. Wo können wir dazu eine genaue Aussage bekommen? Herzlichen Dank. M.Winkel


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Winkel, hier eine knappe, aber nach meiner Ansicht klare Antwort eines radiologischen Kollegen: Vergleichsaufnahmen sind in den seltensten Fällen indiziert. Sie werden meist von unerfahreneren Kollegen angefordert, die mit der Anatomie des wachsenden Skeletts oder anderen anatomischen Veränderungen nicht so vertraut sind. Eine Unsicherheit in der Bildinterpretation stellt aber auf keinen Fall eine Indikation zu einer Vergleichsaufnahme dar. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.02.2018 - 19:19 Uhr:
Frage:3056 BETREFF: Frage Aktualisieungskurs
Wird die Fachkundeaktualisierung für CT-Geräte nach derRöV oder der StrSchV geregelt? Muss daher in einer Rö-Aktualisierung unbedingt über den StrSch für CT Geräte geredet werden? Ist der Aufenthalt von Personen während der Strahlung eines CTs überhaupt erlaubt? Danke B. Münzer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Münzer, ein Computertomograph arbeitet mit Röntgenstrahlung und sein Betrieb fällt daher unter die Röntgenverordnung. Die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz erfolgt durch eine Kursveranstaltung, die alle Röntgendiagnostikeinrichtungen umfasst, also auch Computertomographen. Es gibt also - zumindest bisher – keinen Aktualisierungskurs speziell nur für CT. Ein Aufenthalt von Personen im Röntgenraum während eingeschalteter Röntgenstrahlung ist durchaus erlaubt, aber nur unter den im § 22 Abs. 1 Nr. 2 RöV genannten Bedingungen. Das gilt auch für die Computertomographie. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.02.2018 - 08:54 Uhr:
Frage:3055 BETREFF: never ending story DIN 6868-157
Die RÖV (Rundschreiben AK ) vom Mai 2015 schreibt vor, dass an mobilen C-Bögen, die vor dem 01.05.2015 erstmalig in Betrieb genommen wurden und an denen keine Möglichkeit der Einspeisung digitaler Testbilder besteht, bis spätestens 30.06,2018 eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 und bis zum 01,01.2025 gemäß der DIN 6868-157:2014-II durchgeführt werden muss. In einem Schreiben aus 2016 eines Herstellers für mobile C-Bögen lese ich nun: Laut TOP C 04 der 74. Sitzung des LA RöV im Mai 2015 Festlegungen zur Umsetzung der Qualitätssicherungsrichtlinie (QS-RL) gilt: ,,2. An mobilen C-Bögen, die vor dem 01.05.2015 erstmalig in Betrieb genommen wurden und an denen bisher keine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 erfolgte, gilt: b) Bei C-Bogengeräten, die nicht die Möglichkeit zur Einspeisung digitaler Testbilder haben, dürfen erforderliche Teil- oder Abnahmeprüfungen sowie die Konstanzprüfungen nach der jeweiligen Gerätenorm durchgeführt werden; siehe hierzu Kapitel 3 der QS-RL (Konstanzprüfung zum Beispiel nach DIN 6868-4). Falls diese Ausnahmeregelung in Anspruch genommen wird, /st spätestens bis zum 30.06.2018 eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 und bis spätestens 01.01.2025 eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 durchzuführen.´ Bei den meisten Anlagen vor dem 01.07.2016 gebaut wurden besteht technisch keine Möglichkeit Testbilder wie aus der DIN V 6868-57 oder der DIN 6868-157:TOI4-LL gefordert einzuspeisen ! Der Hersteller X beschreibt folgende Vorgehensweise um diese Ausnahmeregelung in Anspruch zu nehmen. Bei Anlagen die in diese Kategorie fallen gilt es zu prüfen, ob ein dauerhaft gespeichertes Testbild (SMPTE-Testbild nach DIN V 6868-57) vorhanden ist oder nicht. Hierdurch wird die weitere Vorgehensweise bestimmt. a) Bei Anlagen mit dauerhaft gespeichertem -l-estbild ist die Abnahmeprüfung für Bildwiedergabegeräte der Anwendungskategorie B wie in DIN V 6868-57 unter Punkt 9.4 beschrieben bis spätestens 30.06,2018 durchzuführen. b) Bei Anlagen ohne Zugriff auf ein dauerhaft gespeichertes Testbild ist die Abnahmeprüfung für Bildwiedergabegeräte der Anwendungskategorie B wie in DIN V 6868-57 unter Punkt 9.5 beschrieben bis spätestens 30.06.2018 durchzuführen, Hierzu wird der Prüfkörper aus der Abnahme- bzw, Konstanzprüfung, z.B. Testplatte Primus DL, verwendet, In beiden Fällen hat nach der durchgeführten Abnahmeprüfung die Festlegung der Kenngrößen und Bezugswerte für die Konstanzprüfung nach DIN V 6868-57 zu erfolgen. Hierzu sind die Prüfmittel des Betreibers zu verwenden. Mit der Durchführung der Abnahme- und Konstanzprüfung ist es gestattet die Anlage bis zum 31. L2.2024 weiter zu betreiben. Wie sehen die Experten hier im Forum diese Inanspruchnahme dieser Ausnahmeregelung ? Grüße aus dem verschneiten Westerwald Christoph Schroeter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schroeter, ich hatte Ihnen ja vor einiger Zeit zu Ihren Anfragen im Forum RöV (lf. Nr. 3055) sozusagen privat geschrieben, dass ich mich zu dieser sich in eine ziemlich komplizierte Richtung entwickelnden Angelegenheit, die Sie zu Recht als „never ending story“ charakterisiert haben, im einschlägigen Kollegenkreis nach einer klaren und übersichtlichen Lösung umhören wollte. Was ich auch getan habe. Aber wir leben in einer Zeitphase, in der alles, was „Strahlenschutz“ heißt, auf irgendeine Art und Weise der Entwicklung des neuen Strahlenschutzrechts untergeordnet werden muss, um den Termin 01.01.2019 einhalten zu können. Als nicht unerhebliche Folgen davon bleiben für die Beschäftigung mit den ebenfalls schon lange anstehenden Problemfällen, wie beispielsweise mit den hier vorliegenden und mit den in dieser Forumanfrage formulierten Fragestellungen, offensichtlich zu wenige Zeitreserven übrig. Folgende diesbezügliche Sachverhalte werden in Kollegenkreisen nur schwierig oder auch gar nicht verstanden bzw. sollten, ggf. korrigiert, in konzentrierter Form publiziert werden: 1) Die DIN V 6868-57:2001-02 wird immer noch zitiert, obwohl sie durch die DIN 6868-157:2014-11 ersetzt worden ist: Nach Rückfrage beim NAR kann die DIN V 6868-57 weiterhin angewendet werden. 2) Die sog. Rundschreiben der Länder zu diesem Thema sind Ergänzungen zu den Festlegungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), die Richtlinie selbst wurde nicht geändert. Hierzu wäre ein Rundschreiben des BMUB erforderlich gewesen, das aus Gründen der knappen Personalkapazität und der vordringlichen Erarbeitung des Strahlenschutzrechts nicht erfolgen konnte. Die Qualitätssicherungs-Richtlinie (vom 23. Juni 2014) selbst müsste dringend novelliert werden, um den Stand der Technik abzubilden. 3) Die größte Hoffnung, eine saubere Übersicht zu dieser Problemlage zu erhalten, setzt man auf die in der Novellierungsphase befindliche Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL). Deren Novellierung, von einer dafür zuständigen AG des Arbeitskreises RöV (AK RöV) erstellt, ist ziemlich weit fortgeschritten. Mit der neuen SV-RL würden die größten und die am schnellsten zu realisierenden Chancen bestehen, die „never ending story“ doch noch einigermaßen erfolgreich abzuschließen. Die SV-RL wird hoffentlich im Laufe des Jahres 2019 veröffentlicht werden. Fazit an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt: Es macht wenig Sinn, dieses komplexe Gebilde im Zusammenhang mit der Realisierung der DIN 6868-157 weiter auszubauen. Wir benötigen ein solides Informationsorgan (und die SV-RL wäre das in idealer Form) und eine AG, die an sich nicht viel Neues erfinden sondern im Wesentlichen das inzwischen vorhandene Stückwerk zusammensetzen und in die neue SV-RL einpassen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 14.02.2018 - 09:19 Uhr:
Frage:3054 BETREFF: Teleradiologie CT-Untersuchungen
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, derzeit führen wir im Bereitschaftsdienst CTs des Schädels, Thorax und Abdomens durch (Teleradiologie). Hierfür haben wir die Genehmigung und so steht es auch in der Verfahrensanweisung. Es kommt aber immer wieder vor, dass wir eine HWS, Schulter, oder ein Becken o.ä. fahren sollen. Dürfen andere Organe einfach so zusätzlich per CT untersucht werden, oder bedarf es hierzu einer erneuten Aufnahme in die VA und einer Genehmigung seitens der zuständigen Behörde? Herzlichen Dank für Ihre Mühe, Elke


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nowak, in der Regel werden die Genehmigungen für die Teleradiologie mit CT nicht auf bestimmte Untersuchungsbereiche eingeschränkt. Eine solche Einschränkung ist normalerweise auch nicht erforderlich, da der verantwortliche Teleradiologe ja über Fachkunde im Strahlenschutz für das Geasamtgebiet der Röntgendiagnostik verfügen muss. Im begründeten Einzelfall kann die zuständige Genehmigungsbehörde natürlich Einschränkungen vorsehen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Teleradiologiegenehmigung noch einmal prüfen sollten. Sofern diese Genehmigung Einschränkungen auf bestimmte Untersuchungen enthält, müssten Sie mit der Genehmigungsbehörde Kontakt aufnehmen und eine Erweiterung Ihrer Genehmigung beantragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.02.2018 - 10:12 Uhr:
Frage:3053 BETREFF: Frage:3036 BETREFF: Exposition Personal Schwangerschaft
Hallo, Leider habe ich erst jetzt diese interessante Frage gesehen. Dazu die zuständige Behörde zu fragen ist sicherlich ein guter Rat. Ich sehe den genannten Punkt im neuen Mutterschutzgesetz allerdings nicht als ein generelles Verbot an. Dort steht: (3) Der Arbeitgeber darf eine schwangere Frau keine Tätigkeiten ausüben lassen und sie keinen Arbeitsbedingungen aussetzen, bei denen sie physikalischen Einwirkungen in einem Maß ausgesetzt ist oder sein kann, dass dies für sie oder für ihr Kind eine unverantwortbare Gefährdung darstellt. Als physikalische Einwirkungen im Sinne von Satz 1 sind insbesondere zu berücksichtigen: 1. ionisierende und nicht ionisierende Strahlungen, 2. ....... jetzt ist die Frage was ist eine „unverantwortliche Gefährdung“. Die Frage beantwortet m.E. die Röntgenverordnung mit der 1 mSv Uterusdosis. Grüße aus Fulda, Bernd Hering


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hering, auch wir sind weiterhin der Meinung, dass RöV und StrlSchV sowie in Zukunft das Strahlenschutzgesetz definieren, ab welcher Dosis ionisierende Strahlung bei ihrer beruflicher Anwendung seitens einer schwangeren Frau eine unverantwortbare Gefährung für das ungeborene Kind darstellt. Das neue Mutterschutzgesetz verweist genau darauf hin. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch die Pflichten des Arbeitgebers, eine besondere Gefährdungsbeurteilung für diese Fälle zu erstellen. Außerdem sollte aus unserer Sicht auch bei einer Dosis unterhalb des Grenzwertes des Strahlenschutzrechts (´1 mSv´) der Wunsch der werdenden Mutter auf eine Tätigkeit außerhalb einer beruflich möglichen Einwirkung ionisierender Strahlung ausreichend Berücksichtigung finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 31.01.2018 - 13:10 Uhr:
Frage:3052 BETREFF: Auswahl einer Anwendung mit geringster Strahlenbelastung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wende mich noch mal an Sie, da Sie vielleicht meine Anfrage vom 30.01.18 übersehen haben. Meine Tochter soll zwecks Achsenverlauf der Beine von der Hüfte aus abwärts geröntgt werden. Zur Wahl steht zum einen die konventionelle Schichtaufnahme (Röntgentomographie) oder das EOS 3D als Selbstzahler. Da meine Tochter im vergangenen Jahr mehrfach geröntgt werden musste, möchten wir das Verfahren mit der geringsten möglichen Strahlenbelastung auswählen. EOS 3D wird immer mit dem CT verglichen, aber nach meiner Kenntnis nicht mit der konventionellen Röntgentomographie. Können Sie uns da bitte weiterhelfen? Vielen Dank für Ihre Mühe. Mit freundlichen Grüßen R. Schulz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schulz, zunächst einmal: Wir haben Ihre Anfrage vom 30.1.2018 nicht übersehen. Es gibt für die Annahme, Ihre Anfrage übersehen zu haben, absolut auch keinen Grund. Denn Ihre Anfrage war erst gestern! Zur Sache ist zu sagen, dass man nach Rückfrage bei radiologischen Kollegen zur Achsenvermessung kein tomographisches Verfahren benötigt sondern nur eine konventionelle sog. Ganzbeinaufnahme. Zur Aufgabe des Forum RöV gehört es nicht, radiologische Indikationsstellungen zu hinterfragen oder diese sogar in Abrede zu stellen. Zur Möglichkeit einer belastbaren Aussage über die Strahlenexposition, und das auch noch unter Einbeziehung des Systems EOS 3D, müsste man einen diesbezüglichen Spezialisten einbeziehen (siehe auch die Antwort zur von Ihnen vermissten Anfrage Nr. 3049 vom 30.1.2018). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.01.2018 - 14:54 Uhr:
Frage:3051 BETREFF: Strahlungsbelastung
Sehr geehrte Damen und Herren, im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung habe ich zwei Kieferothopäden nach der effektiven Dosis für ein Panaoramaröntgen gefragt. Einer der beiden nannte mir die Dosis 0,0064 mSV der andere meinte er können nur Angaben zum Dosisflächenprodukt machen. Dies sei etwa 81 mGyqcm. Ist das nun mehr oder weniger? Danke für die Antwort,


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hofer, Angaben zur Strahlenexposition des Patienten in der Röntgendiagnostik sind meistens mit einer großen Bandbreite verbunden. Das liegt nicht an irgendwelchen Falschmessungen sondern einfach an der Tatsache, dass die untersuchungstechnischen Randbedingungen mit großen Schwankungen verbunden sind (z.B. Empfindlichkeit des Bildempfängersystems, Patientenanatomie und -maße, digitale oder analoge Aufnahmetechnik). Unter diesen Gesichtspunkten kann man die Ihnen genannten Dosiswerte noch in einen zutreffenden Größenbereich einordnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.01.2018 - 13:24 Uhr:
Frage:3049 BETREFF: Strahlendosis EOS 3D im Verhältnis zum Konventionellen Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, um wieviel geringer ist die Strahlendosis beim EOS 3D-Röntgen, im Verhältnis zum konventionellen Röntgen? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen R. Schulz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schulz, das von Ihnen angesprochene EOS-System ist ein Spezialgerät zur 3-D-Visualisierung z. B. der Wirbelsäule, um Verformungen des Skeletts zu beurteilen. Für diese Spezialanwendungen werden keine im strengeren Sinn diagnostische Aufnahmen angefertigt. Nach unserem Wissen sind Aufnahmen mit dem EOS-System zur Befundung in der Diagnostik nicht zugelassen. Auf der Grundlage dieser Technik existieren auch keine direkt vergleichbaren Gerätetekonfigurationen, so dass entsprechend vergleichbare Dosiswerte nicht verfügbar sind. Man findet einiges zu dem EOS-System im Internet (z.B. klinische Anwendung). Darunter sind auch Angaben zu Dosiswerten. Wir überlassen deren Bewertung denjenigen, die diese Angaben publiziert haben, denn man kann sicherlich unterstellen, dass medizinsch-radiologische Anwender dieses Systems zu Fragen der Indikation und zur Dosis mehr zu sagen haben als wir hier im Forum RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.01.2018 - 09:17 Uhr:
Frage:3048 BETREFF: Durchführung von Konstanzprüfungen an mobilen C-Bögen
Sehr geehrter Prof. Ewen, im Zuge der Umstrukturierung der Medizintechnik in unserem Haus ist derzeit nur ein Techniker vor Ort, der Konstanzprüfungen an den C-Bögen in den OPs an den verschiedenen Standorten durchführen darf (R6.1 und R6.2 sind vorhanden) Um jedoch einen Krankheitsfall oder unvorhersehbare Umstände abzusichern, wäre es günstig, wenn ein zweiter Techniker diese Konstanzprüfungen durchführen könnte. Welche Fachkunde ist hierfür zwingend notwendig? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen K. Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schmidt, wenn die genannten Techniker (der schon im Haus befindliche und der avisierte zweite Techniker) bei Ihnen als Angestellte tätig sind bzw. tätig werden sollen, also keine von Ihrem Haus zur Durchführung von Konstanzprüfungen extern beauftragte Personen sind, ist für diese eine offizielle im Sinne des § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV erforderliche Qualifikation (Fachkunde im Strahlenschutz nach R6.1 bzw. R6.2) nicht erforderlich. Sie üben ja diese Tätigkeit bei Ihnen nicht „geschäftsmäßig“ aus sondern offensichtlich als Angestellte Ihres Hauses. Natürlich müssen diese Personen entsprechend fachlich eingearbeitet sein, um in dieser Form Konstanzprüfungen durchführen zu können, aber nicht unter den offiziellen Voraussetzungen des § 6 RöV (siehe auch § 30 Nr. 1 oder Nr. 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.01.2018 - 09:09 Uhr:
Frage:3047 BETREFF: Kassettenprüfung RöV QS RL
Sehr geehrter Prof. Ewen, in unserem Hause wurde die Kassettenprüfung der Speicherfoliensysteme immer durch die Firma durchgeführt. Da es hier aber zunehmend Probleme mit dem Service gibt, kam der Gedanke auf, dass man die jährliche Kassettenprüfung doch in Eigenleistung durchführen könnte. Ist das korrekt? Im Endeffekt reinigt man doch nur die Kassetten, macht eine Probeaufnahme auf eine Leere Kassette und liest diese aus und kontrolliert auf Artefakte.Welche Voraussetzungen müsste der hausinterne Medizintechniker dann erfüllen? Vielen Dank. mit freundlichen Grüßen K. Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schmidt, diese Frage kann in analoger Weise beantwortet werden wie Ihre Frage, die Sie im Forum unter Nummer 3048 gestellt hatten: 1) § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV („Geschäftsmäßigkeit“) trifft nicht zu, da der diese Konstanzprüfung (KP) durchführende Medizintechniker hausintern arbeitet. 2) § 30 RöV muss erfüllt sein: KP durch Person mit („irgendeiner“)Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. Medizintechniker mit FK R6.1 bzw. R6.2, MTRA, Medizinphysik-Experte, fachkundiger Arzt) (§ 30 Nr. 1) oder durch Person mit Kenntnissen und unter Aufsicht/Verantwortung einer o.g. Person (§ 30 Nr. 2). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 25.01.2018 - 10:23 Uhr:
Frage:3046 BETREFF: MFA im Bereitschaftsdienst
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, mich beschäftigen Fragen zu folgender (noch nicht umgesetzten) Konstellation: -In den Bereitschaftsdienstzeiten werden die CTs von einer MTRA (in Rufbereitschaft) durchgeführt, nachdem die rechtfertigende Indikation von einem Teleradiologen erstellt wurde. Vor Ort befindet sich ein Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen. -Eine MFA im Bereitschaftsdienst erstellt unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes konventionelle Röntgenbilder. 1.Dürfen die konventionell erstellten Aufnahmen vom fachkundigen Arzt (kein Radiologe) ordnungsgemäß befundet werden? 2.Dürfen diese durch den Teleradiologen befundet werden? Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Claudia Graf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Graf, Fall 1 ist nach unserer Meinung ok, wenn der Teleradiologe auch verantwortlich beteiligt ist. Die RöV sagt nicht aus, dass Bereitschaftsdienst nicht zulässig ist. Es geht immer nur darum, dass die notwendigen Personen zum Zeitpunkt der Stellung der rechtfertigenden Indikation, der Befundung (jeweils der Teleradiologe) und der technischen Durchführung (MTRA) am richtigen Ort sind. Der Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz muss am Untersuchungsort (beim Patienten) sein, um z.B. die ärztliche Indikation zu stellen oder bei kritischen Vorkommnissen eingreifen zu können. Fall 2: Der im Strahlenschutz fachkundige Arzt vor Ort darf die konventionelle Röntgenuntersuchung rechtfertigen und befunden, wenn er über die Fachkunde für die vorgesehene Untersuchung verfügt. Unserer Meinung nach darf auch der Teleradiologe befunden, wenn es für diese Röntgeneinrichtung eine Teleradiologiegenehmigung nach § 3 Abs. 4 RöV gibt, d.h. dass diesbezüglich alle technischen Anforderungen erfüllt werden. Allerdings muss in beiden Fällen der Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz die MFA vor Ort beaufsichtigen (physisch anwesend sein) und er trägt die Verantwortung für die Untersuchung. Uns erschließt sich allerdings nicht der Sinn für die Einschaltung des Teleradiologen zum Zweck der Erstbefundung, wenn ein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt sowieso vor Ort ist und befunden darf und kann. Zweitbefundungen sind ja nach RöV immer zulässig. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.01.2018 - 10:37 Uhr:
Frage:3045 BETREFF: Einweisung C-Bogen für Anwender bzw. beauftragte Personen
Sehr geehrter Herr Ewen, dürfen beauftragte Personen nach Medizinproduktegesetz Anwender (OP-Personal) am Gerät einweisen, wenn sie selbst auch ´nur´ eine Anwendereinweisung vom Hersteller erhalten haben oder benötigt man hier eine spezielle und möglicherweise ausführlichere Einweisung in einer kleineren Gruppe als beauftragte Person?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sommerfeldt, Personen, die vom Hersteller eingewiesen worden sind, dürfen weitere Personen einweisen. Hierzu wird vom Hersteller ein Protokoll erstellt, bei der die eingewiesenen Personen mit Unterschrift gegenzeichnen. Wichtig: Personen die von eingewiesenen Personen in den Umgang mit dem Gerät eingewiesen wurden, dürfen keine weiteren Personen einweisen. Nur vom Hersteller eingewiesene Personen dürfen weitere Einweisungen vornehmen. Wenn keine vom Hersteller eingewiesenen Personen mehr vorhanden sind, ist die Einweisung vom Hersteller vorzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.01.2018 - 18:54 Uhr:
Frage:3044 BETREFF: Dokumentation des Dosisflächenproduktes
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in einer Zahnarztpraxis wurde mir eine Frage zur Dokumentation des Dosis-Flächen- Produktes gestellt. Es werden mehrere Tubusaufnahmen (z.B. ein Status) angefertigt. In der Abrechnungssoftware (Leistungserfassung) kann aber nur ein Wert für das Dosis-Flächen-Produkt eingetragen werden. Sollte hier, wie in der Richtlinie zu Arbeitsanweisungen u. Aufzeichnungspflichten bei Serienaufnahmen beschrieben, das aufsummierte Dosis-Flächen-Produkt erfaßt werden? Es werden nicht wie bei neueren OPG-Geräten die DFP-Werte automatisch für jede Aufnahme übernommen. Mit freundl. Grüßen K.Müller


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, uns ist nicht bekannt, dass es grundsätzlich vorgeschrieben sein soll, die Patientendosis (z.B. das DFP) neben der nach § 28 Abs. 1 Nr. 6 RöV geforderten Art und Weise zusätzlich auch über die Abrechnungssoftware zu dokumentieren. Es mag sicherlich ein gewisser organisatorischer Vorteil sein, wenn der DFP-Wert automatisch auch auf der Abrechnungsebene erscheint, aber grundsätzlich reicht im Sinne der RöV die Erfassung von Dosiswerten über die Bilderfassungssoftware aus. Bei Tubusgeräten gibt es aber nach unserem Wissen aus technischen Gründen bisher noch keine Einrichtung mit softwaremäßiger Weitergabe von Dosiswerten. Darüber hinaus ist teilweise bei modernen Einrichtungen eine DFP-Anzeige möglich. In der Regel werden aber immer noch manuell die Einstellwerte kV, mA und Belichtungszeit in die Bilderfassungssoftware eingetragen und von dieser auch abgefragt. Ein Dosiswert, ob nun das DFP oder die Eintrittsdosis, kann, falls erwünscht, aus diesen Werten relativ leicht errechnet oder aus Tabellen oder Nomogrammen (z.B. in Bedienungsanleitungen) entnommen werden. Eine DFP-Angabe ist bei diesen Geräten nicht zwingend vorgeschrieben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.01.2018 - 12:19 Uhr:
Frage:3043 BETREFF: Patient im Blickfeld der MTRA
Sehr geehrte Doktores, herzlichen Dank für diese großartige und informative Plattform. Meine Frage richtet sich zur Thematik Patientenpositionierung. Wir sind uns sicher einig, dass im Moment des Auslösens der Strahlung an einem Buckyarbeitsplatz der Patient und ggf. das Lichtfeld im Blickfeld der MTRA sein sollte. Ist dieser Umstand in einer Norm/Richtlinie vorgeschrieben? Leider konnte ich hierzu in den Sv-RL usw. nichts finden. Herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Fuchs, in der noch geltenden Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) muss für Aufnahmearbeitsplätze (Berichtsmuster 2.2.1) eine optische Verbindung zum Patienten vorhanden sein (Prüfposition 01D03). In der zurzeit in der Novellierungsphase befindlichen neuen SV-RL wird sich daran nichts ändern. Dazu gibt es auch noch folgenden Text in der DIN 6815, die häufig die gerätetechnische Basis für die SV-RL darstellt: 4.2.2 Arbeitsplätze: An Arbeitsplätzen zur Röntgenuntersuchung oder Röntgenbehandlung ist zu prüfen, dass Sicht-und Sprechverbindung zum Patienten bestehen. Der Hintergrund für diese Forderung ist natürlich, dass unmittelbar vor und auch bei der Aufnahme für die MTRA kontrollierbar sein muss, dass der Patient seine Lage nicht verändert hat und diesbezüglich alles in Ordnung ist. Die Sichtbarkeit des Lichtvisiers wird nicht ausdrücklich gefordert. Das macht je nach Gerätekonfiguration dann keinen Sinn, wenn in derartigen Fällen das Lichtvisier bereits wieder ausgeschaltet ist, wenn die Aufnahme ausgelöst wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.01.2018 - 14:01 Uhr:
Frage:3042 BETREFF: Augenschutz CT
sehr geehrter Herr Pr0f. Ewen, ich weiß, dass diese Frage schon mal gestellt wurde, finde sie allerdings nicht mehr. Der Augenschutz im CT muss der vor dem Topo oder nach dem Topo angelegt werden und wenn wie warum? Vielen Dank für Ihre Mühe G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Kindervater, ich finde diese Ihre Frage im Forum auf die Schnelle auch nicht. Aber folgende Regelung ist grundsätzlich sinnvoll: Wenn die CT mit Belichtungsautomatik ausgeführt werden soll und dazu die entsprechenden Expositionsparameter beim Topogramm festgelegt werden, sollte dabei der Augenschutz nicht angelegt werden sondern erst danach. Grund: Die Belichtungsautomatik stellt während des Topogramms aufgrund der Abschirmwirkung des Augenschutzes höhere Parameter und damit eine höhere Dosis ein als danach bei der eigentlichen CT-Untersuchung benötigt wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.01.2018 - 10:38 Uhr:
Frage:3041 BETREFF: Jährliche Konstanzprüfung an Mammographieanlagen
Sehr geehrter Prof. K. Ewen, Meine Frage bezieht sich auf die jährliche KP an Mammographieanlagen. Gibt es eine Vorschrift welche Kenntnisse man benötigt um diese Prüfung selbst durchzuführen? Schreibt die Ärztekammer in dieser Richtung möglicherweise etwas vor oder würde eine Einweisung oder eine Schulung reichen? Solch eine Einweisung/Schulung würde dann sicherlich vom Hersteller durchgeführt werden, oder? Meine zweite Frage bezieht sich auf die jährliche KP an Screening-Einrichtungen: Ist es dort überhaupt möglich selbst solch eine Prüfung durchzuführen oder dürfen diese tatsächlich nur von speziell-geschulten Fachkräften des Referenzzentrums für Mammographie-Screening durchgeführt werden? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Leon Haase.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Haase, die Bedingung für die Durchführung von Konstanzprüfungen (seitens einer externen Firma) ist das Vorhandensein der Fachkunde im Strahlenschutz nach den FK-Gruppen R6.1 bzw. R6.2 (siehe Fachkunde-Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung). Für Mitarbeiter/innen der Einrichtung, in der man die Prüfung durchführt (z.B. in der Röntgenabteilung eines Krankenhauses), ist diese Fachkunde nicht erforderlich. Natürlich muss man wissen, wie eine derartige Konstanzprüfung durchgeführt werden muss und entsprechende Erfahrung auf diesem Arbeitsgebiet haben, da gerade die Prüfungen an digitalen Mammographiegeräten recht anspruchsvoll sind. Im Screening wird die jährliche Konstanzprüfung einschließlich der dort ebenfalls jährlich durchzuführenden Prüfung des Kontrastauflösungsvermögens von den Mitarbeitern/innen der zuständigen Referenzzentren durchgeführt. Eine Vergabe an externe Firmen ist nach unserem Wissen nicht vorgesehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.01.2018 - 19:27 Uhr:
Frage:3040 BETREFF: Röntgen
Sehr geehrter Prof. K. Ewen, Welche Qualitätsanforderungen ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften und den Vorgaben der Fachgesellschaften im Röntgen? Mit freundlichem Gruß Mansky


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, ich nehme an, Sie meinen mit „Qualitätsanforderungen“ diejenigen, die nach der Röntgenverordnung (RöV) vorgeschrieben sind: Abnahmeprüfung (§ 16 Abs. 2) und Konstanzprüfungen (§ 16 Abs. 3). Wenn das so ist, dann finden Sie hier im Forum RöV unter der Anfrage Nr. 3037 fast alles, was man – natürlich in Kurzfassung – zu diesem Thema zu sagen hat. Die „gesetzliche Vorschrift“ ist also die RöV und die praktischen (messtechnischen) Ausführungen dieser Vorgaben liefert die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) im Zusammenwirken mit den auf die einzelnen Gerätetypen in der Röntgendiagnostik zugeschnittenen QS-Normen. Parallel zu diesem Vorschriftengefüge aus QS-RL und QS-Normen haben die vielen medizinischen Fachgesellschaften, die sich auf ihren spezifischen Tätigungsbereichen der Röntgendiagnostik bedienen, diesbezüglich eigene Regelungen geschaffen, in denen der „Stand der Medizin“ zur Diagnostik und Therapie beschrieben ist, unter anderem, wie man aus medizinisch-radiologischer Sicht mit bildgebenden Verfahren umgehen sollte. Beispiel: S3-Leitlinie Mammakarzinom, die ja auch im Screening berücksichtigt wird. Die Zahl der Fachgesellschaften ist sehr groß, was ein Blick ins Internet zeigt, und dementsprechend gibt es Leitlinien in unterschiedlichen Klassifikationen (siehe hierzu unter: http://www.awmf.org/leitlinien/awmf-regelwerk/ll-entwicklung/awmf-regelwerk-01-planung-und-organisation/po-stufenklassifikation.html Interessant im Zusammenhang mit Ihrer Fragestellung ist auch der Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinische_Leitlinie Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.01.2018 - 00:23 Uhr:
Frage:3039 BETREFF: Überbestrahlung Zahnarzt ?
Guten Tag.. Vielleicht bin ich ein Mensch der Angststörung oder Radiophobie hat. Aber ich muss das fragen: Vor 6 wochen war ich beim Zahnarzt, hier wurde eine Röntgen für Zahnwurzel gemacht mit einem modernen Röntgen Gerät. Was aber stört mich, dass als die Schwester die Röhre Richtung mein Zahn gelegt hat , hat das Röntgen Gerät eine akustische Signal gegeben, auf dem Monitor habe ich gemerkt Zahlen die ständig geändert (zwischen 100 bis 300 ), hier nach einigen Sekunde hat die Schwester das Röntgen Gerät einfach abgeschaltet und wieder eingeschaltet. Sie hat gesagt alles in Ordnung. Die röntgen danach wurde gemacht..trotzdem habe ich noch Angst dass es was schief gelaufen ist und bin ich überbestrahlt. Kann jemand mir erzählt was könnte das sein ? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Touma, keine Angst! Bestimmte moderne zahnmedizinische Röntgengeräte (z.B. sog. Tubusgeräte mit intraoralem Bildempfänger) durchlaufen nach dem elektrischen Einschalten, aber ohne (!) Röntgenstrahlung, eine automatische Testphase, innerhalb derer gewisse Betriebsparameter auf korrekte Funktionsweise überprüft werden. Die Durchführung dieses Vorgangs wird akustisch angekündigt und wesentliche Daten werden visuell dargestellt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.01.2018 - 16:41 Uhr:
Frage:3038 BETREFF: Qualitätsanforderungen
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen, welche Qualitätsanforderungen ergeben sich aus den gesetzlichen vorschriften und den vorgaben im Röntgen? Über einen Rückmeldung von Ihnen, wurde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen John N.


1. Antwort: ... die Frage wurde zweimal gestellt! Antwort: Siehe Frage-Nr. 3037. K. Ewen



  Frage gestellt am 12.01.2018 - 16:39 Uhr:
Frage:3037 BETREFF: Qualitätsanforderungen
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewers, welche Qualitätsanforderungen ergeben sich aus den gesetzlichen vorschriften und den vorgaben im Röntgen? Über einen Rückmeldung von Ihnen, wurde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen John N.


1. Antwort: Hallo John, mit „Qualität“ meinen Sie sicherlich das von der Röntgenverordnung (RöV) geforderte Verhältnis von Bildqualität und Dosis in der Röntgendiagnostik. Die rechtliche Basis für die geforderte Einstellung und Bewahrung eines optimierten Verhältnisses dieser beiden Parameter wird Qualitätssicherung genannt. Diese findet ihren Niederschlag im § 16 RöV, und zwar dort im Absatz 2 für die Abnahme- und im Absatz 3 für die Konstanzprüfung. Details zur praktischen Durchführung der Qualtitätssicherung, und ich unterstelle mal, dass Ihre Anfrage in diese Richtung geht, sind in Richtlinien und Normen zur RöV enthalten. Die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 (an einer novellierten Fassung wird gearbeitet) soll eine bundeseinheitliche Durchführung und Bewertung der Abnahme- und Konstanzprüfungen sicherstellen. Zu diesem Zweck und im Detail verweist die QS-RL auf entsprechende Normen („QS-Normen“), die vom Normenausschuss Radiologie bzw. Normenausschuss Dental herausgegeben und gepflegt werden. Die einzelnen Normen beschreiben die Durchführung von Abnahme- und Konstanzprüfungen getrennt nach Einrichtungen und Systemen, so z.B. die DIN 6868-151 „Abnahmeprüfung nach RöV an zahnärztlichen Röntgeneinrichtungen“ oder die DIN 6868-14 „Konstanzprüfung nach RöV an Röntgeneinrichtungen für die digitale Mammographie“. Der Alleinverkauf der Normen geschieht durch den Beuth Verlag GmbH, Berlin. Die QS-RL kann im Internet eingesehen werden. Normen dagegen, also auch die QS-Normen, werden im Internet nur in zusammengefasster oder einleitender Textform bekannt gegeben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 11.01.2018 - 14:26 Uhr:
Frage:3036 BETREFF: Exposition Personal Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Röntgenverordnung: Für ein ungeborenes Kind, das auf Grund der Beschäftigung der Mutter einer Strahlenexposition ausgesetzt ist, darf die Äquivalentdosis vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zu deren Ende den Grenzwert von 1 Millisievert nicht überschreiten. Als Äquivalentdosis des ungeborenen Kindes gilt die Organdosis der Gebärmutter der schwangeren Frau. Neues Mutterschutzgesetz 2018: § 11 Satz 3 Tätigkeitsverbot bei ionisierender Stahlung Welches Gesetz/ Verornung hat hier Priorität? Freundliche Grüße H. Thraen


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. Thraen, wir hier im Forum RöV gehen davon aus, dass die Spezialgesetzgebung des Strahlenschutzrechts anzuwenden ist. Aber aufgrund der Aktualität des Mutterschutzgesetzes (2018!) möchten wir jedoch empfehlen, mit der zuständigen Aufsichtsbehörde Kontakt aufzunehmen. Denn diese hat sozusagen das „letzte Wort“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.01.2018 - 16:20 Uhr:
Frage:3035 BETREFF: Einrichtung Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir möchten ein tiermedizinisches, mobiles Gerät zur Materialprüfung einsetzen. Das Gerät leistet max. 90kV bei 20mAs. Die entsprechende Fachkunde wurde bereits erworben. Nun die Frage(n): Wie kann nun konkret im mobilen Einsatz der Kontrollbereich eingerichtet werden? Muss im mobilen Einsatz überhaupt ein Kontrollbereich eingerichtet werden? Leider bereiten Strahlenschutzkurse nur eingeschränkt auf diese Fragen vor.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, bei mobilem Einsatz eines tiermedizinischen Aufnahmegerätes steht in der Regel ja kein baulich erstellter Röntgenraum zur Verfügung, der bei Einschaltung der Röntgenstrahlung die Rolle eines Kontrollbereiches übernehmen könnte. Wenn also derartige bautechnische Abschirmungen nicht vorhanden sind, muss ein ausreichender Abstand zwischen Auslöseschalter und untersuchtem Tier/Objekt eingehalten werden können. Dieser Abstand muss mindestens 1,5 m betragen. Die Räumlichkeiten innerhalb dieser Abgrenzung übernehmen damit die Funktion eines Kontrollbereiches und müssen entsprechend gekennzeichnet werden (§ 19 Abs. 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.01.2018 - 19:48 Uhr:
Frage:3034 BETREFF: §31a(4) RöV(2011)
§31a(4) RöV(2011) Sehr geehrter Herr Professor, wie soll es möglich sein, die zulässige ÄD eines ungeborenen auf 1 mSv zu begrenzen, wenn die OD der Gebärmutter - kumuliert - 2 mSv beträgt. Falls z. B. die monatskumulierte OD der Mutter bereits im 1. Monat 2 mSv beträgt, das ungeborene bereits die Torte im Auge.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Wittig, § 31 a Abs. 4 Satz 1 RöV (´2 mSv´) gilt für gebärfähige Frauen, aber nicht für solche, die schwanger sind. Für schwangere Frauen gilt § 31a Abs. 4 Satz 2 RöV (´1 mSv´). Diese beiden Sätze müssen unabhängig von einander gesehen werden: Satz 1 ist also nicht auf Schwangere anwendbar. Der Grenzwert ´1 mSv´ zählt nur ab dem Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zu deren Ende. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.01.2018 - 16:35 Uhr:
Frage:3033 BETREFF: Photoeffekt
Sehr geehrter Herr Professor, wegen der hohen Abschirmungskraft der K- und L-Elektronen ist der Compton-Effekt unabhängig von der Ordnungszahl. Aus welchem Grund ist der Photoeffekt, der sich ausschließlich an K- und L-Elektronen abspielt, besonders stark bei hohen Ordnungszahlen? Die relativ geringe Energie beim Photoeffekt dürfte doch gerade bei hohen Ordnungszahlen nicht ausreichen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Wittig, ein freies Elektron kann aus Gründen der Impulserhaltung die Energie eines Röntgenquants nicht vollständig aufnehmen. Das ist bei einem im Atom gebundenen Elektron durchaus möglich, denn das Atom übernimmt den restlichen Impuls als Rückstoß. Daraus ergibt sich, dass die am stärksten gebundenen Elektronen (in der K-Schale und bei Elementen mit hoher Ordnungszahl) am wirkungsvollsten absorbieren. Folglich ist der Wirkungsquerschnitt für Absorptionen im Bereich der K-Schale und dies bei hohen Ordnungszahlen besonders wirksam (ca. 80 % Absorption nur in der K-Schale). Aber natürlich immer vorgesetzt, dass die Energie des besagten Röntgenquants größer ist als die Bindungsenergie der K-Elektronen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.12.2017 - 09:07 Uhr:
Frage:3032 BETREFF: Roentgenraum
Hallo.Ich betreibe bei mir in der Praxis ein OPG und RÖNTGENSTRAHLER INTRAORAL, beide befinden sich in einen dafuer vorgesehenen Raum welcher mit Bleifolie ausgekleidet ist.Meine Frage darf man sich in diesen Raum uneingeschränkt,bei eingeschalteten Geraeten(nur an,kein Roentgenvorgang)aufhalten. Danke


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Michael, nach den Festlegungen des § 19 Abs. 5 RöV gelten die Bereiche (z.B. Röntgenräume) nur während der Einschaltzeit des Röntgenstrahlers (´Röntgenstrahlung EIN´) als Strahlenschutzbereiche (Überwachungs- und Kontrollbereiche). Außerhalb dieser Zeiten, d.h. auch während der Betriebsbereitschaft (´ohne Strahlung´), dürfen diese Bereiche/Räume für den Aufenthalt von Personen, die nicht untersucht oder behandelt werden, ebenfalls genutzt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.12.2017 - 14:08 Uhr:
Frage:3031 BETREFF: Dosismanagementsystem/MPE Notwendigkeit in der Radiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Wir haben von einer Fa. ein Angebot bzw einen Hinweis bekommen, dass für CT ein MPE benötigt wird. Des Weiteren empfiehlt uns die Firma ein Dosismanagementsystem. dieses System soll angeblich in naher Zukunft obligat werden? Ist dies wirklich so oder nur Abzocke? Vielen Dank für Ihre Bemühungen! Beste Grüße Barbara Grismayer Anhang: Auszug aus dem Angebot der Firma die Liste des Die Erbringung von Beratungsdienstleistung durch Medizinphysikexperten... im Rahmen des Einsatzes von ionisierender Strahlung gemäß Richtlinie 2013/59/EURATOM und des deutschen Strahlenschutzrechts. Vertragsvoraussetzung Der .... wird ein Remote-Zugang zum Dosismanagementsystem Domako eingerichtet, die in der Radiologie zum Einsatz kommt. Damit einhergehend ist Zugriff auf Patientendaten erteilt. Leistungsbeschreibung Die MPE-Dienstleistung umfasst folgende Tätigkeiten: • Monatliche Überprüfung (per Fernwartung) von kritischen Vorkommnissen bei überhöhter Strahlenexposition • Erstellung eines jährlichen Statusberichtes für die Radiologie • Erstellung von Empfehlung zur Reduktion der Strahlenbelastung von Patienten. Diese Empfehlungen können Verbesserungspotentiale bei Einstelltechniken, Geräteausstattungen, technische Begebenheiten wie auch Bedienungsdiskrepanzen enthalten Der MPE beantwortet auch allgemeine Fragen zum Strahlenschutzrecht


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grismayer, ohne an dieser Stelle auf Angebote von Firmen einzugehen, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass mit dem vollständigen Inkrafttreten des neuen Strahlenschutzgesetzes am 1. Januar 2019 eine Pflicht zur Einbindung von Medizinphysik-Experten (MPE) bei bestimmten Anwendungen in der Röntgendiagnostik (sog. Hochdosisverfahren wie CT oder Interventionen) bestehen wird. Ggf. wird dies für neu installierte Systeme ab dem 1. Januar 2019 verpflichtend und für Systeme, die schon betrieben werden, gibt es angemessene Übergangszeiten. Es ist unsere Empfehlung, dass Sie im Jahr 2018 mit der zuständigen Aufsichtsbehörde Kontakt aufnehmen. Zu der Frage, ob Dosismanagementsysteme verpflichtend vorgeschrieben werden, kann man zurzeit nur ausführen, dass die §§ 83 - 86 des neuen Strahlenschutzgesetzes für die Anwendung am Menschen auch Dosismanagementsysteme und technische Anforderungen daran möglich erscheinen lassen. Genaue Vorgaben zur Einführung solcher Systeme und zu möglichen technischen Anforderungen sind aber speziellen Ausführungsverordnungen vorbehalten (siehe hierzu insbesondere die Verordnungsermächtigungen des § 86 StrlSchG). Uns ist bisher nicht bekannt, dass es schon einen „belastbaren“ Entwurf einer solchen Ausführungsverordnung gibt und wir gehen davon aus, dass dies auch nicht vor Mitte 2018 der Fall sein wird. Einzelheiten zur Umsetzung möglicher Anforderungen werden dann sicherlich neben den Landesbehörden auch den Fachgesellschaften [Arbeitsgemeinschaft Physik und Technik (APT) in der Deutschen Röntgengesellschaft oder Deutsche Gesellschaft für medizinische Physik (DGMP)] bekannt sein. Hier erscheint es aus unserer Sicht sinnvoll, diese Gesellschaften zu kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.12.2017 - 14:48 Uhr:
Frage:3030 BETREFF: Röntgengerät technisch im Ausland nutzen
Hallo, ich bin beruflich mit einem mobilen Röntgengerät mit Ausnahmegehnemigung vom unserem zuständigen GAA zur technischen Prüfung von Transportbändern (also nichts medizinisches mit Personen sondern nur Gegenstände) unterwegs. Bisher war ich nur in GER unterwegs und kenne und erfülle hierzu alle notwendigen Vorschriften. Jetzt fragt einer unsere den Einsatz in Russland an. Muss ich für den Einsatz nur die lokalen Vorschriften (Anzeige des Einsatzes etc.) beachten oder gibt es weitere GER Vorschriften für den Einsatz von Röntgengeräten im Ausland. Des Weiteren wie verhält es sich mit dem Transport eines Röntgengerätes ins Ausland? Hat Jemand hierzu Erfahrung?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Riedel, für eine von Ihnen beschriebene Tätigkeit außerhalb der Bundesrepublik Deutschland gelten in erster Linie die Vorschriften des Staates, in dem die Tätigkeit erfolgen soll. Nicht außer Acht lassen dürfen Sie allerdings die Regelung der RöV, dass berufliche Strahlenexpositionen außerhalb des räumlichen Geltungsbereichs der RöV bei der Ermittlung der Körperdosis einzubeziehen sind (§ 31a Abs. 5 RöV). Wenn Sie die von Ihnen beschriebene Tätigkeit in Russland ausführen wollen, dann empfehlen wir Ihnen, vorher die Randbedingungen für die Tätigkeit aber auch für den Transport der Röntgeneinrichtung mit den zuständigen russischen Behörden abzuklären. Aus unserer Sicht wäre die russische Botschaft bzw. die entsprechende Abteilung eines russischen Konsulats die geeignete Ansprechstelle. Dies gilt umso mehr, als Russland nicht zur EUROPÄISCHEN ATOMGEMEINSCHAFT (EURATOM) gehört und die in Russland geltenden Regelungen von den hier (in der EU) bekannten Vorgaben völlig abweichen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.12.2017 - 12:21 Uhr:
Frage:3029 BETREFF: Bedienerschulung an einem Vollschutzgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine kurze Frage, muss die Bedienerschulung an einem Vollschutzgerät (Röntgenprüfanlage) von einem Strahlenschutzbeauftragten durchgeführt werden oder kann das auch ein erfahrener Bediener machen? Die Strahlenschutzschulung wird selbstverständlich zuerst von einem SSB durchgeführt. Herzlichen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Baum, wir gehen bei unserer Antwort davon aus, dass es sich bei der betriebenen Röntgeneinrichtung um eine Einrichtung handelt, die in Konstruktion und Bauart einem Vollschutzgerät entspricht, aber nicht über eine entsprechende Bauartzulassung verfügt. Wir schließen dies aus Ihrer Beschreibung, dass es einen Strahlenschutzbeauftragten (SSB) gibt (bei einem zugelassenem Vollschutzgerät wäre ein SSB nicht erforderlich). Die Röntgenverordnung schreibt vor, dass die beim Betrieb einer Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen anhand einer deutschsprachigen Gebrauchsanweisung durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden (§ 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RöV). Bei der ersten Inbetriebnahme ist dafür zu sorgen, dass diese Einweisung durch eine entsprechend qualifizierte Person des „Herstellers“ oder „Lieferanten“ vorgenommen wird. (§ 18 Abs. 1 Satz 2 RöV). Dies bedeutet, dass spätere Einweisungen (z.B. bei Personalwechsel) durchaus durch eine ersteingewiesene qualifizierte Person des Anlagenbetreibers erfolgen könnte (vgl. hierzu Nr. 2.1 Satz 4 der ´Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten nach den §§ 18, 27, 28 und 36 der RöV“). Die qualifizierte Person, die die Einweisungen vornimmt kann, muss aber nicht der SSB sein. Es gilt allerdings die Organisationsverantwortung des Strahlenschutzverantwortlichen und des Strahlenschutzbeauftragten (für seinen Entscheidungsbereich), d.h., diese müssen dafür sorgen, dass die Einweisungen auch tatsächlich erfolgen und dokumentiert werden. Vergleichbares gilt für die Unterweisungen vor Aufnahme der Tätigkeit und dann mindestens einmal im Jahr nach § 36 der RöV (früher als ´Belehrung´ bezeichnet). Diese Unterweisung ist vom SSB oder einer von ihm hierfür beauftragten (qualifizierten) Person durchzuführen und zu dokumentieren (vgl. hierzu Nr. 6 der ´Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten nach den §§ 18, 27, 28 und 36 der RöV“). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.12.2017 - 19:38 Uhr:
Frage:3028 BETREFF: Fachkunde Medizin nach RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Even, folgendes Problem würde ich gern bewertet haben: ein nicht EU ausländischer Arzt arbeitet in als chirurgischer Assistent in der Klinik, mit Berufserlaubnis nach §10 der Bundesärzteordnung. Zur Wahrnehmng der üblichen Tätigkeiten gehört auch die Anwendung von Röntgenstrahlen. Zur Erlangung der Fachkunde im Strahlenschutz wurde der Kenntniskurs, der Grundkurs und der Spezialkurs erfolgreich besucht. Die Sachkundezeit wurde erfüllt und mit einem Zeugnis des fachkundigen Weiterbildungsermächtigten belegt. Die erforderlichen Unterlagen wurden bei der Ärztekammer eingereicht. Die Unterlagen wurden zurückgeschickt mit dem Hinweis: ohne Approbation, nur mit Berufserlaubnis nach §10 kann keine Fachkunde im Strahlenschutz erteilt werden. Gibt es hier aktuell eine einheitliche Regelung in den verschiedenen Bundesländern? Bisher kamen Weitebildungsassistenten aus anderen Bundesländern mit der Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. einfache intraoperative Anwendung) ohne dass sie die Approbation hatten. Mit freundlichem Gruß Wilfried Schröter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröter, wir hier im Team des Forum RöV können uns nur vorstellen, dass es sich um ein Missverständnis bei der zuständigen Ärztekammer handelt. Die Grundlage zum Erwerb, d.h. zur Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz nach der RöV, ist genauso wie Sie es beschrieben haben (unabhängig von Staatsbürgerschaft des Arztes, der die Fachkundebescheinigung beantragt). Geeignete Ausbildung bedeutet, dass für den Arzt die Approbation oder die Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des ärztlichen Berufs vorliegt (nachzulesen ist dies in § 3 Abs. 3 Nr. 1 der RöV und in Nr. 2 „Begriffsbestimmungen“ der Fachkunderichtline Medizin in der Fassung vom 26.6.2012). Weiter sind die erfolgreichen Teilnahmen an den von Ihnen beschriebenen Kursen sowie die entsprechende praktische Erfahrung (Sachkunde) nachzuweisen. Unserer Rat: Sprechen Sie unter Hinweis auf die RöV und die Fachkunderichtlinie noch einmal mit der zuständigen Ärztekammer. Sollte dies nicht zum Ziel führen, nehmen Sie Kontakt mit der zuständigen Landesbehörde (Strahlenschutzbehörde oder Ministerium) auf und besprechen Sie die Angelegenheit mit den dort zuständigen Fachleuten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.12.2017 - 16:36 Uhr:
Frage:3027 BETREFF: Fachkunde Zahnarzt
Fachkunde im Strahlenschutz für Zahnärzte Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, kann ein Zahnarzt zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz an einem Kurs für Ärzte teilnehmen?Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Karakitsos, im Normalfall sind die Strahlenschutzkurse auf die speziellen Tätigkeiten (Berufsgruppen) beschränkt (z.B. Kurse für Zahnärzte und andere Kurse für Ärzte). Dies macht auch Sinn, da sich die Kurse nicht nur inhaltlich sondern auch zeitlich stark unterscheiden. So beträgt der zeitliche Umfang eines Strahlenschutzkurses für Zahnärzte (Tubus-, Panorama- und Fernaufnahmen) 24 Unterrichtseinheiten, für Ärzte sind mindestens zwei Kurse (24 Unterrichtseinheiten + 20 Unterrichtseinheiten) erforderlich. Ob im Einzelfall die Teilnahme an den Kursen für eine andere Berufsgruppe akzeptiert wird, müssen Sie mit der für Sie zuständigen Heilberufskammer oder Behörde besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 01.12.2017 - 19:50 Uhr:
Frage:3026 BETREFF: Dosisanteil außerhalb des Zielvolumens
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich befinde mich momentan in der Einarbeitung als Sachverständiger nach RöV und habe heute mit einen Aufnahmeplatz bei einem Tierarzt geprüft. Dabei war an der angefertigten Aufnahme auffällig, dass in zwei Richtungen hinter den Blenden ein deutlich sichtbar höherer Strahlenanteil vorlag als in den dazu senkrechten Richtungen - bei etwa quadratischem Licht/Strahlenfeld. Das Strahlenfeld hat aber gut mit dem Lichtfeld überein gestimmt. Außerhalb dieses Feldes betrug die Dosis in dem etwas auffälligen Bereich ca. 2,5 % der Dosis im Nutzstrahlenfeld. Gibt es eine DIN bzw. IEC, in welcher ein maximal zulässiger Strahlenanteil hinter den Blenden im Vergleich zum durch die Blenden eingestellten Nutzstrahl definiert ist? Mit freundlichen Grüßen André Belger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Belger, nach Rückfrage bei Sachverständigen könnte folgender Sachverhalt vorliegen: Wenn die erhöhten „Strahlenanteile“ in Längsrichtung des untersuchten Tieres aufgetreten sind, könnte es sich um Streustrahlung aus dem Tierkörper handeln. Da in einem Film-Folien-System der Film sehr effektiv durch das Licht der Verstärkungsfolie exponiert wird und kaum durch die Röntgenstrahlung selbst, wäre eine schon verhältnismäßig geringe Streustrahlendosis zu einer Schleierbildung und damit zu einer gewissen Kontrastverringerung in der Lage. Möglicherweise ist hier auch die so genannte extrafokale, also nicht im Brennfleck (Fokus) entstehende Röntgenstrahlung beteiligt. Diese lässt sich mittels moderner, in der humanmedizinischen Röntgendiagnostik üblicherweise genutzter Blendensysteme weitgehend abschirmen. Das ist bei tiermedizinischen Röntgenuntersuchungen nicht unbedingt zwingend notwendig und deshalb auch nicht immer vorhanden. Fazit: Ein „deutlich sichtbarer Strahlenanteil“ muss nicht unbedingt mit einer signifikant erhöhten Dosis verbunden sein. Die Übereinstimmung zwischen Strahlen- und Lichtvisierfeld ist ja erfreulich, hat aber mit dem hier diskutierten Problem wohl nichts zu tun. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.11.2017 - 11:36 Uhr:
Frage:3025 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hatte mich als SSB eines im Dienst teleradiologisch versorgten KH an die ÄK gewandt. Dort wollte man zuerst auch die fachkundigen Ärzte noch mal 2 Wochen in das CT-Praktikum schicken. Auf meine Intervention hin gibt es jetzt die nachfolgende Aussage:: Sehr geehrte Damen und Herren, gemäß Ziffer 6.2.2 (Teleradiologie) der Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin müssen Ärzte, die in der Teleradiologie am Ort der technischen Durchführung anwesend sind, ohne über die erforderliche Fachkunde zu verfügen, die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz und die fachlichen Voraussetzungen besitzen, um dem fachkundigen Arzt, der die rechtfertigende Indikation stellt, die notwendigen Informationen liefern zu können. Die praktische Erfahrung ist über zwei Wochen hinweg arbeitstäglich in dem für die Teleradiologie relevanten Anwendungsgebiet zu erwerben und mit einem Zeugnis des fachkundigen Arztes mit Aufführung der Zahl der durchgeführten Untersuchungen und der Art der Tätigkeit nachzuweisen. (...) Die erforderlichen Kenntnisse des Arztes am Untersuchungsort gelten als nachgewiesen, wenn eine Fachkunde im Strahlenschutz nach dieser Richtlinie und die Bestätigung eines Teleradiologen über eine ausreichende praktische Erfahrung und Einweisung für eine Tätigkeit als Arzt am Untersuchungsort vorliegen. Ein Kammermitglied aus Baden-Württemberg hat sich an seine Bezirksärztekammer gewandt und die Auffassung vertreten, dass ein bereits fachkundiger Arzt in einem Teilgebiet über entsprechende praktische Erfahrungen verfügen kann und nach Bestätigung dieser und nach spezifischer Einweisung in die Teleradiologie durch eine Teleradiologen tätig sein kann, ohne ein 2-wöchiges Praktikum absolviert zu haben. Zur Auslegung der Ziffer 6.2.2. der Röntgen-Fachkunderichtlinie haben wir Herrn Eytner, Umweltministerium Baden-Württemberg, um Stellungnahme gebeten. Herr Eytner hat per E-Mail vom 27.10.2017 folgendes mitgeteilt: ´Die praktische Erfahrung, die über zwei Wochen hinweg arbeitstäglich in dem für die Teleradiologie relevanten Anwendungsgebiet zu erwerben ist, ist nur von den Ärzten zu erbringen, die nicht fachkundig sind. Ärzte, die eine Fachkunde im Strahlenschutz nach der RL Fachkunde nach RöV erworben und bescheinigt bekommen haben, benötigen nur die Bestätigung eines Teleradiologen über eine ausreichende praktische Erfahrung und Einweisung für eine Tätigkeit als Arzt am Untersuchungsort. Für die Dauer zum Erwerb der praktischen Erfahrung macht die RL Fachkunde nach RöV keine Vorgabe. Die Dauer legt der Teleradiologe, der die praktische Erfahrung vermittelt, fest. Der Zeitrahmen für die ausreichende praktische Erfahrung und Einweisung kann also auch weniger als 14 Tage betragen, wenn dies der bestätigende Teleradiologe verantworten kann. Auch dann, wenn die Röntgeneinrichtung zur Teleradiologie ein CT ist und der Arzt am Ort der technischen Durchführung, der dem Teleradiologen die zur Feststellung der rechtfertigenden Indikation erforderlichen Angaben übermittelt und den Patienten aufklärt keine CT-Fachkunde, sondern eine andere Fachkunde nach der RL Fachkunde nach RöV besitzt.´ Wir gehen davon aus, dass diese Aussage für alle Bezirksärztekammern von Bedeutung sein dürfte und leiten Ihnen diese daher gerne weiter. Mit freundlichen Grüßen Ulrike Hespeler Juristische Geschäftsführerin Landesärztekammer Baden-Württemberg Jahnstraße 40 70597 Stuttgart Ich bin hier aber noch unsicher, denn was heißt ´Teleradiologe´? Die telradiologisch tätige Uniklinik wird doch den Kollegen keine Bescheinigung über praktische Erfahrung ausstellen, die habe ich doch vermittelt durch die Tätigkeit vor Ort und die Schulungen. Ich halte die Formulierung des Gesetzes für zweifelhaft. Da ich ja als Radiologe und CT-fachkundiger theoretisch auch teleradiologisch tätig sein dürfte, kann ich mich dann auch als ´Telradiologe´ fühlen?? Das ist ja meines Wissens kein klar definierter Begriff?? Gibt es eine Vorgehensweise an die man sich hier verbindlich halten kann? 2. Wie ist es mit den Berufsanfängern, die den Teleradiologie-Kurs absolviert haben. Denen könnte ich doch die praktische 14-tägige Erfahrung am CT im Haus vermitteln, da hier ja kein ´Teleradiologe´ in 6.2.2 gefordert wird? Vielen Dank, wenn Sie hier etwas Klarheit reinbringen könnten und evtl. auch irgendwann mal das Gesetz klarer formuliert wird... Bei meinem letzten Strahlenschutzkurs zur Auffrischung am KIT in Karlsruhe haben verschiedene Referenten hier diametral sich widersprechende Aussagen getroffen... In der Praxis herrscht große Verwirrung bei LÄK und den Bezirksregierungen etc. Danke sehr und mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Steil, vielen Dank für die Zusammenfassung der Problematik und der Darstellung der Auffassung des Kollegen Eytner vom Umweltministerium BW. Herr Eytner hat hier dankenswerterweise noch einmal die Auffassung der zuständigen Bundes- und Landesministerien formuliert, die sich so auch aus der von Ihnen genannten Fachkunderichtlinie ergibt (Lfd.-Nr. 6.2.2, letzter Absatz). Hier haben die Behörden sich vereinbart, dass für Ärztinnen und Ärzte, die über eine Fachkunde nach RöV verfügen, d.h. die nach dem Erwerb der Kenntnisse mindestens einen Grund- und einen Spezialkurs Röntgendiagnostik besucht haben, die ausreichend Sachkunde für ein Teilgebiet der Röntgendiagnostik nachgewiesen haben und denen die zuständige Stelle (i.d.R. Ärztekammer) die Fachkunde im Strahlenschutz für ein Teilgebiet der „konventionellen“ Röntgendiagnostik bescheinigt hat, gilt, dass sie aufgrund ihrer Fachkompetenz einer Einweisung und praktische Erfahrungen in der Teleradiologie bedürfen, die in einem angemessenen Zeitraum erfolgen muss. Es ist unserer Meinung nach völlig eindeutig, dass dieser Zeitraum bei derart „gut“ ausgebildeten Ärzten (weit) unter zwei Wochen liegen wird. Allerdings teilen wir die Regelung der Richtlinie, dass die Entscheidung, wann Einweisung und praktische Erfahrung ausreichend sind, um in der Teleradiologie am Ort der Untersuchung verantwortlich mitzuwirken, von einem Kollegen getroffen werden muss, der als verantwortlicher „Tele“Radiologe über die notwendige Erfahrung verfügt. Der Begriff des „Teleradiologen“ ist nach unserer Meinung in der RöV nicht abschließend definiert. Allerdings ergibt sich aus den Begriffsbestimmungen (§ 2 Nr. 24 RöV) und den Genehmigungsvoraussetzungen (§ 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV), dass es sich um einen Arzt handeln muss, der über die Fachkunde für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik verfügen und der zusätzlich die Kompetenz besitzen muss, abschließende Verantwortung für eine Röntgenuntersuchung zu übernehmen, ohne am Ort des Geschehens zu sein (einschließlich Stellen der rechtfertigenden Indikation, Festlegung der Untersuchungsdurchführung, Erstbefundung). Neben den reinen ärztlichen Kompetenzen gehört hier sicherlich auch die Erfahrung im Umgang mit den erforderlichen Kommunikations- und IT-Mitteln dazu. Für die Ausbildung zum Erwerb der Kenntnisse für Ärztinnen und Ärzte, die nicht über Fachkunde verfügen, ist die unmittelbare Mitwirkung des „Teleradiologen“ im zweiten Absatz der Lfd.-Nr. 6.2.2 der Fachkunderichtlinie nicht bindend vorgeschrieben. Hier können sicherlich die notwendigen praktischen Erfahrungen durch einen Arzt mit Fachkunde für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik erfolgen. Allerdings meinen wir, dass dieser Arzt, wenn er nicht selbst als Teleradiologe tätig ist, für die eine oder andere Situationsdarstellung auch beratende Unterstützung durch einen Teleradiologen benötigen wird (z.B. für Durchführungsanweisungen oder IT-Vorgaben). Dass die Richtlinie hier eine andere Vorgehensweise ermöglicht als bei den Ärzten, die bereits eine konventionelle Fachkunde aufweisen, liegt sicherlich auch daran, dass die Kenntnisse im Strahlenschutz noch von der zuständigen Stelle (i.d.R. Ärztekammern) bescheinigt werden müssen und dabei alle notwendigen Unterlagen überprüft werden (können). Bei Ärzten mit „konventioneller“ Fachkunde ist eine solche Bescheinigung durch die Ärztekammer nicht erforderlich, d.h. hier werden auch keine Unterlagen mehr bei der Kammer vorgelegt werden müssen. Für die anstehenden Gesetzes- und Verordnungsvorhaben gehen wir davon aus, dass die Kollegen (z.B. Herr Eytner) die Problematik kennen und entsprechende Regeln initiieren werden (vielleicht wird ja auch dieses Forum von den Entscheidern gelesen). Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 27.11.2017 - 11:54 Uhr:
Frage:3024 BETREFF: DIN EN 61331-3 2016
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich habe eine Frage zu der DIN EN 61331-3 2016. Für unser Herzkatherlabor benötigen wir neue Röntgenschürzen. Das Personal favorisiert bleifreie Schürzen, die nach DIN EN 61331:2014, 2012-2014 zertifiziert sind. Laut Hersteller haben diese Schürzen Bestandschutz und wir können sie ohne Zweifel kaufen. Können Sie mir bitte sagen, ob diese Aussage stimmt? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Zohreh Sheikh


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sheikh, zunächt eine Korrektur zur Benennung der Normen: An Stelle der Benennungen „DIN EN 61331:2014, 2012-2014“ muss es heißen: Die DIN EN 61331-1:2016-09 (Bestimmung von Schwächungseigenschaften von Materialien) enthält die deutsche Fassung des europäischen Dokuments EN 61331-1:2014. Die EN 61331-1:2014 hat wiederum das internationale Dokument IEC 61331-1:2014 unverändert übernommen. Die DIN EN 61331-1:2016-09 wurde im September 2016 veröffentlicht. Laut europäischem Vorwort wird hiermit die EN 61331-1:2002 abgelöst. Laut nationalem Vorwort wird hiermit die DIN EN 61331-1:2006-08 und die DIN 6857-1:2009-01 geändert. Die DIN EN 61331-3:2016-09 (Schutzkleidung, Augenschutz und Abschirmungen für Patienten) enthält die deutsche Fassung des europäischen Dokuments EN 61331-3:2014. Die EN 61331-3:2014 hat wiederum das internationale Dokument IEC 61331-3:2014 unverändert übernommen. Die DIN EN 61331-3:2016-09 wurde im September 2016 veröffentlicht. Laut europäischem Vorwort wird hiermit die EN 61331-3:2002 abgelöst. Laut nationalem Vorwort wird hiermit die DIN EN 61331-3:2002-05 und die DIN 6857-1:2009-01 geändert. Damit Röntgenschutzkleidung den neuen technischen Anforderungen der DIN EN 61331-3:2016-09 entspricht, müssen die Hersteller umfangreiche Arbeiten z.B. an den Schnitten der Schutzkleidung vornehmen und mit diesen Modellen eine Baumusterprüfung bei einer benannten Stelle absolvieren. Röntgenschutzkleidung zählt zu der komplexen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) Kategorie III. Die DIN EN 61331-3:2016-09 wiederum gibt vor, dass die Bestimmung der Schwächungseigenschaften der Schutzkleidung gemäß des neuen technischen Standards der DIN EN 61331-1:2016-09 durchzuführen ist. Diese Bestimmung der Schwächungseigenschaften ist Bestandteil der Baumusterprüfung. Die neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425 ersetzt zum 21.04.2018 die bisherige Richtlinie 89/686/EWG. Im Anschluss erfolgt eine Übergangsphase von einem Jahr, also bis zum 21.04.2019, in welcher PSA-Produkte, die der dann abgelösten Richtlinie 89/686/EWG entsprochen haben, noch in Verkehr gebracht werden dürfen. Allerdings ist die PSA-Verordnung ein von den vorgenannten Normen unabhängig zu betrachtendes Feld der europäischen Binnengesetzgebung. Damit ist gemeint, dass die PSA-Verordnung nicht beeinflusst, dass die DIN EN 61331-1:2016-09 und die DIN EN 61331-3:2016-09 die geltenden Normen in Deutschland sowie der gesamten EU für Röntgenschutzkleidung darstellen. Die Übergangsfristen der PSA-Verordnung (EU) 2016/425 sind nicht auf diese Normen anzuwenden. Normkonforme Röntgenschutzkleidung in Deutschland muss der DIN EN 61331-1:2016-09 als auch der DIN EN 61331-3:2016-09 entsprechen. Beide Normen sind im September 2016 in Kraft getreten. Die Übereinstimmung der Röntgenschutzkleidung mit diesen Normen muss vom Hersteller durch eine Baumusterprüfung unter Beweis gestellt werden. Die Baumusterprüfung wird von einer benannten Stelle durchgeführt. Inwieweit in Bezug auf eine Funktion als Hersteller von Röntgenschutzkleidung und in Zusammenhang mit den vorgenannten Normen der Begriff „Bestandsschutz“ zutreffend sein kann, ist durch ihn nicht zu bewerten. Den Herstellern ist dies zumindest unbekannt. Wir empfehlen die Kontaktaufnahme mit einer sog. benannten Stelle oder mit der übergeordneten Instanz, der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS). Zum Schluss noch ein Hinweis: Lassen Sie sich möglichst vom Verkäufer/Hersterller schriftlich bestätigen, ob das Inverkehrbringen von PSA ohne CE-Kennzeichnung nach der EU-PSA-Verordnung aufgrund von genau angegebenen Übergangsbestimmungen zulässig ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.11.2017 - 10:09 Uhr:
Frage:3023 BETREFF: Augenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, dies ist ein Forum, welches hochqualifizierte Antworten auf essentielle Fragen im Bereich der Röntgenvorschriften liefert. Ich bin sehr froh es gefunden zu haben und habe bereits viel dazugelernt. Es wurde zwar bereits das Thema Strahlenschutz der Augenlinse bei CT-Aufnahmen des Kopfes behandelt, jedoch ist meine Frage von grundsätzlicher Art: Der Augenschutz wird zum Schutz der empfindlichen Augenlinse auf beide Augen gelegt. Somit ist das Auge gegenüber dem von vorn auftreffenden Nutzstrahl geschützt. Wenn sich die rotierende Röntgenröhre jedoch unterhalb des Patienten befindet, dann würde meines Erachtens der Augenschutz die Röntgenstrahlen am Augenschutz zum Auge zurück zu reflektieren. Somit wäre ´nichts gewonnen´. Wie ist Ihre Sicht hierzu? Mit freundlichen Grüßen S. Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, Patientenschutzmittel, die beim untersuchten Patienten aufgrund ihrer Abschirmwirkung (Absorption) Röntgenstrahlung von kritischen Organen und Geweben zu einem großen Teil fernhalten können, so auch der von Ihnen erwähnte Augenschutz bei CT-Untersuchungen am Schädel, enthalten Materialien (Atome) mit relativ hohen Ordnungszahlen. In diesen ist die durch den Photoeffekte bedingte (und erwünschte) Absorption der Röntgenstrahlung besonders hoch und die durch Comptoneffekte erzeugte Streustrahlung entsprechend niedrig. Folge davon ist, dass die von Ihnen befürchtete Rückstreuung vom Augenschutz ins Auge relativ gering ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.11.2017 - 09:49 Uhr:
Frage:3022 BETREFF: Dokumentationspflicht
Sehr geehrter Herr Professor, ich leite eine Röntgenabteilung von30 MTRAs und 2 MFAs. Nun habe bei einer ´ausserhäusigen Diskussion´ gehört, dass MFAs keine Dokumentation der Röntgenstrahlung erfassen dürfen (DFP/KV etc). Ich finde leider gar nichts darüber, ausser natürlich den gesetzlichen Vorgaben was dokumentiert werden muss- aber nicht wer darf. Können Sie mir bei dieser Frage helfen? Mit freundlichen Grüssen Maria Görgen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Görgen, wir sehen keine Regelungen in RöV oder MTA-Gesetz, die die Dokumentation im Sinne von § 28 RöV durch eine bestimmte Berufsgruppe (hier MFA) ausschließen. Die RöV verpflichtet den Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) und im Rahmen seines innerbetrieblichen Entscheidungsbereichs den Strahlenschutzbeauftragten (SSB), dafür zu sorgen, dass Aufzeichnungen angefertigt werden. Eine Festlegung, wer dies in der Praxis tun darf, ist hier nicht getroffen. Selbst wenn man hilfsweise den § 24 RöV und die §§ 9 und 10 des MTA-Gesetzes hinzuzieht, ist die Mitwirkung von MFA nur insoweit eingeschränkt, als sie nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig werden dürfen. Die Verpflichtung, für eine ordnungsgemäße Durchführung zu sorgen, obliegt den o.g. verantwortlichen Personen (SSV, SSB) nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 2 Nr. 1 RöV, und zwar unabhängig davon, welche Person in der Praxis/Abteilung die Aufzeichnungen führt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.11.2017 - 11:14 Uhr:
Frage:3021 BETREFF: Unterweisung (RöV)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe dieses Jahr an dem Kurs „Strahlenschutzkurs mit den Inhalten der Module ARG und ARA zur Aktualisierung der Fachkunde nach RöV“ teilgenommen und bestanden. D.h. ich kann die nächsten 5 Jahre als Strahlenschutzbeauftragter tätig sein. Ich war auch in meiner Firma als Strahlenschutzbeauftragter beschäftigt, bis ich eine neue Position bekommen habe und damit als SSB zurückgetreten bin und auch beim Ministerium abbestellt wurde. Frage: muss ich jährlich von einem SSB geschult werden, da laut § 36 Unterweisung (RöV) „Die Unterweisung ist mindestens einmal im Jahr zu wiederholen“ oder brauche ich das nicht (die nächsten 5 Jahre), weil ich die Fachkunde besitze? Vielen Dank und beste Grüße A. Boldt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Boldt, die Verpflichtung des Strahlenschutzverantwortlichen (§ !5 Abs. 1 Nr. 4 RöV) oder des/der Strahlenschutzbeauftragten (§ 15 Abs. 2 Nr. 1 RöV), Unterweisungen nach § 36 RöV durchzuführen gilt auch dann, wenn die zu unterweisenden Personen über aktuelle Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. Dies ist unserer Meinung nach auch plausibel, da der Fokus der Unterweisung nicht auf der Aktualisierung von Fachkunden oder Kenntnissen im Strahlenschutz sondern auf betrieblichen Gegebenheiten, Arbeitsverfahren, Gefahren und ihre Vermeidung, Prüfungen, Strahlenschutzorganisation, Meldungswesen, Dokumentationspflichten u.ä. liegt. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 17.11.2017 - 09:54 Uhr:
Frage:3020 BETREFF: Indikation zu Kontrollaufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, im Rahmen des Zertfizierungsprozesses unseres Traumazentrums wurde gefordert, vor und nach Kniegelenks-TEP eine Ganzbeinaufnahme bei den Patienten durch zu führen. Präoperativ ist das natürlich eine Voraussetzung um eine Prothese planen und implantieren zu können. Die postoperativen Bilder haben wir bislang nicht als Ganzbeinaufnahmen angefertigt sondern ( lt. Studienlage auch völlig ausreichend ) als Kniegelenk in 2 Ebenen zur Dokumentation der korrekten Prothesenlage. Die Zertifizierung schreibt aber die Ganzbeinaufnahme auch postoperativ vor und die Nicht-Durchführung der Ganzbeinaufnahme gilt als ( die Re-Zertifizierung gefährdende ) Abweichung bzw. Mangel. Wie ist dieses Problem unter dem Gesichtspunkt Rechtfertigende Indikation und Vermeidung unnötiger Strahlenexposition der Patientne zu sehen? Mit freundlichen Grüßen K. Rauber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Professor Rauber, die Ganzbeinstandaufnahme ermöglicht grundsätzlich die Beurteilung der Achsausrichtung der Prothese. Dies setzt jedoch voraus, dass der Patient in der postoperativen Situation eine Streckung des Kniegelenks, sowie mindestens eine Teilbelastung durchführen kann. Ist der Patient hierzu nicht in der Lage, ist die Anfertigung - und somit dir Forderung - einer Ganzbeinstandaufnahme zumindest zu diesem Zeitpunkt kontraindiziert. Dieses Problem wurde schon an mehrere Ärztliche Stellen herangetragen und bei deren gemeinsamen Treffen besprochen. Deshalb unsere Empfehlung: Wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Ärztliche Stelle. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 16.11.2017 - 11:21 Uhr:
Frage:3019 BETREFF: Röntgenschutzbrillen bei Durchleuchtung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ist es richtig das wir nach einer Euratom Richtlinie 2013/59 (vom 5.12.13) ab 2018 an allen Durchleuchtungsarbeitsplätzen Röntgen Schutzbrillen tragen müssen!? Mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, irgendwann bis spätestens 31.12.2018 wird gelten, dass der Grenzwert für die Augenlinsendosis von jetzt noch 150 mSv im Kalenderjahr auf 20 mSv im Kalenderjahr reduziert ist. Das wird dazu führen, dass bei Röntgenuntersuchungen mit relativ langen Durchleuchtungszeiten, wie kardiologische, angiographische und zum Teil intraoperative Röntgenuntersuchungen sowie radiologische Interventionen ohne Augenschutzmaßnahmen (Schutzbrillen und/oder am Untersuchungsgerät vorhandener, entsprechend ausgelegter Streustrahlenschutz) dieser reduzierte Grenzwert nicht einzuhalten sein wird. Wir gehen aber davon aus, dass man keineswegs an allen Durchleuchtungsarbeitsplätzen das Tragen von Schutzbrillen verlangen wird (z.B. bei Untersuchungen mit sehr geringen Durchleuchtungszeiten oder bei solchen, bei denen der neue Grenzwert nur durch den o.g. Streustrahlenschutz schon eingehalten werden kann). Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 16.11.2017 - 09:12 Uhr:
Frage:3018 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wenn die DRW auf Grund des fortgeschrittenen Alters einer Anlage nicht eingehalten werden können, ist es dann erforderlich die Anlage auszutauschen bzw. nachzurüsten? In den Erläuterungen des BfS zu den DRW wird gefordert Überschreitungen nachzugehen und Geräte und Verfahren zu überprüfen. Laut Aussage der Ärzte werden alle dosissparenden Maßnahmen ausgeschöpft. Bei der Überprüfung durch den Hersteller sind jedoch keine Mängel festgestellt worden. Auch die regelmäßigen Konstanzprüfungen waren unauffällig. Ich hoffe Sie können mir da weiterhelfen. Herzlichen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr M., der Strahlenschutzverantwortliche ist nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 RöV verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die diagnostischen Referenzwerte (DRW) nach § 16 Abs. 1 Satz 2 RöV bei Röntgenuntersuchungen zugrunde gelegt werden. Der Strahlenschutzbeauftragte unterliegt auch dieser Pflicht im Rahmen seines Entscheidungsbereichs (vgl. § 15 Abs. 2 Nr. 1 RöV). Stellt die ärztliche Stelle im Rahmen ihrer Prüfungen fest, dass beständig ungerechtfertigte Überschreitungen der DRW vorliegen, hat sie dies nach § 17a Abs. 1 Nr. 2 RöV der zuständigen Behörde mitzuteilen. An dieser Stelle kann man sicherlich diskutieren, was hier „beständig“ und was „ungerechtfertigt“ bedeutet. Wenn man davon ausgeht, dass „ungerechtfertigt“ die Fälle sind, bei denen man eine Abweichung von den DRW nach oben nicht mit den besonderen Eigenschaften der einzelnen Patienten oder Anforderungen an spezielle Untersuchungen begründen kann, dann muss man noch „beständig“ definieren. Hier gibt es sicherlich Hinweise in den Anleitungen des BfS oder in den Stellungnahmen der ärztlichen Stellen. Wenn die Behörde die entsprechende begründete Mitteilung von der ärztlichen Stelle über eine beständige ungerechtfertigte Überschreitung erhält, wird sie nach unserer Meinung entsprechend § 33 Abs.2 Nr. 2 RöV tätig werden (müssen), um die Einhaltung des § 16 Abs. 1 Satz 2 RöV zum Schutz der Patienten sicher zu stellen. Hierzu wird die Behörde in aller Regel die notwendigen Maßnahmen zur Ertüchtigung einer Röntgeneinrichtung festlegen. Sollte eine entsprechende Ertüchtigung technisch nicht (mehr) möglich sein, kann im Einzelfall auch der Austausch der gesamten Röntgeneinrichtung erforderlich werden. Außer von den ärztlichen Stellen könnte die Behörde ggf. auch durch den behördlich bestimmten Sachverständigen fachlich informiert werden. Die Pflichten von Strahlenschutzverantwortlichen und —beauftragten auch zur Ertüchtigung ergeben sich aus Satz 1 und Satz 2 unserer Antwort. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.11.2017 - 11:28 Uhr:
Frage:3017 BETREFF: CT Untersuchung Becken rechts
Ich soll nach bereits zei anderen Rönthgenuntersuchunge innnerhalb der letzten 3 Monate zu CT Beckenuntersuchung Liegt das noch im vertragbaren bereich. Wegen Übergewicht habe ich schwierigkeiten eine MRT zu finden


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mihatsch, wir hier im Forum RöV können grundsätzlich Ihre Anfrage leider nicht beantworten. Die Entscheidung, ob eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden soll, wird nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Röntgenverordnung (RöV) nur von einem am Untersuchungsort befindlichen Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz getroffen. Er muss, wie die RöV es ausdrückt, die sog. rechtfertigende Indikation für die Anwendung von Röntgenstrahlung stellen. Dabei hat er die Feststellung zu treffen, ob der gesundheitliche Nutzen der Anwendung gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt. Und er muss die Möglichkeit haben, im Rahmen der Stellung der rechtfertigenden Indikation den Patienten untersuchen zu können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.11.2017 - 16:48 Uhr:
Frage:3016 BETREFF: Rötgenstrahlen und DNA-Schaden
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich hatte letzte Woche einen Autounfall und wurde wg Verdacht auf diverse Knochenbrüche, ich glaube fünfmal, geröntgt, auch einmal meine Hüfte. Aktuell habe ich einen Kinderwunsch. Jetzt ist meine Frage, was sie mir raten, soll ich, weil ich geröntgt wurde, mit dem Kinderwunsch erstmal warten oder ist das nicht nötig und wenn ja, wie lange? Vielen Dank schon einmal im Voraus, für Ihre Antwort, Mfg Magdalena Heilingbrunner


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Heilingbrunner, es tut mir Leid, dass Sie so einen offensichtlich schweren Unfall erlitten haben. Ich wünsche Ihnen eine gute Besserung und dass alles gut ausheilen wird. Machen Sie sich jetzt zusätzlich keine Gedanken über mögliche strahlenbedingte Folgen aus diesen Röntgenuntersuchungen. Ich gehe mal angesichts Ihrer Schilderung („diverse Knochenbrüche“) davon aus, dass diese Röntgenuntersuchungen auf jeden Fall medizinisch gerechtfertigt waren. Weiterhin nehme ich mal an, dass es sich hierbei um röntgendiagostische „Standarduntersuchungen“ gehandelt hat, also um solche, bei denen sich die Strahlenexpositionen im „Normalbereich“ üblicher Röntgenaufnahmen bewegt haben. Aber selbst wenn Ihr Unbehagen dadurch nicht behoben sein sollte, würde es keine strahlenbiologisch zu begründende Vorteile erbringen, einen Kinderwunsch erst einmal zurückzustellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.11.2017 - 15:26 Uhr:
Frage:3015 BETREFF: MTA-Labor mit Röntgenschein/ Nachtdienste im Krankenhaus
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, arbeite in Teilzeit als MTA-Labor mit Röntgenschein seit 6 Jahren in der Radiologie eines Krankenhauses. Bisher habe ich keine Nachtdienste gemacht. Unsere Radiologen sind i.M. nicht vor Ort, sondern nur tel. Rufbereitschaft. Darf ich rein rechtlich alleine Dienste machen? Gilt hier meine techn.Assistenten-Ausbildung? Oder reicht die Genehmigung unseres Chefarztes? Vielen Dank für die Beantwortung. Mit freundlichen Grüßen Sonja Hartung


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hartung, zu Ihrer Frage verweisen wir auf unsere Antwort zur Frage 3012 und hier insbesondere auf Satz 6. Anmerken möchten wir aber auf jeden Fall, dass die Wahrnehmung der Aufsicht und Verantwortung über die Tätigkeit von MFA (z.B. MTA-L) mit Kenntnissen im Strahlenschutz nicht unbedingt durch einen Radiologen erfolgen muss. Wichtig ist, dass der „anwesende“ Arzt (der ja in der Regel auch die rechtfertigende Indikation und die Erstbefundung durchführen muss) über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügt. D.h., wenn ein Assistenzarzt, Stationsarzt, Oberarzt o.ä. anwesend und fachkundig im Strahlenschutz ist, dann dürfen unter seiner Aufsicht MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz die Röntgenuntersuchung sowohl im Regelbetrieb als auch in den Diensten technisch durchführen. Anders bei der genehmigten Teleradiologie. Dort dürfen nur MTRA Röntgenuntersuchungen technisch durchführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.11.2017 - 15:19 Uhr:
Frage:3014 BETREFF: Befundfreigabe
Sehr gegehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die schnelle und konkrete Rückmeldung! Ein schönes Wochenende und beste Grüße Thomas Jumpertz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Jumpertz, wir hier im Forum RöV hatten mal gerade nicht viel zu tun - deshalb die schnelle Antwort. Aber im Ernst: Wir versuchen, die anfragenden Personen möglichst nicht lange auf eine Antwort warten zu lassen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 10.11.2017 - 10:46 Uhr:
Frage:3013 BETREFF: Befundfreigabe in einem RIS duch Radiologen mit Hba verpflichtend?
Lieber Herr Prof.Ewen, nach langer Zeit habe ich mal wieder eine IT Frage aufgrund aktueller Entwicklungen. 1. Ist das Atomgsetz massgeblich für die Regelung der Befundfreigabe in einem RIS oder kann hier ausschliesslich auf die RöV verwiesen werden? In der RöV hiess es bisher unter § 43. (3) Abweichend von § 17 Absatz 1 Satz 1 erster Halbsatz des Atomgesetzes kann eine Genehmigung oder allgemeine Zulassung nach dieser Verordnung auch in elektronischer Form erteilt werden. In diesem Fall ist das elektronische Dokument mit einer dauerhaft überprüfbaren Signatur nach § 37 Absatz 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes zu versehen. Ist also der Radiologe verpflichtet, den digital erstellten Befund ausschliesslich mittels Heilberufeausweis freizugeben und hat der Befund erst dann eine rechtliche Bindung? Sollte der Befund nicht mittels HBA freigegeben werden, muss er dann etwas ausgedruckt und unterschrieben werden? Das würde ja bedeuten, das alle Radiologen in Deutschland, die in einem RIS einen Befund erstellen (aber nicht ausdrucken, und mittels ihres Kürzels und hinterlegten Passwortes freigeben, nicht gesetzeskonform arbeiten? Gibt es da in der aktuellsten Fassung des Gestzes Konkretisierungen? Beste Grüße und danke für eine Rückmeldung Thomas Jumpertz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Jumpertz, wir glauben, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Der § 17 Abs. 1 Satz 1 des Atomgesetzes regelt, dass Genehmigungen (Umgangs- oder Betriebsgenehmigungen) oder allgemeine Zulassungen (z.B. Bauartzulassungen) nach dem Atomgesetz oder hierauf erlassener Verordnungen (z.B. RöV und StrlSchV) in der Regel schriftlich (durch die Genehmigungsbehörde) zu erteilen sind. Abweichungen von der Schriftform hiervon können in der entsprechenden Rechtsverordnung geregelt werden. Dies ist in § 43 Abs. 3 der RöV so erfolgt. Diese mögliche Abweichung beschreibt aber nur das behördliche Verfahren zur „Betriebsgenehmigung“. Für „betriebliche“ Aufzeichnungen und sicherlich auch Befundungen und Befundungsfreigaben gilt § 43 Abs. 1 RöV mit den besonderen Anforderungen des § 28 RöV und Konkretisierung durch die Aufzeichnungsrichtline nach § 28. Unserer Meinung nach können z.B. rechtfertigende Indikationen oder Befunde in digitalen Systemen archiviert und daraus freigegeben werden. Allerdings muss sich durch einen geeigneten Identifikationsschlüssel die Person identifizieren lassen, die die rechtfertigende Indikation erstellt oder den Befund freigegeben hat. Hierzu sollten aber nachvollziehbare Kürzel oder Zugangspasswörter ausreichend sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.11.2017 - 08:16 Uhr:
Frage:3012 BETREFF: Gibt es Sonderregelung für MFA ohne MTA Dienste zu machen
Guten Tag, es tut mir leid das ich hier so rein platze aber ich benötige Ihre Hilfe. Meine Lebensgefährtin ist MFA mit Röntgenschein und arbeitet seit 25 Jahren in einer Radiologischen Praxis im KKH. Sie macht seit dieser Zeit 4 Nachtdienste alleine ohne eine MTA zusätzlich,nun nach Anschaffung eines neuen Gerätes darf Sie gem. RP keine Dienste mehr alleine machen.Gibt es Sonderregelungen dafür?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Markus W., die RöV regelt, dass Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung (MFA) und Kenntnissen im Strahlenschutz („Röntgenschein“) unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines „im Strahlenschutz fachkundigen Arztes“ Röntgenuntersuchungen technisch durchführen dürfen. Dies gilt unabhängig von Zeiten, also sowohl im Regelbetrieb als auch in den Diensten, und hat auch nichts mit dem Gerätetyp zu tun. Der fachkundige Arzt muss sich allerdings in der Nähe befinden, um seine Aufsicht wahrnehmen und bei Problemen jederzeit eingreifen zu können. Wenn sich in den Diensten ein fachkundiger Arzt in der radiologischen Praxis oder in der unmittelbaren Nähe im Krankenhaus befindet, dann dürfte unseres Erachtens die Ausübung der Tätigkeit durch eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz zulässig sein. Eine Beaufsichtigung der MFA durch eine MTRA ist in der RöV generell nicht vorgesehen. Anders stellt sich die Situation dar, wenn sich kein fachkundiger Arzt in der Nähe befindet (z.B. bei einer genehmigten Teleradiologie oder bei ´nachts allein´). Dann darf nur eine/ein MTRA technisch durchführen, da dieser Personenkreis für diese Tätigkeit fachkundig ist und auch ohne ärztliche Aufsicht tätig werden darf. Unser Vorschlag ist, die aktuelle Situation noch einmal zu prüfen und - sofern ein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt auch in den Diensten vor Ort ist - das Thema unter Hinweis auf § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV noch einmal mit der zuständigen Behörde zu besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.11.2017 - 18:02 Uhr:
Frage:3011 BETREFF: Handgehaltene Dentalgerät mit Tubus
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vor Kurzem wurde ich von einem Medizintechniker einer Uniklinik auf die Möglichkeit angesprochen, handgehaltene Dentalaufnahmegerät mit intraoralem Bildempfänger (´Dentale Tubusgeräte´) für den ortsveränderlichen Betrieb einsetzen zu können. Meines Wissens ist der Betrieb nur auf einem Stativ mit Fernauslöser möglich, so dass ein Abstand von 1,5 m vorhanden ist (SV-RL, Prüfposition 05F12). Gibt es zu diesem Thema neue Beschlüsse, z. B. vom AK RöV? Mit besten Grüßen, Sabine Peters


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Peters, liebe Sabine, die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) ist ja immer noch in der Novellierungsphase. Es existieren verschiedene Fassungen der noch in Arbeit befindlichen Richtlinie, die in gewissen Zeitabschnitten zeigen, wie weit der Stand der Dinge ist. Die zu dieser Anfrage anzusprechende Prüfposition M05F12 im Berichtsmuster 2.2.5 („Dentalaufnahmegerät mit intraoralem Bildempfänger“) ist in den letzten Fassungen der Richtlinie nicht mehr in Frage gestellt und erst recht nicht geändert worden. Das kann man als (gutes) Zeichen deuten, dass die Forderung „Geeignetes Stativ, Fernauslöser ≥ 1,5 m Abstand vorhanden“ so in den endgültigen Richtlinientext übernommen werden wird. Mit freundlichen Grüßen Klaus Ewen



  Frage gestellt am 07.11.2017 - 10:27 Uhr:
Frage:3010 BETREFF: Strahlenschutz Thoraxaufnahme
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, immer wieder gibt es unterschiedliche Aussagen über Anlegen der Röntgenschürze bei Thoraxaufnahme beim Mann. Wo gehört denn nun die Schürze hin, vorne oder hinten? Vielen Dank schon mal im voraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bosch, das ist eine einfach klingende Frage, die aber offensichtlich eindeutig nicht ganz so leicht zu beantworten ist. Hier im Forum RöV haben wir uns auch schon mehrfach damit beschäftigt. Ebenso ist Entsprechendes in der Literatur geschehen. Fakt ist, dass die Gonadendosis bei Thoraxaufnahmen auch ohne Schutzschürze sehr gering ist (was ja an sich positiv vermerkt werden muss) und dass man mit Schürze versucht, diese eh schon kleine Dosis noch weiter zu verringern. Man erreicht auf diese Weise ein Dosisniveau, das durch schwer zu pauschalisierende Sekundäreffekte, wie z.B. Patientenstatur, statistisch bedingte Messfehler oder Quantenempfindlichkeit des bildgebenden Systems, nur noch grob beurteilbar ist. Einigen wir uns, was die Platzierung der Schutzschürze bei Thoraxaufnahmen an männlichen Patienten betrifft, auf folgende Vorgehensweise: 1) Am besten ist natürlich eine Gonadenschutzschürze in Rundum-Format, die also strahlernah und stativnah abdeckt. 2) Ist eine derartige Schürze nicht verfügbar, sprechen viele (und auch neuere) Messergebnisse dafür, die Schürze stativnah anzulegen – und das sollte man auch tun. Das ist meine aktuelle Meinung zu dieser („unendlichen“) Schürzenproblematik am 07.11.2017. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.10.2017 - 13:55 Uhr:
Frage:3009 BETREFF: Frage 3007/3008
Sehr geehrter Herr Professor Erwen, vielen herzlichen Dank dass Sie sogar am Wochenende arbeiten und Fragen beantworten. Sie haben mir sehr geholfen und ich hoffe heute Nacht wieder mal durschlafen zu können, ist wirklich nicht leicht einen geschätzten Kollegen ´anzuschwärzen´ aber als ltd.MTA gehören auch solche Aufgaben dazu, hoffe für ihn dass es ´nur´ eine Abmahnung gibt. Schönen Sonntag noch und nochmals vielen herzlichen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bosch, es freut uns, dass wir bei Ihnen für eine gewisse Entspannung sorgen konnten. Wichtig ist, dass man Ihnen kein Versäumnis anlasten kann und dass dank Ihrer Intervention der Kollege - hoffentlich mit Einsicht - die modernen digitalen Techniken in der Röntgendiagnostik zum Vorteil der Patienten und nicht zu deren Nachteil einsetzt. Viele Grüße K. Ewen



  Frage gestellt am 28.10.2017 - 11:12 Uhr:
Frage:3008 BETREFF: Röntgenfehlaufnahmen
Ich bin ltd. MTA. Wir haben seit einem Jahr auf digitales Röntgen umgestellt. Leider verleitet dies dazu bei Fehlaufnahmen diese einfach mehrfach zu wiederholen um so die ´beste´ Aufnahme in´s PACS zu schicken. Mein Stellvertreter, der natürlich mein volles Vertrauen hat (jetzt hatte) missbraucht dieses sehr oft und löscht seine Felaufnahmen. Jetzt habe ich den ´Papierkorb´ Kennwort geschützt damit ich ihn damit konfrontieren kann, denn er bestreitet ja sein Vorgehen. Er hat es auch geschafft das Kennwort zum umgehen und ich bin ihm nur anhand des Patentenprotokolls auf die Schliche gekommen. Er verspricht zwar dies in Zukunft nicht mehr zu machen aber was soll ich nun tun? Ihn beim Strahlenschutzverantwortlichen/Strahlenschutzbeauftragten melden? Oder ihn nun da ich es weiß einfach decken?


1. Antwort: ... diese Frage (Nr. 3008) wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Anfrage Nr. 3007. K. Ewen



  Frage gestellt am 28.10.2017 - 10:10 Uhr:
Frage:3007 BETREFF: Röntgenfehlaufnahmen
Ich bin ltd. MTA. Wir haben seit einem Jahr auf digitales Röntgen umgestellt. Leider verleitet dies dazu bei Fehlaufnahmen diese einfach mehrfach zu wiederholen um so die ´beste´ Aufnahme in´s PACS zu schicken. Mein Stellvertreter, der natürlich mein volles Vertrauen hat (jetzt hatte) missbraucht dieses sehr oft und löscht seine Felaufnahmen. Jetzt habe ich den ´Papierkorb´ Kennwort geschützt damit ich ihn damit konfrontieren kann, denn er bestreitet ja sein Vorgehen. Er hat es auch geschafft das Kennwort zum umgehen und ich bin ihm nur anhand des Patentenprotokolls auf die Schliche gekommen. Er verspricht zwar dies in Zukunft nicht mehr zu machen aber was soll ich nun tun? Ihn beim Strahlenschutzverantwortlichen/Strahlenschutzbeauftragten melden? Oder ihn nun da ich es weiß einfach decken?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bosch, es ist in der Tat eine große Versuchung, mit Hilfe der heutzutage technisch einfach zu handhabenden digitalen bildgebenden Verfahren wiederholend mehr Röntgenaufnahmen zu erzeugen als tatsächlich benötigt werden („Knopfdruck“), um dann nur das aufnahmetechnisch „beste“ Bild der Befundung zukommen zu lassen und die anderen durch Löschung der Daten zu verwerfen. Nach § 28 Abs. 1 Satz 1 RöV ist dafür zu sorgen, das über jede (!) Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen Aufzeichnungen … angefertigt werden müssen. Das gilt ebenfalls für sog. Fehlaufnahmen, denn diese sind natürlich auch mit einer entsprechenden Patientendosis verbunden. Der besagte Kollege scheint ja nicht einsichtig zu sein, dieses Verhalten wirklich abzustellen. Es ist natürlich niemals leicht, im Berufsleben Kollegen „anzuschwärzen“. Aber dieser hier verstößt unverhältnismäßig häufig und gezielt unter anderem gegen § 2c RöV („Vermeidung unnötiger Strahlenexpositionen und Dosisreduzierung“). Das darf an dem für diesen Bereich zuständigen Strahlenschutzbeauftragten keineswegs vorbeigehen, wie auch immer der (und von wem) über diese Vorfälle informiert worden ist. Auch ist zu beachten, dass der Strahlenschutzbeauftragte und natürlich auch der Strahlenschutzverantwortliche sich ggf. gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde, der zuständigen ärztlichen Stelle oder im schlimmsten Fall gegenüber einer Strafermittlungsbehörde rechtfertigen und verantworten müssen. Wenn hierbei bekannt würde, dass Sie als leitende MTRA von diesen Mängeln wussten und die Verantwortlichen in der betrieblichen Strahlenschutzorganisation nicht informiert haben, könnte dies auch disziplinarische oder arbeitsrechtliche Folgen für Sie haben. Ein Rat von uns wäre noch, die Meldung an die Verantwortlichen vorher mit dem Betriebs- oder Personalrat zu besprechen und sich hier der notwendigen Unterstützung zu versichern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.10.2017 - 08:52 Uhr:
Frage:3006 BETREFF: Schutzkleidung beim Röntgen ein Medizinprodukt?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ist Röntgenschutzkleidung jeweils für den Anwender und für den Patienten ein Medizinprodukt? Beim Anwender gibt es ja (ggf. mit Ausnahme von Handschuhen) keinen Kontakt mit/zum Patienten? Ein schönes Wochenende, mit besten Grüßen, Thomas Dönges


1. Antwort: Diese Frage wurde zweimal gestellt. Siehe Antwort zur Fragen-Nr. 3005. Ewen



  Frage gestellt am 27.10.2017 - 08:23 Uhr:
Frage:3005 BETREFF: Schutzkleidung beim Röntgen ein Medizinprodukt?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ist Röntgenschutzkleidung jeweils für den Anwender und für den Patienten ein Medizinprodukt? Beim Anwender gibt es ja (ggf. mit Ausnahme von Handschuhen) keinen Kontakt mit/zum Patienten? Ein schönes Wochenende, mit besten Grüßen, Thomas Dönges


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dönges, Schutzausrüstung für den „Anwender“ ist kein Medizinprodukt sondern persönliche Schutzausrüstung (PSA) und unterliegt somit der zutreffenden Richtlinie der EU (PSA-Richtlinie 89/686/EWG) die durch die 8. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz in nationales Recht umgesetzt worden ist. Inzwischen ist die EU Richtlinie durch die neue Verordnung (EU) 2016/425 über Persönliche Schutzausrüstungen, die seit dem 20. April 2016 in Kraft ist, ersetzt worden. Verpflichtend ist diese Verordnung ab dem 21. April 2018 anzuwenden. Patientenschutzmittel sind keine persönlichen Schutzausrüstungen und unterliegen somit nicht den vorgenannten Bestimmungen. Unserer Meinung nach gelten Patientenschutzmittel auch nicht als Medizinprodukt oder Zubehör zu Medizinprodukten, da die Begriffsbestimmungen des § 3 Nr. 1 oder 9 Medizinproduktegesetz (MPG) nicht zutreffend sind. Auch deutet die Formulierung in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie nach RöV darauf hin, dass es sich nicht um Medizinprodukte (MP) oder Zubehör für Medizinprodukte handelt, da nicht abgefragt wird, ob die für ein MP oder dessen Zubehör notwendige CE-Kennzeichnung vorhanden ist. Wir gehen daher davon aus, dass bei Patientenschutzmitteln allein die Anforderungen der RöV (konkretisiert durch die Norm DIN EN 61331-1) gelten. Wenn Sie hierzu weitergehende oder auch in einem Gerichtsverfahren belastbare Auskünfte brauchen, dann empfehlen wir, die zuständigen Stellen für die Durchführung des MPG zu kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.10.2017 - 10:56 Uhr:
Frage:3004 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die DIN6857-2 bezieht sich auf von in Gebrauch befindlicher Strahlenschutzkleidung, die dem Schutz des Personals .... dient. Wissen Sie warum der Schutz für den Patienten ausgenommen wurde und gibt es dafür ggf. andere regelungen? Mit besten Grüßen Thomas Dönges


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dönges, nein, es gibt (bisher) keine entsprechende Norm für die Prüfung von Patientenschutzmitteln. Ein Grund dafür ist sicherlich die Tatsache, dass man zunächst abwarten möchte, wie sich die DIN 6857-2 für die Prüfung von persönlicher Schutzausrüstung für das Personal bewähren wird. Vollkommen ungeregelt sind die Patientenschutzmittel aber nicht. In der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), nach der die behördlich bestimmten Sachverständigen Röntgeneinrichtungen vor deren Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüfen müssen, gibt es, erstens, eine Anlage III, in der die verschiedenen Patientenschutzmittel, geordnet nach Untersuchungsarten, aufgezählt sind, und, zweitens, in den medizinisch ausgerichteten Prüfberichtsmustern (z.B. in Nr. 2.2.3 „Durchleuchtungsgeräte“) jeweils eine Prüfpositionen, nach der der Sachverständige in seinem Bericht feststellen muss, ob die Patientenschutzmittel ohne Mängel sind oder nicht (z.B. in Nr. 2.2.3 die Prüfposition 03E05). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.10.2017 - 09:33 Uhr:
Frage:3003 BETREFF: Fachkunde
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, im Rahmen einer Kontrolle durch das zuständige Gewerbeaufsichtsamt wurde bei uns die Vorlage der Fachkunden für die am Wochenende diensttuenden und die RI für CT-Untersuchungen stellenden Ärzte/Ärztinnen verlangt. Zwei der Kollegen hatten zu dem Zeitpunkt zwar die notwendigen Zeiten die FK absolviert, aber diese ( wir bündeln das aus Kostengründen so, dass möglichst die komplette rad. Fachkunde beantragt wird ) noch nicht bei der zuständigen Ärztekammer beantragt. Daher die Frage: Reicht der Nachweis der absolvierten Zeiten aus oder muss zwingend auch das von der ÄK ausgestellte KK-Zeugnis vorliegen, damit die Kollegen am Dienst teilnehmen dürfen? Mit freundlichen Grüßen K.Rauber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Rauber, in dem von Ihnen angesprochenen Punkt ist § 18a Abs. 1 RöV (ebenso wie § 30 Abs. 1 der StrlSchV) eindeutig. Die Fachkunde ist erst dann vorhanden, wenn sie von der zuständigen Stelle (in der Regel Ärztekammer) bescheinigt wurde. Dies ist unserer Meinung nach auch nachvollziehbar, da zur Fachkunde neben der praktischen Erfahrung (Sachkundezeiten) auch die entsprechenden Ausbildungen und die Strahlenschutzkurse gehören und die zuständige Stelle vor der Ausstellung der Bescheinigung prüfen muss, ob wirklich alle Voraussetzungen erfüllt sind. Der Nachweis der „Sachkundezeiten“ allein reicht nicht aus. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 23.10.2017 - 10:00 Uhr:
Frage:3002 BETREFF: Ergänzende Prüfungen (Dental-DVT, Mammographie)
Lieber Klaus, den Danksagungen der 3000er möchte ich mich an dieser Stelle anschließen. Ich habe aber auch gleich die nächste Frage an dich. Demnächst laufen ja die Übergangsfristen zu den „Ergänzenden Prüfungen“ für Dental-DVT und Mammographie ab. Wir sind uns nicht ganz einig, welche Mangelkategorie die Sachverständigen ansetzen müssen, wenn die ergänzende Prüfung fehlt. Ich sehe die ergänzende Prüfung von Charakter wie eine „Teilabnahmeprüfung“. Nach [01H03e] und [12H02e] wäre hier ein Mangel der Kategorie 1 anzusetzen. In unserer internen Diskussion wurde auch argumentiert, dass in solchen Fällen ja eine Abnahmeprüfung vorliegt, diese jedoch unvollständig ist und somit als Mangel der Kategorie 2 gewertet werden kann. Wie siehst Du das? Es wäre schön, wenn die Mangelkategorie bundesweit einheitlich vergeben wird. Evtl. kannst Du zu dem Thema ein paar Worte beim Erfahrungsaustausch im Dezember sagen. Liebe Grüße aus Stuttgart, Kai Gottwals


1. Antwort: Lieber Kai, mit den Übergangsfristen meinst du ja bestimmt in der QS-RL die Abschnitte 4.2 (digitale Mammo) und 4.3 (DVT). Wir, heißt Leiter AK RöV und meine Person, sind der Meinung, dass man Kategorie 1 nehmen sollte. Begründung: Im einleitenden Text der noch geltenden SV-RL sind unter Abschnitt „Prüfbericht“ die Mängelklassen definiert. Und Mängel der Kategorie 1 erfordern Maßnahmen, zu deren Kontrolle eine erneute Sachverständigenprüfung (vor Ort) erforderlich ist. Wir denken, dass dies auch für eine SV-Kontrolle im Zusammenhang mit der Einhaltung der o.g. „Ergänzenden Prüfungen“ notwendig sein müsste. Beim Erfahrungsaustausch im Dezember können wir das Thema ansprechen. Viele Grüße Klaus (Ewen)



  Frage gestellt am 22.10.2017 - 14:25 Uhr:
Frage:3001 BETREFF: Nur ein paar weitere Gedanken zum 3000.
Lieber Klaus, ich habe mit meiner weiteren „Anfrage“ und Antwort jetzt mal abgewartet, dass die 3000. Anfrage tatsächlich eingetroffen ist. Das hat jetzt unser lieber Kollege Walter Huhn erledigt, der nicht nur stiller Leser sondern Mitstreiter ist. Sie war auch keine Anfrage, sondern ein dickes Lob. Ich denke darüber hinaus, dass (zum Jubiläum der 3000. Anfrage) noch einige gewichtige Punkte angesprochen werden sollten. # Auch ich kann meinerseits bestätigen und die evtl. bestehende Befürchtung zurückweisen, dass meine Anfrage (Nr. 2998) weder von Dir oder von sonst wem „bestellt“ sein könnte. Natürlich ist mir bekannt, dass ein fleißiges Team an der Beantwortung der Anfragen einbezogen wird. Auch diesen Mitstreitern im Strahlenschutz sollte bitte mein Dank übermittelt werden. Es ist Dein „Netzwerk“, das die vielen Jahre zusammengehalten und erfolgreich gearbeitet hat. # Weshalb ich geschrieben habe, hatte natürlich mit der „Runden Zahl“ enge Verbindung. Für mich gab und gibt auch heute aber einen völlig anderen Startpunkt: Im Internet finden sich zu allen möglichen Fragen gute und weniger gute Antworten. Ich bin regelmäßig z. B. auf Foren lesend unterwegs, die sich mit dem Reisen mit Kastenwagen und Wohnmobilen und technischen Fragen dazu beschäftigen. Mir stellte sich damals gerade mal wieder die Frage, wer da und mit welchem fachlichen/qualifizierten Hintergrund seine Antwort oder Anmerkung im Forum einstellte. Man stellt Fragen, weil man etwas nicht weis. Keinesfalls möchte ich dabei richten, aber auch nicht falsch geleitet werden. Sicherlich ist das ein allgemeines und zentrales Problem heute im anonymen Internet; siehe Fake-News. # Wichtig ist doch dann zu wissen, dass es in einem Forum Antworten gibt, auf die „Verlass“ ist. Antworten, die mit bestem Wissen und Gewissen zu fachlichen und rechtlichen Problemen im großen Gebiet um das Röntgen von anerkannten Fachleuten gegeben werden. Und genau das ist beim „Forum Röntgenverordnung“ der Fall. Belastbare Antworten und falls notwendig auch die Einschränkungen sind dargestellt. Ist das nicht ein wichtiger und wesentlicher Punkt? # Wichtig für mich ist außerdem, dass Fragen, die „die Behörde im stillen(?) Kämmerlein“ beantwortet / geregelt hat, für die interessierte Öffentlichkeit publiziert und fachkundig erläutert werden. Im Rö-Forum geht das weit über die Möglichkeiten hinaus, die z. B. in Aktualisierungskursen geleistet werden können. Startpunkt für die Erläuterung sind die im Forum gestellten Anfragen. Welche Behörde darf vergleichbar so in die Öffentlichkeit treten, wie das im Forum möglich ist? Welcher Behördenleiter würde derartiges zulassen? Gleichzeitig ist für alle Beteiligten zu erkennen, wo in der Praxis „der Schuh drückt“ und wo noch Nacharbeit erforderlich sein könnte. Diese offene Diskussion hilft allen; bisher erfolgreich und so hoffentlich auch in der Zukunft. -- zur Erinnerung: Herr… schrieb am 20.08.2005 - 12:50 Uhr: xxx. „Antwort: Sehr geehrter Herr …, ja, lassen Sie mich die Fragen mal sehen. Ich bin natürlich nicht allwissend, aber es gibt den Jargon ´Nie verzagen, Ewen fragen´. Gruß K. Ewen“ -- # Das neue Strahlenschutzgesetz ist schon bereit und die Verordnung(en) werden folgen. Ganz gleich, wie die Verordnung(en) genannt werden sollte, das Röntgen bleibt. Es muss also in diesem Forum weitergehen. # Ich wünsche mir, Dir und uns allen für die nächsten 3000. Anfragen und mehr, dass sich weiterhin Fachleute als Mitstreiter im Rö-Forum bereit erklären, dass die Fäden weiterhin für das Forum zusammengehalten werden und dass sich weiterhin ein Weg findet, das Forum technisch und finanziell zu betreiben. Dazu „Glück auf“ Günter Roos


1. Antwort: Lieber Günter, Danke nochmals für dein großes Interesse am Forum RöV und an der weiteren Tätigkeit dieser Einrichtung. Ich für meine Person muss auch ´in mich gehen´ und mir darüber im Klaren sein, wie im Forum RöV meine Rolle als Autor und Organisator vor dem Hintergrund der auf uns alle zukommenden neuen Strahlenschutzgesetzgebung aussehen könnte. Bei dieser Überlegung spielen natürlich auch Ideen und Vorschläge eine Rolle, die du in deinen Texten angesprochen hast. Lasst mir aber etwas Zeit mit meinen Gedanken! Viele Grüße Klaus (Ewen)



  Frage gestellt am 21.10.2017 - 01:11 Uhr:
Frage:3000 BETREFF: Frage 3000
Lieber Klaus, nachdem Günter Roos die Frage 2998 für seine Wertschätzung des Forum RöV genutzt hat (was mich sehr gefreut hat), möchte ich die Frage 3000 nicht für eine wirkliche Frage nutzen, sondern für meine Dank an dich. Meinen Dank dafür, dass du in den zurückliegenden Jahren dieses Forum zu dem gemacht hast, was es heute ist: Zu einem kompetenten Nachschlagewerk im Strahlenschutz mit der Besonderheit, zeitnah und umfassend zu antworten. Ich freue mich, dass ich so lange hierbei mitwirken durfte (und noch darf). Der Dank geht auch an alle anderen Kolleginnen und Kollegen, die das Forum unterstützen. Möge es uns noch einige Zeit gelingen. Grüße von Teneriffa Walter


1. Antwort: Lieber Walter, auch dir vielen Dank für diese Wertschätzung des Forum RöV und ein wenig auch, ohne überheblich zu sein, meiner Person. Die Betreuung des Forum RöV hat Spaß gemacht, aber auch Arbeit gekostet. Wer mich kennt, der weiß, dass ich grundsätzlich für beides zu haben bin. Danke aber auch an dich für deine Beiträge vornehmlich im rechtlichen Bereich sowie an andere Kolleginnen und Kollegen für deren Hilfe bei speziellen Fragestellungen, z.B. aus dem medizinisch-radiologischen Umfeld. Hat das Forum RöV noch eine Zukunft? Zumindest müssen wir es irgendwann mal umbenennen, denn es wird den Begriff „RöV“ spätestens Ende 2018 nicht mehr geben. Alles andere bleibt abzuwarten. Mit freundlichen Grüßen Klaus (Ewen)



  Frage gestellt am 20.10.2017 - 11:17 Uhr:
Frage:2999 BETREFF: Röntgen der Hand Frage 2997
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen für die sehr ausführliche und hilfreiche Beantwortung meiner Frage 2997 bedanken. Bezüglich meiner Frage in 2997, ob es denn durch unsachgemäßes Bedienen eines digitalen Gerätes zu übermäßiger Strahlung durch falsche Belichtungszeiten, Einblednung oder Dosis kommen könnte, möchte ich aus folgendem Grund nochmals nachfragen: Als ich ins Röntgenzimmer gebeten wurde, bat mich die Arzthelferin meine Hand auf eine Speicherfolie zu legen. Diese Kassette hatte ca. die Größe zweier Hände. Eine Anweisung, wie und wo ich die Hände zu positionieren habe, erfolgte nicht, dafür aber die Anweisung, mich möglichst nahe an den Tisch zu setzen (Ellenbogen am Körper und 90 Grad). Anschließend verließ die Arzthelferin den Raum, um die Aufnahme zu erstellen. Dies dauerte ca. eine Minute. Ein Lichtkegel, wie es wohl bei Einblendungen üblich ist (?), war nicht sichtbar. Eine Einblendung wurde auch zuvor von der Arzthelferin im Röntgenraum nicht vorgenommen. Kann sie diese vergessen haben? Welche Auswirkungen hätte dies auf Dosis und Gesundheit. Ich habe mir inzwischen die Aufnahme durch den Arzt auf CD aushändigen lassen. Hierbei ist mir auch aufgefallen, dass neben der Hand auch das Handgelenk und ein Teil des Unterarms zu sehen sind. Die zu diagnostizierende Stelle betraf aber nur das vordere Fingerendgelenk des Zeigefingers... Mittlerweile hat sich diese Sache für mich zum regelrechten Albtraum entwickelt und ich möchte gerne eine Aufklärung des Sachverhalts, sowohl aus persönlichen Gründen als auch aus Schutz anderer Patienten. Welche Möglichkeiten gibt es hier? Werden Dosisleistungen / Belichtungszeit vom Gerät gespeichert? Hat man hier das Recht zur Einsicht, ohne dass Daten verändert werden können? An wen könnte man sich in diesem Fall wenden? Ich habe im Übrigen den behandelnden Arzt ca. eine Woche später auf den fehlenden Bleischutz angesprochen. Er meinte - wie ich ja bereits in meiner letzten Frage geschrieben habe - dass bei einer Hand keine Strahlung am Körper ankäme und dass man eine derartige Untersuchung auch schwanger durchführen könne. Auf meinen Hinweis auf die falsche Positionierung räumte er ein, dass es wohl nicht optimal gelaufen sei... Für dieses Gespräch bekam ich eine Rechnung für eingehende Beratung mind. 10 min. ausgestellt. Mit besten Grüßen, Susa S.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sicklinger, zu den medizinisch-radiologischen Aspekten und zur Indikationsstellung können wir „aus der Ferne“ und ohne die Röntgenaufnahme sehen zu können sowie ohne weitere klinische Angaben grundsätzlich nur schwer die Indikation für das Röntgen der Hand nachvollziehen. Das ist auch nicht die Aufgabe des Forum RöV. Eine Schwellung an einem Fingerendglied kann hinweisend auf verschiedene Erkrankungen sein. Zur weiteren ätiologischen Zuordnung kann dann eine Aufnahme der gesamten Hand indiziert sein, um sich das Verteilungsmuster, was hinweisend auf bestimmte Erkrankungen sein kann, bzw. dortige Veränderungen anzusehen. Wenn die Hand geröntgt wird, gehört die Darstellung des Handgelenkes zu einer mangelfreien Aufnahme mit dazu. Um zu beurteilen, ob die Aufnahme korrekt eingeblendet wurde, müsste man sie sich anschauen. Wir vom Forum RöV kommen an dieser Stelle mit Ihrem „Fall“ nicht weiter. Die Frage ist also, an wen Sie sich grundsätzlich wenden können, ob mit Erfolg, ist offen. 1) Gutachterkommission der Kammern. 2) Falls Sie privat versichert sind, wäre die KV außen vor. 3) Grundsätzlich muss man Ihnen die Untersuchungsdaten überlassen (§ 28 Abs. 2 Satz 1 RöV). 4) Abschließend würden wir nach „längerem Überlegen“ vorschlagen, sich bei der für Ihren Bereich zuständigen Ärztekammer zu beschweren. Die müssen dann irgendwas tun. Oft ist es dann so, dass bei dem Zauberwort „Röntgen“ die der betreffenden Ärztekammer zugeordnete Ärztliche Stelle gefragt bzw. eingeschaltet wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.10.2017 - 23:02 Uhr:
Frage:2998 BETREFF: Fast die 3000. Frage erreicht
Sehr geehrter Herr Prof. Klaus Ewen, -lieber Klaus, ich nutze mal heute diese sehr formelle Anrede im Forum- Dass in diesem Forum inzwischen rund 3000 Fragen gestellt und von Dir geduldig und fachkundig beantwortet wurden, ist für mich Anlass einen besonderen Dank und eine Bitte zum ´weiter so´ hier einzufügen. Deine Beratung in zum Teil unendlich verzwickten fachlichen und organisatorischen Fällen hat den vielen (passiven) Mit-Lesern des Forums und nicht nur den Anfragenden erheblich weitergeholfen, um den Strahlenschutz der Anwender und der Patienten mit auf das heutige hohe Niveau zu führen. Auch ich - obwohl langjähiger ´Insider´ - habe als Mit-Leser immer wieder hilfreiche Antworten oder Fragen, die eine vertiefte Betrachtung erforderten, gefunden. An keiner anderen Stelle konnte durch vergleichbare, überwiegend ehrenamliche Aktivität so Vielen eine Hilfe gegeben werden. Neben der Beratung der Anwender durch die Ärztlichen Stellen nach § 17a RöV, ist es das (Dein) Rö-Forum, das die meisten Personen bei ihrer Aufgabenerfüllung wirksam unterstützt. Aber auch Patienten erfragen und erfahren Deine Beratung. Dafür und auch anlässlich des heutigen Tages meinen persönlichen Dank und Glückwunsch. Herzliche Grüße aus Mainz Günter Roos --- --- --- --- [Nicht verkneifen kann ich diese Anmerkung: Meine Haare stehen mir zu Berge, wenn ich bei Frage 2997 lese, was alles in dieser Anwendung von hinten bis vorne daneben war. Sehr geehrte Frau S.: Kopfschmerz, Übelkeit usw. werden dennoch nicht als Folge dieser Anwendung auftreten. Ich hoffe nur, die ärztlche Diagnose war zutreffender.]


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Roos, lieber Günter, zunächst einmal muss gesagt werden, dass wir viele berufliche Jahre im Strahlenschutz gemeinsam gestaltet haben (z.B. im Länderausschuss RöV und im Arbeitskreis RöV), und dies in einem bemerkenswert angenehmen kollegialen Verhältnis. Du hast als Anlass zu deinen Ausführungen die Tatsache genutzt, dass wir im Forum RöV kurz vor einem besonderen Jubiläum stehen: Es fehlen heute (ab 18.10.2017) unter Berücksichtigung deines Textes (Frage 2998) noch genau 2 Fragen bis zur ominösen Zahl „3000“! Ich bin natürlich nicht allwissend im Strahlenschutz. Deshalb bitte ich zu speziellen Themen auch Kollegen/innen um ihren Rat, so dass wir in derartigen Fällen auch von einem „Forum-Team“ sprechen können. Was deine „Anfrage“ hier betrifft, so möchte ich klar darauf hinweisen, dass ich dich nicht gebeten hatte, anlässlich des Jubiläums „3000“ diesen Text zu schreiben und ins Forum RöV zu setzen. Ich weiß aber genau, was diese Worte eines „Insiders“, wie du dich zu Recht bezeichnet hast, bedeuten (siehe z.B. deine Anmerkung zur Frage Nr. 2997 am Ende deines Textes). Das Forum-Team ist stolz darauf! Viele Grüße Klaus Ewen



  Frage gestellt am 17.10.2017 - 15:43 Uhr:
Frage:2997 BETREFF: Röntgen der Hand
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst vielen herzlichen Dank für die ausführlichen und fachkundigen Auskünfte in diesem Forum. Zu meinem Problem: Beim ortsansässigen Orthopäden wurde vor wenigen Wochen meine rechte Hand aufgrund einer Schwellung am Fingerendgelenk geröngt. Es gab hierbei Vorkommnisse, die mich im Nachinein stark beunruhigen, zumal der Vorgang des ´Geröngtwerdens´ immho sehr seltsam abgelaufen ist. Auf die Frage an den Arzt, ob denn auch andere bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen könnten, wurde mir entgegnet, dass man hierbei (beim Handröntgen) keine Strahlung abbekomme. Anschließend wurde ich in den Röntgenraum geschickt. Nach einer letzten Röntgenuntersuchung oder einer eventuell bestehenden Schwangerschaft wurde ich nicht befragt, weder vom Arzt noch vom Röntgenpersonal. Die Arzthelferin machte insgesamt einen sehr unsicheren, nervösen Eindruck. Sie forderte mich auf, mich so nah wie möglich - frontal, nicht seitlich - vor den Röntgentisch zu setzen, die Beine unter den Tisch stellend. Eine Bleischürze wurde mir nicht angelegt, ich wurde ebenfalls nicht darauf hingewiesen, den Kopf abzuwenden. Der Abstand von der Brustdrüse zum Primärstrahl betrug ca. 10 bis 15 Zentimeter. Auch der Abstand vom Kopf (Augenlinse, Schilddrüse) zur Stahlenquelle war sehr gering. Auf die Frage, weshalb keine Bleischürze angelegt werde, entgegnete man mir, dass beim Röntgen der Hand keine Strahlung am Körper ankomme. Mein Vertrauen in die Praxis und den untersuchenden Arzt ist seitdem dahin und ich habe Angst, unsachgemäß geröngt geworden zu sein und Schäden, auch durch nicht abgeschirmte Streustahlung, erhalten zu haben. Fragen, die sich mir seither stellen, sind: Kann es durch unsachgemäßes Bedienen eines digitalen Gerätes zu übermäßiger Strahlung durch falsche Belichtungszeiten, Einblednung oder Dosis kommen? Können hierbei Erscheinungen wie leichte Kopfschmerzen, leichte Übelkeit und Durchfall sowie Hautreizungen hervorgerufen werden? Wie stark ist bei dieser Art der Röntgenuntersuchung die Belastung durch Streustrahlen? Vielen Dank, S.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sicklinger, 1) Für jede Röntgenaufnahme, also auch für die Untersuchung der Hand, benötigt man Strahlung (ohne Röntgenstrahlung keine Röntgenbild). Die Dosis bei einer Handaufnahme ist aber, verglichen mit anderen Röntgenuntersuchungen, ziemlich gering. Auch die von dem Objekt (hier: Hand) ausgehende Streustrahlendosis ist niedrig, aber wenn man sie mit einfachen Mitteln noch weiter verringern kann, sollte man es tun. 2) Gebärfähige Frauen sind vor der Röntgenuntersuchung vom anwendenden Arzt nach eventuell bestehender Schwangerschaft zu befragen (§ 23 Abs. 3 RöV). Das Ergebnis dieser Befragung muss aufgezeichnet werden (§ 28 Abs. 1 Nr. 1 RöV). 3) Bei einer Handaufnahme ist eine Patientenplatzierung frontal zum Untersuchungstisch, und das auch noch mit den Beinen unter diesem Tisch, genau das Falsche. Seitlich und mit abgewandten Beinen wäre dagegen richtig. 4) Eine Schutzschürze, so vorhanden, kann zur Minimierung der Strahlendosis nicht schaden. 5) Die Abstände vom Röntgenstrahler zu kritischen Organen des Patienten (zum Beispiel Schilddrüse, Augenlinse) sollten zur Minimierung der sog. Gehäusedurchlass-Strahlung so groß wie untersuchungstechnisch möglich gehalten werden. 6) Wie gesagt, die Streustrahlendosis ist bei einer Handaufnahme gering, doch gleich Null ist sie aber auch nicht. Fazit: Es ist total unwahrscheinlich, dass Sie mit strahlungsbedingten Schäden rechnen müssen. Darüber brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. An sich tragen moderne digital arbeitende Röntgengeräte im Vergleich zu älteren, analogen Geräten ehr zu kleineren Dosiswerten bei. Fast würde ich sagen: Man muss bei ihnen schon richtig etwas falsch machen, um bei Patienten eine unangemessen hohe Dosis zu applizieren. Trotz aller hier von Ihnen aufgezählten und von mir kommentierten Fehler, die bei Ihrer Untersuchung unterlaufen sind, müssen Sie dadurch keine gesundheitlichen Symptome (z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen) befürchten. Man könnte sich aber fragen, ob in dieser Praxis bei anderen Röntgenuntersuchungen, die zur Erzeugung einer befundbaren Bildqualität eine höhere Dosis erfordern, grundsätzlich ebenso unqualifiziert geröntgt wird. Mit korrekter Patientenplatzierung (s.o.) liegt bei einer Handaufnahme die Streustrahlendosis am Patienten in einer Größenordnung von 0,3 µSv, einem Wert, der keineswegs Furcht einflößend ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Vielleicht werfen Sie noch einen Blick auf den Text der nachfolgenden Forumanfrage (Nr. 2998), dort die letzten Zeilen in eckigen Klammern. Dieser Text ist nicht mit uns abgesprochen, geht aber (in Kurzfassung) in dieselbe Richtung wie unsere Antwort hier.



  Frage gestellt am 15.10.2017 - 17:07 Uhr:
Frage:2996 BETREFF: Augenlinse Dosis Grenzwerte ab 01012018!?
Hallo Herr Prof.Ewen, Der neue Grenzwert f die Augenlinse Dosis von 20mSv/a für die Anwender gilt ab dem 1.1.2018 oder erst wenn die neue StrschVerordnung inkl.RöV am 31.12.2018 eingehalten werden soll? Bitte um Hilfe da manche StrSchBeauftragten der Meinung sind diese gilt erst ab dem 1.1.2019. Wie immer herzlichen Dank.Heide


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Heide (Vorname?), die besagten Strahlenschutzbeauftragten liegen mit ihrer Meinung fast richtig. Das In-Kraft-Treten der meisten radiologisch relevanten Regelungen, so auch des neuen Grenzwertes für die Augenlinsendosis, geschieht nach StrlSchG am 31.12.2018. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.10.2017 - 16:36 Uhr:
Frage:2995 BETREFF: Minderjährige bis 18a Unterschrift bzgl Schwangerschaft
Hallo Herr Prof.Dr.Ewen, Wenn Mädchen bzgl einer ´bestehenden Schwangerschaft befragt werden,müssen diese Ihre Antwort und den Bogen ausfüllen.So nun stehen wir da und sind verunsichert.Mädels die das 16 Lebensjahr nicht beendet haben z.B.13 oder 14 Jahre alt sind müssen doch die Erziehungsberechtigten o.ä.Vewandten die Unterschrift unter der Befragung(Ausschluss Gravidität vor der Rö Unters) als gesetzlicher Vertreter tätigen.Was müssen wir beachten? Wenn kein erziehungsberechtigter dabei ist? genügt es wenn die Eltern telefonisch in Kenntnisse gesetzt werden und wir die Zusage für die Rö Auf. Notieren? Wer muss das im Vorfeld klären die behandelten Ärzte? Der jeweiligen Fachabteilung? Wir sind Mtra und haben keinen eigenen Radiologen.! Wie sieht die Rechtsprechung mit Mädels aus zwischen dem 16_18 Lebensjahr? Eltern fragen oder reicht die Unterschrift der z.b.16jährige? Vielen Dank LG nach Duesseldorf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Marchand Heide (?), eine schwere und komplizierte Frage, die Sie uns gestellt haben. Diese Frage enthält nur einen Teil des gesamten Problems und ist nach unserer Meinung wirklich rechtssicher nur mit Hilfe von Fachjuristen (ggf. nach Recherchen von Gerichtsverfahren/Urteilen) zu beantworten. Die Frage beginnt schon dort, wo der fachkundige ARZT (es muss kein Radiologe sein) rechtfertigt, ob eine Röntgenuntersuchung erforderlich ist. Eine solche Entscheidung wird man bei Kindern und Jugendlichen in der Regel sicherlich nicht ohne Zustimmung von Erziehungsberechtigten treffen dürfen. Dies ist aber auch bei anderen Behandlungen (außerhalb der Radiologie), die eine Körperverletzung darstellen können, nicht anders. Ausgenommen sollen hier mal Erkrankungen oder Verletzungen sein, die keinen Aufschub der ärztlichen Versorgung dulden. Es wird also erforderlich sein, dass der Arzt oder die von ihm beauftragte Person versuchen muss, Erziehungsberechtigte zu erreichen, um die Zustimmung zur Röntgenuntersuchung einzuholen. In diesem Zusammenhang kann dann auch die Frage einer möglichen Schwangerschaft bei einem „Mädchen“ geklärt werden. Telefonisch mag eine solche Zustimmung möglich sein bzw. die Klärung der Frage, ob eine Schwangerschaft besteht, wenn man sich vollkommen sicher ist, dass man mit Erziehungsberechtigten spricht und dieses auch protokolliert. Unserer Meinung nach muss grundsätzlich auch die Patientenaufklärung erfolgen (hier ggf. auch gegenüber dem Erziehungsberechtigten). Ob Jugendliche ab 16 Jahren allein entscheiden können und auch entsprechende Fragen beantworten können/dürfen, können wir rechtlich belastbar nicht beantworten. Obwohl wir auch davon ausgehen, dass dieses so möglich ist, sollten Sie einen Fachjuristen (z.B. aus der zuständigen Ärztekammer) hierzu befragen. Dies gilt auch für die Frage, wie lange man warten muss, bevor eine Untersuchung durchgeführt werden darf, wenn man keinen Erziehungsberechtigten erreicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.10.2017 - 10:19 Uhr:
Frage:2994 BETREFF: CT-Aufklärung
Guten Tag Hr. Prof. Ewen. Ich hätte folgende Fragen speziell zu CT-Aufklärungen. So wie ich bereits gelesen habe, ist die Aufklärung nur im ärztlichen Berufsrecht relevant. Dessen ungeachtet würde mich trotzdem interessieren, ob ein stationärer Patient innerhalb seines Aufenthaltes vor jeder CT-Untersuchung immer wieder neu aufgeklärt werden muss oder ob eine Aufklärung bei der ersten CT-Untersuchung alle folgenden CT-Untersuchungen mit abdeckt? Die zweite Frage ist, da die RöV eine Patientenaufklärung im Rahmen einer Röntgenuntersuchung nicht vorsieht, muss ich als MTRA überhaupt kontrollieren, ob eine solche vorliegt? Da wir auch teleradiologisch arbeiten, wird diese Kontrolle von den Teleradiologen von uns verlangt. Ich bedanke mich schon im Vorfeld für die Antworten. Mit freundlichen Grüßen Ch. Maindorfer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Maindorfer, zur Aufklärung, insbesondere bei CT-Untersuchungen, verweisen wir auf unsere Antwort zur Forum-Anfrage 2032. Dementsprechend ist unseres Erachtens eine Patientenaufklärung bei jeder CT-Untersuchung erforderlich. Eine Ausnahme könnte sich ergeben, wenn von Beginn an mehrere CT-Untersuchungen gerechtfertigt werden und die Aufklärung zu Beginn auch alle geplanten Folgeuntersuchungen einbezieht und dieses auch dokumentiert wird. Die Verantwortung für die Patientenaufklärung liegt grundsätzlich bei den fachkompetenten Ärzten (vgl. Antwort zur Frage 2032). Unserer Meinung nach muss der Teleradiologe die Patientenaufklärung mit dem Arzt vor Ort absprechen, der über spezielle Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen muss. Eine Kontrolle der Patientenaufklärung durch MTRA, die vor Ort technisch durchführen dürfen, ist in der RöV nicht vorgesehen. Belastbare Auskünfte zu Ihrer Frage bekommen Sie nach unserem Wissen von den Rechtsabteilungen der Ärztekammern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.10.2017 - 16:15 Uhr:
Frage:2993 BETREFF: Fail-Safe-Schaltung
Lieber Klaus, ich habe noch eine schöne Frage an dich. Es geht um die „Fail-Safe-Schaltung“. Es handelt sich um eine Röntgeneinrichtung eines namhaften Hersteller (Buckytisch mit Wandstativ). Zusätzlich werden noch ein Easylift (nur freie Einstellung) und ein Thoracomat (Belichtungsautomatik) verwendet. Bei Anwahl von Buckytisch oder Wandstativ arbeitet die Fail-Safe-Schaltung einwandfrei. Wenn nun jedoch der Strahler auf den Buckytisch gerichtet wird und am Schaltpult der Thoracomat angewählt wurde, geht die Anlage NICHT in Fail-Safe – es wird also Grenz-mAs geschossen. Dies habe ich mit MK2 bemängelt. Der Hersteller des Systems sagt nun, dass hier „wahrscheinlich“ keine Fail-Safe-Schaltung realisiert werden kann. Wie würdest Du den Fall behandeln?


1. Antwort: Lieber Kai, rein formalrechtlich könnte die zuständige Genehmigungsbehörde die Inbetriebnahme einer solchen Röntgeneinrichtung sicherlich zulassen. Dies wäre über eine Genehmigung nach Paragraph 3 RöV oder durch Entscheidung der Behörde nach Paragraph 4 Abs. 2 Satz 3 RöV möglich. Allerdings setzt eine solche Entscheidung oder eine Genehmigung nach Meinung des Forumteams voraus, dass die Sicherheit und der Strahlenschutz auf andere Weise gewährleistet wird (im Sinne des Paragraphen 33 Abs. 6 RöV). Im vorliegenden Fall sehen wir jedoch auf Grundlage des von dir formulierten Anfragetextes keine Anhaltspunkte, dass diese Voraussetzung als erfüllt angesehen werden kann. Da die Fail–Safe–Schaltung bereits vor längerer Zeit aus Sicherheitsgründen eingeführt wurde, sollte sie auch konsequent für alle Betriebsarten Anwendung finden. Unseres Erachtens ist hier eine technische Maßnahme des Herstellers erforderlich und nicht, wie auch immer formuliert, ein „administratives Hinbiegen“ durch die Genehmigungsbehörde. Deine Mangelfeststellung ist also nach unserer Auffassung durchaus berechtigt. Mit freundlichem Gruß Klaus (Ewen)



  Frage gestellt am 05.10.2017 - 22:09 Uhr:
Frage:2992 BETREFF: DVT in HNO-Praxis
Lieber Klaus, eine Praxis hat mich in Sachen ´Umsetzung des Standes der Technik´ um Hilfe gebeten. Es geht um ein DVT-Gerät, welches in der Humanmedizin (HNO-Praxis) verwednet wird. Das Gerät wurde im März 2012 in Betrieb genommen. Da zu diesem Zeitpunkt keine Norm für die Abnahmeprüfung von DVT-Geräten außerhalb der Zahnmedizin existierte und auch in der seinerzeit gültigen QS-Richtlinie keine Regelungen für DVT-Geräte außerhalb der Zahnmedizin getroffen waren, galten für die Abnahmeprüfung die Hersteller- bzw. Lieferanten-Vorgaben. Die Lieferfirma hat seinerzeit die in der Zahnmedizin üblichen Regelungen der QS-Richtlinie (Stand 05.11.2009) umgesetzt und die Abnahmeprüfung entsprechend durchgeführt. Für in der Zahnmedizin verwendete DVT-Geräte wurde in der QS-Richtlinie vom 23.06.2014 festgelegt, dass bis spätestens 31.01.2018 eine der Abnahmeprüfung entsprechende ergänzende Prüfung nach DIN 6868-161 durchzuführen ist. Eine solche Regelung gibt es für DVT-Geräte außerhalb der Zahnmedizin nicht. Auch zur Umsetzung der DIN 6868-150 (Juni 2013) gibt es keine Festlegungen, dass in Betrieb befindliche Geräte durch eine „neue Abnahmeprüfung“ auf den Stand der aktuellen Normung umgestellt werden müssen. Rundschreiben zu diesem Thema sind mir auch keine bekannt. Dennoch besteht die BLÄK hier auf eine neue Abnahmeprüfung nach DIN 6868-150. Aus meiner Sicht als Sachverständiger nach RöV besteht hier kein Handlungsbedarf. Wie siehst Du das? Grüße aus Stuttgart Kai Gottwals


1. Antwort: Lieber Kai, ich kann es kurz machen, ich sehe das genauso wie du: Aus Sicht der Sachverständigen besteht kein Handlungsbedarf. Der besteht aber im Anwendungsbereich der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), was auch vom Leiter des Arbeitskreises RöV bestätigt wird. Du hast eine Regelungslücke angesprochen, die man durch Formulierung eines entsprechenden Textes in der QS-RL schließen könnte. Vielleicht kann diese Lücke, sicherlich etwas langfristiger, alternativ auch auf Normungsebene beseitigt werden. Zurzeit konzentriert sich, wie du weißt, eine aktuelle Präsenzpflicht für alle im administrativen Strahlenschutz beschäftigten Kolleginnen und Kollegen auf das neue Strahlenschutzgesetz und auf dessen Umfeld. Die ohnehin schon angespannten personellen Kapazitäten lassen das Eingehen auf Novellierungswünsche im Text technischer Richtlinien zur RöV, wie hier der QS-RL, zwangsläufig in einen gewissen zeitlichen Hintergrund treten. Wir werden also ein wenig geduldig sein müssen. Mit freundlichem Gruß Klaus (Ewen)



  Frage gestellt am 05.10.2017 - 13:49 Uhr:
Frage:2991 BETREFF: Untersuchung nach § 37 RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Die Durchführung der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung Richtlinie nach StrlSchV und RöV ´Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlen- exponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´ vom 18. Dezember 2003 - RdSchr. d. BMU v. 18.12.2003 - RS II 4 - 11432/2 beschreibt auch den Ablauf der Untersuchung von uns Beschäftigten im Kontrollbereich. Ich lese daraus, dass der ermächtigte Arzt die Untersuchung (zumindest die Erstuntersuchung)persönlich durchführen muss. Ist das korrekt ? Oder darf ich von einem ´normalen´ Betriebsarzt ohne Ermächtigung untersucht und befragt werden, und dann geht meine Untersuchsakte an den ermächtigten Arzt und der stellt aus der ´Ferne´ die Bescheinigung nach § 38 aus ?? Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, § 37 Abs. 1 und 2 RöV sowie § 60 Abs. 1 und 2 StrlSchV beschreiben unseres Erachtens eindeutig, dass die Untersuchung oder Beurteilung sowie die Ausstellung der notwendigen Bescheinigung durch einen nach RöV bzw. StrlSchV „ermächtigten Arzt“ erfolgen müssen. Eine Delegation dieser Untersuchungen oder Beurteilungen an einen Arzt ohne Ermächtigung nach RöV und StrlSchV ist nach unserer Meinung nicht zulässig. Gegebenenfalls können im Einzelfall notwendige spezielle Untersuchungen (z.B. Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchungen) an spezialisierte Ärzte vergeben werden oder der ermächtigte Arzt kann bestimmte Erkenntnisse eines Betriebsarztes bei einer (Wiederholungs-) Beurteilung zugrunde legen. Der Auftrag hierfür und die Bewertung müssen nach unserer Meinung aber durch den ermächtigten Arzt erfolgen. Wenn der Ablauf, wie von Ihnen beschrieben, erfolgt (Untersuchung durch einen nicht nach RöV und StrlSchV ermächtigten Betriebsarzt) und auf dieser Basis dann eine Ausstellen der Bescheinigung durch den ermächtigten Arzt, könnte man dieses Vorgehen sicherlich mit der für den betreffenden ermächtigten Arzt zuständigen Aufsichtsbehörde erörtern. Vielleicht hat diese ja keine Bedenken dagegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.10.2017 - 16:48 Uhr:
Frage:2989 BETREFF: Frage 2915 - Augenlinsendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in Ihrer Antwort zur Frage 2915 haben Sie geschrieben, dass bei möglicher Überschreitung von 1/10 des betreffenden Grenzwertes eine Teilkörperdosimetrie zwingend erforderlich ist, hier demnach bei 15 mSv/a. In der (noch) aktuellen Röntgenverordnung habe ich Ihre Angaben leider noch nicht wiederfinden können. Per Suche werde ich auf §35 Abs. 5 verwiesen: ...Ist vorauszusehen, dass im Kalenderjahr die Organdosis ... der Augenlinse größer ist als 45 mSv, so ist die Personendosis durch weitere Dosimeter auch an diesen Körperteilen festzustellen. Auf welche Angaben müssen wir uns bis zum neuen Strahlenschutzgesetz beziehen? Es bleibt spannend, was in der Verordnungsermächtigung für die Strahlenschutzbereiche als Dosiswerte definiert werden... Freundliche Grüße Michael Scheibner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Scheibner, man hat Sie zu Recht auf den § 35 Abs. 5 RöV verwiesen: Ein zusätzliches Dosimeter im Bereich der Augenlinse ist nach der noch geltenden RöV dann zu tragen, wenn die Organdosis der Augenlinse größer ist als 45 mSv im Kalenderjahr. Sorry, wir haben bei der damaligen Beantwortung Ihrer Frage den etwas komplex formulierten § 35 zu konservativ ausgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.09.2017 - 19:17 Uhr:
Frage:2988 BETREFF: wiederholtes roentgen der lunge
sehr geehrter herr prof. ewen, herzlichen dank für ihre antwort! ein schönes wochenende und freundliche grüße!


1. Antwort: ... gern geschehen! Viele Grüße K. Ewen



  Frage gestellt am 28.09.2017 - 23:16 Uhr:
Frage:2987 BETREFF: Konversionsfaktoren und Dosisausbeute
Sehr geehrte Damen und Herren, können Sie mir einen Hinweis geben wo ich im Internet die Konversionsfaktoren zur Abschätzung der eff. Dosis bei Röntgenaufnahmen mithilfe des DFP finden kann? Gibt es eine Anleitung, z.B. für Techniker, wie ich die Dosisausbeute unserer Anlage bestimmen kann, um die Einfalldosis bzw. Oberflächendosis berechnen zu können? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Winges, zum 1. Punkt: Bei Eingabe von Begriffen wie „Konversionsfaktoren“ und „effektive Dosis“ z.B. in Google findet man einige Publikationen zu diesem Thema, beispielsweise eine Arbeit von D.Gosch et.al. aus Fortschr Röntgenstr, 2007; 179(10): 1035-1042. Aber das ist wirklich nur ein Beispiel; es gibt noch mehr Fundstellen zu dieser Thematik. Was den 2. Punkt Ihrer Fragen betrifft, so weiß ich nicht, ob Sie Zugriffsmöglichkeiten auf Normen besitzen. So findet man in DIN 6868-150 (Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen für Aufnahme und Durchleuchtung) z.B. eine Prüf- bzw. Messanleitung zur Referenzluftkermaleistung, ein Größe, die z.B. der Einfalldosis nahe steht. Es lohnt sich vielleicht auch ein Blick in die DIN 6809-7 (Klinische Dosimetrie – Teil 7: Verfahren zur Ermittlung der Patientendosis in der Röntgendiagnostik). Hier unter anderem werden die verschiedenen Möglichkeiten von Ermittlungen der Einfalldosis ziemlich ausführlich beschrieben. Ansonsten muss man auch bezüglich des 2. Punktes ein wenig im Internet herum suchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.09.2017 - 18:15 Uhr:
Frage:2985 BETREFF: erneutes röntgen der lunge in 2 ebenen nach 1 jahr und 6 monaten
sehr geehrte damen und herren, ist das, wie im betreff steht, gesundheitlich gefährlich? es wurde in zwei unterschiedlichen kliniken geröntgt. würde mich über eine antwort sehr freuen. mit freundlichen grüßen elke n.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Niebling, wenn die Indikation stimmt, kann auch in kürzeren Abständen die Lunge geröntgt werden müssen. 18 Monate alte Voraufnahmen sollten zwar angefordert werden können, aber je nach Fragestellung müssen sie diagnostisch nicht unbedingt hilfreich sein. Die (effektive) Dosis liegt bei Thoraxaufnahmen etwa in einer Größenordnung von 0,1 bis 0,3 mSv. Das ist im Vergleich zu vielen anderen Röntgenaufnahmen und -untersuchungen ziemlich niedrig. Sie müssen also diesbezüglich keine Sorgen haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.09.2017 - 00:08 Uhr:
Frage:2984 BETREFF: ERCP mit C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche baulichen Vorraussetzungen müssen erfüllt sein, um einen C-Bogen in einem Endoskopieraum zur Durchführung einer ERCP einzusetzen. Benötigt der Raum eine spezielle Abschirmung ? Wo kann ich dazu Informationen finden? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bauer, der bauliche Strahlenschutz von Röntgenräumen hängt von mehreren Parametern ab (z.B. Art der Untersuchungen, Abstände zu Aufenthaltsplätzen von Personen, Strahlrichtungen, Einschaltzeiten bzw. Zahl der Röntgenaufnahmen, Grenzwerte an den abzuschirmenden Plätzen). Man kann Ihre Fragen „vom Schreibtisch aus“ nicht so einfach beantworten. Zur Berechnung von Abschirmungen in der Radiologie gibt es Normen, so z.B. für die Röntgendiagnostik, also auch für ERCP mit C-Bogengeräten, die Norm 6812 („Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV – Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes“). Aber man muss schon eine gewisse Erfahrung bei Nutzung dieser Normen haben. Deshalb empfehle ich Ihnen, einen nach RöV behördlich bestimmten Sachverständigen einzubeziehen, der sich mit Normen dieser Art auskennt. Im Internet finden Sie Auflistungen von Sachverständigen, die in dem jeweiligen Bundesland von der dort zuständigen Behörde als Sachverständige anerkannt sind. Und ich denke, Sie werden darin bestimmt jemanden finden, der Sie entsprechend beraten kann. Man kann übrigens Normen, so auch die DIN 6812, aus dem Internet nicht runterladen. Ein in der Radiologie tätiger Sachverständiger wird die DIN 6812 aber bestimmt parat haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.09.2017 - 09:14 Uhr:
Frage:2983 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe heute zwei grundlegende Fragen zur Durchführung der DIN 6857-2:2016-08 (QK von Strahlenschutzmitteln) 1. Welche Modalität bevorzugen Sie? Durchleuchtung (DL) oder CT? Aus meiner Sicht ist die DL (Angiografieanlage mit ausreichend großem Detektor) zu bevorzugen, wenn sich für die Durchführung das Personal dafür nicht im Kontrollbereich aufhalten muss, da sich die Schürzen hier - im Vergleich zum CT – einlagig auflegen lassen. Dies gelingt auf den schmalen CT-Liegen ja schlecht. Wenn das Personal sich aber dafür in den Kontrollbereich stellen muss, ist dann das CT (Topogramm) zu bevorzugen? Haben Sie zudem Erfahrungswerte, ob die Ergebnisse im Topogramm mit der schlechteren Auflösung und der evtl. doppelt gelegten Schürzen für die Prüfung ausreichen und den Prüfergebnissen in der DL entsprechen? 2. Dürfen Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz nach Anlage 8 bzw. 10 der Fachkunderichtlinie die Prüfung im Durchleuchtungs-Modus durchführen? Personen mit Kenntnissen n. Anlage 10 der FK-RL dürfen ja nur „auf direkte Anweisung des unmittelbar anwesenden Arztes“ einfache Röntgenanlagen bedienen. Gilt dies auch für die Durchführung dieser DIN? Es handelt sich ja um keine Anwendung am Patienten und wenn sie sich dafür nicht in den Kontrollbereich begeben müssen, können diese Personen dann die DIN durchführen? Es muss dabei natürlich realistisch davon ausgegangen werden, dass hier kein Arzt mit Fachkunde unmittelbar anwesend ist. So sich diese Personen allerdings dafür im Kontrollbereich aufhalten müssen, halte ich dieses Prozedere für nicht standhaft – oder wie sehen Sie dies? Zudem handelt es sich bei einer Angiografieanlagen ja nicht mehr um eine “einfache Röntgenanlage“. Wie verhalten sich nun auch diese beide Szenarien, also außerhalb bzw. innerhalb des Kontrollbereichs stehendes Personal, für Personen, die Kenntnisse nach Anlage 8 der FK-Richtlinie besitzen? Oder ist es prinzipiell letztendlich nur MTRA gestattet, diese Prüfung unter DL durchzuführen, wenn diese an einer Angiografieanlage durchgeführt wird und kein Arzt mit Fachkunde unmittelbar anwesend ist? Sie ahnen es bestimmt, es geht letztendlich um die Frage, wer darf (muss) die Prüfung durchführen und diese Frage stellt sich natürlich besonders in den Bereichen OP, Herzkatheterlabor usw., in denen das Assistenzpersonal nur über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt. Herzlichen Dank für Ihre Mühe, mit freundlichen Grüßen, Iris Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, ich habe zwar an der Gestaltung der DIN 6857-2 mitgearbeitet, habe aber selbst keine Erfahrung mit der praktischen Durchführung der Schürzenprüfungen. Ich kenne zwar Kollegen, die darüber verfügen, aber mir sind Namensnennungen im Forum RöV nicht erlaubt. Im Internet steht einiges zur DIN 6857-2. Vielleicht gibt es da für Sie einen Ansatz, diesbezüglich nachzufragen. Ich will mir die Beantwortung Ihrer Fragen nicht leicht machen, wenn ich mich zu Ihrer Frage Nr. 2 auch nur auf Verweisungen reduziere. Aber es gibt zu diesem Thema im Forum RöV ganz konkrete Anfragen und ebenso konkrete Antworten, so dass ich meine, es wäre wahrscheinlich ausreichend, Ihnen diese Stellen im Forum zu nennen und Sie zu bitten, sich diese mal durchzulesen: 1) Nr. 2563 vom 30.11.2015 „Technische Durchführung zum Normentwurf der DIN 6857-2“. 2) Nr. 2816 vom 09.01.2017 „Wer darf prüfen?“. 3) Nr. 2824 vom 19.01.2017 „Schürzenprüfung“. 4) Nr. 2889 vom 12.04.2017 „Schürzenprüfung – Wer darf es?“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.09.2017 - 16:44 Uhr:
Frage:2982 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen - wie ist das eigentlich mit der Fachkunde 6.2.2- Teleradiologie für Ärzte. Auf der Bescheinigung der Bezirksärztekammer Nordbaden ist vermerkt, die Kenntnisse/Fachkunde dieses Kurses müssen mindestens alle 5 Jahre durch Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs aktualisiert werden. Bezieht sich das gezielt auf diesen Teleradiologiekurs oder zählt die Aktualisierung ´allgemeinen´ Strahlenschutzkenntnissen/Fachkunde auch als Aktualisierung der Teleradiogie-Fachkunde ? zudem wird hin und wieder die meinung vertreten, der Teleradiologiekurs an sich muss nicht aktualisiert werden und wäre eine einmalige Sache. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bachert


1. Antwort: ehr geehrter Herr Bachert, eine kleine Richtigstellung zu Beginn unserer Antwort: Bei Personen, die Tätigkeiten nach Nummer 6.2.2 der Fachkunderichtlinie Medizin nach RöV ausführen, handelt es sich um Ärzte, die nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, für ihre Tätigkeiten im Rahmen einer genehmigten Teleradiologie aber Kenntnisse im Strahlenschutz benötigen. Diese Kenntnisse müssen nach den Vorgaben der Anlage 7.2 der vorgenannten Richtlinie erworben und von der zuständigen Stelle bescheinigt werden (vgl. Paragraph 18a Abs. 3 RöV in Verbindung mit Abs. 1 dieser Regelung). Kenntnisse im Strahlenschutz müssen genau wie Fachkunden alle fünf Jahre durch Teilnahme an einem geeigneten Kurs aktualisiert werden (dies gilt auch für die notwendigen Kenntnisse in der Teleradiologie). Ob ein Kurs für die jeweilige Personengruppe anerkannt und geeignet ist, muss man beim Kursveranstalter oder der anerkennenden Stelle/Behörde erfragen. Dass die Ärztekammern in den Bescheinigungen auf die Aktualisierungspflicht hinweisen, ist aus unserer Sicht in der Praxis sehr hilfreich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.09.2017 - 07:14 Uhr:
Frage:2981 BETREFF: fehlende Fachkunde -> versicherungsrechtliche Konsequenzen
Vielen Dank für die schnelle Antwort auf meine Frage 2980. Darf ich ergänzend hierzu noch fragen, ob Sie auch eine versicherungsrechtliche Problematik sehen, wenn Kenntnisse/Fachkunde nicht fristgerecht aktualisiert wurden? Kann eine Berufshaftpflicht (z.B. eines durchleuchtenden Arztes) hier die Schadensregulierung aufgrund grober Fahrlässigkeit ablehnen? Mit den besten Grüßen


1. Antwort: ehr geehrter Herr Dierl, ob eine Berufshaftpflichtversicherung Leistungen aufgrund einer nicht fristgerecht erfolgten Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ablehnen kann, können wir nicht beurteilen. Hierzu sollte Rat von einem entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt eingeholt werden. Zu berücksichtigen ist aber u.E., dass Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz durch eine nicht fristgerechte Aktualisierung nicht automatisch verloren gegangen sind. Dieses bedeutet i.d.R., dass ein Mangel vorliegt, der aber durch geeignete Maßnahmen (Nachholen der Aktualisierung oder besondere Nachschulung nach Vorgabe der Behörde) beseitigt werden kann. Die erworbene/n Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz können nur durch eine besondere Entscheidung der zuständigen Stelle (z.B. Ärztekammer oder Aufsichtsbehörde) entzogen werden. Zu beachten ist auch das Patientenrechtegesetz, das u.U. eine Beweislastumkehr vorsieht, wenn bestimmte Voraussetzungen (z.B. aktuelle Fachkunde im Strahlenschutz) nicht oder nicht mehr vorhanden sind. Aber auch hierzu raten wir, einen Rechtsanwalt zu befragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.09.2017 - 13:13 Uhr:
Frage:2980 BETREFF: Hinweispflicht Aktualisierungsfristen
Sehr geehrte Damen und Herren, in einem unerfreulichen Disput mit unserer neuen Pflegedirektorin vertritt diese die Ansicht, dass der Strahlenschutzverantwortliche bzw. der Bevollmächtigte eine Pflicht hat, alle Mitarbeiter mit Kenntnissen oder Fachkunden auf den Zeitpunkt der notwendigen Aktualisierung hinzuweisen. Eine Eigenverantwortung zur Beachtung der gesetzlichen Fristen wird vehement abgelehnt. Kennen Sie das Vorgehen in anderen Häusern bzw.können Sie diese Pflicht bzw. das Fehlen dieser Pflicht irgendwie belegen? Vielen Dank für Ihre Hilfe.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dierl, grundsätzlich teilen wir Ihre Auffassung, dass Bescheinigungen über Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz personenbezogene Nachweise sind. Damit ist auch klar, dass die Personen, die über solche Nachweise verfügen, sich um die Aktualisierung kümmern müssen. Allerdings sind Strahlenschutzverantwortliche (SSV) und Strahlenschutzbeauftragte (SSB) dadurch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Sie sind verpflichtet, die Strahlenschutzorganisation entsprechend den Vorgaben der RöV aufrecht zu erhalten, d.h. zu regeln, dass nur Personen mit aktueller Fachkunde oder aktuellen Kenntnissen im Strahlenschutz Tätigkeiten nach § 23 oder § 24 RöV ausführen. D.h., SSV und SSB sind gut beraten, wenn sie ihre Mitarbeiter/innen rechtzeitig auf Aktualisierungsfristen hinweisen und dadurch den verordnungskonformen Ablauf der Tätigkeiten nach RöV in ihrer Klinik oder Praxis sicherstellen. Man muss berücksichtigen, dass die zuständige Behörde die Tätigkeit von Personen, die ihre Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nicht aktualisiert haben, untersagen kann, was den notwendigen Ablauf in einer Röntgenabteilung sicherlich behindern könnte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.09.2017 - 22:37 Uhr:
Frage:2979 BETREFF: Dosismanagementsystem
Ende 2018 wird ja das Strahlenschutzgesetz für die Medizin vollumfänglich in Kraft treten. Man hört von verschiedenen Seiten, dass dann ´Dosismanagementsysteme´ gesetzlich gefordert sein werden. Ist bereits bekannt, welchen Umfang solche Systeme haben müssen, für welche Anwendungen solche Systeme benötigt werden (nur CT, intervetionelle Radiologie, ...), und welche Stichtage / Übergangsfristen es geben wird?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gschwendner, die rechtliche Basis zur Beantwortung Ihrer Frage findet sich sicherlich im § 86 des StrlSchG „Verordnungsermächtigungen zum Schutz von Personen bei der Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe am Menschen“. Darin kommt zum Ausdruck, dass zu vielen Einzelthemen des Strahlenschutzes unter Leitung des Bundesumweltministeriums Rechtsverordnungen in Arbeit bzw. geplant sind. So könnte es sein, dass auch für die von Ihnen angesprochenen Dosismanagementsysteme die an sie zu stellenden technischen Anforderungen und weitere diesbezügliche Randbedingungen (z.B. Anwendungen, zeitliche Vorgaben, Eigenschaften) in entsprechenden Ausführungsverordnungen festgelegt werden. Zurzeit gibt es noch keinen belastbaren Entwurf zu einer derartigen Verordnung, und wir meinen, dass man in dieser Hinsicht noch etwas Geduld haben muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 14.09.2017 - 09:10 Uhr:
Frage:2978 BETREFF: Anwesenheit eines fachkundigen MPE in der Nuklearmedizin
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gerne möchte ich eine Frage stellen, die mit der Röntgendiagnostik nicht in direktem Zusammenhang steht, hoffe aber, dass Sie mir vielleicht trotzdem weiterhelfen können. Wann ist bei einer nuklearmedizinischen Therapiestation die Anwesenheit des fachkundigen MPE erforderlich? Ausschließlich während bestimmter Tätigkeiten (z. B. zur Dosisberechnung, bei der Applikation, bei Entlassungen) oder ist eine generelle Anwensenheit sicherzustellen? Ist auch eine Rufbereitschaft sicherzustellen, um nachts oder am Wochenende einen fachkundigen MPE hinzuziehen zu können? Ich würde mich freuen, wenn Sie mir bezüglich dieser Fragen weiterhelfen könnten.


1. Antwort: ehr geehrte/r Frau/Herr Punsmann, in unserer Antwort gehen wir mal davon aus, dass es sich nicht um eine Standardtherapie handelt, d.h. die vorgesehene Therapie bedarf in der Regel einer individuellen Bestrahlungsplanung (vgl. Nr. 5.2.1.3 Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin). In diesem Fall muss der MPE nach den Genehmigungsvoraussetzungen des § 9 Abs. 3 Nr. 1 StrlSchV als weiterer Strahlenschutzbeauftragter bestellt werden und er muss als solcher seine Aufgaben im Sinne der §§ 32 und 33 StrlSchV erfüllen. Hierfür ist es u.E. mindestens erforderlich, dass der als Strahlenschutzbeauftragter bestellte MPE während der Anwendungen radioaktiver Stoffe am Menschen (vgl. Nr. 5.2 Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin) erreichbar ist und im Bedarfsfall schnellstmöglich zum Umgangsort kommen kann, um dort ggf. korrigierend eingreifen zu können. Dies sollte aber nur als Grundsatz verstanden werden. Im Einzelfall kann und wird die zuständige Behörde weitere Anforderungen (z.B. ständige Anwesenheit) treffen. Anders sieht es aus, wenn nur Standardtherapien (ohne individuelle Bestrahlungsplanung) ausgeführt werden. In diesen Fällen muss nachgewiesen werden, dass ein MPE für bestimmte Aufgaben verfügbar ist. Seine Bestellung zum Strahlenschutzbeauftragten ist bei diesen Therapien nicht erforderlich. Auch eine (ständige) Erreichbarkeit bei einzelnen Anwendungen ist unserer Meinung nach nicht gefordert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.09.2017 - 23:14 Uhr:
Frage:2977 BETREFF: Röntgenschürze bei Armphlebographie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Wir führten vor kurzem bei einer Patientin (38J.adipös,BMI 36.1) eine Armphlebographie durch. Rechtfertigende Indikation:Auschluss einer Arm-Schultervenenthrombose,sonographisch wg. Adipositas nicht ausreichend beurteilbar.Wir erhielten eine Beschwerde der Patientin darüber, dass (außnahmsweise)versäumt wurde ihr einen Strahlenschutz anzulegen. Es handelt sich um eine Siemens Röntgenanlage mit Obertischröhre. Ist im genannten Fall vor einer fraglichen Gesundheitsgefährdung der Patientin auszugehen oder ist insbesondere aufgrund der oben genannten Bedingungen nur von einer irrelevanten Streustrahlenbelastung der Gonaden auszugehen. Ist(bei Obertischröhre und Rückenlage des Patienten) das Auflegen der Bleischürze ventral oder dorsal sinvoll? Über eine Rückmeldung bedanke ich mich im Voraus. Mit freundlichen Grüßen A.Landvogt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Landvogt, hier unsere Meinung zu diesem Fall: 1) Bei einer Armphlebograhie, bei der man wegen des relativ kleinen Nutzstrahlenvolumens (Arm) mit einer verhältnismäßig geringen Streustrahlendosis am Körper der Patienten rechnen kann, würden wir nicht von einer ´Gesundheitsgefährdung´ sprechen. 2) Als ´irrelevant´, also als grundsätzlich vernachlässigbar, sollte man diese Dosis aber auch nicht bezeichnen, zumal die Körperdosis (einschließlich Gonadendosis) durch nach unserer Meinung problemloses Anlegen einer Strahlenschutzschürze nahezu auf ´Null´ (hier passt ´irrelevant´) hätte gebracht werden können. 3) Diese Schürze hätte bei einer auf dem Rücken liegenden Patientin und das bei einem Röntgengerät mit Obertischstrahler ventral angelegt werden müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.09.2017 - 09:38 Uhr:
Frage:2976 BETREFF: Teleradiologie
Hallo Herr Ewen! Die Genehmigung der Teleradiologie beinhaltet ja für den Wochenend- bzw. Nachtdienst die Anwesenheit eines/einer MTRA. Um diesen Dienst aufrecht zu erhalten,gibt es,glaube ich, eine Mindestanforderung von 3 MTRA. Ist die Anzahl unabhängig vom jeweiligen Beschäftigungsumfang bzw. ist es nicht mehr als fahrlässig, wg. Krankheit/Urlaub/Überstundenabbau etc. ,die Teleradiologie eines Hauses auf nur 3 ´Köpfe´ zu verteilen...?! Vielen Dank und viele Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Clement, die RöV beschreibt in § 3 Abs. 2 bis Abs. 4 welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine „Betriebsgenehmigung“ erteilt werden kann. Im Zusammenhang mit Ihrer Frage sind insbesondere der § 3 Abs. 2 Nr. 6 und Abs. 4 Nr. 2 zu beachten. Aus § 3 Abs. 2 Nr. 6 RöV kann man erkennen, dass das für eine sichere Ausführung des Betriebes notwendige Personal vorhanden sein muss. § 3 Abs. 4 Nr. 2 konkretisiert diese Voraussetzung für die Teleradiologie insoweit, als das notwendige Personal für die technische Durchführung die Voraussetzung des § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 (in der Regel MTRA/MTA) erfüllen muss. Die notwendige Anzahl von MTRA hängt sicherlich von dem Umfang der Teleradiologie ab. Wenn sichergestellt ist, dass nur wenige Untersuchungen durchgeführt werden und in Zeiten, in denen keine/kein MTRA zur Verfügung steht, auch keine Teleradiologie erfolgt, dann könnte (zumindestens theoretisch) ggf. schon eine/ein MTRA für einen sicheren Betrieb ausreichend sein. Wenn mit der Teleradiologie jedoch die gesamten Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste aufgefangen werden sollen und die Untersuchungsfrequenz entsprechend hoch ist, dann reicht eine/ein MTRA nach allen Erfahrungen nicht aus. Allerdings ist es schwer, eine feste Anzahl von Personen anzugeben, die im Rahmen der Teleradiologie für die technische Durchführung zur Verfügung stehen müssen. Hierzu sind neben den Untersuchungsfrequenzen auch die Arbeitsschutz- und insbesondere die Arbeitszeitvorschriften (max. zulässige tägliche Arbeitszeit, Ruhezeiten, zulässige wöchentliche Arbeitszeiten, Urlaubsregelungen, notwendige Krankenvertretungen) zu berücksichtigen. Hier ist es nach unserer Meinung wichtig, neben dem betroffenen Personal auch Betriebs- oder Personalräte und bei Unsicherheiten auch die zuständigen Strahlenschutz- und Arbeitsschutzbehörden einzubinden. Grundsätzlich sollte sich ein Genehmigungsinhaber (Strahlenschutzverantwortlicher) immer bewusst sein, dass er den Betriebsablauf so organisieren und regeln muss, dass die Pflichten und Schutzvorschriften (RöV, aber auch Arbeitszeitgesetz) eingehalten werden. Dies bedeutet, dass er für ausreichendes Personal zu sorgen hat. Verstöße dagegen, weil z.B. zu wenig MTRA zur Verfügung stehen und dann in der Teleradiologie medizinische Fachangestellte (MFA) eingesetzt werden, können Ordnungswidrigkeiten sein, die mit einem Bußgeld geahndet werden, lassen evtl. sogar den Widerruf einer Genehmigung zu und können zusätzlich zur Folge haben, dass bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz die strahlenschutzrechtliche Zuverlässigkeit eines SSV von der zuständigen Aufsichtsbehörde angezweifelt wird. Dies könnte dann sogar Auswirkungen auf den Betrieb aller Röntgeneinrichtungen haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.09.2017 - 20:01 Uhr:
Frage:2975 BETREFF: pQCT-Geräte
Sehr geehrte Damen und Herren, wie sieht es mit ´Sicherheitsausstattung´ (müssen z.B. die Wände abgeschirmt werden) in der Praxis bei Verwendung vom periphereren quantitativen Computertomograph für die Messung an Radius oder Tibia, wenn sich die Praxis in einer gut bewohnten Wohnanlage befindet. Mit freundlichem Gruß, Dr. Bäuerle


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. Bäuerle, pQCT-Geräte gehören zur Gruppe der Knochendichtemesseinrichtungen, für die der Aufwand an technischem Strahlenschutz (dazu gehören auch bauliche Abschirmungen) als äußerst minimal bezeichnet werden kann. Diese Einrichtung muss, wie alle diagnostisch genutzten Röntgeneinrichtungen, vor deren Inbetriebnahme von einem Sachverständigen überprüft werden. Dieser entscheidet letzten Endes, ob der technische Strahlenschutz ausreichend ist oder nicht - und ich bin sicher, dass seitens des Sachverständigen keine bauliche Abschirmungen gefordert werden bzw. gefordert worden sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.09.2017 - 22:35 Uhr:
Frage:2974 BETREFF: Prüffristen für Konstanzprüfungen nach Neufestsetzung der Bezugswerte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach Neufestsetzung von Bezugswerten für die Konstanzprüfungen an Röntgenanlagen ist nach § 16 Abs. 3 zunächst in monatl. Abständen eine Konstanzprüfung durchzuführen. Nach ´Allgemeinverfügung´ kann der Abstand auf drei Monate verlängert werden, wenn ´vom Betreiber oder dessen Beauftragten bereits mindestens drei vorangegangene, im Abstand von jeweils einem Monat durchgeführte Konstanzprüfungen keine signifikanten Abweichungen (....) von den Bezugswerten der Abnahmeprüfung ergeben haben. Meine Frage hierzu: Gilt die Neufestsetzung der Bezugswerte bzw. eine am Tag der Neufestsetzung durchgeführte Konstanzprüfung bereits als erste Konstanzprüfung? Genügen also zwei weitere Konstanzprüfungen im monatl. Abstand zur Erfüllung der ´Allgemeinverfügung´? Mit freundlichen Grüßen Gerhard Riehl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Riehl, wenn man es genau nimmt, dann gehört eine Neufestsetzung der Bezugswerte für die KP noch zum Prüfumfang einer Abnahmeprüfung. Wenn man an diesem Tag dann direkt eine KP mit natürlich denselben Messmitteln wie bei der Bezugswertefestsetzung anschließt, hat man ja eigentlich nichts gewonnen, so dass ich sagen möchte, diese Prüfung könnte nicht als erste KP gewertet werden. Rufen Sie doch bitte die für Sie zuständige Ärztliche Stelle an. Dort müsste man es genau wissen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.09.2017 - 15:41 Uhr:
Frage:2973 BETREFF: Augenlinsendosis ct
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es Studien zur Messung der Augenlinsendosis bei CCTs, wenn man die Gantry nicht kippen kann oder den Kopf nicht so lagern kann, dass die Linsen im Strahlengang liegen und wie ist dann das Katharaktrisiko einzuschätzen? Vielen Dank für Ihre Bemühungen G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ja, es gibt Studien und Publikationen zu dieser Thematik, die ich aber grundsätzlich genauso (am besten im Internet) suchen muss wie Sie auch. Vielleicht habe ich dafür einen etwas „geschärfteren Blick“, weil ich mit Fragestellungen dieser Art nicht zum ersten Mal zu tun hatte. Es gibt tatsächlich im Internet (z.B. Google) eine ganze Reihe von Arbeiten, die sich mit dem Thema „Augenlinsendosis bei CT-, insbesondere auch bei CCT-Patienten“ beschäftigen. Es wäre zu viel Aufwand für mich und nicht im Sinne des Forum RöV, hier die Inhalte und Ergebnisse einiger Publikationen zusammengefasst vorzustellen, die sich im Detail mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Es ist bestimmt sinnvoller, wenn ich eine kleine Auswahl jeweils mit Nennung der entsprechenden Überschrift vorstelle, die man dann, um sich ein Bild zu machen, selbst aufsuchen kann. Über die Einschätzung der strahlenbiologischen Komponente, also des Kataraktrisikos, findet man zwar auch etwas, aber gemäß dem Schwierigkeitsgrad dieses Gebietes in einem geringeren Umfang. Hier eine kleine Auswahl von Überschriften von Arbeiten, die in Google vorzufinden sind: 1) Strahlenexposition in der Computertomographie, 2) Dosismessungen der Augenlinse (Schwerpunkt: Patient CT), 3) Dosismessungen der Augenlinse, 4) Geht das ins Auge? – VMTB. Nochmals, weil wichtig: Dies ist nur eine kleine Auswahl! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.09.2017 - 12:45 Uhr:
Frage:2972 BETREFF: Neuerwerb /Aktualisierung der Fachkunde
Guten Tag, folgender Fall: Ein Zahnarzt hat in der Schweiz(im deutschsprachigen Teil!)approbiert und wird nun in Deutschland arbeiten. Meine Frage: Muss er seine Fachkunde im Strahlenschutz neu erwerben (da die Schweiz nicht zur EU gehört) oder ist eine Aktualisierung ausreichend? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolf, die Fachkunde im Strahlenschutz muss nach den Vorschriften der RöV von der zuständigen Stelle bescheinigt werden (vgl. Paragraph 18a RöV). Dafür müssen die ´Sachkunde´ und das theoretische Wissen nachgewiesen werden. Unseres Erachtens ist es vorstellbar, dass die zuständige Stelle (i.d.R. die zuständige Zahnärztekammer) die in der Schweiz erworbene ´Sachkunde´ zwar anerkennt, aber zusätzlich Kursbesuche verlangt. Ob der Besuch eines Aktualisierungskurses hierfür ausreicht, muss mit der zuständigen Stelle genauso geklärt werden wie die mögliche Anerkennung der ´Sachkunde´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.09.2017 - 09:22 Uhr:
Frage:2971 BETREFF: Dosisart Flächendosismeßgerät
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, welche Art von Dosis kann ich durch das Flächendosismeßgerät am Röntgengerät ermitteln. Handelt es sich dabei um eine Form von Energiedosis ? Mit freundlichen Grüßen Anja Schmitz


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schmitz, das Dosisflächenprodukt (DFP) ist, zunächst etwas salopp ausgedrückt, das Produkt aus Luftkerma (Gy) und Nutzstrahlenfeld (m2), beide bezogen auf denselben Brennfleckabstand. Aus dem DFP lässt sich die strahlenbiologisch relevante effektive Dosis (Sv) für standardisierte Röntgenuntersuchungen mit sog. Konversionsfaktoren abschätzen. Diese kann man im Internet herausfinden. Wollen Sie die Definition nach DIN genau, das gilt folgendes: DFP ist Flächenintegral der Luftkerma über eine Schnittebene durch das Strahlenfeld im Nutzstrahlenbündel zwischen Röntgenstrahler und Patient. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.09.2017 - 13:30 Uhr:
Frage:2970 BETREFF: Schwangerschaft und Röntgenchemie
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin schwanger und im Röntgen tätig. Wir entwickeln die Bilder noch mittels Chemie (Entwickler und Fixierer). Ist dies schädlich für den Embryo? Mein Chef meinte nur dass sei nichts anderes wie Essig.... Wie sehen Sie das?? MfG ē


1. Antwort: Hallo Regina, ich muss zugeben, dass im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit im radiologischen Strahlenschutz eine derartige Frage noch nicht gestellt worden ist. Das liegt sicherlich weitgehend daran, dass dieses Thema „Umgang mit Chemikalien im Zusammenhang mit der Entwicklung von Röntgenbildern bei vorliegender Schwangerschaft der betreffenden Mitarbeiterin“ zumindest im direkten Sinne kein Strahlenschutzproblem ist. Sicher ist aber, dass Chemikalien dieser Art, also Entwickler (Lauge) und Fixierer (Säure), kein „Essig“ sind und laut einschlägiger Datenblätter als gesundheitsschädlich bezeichnet werden. Inwieweit Schwangere davon betroffen sein können und, wenn ja, unter welchen Umständen das möglich wäre (z.B. nur über einen direkten körperlichen Kontakt) ist darin nichts aufgeführt. Wir sind hier im Forum RöV keine Experten im Bereich des Chemikaliengesetzes, der Gefahrstoffverordnung oder, außerhalb der Einwirkungen ionisierender Strahlung, des Mutterschutzgesetzes. Wir würden mit dem Versuch, Ihre Fragesellung zu beantworten, klar unseren Kompetenzbereich überschreiten und können deshalb nur vorschlagen, sich an die Behörden (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Bezirksregierung oder Ähnliches) zu wenden, die sich im Bereich der oben genannten Rechtsbereiche betätigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.09.2017 - 15:38 Uhr:
Frage:2969 BETREFF: siehe unten
...ich meine natürlich unter meinem Punkt 1 den §36 (Unterweisung)...sorry!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, Sie wollten mich bestimmt testen, ob ich den kleinen Schreibfehler (´§ 35 statt § 36´) in Ihrer Frage Nr. 2968 bemerken würde. Hab` ich ... ! Noch etwas zu dieser Frage 2968: Ich möchte zur Sicherung, dass ich diese Frage korrekt beantwortet habe, noch die Meinung eines auf diesem Gebiet gut informierten Kollegen hören. Dieser ist aber erst in ca. 1 Woche verfügbar. Ich nehme mal an, dass Ihre Anfrage nicht so drängend ist und wir diese kleine Zeitspanne abwarten können. Viele Grüße K. Ewen



  Frage gestellt am 04.09.2017 - 14:52 Uhr:
Frage:2968 BETREFF: Verteter, Hospitanten, Praktikanten im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Liege ich in den folgenden Punkten 1-3 richtig? Personen, wie Firmenvertreter von Angiografiematerial sowie Hospitanten und Praktikanten, die alle Strahlung nicht selbst anwenden, müssen.... 1. nach §35 RöV vom SSB der Abteilung(Betreiber) vor dem Zutritt in den Kontrollbereich unterwiesen werden. 2. einen amtlichen Personendosimeter tragen. Wenn ja, wer hat den Personendosimter zu stellen? 3. Bei Hospitanten, Praktikanten gehe ich davon aus, dass dies ebenfalls der Betreiber der Anlage übernehmen muss. 4. Bei Firmenvertretern bin ich nun unsicher: muss dies ebenfalls der Betreiber übernehmen oder eher die Firma selbst, von der der Vertreter kommt? Oder handelt es sich hier gar um einen Genehmigungsfall durch die Behörde nach §6 RöV, da niemand garantieren kann, dass es nicht zu einer Jahresdosis von über 1mSv kommen kann? Vielen Dank und freundliche Grüße I. Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, unsere Antworten auf Ihre Fragen fallen etwas komplex aus, da man neben den §§ 35 und 36 der RöV auch bestimmte andere Vorschriften beachten muss. Richtig ist, dass der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) mit seiner Strahlenschutzorganisation dafür sorgen muss, dass Personen, denen der Zutritt zum Kontrollbereich nach § 22 Abs. 1 Nr. 2 Buchstaben a und c RöV erlaubt ist, unterwiesen werden. Wenn anderen als in § 22 Abs. 2 Nr. 2 Buchstaben a oder c genannten Personen der Zutritt zum Strahlenschutzbereich erlaubt werden soll, muss die zuständige Behörde dies gestatten. Hier stellt sich die Frage, ob Hospitanten oder Praktikanten zu den in § 22 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c genannten Personen gehören oder ob eine Gestattung durch die Behörde erforderlich ist. Dies kann im Einzelfall nur die zuständige Aufsichtsbehörde entscheiden. Auf jeden Fall muss der SSV dafür sorgen, dass die Personen, die Zugang zum Kontrollbereich erhalten, gemäß § 35 Abs. 1 RöV ein Dosimeter zur Ermittlung der Körperdosis tragen (Ausnahme: Die zuständige Behörde hat etwas anderes zugelassen - § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). D.h., der SSV muss die Dosimeter zur Verfügung stellen. Anders kann es aussehen, wenn Mitarbeiter fremder Unternehmen im Kontrollbereich tätig werden müssen (z.B. Medizinprodukteberater). Hier hängt es davon ab, ob diese Personen aufgrund ihrer Tätigkeit eine effektive Dosis von mehr als 1 mSv im Kalenderjahr erhalten können (vgl. § 6 Abs.1 Nr. 3 RöV). In diesem Fall muss das fremde Unternehmen eine Anzeige bei der zuständigen Behörde erstatten und die Mitarbeiter mit Strahlenpässen ausrüsten. Außerdem müssen diese Personen auch ein Dosimeter tragen (§ 35 Abs. 3 RöV). Dieses Dosimeter wird in der Regel der Arbeitgeber, der eine Anzeige nach § 6 RöV erstattet hat zur Verfügung stellen. Da es für den Betreiber der Röntgeneinrichtung (SSV) sehr schwierig, ist abzuschätzen, ob ein Mitarbeiter eines fremden Unternehmens im Kalenderjahr mehr als 1 effektive mSv durch diese Tätigkeit erhalten kann, ist es u.E. in der Praxis sinnvoll, einen vollständig geführten Strahlenpass und ein Dosimeter zu verlangen. Wenn der Einsatz eines Mitarbeiters eines fremden Unternehmens allein unter den Randbedingungen des § 22 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a und des § 35 Abs. 1 Satz 1 der RöV, d.h. nur mit einem Dosimeter des Anlagenbetreibers, erfolgen soll, dann sollten nach unserer Meinung belastbare Erkenntnisse über die sonstige Tätigkeit des Mitarbeiters des fremden Unternehmens und den damit verbundenen Strahlenexpositionen beim SSV der Anlage oder seiner Strahlenschutzorganisation vorliegen. Sie erkennen aus dieser Antwort, dass es bei Tätigkeiten von Personen, die nicht unter dem Direktionsrecht des SSV tätig sind, u.U. komplexe Fragestellungen geben kann. Scheuen Sie sich in solchen Fällen nicht, die zuständige Aufsichtsbehörde um Beratung zu bitten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 31.08.2017 - 19:56 Uhr:
Frage:2967 BETREFF: Danke für Ihre Antwort
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen herzlichen Dank für die so ausführliche und verständliche Antwort auf meine Fragen! Mit freundlichen Grüßen Uwe Heinemann


1. Antwort: .... gern geschehen! Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.08.2017 - 16:32 Uhr:
Frage:2966 BETREFF: Röntgenanforderungsscheine
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können Anforderungsscheine für Röntgenuntersuchungen ´im Auftrag´ ausgestellt werden von ärztlichen Mitarbeitern, die zwar nicht die Fachkunde besitzen, aber zumindest den 8-stündigen Unterweisungskurs besucht haben? Kann der 8-stündige Unterweisungskurs in jeder Röntgenabteilung abgehalten bzw. absolviert werden? Mit freundlichen Grüßen Uwe Heinemann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heinemann, der Ausdruck ´Anforderung´ bzw. „Anforderungsschein“ hat im Umfeld der Röntgenverordnung (RöV) keine strahlenschutzrechtliche Relevanz. Hier kennt man die Begriffe Anwendung und Befundung (§ 2 Nr. 1 RöV) sowie rechtfertigende Indikation (§ 2 Nr. 10) und technische Durchführung (§ 2 Nr. 7). Man weiß, welche Voraussetzungen aus der RöV jemand erfüllen muss, um im Rahmen dieser Begriffe radiologisch etwas unternehmen zu dürfen. Aber der sog. Anwendungsschein ist in der RöV unbekannt und dementsprechend auch die Fragen, wofür dieser benötigt wird und wer ihn ausstellen bzw. abzeichnen darf. Sollte Sie mit Ihrer Anfrage die Stellung der rechtfertigenden Indikation gemeint haben, so reicht für einen ärztlichen Mitarbeiter ohne entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz das Vorhandensein von Kenntnissen im Strahlenschutz (´Unterweisungskurs´) nicht aus (siehe § 23 Abs. 1 RöV). Man kann sich folgenden, z.B. in einem Krankenhaus häufig ablaufenden Vorgang vorstellen: Ein Arzt ohne Fachkunde untersucht einen Patienten (das darf er, weil er Arzt ist) und kommt aufgrund seiner medizinischen Indikation zu der Erkenntnis, dass eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden müsste. Dazu schickt er den Patienten mit einem diesbezüglichen (analog oder digital erstellten) ´Anforderungsschein´ in die Röntgenabteilung. Dort wird die rechtfertigende Indikation gestellt, die Untersuchung durchgeführt und befundet. Für den genannten primär untersuchenden Arzt ist kein Bezug zur RöV erforderlich. Er benötigt weder Fachkunde noch Kenntnisse. Anders würde sich diese Situation darstellen, wenn, z.B. nachts, die Röntgenuntersuchung durchgeführt werden muss, aber im Umfeld der Röntgenabteilung (aus welchen Gründen auch immer) kein entsprechend fachkundiger Arzt verfügbar ist. Dann bekommt der „Anforderungsschein“ eine andere Gewichtigkeit und müsste den Status einer rechtfertigenden Indikation erhalten. Es gehört zu den Aufgaben eines Strahlenschutzverantwortlichen z.B. in einem Krankenhaus, eine Strahlenschutzorganisation auf der Basis der hier skizzierten Struktur aufzubauen. Zu der letzten Frage: Ich nehme an, Sie meinen mit ´Unterweisungskurs´ einen Kurs zur Erlangung der Kenntnisse im Strahlenschutz für Ärzte. Dieser kann grundsätzlich überall durchgeführt werden. Es müssen nur die seitens der zuständigen Ärztekammer geforderten Voraussetzungen erfüllt sein. Es ist daher sinnvoll, diesbezüglich bei der zuständigen Ärztekammer nachzufragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.08.2017 - 19:38 Uhr:
Frage:2965 BETREFF: Wiederholungsaufnahme
Sehr geehrtes Team vom Röntgenforum,folgender Sachverhalt beschäftigt mich. Eine Pat.wird vor ca.1 Woche am Urlaubsort in einer Unfallambulanz am Ellenbogen geröngt. Die Aufnahmen werden ihr trotz Nachfrage nicht ausgehändigt. Die reist weiter, sucht auf ihrer Deutschlandtour einen ´weiteren Arzt´ auf, der sie wegen der fehlenden Röntgenaufnahme nicht weiterbehandelt.´Es wäre nicht sein Problem, wenn keine Voraufnahmen vorliegen.´ Und nun zu meinem Anliegen, stimmt es, dass es in Deutschland VERBOTEN ist, eine Wiederholungsaufnahme anzufertigen? Diese Antwort erhielt die Pat. beim ´weiteren Arzt´. Wenn ja, wo kann ich dies in der RöntgenVerordnung nachlesen? Mit freundlichen Grüßen aus Oberbayern Ramona Eckert


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Eckert, wenn der Urlaubsort, wo die Röntgenuntersuchung stattgefunden hat, in Deutschland liegt, gilt die Röntgenverordnung (RöV). Und diese schreibt im § 28 Abs. 8 vor, dass der untersuchende Arzt einem später untersuchenden oder behandelnden Arzt auf dessen Verlangen entsprechende Auskünfte zu erteilen und u.a. die Röntgenbilder vorübergehend zu überlassen hat. Sollte nun die Wiederholungs-/Kontrolluntersuchung dringend medizinisch indiziert sein, kann diese Untersuchung natürlich durchgeführt werden. Wenn diese Dringlichkeit nicht gegeben ist, sollte der „sekundäre“ Kollege die Unterlagen zur Voruntersuchung beim „primären“ Kollegen selbst anfordern. Vielleicht wollte dieser die Unterlagen nicht einem Patienten sondern nur, wie es in der RöV zugegebener Weise ja auch steht, einem Arzt überlassen. Das hätte er der Patientin aber ruhig sagen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.08.2017 - 10:15 Uhr:
Frage:2964 BETREFF: Frage zu MTA Diplom
Hallo, hoffe dass mir jemand die Frage beantworten kann, wo ich die fundierte Auskunft erhalten kann, ob es zulässig ist, mit einem Bachelor-Abschluss für Medizintechnik und sportmedizinische Technik auch als MTRA (Medizinisch-technischer Radiologie-Assistent) in einer medizinischen Einrichtung in Deutschland tätig werden darf. An welcher Insitiution richte ich diese Frage am besten? Freue mich sehr auf Eure Antworten mit bestem Dank voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lazar, rechtssichere Auskünfte zu Ihrer Anfrage können Ihnen nur die für den Vollzug des MTA-Gesetzes zuständigen Behörden geben. Die entsprechenden Regelungen, wer die „vorbehaltenen“ Tätigkeiten ausführen darf, sind in diesem Gesetz festgelegt, und auch RöV und StrlSchV orientieren sich daran. Die Behörden, die für die Ausführung des MTA-Gesetzes zuständig sind, erfragen Sie am besten beim zuständigen Landesgesundheitsministerium. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.08.2017 - 20:54 Uhr:
Frage:2963 BETREFF: Anfrage 2962
Sehr geehrte Frau Münzer, Ich bin eine interessierte Leserin der Beiträge in diesem Block. Ihre heutige Erinnerung (2962) zu Ihrer Anfrage von gestern ( Samstag, Wochenende ) hat mich daher sehr irritiert. Dieses Forum informiert und erläutert auch sehr komplexe und schwierige Fragestellungen. Ich bin selbst immer wieder erstaunt, in welch kurzer Zeit die Antworten recherchiert und den Forumsteilnehmern zur Verfügung gestellt werden. Ein Beitrag zur Teilnahme an diesem Forum wird nicht erhoben und dies dürfte jedem klarmachen, das die Beantwortung der Fragen ehrenamtlich erfolgt. Wer ist heute noch bereit seine Freizeit hierfür zur Verfügung zu stellen und wer liefert ihnen selbst gegen Bezahlung solche Informationen in so kurzer Zeit. Bezüglich Ihrer Erinnerung sollten einmal darüber nachdenken. Herr Prof. Dr. Ewen, Ihnen und Ihrem Team einen herzlichen Dank für Ihre gute Arbeit. Mit freundlichen Grüßen Karin Schienbein


1. Antwort: Hallo Frau Schienbein, dies ist natürlich eine ganz andere Art von ´Frage´ an das Forum RöV als ich sonst gewohnt bin. Zunächst einmal freue ich mich ganz grundsätzlich über Ihre positive Meinung zur fachlichen und organisatorischen Arbeit, die vom Forum geleistet wird. Dabei muss betont werden, dass man in diese Beurteilung auch die Unterstützung einbeziehen muss, die ich bei speziellen Fragestellungen von Kolleginnen und Kollegen erfahren habe. Die Ungeduld, die seitens der Fragestellerin in ihrer kurzfristigen Erinnerung mit Frage 2962 zum Ausdruck kam, möchte ich mal mit der Feststellung begegnen ´Wir im Forum RöV können sicherlich manches, aber nicht zaubern´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.08.2017 - 12:40 Uhr:
Frage:2962 BETREFF: Anfrage
Anfrage nach Verbelib der Dosisauswertungsbögen nach Ausscheiden der betroffenen Person


1. Antwort: ...bitte schauen Sie im Forum RöV in Ihre erste Frage (Nr. 2961) und unsere Antwort darauf! K. Ewen



  Frage gestellt am 12.08.2017 - 15:27 Uhr:
Frage:2961 BETREFF: Anfrage
Wenn eine Tierarzthelferin kündigt, wo müssen die Dosisauswertungsbögen hin? Mitgeben? Behörde? Danke B. Münzer


1. Antwort: ehr geehrte Frau Münzer, die Pflichten des § 35 Abs. 9 der RöV (Aufzeichnung, Aufbewahrung, Weitergabe und Hinterlegung der Messergebnisse obliegen unseres Erachtens nach § 15 Abs. 1 Ziffer 4 dem Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) und nach § 15 Abs. 2 Ziffer 1 RöV dem Strahlenschutzbeauftragten (SSB) innerhalb seines innerbetrieblichen Entscheidungsbereiches. Diese Personen haben dafür zu sorgen, dass die Aufzeichnungen gefertigt und aufbewahrt werden (ggf. auch auf Datenträger, siehe hierzu § 28 Abs. 4 RöV) und, wenn erforderlich, an einen neuen Arbeitgeber weitergegeben werden. Auch die eventuell notwendige Information der betroffenen beruflich strahlenexponierten Person gehört zu den Pflichten von SSV und SSB. Wenn sicher davon ausgegangen werden kann, dass die Tätigkeit als beruflich strahlenexponierte Person nicht mehr ausgeführt wird und die Aufzeichnungen deshalb nicht mehr benötigt werden, dann müssen SSV und SSB dafür sorgen, dass diese Aufzeichnungen der nach Landesrecht zuständigen Stelle (bitte bei der zuständigen Aufsichtsbehörde erfragen) übergeben werden. Aus unserer Sicht tritt dieser Fall aber nicht allein durch ´Kündigung´ des Arbeitsverhältnisses ein, denn in einem solchen Fall bleibt die Verpflichtung des SSV und SSB, einem späteren Arbeitgeber die Ermittlungsergebnisse auf Verlangen mitzuteilen. Anders stellt es sich dar, wenn eine strahlenexponierte Person in den Ruhestand tritt oder berufsunfähig wird. Dann dürfen SSV und SSB sicherlich von einer Beendigung der Tätigkeit als strahlenexponierte Person ausgehen. Vergleichbares sollte gelten, wenn die Person (möglichst schriftlich) erklärt, zukünftig nicht mehr als beruflich strahlenexponierte Person tätig zu werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.08.2017 - 14:28 Uhr:
Frage:2960 BETREFF: Prüfbericht
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, entschuldigen Sie bitte vielmals, leider hatte ich die erste Antwort wg fehlerhafter Emailadresse nicht erhalten und sie erschien auch nicht hier im Forum, daher die Wiederholung der Anfrage. Vielleicht könnten Sie den Admin bitten, mir diese nachträglich zu mailen, vielen Dank! B.Eckert


1. Antwort: .... Mail an Sie ist unterwegs! K. Ewen



  Frage gestellt am 10.08.2017 - 10:03 Uhr:
Frage:2959 BETREFF: Prüfberichte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine eher juristische Frage: wer ist berechtigt, Einsicht in die Prüfberichte zu nehmen (geht um die leidige Frage Strahlenschutzbrillen)? Jeder Mitarbeiter am Gerät, nur Verantwortliche, der ermächtigte Arzt...? Vielen Dank! MfG, B.Eckert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckert, wir sind der Meinung, dass die heutige Frage von Ihnen im Vergleich zu Ihrer gestern gestellten und von uns beantworteten Frage grundsätzlich nicht Neues bringt. Vielleicht ist es nützlich darauf hinzuweisen, dass die von uns erwähnte Klärung zwischen dem Strahlenschutzverantwortlichen und dem ermächtigen Arzt unter Beteiligung der Aufsichtsbehörde getroffen werden muss. Außerdem möchten wir nochmals betonen, dass der Prüfbericht in seinem gesamten Umfang den ermächtigten Arzt nichts angeht, denn darin sind ja auch Feststellungen enthalten, die für seine Tätigkeit keine Bedeutung haben und unter Umständen sogar auch schützenwürdig sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.08.2017 - 11:38 Uhr:
Frage:2958 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter - Zugangsberechtigung?
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, ich bin als Strahlenschutzbeauftragter einer Firma bestellt worden, die sich mit Entwicklung und Herstellung von diagnostischen Röntgenapparaten (Prototypen und Serienprodukten) für Humanmedizin beschäftigt. Ich bin kein Mitarbeiter dieser Firma. Mein gewöhnlicher Sitz (Büro) befindet sich außerhalb der Firmenräumlichkeiten, allerdings im selben Gebäude und alle Räume der Firma sind in 1-2 Minuten zu erreichen. Vor einiger Zeit hat die Firma ein neues (elektronisches) Zugangssystem zu den Räumlichkeiten (Büros und Laborräumen) eingeführt, zu dem ich keinen Zugang mehr bekommen habe. Somit bin ich ´ausgesperrt´ worden und kann die Räume der Firma ohne Begleitung einer berechtigten Person nicht mehr betreten. Meiner Auffassung nach müsste mir, als Strahlenschutzbeauftragtem, ein uneingeschränkter Zugang zu allen Räumlichkeiten gewährt werden (ggf. eingeschränkt auf die Laborräume, wo Röntgengeräte betrieben bzw. aufbewahrt werden). Wo finde ich bitten entsprechende Paragraphe, die diese Berechtigung eindeutig regeln? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Marc Kamm


1. Antwort: Diese Anfrage (Nr. 2958) wurde zweimal gestellt (siehe Nr. 2957). K. Ewen



  Frage gestellt am 09.08.2017 - 10:29 Uhr:
Frage:2957 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter - Zugangsberechtigung?
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, ich bin als Strahlenschutzbeauftragter einer Firma bestellt worden, die sich mit Entwicklung und Herstellung von diagnostischen Röntgenapparaten (Prototypen und Serienprodukten) für Humanmedizin beschäftigt. Ich bin kein Mitarbeiter dieser Firma. Mein gewöhnlicher Sitz (Büro) befindet sich außerhalb der Firmenräumlichkeiten, allerdings im selben Gebäude und alle Räume der Firma sind in 1-2 Minuten zu erreichen. Vor einiger Zeit hat die Firma ein neues (elektronisches) Zugangssystem zu den Räumlichkeiten (Büros und Laborräumen) eingeführt, zu dem ich keinen Zugang mehr bekommen habe. Somit bin ich ´ausgesperrt´ worden und kann die Räume der Firma ohne Begleitung einer berechtigten Person nicht mehr betreten. Meiner Auffassung nach müsste mir, als Strahlenschutzbeauftragtem, ein uneingeschränkter Zugang zu allen Räumlichkeiten gewährt werden (ggf. eingeschränkt auf die Laborräume, wo Röntgengeräte betrieben bzw. aufbewahrt werden). Wo finde ich bitten entsprechende Paragraphe, die diese Berechtigung eindeutig regeln? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Marc Kamm


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kamm, der bestellte Strahlenschutzbeauftragte (SSB) hat nach Paragraph 15 Abs. 2 Ziffern 1 und 2 RöV dafür zu sorgen, dass die Bestimmungen der RöV und die Festlegungen aus behördlichen Bescheiden eingehalten werden. Hierfür sind dem SSB ein ausreichender innerbetrieblicher Entscheidungsbereich und die notwendigen Befugnisse einzuräumen. Unserer Meinung nach gehört hierzu auch der freie Zugang zu allen Orten, an denen Röntgenstrahlung vorhanden ist. Nur so kann der SSB seine Aufgabe zur Leitung und Beaufsichtigung des Betriebs von Röntgeneinrichtungen erfüllen. Sollte, wie Sie es beschreiben, später der freie Zutritt zu bestimmten Bereichen, in denen Röntgenstrahlung auftreten könnte, eingeschränkt werden, so ist dies u.E. eine Änderung der Befugnisse, die vom SSV der zuständigen Behörde mitzuteilen ist. Die Behörde prüft dann, ob der SSB aufgrund der vorgenommenen Änderung überhaupt noch in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen. Sie sollten dem SSV diese Problematik in einem Gespräch noch einmal erläutern und ihn auf seine Mitteilungspflicht gegenüber der Behörde hinweisen. Ggf. macht es Sinn, dem SSV vorab mitzuteilen, dass, sofern er die Behörde nicht informiert, Sie das machen würden, da Sie sonst Ihre Verantwortung als bestellter SSB nicht mehr wahrnehmen könnten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.08.2017 - 09:13 Uhr:
Frage:2956 BETREFF: Berechtigung zur Prüfberichteinsicht
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, ich habe eine eher juristische Frage: Welcher Personenkreis hat ein Recht auf die Einsicht des Prüfberichts (z.B. einer Herzkatheteranlage - es geht um die leidige Schutzbrillendiskussion)? Im speziellen z.B. der ermächtigte Arzt für die Untersuchungen der in Kat A eingestuften Mitarbeiter, oder evtl. alle an dem Gerät arbeitenden Mitarbeiter? Vielen Dank! B.Eckert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckert, diese Frage kann man sicherlich nicht so ganz einfach beantworten, da man die Einbindung der einzelnen Akteure der Strahlenschutzorganisation betrachten muss. Im Einzelfall muss man davon ausgehen, dass neben dem Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) und der zuständigen Behörde auch die bestellten Strahlenschutzbeauftragten (SSB) den Sachverständigenprüfbericht der Röntgeneinrichtung zur Kenntnisnahme erhalten. Darüber hinaus könnten Betriebsrat, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und Ärztliche Stelle durchaus ein berechtigtes Interesse haben. Allerdings ist hier im Einzelfall zu prüfen, ob sie Einsicht in den Prüfbericht bekommen müssen oder ob eine Stellungnahme des SSV oder SSB ausreicht. Eine pauschale Aussage kann man hier unserer Meinung nach nicht machen. Anders stellt sich dieses für den ermächtigten Arzt dar, der die arbeitsmedizinische Untersuchung nach Paragraph 37 ff. der RöV durchführt. Nach Paragraph 38 Abs. 2 Ziffer 1 RöV kann der ermächtigte Arzt die Erteilung der Ärztlichen Bescheinigung davon abhängig machen, dass ihm die Art der Aufgaben der beruflich strahlenexponierten Person und die mit diesen Aufgaben verbundenen Arbeitsbedingungen schriftlich mitgeteilt werden. Zu den verbundenen Arbeitsbedingungen kann unseres Erachtens auch die Feststellung des Sachverständigen im Prüfbericht gehören. Hier bleibt dann nur noch zu klären, ob der Prüfbericht in Gänze vorgelegt werden muss oder ob Auszüge ausreichend sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.08.2017 - 18:59 Uhr:
Frage:2955 BETREFF: Verantwortlichkeit Röntgen-Archivierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, evtl. eine früher schon gestellte Frage. Leider habe ich keine Entsprechung gefunden. Szenario: Klinik und Praxis teilen sich ein CT zur Nutzung. Wie ist die Verantwortlichkeit hinsichtlich der Bildarchvierung geregel? Danke für eine kurze Stellunghahme.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hoffmann, die Verantwortung für die Bildarchivierung hängt in dem von Ihnen beschriebenen Fall von der „rechtlichen“ Konstellation des Betriebs des CT ab. Wenn es sich um zwei Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) handelt und jeder eine Betriebsgenehmigung erhalten bzw. eine Anzeige über den Betrieb erstattet hat, dann ist jeder Strahlenschutzverantwortliche für die Dokumentation/Archivierung der unter seiner Zuständigkeit durchgeführten Untersuchungen verantwortlich. Wenn die Konstruktion so ist, dass nur ein Strahlenschutzverantwortlicher vorhanden ist und der andere Nutzer seine Tätigkeit unter der Verantwortung des vg. Strahlenschutzverantwortlichen durchführt, dann bleibt die gesamte Verantwortung bei dem einen SSV, der auch die Anzeige erstattet oder die Betriebsgenehmigung erhalten hat. U.E. wird die zweite Möglichkeit bei dem von Ihnen beschriebenen Fall jedoch kaum zum Tragen kommen, da hier die „eigenverantwortliche“ Tätigkeit des zweiten Nutzers sehr eingeschränkt wäre. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.08.2017 - 12:26 Uhr:
Frage:2954 BETREFF: Altersbegrenzung Strahlenbereich?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es kommt immer wieder vor das Praktikanten jünger wie 18 Jahre bei Untersuchungen dabei sein wollen. Ab welchem alter ist es erlaubt im Strahlenbereich tätig zu sein. Bis jetzt haben wir 18 Jahre als Grenze genommen. MfG E. Gijsbers


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gijsbers, mit ´Strahlenbereich´ werden Sie ja wohl hier den Kontrollbereich meinen, und ich gehe davon aus, dass es um Röntgenuntersuchungen geht. Im § 22 RöV (´Zutritt zu Strahlenschutzbereichen´) wird zugelassen, dass Auszubildende oder Studierende zu diesen Zwecken Kontrollbereiche betreten dürfen (§ 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV). Im § 31a Abs. 3, Sätze 1 und 2 RöV werden für diese Art beruflicher Strahlenexposition für Personen unter 18 Jahren Grenzwerte festgelegt (z.B. für die effektive Dosis 1 mSv im Kalenderjahr). Für Auszubildende und Studierende im Alter zwischen 16 und 18 Jahren kann die Behörde unter Umständen höhere Werte zulassen (siehe § 31a Abs. 3 Satz 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.08.2017 - 11:32 Uhr:
Frage:2953 BETREFF: Artefakteprüfung
Sehr geehrte Damen und Herren, wie führe ich die Artefakteprüfung für Speicherfolien richtig aus? Mit freundlichen Grüßen. Natalja Zahn


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zahn, die Artefaktprüfung ist sowohl Bestandteil der Abnahmeprüfung (DIN 6868-150) als auch der Konstanzprüfung (DIN 6868-13). Egal ob es sich um Speicherfolien handelt oder um andere Bildempfängertypen, die Vorgehensweise ist im Prinzip überall dieselbe. Ich denke, dass man davon ausgehen kann, dass die in einer Norm (z.B. in der ´!50´) beschriebene Vorgehensweise bei der Artefaktprüfung ´richtig´ ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 31.07.2017 - 21:05 Uhr:
Frage:2952 BETREFF: Teleradiologie nach RöV, Fachkunde des “Teleradiologen“
Sehr geehrte Damen und Herren, in Unterhaltungen wurde behauptet, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden anscheinend Anträge zur Teleradiologie genehmigt haben, obwohl zumindest ein Teil der gemeldeten “Teleradiologen“ eine weniger umfangreiche Fachkunde im Strahlenschutz, z.B. Fachkunde Rö5.1, besitzt als die sich aus § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV ergebende Fachkunde Rö1. Fragen: 1. Könnte man sich auf diese erteilten Genehmigungen bei zukünftigen Antragsstellungen berufen? 2. Behalten diese einmal erteilten Genehmigungen ihre Gültigkeit, auch wenn die o.g. Sachverhalt z.B. im Rahmen einer Prüfung entdeckt wird? Für die Beantwortung meiner Fragen möchten ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, die aktuell gültige RöV fordert in § 3 Abs. 4 Nr. 1, dass der ´Teleradiologe´ eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 RöV sein muss, d.h. ein Arzt, der über die Fachkunde im Strahlenschutz für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik verfügt. Dies ist eine Genehmigungsvoraussetzung und unseres Erachtens auch nicht über ´irgendwelche´ Ausnahmen nach RöV kompensierbar (der für Ausnahmeregelungen „zuständige“ § 33 Abs. 6 RöV sieht diesbezüglich auch keine Ausnahmen von Genehmigungsvoraussetzungen vor). Nach unserer Auffassung macht diese Anforderung auch Sinn, denn die Fachkompetenz für die Teleradiologie muss in der Regel über die bloße Fachkunde im Strahlenschutz für CT (Rö5.1) hinausgehen. Ob eine solche Genehmigung, die erteilt wurde, obwohl notwendige Voraussetzungen nicht vorlagen, Bestand haben wird, hängt sicherlich vom konkreten Einzelfall ab. Unserer Meinung nach könnte die zuständige Behörde die Genehmigung durchaus zurücknehmen (§ 17 Abs. 2 Atomgesetz) oder widerrufen (§ 17 Abs. 3 Atomgesetz). Vielleicht handelt es sich in der Diskussion aber auch nur um ein Missverständnis, denn folgende Konstellation ist durchaus denkbar: Ein Computertomograph wird für eine Teleradiologie genutzt, der Teleradiologe verfügt über die Fachkunde im Strahlenschutz für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik (Rö1). Der für den Betrieb des Computertomographen zuständige Strahlenschutzbeauftragte, der nicht identisch mit dem Teleradiologen ist, verfügt über die Teilgebietsfachkunde CT (Rö5.1). Alles das ist durchaus vorstellbar und zulässig. Vielleicht bezieht sich die hier zur Erörterung anstehende Diskussion auf die Stellung des Strahlenschutzbeauftragten in der dort bestehenden Strahlenschutzorganisation? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.07.2017 - 14:06 Uhr:
Frage:2951 BETREFF: neue Röntgenschürzen (PSA)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir sind gerade dabei, neue Röntgenschürzen für das OP - Personal anzuschaffen. Firma A (Herstellung des Materials in England) legt uns Prüfzertifikate nach BS EN 61331-1:2014 vor. Firma B hingegen nach DIN EN 61331-1:2016 und DIN EN 61331-3:2016. Firma B klärt uns auf, dass die Zertifikate der Firma A ab 1. Juli 2017 nicht mehr gültig seien. Firma A hingegen gibt an, dass beide Varianten, also BS EN 61331-1:2014 und DIN EN 61331-1:2016 identisch seien. Die DIN EN 61331-3:2016, die wohl das Design der Schutzausrüstung bestimmt, erwähnt Firma A nicht. Können Sie mit bitte Klarheit verschaffen, ob wir PSA geprüft nach BS EN 61331-1:3014 bedenkenlos, d.h. nach neusten Vorschriften anschaffen können? Vielen Dank hierfür, mfG, I.Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, man muss zugeben, dass Betreibern von Röntgeneinrichtungen in der Diagnostik leicht der Überblick verloren gehen kann, was die Anwendung, die Änderung, das Inkrafttreten und das Zurückziehung von „Schürzennormen“ betrifft. Und das alles spielt sich auch noch auf verschiedenen Ebenen ab: International (IEC), Europäisch (EN), speziell Britisch (BS EN) und National in Deutschland (DIN EN). Zur Beantwortung Ihrer Anfrage müssen wir aber diese komplexe Normenstruktur nicht bis ins Detail auflösen. Nur so viel: Wir benötigen eine zweiteilige Auflistung, die durch folgende Nummern charakterisiert ist 61331-1 (Bestimmung von Schwächungseigenschaften von Materialien), Teil 1 der Normenreihe und 61331-3 (Schutzkleidung, Augenschutz und Abschirmungen für Patienten), Teil 3 der Normenreihe. Liste 61331-1: mit den Ebenen IEC 61331-1:2014-05 (Internationaler Standard), EN 61331-1:2014 (Europäisch; CENELEC) bzw. BS EN 61331-1:2014-11 (Nationaler Standard Großbritannien), DIN EN 61331-1:2016-09 (Nationaler Standard Deutschland). Liste 61331-3 ist in analoger Weise aufgebaut wie die Liste „1“: IEC 61331-3:2014-05 … bis DIN EN 61331-3:2016-09. Der Zusammenhang innerhalb der beiden Listen zwischen den einzelnen Ebenen ist einfach: CENELEC (EN) übernimmt IEC ohne Änderung als Europäische Norm und auf nationaler Ebene übernimmt Großbritannien diese wiederum als BS EN bzw. Deutschland als DIN EN unverändert. Fazit: 1) BS EN 61331-1:2014-11 entspricht DIN EN 61331-1:2016-09. 2) BS EN 61331-3:2014-11 entspricht DIN EN 61331-3:2016-09. Und Sie machen nichts falsch, wenn Sie Schutzkleidung anschaffen, die den in Fazit aufgeführten Normen entspricht. Wichtig: Die Schutzkleidung muss jedoch die Anforderungen beider (!) Normen erfüllen: Der Schwerpunkt der 61331-1 beschreibt die Bestimmung von Schwächungseigenschaften von (Schürzen)Materialien. Der Schwerpunkt der 61331-3 dagegen liegt – mindestens genauso wichtig - auf der Ausführung der Schutzkleidung („Schnittführung und Design“). Wichtig ist außerdem die Identifizierung der korrekten Norm anhand der Jahreszahlen der Veröffentlichung, da teilweise auch ältere Normausgaben unter derselben Normenreihe geführt werden. Die neuen Normen in diesem Zusammenhang sind, wie in Fazit 1) und 2) aufgeführt, der britische Standard aus 2014 und der deutsche Standard aus 2016. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Bei aller Sorgfalt, die wir für die Zusammenstellung des Textes aufgewendet haben, möchten wir darauf hinweisen, dass wir keine Garantie für die korrekte Darstellung der oben beschriebenen normativen Zusammenhänge übernehmen können.



  Frage gestellt am 28.07.2017 - 14:03 Uhr:
Frage:2950 BETREFF: Bußgelder gegen Strahlenschutzbeauftragte
Guten Tag, immer wieder werde ich als Strahlenschutzkoordinator mit der - bisher in meiner langjährigen Praxis hypothetischen - Frage konfrontiert, ob der Arbeitgeber bei der Verhängung von Bußgeldern gegen Strahlenschutzbeauftragte diese Zahlungen übernehmen darf. Dass diese Zahlungen steuerrechtlich ggf. wie Arbeitslohn zu betrachten sein können, ist die eine Seite. Die interessantere Frage ist jedoch, ob für den Arbeitgeber eine Übernahme überhaupt zulässig ist, da RöV, StrlSchV und das neue StrlSchG durch die persönliche Verantwortung des bestellten StrlSch-Beauftragten einen gewissen ´Druck´ auf die Sorgfaltspflicht des Beauftragten ausüben wollen. §9 (2)2 des OWiG gibt mir da keine ausreichende Antwort. Mit besten Grüßen Manfred Jeude


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Jeude, die tatsächliche „Bezahlung“ eines Bußgeldes gegen den Strahlenschutzbeauftragten durch den Strahlenschutzverantwortlichen (i.d.R. Arbeitgeber) ist unseres Erachtens rechtlich nicht ausgeschlossen. Diese Ansicht lassen die entsprechenden Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) zu, die feststellen, dass die Bezahlung eines Bußgeldes gegen einen Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber als steuerpflichtiger Arbeitslohn anzusehen ist. Wir gehen davon aus, dass der Bundesfinanzhof ein solches Urteil nicht gesprochen hätte, wenn die Übernahme eines Bußgeldes durch den Arbeitgeber gesetzlich unzulässig wäre. Hierbei gibt es keinen Unterschied zwischen den einzelnen Rechtsvorschriften (Strahlenschutzrecht, Lenk- und Ruhezeitenrecht, Arbeitszeitrecht oder Straßenverkehrsregelungen). Wenn Sie hierzu eine wirklich belastbare Aussage brauchen, dann empfehlen wir die Beratung durch einen Fachanwalt. Anzumerken ist aus unserer Sicht aber noch, dass Bußgelder unabhängig von der tatsächlichen Bezahlung personenbezogen sind, d.h. Eintragungen in entsprechende Register treffen immer die Person, gegen die das Bußgeld festgesetzt wurde (z.B. den Strahlenschutzbeauftragten). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.07.2017 - 18:50 Uhr:
Frage:2949 BETREFF: Strahlenbelastung von Schwangeren bei Durchleuchtung im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Chirurgen stehen bei Notfalloperationen von Schwangeren unter Einsatz von Röntgendurchleuchtung vor der Frage nach dem Strahlenrisiko. Hilfe zur Abschätzung und Beurteilung bietet der DGMP- und DRG-Bericht ´Pränatale Strahlenexposition aus medizinischer Indikation´. Die Berechnungen für die Uterusdosis bei Durchleuchtungsuntersuchungen fragen in Stufe I aber nur danach, ob der Grenzwert von 20 mSv überschritten wird und ob eine genauere Dosisabschätzung erforderlich ist. Die Schätzwerte berücksichtigen dabei nur die direkten Expositionen der Gebärmutter und nicht die viel schwächere Streustrahlung aus z.B. Thoraxbestrahlungen. Gibt es aber für eben diese schwächeren Expositionen, wie sie z.B. bei Wirbelsäulen-OPs von Schwangeren außerhalb des Uterus auftreten können, Orientierungshilfen? Lässt sich anhand von vorhandenen Berechnungen, Nomogrammen oder Tabellen aus dem Abstand des Bestrahlungsfeldes vom Uterus und dem Dosisflächenprodukt des C-Bogens die maximale Strahlenbelastung des Uterus abschätzen? Ein Schätzwert wäre zur Erleichterung für die Patientin wie auch die Operierenden von ´unschätzbarem´ Wert. Mit herzlichen Grüßen, Ingo Brammer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Brammer, Risikoabschätzungen für bestimmte Organbelastungen bei röntgendiagnostischen Untersuchungen werden, wie Sie richtig geschrieben haben, in der Regel nur für Nutzstrahlenexpositionen durchgeführt. Nur dann liegen oft Dosiswerte vor, die strahlenbiologisch beachtet werden sollten. Nicht selten geht es dabei um die Ermittlung von Uterusexpositionen bei Schwangeren. Die Berechnung oder Abschätzung von Dosiswerten in der Nutzstrahlung sind meistens relativ einfach. Sie haben ja diesbezüglich einige Literaturquellen angeführt. Für Expositionen in der Streustrahlung oder Störstrahlung (= Summe aus Gehäusedurchlassstrahlung und Streustrahlung) ist die Dosisermittlung oft etwas schwieriger. Sie ist wegen der in diesen Körperbereichen anfallenden kleinen Dosis und des damit verbundenen sehr geringen strahlenbiologischen Risikos aber auch nur selten gefragt. Mit verschiedenen Abschätzungsmethoden ermittelte (grobe, aber nach unserer Meinung ausreichend korrekte) Organdosiswerte außerhalb der Nutzstrahlung (z.B. im Uterus bei einer Thoraxuntersuchung) liegen bei etwa 0,2 bis 0,8 % der Organdosis in der Nutzstrahlung. Diese Zahlenwerte hängen natürlich von einigen untersuchungstechnischen Faktoren ab, wie z.B. Art der Untersuchung, Röhrenspannung. Feldgröße, Objektdicke, Abstand zwischen Nutzstrahlenfeld und kritischem Organ. Ich denke, dass diese Angaben für alle Beteiligten (Patient/in, Personal) zu einer gewissen Erleichterung beitragen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 25.07.2017 - 12:55 Uhr:
Frage:2948 BETREFF: Fachkunde Rö 5.2
Guten Tag, kann man mit der Fachkunde Rö 5.2 im Dienst Schädel-CTs befunden, also z.b. mit der Frage nach Hirnblutung und Fraktur nach Sturz? Oder ist diese eher für HNO-Ärzte gedacht? Was ist der schnellste Weg, um junge Assistenten in einer Radiologischen Abteilung ´dienstfit´ für Schädel-CT zu bekommen, und wieviele Monate dauert dies? Danke!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr „Radiologe“, mit einer bescheinigten Fachkunde im Strahlenschutz nach Rö5.2 (CT des Schädels) darf sowohl im Normalbetrieb als auch im Bereitschaftsdienst die rechtfertigende Indikation für CT-Untersuchungen des Schädels gestellt werden als auch diese Untersuchungen technisch durchgeführt und befundet werden („Anwendung“ von Röntgenstrahlung am Menschen). Die Fachkundegruppe Rö5.2 ist insbesondere für diejenigen Ärzte in die „Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV“ eingefügt worden, die in ihrem Fachgebiet häufig auf CT-Untersuchungen des Schädels angewiesen sind und die auf andere Untersuchungsbereiche/Körperregionen verzichten können (z.B. Neurologen). Die Fachkundegruppe Rö5.2 darf durch die zuständige Stelle (in der Regel Ärztekammer) nur in Verbindung mit der Fachkundegruppe Rö3.1 (Skelett-Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett in angemessener Gewichtung) und in wenigen Ausnahmefällen mit der Fachkundegruppe Rö2 (Notfalldiagnostik) bescheinigt werden. Insbesondere zu den Ausnahmeregelungen empfehlen wir, die Tabelle 4.2.1 der o.g. Fachkunderichtlinie inklusive der Fußnoten zu studieren. Diese Regelungen bestimmen auch die Mindestdauer, um eine bestimmte Fachkunde zu erwerben. Für die Fachkundegruppe Rö5.2 gilt folgende „Summenregel“: 12 Monate und 1000 dokumentierte Untersuchungen für die Fachkundegruppe Rö3.1 plus anschließend: 8 Monate und 300 Untersuchungen für die Fachkundegruppe Rö5.2 selbst. Verkürzungen dieser Mindestzeiten sind möglich, wenn die Sachkunde ganztägig in einer fachradiologischen Abteilung erworben wird. Hier empfehlen wir aber dringend die Nachfrage bei der zuständigen Ärztekammer, da in diesem speziellen Fall eine Ausbildung in einem sogenannten Blockmodell (Fachkundegruppen: Rö3.1, Rö3.2, Rö3.3 und Rö5.1) zeitlich günstiger sein kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.07.2017 - 23:16 Uhr:
Frage:2947 BETREFF: Monitorabnahmeprüfung an Durchleuchtungsgeräten
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, bei älteren kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsplätzen wurde früher keine Abnahme am Durchleuchtungsmonitor durchgeführt, da die Befundung über den Aufnahmeplatz erfolgte (PACS Befundmonitor oder Filmbetrachter).Diese Arbeitsplätze werden gemäß der DIN 6868-157 in die Raumklasse 2 oder 3 eingruppiert. Ist nun eine Monitorabnahmeprüfung nachzuholen? Welche Norm wäre dann für die Abnahmeprüfung heranzuziehen (Es sind oft noch Röhrenmonitore eingesetzt)? Im Entwurf der neuen SV-RL ist eine Monitorabnahmeprüfung als technische Mindestanforderung für diese Arbeitsplätze genannt. Spätestens dann wäre jedoch eine Abnahmeprüfung am Durchleuchtungsmonitor erforderlich. Es stellt sich dann wiederum die Frage nach welcher Norm diese Abnahmeprüfung erfolgen soll. Wie soll mit diesen Röntgenanlagen verfahren werden? Mit freundlichen Grüßen Kolb R.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, das Thema Qualitätssicherung an Befundungsmonitoren ist bei Einbeziehung aller bei den Anwendern realisierten Systemkonfigurationen, der räumlichen Umgebung („Raumklassen“), des Inbetriebnahmedatums („Übergangsregelungen“), etc. scheinbar immer noch nicht ganz reibungsfrei, wie beispielsweise auch Ihre Anfrage hier zeigt. Zur Durchführung von Abnahme- und Konstanzprüfungen an Bildwiedergabesystemen (BWS) wird man nicht nur die ´DIN 6868-157´ sondern auch die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) und die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) beachten müssen. Die SV-RL befindet sich in einem länger andauernden Novellierungsprozess und die QS-RL bedarf, unter anderem auch wegen des Themas „BWS“, ebenfalls einer Novellierungsprozedur. Unglücklicherweise treffen zurzeit zwei Novellierungsvorhaben zeitlich zusammen: Das neue Strahlenschutzgesetz mit einer Vielzahl von noch zu formulierenden Verordnungen und diese beiden erwähnten „großvolumigen“ Richtlinien. Diese etwas lange Einleitung zur Behandlung Ihrer Frage war notwendig, damit verständlich wird, dass unsererseits eine gewisse Endgültigkeit des Antworttextes nicht garantiert werden kann. Begründung: Die Kapazität der entsprechenden Gremien ist ziemlich erschöpft, um alles sozusagen gleichzeitig zu machen. Also kann man die Antwort auf Ihre Frage so einleiten: „Vorbehaltlich einer in der QS-RL/SV-RL später getroffenen Regelung ist folgendes zu sagen:“ Wir verstehen Ihr Problem so, dass an älteren kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräten (also bestimmt vor 1.5.2015 in Betrieb gegangen) bisher keine Abnahmeprüfung (AP) des Befundungsmonitors erfolgt ist, da die Befundung über den Aufnahmearbeitsplatz erfolgte . Wir nehmen an, dass an diesem Gerät eine AP nach DIN 6868-150 (oder nach einer Vorgängernorm zur 150, z.B. „50“) vorgenommen worden ist, die den Monitor in gewisser Weise mit eingeschlossen hat. Wenn keine entsprechende Änderung vorgenommen worden ist, also keine Teil- oder Abnahmeprüfung erforderlich war, und die Konstanzprüfungen nach Anhang B der QS-RL erfolgt sind, darf dieses Gerät bis 01. 01. 2025 betrieben werden, ohne dass eine Monitor-Abnahmeprüfung nachgeholt werden muss. Wenn auf Grund einer wesentlichen Änderung vor dem 01.01.2025 eine AP oder TAP durchgeführt werden muss oder eine AP, wenn das Datum 01.01.2025 überschritten ist (kaum vorstellbar bei einem so alten Gerät), dann kann es nur nach der ´157´ sein. Für BWS auf der Basis von Kathodenstrahlröhren gilt die ´157´ nicht, was aber nach unserer Meinung nicht unbedingt heißen muss, dass für diese BWS-Systeme der Stand der Technik grundsätzlich nicht mehr gegeben ist. In der DIN 6868-157 findet man unter „Änderungen“ (Punkt d), dass eine umfassende Anpassung an den Stand der Technik vorgenommen wurde, diese Anpassung allerdings nur für eine bestimmte Geräteart gilt. Für Kathodenstrahlröhren gilt diese Norm explizit nicht. Da es für diesen Gerätetyp keine neue Regelung gibt, folgt unseres Erachtens, dass der Stand der Technik nach DIN V 6868-57 für CRT aus dem Jahr 2001 hier weiterhin Anwendung finden muss. Wir sind der Auffassung, dass im begründeten Einzelfall nur die zuständige Behörde entscheiden kann, ob ein im Jahr 2001 festgelegter und danach für diesen Gerätetyp explizit nicht zurückgenommener Stand der Technik nicht mehr gilt, und dann auch entscheiden muss, welche Anforderungen zu stellen sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.07.2017 - 20:26 Uhr:
Frage:2946 BETREFF: Teleradiologie nach RöV, Patientenaufklärung und Kontrastmittelgabe
Sehr geehrte Damen und Herren, nach § 3 Abs. 4 sind an der Teleradiologie zwei Gruppen von Ärzten beteiligt, zu einem der Arzt nach § 24 Abs. Nr. 1 RöV, der sich nicht am Ort der technischen Durchführung der Untersuchung befindet, (Teleradiologe) und zum anderen am Ort der technischen Durchführung der Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz (Arzt vor Ort). Nach § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV stellt der Teleradiologe nach eingehender Beratung mit dem Arzt vor Ort die rechtfertigende Indikation für die Untersuchung, befundet die Untersuchungsergebnisse und trägt die ärztliche Verantwortung für die Anwendung der Röntgenstrahlung. Nach § 3 Abs. 4 Nr. 3 RöV ermittelt der Arzt vor Ort die zur Feststellung der rechtfertigenden Indikation erforderlichen Angaben, leitet diese an den Teleradiologen weiter und klärt den Patienten auf. Der Arzt vor Ort klärt zwar den Patienten für die Teleradiologie auf, aber welcher der beteiligten Ärzte trägt die Verantwortung für die ordnungsmäße Patientenaufklärung? Der Teleradiologe ordnet die Kontrastmittelgabe für die Teleradiologie an, trägt er damit auch zwangsläufig die Verantwortung für damit eventuell auftretenden medizinischen Komplikationen (z.B. Paravasat, etc.)? Die RöV macht zu beiden Sachverhalten keine Aussage. Aus welchen Normen kann für die Teleradiologie die ärztliche Verantwortung für die Patientenaufklärung und für die Kontrastmittelgabe abgeleitet werden? Für die Beantwortung meiner Fragen möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, in unserer Antwort zu Ihrer Frage 2913 haben wir ausgeführt, dass dem Teleradiologen die ärztliche Verantwortung für die Anwendung der Röntgenstrahlung obliegt. Dies ist eindeutig in § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV geregelt und beinhaltet sicher auch die Dokumentation der Röntgenuntersuchung. Die Patientenaufklärung obliegt nach § 3 Abs. 4 Nr. 3 RöV jedoch dem Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz, der am Ort der Untersuchung anwesend sein muss. Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Patientenaufklärung trägt u.E. der Strahlenschutzverantwortliche als Genehmigungsinhaber und der für den Betrieb der Röntgeneinrichtung bestellte Strahlenschutzbeauftragte. Dies ergibt sich schon daraus, dass der Teleradiologe unter Umständen keinerlei Einfluss auf die Organisation des Strahlenschutzes hat, da es sich dabei um einen externen fachkundigen Arzt handeln kann. Bei der Auswahl des Teleradiologen muss der Strahlenschutzverantwortliche nach unserer Meinung sicherstellen, dass die Anforderungen des § 3 Abs. 4 Nr. 6 RöV (Eintreffen des Teleradiologen oder eines Vertreters innerhalb eines für die Notfallversorgung erforderlichen Zeitraumes am Ort der technischen Durchführung) erfüllt werden. Darum muss sich auch der zuständige Strahlenschutzbeauftragte kümmern. Fazit: Die Verantwortung für diese beiden Bereiche liegt innerhalb der jeweiligen Strahlenschutzorganisation beim Strahlenschutzverantwortlichen und beim bestellten strahlenschutzbeauftragten Arzt. Unabhängig davon gelten die Regelungen des Berufsrechts und des BGB zu diesen Bereichen. Da Ihre Fragestellung nicht nur das „reine“ Strahlenschutzrecht sondern auch die darin angesprochenen medizinisch-radiologischen Aspekte anspricht, könnte eine diesbezügliche Kontaktaufnahme mit der Ärztekammer durchaus hilfreich sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.07.2017 - 13:13 Uhr:
Frage:2945 BETREFF: kann mir jemand weiter helfen?
Hallo Ich habe heute ein CT von meiner linken Hand bekommen, da etwas unklar beim Röntgenbild war. Termin beim Arzt habe ich erst am Freitag. Bilder habe ich mir angeschaut und so was habe ich noch nicht gesehen. Vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen. Danke schon mal im Voraus Liebe Grüße Leni


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Exner, machen Sie sich wegen des „fremdartigen“ Aussehens eines CT-Röntgenbildes im Vergleich zu einem „normalen“ Röntgenbild keine Sorge. Die Computertomographie gehört zu der Gruppe der sog. tomographischen Röntgenuntersuchungen, wobei jeweils das zu untersuchende Körpervolumen (in diesem Fall Ihre Hand) rechnerisch („Computer“!)in einzelne Schichten (ca. 1 bis 10 mm Schichtdicke) zerlegt wird, die man dann bei der Befundung nach und nach betrachten kann. Durch diese Schichtbildung zeigen CT-Bilder eine für den Laien wenig verständliche Strukturen, die nur für eine/einen in der CT-Diagnostik erfahrene/n Ärztin/Arzt anatomisch verständlich sind. Also auf den Freitag warten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.07.2017 - 11:19 Uhr:
Frage:2944 BETREFF: Altes Röntgengerät Dokumente
Guten Tag, laut §16 Absatz4 der RöV, müssen Konstanzaufnahmen zwei Jahre lang aufbeahrt werden und Abnahmeprüfungen über die gesamte Betriebsdauer. Meine Frage: Muss ich diese Dokumente auch dann über diesen Zeitraum aufbewahren, wenn ich das Röntgengerät abmelde und aus der Praxis entferne oder können diese vernichtet werden? Danke!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolf, wenn Sie der zuständigen Behörde die Außerbetriebnahme der Röntgeneinrichtung nach § 3 Abs. 8 oder § 4 Abs. 7 der RöV mitteilen, dann müssen Sie die Aufzeichnungen über die Konstanzprüfungen noch mindestens zwei Jahr nach Abschluss dieser Aufzeichnungen aufbewahren (§ 16 Abs. 4 Satz 2 RöV). Diese Frist ist notwendig, damit die zuständige ärztliche oder zahnärztliche Stelle die Qualitätssicherung nach § 17a der RöV durchführen kann. Aus diesem Grund empfehlen wir, auch die Aufzeichnungen über die Abnahmeprüfungen während dieses Zeitraumes (zwei Jahre nach Außerbetriebnahme der Röntgeneinrichtung) aufzubewahren, obwohl die RöV dies nicht explizit vorschreibt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.07.2017 - 14:50 Uhr:
Frage:2943 BETREFF: SSB- Verantwortlichkeiten bei der Anwendung am Menschen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe 2 (in gewisser Weise zusammenhängende) Fragen. Frage1: Bei der Anwendung ionisierender Strahlung am Menschen in der Röntgendiagnostik muss ein fachkundiger Arzt die Verantwortung dafür tragen. Dieser stellt die rechtfertigende Indikation (RI). Nach meiner Ansicht trägt derjenige Arzt die Gesamtverantwortung für die Untersuchung (Anwendung am Menschen), der die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Sehen Sie das ebenfalls so? Frage 2: Üblicherweise wird in einer Klinik je Fachabteilung ein Arzt als verantwortlicher Strahlenschutzbeauftragter bestellt. In der Bestellung sind Entscheidungsbereich (=Fachbereich), Aufgaben und (Weisungs-)Befugnisse festzulegen. Es gehört u.A. zu den Aufgaben des SSB sicherzustellen, dass in seinem Entscheidungsbereich die DRW beachtet werden. Wie bewerten Sie die folgende Argumentation eines Arztes, der als SSB bestellt werden soll, auch im Zusammenhang mit der ´Gesamtverantwortung´ aus Frage 1: Die Verpflichtung zur Beachtung z.B. der DRW liegt nicht bei ihm. In seiner Fachabteilung wird keine ´Strahlung angewendet´ (also das Gerät nicht bedient), sondern lediglich die Anforderung z.B. der Röntgenaufnahme (=RI?) gestellt. Die Beachtung der DRW (§16 Abs.1 Satz 2 RöV) gehören nicht zu seinen Aufgaben, sondern zu denen der MTA. Ich bin gespannt auf Ihre Sichtweise. Vielen Dank im Voraus und freundiche Grüße, Stefan T.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Tachlinski, Ihre Auffassung zur ersten Frage können wir nicht so eindeutig teilen. Die Verantwortung für die gesamte Durchführung kann unseres Erachtens durchaus geteilt sein: Ein Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz stellt die rechtfertigende Indikation im Sinne des § 23 Abs. 1 und 2 RöV. Ein anderer Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz ist für die Anwendung (technische Durchführung und Befundung) von Röntgenstrahlung verantwortlich. Darauf weisen die unterschiedlichen Formulierungen im § 23 (einerseits die Absätze 1 und 2, andererseits der Absatz 3) hin. Dieses entspricht nach unserem Wissen auch der häufig geübten Praxis. Natürlich gilt, dass innerhalb der Strahlenschutzorganisation die Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt sein müssen. Anders verhält es sich in der Teleradiologie. Dort ist der fachkundige Teleradiologe für den gesamten Ablauf der Röntgenuntersuchung verantwortlich (vgl. § 2 Nr. 24 und § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV). Zu Frage 2: Die Verantwortlichkeit für die Berücksichtigung der DRW (§ 16 Abs. 1 Satz 2 RöV) liegt ganz klar beim Strahlenschutzverantwortlichen und bei demjenigen bestellten Strahlenschutzbeauftragten, in dessen innerbetrieblichen Entscheidungsbereich die Röntgenuntersuchung erfolgt. Dies ergibt sich aus dem § 15 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 2 Nr. 1 sowie aus dem § 44 Nr. 12 RöV. Keineswegs kann nach RöV die technisch durchführende MTRA diese Verantwortung übernehmen, da sie kein Normadressat der RöV ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.07.2017 - 22:07 Uhr:
Frage:2938 BETREFF: Firmwareupdate, Softwareupdate, Teilabnahme
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, beim digitalen Röntgen ergeben sich regelmäßig Anpassungen der Software, die als Update sicherlich nur von den Herstellern nach Zulassung als Medizinprodukt vertrieben werden dürfen. Ein Update einer Röntgensoftware dürfte demnach keine Änderung an einer Röntgeneinrichtung darstellen, die eine Teilabnahme oder gar Sachverständigen-prüfung erfordert. Lediglich die Dokumentation der Änderung ist nach meiner Kenntnis erforderlich. Wie sieht es aber bei einem Upgrade mit wesentlichen Veränderungen im Programm oder bei einer völlig neuen Softwareversion des gleichen Herstellers aus? Wie ist nach Ihrer Einschätzung die Situation bei neuer Firmware von Röntgengeräten oder Scannern. Diese ist ja quasi elementarer Bestandteil der Modalität? Für Ihre Antwort im Voraus besten Dank. Mit freundlichen Grüßen Werner Betz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Betz, wir haben Ihre Forumanfrage so verstanden: Muss bei mit einem Software-Update/Firmware-Update eine Teilabnahmeprüfung (TAP) nach § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV durchgeführt werden oder nicht? Zur Beantwortung müsste man nicht die ´alte´ SV-RL zu Grunde legen sondern könnte auch den aktuellen Entwurf zur ´neuen´ SV-RL heranziehen, der bezüglich dieses Punktes nach augenblicklichem Stand der Dinge so bleiben wird. Dieser RL-Entwurf ist hier im Forum RöV auffindbar: www.forum-roev.de. Dann auf der Homepage den Link Nr. 7 anwählen: „Richtlinien / BMU-Schreiben“, Datum: 10. 03. 2017). Man liest dort in Tabelle II.1, Nr. 14 ´Änderung der Software´, dass die TAP zunächst nur aus einer KP bestehen soll. Sind aber dabei die Toleranzen (der KP) überschritten, ist eine TAP i. S. d. Spalte 4 erforderlich. In Spalte 4 wiederum sind die Parameter der dann notwendigen TAP aufgeführt. Viele Software-Updates betreffen die Bildverarbeitung. Diese kann durch eine Prüfung mit technischen Prüfkörpern bzw. –verfahren nicht erfasst werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.06.2017 - 09:30 Uhr:
Frage:2937 BETREFF: Prüfkriterien in Ref. und KP-Aufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die ZSR Bbg ist erneut mit dem in Frage 2619 vom 16.02.16 angeschnittenen Problem konfrontiert. OPG - Ref. und KP-Aufnahmen werden als ´Rohdatenbild´ ( Bezeichnung des Herstellers ) mit umgekehrten Grauwerten gegenüber normalen Aufnahmen wiedergegeben. In diesen werden die Anforderungen erfüllt. Die Patientenaufnahmen werden mit einem Filter erzeugt, der a: das Bild in gewohnter Grauwertverteilung wiedergibt b: das Auflösungsvermögen unter 2,5 Lp/mm verschlechtert und c : Fremdstrukturen = ´Wurmeffekt´ ( Bezeichnung des Sachverständigen ) erzeugt. Ist es Aufgabe der Konstanzprüfung, lediglich eine technische Konstanz nachzuweisen, oder müssen die Anforderungen an lineares und Kontrast-Auflösungsvermögen für die Patientenaufnahmen gewährleistet sein ? Ist also das Prüfverfahren unzureichend und folglich zurückzuweisen ? Sollten Sie nähere Informationen benötigen, bitte ich Sie, mich direkt zu kontaktieren. MfG K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, unsere grundsätzliche Meinung dazu ist folgende: Eine Abnahmeprüfung (AP) kann nur als ´bestanden´ deklariert werden, wenn es sich um die Patientenaufnahme handelt. Von der wird ja befundet und nicht von irgendeinem wie auch immer erzeugten Rohdatenbild. Es kann also nicht akzeptiert werden, dass zwar das Rohdatenbild die AP besteht, aber das Patientenbild, bedingt z.B. durch Nutzung einer bestimmten Filtertechnik, besteht die AP nicht (Auflösungsvermögen, Fremdstrukturen, Wurmeffekte - was diese auch immer sein mögen). Bezugswerte für die Konstanzprüfung (KP) können nur von einem Patientenbild gewonnen werden, das, wie oben gesagt, die AP bestanden hat. Also ist die KP nicht nur irgendein technischer Konstanznachweis sondern einer, der auf Grundlage einer erfolgreichen AP beruhen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.06.2017 - 17:58 Uhr:
Frage:2936 BETREFF: Frage 2935
sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei Frage 2935 hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die Dosis betrug 40µGy x qm bei kV 75 und Aluminiumfilter 2,5mm. Vielen Dank Guido Kindervater


1. Antwort: ... ich hatte den Fehler schon bemerkt! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.06.2017 - 14:59 Uhr:
Frage:2935 BETREFF: Berechnung Uterusdosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin so eben als Radiologe mit der Situation konfrontiert worden, dass bei einer relativ adipösen Schwangeren in der 8.SSW eine ERCP mit Steinextraktion durchgeführt worden ist. Alle Strahlenschutzmittel wurden angewandt. Der Uterus lag natürlich nicht im Nutzstrahl Die Durchleuchtungszeit betrug 10 sec. Die Gesamtdosis(DFP) bei 4µGy/qm. In der Stufenabschätzung geht man ja davon aus, dass nur Durchleuchtungszeiten, in denen der Uterus im Nutzstrahlenbündel liegt berechnet werden.Da der Uterus nicht betroffen war habe ich es bei der Einschätzung der Uterusdosis unter 20mSv gelassen. Patientin ist informiert. Ich habe bezüglich der Uterusdosis erstmal Entwarnung gegeben, aber liege ich da richtig? Muss man doch eine Berechnung nach Stufe 2 machen? Vielen Dank für Ihre Antwort. Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, es tut mir Leid, dass ich Ihnen, der ja zu den „Stammgästen“ im Forum RöV zu zählen ist, mitteilen muss, dass wir derartige Expositionsberechnungen, vor allem aus rechtlichen Gründen nicht mehr durchführen wollen - und ganz besonders nicht im Forum RöV. Ich möchte dies dadurch begründen, dass aus unserer Sicht in derartigen Fällen, die ggf. das ungeborene Kind oder die Gesundheit der werdenden Mutter betreffen können, eine auch gerichtlich belastbare Aussage erfolgen sollte, die nach unserer Auffassung vom Forum RöV aus rechtlichen Gründen nicht erbracht werden kann und möglicherweise auch nicht erbracht werden darf. Wir möchten Ihnen empfehlen, sich über die Fachgesellschaften DGMP oder APT an MPE aus dem Bereich Röntgendiagnostik zu wenden, falls Sie bei Ihrer eigenen Recherche unsicher sein sollten. Ich hoffe, Sie haben Verständnis für diese Absage und unsere Begründung dafür. Sonst sind wir „strahlenschutzmäßig“ immer für Sie da. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.06.2017 - 14:29 Uhr:
Frage:2934 BETREFF: Einverständniserklärung der Eltern
Bei uns kommt immer wieder die Frage auf, ob ich beim Röntgen von Minderjährigen grundsätzlich das Einverständnis der Eltern einholen muss und wenn ja gilt das bis zum 18. Lebensjahr? Beispiel ein 17 jähriger kommt Freitagsnacht zum Röntgen bei Z.n. Schlägerei, oder Nachbar bringt 12 jährige nach Sturz im Schwimmbad. Reicht in einem solchen Fall die Indikationsstellung des Arztes oder müssen die Eltern informiert werden? Vielen Dank schonmal im voraus.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schröer, bei der Anwendung von Röntgenstrahlung an minderjährigen Personen sind dieselben Regelungen zu beachten wie bei jeder anderen medizinischen Anwendung auch. Das bedeutet, dass normalerweise,sofern es zeitlich machbar ist, die Einwilligung des Erziehungsberechtigten erforderlich sein wird. In medizinsch dringlichen Fällen sind sicherlich auch Anwendungen von Röntgenstrahlung ohne diesbezügliche Zustimmungen möglich. In der Röntgenverordnung sind hierzu keine speziellen Regelungen formuliert worden. Hier müssen die Vorgaben des Arztrechtes und des ´Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB)´ beachtet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.06.2017 - 09:54 Uhr:
Frage:2933 BETREFF: Konstanzprüfung Mammographie
Guten Tag, ich habe eine Frage zu den Konstanzprüfungen der Mammpgraphie. Nach der DIN 6868-14 sind täglich und monatlich vorgeschriebene KP durchzuführen. Jährliche KP konnte ich nicht finden. Entfallen diese mit der DIN 6868-14 für die Mammographie oder sind die jährlichen anders geregelt? Viele Grüße Andreas


1. Antwort: Hallo Andreas, doch, die jährlichen Konstanzprüfung gibt es: siehe Kapitel 8 der DIN 6868-14. Fast alle jährlich abzuarbeitenden Prüfpositionen orientieren sich an der DIN 6868-162, so dass die jährliche Konstanzprüfung sozusagen einer Abnahmeprüfung gleichkommt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.06.2017 - 18:16 Uhr:
Frage:2932 BETREFF: Gonadenschutz bei Rö Hüfte
Guten Tag und meinen Dank, hier eine Frage beantwortet zu bekommen zuvor! Im Rahmen eines Oberschenkelhalsbruches nach einem Unfall wurde ich ohne Gonadenschutz geröngt. Das bereitet mir ein ungutes Gefühl, denn ich plane Nachwuchs. Gibt es nachvollziehbare Gründe für das Weglassen so eines Schutzes? Wo wäre da ein Risiko einzuschätzen Nochmals Dank und besten Gruß, S.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sattuscheck, grundsätzlich verlangt die Röntgenverordnung (RöV) in § 25 Abs. 3, dass Körperbereiche, die bei einer bestimmten Untersuchung nicht von der Nutzstrahlung getroffen werden müssen, vor einer Strahlenexposition (z.B. durch Streustrahlung) so weit wie möglich zu schützen sind. Bei einer Röntgenuntersuchung im Zusammenhang mit einem Oberschenkelhalsbruch als Folge eines „normalen“ Unfalls sollte man den Schutz der Gonaden berücksichtigen. In einer Polytraumasituation, wo es auf Schnelligkeit ankommt, könnte, weil es möglicherweise andere Prioritäten gibt, auf diese Schutzmaßnahme verzichtet werden. Das Strahlenrisiko ist vergleichsweise moderat und sollte (auch ohne Gonadenschutz) kein „ungutes Gefühl“ erzeugen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen.



  Frage gestellt am 22.06.2017 - 10:56 Uhr:
Frage:2931 BETREFF: Strahlenschutzgesetz
Hallo, ich habe gehört das ein neues Strahlenschutzgesetz kommen soll, ist denn schon bekannt, wann es erscheint? Mfg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schulz, der Deutsche Bundestag hat das neue Strahlenschutzgesetz am 27.4.2017 verabschiedet. Unseres Wissens nach muss der Bundesrat dem Gesetz noch zustimmen. Zu welchem Zeitpunkt dies geschehen soll und ob dann das Gesetz zu einem oder in Teilen zu verschiedenen Zeitpunkten in Kraft treten soll, ist uns leider nicht bekannt. Jedenfalls ist das Inkrafttreten im Laufe des Jahres 2018 vorgesehen. Genauere Auskünfte können Sie sicherlich beim zuständigen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erhalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.06.2017 - 17:48 Uhr:
Frage:2930 BETREFF: Röntgenscanner
Guten Tag, ich weiß nicht sicher ob meine Frage hier an der richtigen Adresse ist aber ich will´s mal probieren. Ich arbeite z.Zt. am Suezkanal und muss dort alle 14 Tage mit dem PKW durch einen Röntgenscanner welcher angeblich für die Fahrzeuginsassen vollkommen ungefährlich ist. Können sie mir da nähere Angaben machen über gefahren durch Strahlung. MfG Herbert Meier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meier, ich kann nur aus der Sicht des nationalen Strahlenschutzrechts, also auf der Basis der in Deutschland zurzeit geltenden Röntgenverordnung (RöV) antworten. Die RöV reglementiert ausschließlich den Betrieb von Röntgeneinrichtungen, der in Deutschland stattfindet. Personen dürfen, auch nach europäischem Recht, nur einer Strahlenexposition durch ionisierende Strahlung (z.B. durch Röntgenstrahlung) ausgesetzt werden, wenn diese Exposition durch einen Arzt in jedem Einzelfall gerechtfertigt wird oder es eine sonstige gesetzliche Grundlage für die Anwendung gibt, z.B. das Infektionsschutzgesetz. Nach den Bestimmungen der RöV ist der Betrieb von sog. Röntgenscannern, in Folge dessen Personen mit Röntgenstrahlung exponiert werden können, also wie beispielsweise die von Ihnen angesprochen Fahrzeuginsassen im Rahmen radiologischer PKW-Prüfungen, keinesfalls gestattet. Eine für Personenkreise dieser Art resultierende Strahlenexposition kann, im Gegensatz zur o.g. Behauptung, schon grundsätzlich nicht ungefährlich sein. Anders muss man Prüfungen mit elektromagnetischer Strahlung beurteilen, die in anderen Frequenzbereichen liegt als dies bei Röntgenstrahlung der Fall ist. Für diese treffen die Bestimmungen der RöV nicht zu. In Deutschland gibt es jedoch eine Anwendung nach der Strahlenschutzverordnung, bei der ein Beschleuniger eingesetzt wird, um LKWs zur Kontrolle auf geschmuggelte Waren zu prüfen. Voraussetzung ist aber, dass die Durchstrahlung des Führerhauses und somit die Bestrahlung von Personen sicher verhindert werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.06.2017 - 11:19 Uhr:
Frage:2929 BETREFF: zu Frage 2915: Überwachung Augenlinse
Hallo Herr Prof. Ewen, hat sich in Ihrer Antwort zu Frage 2915 nicht ein kleiner Fehler eingeschlichen!? Eine zusätzliche Teilkörperdosimetrie ist für die Augen gemäß §35 Abs. 5 derzeit bei 45 mSv/a erforderlich. Das entspricht 3/10 (und nicht 1/10 aus Abs.1 des §35). Zukünftig wird also ein Augendosimeter gefordert, wenn 6mSv/a überschritten werden können. LG Kathrin


1. Antwort: Hallo Kathrin, sorry, dass ich versehentlich die „3/10-Regelung“ des § 35 Abs. 5 RöV mit der „1/10-Regelung“ des § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV vertauscht hatte. Sie haben natürlich vollkommen Recht mit Ihrem Korrekturhinweis. Vielen Dank! Wir müssen allerdings dabei noch einen kleinen Punkt im Auge behalten, und das ist die Tatsache, dass eine zukünftige Anwendung der „3/10-Regelung“ auf die Messung der Personendosis der Augenlinse im Zusammenhang mit dem sicher im neuen Strahlenschutzgesetz (§ 78 Abs. 2 Nr. 1) zu erwartenden Grenzwert von 20 mSv/a noch völlig offen ist. Auf die Realisierung der dafür geplanten „Verordnungsermächtigung für die physikalische Strahlenschutzkontrolle … „ des § 76 (hier zutreffend: der Absatz 1 und dort die Nrn. 7 und 8) müssen wir noch warten. Die tatsächliche Formulierung des in meinem und Ihrem Text angesprochenen Dosiswertes von „3/10 x 20 mSv/a = 6 mSv/a“ im Rahmen einer speziellen Verordnung muss also noch abgewartet werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 16.06.2017 - 13:38 Uhr:
Frage:2928 BETREFF: Abschaffung der Dosmieter möglich?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir sind eine kleine Praxis (in einem KH), die lediglich über einen CT und eine Röntgenanlage verfügt. Die Ortsansässige Durchleuchtung wird seitens des Krankenhauses genutzt und von unseren Mitarbeiter nicht bedient. Allerdings wird mittels fahrbaren Rö-Gerät die Rö-Aufnahmen auf Intensiv angefertigt. Unsere Frage ist daher, ob wir ggf. die Dosimeter abschaffen könnten? Seitens des Regierungspräsidiums bekommen wir leider keine klare Aussage. Kann man die Dosimeter überhaupt abschaffen, wenn man Strahlenexpositionen anwendet? Mit freundlichen Grüßen C. Steinwachs


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Steinwachs, zunächst einmal was Grundsätzliches im Zusammenhang mit der Personendosimetrie („Ermittlung der Körperdosis“). Nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV ist diese nur durchzuführen, wenn man sich aus beruflichen Gründen in einem Kontrollbereich aufhalten muss. Wenn bei Ihnen also Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden, bei denen dies nicht erforderlich ist, dann ist auch keine Personendosimetrie nötig. Typischerweise trifft das auf stationäre Aufnahmearbeitsplätze zu (z.B. Rasteraufnahmetisch, Rasterwandstativ), aber auch auf mobile Aufnahmegeräte (z.B. auf Intensivstationen), wenn der Auslöseschalter in einem Abstand von mehr als 1,5 m vom Röntgenstrahler und Patienten bedient werden kann, und auch auf Computertomographen, wenn die CT-Untersuchungen einen Personalaufenthalt im Röntgenraum nicht erfordern. In allen o.g. Fällen (keine Personendosimetrie, weil kein Aufenthalt im Kontrollbereich)ist eine explizite Zustimmung der Behörde nicht erforderlich. Bei Durchleuchtungsuntersuchungen haben wir eine andere Situation: Der Aufenthalt von Personal im Kontrollbereich ist üblich und Personendosimetrie ist daher gefordert. Falls zwar Tätigkeiten in Kontrollbereichen vorkommen, aber nur mit sehr geringen Aufenthalts- bzw. Einschaltzeiten, also mit entsprechend kleinen Dosiswerten für das betreffende Personal (effektive Dosis < 1 mSv im Jahr), kann die zuständige Behörde Ausnahmen von der Pflicht der Personendosimetrie zulassen (§ 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). Zur Klärung der Frage „< 1 mSv pro Jahr ja oder nein“ könnte man den Sachverständigen konsultieren, der in Ihrem Haus die sog. Sachverständigenprüfungen durchgeführt hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.06.2017 - 12:17 Uhr:
Frage:2927 BETREFF: Röntgenschürze bei CT des Handgelenks?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, vor kurzem erhielten wir eine Beschwerde einer Patientin darüber, dass Sie bei einer CT-Untersuchung des Handgelenkes keinen Strahlenschutz angelegt bekam. Wir sind bis Dato davon ausgegangen, dass aufgrund der Distanz zwischen Hand und Ovarien/ Gonaden keine Strahlenbelastung für die Patienten entstehen. Die evtl. entstandene Streustrahlung breitet sich innerhalb des Körpers aus und kann auch durch einen Strahlenschutz nicht absorbiert werden. Man hätte die Schürze somit aus raus psychologischer Wirkung auflegen können oder? Wir sind uns nicht sicher was wir der Patientin dahingehend sonst antworten sollten bzw. ob unser Vorgehen bis Dato immer falsch war. Vielleicht haben Sie eine Idee? Über eine Rückmeldung bedanke ich mich im Voraus. Mit freundlichen Grüßen C. Siegmann


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Siegmann, Sie haben Recht mit Ihrer Vermutung, dass das Anlegen eines Patientenschutzes, welcher Art auch immer, bei einer CT-Untersuchung des Handgelenks zu keiner wirksamen Reduzierung der ohnehin bei dieser Untersuchung resultierenden sehr geringen Streustrahlendosis beitragen würde. Aber es gibt in der Röntgendiagnostik eben auch Patienten, die Angst vor „Strahlung“ haben. Insofern sollte man die psychologische Wirkung einer angelegten Strahlenschutzschürze, auch wenn ihre physikalische Wirkung sehr gering ist, nicht unterschätzen. Mein Rat: Decken Sie bei derartigen oder ähnlichen Untersuchungen den Rumpf des Patienten mit einer Schürze ab, vorausgesetzt, dass diese Maßnahme keine untersuchungsspezifischen Nachteile mit sich bringen sollte. Diesbezügliche Diskussionen mit Patienten werden dann sicherlich nachlassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.06.2017 - 15:24 Uhr:
Frage:2926 BETREFF: C-Bogen Anwendung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, meine Frage lautet: kann man mit der Fachkunde Rö3.1 während oder im Anschluss einer orthopädischen Operation mit einem C-Bogen röntgen? Oder ist Rö4 notwendig. Mit freundlichen Grüßen J.Reinholz


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reinholz, die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 Skelett (Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett) deckt nach unserem Erachten die konventionellen orthopädischen Röntgenuntersuchungen (Aufnahmen und Durchleuchtungen, auch intraoperativ) ab. Die Teilgebietsfachkunde Rö4 ist eine Fachkunde, die nur für sonstige begrenzte Anwendungsfälle gilt, z.B. für einfache intraoperative Röntgendiagnostik. Die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 geht über diese begrenzten Anwendungsfälle hinaus und erlaubt auch die Durchführung komplexerer Röntgenuntersuchungen. Dass die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 weitergehend sein muss als die Teilgebietsfachkunde Rö4, ergibt sich auch schon aus den Anforderungen zum Erwerb dieser Fachkunden. Während man die Teilgebietsfachkunde Rö4 bereits nach 6 Monaten und 100 dokumentierten Untersuchungen bescheinigt bekommen kann, sind für die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 mindestens 12 Monate Sachkundezeit und 1000 dokumentierte Untersuchungen nachzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.06.2017 - 18:53 Uhr:
Frage:2925 BETREFF: Arbeitsanweisung Knochendichtemessung/ Rechtfertigende Indikation
Hallo, ich habe eine Praxis mit einem DXA-Gerät übernommen und werde nun durch die ÄKWL geprüft. In meiner Arbeitsanweisung (habe vom Vorgänger übernommen) fehlen wohl folgende Hinweise: Überprüfung der `Rechtfert. Indikation´ durch nach RöV fachkund. Arzt, Hinweis auf die DVO-Leitlinien, Aushang einer Tab. mit den RI am Arbeitsplatz. Ich bitte um eine Formulierungshilfe, damit die ÄK zufrieden ist. Vielen Dank Christian Smit


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Smit, wir unterstellen mal, dass die Anmerkungen der ärztlichen Stelle WL (Sie schrieben ÄKWL! War es wirklich die ÄK?) auf die Notwendigkeit hinweisen wollen, eine „rechtfertigende Indikation“ zu stellen, und dass es in diesem Zusammenhang um den Fragenkomplex möglicher „rechtfertigender Indikationen mit den entsprechenden Durchführungsmethoden“ am Ort der technischen Durchführung, also am Untersuchungsarbeitsplatz, geht. Nach unserer Meinung wäre diesbezüglich eine „pauschal“ gehaltene Formulierung für alle Röntgenuntersuchungen weder ausreichend noch sinnvoll, da sich Erfordernis und tatsächliche Durchführung einer radiologischen Maßnahme in der Heilkunde aus einer individuell vermuteten oder festgestellten Erkrankung einer Patientin/eines Patienten resultieren und daher entsprechend persönlich beschrieben werden muss. Uns ist bekannt, dass für bestimmte Untersuchungen mit Röntgenstrahlung vergleichbar formulierte ärztliche Indikationen und daraus resultierend auch rechtfertigende Indikationen ähnlichen Inhaltes publiziert sind. Aber auch hier bleibt die Indikationsstellung grundsätzlich ein individueller Vorgang, der sich an bestimmten medizinisch-radiologischen Erkenntnissen orientieren muss. Diese Erkenntnisse basieren zu einem großen Teil auf dem medizinischen Wissen entsprechend qualifizierter Ärzte (z.B. Vorhandensein von Fachkunde im Strahlenschutz) und können von uns hier im Forum Röntgenverordnung nicht als ganz allgemein gehaltene Orientierungshilfe vorgeschlagen werden. Ein Hilfsmittel für Überlegungen zur Stellung der „rechtfertigenden Indikationen“ könnte neben den Leitlinien der Fachgesellschaften die „ORIENTIERUNGSHILFE für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen“ sein. Diese Orientierungshilfe ist eine Empfehlung der Strahlenschutzkommission. Sie finden sie über die Internetseite der Strahlenschutzkommission (www.ssk.de) oder im Fachbuchhandel. Sollte diese Empfehlung nicht ausreichend sein, dann raten wir zu einer Rücksprache mit den Fachleuten der ärztlichen Stelle, die in diesem Fall sicherlich auch beratend tätig werden können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.06.2017 - 16:48 Uhr:
Frage:2924 BETREFF: Erlangen der Fachkunde Röntgendiagnostik f. MPE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir sind eine Strahlentherapie, die einen PET-CT in der Nuklearmedizin zur Erstellung von CT-Schichten für die 3D Bestrahlungsplanung nutzen und einen eigenen Simulator besitzen, mit dem wir Röntgenbilder von der Patientenlage erstellen. Ich habe die Fachkunde in der Teletherapie für Medinzinphysikexperten, möchte diese nun gerne mit der Fachkunde in der Röntgendiagnostik erweitern. Genüngt es, wenn ich mind. 6 Monate am PET-CT und am Simulator physikalisch-technisch mitarbeite unter Aufsicht eines Kollegen der die Röntgendiagnostikfachkunde schon hat? (also für die Sachkundezeit). Physikalisch-Technische Arbeit sind z.B. die Durchführung der QAs, die Bedienung der Geräte, die Anwesenheit bei Patientenbetrieb, um den praktischen Ablauf mitzuverfolgen usw. Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus. Mit freundlichen Grüßen H. Morgenstern


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Morgenstern, die Zeit für den Sachkundeerwerb in der Röntgendiagnostik beträgt für MPE mindestens 6 Monate, wobei insgesamt 24 Monate Sachkundezeiten nachgewiesen werden müssen. Da Sie bereits über die Fachkunde Strahlentherapie für MPE verfügen, haben Sie diese 24 Monate Mindestzeit ja schon nachgewiesen, so dass nur die 6 Monate Röntgendiagnostik offen sind. Nach unserer Meinung muss sich diese Sachkundezeit aber über den Gesamtbereich der Röntgendiagnostik erstrecken (Aufnahme, Durchleuchtung, CT, Interventionen). Die Fachkundebescheinigung wird i.d.R. auch für den Gesamtbereich „Röntgendiagnostik“ und nicht für Teilbereiche wie z.B. „CT“ erteilt. Hier raten wir Ihnen, sich bei der zuständigen Stelle Ihres Bundeslandes zu erkundigen. Neben der Sachkunde ist nach der entsprechenden Fachkunderichtlinie auf jeden Fall der entsprechende Spezialkurs Röntgendiagnostik für MPE (Anlage 5 der Fachkunderichtlinie) nachzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.06.2017 - 13:43 Uhr:
Frage:2923 BETREFF: Telebefundung Krankenhaus mit 2 Standorten
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich arbeite als Radiologe in einem Krankenhaus mit zwei Betriebsstätten innerhalb einer Stadt, also mit 2 physikalisch getrennten Standorten. Darf ich zu Regelarbeitszeiten während der Arbeit an einem Standort über Pacs auch Befunde (CT, Rö) für Untersuchungen erstellen, die am anderen Standort angefertigt wurden ? Oder ist das als teleradiologische Befundung ausserhalb der Bereitschaftsdienste verboten ? Die Vorgaben der RöV bezüglich Anwesenheit fachkundiger Ärzte vor Ort sind erfüllt, es geht nur um die Befunderstellung. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Rudolf, nach unserer Meinung handelt es sich in dem von Ihnen beschriebenen Fall nicht um Teleradiologie im Sinne der RöV. Die Befundung an verschiedenen Betriebsstätten des Strahlenschutzverantwortlichen ist unseres Wissens durchaus zulässig, wenn die technischen Randbedingungen erfüllt sind (ausreichend schnelle und sichere Datenleitungen, QS-geprüfte Bildwiedergabesysteme, im Strahlenschutz fachkundiger Arzt als Befunder). Voraussetzung ist allerdings, dass die rechtfertigenden Indikation an dem Ort erstellt wird, an dem sich die Patienten befinden, um die Anforderungen des § 23 RöV einzuhalten, und dass die technische Durchführung der Untersuchung durch im Strahlenschutz fachkundige MTRA oder durch entsprechend beaufsichtigte medizinische Fachangestellte mit Kenntnissen im Strahlenschutz erfolgt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.06.2017 - 08:40 Uhr:
Frage:2922 BETREFF: Welche Norm ist zur Zeit gültig?
Sehr geehrte Damen und Herren, am Anfang des Jahres hatten wir eine Prüfung durch die ÄS-Hessen für die Teleradiologie. Diese bemängelte, das wir immer noch nach DIN 6868-59:2009 prüfen. Anschließend haben wir eine Prüfung nach DIN 6868-159:2016-05 (Entwurf) durchgeführt, da diese laut ÄS-Hessen zwar noch im Entwurf steht, wohl aber schon seine Gültigkeit hätte. Diese Woche haben wir das Abnahmeprotokoll zusammen mit einem unabhängigen Sachverständigen besprochen. Nun kam die Frage auf welche Norm gültig ist und wie geprüft werden muss.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pasveer, Normen beschreiben allgemein anerkannte Regeln der Technik. Ihrem Wesen nach kann man sie als unverbindliche Festlegungen mit Empfehlungsambitionen bezeichnen. Eine De-Facto-Verbindlichkeit besteht dann, wenn in einer gesetzlichen Regelung, wie z.B. in der Röntgenverordnung oder in deren Ausführungsbestimmungen, ausdrücklich darauf verwiesen wird. Genügt ein technisches System bzw. ein von ihm bestimmter Vorgang (Beispiel: Abnahmeprüfung im Zusammenhang mit der Teleradiologie nach DIN 6868-159:2009-03)den in gesetzlichen Bestimmungen erwähnten Normen, so kann man festhalten, dass damit die entsprechenden Forderungen z.B. eines Verordnungsgebers (RöV) „automatisch“ erfüllt sind. Jeder Normentwurf, also auch der zur DIN 6868-159 von Mai 2016, unterliegt allerdings einem Einspruchsverfahren, bevor er zum Druck als Norm freigegeben werden kann. Im Rahmen der Einspruchsfrist können von der fachlich orientierten Öffentlichkeit Änderungsvorschläge eingebracht werden, die sich nach möglicher Akzeptanz erst später in der Norm wiederfinden könnten – ein Risiko, das jeder eingeht, der einen Normentwurf „vorzeitig“ zur Anwendung kommen lässt. Auf der anderen Seite kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich aus dem Text schon eines Normentwurfes entnehmen lässt, dass dieser das Normungsanliegen vorteilhafter zum Ausdruck bringt als dies von der „alten“ noch geltende Norm realisiert wird (z.B. Verbesserungen im Zusammenhang mit der Verwendung der Prüfbilddatensätze im Entwurf der „159“). Trotzdem: Man kann die Anwendung des Normentwurfes nicht so ohne Weitere fordern, auch nicht mit dem Argument, er sei schon gültig (was ja nicht der Fall ist) oder er sei dem Stand der Technik besser angepasst (was durchaus der Fall sein könnte). Es empfiehlt sich eine Konsensusbesprechung mit der ÄS Hessen, dem genannten Sachverständigen und – nicht zu vergessen – mit der zuständigen Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.06.2017 - 10:09 Uhr:
Frage:2921 BETREFF: Wer ist StrSchBeauftragter
Die BezReg kündigt eine Besichtigung des LHK-Labors an. Wer ist der verantwortliche StrSchB für dieses Gerät? Hintergrund: Es wurden mehrere StrSchB im Haus benannt mit pauschaler gegenseitiger Vertretung - Das Gerät wird überwiegend kardioligisch genutzt, Assistenzpersonal untersteht der Kardiologie und versieht die Qualitätssicherung für dieses Gerät - Chirurgen, Internisten und Radiologen nutzen das Gerät dazu selten, haben keine eigene MTRAs dort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wickers, wir schaffen es ja in den meisten Fällen, die uns gestellten Fragen ganz oder zumindest in Teilbereichen zu beantworten. Zu der von Ihnen gestellten Frage, wer ´verantwortlicher´ Strahlenschutzbeauftragter für die Röntgeneinrichtung im LHK-Labor Ihrer Klinik ist, müssen wir allerdings passen. Denn um diese Frage zu beantworten, müssten wir die Strahlenschutzorganisation Ihres Hauses, die Bestellungsschreiben einschließlich der innerbetrieblichen Entscheidungsbereiche und der Befugnisse der bestellten Strahlenschutzbeauftragten kennen und bewerten. Dies steht dem Forum RöV aber nicht zu und würde dieses wahrscheinlich auch kapazitätsmäßig überfordern. Die Antwort auf Ihre Frage müsste nach unserer Meinung aber der Strahlenschutzverantwortliche des Hauses geben können, der bestimmt die Bestellung der Strahlenschutzbeauftragten vorgenommen und dabei die innerbetrieblichen Entscheidungsbereiche (einschließlich der Vertretungsmodalitäten) und die Befugnisse der einzelnen Personen festgelegt hat. Daneben liegen sicherlich auch bei der zuständigen Aufsichtsbehörde (in Ihrem Fall wohl bei der Bezirksregierung) diesbezügliche Informationen vor, da die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten oder deren Abberufung der Aufsichtsbehörde unter Angabe der Aufgaben und Befugnisse mitzuteilen ist (vgl. Paragraph 13 Abs. 5 RöV). Die Aufsichtsbehörde überprüft i.d.R. auf Grundlage dieser Angaben, ob eine Person die notwendigen Pflichten überhaupt erfüllen kann, um als Strahlenschutzbeauftragte/r im Sinne der Röntgenverordnung tätig sein zu können (vgl. sinngemäß Paragraph 14 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 31.05.2017 - 11:50 Uhr:
Frage:2920 BETREFF: DVT Fachkunde
Sehr geehrter Professor Ewen, bedarf die DVT Fachkunde einer separaten Aktualisierung oder ist diese mit der regulären im Strahlenschutz nach RöV abgegolten? Vielen Dank für Ihre Antwort!


1. Antwort: Hallo Katrin, die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz für die Röntgendiagnostik gilt in der Regel für das gesamte Anwendungsgebiet, d.h. in der Humanmedizin für die konventionellen Fachkunden und die Spezialfachkunden wie CT, Interventionen und humanmedizinischer DVT. Vergleichbares gilt für die Zahnmedizin. Hier umfasst die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz auch die konventionelle Fachkunde (Tubus, Panorama, Fernaufnahmen) sowie die Spezialfachkunden wie Handwurzel, Schädel und zahnmedizinische DVT-Fachkunde. Theoretisch könnte eine Aktualisierungsveranstaltung auch auf einzelne Anwendungsgebiete eingeschränkt sein. Dies wäre aber sicherlich eine Ausnahme. Uns sind solche Einschränkungen nicht bekannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.05.2017 - 14:58 Uhr:
Frage:2919 BETREFF: QS-Prüfpunkte Tomosynthese
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, sehr geehrte Forumgemeinde, in der QS-RL findet man in Tabelle 3.5a (Abnahmeprüfung an Geräten zur mammographischen Tomosynthese) unter Nr.5 Festlegung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung unter anderem den Prüfpunkt ´Vertikale Auflösung´. Diese wird allerdings weder als separater Prüfpunkt im Rahmen der Abnahmeprüfung noch als Prüfpunkt in der Konstanzprüfung (Tabelle 3.5b) gefordert. Wozu dann die Festlegung von Bezugswerten? Meines Wissens ist hierfür ja auch ein spezieller Prüfkörper erforderlich. Wer kann mir dies erklären? Vielen Dank hierfür im Voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mühlmann, das hier von Ihnen zu Recht angesprochene Problem ´Vertikale Auflösung´ wird - natürlich neben anderen Punkten - im Rahmen der Normungsarbeit zum Thema ´Qualitätssicherung Tomosynthese´ (Abnahme- und Konstanzprüfung) auch auf der Tagesordnung stehen (Normvorhaben: Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 164: Abnahme. und Konstanzprüfung nach RöV an Röntgeneinrichtungen für mammographische Tomosynthese). Im europäischen Regelungsbereich gibt es Folgendes: Protocol for the Quality Control of the Physical and Technical Aspects of Digital Breast Tomosynthesis Systems (Version 1.01, June 2016). Mir freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 25.05.2017 - 18:41 Uhr:
Frage:2918 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Prof. Ewen, Ich bin MTRA in einem kleinen Krankenhaus. Wir röntgen unsere stat. Patienten und erstellen Rö.- Aufn. für amb. Pat. des ebenfalls im Haus ansässigen MVZ als eigenständigem Unternehmen ( hier werden CT- Untersuchungen u. Nuklearmed. angeboten ). Außerhalb der Geschäftszeiten des MVZ sollen die MTRA des Hauses nun Notfalluntersuchungen am CT per Teleradiologie durchführen, obwohl sie dort ansonsten nicht tätig sind, Ist das erlaubt oder Körperverletzung für Patienten wegen fehlender Routine ?


1. Antwort: Hallo Ramona,die organisatorischen Möglichkeiten in der Teleradiologie können sehr komplex sein, so dass die Zulässigkeit bestimmter Untersuchungen und die Tätigkeiten durch qualifiziertes Personal vom genehmigten Einzelfall abhängig sind. Da wir davon ausgehen, dass auch in Ihrem Fall die zuständige Behörde mit der Genehmigung für die Teleradiologie gründlich geprüft hat, wer welche Aufgaben wahrnehmen kann und darf, ist es durchaus vorstellbar, dass eine MTRA auch an einem CT eine Untersuchung technisch durchführt, den sie in der Regelarbeitszeit nicht bedient. Voraussetzung ist natürlich die entsprechende Einweisung, Unterweisung und die organisatorische Einbindung in die Strukturen des Teleradiologiebetreibers. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 25.05.2017 - 12:10 Uhr:
Frage:2917 BETREFF: Röntgenanforderung niedergelassener Arzt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite in einem kleinem Krankenhaus ohne einen Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von den angestellten Ärzten mit Fachkunde im RIS gestellt. Ab 01.07.2017 sollen wir Röntgenaufnahmen von einem im Hause neu ansässigen Chirurgen anfertigen. Er hat im Krankenhaus seine eigene Praxis und auch die Fachkunde. Seine Röntgenanforderungen werden direkt an die Konsole des Röntgengerätes geschickt, so das ich als MTRA die rechtfertigende Indikation zu dieser Anforderung nicht lesen kann. Nun die Frage: Muss ich die rechtfertigende Indikation zu einer Röntgenanforderung zwingend kennen? Falls ja, wo steht das? Vielen Dank für Ihre Bemühungen, liebe Grüße von Marie


1. Antwort: Hallo Marie, ausgehend davon, dass der Chirurg mit eigener Praxis im Krankenhaus korrekt in die Strahlenschutzorganisation des Krankenhauses als Betreiber der Röntgeneinrichtungen eingegliedert ist, gilt nach unserer Meinung folgendes: Der im Strahlenschutz fachkundige Chirurg stellt die rechtfertigende Indikation und dokumentiert diese. Für die technische Durchführung, die dann durch Sie erfolgt, teilt er Ihnen die notwendigen Angaben (Durchführungsmethode, ggf. weitere Maßnahmen) schriftlich oder mündlich oder durch Hinweis auf vorliegende Anweisungen mit. Sie haben weder die Aufgabe noch die Pflicht die „rechtfertigende Indikation“ zur Kenntnis zu nehmen oder gar zu prüfen. Diese Regelungen findet man in der RöV in den §§ 23 bis 25, im § 28 und damit zusammenhängend in den Begriffsbestimmungen des § 2. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 17.05.2017 - 15:23 Uhr:
Frage:2916 BETREFF: Mammographie Schwangerschaft
Sehr geehrte Damen und Herren, ich würde gerne wissen wie hoch das Risiko für genetische Schäden oder das Tumorrisiko im späteren Leben für ein Kind ist, wenn die Mutter bei unbekannter Schwangerschaft im 1. Monat eine Mammographie erhalten hat. Vielen Dank und freundliche Grüsse


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Reinauer, Strahlenrisiken (genetisches Risiko und Tumorrisiko) für ein Kind, dessen Mutter während der Schwangerschaft einer Röntgenuntersuchung unterzogen worden ist, hängen sehr stark davon ab, ob das Untersuchungsgebiet (das sog. Nutzstrahlenfeld) im Uterusbereich gelegen hat oder nicht. Wenn nicht, und das ist bei einer Mammographie immer der Fall, kann das strahlenbedingte Risiko für das Kind als sehr gering eingeschätzt werden. Besonders in der Mammographie kann man davon ausgehen, dass sich relevante Dosiswerte nahezu ausschließlich auf den Brustbereich beziehen und andere Körperabschnitte davon praktisch nicht betroffen sind. Man kann also „Entwarnung“ geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.05.2017 - 14:49 Uhr:
Frage:2915 BETREFF: neuer Grenzwert der Augenlinsendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, dass der Grenzwert der Dosis für die Augenlinse mit dem neuen Strahlenschutzgesetz auf 20 mSV herabgesetzt wird, ist mittlerweile vielen strahlenexponierten Mitarbeitern in der Medizin bekannt. Dennoch gibt es viel Unsicherheit über das praktische Vorgehen. Welche praktische Konsequenz hat dies zum Beispiel für die Tätigen im Herzkathater-Labor, in der Nuklearmedizin bei der Verwendung von Betastrahlern wie PET, SIRT, RSO usw. Wer bestimmt die Augenlinsendosis, wie wird diese bestimmt, wer muss ein Dosimeter tragen, wer eine Schutzbrille? Gibt es veröffentlichte Studien /Erhebungen über die Augenlinsendosis der o.g. Tätigen? Ich werde im Internet irgendwie nicht fündig über konkrete Handlungsvorgaben. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, es zeichnet sich ab, dass für radiologische Interventionen (z.B. in der Kardiologie), aber möglicherweise auch für andere Röntgenuntersuchungen mit relativ langen Durchleuchtungszeiten (z.B. Angiographien, kardiologische Untersuchungen, intraoperative Röntgenuntersuchungen), die Einhaltung des neu zu erwartenden Grenzwertes für die Augenlinsendosis von 20 mSv/a ein Problem darstellen wird. In der RöFo 2013 Band 05, Seite 474-481 wurden diesbezügliche Messergebnisse dazu vorgestellt. Man muss damit rechnen, dass bei o.g. Röntgenuntersuchungen und Interventionen dieser neue Grenzwert von 20 mSv/a nur eingehalten werden kann, wenn ein spezieller geräteintegrierter Oberkörperstreustrahlenschutz genutzt und möglichst zusätzlich eine Bleiglasbrille getragen wird. Nach der jetzt geltenden RöV hat der Anwender eine zusätzliche Teilkörperdosimetrie nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV i. V. m. § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV durchzuführen: Für das Tragen eines Teilkörperdosimeters im Zusammenhang mit einer erwarteten Linsenexposition gilt die Forderung, dass dies bei möglicher Überschreitung von 1/10 des betreffenden Grenzwertes (150 mSv/a; siehe § 31a Abs. 2 Nr. 1 RöV), also von 15 mSv/a, zwingend ist. Nach den uns bekannten Größenordnungen der bei o.g. Untersuchungen und Interventionen typischerweise entstehenden Linsendosis kann ein Wert von 15 mSv/a ohne Verwendung von Oberkörperstreustrahlenschutz oder (am besten: und) Bleiglasbrillen in der Regel nicht eingehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass dies für den zukünftigen Grenzwert der Augenlinsendosis von 20 mSv/a auch gelten wird. Entsprechend muss man damit rechnen, dass die Forderung nach Teilkörperdosimetrie schon oberhalb von 2 mSv/a bestehen wird(1/10 von 20 mSv/a) Dieser Grenzwert von 20 mSv/a muss bis 31.12.2018 „umgesetzt“ werden (siehe Artikel 31 des Gesetzesvorhabens). Zu den entsprechenden Verhältnissen bei Arbeitsplätzen in der Nuklearmedizin können wir vom Forum RöV zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Konkretes sagen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 17.05.2017 - 12:57 Uhr:
Frage:2914 BETREFF: Bestellung eines Strahlenschutzbeauftragten für die Teleradiologie
Sehr geehrte Damen und Herren Wir wollen in naher Zukunft mit der Teleradiologie starten nun fehlt uns zum Antrag noch ein oder mehrere Strahlenschutzbeauftragten für die Teleradiologie am Ort der technischen Durchführung. Wie viele müssen denn bestimmt werden und warum müssen überhaut die SSB dann auch immer erreichbar sein? Vielen Dank im Vorfeld...


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Meier, unabhängig davon ob eine Röntgeneinrichtung im Rahmen der Teleradiologie oder im Regelbetrieb genutzt wird, schreibt die RöV vor, dass die Leitung und Beaufsichtigung des Betriebs durch einen entsprechend fachkundigen Arzt erfolgen muss. Dieser kann die Aufgabe als sogenannter fachkundiger Strahlenschutzverantwortlicher (z.B. In der eigenen Praxis) oder als Strahlenschutzbeauftragter (z.B. In einer Klinik) wahrnehmen. Diese fachkundige Person hat insbesondere dafür zu sorgen, dass die Schutzvorschriften der RöV eingehalten werden, was bei einem teleradiologischen Betrieb nicht trivial sein dürfte. Daneben muss der fachkundige Strahlenschutzbeauftragte auch korrigierend eingreifen, wenn es zu Probleme, Stör- oder Unfällen kommt. Wieviel Strahlenschutzbeauftragte erforderlich sind, hängt sicherlich von der Betriebszeit ab und sollte mit der zuständigen Aufsichtsbehörde geklärt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.05.2017 - 20:57 Uhr:
Frage:2913 BETREFF: Teleradiologie, Befundung und Vier-Augen-Prinzip
Sehr geehrte Damen und Herren, in § 2 Nr. 24 Röntgenverordnung (RöV) ist die Teleradiologie im Sinne dieser Verordnung definiert. Nach § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV muss gewährleistet sein, dass eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1, die sich nicht am Ort der technischen Durchführung der Untersuchung befindet, nach eingehender Beratung mit dem Arzt nach Nummer 3 die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 für die Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen stellt, die Untersuchungsergebnisse befundet und die ärztliche Verantwortung für die Anwendung der Röntgenstrahlung trägt. Fragen: 1) Darf ein weiterer approbierter Arzt an der Befundung mitwirken? a) Wenn ja, auf welche Art und Weise? und b) welche Qualifikation muss der Arzt besitzen? 2) Ist die Kontrolle/Prüfung des während der Teleradiologie erhobenen Befundes zu einem späteren Zeitpunkt rechtskonform? Stichwort “Vier-Augen-Prinzip“, d.h. die Kontrolle/Prüfung findet durch einen Facharzt für Radiologie – auch im Besitz der Fachkunde Rö 1 im Strahlenschutz nach RöV – statt. Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, die Regelungen der RöV zur Teleradiologie dienen dazu, die Verantwortung bei dieser besonderen Art des Untersuchungsverfahrens eindeutig festzulegen. Durch diese Festlegungen in § 3 Abs. 4 Ziffer 1 der RöV wird klar geregelt, dass die rechtfertigende Indikation durch den Teleradiologen mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz erfolgt, dieser auch die Untersuchungsergebnisse befundet und die ärztliche Verantwortung für die gesamte Anwendung der Röntgenstrahlung in diesem Verfahren trägt. Durch diese klaren Festlegungen wird die Möglichkeit der Zweitbefundung durch einen anderen Arzt nicht eingeschränkt, unabhängig davon, wann diese Zweitbefundung erfolgt. Auch verlangt die RöV von einem „Zweitbefunder“ keine spezielle Fachkunde, da die Verantwortung für die Befundung beim Teleradiologen verbleibt. Daher ist es nach unserer Meinung auch nicht richtig, von einer Kontrolle/Überprüfung des während der Teleradiologie erhobenen Befundes zu sprechen, denn wenn ein anderer Arzt kontrollieren und ggf. auch korrigieren könnte/dürfte, dann könnte der Teleradiologe seine nach der RöV erforderliche Verantwortung nicht wirklich wahrnehmen. Allerdings ist es nach unserer Meinung möglich, dass zwei (oder mehrere) Ärzte Befundungsergebnisse (z.B. Erst- und zusätzliche Befundung) abstimmen und das Ergebnisse unter der Verantwortung des Teleradiologen anpasst wird. Insoweit entspricht die Teleradiologie nach der RöV anderen Röntgenuntersuchungen, bei denen auch Zweitmeinungen eingeholt und das Befundungsergebnis ggf. angepasst wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.05.2017 - 15:47 Uhr:
Frage:2912 BETREFF: DIN Umstellung DVT
Sehr geehrtes Roev-Forum-Team, es gibt im Markt unterschiedliche Aussagen bis wann die Umstellung der DVT Systeme in der Zahnheilkunde auf die DIN6868-161 / DIN6868-15 umgestellt werden muss. Richtig ist, dass dies bis zum Stichtag 31-01-2018 geschehen muss bzw. dies durch die nächste Prüfung des Sachverständigen kontrolliert wird. Nun ist die Frage, wenn der Sachverständige im Jahr 2015 das Gerät nach QS geprüft hat, würde es auch reichen, die Umstellung erst im Jahre 2020 (vor der wiederkehrenden Prüfung) durchzuführen? Oder muss diese zwingend bis zum 31-01-2018 durchgeführt werden. (Unterschiedle Aussagen von Sachverständigen und Behörden) Weiterhin besteht die Frage, wenn DVT Systeme keine DAP Anzeige hat (nach -161 pflicht) was passiert dann genau (CTDI ist vorhanden)? Stilllegung? Grüße AFiebig


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Fiebig, die hier zutreffende Regelung ist eindeutig: Im Abschnitt 4.3 der QS-RL ist festgelegt, dass eine entsprechende ergänzende Abnahmeprüfung (AP) nach DIN 6868-161 bis zum 31.01.2018 durchzuführen ist. Vorbedingung ist das Erscheinen der DIN 6868-15. Das ist im Juni 2015 erfolgt. Die Kontrolle der AP erfolgt erst bei der nächsten wiederkehrenden SV-Prüfung. Die ergänzende AP nach DIN 6868-161 ist aber zwingend bis zum 31.01.2018 vorzunehmen. Im Rahmen der SV-Prüfung wird das Datum der AP vom SV in das Prüfprotokoll eingetragen. Den Prüfbericht erhält auch die Behörde - und wenn diese feststellt, dass die Fristen nicht eingehalten werden bzw. worden sind, kann dies ein Verwaltungsverfahren nach sich ziehen …..man sollte es besser nicht darauf ankommen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.05.2017 - 17:42 Uhr:
Frage:2911 BETREFF: Kennlinienverhalten bei Durchleuchtung um 70 kV
Sehr geehrter Herr Professor Dr. Ewen, sehr geehrte Foren-Mitbetreuer, ich möchte gerne wissen, warum die automatische Dosisleistungsregelung (ADR) von Röntgendurchleuchtungsgeräten häufig um 70 kV stehen bleibt, um bei zunehmender Schwächung im Nutzstrahlengang zunächst den Röhrenstrom höher zu regeln, bis bei weiterer Schwächungszunahme auch die Hochspannung weiter angehoben wird. Anders formuliert: Warum haben einige Durchleuchtungskennlinien bei ca. 70 kV ein Plateau? Ich danke Ihnen sehr für Ihre Antwort. Per Schulz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schulz, diese Kennlinienform (bei einer Durchleuchtung ADR-bedingte Plateaubildung bevorzugt auf einem Wert der Röhrenspannung um 70 kV und Regelung möglichst nur über die Röhrenstromstärke) kann folgendermaßen erklärt werden: Bei einer Röhrenspannung um 70 kV beträgt die mittlere Energie der Röntgenstrahlung, also dort, wo man ein Maximum der Dosisleistung erwarten kann, etwa bei 30 KeV. Genau bei dieser Energie weist Jod im Energiebereich der Röntgendiagnostik über die sog. K-Kante eine maximale Absorption auf. Der sog. Jod-Kontrast ist somit dort stark ausgeprägt, der dann bei Nutzung von jodhaltigen Kontrastmitteln das Verhältnis von Bildqualität und Dosis um 70 kV besonders günstig gestaltet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.05.2017 - 11:31 Uhr:
Frage:2910 BETREFF: Einweisung in Anlagen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, nach § 18 Abs. 1 RöV ist die Einweisung in die Bedienung von Röntgenanlagen durch eine entsprechend qualifizierte Person vorzunehmen. Es ist ebenso dafür zu sorgen, dass die Ersteinweisung durch den Hersteller erfolgt. In der „Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten“ heißt es unter Punkt 2.1: „ … im weiteren Betrieb können die ersteingewiesenen Personen die Einweisung durchführen.“ Die Ersteinweisung erfolgt durch den Hersteller, die folgenden Einweisungen durch die Ersteingewiesenen. Das ist soweit klar. Sollten diese jedoch z. B. durch Verrentung oder Kündigung nicht mehr im Hause sein, kann die Einweisung auch von einer MTRA oder einem Arzt erfolgen der sich in der Bedienung entsprechend auskennt oder muß in einem solchen Fall der Hersteller geholt werden? Zur Bedienung hätte ich noch eine weitere Frage: Personen, die einfache Röntgenanlagen auf Anordnung des Arztes bedienen, benötigen einen Kenntniskurs (Fachkunde-RL, Punkt 10). Müssen sie ebenso in die Anlage, z.B. C-Bogen, entsprechend eingewiesen werden, auch wenn sie nur auf Anweisung „auf den Knopf drücken“? Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Frage. Mit freundlichen Grüßen Thomas M.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Thomas M., wie Sie richtig ausführen, verlangt die RöV in § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, dass „die beim Betrieb einer Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen anhand einer deutschsprachigen Gebrauchsanweisung durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden und über die Einweisung unverzüglich Aufzeichnungen angefertigt werden“. In Satz 2 wird konkretisiert, „dass die Einweisung nach Satz 1 Nr. 1 bei der ersten Inbetriebnahme durch eine entsprechend qualifizierte Person des Herstellers oder Lieferanten vorgenommen wird“. Zu Folgeeinweisungen trifft die RöV keine Regelungen. Die obersten Bundes- und Landesbehörden haben in einer Richtlinie (Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV; s. Internet) vereinbart, dass Folgeeinweisungen durch „ersteingewiesene“ Personen erfolgen können. Dies macht unseres Erachtens für sogenannte Regeleinweisungen auch viel Sinn, da hierdurch Wissensverluste und Umdeutungen durch die reine Weitergabe von Einweisungen verhindert werden können. Allerdings gehen wir davon aus, dass der Verordnungsgeber in bestimmten Fällen auch andere qualifizierte Personen zur Einweisung zulassen wollte. Ansonsten hätte er die Festlegung, dass Folgeeinweisungen nur durch Personen des Herstellers/Lieferanten oder durch ersteingewiesene Personen erfolgen dürfen, sicherlich in der RöV getroffen. Eine Abweichung von dem Grundsatz der Aufzeichnungsrichtlinie, dass nur ersteingewiesene Personen Folgeeinweisungen durchführen sollen, dürfte unserer Meinung nach in begründeten Fällen möglich sein (z.B. in den von Ihnen beschrieben Fällen). Allerdings meinen wir, dass die Begründung für die Abweichung von der Regel in die Aufzeichnungen aufgenommen und im Einzelfall ggf. auch die zuständige Behörde informiert werden sollte. Zu Ihrer zweiten Frage vertreten wir die Ansicht, dass auch Personen, die auf direkte Anordnung eines fachkundigen Arztes Röntgeneinrichtungen bedienen (vgl. Nr. 6.3 i.V.m. Anlage 10 der Fachkunderichtlinie RöV in der Fassung von 2012), eingewiesen sein müssen. Eine Tätigkeit im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RöV findet auch hier statt. Allerdings kann man nach unserer Auffassung den Umfang der Einweisung an die vorgesehene Tätigkeit anpassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.05.2017 - 13:41 Uhr:
Frage:2909 BETREFF: Dosis Unterschiede Mini C-Bogen zum normalen C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Even, gibt es fundierte Ergebnisse / Untersuchungen bezgl. Dosisunterschiede Mini C-Bogen zum normalen C-Bogen bei gleicher Anwendung. MfG Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, es ist nicht üblich, dass ich bei Anfragen im Forum RöV einfach auf das Internet verweise. Aber bei dieser Fragestellung „Dosisunterschiede Mini-C-Bogen – normaler C-Bogen“ bietet sich das wirklich an. Es gibt diesbezügliche Informationen im Internet, die aber zu einem großen Teil herstellerseitig publiziert sind. Dagegen ist nichts zu sagen, aber im Forum RöV dürfen aus naheliegenden Gründen keine Firmen bzw. Hersteller namentlich genannt werden, so dass ich Sie bitten muss, (wie ich in diesem Fall auch) selbst im Internet nachzusehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.05.2017 - 15:57 Uhr:
Frage:2908 BETREFF: Bleischürze falsch gehalten
Sehr geehrter Herr Dr. Ewen, ich hoffe sehr Sie können mich beraten, da ich große Angst habe. Mir wurde vor 4 Tagen beim Fussröntgen im Spital (4 Aufnahmen) die Bleischürze von der Assistentin falsch herum in die Hand gelegt. Sie sagte ich solle die Halbschürze verkehrt herum an den Ringen (die sonst um der Hüfte liegen) nur vor meinen Unterleib halten. Das heißt das blaue Futteral war außen mit dem Etikett sichtbar. Sonst sieht man ja die silberne Seite der Bleischürze außen. Jetzt habe ich grosse Angst dass dadurch vermehrt Strahlung abgegeben wurde, der Schutz verrutscht ist oder ich überhaupt keinen Schutz hatte. Was kann jetzt im schlimmsten Fall passieren. Ich hoffe sehr auf Ihre Hilfe.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wald, Sie müssen sich keine Sorgen machen. Extremitäten, also z.B. der Fuß, sind vergleichsweise wenig sensibel, was die Erzeugung möglicher Strahlenwirkungen betrifft. Außerdem wurde der Hüftbereich von einer Strahlenschutzschürze abgedeckt. Auch wenn diese (vielleicht versehentlich) verkehrt herum angelegt worden ist, so wird dadurch deren Schutzwirkung nicht beeinträchtigt. Erst recht kann durch dieses nicht korrekte Anlegen der Schürze die Strahlendosis erhöht worden sein. Es gibt also keinen ´schlimmsten Fall´, den Sie befürchten müssten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.05.2017 - 10:28 Uhr:
Frage:2907 BETREFF: Überwachung nach RöV.
Sehr geehrter Herr Prof. Even, in unserer Klinik arbeiten drei niedergelassene Ärzte die eine eigene orthopädische Praxis mit Röntgeneinrichtung führen. Diese drei Ärzte haben einen Teilarbeitsvertrag mit unserer Klinik. Ist die Überwachung nach RöV bzw. Strahlenschutzverordnung von der eigenen Praxis aus zu organisieren oder müssen bzw. kann dieses auch über unsere Klinik geschehen ? Mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, die von Ihnen geschilderte Situation ist organisatorisch nicht ganz einfach. Je nach Formulierung des Vertrages: 1) Für die Tätigkeit in der als ´eigen´ zu bezeichnenden Praxis muss die Überwachung der drei Ärzte im Rahmen der daraus resultierenden ´eigenen Strahlenschutzorganisation´ erfolgen. Dazu gehört ggf. auch die Bereitstellung und Auswertung von Personendosimetern, so überhaupt eine personendosimetrische Überwachung notwendig ist (z.B. bei Durchleuchtung mit einem mobilen C-Bogengerät). Bei einem reinen Aufnahmebetrieb würde diese Überwachung ja entfallen, weil diese Art radiologische Tätigkeit keinen Aufenthalt im Kontrollbereich erfordert. 2) Für die Tätigkeit als ´(teil-)angestellte´ Ärzte in Ihrer Klinik muss diese Überwachung von der Strahlenschutzorganisation Ihrer Klinik initiiert werden. Dazu gehört in der Regel auch die arbeitsplatzbezogene Unterweisung nach § 36 RöV, die Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung(z.B. Schutzkleidung; § 21 Abs. 1 RöV) und ähnliche Maßnahmen. Nach den Regelungen der RöV müsste Ihre Strahlenschutzorganisation (so erforderlich; siehe oben) diesen angestellten Ärzten für eine Tätigkeit im Kontrollbereich auch die notwendigen Personendosimeter zur Verfügung stellen. Ob dies aber Sinn macht, falls die drei Ärzte bereits regelmäßig Dosimeter aufgrund ihrer Tätigkeit aus der eigenen Praxis tragen, muss man hier sicherlich bezweifeln. Es würden ja dann während des selben Zeitraumes zwei Dosimeter von einer Person getragen und man kann sich dabei leicht Verwechselungen oder Fehler bei der Erfassung der gesamten Strahlenexposition vorstellen. Da es sich aber nach RöV um eine rechtliche Pflicht handelt, die ein Strahlenschutzverantwortlicher erfüllen muss, raten wir Ihnen mit der/den zuständigen Aufsichtsbehörde/n abzuklären, ob (pro Person) nur ein Dosimeter in beiden Tätigkeitsbereichen getragen werden darf und es ausreichend wäre, wenn eine regelmäßige gegenseitige Unterrichtung über die festgestellten Dosiswerte erfolgen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.05.2017 - 15:31 Uhr:
Frage:2906 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Sehr geehrter Herr Prof. Even, ist es richtig, dass ein Strahlenschutzbeauftragter zu jeder Zeit, also auch nachts bei Notfällen erreichbar und innerhalb von 15 min. am Untersuchungsplatz sein muss ? Das würde ja bedeuten, dass nicht nur der Chefarzt als Str.Sch.Beauftragter bestellt wäre sondern auch alle Hintergrund diensttuenden (z.B.) Oberärzte !? Eine Überprüfung unseres HKL durch das Amt für Arbeitsschutz argumentiert entsprechend. Vielen Dank für eine Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heidgen, grundsätzlich teilen wir die Auffassung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Immer dann, wenn eine Röntgeneinrichtung betrieben wird, muss ein bestellter Strahlenschutzbeauftragter erreichbar sein, der in einer angemessenen Zeit am Betriebsort sein kann, um dort erforderlichenfalls eingreifen und die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten zu können. Es sind daher ausreichend Strahlenschutzbeauftragte vom Strahlenschutzverantwortlichen zu bestellen. Was eine ´angemessene Zeit´ ist, hängt sicher vom Gefahrenpotential ab und sollte bei Unsicherheiten mit der Aufsichtsbehörde abgesprochen werden. Eine pauschale Festlegung auf maximal 15 Minuten ist uns nicht bekannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.05.2017 - 10:34 Uhr:
Frage:2905 BETREFF: Ringdosimeter
Guten Tag Prof. Ewen, gibt es eine Vorschrift zum Tragen von Ringdosimetern? Bei welchen Untersuchungsmodalitäten muss ein Ringdosimeter getragen werden? Vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Anke, ja, diese Vorschrift existiert: § 35 Abs. 5 Satz 2 RöV. Näher erläutert wird diese durch eine Richtlinie (Richtlinie für die physikalische Strahlenschutzkontrolle zur Ermittlung der Körperdosen; Teil 1: Ermittlung der Körperdosen bei äußerer Strahlenexposition). In dieser Richtlinie gibt es einen Anhang und in diesem einen Teil B, der unter anderem auch Ihre Anfrage betrifft (Nr. 1.1.3 und Nr. 1.1.4). Diese Dosismessmethode wird mit amtlicher Teilkörperdosimetrie bezeichnet und geschieht in der Regel mit Fingerringdosimetern auf TLD-Basis. Die genannte Richtlinie kann man im Internet aufsuchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.04.2017 - 13:29 Uhr:
Frage:2904 BETREFF: Voraussetzung für arbeiten im Röntgenbereich
Hallo ich arbeite in einem Herzkatheterlabor und soll aufgrund der Strahlenbelastung evtl versetzt werden, da ich 2003 Morbus Hodgkin hatte. Dadurch das ich damals eine Strahlentherapie mit 10 Sitzungen erhalten habe, wird jetzt über den Personalarzt geklärt ob dieser Einsatzort für mich weiterhin in Frage kommt. Ich habe keinerlei Beschwerden seit der Erkrankung und bin gesund, muss ein anderer Einsatzort wirklich sein?Man ist ja dort auch durch eine Bleischürze geschützt und ist deshalb kaum Strahlung ausgesetzt. Bei mir wurden damals Lunge und Milz bestrahlt und diese sind ja durch die Bleischürze abgedeckt. Ich wäre Ihnen dankbar wenn Sie mir zurückschreiben. Mfg


1. Antwort: Hallo Janina, ich teile (rein privat)Ihre Auffassung, dass einer röntgendiagnostischen Tätigkeit, auch im Herzkatheterlabor, an einem (ich unterstelle mal) modernen, digital arbeitenden Untersuchungsgerät und mit Nutzung ordnungsgemäßer Schutzkleidung (Schutzschürze, Schilddrüsenschutz, ggf. Bleiglasbrille) trotz Ihrer strahlentherapeutischen Vorgeschichte nachgegangen werden könnte. Am besten wäre natürlich zusätzlich das Vorhandensein eines am Röntgengerät angebrachten oder in seiner unmittelbaren Nähe vorhandenen Streustrahlenschutzes. Offiziell allerdings muss ich auf § 37 Abs. 1 RöV verweisen, nach dem vor Beginn der Tätigkeit einer beruflich strahlenexponierten Person der Kat. A (und Tätigkeiten im Herzkatheterlabor fallen unter die Kategorie A) von einem ermächtigten Arzt (s. § 41 Abs. 1 Satz 1 RöV)durch Untersuchung festgestellt werden muss, ob dagegen keine Bedenken bestehen. Diese Feststellung muss jährlich durch Untersuchung bzw. Beurteilung seitens eines ermächtigten Arztes bestätigt werden (§ 37 Abs. 2 RöV). Ich würde also meine Kompetenzen überschreiten, wenn ich meiner o.g. privaten Meinung einen offiziellen Charakter verleihen würde, der nur von einem ermächtigten Arzt vertreten werden darf. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Der Begriff ´Personalarzt´ ist nicht identisch mit dem Begriff ´ermächtigter Arzt´ nach dem Strahlenschutzrecht!



  Frage gestellt am 28.04.2017 - 18:37 Uhr:
Frage:2903 BETREFF: Schutzkleidung für Personal
Sehr geehrter Prof.Ewen, bei der Definition der Schutzkleidung für Personal in Durchleuchtungsuntersuchungen heißt es bei der Sachverständigenprüfung: ´...Persönliche Schutzausrüstung für Personen, die sich - auch gelegentlich- im Kontrollbereich aushalten, aureichend vorhanden...´ Die Schutzbrillen und Schürzen müssen aber nicht für jeden Untersucher persönlich vorgehalten werden, z.B. Brillen mit Sehschärfe, eigene Röntgenschürzen für jeden? Ich verstehe das so, dass für das Personal der Durchleuchtung Schürzen in verschiedenen Größen und mehrere Brillen vorgehalten werden müssen. Ist das korrekt? Vielen Dank für Ihre Antwort


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gerard, bezüglich einer persönlichen Zuordnung von Schutzkleidung für einzelne Personen des Personal bei Durchleuchtungsuntersuchungen gibt es keine bestimmte Regelung. Es gilt generell, dass Schutzkleidung in ausreichender Zahl, in geeigneter Form und mängelfrei vorhanden sein muss. Wer dann welches Stück nutzt bzw. trägt und ob es in einer Abteilung eine feste Zuordnung gibt oder nicht, muss vom zuständigen Strahlenschutzbeauftragten festgelegt werden. Ggf. kann sich dieser ja diesbezüglichen Rat von dem Sachverständigen einholen, der die Strahlenschutzprüfungen durchgeführt hat. Eine Ausnahme sehe ich allerdings bei Schutzbrillen mit optischer Sehschärfekorrektur. Ich denke, es müsste klar sein, dass es hier eine personenbezogene Zuordnung geben muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.04.2017 - 12:01 Uhr:
Frage:2902 BETREFF: Fachkunde für Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, besteht bezüglich der Anforderungen für die Fachkunde im Strahlenschutz bei teleradiologischen Tätigkeiten eine strengere Regelung insofern, dass der Teleradiologe zwingend über die volle Fachkunde verfügen muss? Ist dadurch eine ensprechende Konstellation Assistenzarzt mit unvollständiger Fachkunde + Oberarzt mit voller Fachkunde, wie sie im normalen Dienst häufig praktiziert wird, ausgenommen? Oder gibt es bezüglich der Fachkunde keine grundsätzlich differenten Anforderungen zwischen ´stationärer´ Radiologie und Teleradiologie? Für Ihre Antwort vielen Dank im voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Braun, nach § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV muss der Teleradiologe über die „volle“ Fachkunde, also einschließlich CT, verfügen (Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 RöV). Er muss aber nicht Chefarzt sein, ein Oberarzt mit „voller“ Fachkunde kann natürlich auch die Funktion eines Teleradiologen übernehmen. Die hierarchische Stellung des betreffenden Arztes spielt hier keine Rolle. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.04.2017 - 17:06 Uhr:
Frage:2901 BETREFF: Abnahme von BAZ Vollschutzgerät durch Sachverständigen nötig?
Hallo, ich habe diese Woche eine umfangreichen Strahlenschutzlehrgang hinter mir und dabei sind nun doch noch ein paar Unklarheiten aufgetreten. Wir vertreiben Röntgenanalgen für die Elektronikfertigung (für Lötstellenkontrolle usw.). Dabei Handelt es sich um Vollschutzgeräte mit BAZ und einer maximalen Röhrenspannung von 160KV. Heute habe ich erfahren, dass es wohl bei Vollschutzgeräten mit BAZ nicht nötig ist, die Anlage nach der Installation und Inbetriebnahme vom Sachverständigen abnehmen zu lassen. Es reicht die Prüfung nach 5 Jahren. Ist dies so richtig oder betrifft dies nur ortsveränderliche Systeme? Unsere Anlagen haben ein Gewicht von ca. 2t und sind fest installiert. Im Anhang eines der Datenblätter. Unsere Vorgehensweise bisher: 1. Anlage aufstellen 2. Installation 3. Inbetriebnahme und Kalibrierung 4. Abnahme durch Sachverständigen 5. Anzeige bei der Behörde mit Abnahmeprotokoll des Sachverständigen und den restlichen Unterlagen. ------------------------------------------------------ Meine zweite Frage betrifft direkt die Installation. Ist es nötig das der Betrieb der Anlage ca. zwei Wochen vor der Installation bei der zuständigen Behörde zur Anzeige gebracht wird oder reicht es, wenn dieses nach der Installation geschieht. Darf mein Kunde dann schon mit der Anlage arbeiten oder benötigt er für den Betrieb den unbedingt sofort den SSB? Laut aussage des Dozenten, können Vollschutzgeräte mit BAZ sofort genutzt werden, theoretisch wäre sogar kein SSB für den Betrieb nötig nötig. So wie ich den Sachverhalt verstanden habe, kann ich bzw. mein Kunde direkt nach der Installation anfangen mit dem System zu arbeiten. Mit freundlichen Grüßen Jan Kirmse
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1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kirmse, ja, es ist richtig, dass ein Vollschutzgerät mit einer nach Anlage 2 Nr. 3 RöV entsprechenden Bauartzulassung (BAZ) nicht vor Inbetriebnahme von einem Sachverständigen überprüft werde muss (das gilt auch für Basis-, Hochschutz- und Schulröntgengeräte), denn es wird bei der Anzeige nach § 4 Abs. 3 RöV keine Übersendung eines Sachverständigenberichtes verlangt, wohl aber 5 Jahre nach der Inbetriebnahme (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV) für alle Röntgeneinrichtungen, also dann auch für ein Vollschutzgerät. Das gilt für stationär und für ortsveränderlich betriebene Einrichtungen. Auch bei einem Vollschutzgerät muss - mit Beifügung des BAZ-Scheins - die Anzeige der Inbetriebnahme mindestens 2 Wochen vor diesem Zeitpunkt erfolgen (§ 4 Abs. 3 Satz 1 RöV). „Sofortige Nutzung“ ist aber, wie bei anderen Röntgeneinrichtung auch, nicht erlaubt. Jedoch ist die Benennung eines Strahlenschutzbeauftragten mit Nachweis seiner Fachkunde im Strahlenschutz nicht erforderlich (§ 4 Abs. 3 Satz 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.04.2017 - 10:26 Uhr:
Frage:2900 BETREFF: DIN 6868-57 / RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die RöV §16 besagt: ´Es ist dafür zu sorgen, dass bei Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen vor der Inbetriebnahme eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchgeführt wird...´ Wie verhält es sich mit Bildwiedergabegeräten, welche zur Befundung von radiologischen Bilddaten genutzt werden und sich nicht in einer Röntgeneinrichtung befinden? Diese befinden sich z.B. auf der Intensivstation. Muss auch hier der Lieferant die Abnahme machen? Bezieht sich der Begriff ´Röntgeneinrichtung´, auf ein im Krankenhaus befindliches radiologisches Institut/Nuklearmedizin/Strahlentherapie oder auf das Krankenhaus selbst, da dort an jeder Stelle es zu einer radiologischen Befundung kommen kann? Ist nicht ein Befunder der nicht selbst Radiologe ist, aber dennoch die Fachkunde für eine radiologische Befundung vorweist, somit ebenfalls als Teil einer Röntgeneinrichtung zu sehen? Vielen Dank S.Buthmann


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Buthmann, nach § 2 Nr. 14 RöV gehören Vorrichtungen zur medizinischen Befundung, also Bildwiedergabegeräte/-systeme (BWG, BWS), mit denen befundet wird, ebenfalls zum Begriff „Röntgeneinrichtung“. Folgerichtig müssen diese nach § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV einer Abnahmeprüfung, und zwar durch Hersteller oder Lieferant, unterzogen werden. Wohl gemerkt, das gilt nur für BWG/BWS, mit denen befundet wird. Reine „Betrachtungsmonitore“ bedürfen keiner Abnahmeprüfung. Es spielt keine Rolle, ob ein derartiges System direkt in eine Röntgeneinrichtung integriert ist oder sich örtlich isoliert, aber datenmäßig mit ihr verbunden z.B. in einem anderen Raum befindet. Wenn damit befundet wird, gilt § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV. Der Begriff „Röntgeneinrichtung“ ist, wie gesagt, als eine rein technische Einrichtung klar definiert (§ 2 Nr. 14 RöV). Er beschreibt keine Organisationsform, wie beispielsweise ein Krankenhaus oder ein radiologisches Institut, und bezieht auch Personen (z.B. „Befunder“) nicht mit ein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.04.2017 - 13:23 Uhr:
Frage:2899 BETREFF: Strahlenschutzunterweisung
Sehr geehrter Pro Ewen, gibt es Anweisungen bzw ggf Urteile o.ä., in welcher Form die jährliche Strahlenschutz-unterweisung ( bei uns nach RöV ) stattzufinden hat ? In unserem Fall geht es speziell um die Frage, ob diese ´persönlich´ ( d.h. nur in Anwesenheit) der betroffenen Mitarbeiter erfolgen muss oder z.B. elektronisch per Email / Telefonkonferenz o.ä. erfolgen kann bzw. darf. Die MA unserer Firma sind ausschließlich in fremden Anlagen tätig und auf ganz Dtl. verteilt. Vielen Dank J. Hoffmann


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hoffmann, die RöV schreibt in § 36 Abs. 1 die erstmalige und die wiederkehrende Unterweisung für Personen vor, die im Kontrollbereich tätig sind oder die Röntgenstrahlung (auch außerhalb des Kontrollbereiches) anwenden. Nicht festgelegt ist, in welcher Form die Unterweisung erfolgen muss. Obwohl wir vom Team des Forum RöV eine persönliche Unterweisung für sinnvoll halten, da man hier Fragen und Anregungen unmittelbar und abschließend klären kann, sind auch andere Formen (schriftlich, elektronisch, telefonisch o.ä.) nicht ausgeschlossen und in manchen Fällen sogar erforderlich. In allen Fällen ist es aber notwendig, dass über Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisung Aufzeichnungen geführt werden, die von den unterwiesenen Personen zu unterzeichnen sind. Dies gilt auch bei schriftlichen, elektronischen und telefonischen Unterweisungen. Nach unserer Auffassung könnte so eine Unterzeichnung auch qualifiziert elektronisch erfolgen. Dieses sollten Sie aber noch einmal mit der für Ihren Firmensitz zuständigen Aufsichtsbehörde absprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.04.2017 - 08:06 Uhr:
Frage:2898 BETREFF: Entwurf SV-RL Zeile 4941 - 4949
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, im Entwurf der SV-RL wird in Zukunft für intraorale Zahnröntgengeräte eine Möglichkeit zur Dosisflächenbestimmung und -anzeige gefordert. M.E. ist eine ( quasi tabellarische ) Ermittlung und Anzeige aus Röhrendaten keine ´Bestimmung´. In der Konsequenz bedeutet das also eine zusätzliche dosimetrische Einrichtung am Strahlerausgang. Ist das wirklich sinnvoll ? Wird angesichts der strahlenbiologisch völlig irrelevanten Dosiswerte hier nicht eine unbegründete Strahlenangst scheinbar fachlich unterstützt? MfG K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, die Prüfposition wird jetzt so formuliert: 2) Für Röntgeneinrichtungen, die ab dem 01.07.2002 [M05H10] erstmalig in Betrieb genommen wurden (s. § 3 Absatz 3 Nummer 2 Buchstabe b RöV): □ Vorrichtungen zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten vorhanden □ Messeinrichtungen oder □ Angabe durch Gerät oder □ nur für erstmalige Inbetriebnahme vor dem [ERSCHEINUNGSDATUM neue SV-RL + 3 Jahre]: Unmittelbare Ermittlung der Strahlenexposition des Patienten auf andere Weise (z. B. Tabellen oder Nomogramme) entf./ja/nein Grundsätzlich gilt, dass die Vorgaben der Röntgenverordnung (siehe oben) umzusetzen sind. Wir haben die Röntgeneinrichtungen mit intraoralem Strahler in den jetzt geltenden Regelungen unberechtigter Weise nicht erfasst. Das muss im Rahmen der Novellierung der SV-RL korrigiert werden. Mit den angegebenen Übergangsregelungen fallen alle Altgeräte unter den Punkt: Unmittelbare Ermittlung der Strahlenexposition des Patienten auf andere Weise …. Neue Geräte mit ERSCHEINUNGSDATUM + 3 Jahre] der SV-RL müssen dann entweder über eine Vorrichtung oder eine Messeinrichtung oder Angabe durch Gerät verfügen. Laut Aussage der Industrie wird bei Neugeräten die Angabe durch das Gerät erfolgen (softwaremäßigen Hinterlegung der Expositionsdaten). Mit freundlichen Grüßen K. Ewen (Tut mir Leid, dass die Formatierung nicht so optimal ist; ging hier nicht anders! Ich hoffe, Sie können trotzdem erkennen, wie diese Regelung zukünftig aussehen soll)



  Frage gestellt am 18.04.2017 - 20:50 Uhr:
Frage:2897 BETREFF: Teleradiologie nach RöV: Abnahmeprüfung Teleradiologiestrecke
Gegeben sei für die Teleradiogie nach RöV (§ 2 Nr. 24 RöV) das folgende Szenario: Mehrere Krankenhäuser übermitteln die Bilddatensätze ihrer Teleradiologien elektronisch von ihrer Röntgeneinrichtung, z.B. einem Computertomographen, an einen Netzknoten; von diesem Netzknoten werden die Bilddatensätze weitergeleitet an eine Bildwiedergabeeinrichtung, an der der Teleradiologe die Bilder befundet. Für jedes Krankenhaus setzt sich seine teleradiologisch genutzte Datenstrecke, also die Strecke von dem Computertomographen bis zu der Bildwiedergabeinrichtung, aus zwei Gruppen von Teildatenstrecken zusammen, nämlich der Teildatenstrecke von jedem einzelnen Computertomographen zu dem einen Netzknoten und die gemeinsame Teildatenstrecke von dem Netzknoten zu der Bildwiedergabeeinrichtung. Vor dem Hintergrund des Abschnittes 6.2 Absatz 3 der Qualitätssicherungs-Richtlinie ergibt sich die Frage: Welche Auswirkungen ergeben sich für spätere Abnahmeprüfungen von teleradiologisch genutzten Datenstrecken in dem o. g. Szenario, wenn für den Antrag des ersten Krankenhauses auf Genehmigung, z.B. dessen Computertomographen zur Teleradiologie zu betreiben, die teleradiologisch genutzte Datenstrecke a) in Gänze oder b) nach den einzelnen Teildatenstrecken getrennt geprüft worden ist? Spätere Abnahmeprüfungen können in dem o. g. Szenario dadurch notwendig werden, dass bei der ersten genehmigten teleradiologisch genutzten Datenstrecke die Teildatenstrecke zwischen einem Krankenhaus und dem Netzknoten oder die Teildatenstrecke zwischen dem Netzknoten und der Bildwiedergabeeinrichtung wesentlich geändert wird oder ein neues Krankenhaus hinzukommt. Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, hier die Antwort auf Ihre Anfrage von einem auf diesem Gebiet sich auskennenden und von mir angesprochenen Kollegen: Im Rahmen der Abnahmeprüfung für das Teleradiologiesystem können Einzelprüfungen für die jeweiligen Teilstrecken erfolgen. Für jedes an das Gesamtsystem angeschlossene Krankenhaus ist aber auch eine Abnahmeprüfung zu einem Heimarbeitsplatz eines Teleradiologen erforderlich. Die Auswahl des Heimarbeitsplatzes eines/des Teleradiologen sollte sich auf die Datenstrecke mit der geringsten Bandbreite beziehen. Mit dieser Maßgabe werden bei einer Erstinstallation oder Änderung des TR-Systems eventuelle Schnittstellenprobleme an den Knotenpunkten erfasst und können ggf. korrigiert werden. Wenn eine wesentliche Änderung an einer Teilstrecke (Krankenhaus – Knotenpunkt) vorgenommen wird, sind somit zwei Abnahmeprüfungen erforderlich (siehe vorher). Wird eine wesentliche Änderung an einer Teilstrecke (Knotenpunkt – Heimarbeitsplatz Teleradiologe) vorgenommen, so ist eine Abnahmeprüfung vom Knotenpunkt zum Heimarbeitsplatz und eine Gesamtprüfung von dem Krankenhaus mit der geringsten Bandbreite der Datenstrecke zum Heimarbeitsplatz des Teleradiologen durchzuführen.In beiden Fällen muss natürlich eine Addition der Teilstreckenzeiten, verglichen mit der Zeit für die Gesamtstrecke < 900 Sekunden, realisiert und jeweils in der gleichen Größenordnung eingestellt sein (Abweichung < 10 %). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.04.2017 - 21:30 Uhr:
Frage:2896 BETREFF: Röntgen Breischluck
Auf dem Röntgen ist meine linke Zwerchfellkuppel sehr unscharf. Nun würde ich gerne wissen, warum es sich laut Radiologen trotzdessen um einen Normalbefund handelt.
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1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ciensky, es handelt sich um sogenannte „Zwerchfellzipfelungen´ oder ´Insertionen“. Diese sind normal. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.04.2017 - 17:00 Uhr:
Frage:2895 BETREFF: Bildwiedergabesysteme - Richtline zur Sachverständigenprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Auf Grund des Entwurfs der SV-RL kam in unserem Unternehmen die Frage nach der Umsetzung für Befundungsmonitore auf. Für die Projektionsradiographie werden für die Mindestanforderung bei der Matrix des BWGs >= 1600 x >=1200 gefordert. Wie verhält sich diese Anforderung in Bezug auf die Bildkette? Das Problem entsteht bei der Übertragung der Bilddaten vom Bildverstärker/Flat Panel zum Monitor. Angenommen, der Monitor würde die geforderten Anforderungen erfüllen allerdings die verwendete Kamera im Bildverstärker und der Bildverstärker kann diese Matrix nicht liefern, müssen dann die entsprechenden Kameras auch nachgerüstet werden um die geforderte Matrix am Monitor darstellen zu können? Also die Kameraauflösung auch auf die geforderte Matrix von mind. 1600x1200 angepasst werden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung Mit freundlichen Grüßen Franziska


1. Antwort: Hallo Franziska, die Antwort auf Ihre Frage ist - nach Rücksprache mit einem medizinphysikalischen Kollegen - ganz knapp: Die Festlegung der Matrixgröße bezieht sich nur auf das Bildwiedergabesystem, die Matrixgröße des Detektorsystems bleibt hiervon unberührt. Wichtig ist, dass die Matrixgröße des Bildwiedergabesystems sicherstellen soll, dass eine Eins-zu-Eins-Darstellung der Pixelwerte des Bildempfängersystems auf das Bildwiedergabesystems gewährleistet ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.04.2017 - 15:01 Uhr:
Frage:2894 BETREFF: häufiges Röntgen Handgelenk Kind
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mein Kind hatte sich vor 2 Jahren Elle und Speiche über dem Handgelenk gebrochen. Damals war sie gerade 5 Jahre alt. Es wurde innerhalb von 2 Monaten insgesamt 6 Mal (jeweils 2 Ebenen) geröntgt. Also 12 Aufnahmen und eine OP mit Röntgenstrahlung, in der ein Draht ´befestigt´ wurde. Seit zwei Jahren mache ich mir Gedanken wegen der vielen Aufnahmen, von denen 2 sicher nicht hätten sein müssen. Auf Grund ihres jungen Alters und der Häufigkeit, habe ich Angst, dass sie in den Jahren an Krebs erkranken könnte! Wie hoch ist die Dosis bei solchen Aufnahmen und OPs? Hat sie tatsächlich ein so deutlich erhötes Krebsrisiko wie man im Internet mitunter lesen muss? Ich danke für eine realistische Einschätzung Ihrerseits!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Erdmann, bei einer Ausführung dieser Röntgenuntersuchung nach den Regelungen der „Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ bewegt man sich bei Extremitäten-Aufnahmen in einem Bereich der sogenannten effektiven Dosis (diese beschreibt u.a. das Krebsrisiko) von unter 0,1 mSv pro Aufnahme. Die DL-Zeit während einer Spickung ist erfahrungsgemäß nur kurz, so dass auch hier nur von einer ähnlich minimalen Dosis auszugehen ist. Selbst unter der Prämisse, dass bei Röntgenuntersuchungen an Kindern grundsätzlich auf eine besonders strenge Indikationsstellung geachtet werden muss, kann hier vom Standpunkt des Strahlenschutzes und des Strahlenrisikos „Entwarnung“ gegeben werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.04.2017 - 12:44 Uhr:
Frage:2893 BETREFF: Dosimetrie Außendienstmitarbeiter
Da sich immer nur die Hälfte der Anfrage abbildet, entnehmen Sie bitte die Komplettfassung dem angefügten Dokument. MfG Beate Sänger
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sänger, wichtig für die Beantwortung der Frage ist, ob sich die betreffenden Mitarbeiter/innen im Kontrollbereich aufhalten müssen oder nicht. Ein Aufenthalt im Kontrollbereich bei chirurgisch-orthopädischen Fragestellungen liegt in der Regel dann vor, wenn (oft mit einem mobilen C-Bogengerät) durchleuchtet wird und dabei sich die besagten Personen in weniger als 4 m Entfernung vom Patienten und Röntgenstrahler aufhalten müssen. Eine Röntgenaufnahme dagegen kann ja aus einer größeren Entfernung oder hinter einer entsprechenden Abschirmung ausgelöst werden, so dass ein Aufenthalt im Kontrollbereich in der Regel nicht notwendig ist. Die Unterscheidung „Aufenthalt des Personals im Kontrollbereich ja oder nein“ ist insofern wichtig, als nach § 35 Abs. 1 Röntgenverordnung (RöV) nur bei „ja“ die Körperdosis ermittelt werden muss, was meistens mittels Personendosimetrie geschieht (§ 35 Abs. 4 RöV). Nicht vergessen, dass bei Aufenthalt im Kontrollbereich Schutzkleidung („persönliche Schutzausrüstung“) zu tragen ist (siehe § 21 Abs. 1 RöV). Diese sollte, und zwar auf Veranlassung der betreffenden Klinik, nach DIN 6857-2 regelmäßig überprüft werden. Wenn im o.g. Sinne ein Aufenthalt von Personal im Kontrollbereich nicht erforderlich sein sollte, ist auch keine Personendosimetrie notwendig. Das gilt im Übrigen auch für schwangere Mitarbeiterinnen. Ob von diesen, sozusagen auf freiwilliger Basis, auch außerhalb des Kontrollbereiches Personendosimeter getragen werden sollten, könnte (ohne Rücksprache mit der zuständigen Behörde) im Rahmen einer hausinternen Absprache geregelt werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen; Dateianhang beachten: http://www.forum-roev.de/upload/2893.pdf



  Frage gestellt am 12.04.2017 - 15:09 Uhr:
Frage:2889 BETREFF: PSA-Prüfung - Schürzenprüfung - Wer darf es?
Sehr geehrter Prof. Ewen und Forum-RöV-Team, ich bin Diplom-Physiker mit Fachkunde im Strahlenschutz für Medizinphysik-Experten (RöV) und habe eine Frage (eigentlich Fragenkomplex) zum Thema Prüfung der persönlichen Schutzausrüstung PSA („Schürzenprüfung“) wie in der SV-RL gefordert wird und in DIN 6857-2 präzisiert wird. Es gab im Forum schon mehrere Anfragen und Antworten, die ich aber zum Teil widersprüchlich finde und nicht ganz schlau daraus werde. Vorab noch ein Zitat aus dem Ärzteblatt: „Das medizinische Fachpersonal besitzt nicht die Sachkunde für Materialprüfungen gemäß Röntgenverordnung und darf diese nicht selbst durchführen.“ (Dtsch Arztebl 2010; 107(24) - http://www.aerzteblatt.de/archiv/77104 „…Schürzenprüfungen können sowohl vom hauseigenen Personal unter Verantwortung einer im Strahlenschutz fachkundigen Person (Arzt, Physiker, MTRA) als auch im Auftrag von externen Institutionen durchgeführt werden…“ (Antwort auf Frage 2824) „..Sie müssen allerdings nach § 30 Röntgenverordnung über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz für die vorgesehene Anwendung außerhalb der Medizin verfügen…“ (Antwort auf Frage 2563) „…Anders verhält es sich, wenn Sie diese Röntgenprüfungen eigenverantwortlich, d.h. als Dienstleister, durchführen wollen. In diesem Fall müssen Sie die Tätigkeit bei der Zuständigen Behörde anzeigen und mit der Anzeige die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nachweisen. Welche Fachkundegruppe dann erforderlich ist, sollten Sie mit der für Ihren Betriebssitz zuständigen Behörde absprechen…“ (Antwort auf Frage 2563) „…Wenn Sie als externer Dienstleister solche Prüfungen, zu denen i.d.R. auch Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss … Aufgeführt sind die einzelnen Gruppen in der Fachkunderichtlinie Technik nach der RöV. (Antwort auf Frage 2816) Wer darf die Prüfung der PSA durchführen und wer darf beaufsichtigen (Stichwort Fachkunde)? Macht es einen Unterschied ob dabei hausintern geprüft wird oder ob die Prüfung extern erfolgt? Da die Prüfung von PSA mittels Röntgenstrahlung ja keine Strahlung am Menschen angewendet wird (sonstige Fälle §30 RöV), fände ich es logisch wenn die Fachkunde-Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung hier zutreffend ist. Ich danke Ihnen vorab für die Beantwortung meiner Fragen und verbleibe mit besten Grüßen, Christoph Polster


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Polster, zunächst einmal: 1) Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Beantwortungen der zum Thema „Schürzenprüfung nach DIN 6857-2“ an das Forum RöV gestellten Fragen (z.B. die Nrn. 2563, 2816, 2824) „zum Teil widersprüchlich“ sein sollen. 2) Das Zitat aus dem genannten Ärzteblatt weist bestimmte Schwächen auf: „Medizinisches Fachpersonal“ kann (rein formal) keine Sachkunde besitzen, sondern entweder Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz. Es kann weder aus der „Fachkunde-Richtlinie Technik nach der RöV“, noch nach der Fachkunde-Richtlinie Medizin nach der RöV“ abgeleitet werden, dass dieses medizinische Fachpersonal im eigenen Haus und mit eigenen Röntgeneinrichtungen keine Prüfungen an in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung nach DIN 6857-2 durchführen darf. Die dafür notwendigen Voraussetzungen sind im § 30 RöV genannt: Nr. 1 Vorhandensein von erforderlicher Fachkunde im Strahlenschutz (fachkundige Ärzte, MTRA, MPE) oder Nr. 2 Vorhandensein von Kenntnissen im Strahlenschutz und Tätigkeit unter Aufsicht und Verantwortung von unter Nr. 1 genannten Personen. Diese Kenntnisse können auch hausintern vermittelt werden. Für mit eigenem Personal und unter den Bedingungen des § 30 RöV im Haus durchgeführte Schürzenprüfungen ist also eine Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV wegen nicht vorhandener „Geschäftsmäßigkeit“ nicht erforderlich. So viel zu der von einer Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV befreiten Schürzenprüfung. Wird dagegen vom Strahlenschutzverantwortlichen (man kann auch sagen, vom Besitzer der Schutzschürzen) per Auftrag ein externer Prüfer befasst, so wird dieser seine Aufgabe geschäftsmäßig durchführen, und es bedarf seitens dieses Prüfers dann einer Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV bei der zuständigen Behörde mit Nachweis seiner Fachkunde im Strahlenschutz, wenn er das Röntgengeräteequipment seines Kunden für die Röntgenprüfung benutzt. Da für diese Tätigkeit verschiedene Fachkundegruppen von der Behörde akzeptiert werden könnten (z.B. R6.1/6.2 nach der FK-RL Technik RöV), empfehle ich immer, diesbezüglich bei der zuständigen Behörde nachzufragen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der externe Prüfer die Schürzenprüfung nach DIN 6857-2 durchführt, aber das definitive Einschalten der Röntgenstrahlung dem entsprechenden Personal seines Kunden überlässt. In diesem Fall entfällt nach meinem Rechtsverständnis die Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV, da seitens des Prüfers das Einschalten der Röntgenstrahlung entfällt und dieses auf das hauseigene Personal übertragen wird. Um sicher zu gehen, sollte ein derartiges „zweigeteiltes“ Vorgehen (Schürzenprüfung durch externen Prüfer einerseits, aber Einschaltung der Röntgenstrahlung durch hauseigenes Personal andererseits) mit der Behörde abgesprochen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.04.2017 - 21:42 Uhr:
Frage:2888 BETREFF: OPG bei Zahnschmerzen VOR Arztgespräch und VOR klinischer Untersuchung
Sehr geehrter Herr Professor Ewert, ich habe als (Privat)patient eine zahnärztliche Notfallpraxis aufgesucht wegen akuter Zahnschmerzen im rechten Oberkiefer. Nach der Anamnese (per Fragebogen im Wartebereich) und VOR dem ersten Kontakt mit dem Zahnarzt wollte eine Zahnarzthelferin ein OPG anfertigen. Ich habe abgelehnt, da ich zunächst eine klinische Untersuchung erwartete und ggf. anschließend ein bildgebendes Verfahren. Liege ich mit meiner Einschätzung richtig, dass das Vorgehen ´OPG vor klinischer Untersuchung´ nicht dem fachzahnärztlichen Standard entspricht? Und kann bei einem Neupatienten VOR dem Arztkontakt und VOR einer klinischen Untersuchung überhaupt eine rechtfertigende Indikation für ein OPG vorliegen? Herzlichen Dank vorab.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bernhard, wenn man Ihre Frage streng nach der Röntgenverordnung (RöV) beantworten will, und das sollten wir auch tun, dann ist daran zu erinnern, dass bei jeder unmittelbaren Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen von einem Arzt/Zahnarzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz die so genannte rechtfertigende Indikation (Definition: § 2 Nr. 10 RöV) gestellt werden muss (§ 23 Abs. 1 Satz 1 RöV). Diese erfordert die Feststellung, dass der gesundheitliche Nutzen der Strahlenanwendung gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt (Details: siehe § 23 Abs. 1 Satz 2 RöV). Wichtig ist noch, dass der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt/Zahnarzt den Patienten vor Ort persönlich untersuchen können muss - wenn er das möchte (§ 23 Abs. 1 Satz 4 RöV). Aus dem Gesagten muss man den Schluss ziehen, dass die Durchführung einer Röntgenuntersuchung durch eine Assistentin ohne vorher stattgefundenen Kontakt mit einem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt/Zahnarzt dem Tenor der RöV nicht entsprechen kann. Das bloße Ausfüllen eines Anamnese-Fragebogens seitens des Patienten vor der Röntgenuntersuchung kann nach meiner Rechtsauffassung die für die Stellung der rechtfertigenden Indikation notwendige Kommunikation zwischen Patient und Arzt/Zahnarzt nicht in ausreichender Weise ersetzen - und es ist grundsätzlich egal, ob „Neupatient“ oder nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.04.2017 - 15:11 Uhr:
Frage:2887 BETREFF: Fehlbedienung / Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst ein großes Lob für dieses sehr informative Forum. Folgende Frage habe ich an Sie:Beim Ortophäden sollten zwei Röntgenaufnahmen der re. Schulter gemacht werden. Nach Positionierung vor dem Gerät hat das Personal den Raum verlassen und das Gerät ausgelöst. Dieses begann zu arbeiten (ein Rauschen, Licht leuchtete) und nach ca. 30 sek. schaltete sich das Licht welches das Behandlungsfeld markiert einfach ab. Die Artzhelferin war sehr verwirrt und ich sah im Raum mit dem Schaltpult auf dem Bildschirm eine Fehlermeldung. Es stellte sich heraus, dass die Arzthelferin vergessen hatte eine Kassette einzulegen und deshalb das digitale Röntgenbild wohl nicht erstellt werden konnte. Habe ich nun in der o.a. Zeitspanne bis zum Abschalten unkontrolliert Strahlung auf die Schulter bekommen oder kann so etwas gar nicht passieren aufgrund der Fail-Safe bzw. anderer Schutzschaltungen, die hier im Forum ja mehrfach erwähnt werden? Man sagte mir, das Gerät zur Überwachung der Patientendosis (ein separates Display das wohl die Dosis in mGy anzeigt) hätte auch nichts angezeigt und es wäre somit nicht ausgelöst worden. Stimmt das so? Übrigens wurden im Nachgang nach Korrektur mit korrekt eingelegter Kassette dann noch zwei Aufnahmen von der Schulter gemacht, ohne jegliche Verzögerung).Man zeigte mir noch das Protokoll, wo Spalten mit KV66,mAs 7,5 und yGym² 10,88 und bei der zweiten Aufnahme KV66, mAs 14 und yGym² 14,43 aufnotiert wurde. Vielen Dank, beste Grüße, Herbert Spanuth


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Spanuth, zunächst Danke für Ihr Lob zur Tätigkeit des Forum RöV. Dann wollen wir mal sehen, was zu der offensichtlich zunächst missglückten Röntgenuntersuchung Ihrer Schulter zu sagen ist. Zur „Technik“: 1) Das sog. Lichtvisier zur Anzeige des Nutzstrahlenfeldes schaltet sich bei moderneren Röntgeneinrichtungen automatisch aus. 2) Bei Röntgeneinrichtungen mit Belichtungsautomatik (und alle stationären Aufnahmegeräte haben eine Belichtungsautomatik) müssen eine Kassettenabtastung oder Fail-Safe-Schaltung oder andere gleichwertige Maßnahmen vorhanden sein, womit verhindert wird, dass, wie im vorliegenden Fall, eine Aufnahme ausgelöst wird, wenn z.B. das Einlegen der Kassette vergessen worden ist. Diese Vorrichtung (ich nehme an, Kassettenabtastung) hat ja offensichtlich auch funktioniert, da bei dieser Fehlbedienung keine Dosis angezeigt wurde und somit auch keine Strahlenexposition vorhanden war. Das Rauschen kann von der vor Auslösung der Röntgenstrahlung anlaufenden Drehanode verursacht worden sein. Zur Dosis: Die dann bei den mit jeweils korrekt eingelegter Kassette erstellten beiden Röntgenaufnahmen zeigen bezüglich der Untersuchungsparameter (kV, mAs) und der Dosisflächenprodukte normale Werte an. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.04.2017 - 13:48 Uhr:
Frage:2886 BETREFF: effektive Dosis in mSv
Werter Professor Ewen, bei der Koronarangiografie erhalten wir nach dem Abschluss der Untersuchung einen Dosisbericht mit der Angabe des Flächendosisproduktes und der Luftkerma (z.B. DL-Zeit 2 Minuten, Flächendosisprodukt 516cGy/cm2, Luftkerma 102mGy). Ist es möglich, aus diesen Werten die effektive Dosis des Patienten in mSv zu ermitteln? In der Literatur wird für eine Koronarangiografie eine effektive Dosis von 2 bis 5mSv angegeben. Mit freundlichen Grüßen René Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, im Internet (z.B. Google) findet man bei Eingabe beispielsweise der Begriffe Konversionsfaktor, Dosisflächenprodukt (DFP) und effektive Dosis entsprechende Zahlenangaben, mit denen leicht aus dem DFP die effektive Dosis für verschiedene radiologische Anwendungen (z.B. Röntgendiagnostik) nach folgender Gleichung bestimmt werden können: Effektive Dosis E = Konversionsfaktor f x DFP. Man muss nur ein wenig auf die Konsistenz der Einheiten achten, weil das DFP in dieser Hinsicht nicht einheitlich gehandhabt wird. Ihr Beispiel: Koronarangiographie, DFP = 516 cGy x cm2 (nicht „/“!), f = 0,0025 mSv/(cGy x cm2) als Mittelwert aus verschiedenen Literaturstellen, E = 0,0025 x 516 = 1,3 mSv. Dieser Wert ist für eine Koronarangiographie ziemlich niedrig. Das liegt wohl an dem niedrigen DFP-Wert. In der neusten Ausgabe des BfS zu den diagnostischen Referenzwerten (2016) hat man für diese Untersuchung ein DFP von 2800 cGy x cm2 angegeben, was mit dem hier benutzten Konversionsfaktor zu einer effektiven Dosis von 7 mSv führt. Also liegen wir, von beiden Richtungen aus gesehen, in derselben Größenordnung, die Sie angegeben haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.04.2017 - 15:44 Uhr:
Frage:2885 BETREFF: gesetzliche Vorgaben
Sehr geehrter Herr Professor Ewen,ich habe eine Frage bzgl. der gesetzlichen Richtlinien zur Bedienung des C-Bogens. Ich bin ausgebildete MTLA und es wird von meinem Arbeitgeber gewünscht, dass ich in Zukunft, bei Untersuchungen unserer Orthopäden, den C-Bogen bedienen soll.Ich habe bisher keinerlei Ausbildung im Strahlenschutz bzw einen Röntgenschein. Welche Vorgaben gibt es dazu? Viele Grüße Anja K.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kohl, diese Ihnen angetragene Bedienung eines C-Bogengerätes fällt unter den Begriff „technische Durchführung“ (siehe § 2 Nr. 7 RöV). Dazu benötigt eine Person mit Ihrer Ausbildung („erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“) sog. Kenntnisse im Strahlenschutz (siehe § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Wie man diese Kenntnisse erwerben kann, finden Sie in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin und Zahnmedizin vom 22.12.2005, zuletzt geändert in 2012“ (siehe Internet). Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: (1) Kenntnisse zur Bedienung einfacher Röntgeneinrichtungen auf direkte Anweisung eines unmittelbar anwesenden Arztes (Anlage 10 in der Richtlinie; Dauer: 20 Stunden) oder (2) Kenntnisse für die o.g. Ausbildungsgruppe generell in der Röntgendiagnostik (Anlage 8 in der Richtlinie; Dauer: 90 Stunden). Welche Art Kenntnisse, also (1) oder (2), von Ihnen erworben werden soll, müsste von Ihrem Arbeitgeber, ggf. unter Hinzuziehung des zuständigen Strahlenschutzbeauftragten, abgeklärt werden. Ich würde empfehlen, die Kenntnisse (2) anzustreben. Denn damit können Sie, auch für die Zukunft, alle röntgendiagnostischen Bereiche abdecken und damit die Gewichtigkeit Ihres Ausbildungspotenzials erhöhen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.04.2017 - 18:58 Uhr:
Frage:2884 BETREFF: DIN 6857-2 Protokoll
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich habe mir Ihre o.g.Unterlagen zum Download ausgedruckt und festgestellt, dass der Anhang C mit den Prüfungsprotokollen fehlt. Können Sie ein solches Protokoll zur Verfügung stellen? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gerard, aus technischen Gründen kann ich diese Frage nicht im Forum RöV beantworten. Ich schicke Ihnen eine E-Mail in den nächsten Tagen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 04.04.2017 - 18:42 Uhr:
Frage:2883 BETREFF: Dosimeterpflicht
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir brauchen Ihren geschätzten Rat. Wir arbeiten in unserer chirurgischen Praxis mit einem Schwenkbügelröntgengerät. Das Bedienpersonal verlässt während der Strahlenexposition den Kontrollbereich und befindet sich hinter einer Strahlenschutzwand. Nun taucht regelmäßig die Frage nach der dosimetrischen Überwachung auf. 1. Ist es korrekt, dass in diesem Fall eine dosimetrische Überwachung nicht angezeigt ist und selbst eine schwangere Kollegin die Untersuchungen durchführen darf? 2. In seltenen Fällen helfen Angehörige beim Lagern und Fixieren der Patienten. Ist deren dosimetrische Überwachung notwendig? Vielen Dank für Ihre Hilfe


1. Antwort: Hallo Marie, wenn Sie von einem Schwenkbügelröntgengerät sprechen, dann meinen Sie sicherlich ein Aufnahmegerät und kein Durchleuchtungsgerät. Das heißt, normalerweise ist es nicht erforderlich, dass sich jemand vom Personal während des Einschaltens der Röntgenstrahlung im Röntgenraum aufhalten muss. Ich gehe weiterhin davon aus, dass im Bereich hinter der Strahlenschutzwand kein Kontrollbereich existiert und dass diese Tatsache im Rahmen einer Sachverständigenprüfung festgestellt worden ist. Zur Frage 1: Trifft das oben Gesagte zu, dann ist eine personendosimetrische Überwachung der sich hinter der Wand aufhaltenden Personen nicht erforderlich. Es ist nach § 22 Abs. 1 Nr. 1 RöV (Zutritt zu Überwachungsbereichen) nicht ausgeschlossen, dass auch schwangere Kolleginnen im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV Röntgenuntersuchungen technisch durchführen dürfen (Auslösung der Röntgenaufnahme hinter der Strahlenschutzwand). Damit man dabei auf der sicheren Seite liegt, sollte man bei dem o.g. Sachverständigen nachfragen, ob hinter der Strahlenschutzwand die effektive Dosis nicht größer als 1 mSv im Kalenderjahr sein kann (was ich annehme). Zur Frage 2: Was die Ermittlung der Körperdosis bei sog. helfenden Personen betrifft, so ist diese Dosis vor allem „in seltenen Fällen“ so gering, dass sie von einem Personendosimeter (z.B. einer Filmplakette) nicht erfasst werden kann. Es ist sinnvoll, sich bei Zweifeln, wie verfahren werden soll, an die zuständige Behörde zu wenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.04.2017 - 15:34 Uhr:
Frage:2882 BETREFF: Ihre Antwort zur Frage 2858
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bezüglich des Strahlenpasses habe ich folgende Frage: In Ihrer Antwort zur Frage 2858 erwähnen Sie: ´Im Fall der Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen wäre in der Regel kein Strahlenpass erforderlich, wenn diese Tätigkeit bei der Behörde angezeigt wurde.´ Können Sie mir bitte mitteilen wo ich diesen Passus in der RöV finde? Bei der Durchsicht der RöV habe ich im §35, Absatz 2 einen entsprechenden Text gefunden, bin mir aber nicht sicher ob dieser zutrifft. Mit freundlichen Grüßen Lars Schmitz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmitz, der Anwendungsbereich des § 6 RöV umfasst nach § 6 Abs. 1 RöV drei Tätigkeitsgebiete: Nr.1 geschäftsmäßige Prüfung, Erprobung, Wartung oder Instandsetzung einer Röntgeneinrichtung, Nr. 2 Prüfung oder Erprobung im Zusammenhang mit der Herstellung, Nr. 3 Betrieb einer fremden Röntgeneinrichtung, wenn dieser zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 mSv führen kann. Diese Tätigkeiten müssen, von speziellen Ausnahmen abgesehen (z.B. keine Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich), der zuständigen Behörde angezeigt werden. An dieser Stelle der RöV findet man keinen Hinweis, für welche dieser drei Tätigkeitsgebiete das Führen eines Strahlenpasses erforderlich sein muss. Eine diesbezügliche Forderung erscheint erst im § 35 Abs. 2 Satz 1 RöV, und zwar gilt diese nur für das Tätigkeitsgebiet des § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV („Betrieb einer fremden Röntgeneinrichtung“), nicht aber für die Nrn. 1 und 2. Zusammenfassung: § 6 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 RöV fordern eine Anzeige bei der zuständigen Behörde, aber nicht das Führen eines Strahlenpasses. § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV fordert Anzeige und Strahlenpass. Sie hatten also Recht mit Ihrem Hinweis auf § 35 Abs. 2 RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.03.2017 - 14:33 Uhr:
Frage:2881 BETREFF: 6868-157 Anwendungsbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Im Bezug auf die 6868-157 trat bei Durchsicht zu Punkt 1 Anwendungsbereich eine Verständnisfrage auf: ´Diese Norm gilt nicht für Bildwiedergabesysteme, welche Bildwiedergabegeräte verwenden, die als Kathodenstrahlröhren oder als am Kopf zu befestigende Geräte ausgeführt sind.´ Auch nach weiterer Recherche wurde mir nicht klar, was mit ´am Kopf zu befestigende Geräte´ gemeint ist. Wie ist diese Formulierung genau definiert und zu verstehen? Vielen Dank für Ihre Unterstützung Mit freundlichen Grüßen Franziska


1. Antwort: Hallo Franziska, man nennt eine derartige Einrichtung Kryptoskop, manchmal auch Fluoroskop. Das Gerät wurde früher (vor Jahrzehnten) zur Sichtbarmachung von Röntgendurchleuchtungsbildern eingesetzt und es ist seit entsprechend langer Zeit zum Wohle des Patienten und des radiologisch tätigen Arztes aus strahlenhygienischen und bildqualitätstechnischen Gründen verboten (siehe unter anderem: § 26 RöV). Es besteht aus einem Leuchtschirm, auf dem das Röntgenbild entsteht, der in einen lichtdichten Kasten eingebracht ist, und einer Einblickeinrichtung, über die das Bild dann betrachtet werden kann. Diese Konstruktion wurde bei Gebrauch, also bei Durchleuchtungsuntersuchungen, mit Gurten an dem Kopf des untersuchenden Arztes befestigt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.03.2017 - 20:36 Uhr:
Frage:2880 BETREFF: MFA mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz
Sehr geehrte Damen und Herren, Röntgen und CT ist auch an eine MFA delegierbar - aber nur unter ständiger ärztlicher Aufsicht. Was bedeutet das genau? Reicht es aus wenn der Radiologe im Haus ist oder sollte er ständig bei der Ausführung neben der MFA stehen? Vielen Dank für die Auskunft! Mit freundlichen Grüßen Jessica


1. Antwort: Hallo Jessica, die sog. ständige Aufsicht und Verantwortung seitens eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes z.B. nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV wird in den einzelnen Bundesländern nicht exakt identisch interpretiert. Aber im Wesentlichen wird gefordert, dass sich der/die betreffende Arzt/Ärztin bei Praxisbetrieb in den Praxisräumen und bei Krankenhausbetrieb auf dem Klinikgelände aufhalten muss. Keineswegs wird diese ärztliche Aufsicht so verstanden, dass man bei der technischen Durchführung sozusagen ständig neben der diese Arbeit ausführenden MFA stehen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.03.2017 - 08:34 Uhr:
Frage:2879 BETREFF: Strahlerposition C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Entschuldigung für die unklaren Formulierungen. Schlicht ausgedrückt geht es darum, ob eine Über-Tisch-Positionierung des Röntgenstrahlers bei Nutzung des C-Bogens im OP zu rechtfertigen ist. Mit freundlichen Grüßen H. Ullrich


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ullrich, Über-Tisch-(Strahler)Positionierungen haben vom Standpunkt des Strahlenschutzes zwei Nachteile: 1) Bei ´Obertisch´ ist die Streustrahlendosis, die vor allem den oberen Abdomenbereich des Untersuchers trifft, deutlich höher als bei ´Untertisch´ (etwa 2 bis 4 mal). 2) Kommt die Hand des Untersuchers in die Nutzstrahlung (was man ja im OP nie ausschließen kann), dann befindet sich die Hand bei ´Obertisch´ in der ungeschwächten Nutzstrahlung (sehr hohe Dosis!), bei ´Untertisch´ dagegen in der vom Patienten geschwächten Nutzstrahlung (viel niedrigere Dosis!). Deshalb, wenn immer möglich, die Untertisch-Positionierung anstreben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.03.2017 - 10:07 Uhr:
Frage:2878 BETREFF: Strahlerposition C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die Beantwortung der Frage 2874. Ein weiterer häufiger Streitpunkt in unserer Arbeit bezieht sich auf die Positionierung des Strahlers eines C-Bogens. Ist es erlaubt, dass intraoperativ der Strahler über dem Patienten positioniert wird (z.B. bei der operativen Versorgung einer Schulterfraktur), um einen besseren Zugang zum OP-Gebiet zu ermöglichen. Ich bin der Meinung, dass dies grundsätzlich nicht mehr gestattet ist, aufgrund der deutlichen Mehrbelastung des Personals durch Streustrahlung. MFG H. Ullrich


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ullrich, Ihre Frage wird von uns nicht ganz verstanden. Dafür benutzt man doch das C-Bogengerät, um die OP technisch besser durchführen zu können. Oder meinen Sie, dass bei der Schulter transthoracal durchleuchtet werden soll? Aber diese Strahlrichtung muss aus Strahlenschutzgründen als obsolet beurteilt werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 20.03.2017 - 18:03 Uhr:
Frage:2876 BETREFF: Mammographie Screening von MFA erlaubt?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist das Einstellen von einer MFA unter Aufsicht einer MTA/R beim Mammographie-Sreening erlaubt???


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Winkel, die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung im Rahmen von freiwilligen Röntgenreihenuntersuchungen (Screening) durch eine Person nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV (z.B. MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz) ist ausgeschlossen, wenn sich keine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 RöV (Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz) in unmittelbarer Nähe befindet, um die ständige Aufsicht wahrzunehmen. Diese klare Regelung ergibt sich aus dem § 3 Abs. 4a Nr. 4 Buchstabe a der RöV. Die Aufsicht durch eine MTRA über Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz ist grundsätzlich nicht zulässig. Dem stehen auch die Vorschriften nach dem MTA-Gesetz für sogenannte ´vorbehaltene Tätigkeiten´ entgegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.03.2017 - 14:10 Uhr:
Frage:2875 BETREFF: HWS ap nach Gutmann
Sehr geehrte Herr Prof. Ewen, mein Name ist Corinna Schell und ich arbeite als einzige MTRA in einer orthopädischen Praxis. Ein externer Arzt fordert seit Jahren die HWS Aufnahme nach Gutmann an. Schon immer zentrierte ich wie es bei einer HWS-Standardaufnahme gefordert wird (nicht nach Gutmann)-> Mitte HWS. Oberer Zentrierungsrand ist der untere knöcherne Rand der Orbita. Jetzt moniert er die Aufnahmen. Er möchte die Zentrierung wie die Aufnahme nach Gutmann es fordert. Bei der Einstellung dieser Aufnahme wird der ZS um ca. 15° Grad caudo-cranial geführt. Die Zentrierung liegt im ´geöffneten Mund´ (= obere HWS)Das Problem: Um die gesamte HWS ablichten zu können, muss in der Längsachse soweit aufgeblendet werden, dass die Linsen komplett im Nutzstrahlenfeld liegen. Meine Fragen: 1. Darf ich das so ausführen? 2. Oder empfiehlt sich eine Zielaufnahme der ersten drei Halswirbel (Vermeidung der Strahlendivergenz) und eine komplette HWS Aufanhme im ap Strahlengang, um die Linsen nur im Streustrahlenbereich zu wissen und somit zu schonen? 3. Oder sind zwei Aufnahmen übertrieben und bewirken keine Linsenschonung? Dr. med. G. Gutmann lebte von 1911-1990. Ich vermute, dass seine Einstelltechnik nicht dem heutigen Strahlenschutzstandard genügt. Bin mir nicht sicher, ob der Nutzen der Aufnahme die Strahlenbelastung an den Linsen rechtfertigt, oder ob dies zu vernachlässigen ist. Das Hauptaugenmerk liegt bei dieser Aufnahme auf die Atlanto-Okzipital-Gelenke, der Schädelbasisstruktur mit den Kondylenpfeilern, sowie des Mastoids und dem Oberkiefer. Nebenbefundlich die Gesamtachse der HWS.Vielleicht mache ich aus einer Mücke einen Elefanten. Die Aufnahmen werden jedoch bevorzugt bei Kindern und jungen Erwachsenen durchgeführt. Sollten Sie noch weitere Informationen benötigen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Corinna Schell


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schell, hier die Meinung meines radiologischen Kollegen: Die Anfertigung von HWS-Aufnahmen nach Gutmann erfolgt hauptsächlich im Rahmen der KISS-Abklärung („Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung“). Wird das KISS-Syndrom im Säuglingsalter nicht behandelt, soll als Folgeerscheinung das sogenannte KIDD-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnasie) auftreten können. Vor der Behandlung sind umfangreiche Voruntersuchungen notwendig, zu der auch die Röntgenaufnahme der HWS nach Gutmann gehören könnte. Problem ist, dass die Existenz des KISS-Syndroms von der evidenzbasierten Medizin abgelehnt wird. Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob vor einer manuellen Therapie, die beim KISS-Syndrom angewendet wird, eine vorherige Röntgenaufnahme zum Ausschluss anderer Pathologien notwendig ist. Eine modifizierte HWS-Untersuchung nach Gutmann mit Darstellung strahlensensibler Bereiche ist aus Strahlenschutzgründen abzulehnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.03.2017 - 09:43 Uhr:
Frage:2874 BETREFF: Vergleichsaufnahmen in der Traumatologie udn Orthopädie
Es gehört zu den Standardsätzen in Strahlenschutzkursen, dass Seitenvergleichsaufnahmen von Gelenken oder knöchernen Strukturen (insbesondere bei Kindern) obsolet sind. Schaut man sich Leitlinien an (z.B. zur Diagnostik von Humeruskopfverletzungen bei Kindern) wird auf Vergleichsaufnahmen verwiesen. Im praktische Alltag resultiert ein ständiges Tauziehen, bei dem der Strahlenschutz (bzw. die mahnende MTRA) unterliegt Was ist nun bindend und wie können wir uns im fortwährenden Streit zwischen Strahlenschutz einerseits und geforderter Diagnostik anderseits sachlich richtig und fundiert verhalten. Über weiterführende Hinweise (Literatur) wäre ich sehr dankbar.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Ullrich, hier eine Antwort meines radiologischen Kollegen: Die Skelettdiagnostik im Kindes- und Jugendalter erfordert eine eingehende Erfahrung, da das wachsende Skelett mit seinen Knochenkernen und Aufhellungslinien den Unerfahreneren - auch unter Hinzuziehung entsprechender Literatur - oft überfordert. Bei Vorliegen diesbezüglicher Erfahrung kann eine Vergleichsaufnahme der Gegenseite durchaus sinnvoll sein. Eine generelle Anfertigung von Vergleichsaufnahmen ist jedoch aus Sicht des Strahlenschutzes nicht gerechtfertigt. Auch darf eine Vergleichsaufnahme nur nach Beurteilung der Primäraufnahme angefertigt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.03.2017 - 13:09 Uhr:
Frage:2873 BETREFF: Kenntnisbescheinigung
Hallo, ich, eine MFA, habe im 06/05 einen 120stündigen Strahlenschutzkurs absolviert und dann jeweils nach 5 Jahren eine Aktualisierung absolviert. Jetzt das Problem: Ich habe erst vor kurzen davon Erfahren das man eine Kenntnisbescheinigung beantragen muss! Habe das dann natürlich nachgeholt und eine Absage von der Ärztekammer bekommen weil ich das hätte innerhalb von 5 Jahren hätte machen müssen. Davon leider aber bei Absolvierung der Prüfung überhaupt nicht informiert worden bin. Auch ist die erste Aktualisierung 11 Tage zu spät gewesen, wobei ich auch nur darüber informiert worden bin, das dieses immer im selben Jahr gemacht werden muss und nicht bis auf den Tag passen muss. Ich bin total schockiert und soll alles nochmal neu machen! Kann man da noch was machen ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Raschke, wir haben uns Ihre Darstellung angesehen und müssen zuerst einmal feststellen, dass die zuständige Ärztekammer formal wohl richtig mit Ihrer Entscheidung liegt. Was nach unserer Meinung an dieser Stelle bleibt, ist die Möglichkeit, mit der zuständigen Ärztekammer und auch der zuständigen Strahlenschutzbehörde über eine Kulanzregelung zu sprechen. Ein Begründung für eine mögliche Kulanzregelung ist, dass die RöV zwar seit vielen Jahren (in der aktuellen Fassung seit dem 1. Juli 2002) festlegt, dass die Kenntnisse im Strahlenschutz als erworben gelten, wenn die zuständige Stelle dies geprüft und bescheinigt hat. Dies ist in § 18a Abs. 3 Satz 2 RöV durch einen Verweis auf § 18a Abs. 1 Satz 3 RöV so bestimmt. Allerdings wurde diese Regelung mindestens bis zum Jahr 2011 nicht in allen Bundesländern so konsequent gehandhabt. Es gab einige Bundesländer, die das Zeugnis über den erfolgreichen Besuch eines entsprechenden Kurses zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz (für Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung) als Bescheinigung über die vorhandenen Kenntnisse im Strahlenschutz nach der RöV akzeptiert und eine weitere besondere Kenntnisbescheinigung durch die Ärztekammer nicht erteilt haben. Dieses unterschiedliche Vorgehen in den Bundesländern sorgte zum Teil für Verwirrungen bei Kursveranstaltern und zuständigen Stellen, so dass grundsätzlich erforderliche Hinweise auf die Notwendigkeit von Bescheinigungen durch die Ärztekammern (oder Behörden) gar nicht oder falsch gegeben wurden. So etwas scheint uns in dem von Ihnen beschriebenen Fall auch möglich zu sein. Erst mit der Überarbeitung der RöV im Jahr 2011 wurde von den Bundesländern auch ein einheitliches Vorgehen bei der Bescheinigung der Kenntnisse im Strahlenschutz vereinbart. Allerdings wurden Personen, die die Kurse im Vorfeld abgeschlossen hatten, hierauf in der Regel nicht mehr hingewiesen. Es bleibt uns nur die Empfehlung an Sie, mit diesem Wissen noch einmal mit der zuständigen Ärztekammer zu sprechen und eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. Sie weisen in Ihrem Beitrag auch darauf hin, dass Sie an dem ersten Aktualisierungskurs 11 Tage zu spät teilgenommen haben. Diese Fristüberschreitung bedeutete unter der angenommenen Voraussetzung, dass Sie über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügten, sicherlich einen zeitweise vorhandenen (formalen) Mangel. Dies heißt aber keinesfalls, dass die Kenntnisse im Strahlenschutz seit dem nicht mehr vorhanden waren bzw. sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.03.2017 - 16:26 Uhr:
Frage:2872 BETREFF: Bleischürze beim OPG Zahnbehandlung
Sehr geehrter Herr, Sehr geehrte Frau, ich war vor zwei Tagen beim Zahnarzt für eine Routine Kontrolle. Dabei wurden mir auch zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Eine opg, wo man den ganzen Mund sehen konnte und anschließend auf dem Monitor direkt die Ergebnisse zu sehen waren. Zusätzlich wurden mir auch zwei seitlichen aufnahmen gemacht, um die Zahn zwischen räume (hoch auflösender) zu sehen. Beim OPG wurde mir keine Bleischürze angelegt. Als ich fragte wieso, wurde mir Erklärt, dass es nicht Notwendig sei und dass die sogar eine negative Wirkung haben könnte. Bei der seitlichen Aufnahmen dann habe ich einen kinschutz bekommen. Ich würde gerne wissen, ob die Ärztin richtig gehandelt hat und ob ich mir Gedanken machen muss, wegen eine zu hohe Strahlendosis bekommen zu haben. Nach lange Recherche in Internet und nach dem lesen verschiedene Foren bin ich zu keine brauchbare Antwort gestoßen. Vielen dank im voraus und schönes Wochenende wünsche ich Ihnen. Mit freundlichen Grüßen Juri Ymeraj


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ymeraj, der Nutzen von Patientenschutzkleidung bei Panoramaschichtaufnahmen (Patientenschutzschürze, am Hals abschließend und den Rücken schützend) wird immer wieder diskutiert – auch bei Strahlenschutzexperten. Das liegt daran, dass die Abschirmung der vom Nutzstrahlenfeld (im Kopfbereich) ausgehenden, den Rumpf des Patienten exponierenden Streustrahlung als nicht besonders effektiv eingeschätzt wird. Das mag auch der Grund sein, warum z.B. im Internet die Informationen zu dieser Thematik sehr spärlich sind. Unsere Meinung ist, die o.g. Schutzschürze zu nutzen – schaden kann sie, im Gegensatz zur Auffassung der betreffenden Zahnärztin, nicht. Noch ein Wort zur Strahlendosis: Diese ist in der zahnmedizinischen Radiologie, vergleichsweise zu anderen Röntgenuntersuchungen, niedrig und gibt keinen Anlass zur Sorge – ob mit oder ohne Schürze. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.03.2017 - 22:14 Uhr:
Frage:2871 BETREFF: RöntgenschüRezension?
Guten Abend, in unserem Haus gibt es in der OP Abteilung leider ausschließlich Röntgenschürzen ohne Rückenschutz. Weder Rundumschürzen noch 2-teilige Schürzen. Heute wurde mir von einem Außendienstmitarbeiter einer Firma für Medizinprodukte mitgeteilt, dass bei der Arbeit mit dem C-Bogen nur noch Rundumschürzen erlaubt sind. Ist das Richtig? Gibt es da eine Quelle die ich angeben könnte beim Versuch wenigstens einen Saal mit Rundumschürzen ausstatten zu lassen? Vielen Dank, Andrea Winter


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Winter, Röntgeneinrichtungen, also auch die im OP eingesetzten mobilen C-Bogengeräte, müssen im Auftrag des Betreibers vor ihrer Inbetriebnahme und danach alle 5 Jahre von einem behördlich bestimmten Sachverständigen strahlenschutztechnisch geprüft werden. Dazu existiert eine Richtlinie (Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL; im Internet einsehbar), nach der die Sachverständigen bei ihrer Prüfung vorgehen müssen. Die SV-RL enthält Checklisten, so auch für die Prüfung von mobilen-C-Bogengeräten, mit diversen Prüfpositionen, die vom Sachverständigen abzuarbeiten sind. Unter anderem gibt es auch die Prüfposition mit der Nummer 04E01, nach der das Vorhandensein von sog. Persönlicher Schutzausrüstung (PSA), also von Schutzschürzen für das sich im Kontrollbereich aufhaltende Personal, überprüft werden muss. Die Prüfposition 04E01 enthält auch einen Hinweis auf eine Norm (DIN 6815), in der die Art der zu benutzenden Schutzkleidung in einer Tabelle (Tab. A.1) näher beschrieben wird. Die Begriffe „leichte“ bzw. „schwere“ sowie „geschlossene“ Schürze sind in der DIN EN 61331-3 (dort in den Abschnitten „5.2 Ausführung“ und „5.3 Materialien“ genau spezifiziert (u.a. mit Angaben der Bleigleichwerte). Fazit: Standard-Schürze nach Norm bei intraoperativen Röntgenuntersuchungen ist die „leichte Schürze“ (Bleigleichwert ≥ 0,25 mm). Oft findet man dort auch die Nutzung der „schweren Schürze“ (Bleigleichwert vorderer Teil: ≥ 0,35 mm). Die Tab. A.1 der DIN 6815 erwähnt für den OP-Bereich auch die leichte geschlossene Schürze („Rundumschürze“), aber mit der Fußnote a („untersuchungsabhängig“). Wir können also keineswegs bestätigen, dass auf der Grundlage von Sachverständigenprüfungen im OP-Bereich nur noch „Rundumschürzen“ erlaubt seien. In Zweifelsfällen empfiehlt sich in jedem Fall eine Rücksprache mit dem von dem betreffenden Haus beauftragten Sachverständigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.03.2017 - 09:48 Uhr:
Frage:2870 BETREFF: IGeL Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es rechtsverbindliche Aussagen bezüglich des ´grauen Mammographie-Screenings´? Nach meiner Auffassung darf eine Mammographie entweder nach den Vorgaben im Rahmen des Screening-Programms oder nach der Stellung der rechtfertigenden Indikation durch den fachkundigen Arzt durchgeführt werden. Eine Mammographie als IGeL - Leistung ist für mich demnach nicht im Sinne der RöV. Trotzdem werben Ärzte in Praxen und auf ihre Websites damit, (und schreiben auch, dass die die IGeL- Mammographie auf der Basis der RöV beruh...) was mich doch sehr wundert, denn hier entscheidet die Patientin (nach einer Beeinflussung des Arztes...), ob sie eine Mammographie machen lässt oder nicht. Vielen Dank und mit den besten Grüßen, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, wir teilen Ihre Auffassung in Bezug auf das graue Screening und dem Anbieten von IGEL-Leistungen in der Mammographie. Nach der RöV ist eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms oder nach heilkundlichen Grundsätzen bei einer ärztlichen Fragestellung mit rechtfertigender Indikation nach Paragraph 23 RöV zulässig. Ein Angebot, eine IGEL-Leistung durchzuführen, zeigt unseres Erachtens schon, dass es sich nicht um eine heilkundliche Untersuchung mit spezieller ärztlicher Fragestellung handeln kann. Denn, wenn die betroffene Frau die Untersuchung nicht privat bezahlen möchte, wird sie auch nicht erfolgen. Bei einer heilkundlichen Untersuchung dagegen würde diese nach einer entsprechenden rechtfertigenden Indikation durchgeführt und mit der GKV oder PKV seriös abgerechnet. Nach unserem Verständnis handelt es sich bei diesen IGEL-Angeboten um „individuelle Vorsorge“, die mindestens zurzeit nach der RöV nicht zulässig ist. Es ist in der Tat sehr schwer, diese Praxis an den oben geschilderten Regelungsumfang der RöV anzupassen. Aus unserer Sicht bleibt nur die Möglichkeit, die zuständige Aufsichtsbehörde zu informieren und ggf. später noch einmal nachzufragen, ob man dort diesbezüglich etwas Positives hat erreichen können. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 08.03.2017 - 07:30 Uhr:
Frage:2869 BETREFF: Prüfung von Schutzkleidung DIN 6857-2
Sehr geehrte Damen und Herren, in o.g. Norm wird immer von ´Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung´ geschrieben; wie verhält es sich dann bei Röntgenschürzen, die in der Industrie zum Schutze der Mitarbeiter bei techn. Arbeiten an C-Bögen (Reparatur/Justage/Prüfung) verwendet werden. Hier ist es ja genaugenommen keine medizinische Anwendung. Dass es hier genau so angebracht ist die Schutzkleidung zu prüfen steht ausser Frage; jedoch würde mich interessieren ob da genau so ein ´muss´ dahinter steht oder ob es ggf. für industrielle Anwendung auch eine andere Norm dafür gibt. Danke für die Info! Peter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schäfer, grundsätzlich steht hinter keiner Norm ein gesetzliches ´Muss´. Aber man ist gut beraten, bei der Frage nach Einhaltung des Standes der Technik (siehe § 3 Abs. 2 Nr. 5 RöV) sich einer Norm zu bedienen, wie hier der DIN 6857-2 bei der Prüfung von Schutzkleidung in der medizinischen Radiologie (siehe Satz 1 in Kap.1 ´Anwendungsbereich´ der Norm). Ich denke, die Formulierung ´in der medizinischen Radiologie´ lässt genug Spielraum offen, die Nutzung von Schutzkleidung für technische Arbeiten, bei denen, z.B. bei C-Bogengeräten, auch Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss (wenn auch nicht zur Anwendung am Menschen), in den Anwendungsbereich der DIN 6857-2 fallen zu lassen. Es gibt neben der DIN 6957-2 eh keine andere Norm für derartige Qualitätsprüfungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.03.2017 - 21:19 Uhr:
Frage:2868 BETREFF: Auslegung von § 28 Abs. 3 Satz 2 und 3 RöV
Sehr geehrte Damen und Herren, zur Auslegung von § 28 Abs. 3 Satz 2 und 3 RöV ´Röntgenbilder und die Aufzeichnungen nach Absatz 1 Satz 2 über Röntgenuntersuchungen sind zehn Jahre lang nach der letzten Untersuchung aufzubewahren. Röntgenbilder und die Aufzeichnungen von Röntgenuntersuchungen einer Person, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, sind bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres dieser Person aufzubewahren.´ habe ich folgende Fragen: 1. Wie ist der Begriff ´letzte Untersuchung“ zu verstehen? a. Bezieht sich ´letzte Untersuchung“ auf die letzte Röntgenuntersuchung ein und derselben Körperregion oder auf die letzte Röntgenuntersuchung des Patienten? b. Was bedeutet ´letzte Untersuchung“, wenn die Körperregion oder der Patient in voneinander unabhängigen Röntgen-Abteilungen untersucht worden ist, da nicht jede einzelne Abteilung zwangsläufig über die Röntgenuntersuchungen der jeweils anderen Abteilungen informiert ist? 2. Wie passen die o. g. Aufbewahrungsfristen mit dem Hinweis auf den § 199 Abs. 2 BGB und auf die Teilnahme am Durchgangsarzt-Verfahren im Kapitel 4.5 der Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV zusammen? a. Können sowohl die Röntgenbilder als auch die Aufzeichnungen nach Vollendung der Aufbewahrungsfrist vernichtet werden oder b. müssen sowohl die Röntgenbilder als auch die Aufzeichnungen nach Vollendung der Aufbewahrungsfrist vernichtet werden? 3. Sind noch weitere Rechtsnormen als die o. g. bezüglich der Aufbewahrungsfristen zu berücksichtigen? 4. Gibt es Vorschriften für die Aufbewahrung oder für die Vernichtung von Röntgenbildern, die einer Röntgen-Abteilung von einer anderen im Rahmen einer Mit-/Weiterbehandlung überlassen worden sind? Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, unsere Antwort zu Ihrer umfangreichen Frage erfolgt unter den Hinweisen, dass es sich hier um die Auffassung der Autoren des Forum RöV handelt und eine rechtliche Verbindlichkeit daraus nicht abgeleitet werden kann. Wenn Sie eine rechtlich verbindliche Aussage hierzu brauchen, empfehlen wir Ihnen die Rücksprache mit der zuständigen Behörde. Zu den Fragen 1a und 1b: Hier ist die letzte Untersuchung innerhalb einer bestimmten Fragestellung gemeint. Wenn zur Abklärung einer bestimmten Fragestellung mehrere Röntgenuntersuchungen oder zu einem späteren Zeitpunkt zu dieser Fragestellung Nachuntersuchungen erforderlich sind, dann bestimmt genau die allerletzte Röntgenuntersuchung in diesem Verfahren den Beginn der Aufbewahrungspflicht. Bei einer neuen Fragestellung ergibt sich ein neues Untersuchungsverfahren mit neuen Fristen. Wenn zwei Abteilungen eines Krankenhauses unabhängig voneinander Röntgenuntersuchungen zu vergleichbaren Fragestellungen durchführen, dann gilt für jede Abteilung, die unabhängig die Untersuchung durchführt, diese Frist. Anders kann es sein, wenn es ergänzende Untersuchungen zu derselben Fragestellung sind. Dann wird in der Regel mit der Abschlussuntersuchung zu dieser Fragestellung auch die Aufbewahrungsfrist für alle zusammenhängenden Untersuchungen beginnen. Zur Frage 2: Die Regelungen der RöV sind unabhängig von anderen Regelungen. Die Richtlinie zu Paragraph 28 RöV führt unter Punkt 4.5 aus, dass andere Aufbewahrungsregelungen unberührt bleiben. Nach den Vorschriften der RöV dürfen die Aufzeichnungen und Bilder/Bilddaten nach Fristablauf vernichtet werden. Andere Vorschriften oder Regelungen muss oder sollte man angemessen berücksichtigen (siehe o.g. Richtlinie). Eine Pflicht zur Vernichtung der Aufzeichnungen/Bilder/Bilddaten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist sieht die RöV nicht vor. Dies wäre im Hinblick auf die Empfehlungen zur längeren Aufbewahrungen nach der Richtlinie auch nicht plausibel. Zur Frage 3: Dem Team des Forums RöV sind außer den von Ihnen genannten Vorschriften keine Regelungen bekannt. Wir empfehlen jedoch die Regelungen zum Medizinprodukterecht und das Patientenrechtegesetz zu prüfen. Zur Frage 4: Normadressaten der RöV sind der Strahlenschutzverantwortliche und die bestellten Strahlenschutzbeauftragten. Sie müssen die Regelungen der RöV zu Aufzeichnungen beachten. Für Dritte (z.B. weiterbehandelnder Arzt, dem eine Kopie überlassen wurde) gibt es solche Vorgaben nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.03.2017 - 07:42 Uhr:
Frage:2867 BETREFF: Untertischstrahlenschutz C-Bögen bei kardiologischer Device-OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, man hat mir geraten, mich mit der o.g. Problemstellung an Sie zu wenden. Ich bin in dem Krhs. in dem ich arbeite für die Schrittmacher- und ICD-Implantationen verantwortlich. Seit gut einem halben Jahr werden diese OP´s im OP-Trakt durchgeführt (vorher im Herzkatheterlabor mit feststehender Röntgenanlage). Im OP stehen uns C-Bögen zur Verfügung, allerdings ohne Untertischstrahlenschutz. Auf mehrmalige Nachfragen meinerseits an die Geschäftsführung wurde nur mit der TÜV-Abnahme reagiert, in der es heißt, dass mobile C-Bögen keines Untertischschutzes bedürfen. Sicherlich ist das auf die eigentliche Anwendung der C-Bögen zurückzuführen (wie z.B. Röntgenaufnahme auf ITS oder kurzfristige Anwendung in z.B. der Unfallchirurgie zur Überprüfung des eingesetzten Materials). Wenn man nun aber das Einsatzgebiet des C-Bögen auf Device-OP´s erweitert, sollte es doch unerheblich sein, ob es ein mobiler oder feststehender Röntgenstrahler ist, zumal ich bei der Device OP direkt am Röntgenstrahler stehe und keine fundamentalen Unterschiede in der Dosis der Röntgenstrahlung gibt. In den kardiologischen LL sind Untertischstrahlenschutze auch obligat vorgegeben, nur wird hier nicht reagiert weil es sich um mobile C-Bögen handelt. Können Sie mir da weiterhelfen, ob es da eine Handhabe gibt? Ich möchte die Antwort des TÜV und der Geschäftsführung so nicht akzeptieren, da es hier um den obligaten Strahlenschutz geht. Vielen Dank im voraus, mit freundlichen Grüssen, Dr. N. Coban


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Coban, die Antwort auf Ihre Frage muss man aus der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) entnehmen können. Deshalb ist in Ihrem Text ja auch von der „TÜV-Abnahme“ die Rede. Wir haben zurzeit eine etwas komplizierte Situation, was die SV-RL betrifft. Einerseits gilt weiterhin die „alte“ Richtlinie vom 9.1.2009, andererseits ist eine in der Novellierungsphase befindliche „neue“ Fassung der SV-RL in Arbeit, deren Inkrafttreten zeitlich noch ungewiss ist (frühestens Ende 2017). In beiden RL-Fassungen unterscheidet man zwischen stationären sog. kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräten (Berichtsmuster 2.2.3) und mobilen C-Bogengeräten (Berichtsmuster 2.2.4). Mein folgender Text bezieht sich jetzt zunächst nur auf die „alte“ SV-RL, weil diese, wie gesagt, die noch gültige Fassung ist: Im Berichtsmuster 2.2.3 gibt es eine Prüfposition (03E06), die den Streustrahlenschutz fordert. Diese Forderung existiert im Berichtsmuster 2.2.4 (mobile C-Bogengeräte) nicht. Aber in der Übersicht über alle medizinisch orientierte Berichtsmuster (Kapitel 2.2 der SV-RL) findet man unter „2.2.4“ den „Hinweis“, dass unter bestimmten Anwendungen mobiler C-Bogengeräte diese nach Berichtsmuster 2.2.3 zu prüfen sind und somit die Prüfposition (03E06), also der Streustrahlenschutz, dann doch ins Spiel kommen kann. Aber diese „bestimmten“ Anwendungen betreffen nicht die Kardiologie und damit nicht Herzschrittmacher- und ICD-Implantationen. Fazit: Im Rahmen der „alten“, jetzt noch gültigen SV-RL gibt es tatsächlich auf der Basis dieser Richtlinie für kardiologische Anwendungen mit dem mobilen C-Bogengerät keine Forderung nach Streustrahlenschutz im Sinne der Prüfposition (03E06). Die entsprechende Regelung in der neusten Entwurfsfassung der SV-RL ist ähnlich strukturiert: Im Prüfberichtsmuster 2.2.3 wird der Streustrahlenschutz gefordert (Prüfposition M03E06), in Prüfberichtsmuster 2.2.4 nicht. Der bei der Besprechung der „alten“ SV-RL angesprochene „Hinweis“ zum Berichtsmuster 2.2.4 ist in der Entwurfsfassung zwar auch vorhanden, ist aber in entscheidender Weise allgemeiner formuliert: „Bei einem darüber hinausgehenden Anwendungsspektrum ist das Prüfberichtsmuster 2.2.3 anzuwenden.“ Und nichts spricht dagegen, kardiologische Anwendungen (z. B Herzschrittmacher- und ICD-Implantationen) mit in diesen Hinweis einzubeziehen. Das Problem ist nur, dass man diesen Text bisher nur in einer Entwurfsfassung findet. Unsere Empfehlung: Auch in Hinblick auf die Tatsache, dass die Augenlinsen als deutlich strahlensensibler erkannt worden sind als bisher angenommen und deswegen in der neuen Strahlenschutzgesetzgebung der Grenzwert für die Augenlinsen von 150 auf 20 mSv/Jahr (!) reduziert werden wird, sollten mobile C-Bogengeräte, mit denen kardiologische Anwendungen oder ähnlicher Art (siehe Anlage I zur Entwurfsfassung der SV-RL) durchgeführt werden, möglichst frühzeitig und unabhängig vom Zeitpunkt des Inkrafttretens der „neuen“ SV-RL mit einem entsprechenden Streustrahlenschutz ausgerüstet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.03.2017 - 11:02 Uhr:
Frage:2866 BETREFF: Raumklassen DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen der Umbau unseres Angioraumes( Interventionen) erfordert die Festlegung einer Raumklasse gemäß DIN 6868-157 Bisher war der Raum offensichtl als RK 3 klassifiziert. Wenn ich mir die Definitionen anschaue komme ich zu dem Schluss, dass eigentlich RK2 erforderlich ist. Da sowohl unser Physiker als auch Siemens anderer Auffassung sind, würde ich mich freuen Ihre Meinung zu hören. MfG Hartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, ich habe einige Kollegen, die sich mit den Regelungen der DIN 6868-157 ziemlich gut auskennen, nach ihrer Meinung gefragt. Als Zusammenfassung (einschließlich meiner Meinung dazu) kann man folgendes wiedergeben: Wenn ein BWS trotz eines relativ hellen Raumes (Beleuchtungsstärke ≤ 500 lx) die Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 besteht, wird das erst recht in einem dunkleren Raum (≤ 100 lx) der Fall sein. Man hätte dann auf der Basis der Raumhelligkeit keine Probleme, den Raum als RK3 oder RK2 zu klassifizieren. Jetzt müsste, und zwar auf der Grundlage einer medizinisch-radiologischen Entscheidung, festgelegt werden, ob der geplante Raum zu einer Untersuchung mit sofortiger Befundung (RK2) oder nur zur Führung einer Untersuchung (RK3) dienen soll. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.03.2017 - 15:34 Uhr:
Frage:2865 BETREFF: Kontrollbereich Bildwandler
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen wie ist der Kontrollbereich bei einem Bildwandler (oder bei jeder Röntgenanlage in einer Klink) zu verstehen: Auf dem Gerät steht: Kontrollbereich 4m (die Definition des Kontrollbereiches ist mir bekannt). Welche Parameter werden zu Grunde gelegt, wenn man > 6mSv/ Jahr an Dosis abbekommen kann? Oder andersrum gefragt: Welche Betriebszeiten / Einschaltzeiten werden angenommen, um einen Kontrollbereich zu definieren? Es macht nach meinem Verständnis doch einen Unterschied, ob ein Untersucher nur alle paar Tage für ein oder zwei Minuten das Gerät benutzt oder ein Chirurg täglich mehrere Minuten neben dem Gerät steht. Besonders in der interventionellen Radiologie und Angiologie öder im Herzkatheterlabor kommen ja mitunter erhebliche Einschaltzeiten zu Stande. Beste Grüße, C. Horn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horn,es ist richtig, dass die Ausdehnung des Kontrollbereiches in Umgebung eines mobilen C-Bogengerätes stark von der Zeit abhängig ist, während der die Röntgenstrahlung eingeschaltet wird. Die Ausdehnung des Kontrollbereiches ist aber unabhängig von der Zeit, in der eine einzelne Person (z.B. ein Chirurg) das Gerät benutzt sondern sie wird nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 RöV auf die grundsätzliche Möglichkeit bezogen, dass in diesen Bereichen Personen mehr als eine bestimmte Dosis erhalten können (meistens 6 mSv im Kalenderjahr für die effektive Dosis). Da ganz besonders mobile C-Bogengeräte in unterschiedlicher Weise genutzt werden, z.B. Art der Untersuchung, Einschaltzeit („Betriebsbelastung“), ist es kaum möglich, dafür überall individuelle Kontrollbereichsgrößen zu fordern. Aus diesem Grund hat man sich entschlossen, konservative Werte für die so genannte Betriebsbelastung festzulegen und danach die Dicke von Abschirmungen bzw. die Ausdehnung von Kontrollbereichen zu bemessen. Als Betriebsbelastung W wird nach DIN 6812 (nach dieser Norm wird der bauliche Strahlenschutz bei medizinischen Röntgenanlagen ermittelt) das Produkt aus mittlerer Röhrenstromstärke (z.B. bei Durchleuchtung 3 mA) und Einschaltzeit pro Woche (z.B. 130 min) definiert (z.B. W = 3 mA x 130 min/Woche = ca. 400 mA min / Woche). Die sich unter diesen Voraussetzungen ergebende Ausdehnung des Kontrollbereiches (etwa kreisförmig um Röntgenstrahler/Patient als Mittelpunkt) wird von den Sachverständigen im Rahmen der jetzt noch geltenden Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; dort: Berichtsmuster 2.2.4) als Radius der Kontrollbereichsfläche verstanden (3 bzw. 4 m in Abhängigkeit von dem Bildempfänger Nenndurchmesser bzw. von der Bildempfänger Fläche). Von dieser pauschalen Regelung der SV-RL/DIN 6812 kann natürlich im Einzelfall nach Rücksprache mit dem Sachverständigen, ggf. auch mit der zuständigen Behörde abgewichen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.03.2017 - 11:23 Uhr:
Frage:2864 BETREFF: Entwurf Strahlensschutzgesetz: MPE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, auf der Homepage vom BMUB ist inzwischen der Gesetzesentwurf zum neuen Strahlenschutzgesetz veröffentlicht. Die 218 Paragraphen habe ich natürlich noch nicht verinnerlicht, aber beim Überfliegen der ersten Paragraphen stellen sich folgende Fragen für mich: 1) §14 ´... ist zu gewährleisten, dass ein Medizinphysikexperte ... für Untersuchungen ..., die mit einer erheblichen Exposition der untersuchten Person verbunden ist, zur Mitarbeit hinzugezogen werden kann.´ später steht geschrieben CT und interventionelle Radiologie! Bislang muss man einen MPE nur für die Röntgentherapie vorhalten können. Wenn ich den §14 richtige lesen, dann zukünftig auch für CT und IR? Muss ich den MPE einstellen? Außerdem gibt es auf dem Arbeitsmarkt kaum MPE!? 2) §14 ´Die konkreten Anforderungen werden auf Verordnungsebene geregelt werden´ D.h. es wird weiterhin eine RöV und StrlSchV geben? 3) In meiner Anzeigenbestätigung wird sich auf den §4 RöV bezogen. Müssen die Behörden die ausgestellten Genehmigungen/Anzeigen entsprechend den Paragraphen des zukünftigen Strahlenschutzgesetzes korrigieren? Wie wird es sich mit den Richtlinien verhalten ... diese müssten auch angepasst werden? Baldiges und schönes Wochenende


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Seifert, was Ihre Frage zu Verfahrensweisen nach dem Strahlenschutzgesetz betrifft, müssen wir leider mitteilen, dass wir zumindest zurzeit hierzu keine seriöse und belastbare Stellungnahme zu dieser Thematik abgeben können. Grund hierfür ist, dass niemand der Autoren im Forum RöV am Gesetzgebungsprozess beteiligt ist, den tatsächlich aktuellen Status des Gesetzesvorhabens (z.B. Änderungsvorschläge aus dem Bundesrat) kennt und über mögliche Entwürfe zu Ausführungsverordnungen oder einem notwendigen untergesetzlichen Regelwerk informiert ist. Es wäre aus unserer Sicht fahrlässig, hier im Forum RöV über bestimmte Notwendigkeiten nach diesem Gesetz zu spekulieren. Wir können Ihnen an dieser Stelle nur empfehlen, beim zuständigen Bundesumweltministerium oder den an der Gesetzgebung beteiligten Landesministerien nachzufragen und auf eine klärende Antwort von dort zu hoffen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.03.2017 - 10:51 Uhr:
Frage:2863 BETREFF: DIN 6868-157: AP+KP BWG C-Bögen in größeren Häuser
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, uns ist immer noch nicht klar wie die Abnahmeprüfung insbesondere Kontanzprüfungen von BWG an C-Bögen in größeren Häusern praktisch umgesetzt werden soll! Wir haben über 30 OP-Säle und 16 C-Bögen, es kann/könnte quasi jeder C-Bogen in jedem OP-Saal zum Einsatz kommen!? Sollen wir für jeden Saal auf dem Fußboden eine Markierung für den wahrscheinlichsten Standort festlegen, damit die gleichen Raumbedingungen für die KP gegeben sind und müssen wir mit allen C-Bögen arbeitstäglich durch ´alle´ Säle fahren und prüfen? Mir scheint nach wie vor die ganze Geschichte bei C-Bögen nicht bis zu Ende gedacht. Besten Dank und viele Grüße Großes Lob an das Forum-Team!!!


1. Antwort: Hallo Kathrin, Danke für das Lob – das freut uns! Nun zur Sache: Zunächst einmal vorab einige wichtige Punkte, die zu einer gewissen Entlastung dienen sollten. Wenn wir das richtig verstanden haben, dann geht es Ihnen doch weniger um die Durchführung der Abnahmeprüfungen, denn diese müssen ja nach § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV vor Inbetriebnahme der jeweiligen Einrichtung vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt und ohne entsprechende Anlässe (siehe § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV) nicht wiederholt werden (schon mal gar nicht vom Personal des betreffenden Hauses). Zu den Konstanzprüfungen (KP): Es geht Ihnen ja um die KP an BWG. Diese Prüfungen sind eindeutig gerätebezogen und haben nichts mit den Orten (30 OP-Säle) zu tun, in denen die 16 C-Bogengeräte zu medizinischen Zwecken betrieben werden. Im Prinzip könnten Sie alle 16 Geräte in irgendeinen OP-Saal fahren und dort an ihnen die Konstanzprüfung durchführen. Wie kann dieses KP-Programm, ökonomisch durchgeführt, aussehen? 1) C-Bogengeräte mit Testbildeinspeisung (Tab. 6 und 7 DIN 6868-157). Nur die KP „Gesamtbildqualität“ (Tab. 6) muss arbeitstäglich erfolgen (geht aber schnell), alle anderen KP nach den Tab. 6 und 7 jedoch nur halbjährlich. 2) C-Bogengeräte ohne Testbildeinspeisung. Integration der BWG-KP in die Geräte-KP nach DIN 6868-4. Diese muss nach § 16 Abs. 3 mindestens monatlich erfolgen. Diese Zeitspanne lässt sich aber mit zustimmender Akzeptanz seitens der zuständigen Ärztlichen Stelle verlängern (oft: vierteljährlich). Wir hoffen, wir konnten Ihren Verdruss ein wenig mindern. In Zweifelsfällen Rücksprache mit der für Sie zuständigen Ärztlichen Stelle suchen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 02.03.2017 - 17:35 Uhr:
Frage:2862 BETREFF: Frage zur Frage 2861
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,aufgrund Ihrer Antwort zur Frage 2861 - beruflich strahlenexponierte Person an einem Vollschutzgerät bekam ich Zweifel an meiner bisherigen Annahme... ich dachte, ein Person gilt als beruflich strahlenexponierte Person, wenn eine effektive Dosis über 1mSv/a möglich ist.Diese wäre dann in Kat.B. Demnach würde eine an einem Vollschutzgerät tätige Person als strahlenexponierte Person gelten, weil theoretisch ja eine höhere Dosis als 1 mSv möglich ist. Gilt die theoretisch mögliche Dosis oder die tatsächlich erhaltende Dosis um eine Person als beruflich strahlenexponiert einzustufen? Mit freundlichen Grüßen Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, unter Berücksichtigung der in der Forumanfrage 2861 formulierten Anmerkung „keine messbare Strahlung am Gehäuse“, zu der wir noch ergänzend unterstellen möchten „mit einem geeigneten Ortsdosis/leistungsmessgerät ermittelt“ kann man nach unserer Auffassung davon ausgehen, dass dort keine berufliche Strahlenexposition zu erwarten ist bzw. keine beruflich strahlenexponierten Personen, auch nicht nach Kategorie B, tätig sind. Würde man dagegen eine messbare Ortsdosis/leistung außerhalb des Gerätes registrieren, müsste im Einzelfall ermittelt werden („Einschaltzeit, Aufenthaltszeit“), ob Personen im Sinne des § 31 Nr. 2 RöV – zumindest theoretisch - einer beruflichen Strahlenexposition der Kategorie B ausgesetzt sein könnten. Damit beantwortet sich auch Ihre abschließende Frage. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.03.2017 - 08:11 Uhr:
Frage:2861 BETREFF: beruflich strahlenexponiert
Gelten auch die Personen, die an einem Vollschutzgerät (keine messbare Strahlung am Gehäuse) arbeiten, als beruflich strahlenexponiert? Und wenn da, würden die dann zu Kategorie B zählen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Boldt, bei einem Vollschutzgerät beträgt nach Anlage 2, Abschnitt 3 RöV für ein Vollschutzgerät die höchstzulässige Ortsdosisleistung in 0,1 m von der berührbaren Oberfläche des Geräts 3 uSv/h. Rechnet man diesen Wert bei 40 Stunden Aufenthalt an diesem Ort und für 50 Wochen im Jahr um, dann beträgt die maximal mögliche Jahresortsdosis 6000 uSv = 6 mSv. Erst bei Überschreitung dieses außerordentlich konservativen Wertes (bei Gleichsetzung der effektiven Dosis mit der Ortsdosis) würde dort ein Kontrollbereich vorliegen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 RöV). Eine beruflich strahlenexponierte Person der Kategorie A auf der Basis der effektiven Dosis liegt aber erst dann vor, wenn 6 mSv pro Jahr überschritten werden können(§ 31 Nr. 1 RöV). De facto sind die tatsächlichen Expositionen im Umgebung eines Vollschutzgerätes so gering, dass überhaupt keine berufliche Strahlenexposition angenommen werden kann (´keine messbare Strahlung am Gehäuse´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.02.2017 - 08:58 Uhr:
Frage:2860 BETREFF: Leitlinie BÄK und urologische Untersuchung m min70KV
Es geht um die Leitlinien der BÄK. Dort sind für urologische Röntgenuntersuchungen mindestens 70 kV verlangt. Jetzt werden diese Untersuchungen mit einem C-Bogen im Aufnahmemodus angefertigt. Dieser C-Bogen wählt dabei die kV-Zahl selbst. Sie liegt aber immer knapp unter 70 (meist bei 67-69). Wenn 70kV per Hand eingestellt werden, ist das Bild überbelichtet. Die diagnostischen Referenzwerte werden aber immer eingehalten. Dennoch macht sich der Anwender Sorgen, weil die Leitlinien nicht eingehalten werden. Ich habe mal gelesen, dass die in den Leitlinien angegebenen kV-Zahlen nur für 12 Puls-Generatoren gelten und daher von einem C-Bogen gar nicht unbedingt eingehalten werden müssen. Könnt Ihr mir dazu etwas sagen? Gibt es Röntgenuntersuchungen, bei denen es gar nicht zulässig ist, sie mit dem mobilen C-Bogen durchzuführen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mo, nach Rücksprache mit einem radiologischen Kollegen hier folgende Antwort, wenn wir Ihre Frage richtig verstanden haben: Bei urologischen Untersuchungen sind nur für pädiatrische MCU diagnostische Referenzwerte veröffentlicht. Als technische Voraussetzung wird hierbei ein kippbares Durchleuchtungsgerät mit gepulster Durchleuchtung und herausnehmbarem Raster verlangt. Aufnahmespannung: 70-90 kV. Somit sollten diese Untersuchungen nicht mit einem mobilen C-Bogengerät durchgeführt werden. Die in den Leitlinien der Bundesärztekammer beschriebenen urologischen Untersuchungen Erwachsener beziehen sich auf die Nieren und die ableitenden Harnwege. Die Aufnahmeart ist mit „Rastertisch“ angegeben. Insofern ist auch hier das mobile C-Bogengerät nicht für diese Untersuchung geeignet. Auch für diese Aufnahmeart gelten die Werte 70-90 kV. Die Aufnahmefunktion mobiler C-Bogengeräte erreicht nicht die geforderte Ortsauflösung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.02.2017 - 23:50 Uhr:
Frage:2859 BETREFF: Bleifreie Röntgenschutzschürzen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, leider habe ich Ihre Mail bezüglich meiner Frage nach dem Schutz bleifreier Röntgenschürzen nicht erhalten. Wären Sie bitte so freundlich, mir Ihre Antwort noch einmal an meine Mailadresse zu senden? Danke schön! Beate Bierotte


1. Antwort: .... ist geschehen! K. Ewen



  Frage gestellt am 26.02.2017 - 22:19 Uhr:
Frage:2858 BETREFF: Erhöhte Messwerte bei neuem Kollegen
Sehr geehrter Herr Prof Ewen. Bei uns in der Firma wird in Kürze ein neuer Kollege beginnen, der nach eigener Aussage zwar jahrelang für eine große MedTechnik-Firma in ´fremden Anlagen´ tätg war, aber keinen Strahlenpass besitzt ( leider eher die Regel als die Ausnahme). Die von ihm genehmigte Anfrage der Vordosis beim SSR (für den von uns jetzt initiierten Strahlenpass) ergab in den Jahren 2005-2007 relativ hohe Dosen (6,3mSv bzw 6,5mSv). Das ist nicht nur deutlich mehr als bei unseren anderen Kollegen (fast immer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoffmann, zunächst einmal müssen die Leser dieser Forumanfrage darauf aufmerksam gemacht werden, dass - wodurch auch immer - nur ein Teil Ihres Textes hier bei uns angekommen ist, dass Sie uns aber dann den restlichen Text nachträglich haben zukommen lassen. Zur Antwort: Wir müssen gestehen, dass uns eine Antwort oder ein Rat zu Ihrem Forumbeitrag schwerfällt. Dies hat mehrere Ursachen. Zum Einen müssten bei dem von Ihnen beschriebenen Vorgang für eine Bewertung viele Detailkenntnisse vorliegen. Sie liegen uns aber (richtigerweise) nicht vor, weil sie sicherlich nicht für ein solch öffentliches Forum geeignet wären, da man dann Namen und Unternehmen explizit benennen bzw. auch Inhalte von Meldungen an die Behörden bekannt machen müsste. Zum Anderen sind die Regelungen des § 6 der RöV sehr komplex, da darin drei unterschiedliche Tätigkeitsbereiche geregelt werden. Bei Tätigkeiten nach § 6 RöV kann es sich um die Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen bei der Herstellung oder bei einem Kunden handeln oder um eine Tätigkeit, die selbst nicht mit dem Betrieb der Röntgeneinrichtung zu tun hat, bei der man aber durch eine (´fremde´) Röntgeneinrichtung exponiert werden könnte. Im Fall der Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen wäre in der Regel kein Strahlenpass erforderlich, wenn diese Tätigkeit bei der Behörde angezeigt wurde. In dem anderen Fall (Exposition durch eine fremde Röntgeneinrichtung) müsste auch eine Anzeige bei der Behörde erforderlich sein. Außerdem wäre dann auch ein Strahlenpass zu führen, und zwar dann, wenn die Exposition durch diese Tätigkeit die effektive Dosis von 1 mSv/a überschreiten kann. Wenn aber eine solche Anzeige nicht erstattet wird, dann erfährt die Aufsichtsbehörde ggf. gar nicht, dass eine solche Tätigkeit überhaupt ausgeübt wird und kann auch nicht regelnd eingreifen. Aber auch wenn eine Anzeige erstattet worden ist, dann sind die zugegebener Weise (erstaunlich) hohen Expositionen wiederum doch nicht so hoch, dass die Aufsichtsbehörde darüber schon eine Mitteilung von der Messstelle erhalten müsste. Dass in einem Betrieb die Strahlenschutzorganisation nicht funktioniert, da z.B. die über 6 mSv/a erforderliche ärztliche Untersuchung nicht erfolgt, Expositionen gegenüber den Mitarbeitern nicht kommuniziert werden, die Mitarbeiter den Strahlenschutzbeauftragten nicht einmal kennen oder Strahlenpässe nicht ordnungsgemäß geführt werden, erfährt die strahlenschutzrechtliche Aufsichtsbehörde hier in der Regel auch nicht oder nur zufällig. Daher müssen wir mit Kritiken an den zuständigen Behörden ohne genaueste Kenntnisse des Vorgangs äußerst zurückhaltend sein. Uns bleibt nur der Vorschlag, dass Sie oder Ihr neuer Mitarbeiter sich mit der für Wuppertal zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf in Verbindung setzen und den Fall mit den dort tätigen Fachleuten diskutieren. Von dort könnten auch Feststellungen getroffen werden, ob es bei der Ausführung der Tätigkeiten Mängel gab, die zu diesen in der Tat hohen Expositionen geführt haben, und ob die Handhabung von Strahlenpässen korrekt erfolgt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.02.2017 - 16:22 Uhr:
Frage:2857 BETREFF: Liste sonstige medizinische Ausbildungsberufe
Sehr geehrter Herr Professor Ewem, in der Beantwortung der Frage 2.853 vom 20.02.2017, hatten Sie angegeben, dass die zuständigen Behörden eine Liste der medizinischen Hilfsberufe, die den Anforderungen des § 24 Abs. Nr.4 RöV genügen, aufgelegt hätten. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir sagen könnten, wo diese Liste einzusehen ist. Bei der zuständigen Senatsverwaltung ist hierzu keine Auskunft zu bekommen. Mit Dank und kollegialen Grüßen Ihr D. Banzer Strahlenschutzbeauftragter der ÄKB


1. Antwort: ... Sie erhalten die Liste über Ihre Privatmail. Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.02.2017 - 15:33 Uhr:
Frage:2856 BETREFF: Tausch des Röntgendetektors
Sehr geehrter Herr Prof. Ewem, danke für Ihr Forum. Meine Frage handelt sich um einen digitalen Detektor. Dieser soll ausgetauscht werden, infolge Linienartefakt. Ist in diesem Fall eine Sachverständige (Tüv) Prüfung erforderlich? Das System wird in einer Veterinärmedizinisch genutzten Röntgenanlage eingesetzt. Vielen Dank T. Franz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Franz, beim Austausch eines digitalen Detektors in der Tiermedizin ist eine Sachverständigenprüfung nicht erforderlich, wenn dadurch die Betriebsdaten (wesentlich: Röhrenspannung und mAs-Produkt)nicht erhöht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.02.2017 - 11:15 Uhr:
Frage:2855 BETREFF: Einstellen von CT-Untersuchungen ins PACS ohne Befund des Radiologen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, von mir als Leiter der Radiologie die Frage: ist es rechtlich einwandfrei, dass CT Untersuchungen( Schnittbilder ) ohne Befund des Radiologen frei für alle Kolleginnen und Kollegen in das PACS System gestellt werden. Ich erinnere mich, dass mal hieß: eine Untersuchung ist erst dann abgeschlossen, wenn die Untersuchung auch vom Radiologen befundet worden waren. Insbesondere CT-Bilder, die ja ungleich differenzierteres Fachwissen erfordern und es schnell zu fehlerhaften Diagnosen von Nichtradiologen kommen könnte? Mit vielen Grüßen Dr.H. Biskup Facharzt für Radiologie, Leiter der Radiologie MKH Köln


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Biskup, hier eine Antwort auf Ihre Frage von einem radiologischen Kollegen bei einer Ärztlichen Stelle: ´Für mich und für die von mir nachgefragten Kollegen ist es normal, dass alle Bilder sofort ins PACS laufen.´ Ich sehe das auch so. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.02.2017 - 15:15 Uhr:
Frage:2854 BETREFF: Fachkundeaktualisierung
Sehr geehrter Hr. Prof.Ewen in 5 jährigen Abständen muß man die Fachkunde aktualisieren. Ist dabei ein Zeitfenster vorgegeben...wenn man den Kurs im Mai 2012 gemacht hat, muß der nächste Kurs auch im Mai 2017 sein, oder zählt das Kalenderjahr?Falls das Bundesland dabei wichtig ist, es ist Baden Württenberg. Herzlichen Dank


1. Antwort: Hallo Franziska, ja, das Bundesland ist in der Tat bei der Handhabung eines bestimmten Zeitfensters im Zusammenhang mit der 5-jährigen Fachkundeaktualisierung nicht ganz unwichtig. Ich denke, dass überall das Kalenderjahr als Zeitfenster für zu groß eingestuft wird. Aber auf ein ´paar Tage´ wird es auch nicht ankommen. Ich kann Ihnen nur den Rat geben, sich bei der im Land Baden-Württemberg zuständigen Stelle bzw. Behörde zu erkundigen, wie dort das besagte Zeitfenster in der Praxis beschaffen ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.02.2017 - 11:43 Uhr:
Frage:2853 BETREFF: Zahntechniker
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in §24 RöV Abs (2) 4. werden als zur technischen Durchführung berechtigt ´Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach Absatz 1 Nr. 1 oder 2 tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen´ genannt. Zählen Ihrer Meinung nach auch ausgebildete Zahntechniker mit ´Röntgenschein´ zu dieser Personengruppe? Mit herzlichen Grüßen, K. Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Neumann, die für die Durchführung der RöV zuständigen Behörden haben sich darauf geeinigt, welche Ausbildungsberufe den Anforderungen des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV genügen. Diese Berufe sind in einer entsprechenden Liste aufgeführt, die den zuständigen Behörden und den Ärzte- und Zahnärztekammern vorliegt. Nach dieser Liste erfüllt die Ausbildung zum Zahntechniker nicht die Anforderung der RöV. Diese Liste beschreibt grundsätzlich, welche Berufe als ´erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung´ im Sinne der RöV gelten. Im Einzelfall kann es ggf. auch Ausnahmen von diesen Grundsätzen geben. Daher unser Rat, den speziellen Einzelfall mit der zuständigen Behörde oder Heilberufskammer (Zahnärztekammer) zu klären. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.02.2017 - 08:28 Uhr:
Frage:2852 BETREFF: Neue Leitlinien/Richtlinien?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Eine neue Siemens Röntgenanlage wurde in der Röntgenabteilung in betrieb genommen.Das Raster im Wandstativ sowie im Tisch hat das Schatverhältnis r10. Die Leitlinien der Bundesärztekammer schreiben aber ein Raster mit r 12 vor. Ist dies zulässig bzw. wo wird das genehmigt ? Meine zweite Frage bezieht sich auf Abdomenaufnahmen sowie Aufnahmen der HWS am Stativ. Bisher wurden wir diese Aufnahmen mit 115m FFA geröntgt. So geben es die Leitlinien der Bundesärztekammer auch vor. In einem mir bekannten anderen Krankenhaus werden diese Aufnahmen mit einem Abstand von 150 m angefertigt. Die ärztl. Stelle bemängelt dies Vorgehen dort nicht. Gibt es eine neue Änderung in den diesbezüglichen Leitlinien (wo)? Kann man auch mit 150 m röntgen? Vielen Dank für Ihre Mühe bei der Beantwortung meiner Fragen. Beste Grüße Dr. Steiner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Steiner, mit ein wenig Hilfe einer Ärztlichen Stelle: Leitlinien sind im Gegensatz zu Richtlinien nicht verbindlich. Leitlinien sind systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen für die angemessene ärztliche Vorgehensweise. Von den Leitlinien kann jederzeit begründet abgewichen werden. In den Leitlinien der Bundesärztekammer zur Röntgendiagnostik sind die üblichen technischen Einstellparameter hinterlegt. Hier findet man unter der „HWS lat“ auch die Angabe eines Fokus-Detektor-Abstands (FDA) von 150 cm. Zur Nutzung von Rastern und FDAs im Allgemeinen gibt es weitere Erklärungen unter Punkt 2 „Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen´. Auch ist in der digitalen Aufnahmetechnik bei schlanken Patienten ein Verzicht des Rasters möglich, da man stattdessen durch Bildverarbeitung den Kontrastverlust ausgleichen kann. Wenn mit größeren FDAs gearbeitet wird, muss sichergestellt sein, dass der Fokussierungsbereich des Rasters diesen Abstand auch abdeckt. Generell spricht nichts gegen einen größeren FDA, man sollte aber - speziell bei Abdomen-Aufnahmen - bedenken, dass sich die elektrische Röhrenbelastung beim Übergang von 115 auf 150 cm FDA nahezu verdoppelt, was deren Lebensdauer deutlich einschränken kann. Es gibt also keine neuen Leitlinien, aber auch die aktuelle Leitlinie besitzt durchaus Spielräume für gewisse Variationen von Einstellparametern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.02.2017 - 17:03 Uhr:
Frage:2851 BETREFF: rechtfertigende Indikation und Rö
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, auf Grund Uneinigkeit zwischen mir und der übergeordneten Stelle erlaube ich mir, auch auf die Gefahr hin lästig zu werden, an Hand eines Beispiels noch einmal klärend nachzufragen: Ein praxisfremder Patient wird mit der Angabe der rechtfertigenden Indikation „Unfall mit Z. n. Nervus ulnaris-Verletzung li. Bitte um Rö li Hand in 2 Ebenen“ überwiesen. Keine weiteren Angaben oder Mitgaben zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen. Ohne persönlichen Kontakt durch einen Radiologen und ohne wenigstens Vorlage eines Fragebogens zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen und damit ohne jede Klärung oder Kenntnis von oder zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen wird dieser Patient wie extern angefordert durch die MTA/R an der li Hand geröntgt. Im Nachhinein wird erfahren, dass div. alte Rö-Bildern + eine 6 Monate alte MRT-Handspule + Kontrastmittel vorhanden sind – alle dazu ohne Nachweis von pathologischen Knochenveränderungen auch im Sinne einer Arthrose. Nach dem Röntgen wird vom Radiologen mit Datum einen Tag später das Rö-Bild befundet und zum Rö-Befund wird als Indikation dokumentiert: anhaltende Beschwerden nach Trauma mit Schmerzen über dem Handgelenk. Fragestellung eines CRPS I. Ossäre Veränderungen? Demineralisierung? 1. Frage: Hätte dieser Patient überhaupt geröntgt werden dürfen? Meiner Beurteilung nach aus mehrfachem Grund nicht. Erstens konnte und durfte schon mangels Kenntnis zu o. g. eine rechtfertigende Indikation nicht gestellt werden. Zweitens war die vorformulierte Indikationsangabe keine Fragestellung sondern sozusagen ins Blaue hinein. Drittens liegt bei dieser vorformulierten Indikationsangabe grundsätzlich keine Indikation zum Rö zum vor sondern zur neurologischen Abklärung vor. Und Viertens auf Grund der unauffälligen Vorbefunde ist die Indikation für ein erneutes Röntgen zumindest zweifelhaft. Da ich aber nur ein kleiner Assistenzarzt bin… 2. Frage: Da ich es nicht höflicher formulieren kann – hätte die vorformulierte Indikationsangabe des anfordernden Arztes überhaupt mangels Kenntnis zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen weder vor noch zum Röntgen geändert werden dürfen? Auch da sehe ich ein klares Nein. Da ich aber nur ein kleiner Assistenzarzt bin… 3. Frage: Auch hier, da ich es nicht höflicher formulieren kann – hätte die vorformulierte Indikationsangabe des anfordernden Arztes sozusagen mit/nach dem Rö geändert werden dürfen, weil sich erst dann Informationen zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen ergeben hatten? Auch da sehe ich ein klares Nein. Da ich aber nur ein kleiner Assistenzarzt bin… MFG und herzlichen Dank Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, ich möchte noch einmal darauf hinweisen (siehe Ihre Forumanfragen 2821 und 2823), dass das Forum RöV keine beratende oder begutachtende Institution im Zusammenhang mit der Stellung von Indikationen zu röntgendiagnostischen Maßnahmen sein kann. Das war bei der Gründung dieses Internet-Forums auch nicht vorgesehen. Wir haben uns in Ihrem Fall trotzdem Mühe gegeben, unsere Meinung zu Ihren Beiträgen und Fragen zu äußern, aber wir möchten das in diesem Stil nicht weiter ausbauen. Es gibt zu diesen Zwecken andere Organisationen, wie z.B. die Ärztlichen Stellen und die Ärztekammern. Wir im Forum RöV möchten uns auch nicht „anmaßen“, bei ausschließlich medizinisch-radiologisch basierten Fragestellungen mitzubestimmen, was an sich Angelegenheit ärztlicher Gremien, wie z.B. der Obengenannten, sein sollte und sein muss. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis, und ich verbleibe mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.02.2017 - 10:48 Uhr:
Frage:2850 BETREFF: Strahlenschutzkurs für OP-Pflege
Sehr geehrte Damen und Herren, das OP-Pflegeopersonal in unserem Haus, schaltet den C-Bogen ein, fährt ihn über den Patienten. Der Operateur zieht sich steril den C-Bogen an die zu röntgende Stelle und der Operateur löst den Fußtritt des C-Bogens aus. Das OP-Pflegepersonal druckt nach dem Röntgen die Bilder aus, schaltet das Gerät ab und reinigt dieses. Benötigt das OP-Pflegepersonal für diese Tätigkeiten einen Strahlenschutzkurs mit den nach 5jahren verbundenen Auffrischungskurs? Oder ist dies noch kein Bedienen im eigentlichen Sinn der Röntgenverordnung? Vielen Dank für die Antwort


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Simon, was Sie hier hinterfragt haben, ist das, was man in der RöV als ´technische Durchführung´ bezeichnet (§ 2 Nr. 7). Man muss in Ihrem Fall betonen, dass Sie mit ´Einschalten des C-Bogens´ nur das elektrische Einschalten meinen und nicht die Einschaltung der Strahlung. Das macht ja der Operateur (der Arzt). Unter dieser Voraussetzung neige ich zu der Auffassung, dass diese von Ihnen geschilderte Tätigkeit des OP-Pflegepersonals die Kriterien der ´technischen Durchführung´ nicht erfüllt. Das kann aber auch anders interpretiert werden. Z.B. ist das ´Fahren über den Patienten´ schon als Lagern oder Zentrieren zu sehen? Weil hier möglicherweise über Grundsätzliches zu entscheiden ist (vielleicht nicht nur in Ihrem Haus), möchte ich empfehlen, die Meinung der zuständigen Aufsichtsbehörde einzuholen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.02.2017 - 22:18 Uhr:
Frage:2849 BETREFF: Abnahme am BWS nach DIn 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Voraussetzungen muss man erfüllen um eine Abnahmeprüfung an einem Befundungsmonitor nach DIN 6868-157 durchzuführen? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoker, ich denke, Sie meinen die Voraussetzungen, die eine Person nach RöV bzw. nach Qualitätssicherungs-Richtlinie (SV-RL) erfüllen muss, um eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 an einem BWS durchführen zu dürfen. Am besten, Sie schauen in die QS-RL (dort Abschnitt 1.6 ´Anforderungen an Personen, die Qualitätssicherungen durchführen´). Die QS-RL ist u.a. im Internet auffindbar. Grundsätzlich muss eine Person zur geschäftsmäßigen Durchführung von QS-Prüfungen, hier speziell von Abnahmeprüfungen, über eine erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen und diese Tätigkeit bei der zuständigen Behörde anzeigen (Details dazu: siehe § 6 RöV). Diese Anzeige und der damit verbundene Fachkundenachweis sind nicht erforderlich, wenn im Rahmen dieser Prüfung das Einschalten von Röntgenstrahlung nicht erforderlich ist. Das trifft ja in der Egel bei QS-Prüfungen an BWS zu (siehe auch § 6 Abs. 1, Satz 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 15.02.2017 - 12:26 Uhr:
Frage:2848 BETREFF: Baulischer Strahlenschutz Fenster
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns im OP soll jetzt auch ein C-Bogen aufgestellt werden. Zwischen OP und Flur befindet sich eine Fensterfront. Der C-Bogen wird in der Raummitte stehen, d.h. es sind ca.3,2 m bis zur Fensterfront. Nach DIN 6812 kann der Flur in Kategorie III eingestuft werden und es bedarf eines Bleigleichwertes von 0,1 mm (Tabelle 7). Glas hat zwar keine guten Abschirmeigenschaften, aber wäre die doppelt verglaste Fensterfront (Glasgesamtstärke schätze ich mindestens 10mm) ausreichend? Bleiglasscheiben erscheinen mir unnötig und teuer, zumal diese herstellungsbedingt erst ab 0,5 mm Pb beginnen. Viele Dank


1. Antwort: Hallo Kathrin, das ist alles richtig, was Sie da geschrieben haben (Abstand, Kategorie III, noch notwendiger Bleigleichwert der Fensterfront 0,1 mm nach Tab. 7 der DIN 6812). Es gibt viele Glassorten, die keineswegs als Bleiglasscheiben ausgelegt sind, sondern eher in die Kategorie Fensterglas eingeordnet werden können. Nach Tab. 19 der DIN 6812 kann man für sog. Floatglas (das ist kein Bleiglas!) bei 80 kV (das passt zu C-Bogengeräten) entnehmen, dass etwa 20 mm dieser Glassorte einem Bleigleichwert von 0,2 mm entsprechen. Es ist daher zu erwarten, dass Ihre Fensterfront von mindestens 10 mm Dicke für die notwendige Abschirmung von 0,1 mmm Pb ausreichend sein wird - auch wenn das Fensterglas bei Ihnen wahrscheinlich kein Floatglas ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 13.02.2017 - 10:58 Uhr:
Frage:2847 BETREFF: bleifreie Röntgenschürzen
Sehr geehrte Damen und Herren, mich interessiert die Frage, inwieweit bleifreie Röntgenschutzkleidung den gleichen Schutz wie bleihaltige Schutzkleidung bietet. Ich hatte eine Arbeit (allerdings aus 2009) gefunden, die der bleifreien Schutzkleidung einen unzureichenden Schutz bei Streustrahlung, bzw. eine überhaupt entstehende Streustrahlung durch die verwendeten Materialien bescheinigte. Da ich für mich eine neue Schutzkleidung beschaffen möchte, aber viel auf Reisen bin und die Kleidung mitführen muss, bin ich natürlich an möglichst leichter Kleidung interessiert. Allerdings nicht auf Kosten des Schutzes. Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bierotte, ich übersende Ihnen an Ihre Mailadresse eine Publikation, die sich mit der hier angefragten Thematik beschäftigt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 10.02.2017 - 11:07 Uhr:
Frage:2846 BETREFF: Sichtprüfung Strahlenschutz
Sehr geehrter Prof. Ewem, ich hätte eine Frage zu der Prüfung von Röntgenschutzkleidung. Wir haben diese Aussage erhalten, das Röntgenschutzbrillen, Handschuhe und Organschutz nicht nur mit einer Sichtprüfung durchgeführt werden muss. Ist dies so richtig. Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mussel, zunächst einmal: Die Prüfung von Röntgenschutzkleidung ist kein rechtliches „Muss“. Man findet in der Röntgenverordnung (RöV) darüber keine explizit formulierte Forderung. Dass derartige Schutzmittel regelmäßig überprüft werden sollten, steht auf einem anderen Blatt. Deshalb ist dazu eine DIN-Norm erarbeitet worden, nach der man (wer auch immer – auch der Nutzer selbst) diese Prüfungen durchführen kann. Es besteht aber kein unbedingter Zwang, diese Norm zu benutzen. Es empfiehlt sich aber sehr! Die Norm (DIN 6857-2 von August 2016) heißt: „Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung – Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung“. In dieser Norm werden 3 Prüfverfahren vorgeschlagen, die in verschiedenen Zeitabständen durchgeführt werden sollen: Sicht- und Funktionsprüfung, Tastprüfung sowie Prüfung mit Röntgenstrahlung. Wichtig ist, dass diese Norm nur für Schutzkleidung des Personals gilt. Sie ist nicht anwendbar auf Patientenschutzeinrichtungen und nicht für neu in Nutzung genommene Schutzkleidung. Weiterhin sind ausgenommen: Strahlenschutzhandschuhe, Strahlenschutzbrillen und Visiere. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.02.2017 - 19:45 Uhr:
Frage:2845 BETREFF: Teleradiologie, Strahlenschutzorganisation
Sehr geehrte Damen und Herren, in der Antwort auf die Frage 2219 im Forum Röntgenverordnung stellen Sie die Struktur der Strahlenschutzorganisation verständlich dar. In der Teleradiologie gibt es den Arzt mit den erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz am Ort der technischen Durchführung (§ 3 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 RöV). Frage: Wo ist dieser Arzt in der Strahlenschutzorgansation einzuordnen? Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, der Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz, der in einer genehmigten Teleradiologie am Untersuchungsort tätig ist, fügt sich nach unserer Meinung folgendermaßen in die Strahlenschutzorganisation der Klinik/Praxis ein: Er wird unter der grundsätzlichen Verantwortlichkeit und Aufsicht des Strahlenschutzbeauftragten/fachkundigen Strahlenschutzverantwortlichen der entsprechend genehmigten Röntgeneinrichtung tätig. Die Wahrnehmung der Verantwortung und damit auch die Befugnis, bestimmte Anweisungen für die einzelne Untersuchung zu treffen, ist bei teleradiologischen Verfahren Sache des Teleradiologen. Dem Arzt am Untersuchungsort mit Kenntnissen im Strahlenschutz obliegt in der Teleradiologie auch nicht die Verantwortung oder Aufsicht über die Personen, die technisch durchführen (hier MTRA), da er hierfür die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz haben müsste. Auch diese Aufgabe liegt für eine konkrete Untersuchung beim Teleradiologen. Aufgaben des Arztes mit Kenntnissen im Strahlenschutz sind die Ermittlung der zur Feststellung der rechtfertigenden Indikation erforderlichen Angaben, die Weitergabe dieser Angabe an den Teleradiologen, die Aufklärung des Patienten und bei Bedarf auch während der Untersuchung unmittelbar mit dem Teleradiologen mittels Telekommunikation in Verbindung zu treten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.02.2017 - 11:23 Uhr:
Frage:2844 BETREFF: REM+EDX=Röntgeneinrichtung
Lieber Herr Ewen, wird ein REM (Störstrahler), welches nachträglich mit einem EDX ausgestattet wird zu einer genehmigungspflichtigen Röntgeneinrichtung (bei max 30 kV)nach aktueller RöV? Mit freundlichen Grüßen S. Jansen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Jansen, ein Blick auf § 2 Nr. 18 RöV (´Störstrahler´) beantwortet Ihre Frage: ´Als Störstrahler gelten auch Elektronenmikroskope, bei denen die erzeugte Röntgenstrahlung durch Detektoren ausgewertet wird.´ (und das ist ja bei EDX der Fall). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.02.2017 - 14:30 Uhr:
Frage:2843 BETREFF: Röntgenbelehrung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, müssen auch die Ärzte an der sogenannten Röntgenbelehrung (Unterweisung nach $36 RöV) teilnehmen? Wir sind eine orthopädische Rehaklinik und die Ärzte ordnen nur an, führen aber nicht aus. Unsere Ärzte meinen, deshalb müßten sie nicht teilnehmen. Da jetzt die die Belehrung abhaltende Person gewechselt hat, möchten wir natürlich auf der sicheren Seite sein, wenn wir die Einladungen herausschicken. Mit freundlichen Grüßen, Heidi Bastobbi, MtRA


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bastobbi, Ärzte, die Röntgenbilder befunden (´befunden´ fällt nach § 2 Nr. 1 RöV unter den Begriff ´Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen´), müssen ebenso wie Personen, die technisch durchführen (siehe § 2 Nr. 7 RöV), regelmäßig unterwiesen werden. Das gilt auch für Ärzte, die die rechtfertigende Indikation vor der Anwendung von Röntgenstrahlung stellen (siehe § 23 Abs. 1 RöV). Deren Unterweisung ist deswegen erforderlich, weil dieser Personenkreis auch (und nicht unerheblich) über die ´Art und Weise der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen´ entscheidet und nicht nur einfach die Notwendigkeit der Untersuchung festlegt (siehe § 2 Nr. 10 RöV). Für eine diesbezügliche Entscheidung müssen diese Ärzte die betreffende Röntgeneinrichtung und deren Betriebsweise gut kennen, wozu sie sicherlich auch Zutritt zum Kontrollbereich haben müssen. Außerdem müssen sie die Möglichkeit haben und über das Wissen verfügen, das Assistenzpersonal bei der technischen Durchführung zu beaufsichtigen. Die Unterweisungspflicht nach der RöV entfällt nach unserer Meinung nur dort, wo es sich ausschließlich um Ärzte handelt, die nur die medizinische/ärztliche und nicht die rechtfertigende Indikation stellen (z.B. Überweiser oder Zuweiser). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.02.2017 - 21:17 Uhr:
Frage:2842 BETREFF: Einweisung durch ´ersteingewiesene´ Personen
Sehr geehrte Damen und Herren, in der Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV findet sich in der Fußnote 1 der Anlage 1 ´Geräteeinweisung nach § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RöV´ der Satz: Die durch den Hersteller/Lieferant eingewiesenen Personen sind zur Einweisung im laufenden Betrieb berechtigt. Frage: Sind die so eingewiesenen Personen auch zur Einweisung in baugleiche Röntgeneinrichtungen im laufenden Betrieb berechtigt? Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, die Grundsätze der Einweisungen des Personals in den Betrieb einer Röntgeneinrichtung sind im § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV festgelegt. In der Folge ist dann noch geregelt, dass die Einweisung bei der ersten Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung durch eine entsprechend qualifizierte Person des Herstellers oder Lieferanten erfolgen muss. Die laufende Nummer 2.1 der ´Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten nach den §§ 18, 27, 28 und 36 der Röntgenverordnung und Bekanntmachung zum Röntgenpass - Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV -´ konkretisiert dann, wer nach der erfolgten ersten Einweisung bei der Inbetriebnahme der Röntgeneinrichtung Folgeeinweisungen (z.B. beim Hinzukommen von Bedienpersonal)durchführen darf. Die Durchführung von Folgeeinweisungen darf nach der besagten Richtlinie nur durch ersteingewiesene Personen erfolgen. Dadurch soll verhindert werden, dass bestimmtes Fachwissen bei Folgeeinweisungen verloren geht. Diese Regelungen verdeutlichen, dass eine Einweisung immer nur für eine bestimmte Röntgeneinrichtung erfolgt. Wenn nun Einweisungen im laufenden Betrieb (Folgeeinweisungen) bei baugleichen Röntgeneinrichtungen durch ersteingewiesene Personen erfolgen sollen, dann muss der Strahlenschutzverantwortliche/Strahlenschutzbeauftragte nach unserer Meinung sicherstellen, dass es sich tatsächlich um eine ´identische´ Einrichtung handelt. Dies betrifft nicht nur die Hardware der Röntgeneinrichtung sondern auch die Software, Zusatzeinrichtungen und Ähnliches. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.02.2017 - 12:56 Uhr:
Frage:2841 BETREFF: Holen aus dem Frei
Hallo, wird eine Zulage fällig wenn man durch die Krankheit eines Kollegen seine Schichtzeit verlängern muss? Mein Arbeitgeber meint es sei nur ´Mehrarbeit´. Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schreiber, wir bein Forum Röntgenverordnung wissen ja viel (im Strahlenschutz). Aber bei Ihrer Frage sind auch wir sprachlos oder, besser gesagt, überfordert. Unser Rat ist, dass Sie sich an die Experten der Arbeitsschutz- oder Gewerbeaufsichtsämter bzw. bei den Gewerkschaften wenden. Dort erhalten Sie sicherlich kompetente Auskünfte zu Arbeitszeiten, Mehrarbeit, Schichtzeit oder Bereitschaftszeiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 06.02.2017 - 10:46 Uhr:
Frage:2840 BETREFF: Aufbewahrung von DVT-Datensätzen zur Planung
Sehr geehrter Herr Professor, müssen Datensätze, die zur Planung von Ops, z.B. bei dentalen Implantaten, genauso wie der orginale Datensatz aufbewahrt werden? Ich bedanke mich für Ihre Antwort! Mit freundlichen kollegialen Grüßen H. Diewald


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. Diewald, wenn in diesen OP-Planungen, die mit DVT durchgeführt werden, auch radiologische Datensätze enthalten sind, weil man für diese Planungen Röntgenbilder benötigt, kann man folgendes ganz pauschal sagen: Es ist egal, zu welchem Zweck radiologische Daten und Bilder, die mit einer Röntgentätigkeit zu tun haben, entstehen und wofür sie benötigt werden, sie fallen alle unter die Bestimmungen des § 28 RöV („Aufzeichnungspflichten“). Sie müssen also aufbewahrt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.02.2017 - 13:14 Uhr:
Frage:2839 BETREFF: Seitliche Ellbogen Aufnahme
Hallo! Bei der seitlichen Ellbogen Aufnahme wird die Hand normalerweise seitlich gelagert. Jedoch habe ich gesehen, dass auch viele die Hand in Pronationsstellung lagern. Welchen Unterschied macht das? Hat diese Aufnahme einen speziellen Namen?


1. Antwort: Hallo Anna, eine Antwort auf diese Frage scheint in der radiologischen Praxis nicht einheitlich auszufallen. So könnte beispielsweise ein wichtiges Entscheidungskriterium sein: Wenn die Hand flach aufliegt, kommt der Gelenkspalt nicht klar zur Darstellung. Daneben gibt es auch Spezialaufnahmen, die man sich am besten in den einschlägigen Einstellbüchern ansehen kann. So gibt es ein Buch, auf das wir hier im Forum RöV durchaus hinweisen können und dürfen, weil es auch frei im Netz zu haben ist: http://www.ixray.de/PDF/PDFTKTeile.pdf Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 02.02.2017 - 11:32 Uhr:
Frage:2835 BETREFF: Unfallbedingte und unbeabsichtigte Expositionen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können Sie mir hinweisen, welche deutsche Gesetze festlegen, was man im Falle enie unbeabsichtigte Exposition machen muss? Zum Beispiel wenn im Strahlentherapie höhere als geplannte Dosis benutzt war? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, Aneta Dabrowska.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dabrowska, in Deutschland gibt es unterschiedliche Regelungen, die bei einer überhöhten oder unbeabsichtigten medizinischen Strahlenexposition angesprochen werden können. Wir haben zwei Verordnungen: 1) die Röntgenverordnung (RöV) für die Anwendung von Röntgenstrahlung hauptsächlich in der Diagnostik, 2) die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) für den Umgang mit radioaktiven Stoffen (Schwerpunkt: Nuklearmedizin) und für den Betrieb hauptsächlich von Elektronenbeschleunigern in der Strahlentherapie. Für die Anwendung dieser Strahlenquellen existieren in der RöV und StrlSchV genaue Vorgaben für Umgangs- oder Betriebsgenehmigungen dieser Einrichtungen in Krankenhäusern und Arztpraxen. Zuständig dafür sind in den Bundesländern (z.B. Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen usw.) die dort örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörden, die von Land zu Land nicht immer einheitlich benannt sind: z.B. Gewerbeaufsichtsämter, Arbeitsschutz- oder Umweltämter oder Bezirksregierungen. Da die Zuständigkeit dieser Behörden in den einzelnen Bundesländern im Detail etwas unterschiedlich organisiert ist, gilt unsere Empfehlung an Sie, sich an das Arbeits- oder Umweltministerium desjenigen Bundeslandes zu wenden, das in Ihrem Fall anzusprechen ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen Szanowna Pani Dabrowska, w Niemczech istnieja dwa rozporzadzenia dotyczace przestrzegania radioaktywnej expozycji w celu nie przekroczenia granicy dopuszczalnej medycznie: 1) Rozporzadzenie dotyczace uzycia promieni Röntgena, tzw.Röntgenverordnung (RöV) glownie w diagnostyce. 2) Rozporzadzenie tzw. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) dotyczace sposobu uzycia radioaktywnych produktow (glownie w medycynie nuklearnej) przy obsludze funkcji akceleratora elektronow w radioterapii. W celu stosowania tych zrodel promieniowania istnieja w RöV i StrlSch dokladne wskazania dotyczace uzycia i zezwolenia na stosowanie tej terapii w szpitalach i gabinetach lekarskich. Odpowiedziani za te sprawy sa Landy(tzw.kraje zwiazkowe) n.p. Nadrenia-Westfalia, Bawaria, Saksonia itd., w ktorych znajduja sie odpowiedzialne za sprawy urzedy, ktore to nie zawsze nazywaja sie w kazdym z tych Landow jednakowo. W niektorych Landach n.p. nazywaja sie ; Gewerbeaufsichtsamt, Arbeitsschutz- albo Umweltamt lub Bezirksregierung. Poniewaz ich kompetencje roznia sie w szczegolach w poszczegolnych Landach organizacyjnie, zalecam Pani najlepiej od razu zwrocic sie w Pani sprawie bezposrednio do Ministerstwa Pracy lub Ministerstwa Ochrony Srodowiska w danym Landzie. Serdecznie pozdrawiam K.Ewen (Ich hoffe, die Übersetzung ins Polnische hilft Ihnen etwas)



  Frage gestellt am 01.02.2017 - 07:42 Uhr:
Frage:2834 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, lt. Bundesamt für Strahlenschutz ist es ausreichend in regelmäßigen Abständen zehn beliebig aufeinanderfolgende Strahlenanwendungen zu mitteln und mit den DRW zu vergleichen. Bei Überschreitungen ist der Ursache nachzugehen. Gibt es jedoch Gründe für die Überschreitung (z.B. Körpermaße, schwieriger Patient) ist die Überschreitung erklärbar und keine Maßnahmen erforderlich (wobei der Standardpatient mit 70 ± 3 kg wohl deutlich unter dem Durchschnittsgewicht liegen dürfte). Müßten die erklärbaren Überschreitungen bei der Mittelung nicht ignoriert werden? Was wird eigentlich als regelmäßiger Abstand akzeptiert (wöchentlich, monatlich?)? Nach dem „Leitfaden zur Handhabung der diagnostischen Referenzwerte in der Röntgendiagnostik“ liegt eine „beständige Überschreitung der DRW“ vor, wenn der arithmetische Mittelwert (von 10 Dosisparameter-Einzelwerten) in zwei aufeinanderfolgenden Prüfungen die Schwelle ´DRW + 30%´ einer Untersuchungsart überschreitet. Ist damit eine beständige Überschreitung von 20 % akzeptabel und widerspricht das nicht den Erläuterungen des BfS? Ist es richtig, daß die beständige Überschreitung der DRW und das Ausbleiben einer Überprüfung durch den Anwender / Betreiber als Körperverletzung angesehen wird? Vielen Dank. MfG G.W.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wegue (?), an sich wären Ihre Fragen zum Thema „Diagnostische Referenzwerte (DRW)“ besser bei einer Ärztlichen Stelle aufgehoben. Aus deren Umfeld stammen auch einige Antworten hier in diesem Text. 1) Müssten die erklärbaren Überschreitungen bei der Mittelung nicht ignoriert werden? Die Meinung ist „nein“. Es gab mal eine Untersuchung vom BfS, nach deren Erkenntnissen durch die Mittelung der Daten von 10 zufällig festgelegten Patienten der Dosismittelwert relativ genau abgebildet wird. Man würde ja beispielsweise zur Mittelwertbildung nicht gerade die Dosiswerte von sehr schlanken Patienten zu Grunde legen. Wie die dem BfS übermittelten Dosiswerte dort statistisch weiter aufbereitet werden, entzieht sich unserer Kenntnis. 2) Was wird eigentlich als regelmäßiger Abstand akzeptiert (wöchentlich, monatlich)? Die Ärztlichen Stellen fordern nach der Vorgabe der „Richtlinie ärztliche und zahnärztliche Stellen“ regelmäßig von den Betreibern von Röntgeneinrichtungen Unterlagen zur Qualitätssicherung an. Die o.g. „Regelmäßigkeit“ kann je nach Qualität der zugesandten Unterlagen zwischen ein paar Monaten und maximal zwei Jahren schwanken. 3) Ist damit eine beständige Überschreitung von 20 % akzeptabel und widerspricht das nicht den Erläuterungen des BfS? Laut Leitfaden sind DRW als Dosiswerte definiert, die mit den für die jeweilige Untersuchungsart geeigneten Röntgeneinrichtungen erreicht werden. Am besten geeignet ist in diesem Zusammenhang eine teils „heterogene Gerätelandschaft“. Bei „konventionellen“ Röntgenuntersuchungen (Projektionsradiographie) werden zum Erreichen einer ausreichenden diagnostischen Bildqualität als Bildempfänger (noch) das Film-Folien-System (analog) sowie digital die Speicherfolie („CR-System“) und der Festkörperdetektor („DR-System“) mit teils unterschiedlicher Bildempfängerdosis und somit entsprechend unterschiedlicher Strahlenexposition eingesetzt. Die Ärztlichen Stellen verlangen, dass auch bei Überschreitung einzelner Werte dies begründet sein muss. Ohne Begründung ist auch eine 20%ige Überschreitung nicht akzeptabel. Die Ärztlichen Stellen beraten diesbezügliche Betreiber im Rahmen einer Optimierung, wie sie in § 16 Abs. 2 RöV festgelegt ist: „Feststellung, dass die erforderliche Bildqualität mit einer möglichst geringen Strahlenexposition erreicht wird“. Nach Erfahrungen der Ärztlichen Stellen ist der DRW-Wert bei den meisten Röntgenuntersuchungen bei korrekter Anwendung leicht zu unterschreiten. 4) Ist es richtig, dass die beständige Überschreitung der DRW und das Ausbleiben einer Überprüfung durch den Anwender / Betreiber als Körperverletzung angesehen werden? Als Strahlenschutzverantwortlicher / -beauftragter muss man über die Bedeutung und die Größenordnung der DRW ausreichend informiert sein, zumal dieses Thema in den Aktualisierungskursen regelmäßig angesprochen und diskutiert wird. In einer radiologischen Abteilung muss man einfach wissen, „wo man mit seinen Dosiswerten liegt“, um bei Defiziten entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Die Durchführung der Konstanzprüfungen ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Erkenntnisquelle. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.01.2017 - 09:35 Uhr:
Frage:2833 BETREFF: Refertigende Indikation für Schädel CT im Jahr 2007
Sehr geehrte Damen und Herren, meine Frage bezieht sich auf die rechtfertigende Indikation im Sinne der Röntgenverordnung für ein Schädel CT im Jahr 2007 mit der Begründung ´zunehmende Denkstörungen´. Es wäre super wenn Sie mir eine Hilfestellung diesbezüglich geben könnten, da meine juristische Rechsche eider nicht bisher leider nicht sonderlich erfolgreich war. Ich benötige die Antwort auf diese Frage für eine Begutachtung durch den MDK des Landes Bremen für die Begutachtung eines Behandlungsfehlers.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Moritz, ich (als Physiker) habe Ihre Frage an einen radiologischen Kollegen weitergegeben, der viel mit CT und MRT zu tun hat. Dessen Meinung zur Abklärung der Ursachen von „zunehmenden Denkstörungen“ mittels CT ist durchaus positiv, und es gibt nach seiner fachlichen Ansicht eine Reihe medizinisch-radiologischer Gründe für eine Stellung der rechtfertigenden Indikation. Ganz vorne, aber nicht ausschließlich, steht dabei die Sicherstellung, dass Durchblutungsstörungen und Tumore auszuschließen sind. Mir ist klar, dass diese wenigen Sätze den Informationsbedarf zu Ihrer Fragestellung wohl nicht vollständig ausschöpfen können. Empfehlenswert ist sicherlich ein Rundblick im Internet, den ich auch genommen habe. Man findet dort einige Beiträge zum Thema rechtfertigende Indikation, unter anderem auch zur Durchführung computertomographer Untersuchungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.01.2017 - 21:43 Uhr:
Frage:2832 BETREFF: Nachfrage
Guten Tag. Vielen Dank für die Antwort. Ich habe mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Der Patient kam in die Praxis, als der Radiologe schon außer Haus war, aber eine MTRA noch anwesend, mit einem Überweisungsschein eines Arztes. Darf dann die MTRA die Röntgenaufnahme anfertigen, falls der anfordernde Arzt fachkundig sein sollte? Falls der Arzt nicht fachkundig sein sollte, dürfte die Sache klar sein, da niemand die rechtfertigende Indikation stellen kann. Danke nochmals


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brock (oder Herr Stephan?), richtig ist, dass die MTRA die Röntgenuntersuchung auch dann technisch durchführen darf, wenn sich kein fachkundiger Arzt in der Nähe befindet. Die vor der technischen Durchführung notwendige rechtfertigende Indikation darf u.E. jedoch nur ein fachkundiger Arzt stellen, der in die Strahlenschutzorganisation des ´Betreibers (Strahlenschutzverantwortlichen)´ der Röntgeneinrichtung eingebunden ist. Dies ist auch plausibel, da zur rechtfertigenden Indikation die geeignete Durchführungsmethode gehört, die wiederum abhängig von der technischen Ausrüstung ist. Diese technische Ausrüstung ist aber einem ggf. fachkundigen Überweiser oder Zuweiser i.d.R. nicht bekannt. Außerdem gehört zur rechtfertigenden Indikation auch die Nutzen-/Risiko-Abwägung, die auch nur durch einen fachkundigen Arzt erfolgen kann (darf), der das vorhandene Equipment ausreichend beurteilen kann. Nicht zuletzt bleibt die Verantwortung für die Röntgenuntersuchung beim ´Betreiber´ der Röntgeneinrichtung und seinen fachkundigen Ärzten. Auch darum muss die rechtfertigende Indikation durch fachkundige Ärzte erfolgen, die im Direktionsbereich des ´Betreibers´ der Röntgeneinrichtung tätig sind. Dieses ergibt sich auch aus den Pflichten des Strahlenschutzverantwortlichen, die u.a. in § 15 Abs. 1 Ziffer 4 RöV aufgeführt sind (direkter Bezug auf § 23 Abs. 1 - Stellung der rechtfertigenden Indikation). Da es grundsätzlich nicht zur Aufgabe von MTRA gehört, die rechtfertigende Indikation von fachkundigen Ärzten zu beurteilen bzw. zu korrigieren (auch nicht die von externen fachkundigen Ärzten), ist die von Ihnen beschriebene Durchführung einer Röntgenuntersuchung nach unserer Meinung i.S. der RöV nicht zulässig. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.01.2017 - 21:21 Uhr:
Frage:2831 BETREFF: Nachfrage
Guten Tag. Vielen Dank für die Antwort. Ich habe mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Der Patient kam in die Praxis, als der Radiologe schon außer Haus war, aber eine MTRA noch anwesend, mit einem Überweisungsschein eines Arztes. Darf dann die MTRA die Röntgenaufnahme anfertigen, falls der anfordernde Arzt fachkundig sein sollte? Falls der Arzt nicht fachkundig sein sollte, dürfte die Sache klar sein, da niemand die rechtfertigende Indikation stellen kann. Danke nochmals


1. Antwort: Die Frage wurde versehentlich 2x gestellt! Antwort: Siehe Frage Nummer 2832 K. Ewen



  Frage gestellt am 26.01.2017 - 19:58 Uhr:
Frage:2830 BETREFF: Röntgen ohne anwesenden Arzt
Guten Tag. Meine Frage wäre: Darf in einer radiologischen Praxis von einer MTRA noch ein Röntgenbild (z.B. Hand in 2 Ebenen) angefertigt werden, wenn kein Radiologe mehr anwesend ist (z. B. abends)? Der zuweisende Arzt ist in der Praxis bekannt und besitzt die (Teil-)Fachkunde und wäre berechtigt, eine rechtfertigende Indikation zu stellen, ist aber natürlich auch nicht vor Ort. Danke Stephan


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brock, zunächst grundsätzlich: Bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation durch einen entsprechend fachkundigen Arzt muss dieser die Möglichkeit haben, den Patienten vor Ort untersuchen zu können (§ 23 Abs. 1 RöV). Folgerung daraus: Dieser Arzt muss also deswegen vor Ort sein. Die rechtfertigende Indikation muss natürlich zeitlich vor der eigentlichen Untersuchung erfolgen – welche Zeitspanne davor ist in der RöV nicht festgelegt. Eine MTRA darf ohne Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen (§ 24 Abs. 2 RöV), sie darf aber nicht die rechtfertigende Indikation dazu stellen. Ihrer Frage hört sich so an, ob eine MTRA nach einer schon (im o.g. Sinne ordnungsgemäß) abgelaufenen Röntgenuntersuchung aus welchen Gründen auch immer „noch“ (also nachträglich) eine Röntgenaufnahme anfertigen darf, deren Notwendigkeit aber nicht in der o.g. schon gestellten rechtfertigenden Indikation enthalten ist. Wenn das so gemeint sein sollte, wäre dieses Vorgehen nicht korrekt, da für diese „Zusatzuntersuchung“ eine weitere rechtfertigende Indikation gestellt werden müsste, dies aber nicht möglich ist, weil ein entsprechend fachkundiger Arzt nicht vor Ort ist. Der überweisende oder zuweisende Arzt darf, auch wenn er über Fachkunde im Strahlenschutz verfügt, in diesem Fall die rechtfertigende Indikation nicht stellen, da er nicht in die betriebliche Strahlenschutzorganisation eingebunden ist (vgl. Paragraph 23 Abs. 1 Sätze 4 und 5 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 24.01.2017 - 14:21 Uhr:
Frage:2829 BETREFF: Aktualisierung im Strahlenschutz
Hallo Herr Prof Ewen Ich habe 2013 die Aktualisierung gemacht. Und zwar: Fachkunde im Strahlenschutz nach Paragraph 30 StrSchV sowie nach Paragraph 18a der RöV. Welcher Kurs ist nun für nuklearmedizin und welcher berechtigt mich CTs zu fahren? Da ich nur noch Bereitschaftsdienste im Röntgen mache, möchte ich auch nur dafür die Fachkunde erneuern. Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Oberdorf, aus Ihrer Fragestellung könnte man schließen, dass Sie MTRA sind. Denn nur Ärzte und MTRAs können Fachkunde im Strahlenschutz erwerben. Und da Sie hier den Begriff ´CT fahren´ anführen, wäre der Schluss nahe, dass Sie damit die technische Durchführung von CT-Untersuchungen meinen. Wenn das also so sein sollte, müssen Sie diese Fachkunde aktualisieren, und zwar im Rahmen eines entsprechenden Kurses, der (da Sie nuklearmedizinisch nicht mehr tätig sein wollen) nur nach RöV veranstaltet wird (CT ist inbegriffen) und der 8 Unterrichtsstunden dauert. Wo derartige Kurse in Ihrem räumlichen Umfeld veranstaltet werden, kann man im Internet herausfinden oder über die örtlich zuständige Ärztekammer erfahren. Noch ein Tipp: Überlegen Sie sich es noch einmal, ob Sie die Fachkunde nach StrlSchV sicherheitshalber nicht auch aktualisieren wollen, denn ein entsprechender Kurs für StrlSchV und RöV zusammen dauert nur 4 U-Stunden länger als der ´reine´ RöV-Kurs. Aber Ihre StrlSchV-Fachkunde wäre für weitere 5 Jahre gesichert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 22.01.2017 - 13:36 Uhr:
Frage:2827 BETREFF: Detektorsysteme
Müssen- und wenn ja, wie oft- Detektorsysteme im Röntgen gewartet werden?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Münzer, es gibt keine zu § 66 Abs. 2 StrlSchV analoge Wartungspflicht nach der RöV. Im Rahmen von nach § 16 Abs. 3 RöV regelmäßig durchzuführenden Konstanzprüfungen (KP) kann man allerdings ziemlich genau feststellen, ob die in KP-Normen bzw. in der Qualitätssicherungs-Richtlinie festgeschriebenen Toleranzen, Grenzwerte, etc. eingehalten sind oder nicht. Diese Pflicht zu regelmäßig durchzuführenden Konstanzprüfungen ähnelt aber in gewissem Sinne einer internen Sicherheitsprüfung der Einrichtung (z.B. des Detektorsystems), wie sie auch im Rahmen einer Wartung vorgenommen werden würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.01.2017 - 18:10 Uhr:
Frage:2825 BETREFF: Bleigleichwert Trockenbau
Sehr geehrte Damen und Herren.Ich werde ein digitales Gerät für Orthopantomographie und Fernröntgenseitenbild erwerben. Wie muss ich den Bleischutz bei der Trockenbauwand gestalten. Reichen 0,5 mm aus? MfG


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Attin, man muss zwischen Wandbereichen unterscheiden, die nicht von der Nutzstrahlung getroffen werden können, also nur gegen sog. Störstrahlung abzuschirmen sind, und dem Wandbereich, der eine Abschirmung gegen Nutzstrahlung von Fernröntgenaufnahmen erfordert. Eine Abschirmung mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm reicht für alle Wände aus, mit Ausnahme der Wand, auf die die Nutzstrahlung beim Fernröntgenbetrieb gerichtet ist. Der in diesem Fall erforderliche Bleigleichwert hängt vom Abstand zwischen Röntgenstrahler und abzuschirmendem Aufenthaltsplatz und von dem dort festzulegenden Dosisgrenzwert ab. Sollte der Abstand im Bereich zwischen 2,0 bis 2,5 m liegen und der Grenzwert 1 mSv im Jahr betragen, dann wäre für die Abschirmung der Nutzstrahlung im Fernröntgenbetrieb ein Bleigleichwert von 1,25 mm erforderlich. Die Bestimmung des baulichen Strahlenschutzes in der Röntgendiagnostik geschieht nach DIN 6812 („Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV – Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes“). Sie werden verstehen, dass wir keine Garantie für diese Auskunft übernehmen können. Ich empfehle Ihnen, sich diesbezüglich mit der Lieferfirma dieser Röntgeneinrichtung in Verbindung zu setzen oder vielleicht mit einem behördlich bestimmten Sachverständigen, der auch später nach Fertigstellung der Installation die Überprüfung des Strahlenschutzes nach § 4 Abs. 2 RöV vornehmen soll (Liste der Sachverständigen im jeweiligen Bundesland: siehe Internet). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.01.2017 - 11:24 Uhr:
Frage:2824 BETREFF: Schutzschürzen
Guten Tag, ich hätte eine Frage zur Überprüfung von ´in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´ gemäß DIN 6857-2. Im Moment sind Personen unterwegs die den Betreibern (Krankenhäuser) die regelmäßige Prüfung nach der o. g. DIN-Norm ´verkaufen´ möchten. Nach deren Aussage ist diese Prüfung unbedingt gesetzlich vorgeschrieben. Ich habe nun mehrere Sachverständige angerufen und keiner konnte mir genau sagen, ob diese Prüfung wirklich schon gesetzlich notwendig ist. Wie mir gesagt wurde, wird es doch erst mit der Einführung der ´neuen´ SV-RL erforderlich sein. Wie soll man sich nun verhalten ? Gruß


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Frank, in der zurzeit noch geltenden Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) ist die DIN 6857-2 gar nicht erwähnt. Das kann auch nicht sein, weil diese Norm relativ neu ist (August 2016). Im jetzt vorliegenden Entwurf der novellierten SV-RL findet man in den entsprechenden Prüfpositionen „Persönliche Schutzausrüstung ohne Mängel“ die Ergänzung „Prüfung nach DIN 6857-2 durchgeführt von: …. am …. „ . Aber eine Norm hat grundsätzlich aus sich heraus keine Rechtsverbindlichkeit wie eine Verordnung oder ein Gesetz. Aber man ist gut beraten, wenn man Normen in die Überprüfungsmodalitäten mit einbezieht, um auf diese Weise der Forderung des § 3 Abs. 2 Nr. 5 RöV nach Einhaltung des Standes der Technik nachzukommen. Aber grundsätzlich muss das nicht über den Weg einer Norm geschehen. Es ist denkbar, dass auch außerhalb einer Norm formulierte Prüfverfahren akzeptiert werden können, wenn sie zu demselben Schutzziel führen wie das im normativen Bereich der Fall ist. Zur Durchführung von Prüfungen nach DIN 6857-2 wird man auch Röntgenstrahlung benötigen (siehe Kap. 4.3 in der Norm). Schürzenprüfungen können sowohl vom hauseigenen Personal unter Verantwortung einer im Strahlenschutz fachkundigen Person (Arzt, Physiker, MTRA) als auch im Auftrag von externen Institutionen durchgeführt werden. Von Letztgenannten muss beachtet werden, dass bei Nutzung von Röntgenstrahlung die Bestimmungen des § 6 RöV einzuhalten sind. Fazit: 1) In der noch gültigen SV-RL ist von einer „Prüfung nach DIN 6857-2“ nicht die Rede, weil diese Norm bei Inkrafttreten der Richtlinie noch nicht existierte. 2) Der Zeitpunkt des Inkrafttretens einer neuen SV-RL (mit Einbeziehung der DIN 6857-2) ist noch unbekannt. 3) Eine Norm ist keine gesetzliche Vorschrift. 4) Eine regelmäßige Prüfung von Schutzkleidung ist für das radiologische Personal wichtig. Die DIN 6857-2 ist in dieser Hinsicht ein empfehlenswertes Regelwerk, auch wenn sie kein Gesetz oder keine Verordnung ist. 5) Mit der Schürzenprüfung sollte man möglichst bald beginnen und nicht warten, bis die neue SV-RL in Kraft getreten ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.01.2017 - 16:07 Uhr:
Frage:2823 BETREFF: Nachtrag zu Frage:2821 - rechtfertigende Indikation – Änderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, für die Beantwortung bedanke ich mich erneut und zutiefst. Mit Ihrer Aussage „Es ist für uns nicht vorstellbar, dass eine rechtfertigende Indikation gestellt wird, ohne dass es überhaupt eine Fragestellung gibt (sozusagen ins Blaue hinein)“ bzw. „kann u.E. später nicht geändert werden“ haben Sie umschrieben, wie sich mir der Vorgang unter Betrachtung meines Wissens zum Inhalt der RöV dazu dargestellt hat. Schriftliche Überweisung vom Kollegen mit der „Fragestellung“: Der Patient erlitt einen Unfall mit einer Schädigung des N. radialis recht. Bitte Rö: Rechtes Handgelenk in zwei Ebenen. In der Praxis ist weder der Patient noch seine Anamnese bekannt. Noch ist bekannt, dass dem Kollegen sowohl diverse Rö-Befunde der Hand aus dem Verlauf der letzten Jahre vorliegen noch ist der Praxis bekannt, dass der Kollegen darüber informiert ist, dass eine etwa 6 Monate alte MRT Handspule mit Kontrastmittel (V. a. Arthrose) vorliegt, die alle pathologische össäre Veränderungen ausschlossen (unauffälliger Normalbefund des Skeletts). Eine körperliche Untersuchung/Anamneseerhebung/weitere Abklärung bei dieser „Fragestellung“ durch den Radiologen erfolgt ebenfalls nicht, es liegt auch keine wie auch immer geartete Dokumentation dazu vor. Vor und zum Röntgen liegt einzig oben genannte „Fragestellung“ des überweisenden Kollegen als „rechtfertigende Indikation“ vor. Nach dem Röntgen der Hand liegt vom Radiologen mit Datum einen Tag später das Rö-Bild befundet vor und zum Rö-Befund wird als Indikation dokumentiert: anhaltende Beschwerden nach Trauma mit Schmerzen über dem Handgelenk. Fragestellung eines CRPS I. Ossäre Veränderungen? Demineralisierung? Ich werde Ihren Vorschlag aufgreifen. MfG Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, ich interpretiere diesen Ihren Text nicht als eine weitere Fragestellung sondern als einen kommentierenden Beitrag zu diesem auch bei Strahlenschutzkursen häufig und manchmal auch heftig diskutierten Thema ´Rechtfertigende Indikation´. Ich gebe Ihren Dank auch an einen Kollegen weiter, der mir nicht selten bei kniffeligen Problemfällen im rechtlichen Strahlenschutz fachliche Ratschläge erteilt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 19.01.2017 - 14:12 Uhr:
Frage:2822 BETREFF: Schürzenprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir führen in unserem Hause derzeit Schürzenprüfungen durch, hierbei ist ein Hersteller sehr auffällig, da die Schürzen fast durchgehend Löcher bzw. Aufhellung aufweisen. Diese befinden sich zum teil im Naht und Randbereich. Laut des Herstellers wäre dies nicht gravierend / Ausschlaggebend da diese nicht im Brustbereich sind. Ist denn nicht jegliche Strahlenexposition zu vermeiden? Meine Kollegen und ich haben kein gutes Gefühl diese Schürzen weiter anzuziehen. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brecht, die Prüfung von Röntgen-Schutzkleidung geschieht nach DIN 6857-2. In dieser Norm, die Sie vielleicht kennen bzw. die Sie kennen sollten, wenn Sie Strahlenschutzschürzen prüfen, wird erläutert, wie man bei diesen Prüfungen vorgehen sollte, welche Prüfmethoden es gibt und wie man Mängel erkennen kann (siehe u.a. den Anhang A dieser Norm). Man muss schon ein wenig Erfahrung mit diesen Prüfmethoden haben und vor allem bei Prüfungen mit Röntgenstrahlung in der Lage sein, Mängel, also Defekte, die eine Minderung der Schutzwirkung haben könnten, von „harmlosen“ Strukturen, wie z.B. Nähte und Falten, unterscheiden zu können. Im Anhang B der genannten Norm sind graphische Bilder von Schürzen gezeigt, in denen die Bereiche gekennzeichnet sind, die man bei der Tastprüfung besonders beachten sollte. Natürlich muss die gesamte Fläche der Schürze untersucht werden und keineswegs nur der Brustbereich. Es ist kaum vorstellbar, dass sich „jemand vom Fach“ so unqualifiziert äußert bzw. geäußert hat. Uns ist es allerdings nicht bekannt (und verwundert uns auch), dass besonders bei einem Hersteller eine gehäufte Zahl von Mängeln festgestellt worden sei. Wichtig: Nicht jede Aufhellung im Röntgenbild ist ein „Loch“ (siehe oben), also eine Stelle verminderter Abschirmwirkung (siehe in der Norm auch die Anmerkung in 4.1.1, die Anmerkung 2 in 4.3.2.2 und die Anmerkung 2 in 4.3.2.4). Titel der Norm: DIN 6857-2 „Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung – Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung“ von August 2016. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.01.2017 - 19:20 Uhr:
Frage:2821 BETREFF: Nachfrage zu Frage:2819 - rechtfertigende Indikation – Änderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, für die Beantwortung meiner Frage bedanke ich mich. Leider bleibt trotzdem ein mir wesentlicher Teil meiner Frage offen. Ist es korrekt, dass die rechtfertigende Indikation vom Radiologen/fachkundigem Arzt vor durchzuführendem Röntgen zu stellen ist? Ist es korrekt, dass eine nachträgliche Änderung nach durchgeführtem Röntgen der zum Röntgen vorliegenden, rechtfertigenden Indikation unzulässig ist? Für mich ist eine Aussage dazu insofern wichtig, da es im Rahmen von Arbeitsplatzumstrukurierung vorkommen könnte, daß der Überweisungsauftrag erst nach durchgeführtem Röntgen zur Befundung gesehen würde - und damit auch die Prüfung und Änderung der rechtfertigenden Indikation erst nach dem Röntgen stattfinden würde. Soweit ich die RöV verstanden habe, wäre die unzulässig. Mit herzlichem Dank im Voraus Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, es ist richtig, dass der fachkundige Arzt die rechtfertigende Indikation in jedem Einzelfall vor der Röntgenuntersuchung stellen und zeitnah dokumentieren muss (dabei mag dahingestellt bleiben, ob die Dokumentation in jedem Fall vor der Untersuchung erfolgen kann – man denke hier an Röntgendurchleuchtungen). Es ist für uns nicht vorstellbar, dass eine rechtfertigende Indikation gestellt wird, ohne dass es überhaupt eine Fragestellung gibt (sozusagen ins Blaue hinein). Unerheblich ist, ob die Fragestellung schriftlich oder mündlich bzw. telefonisch erfolgt. Die rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlung wird sich i.d.R. genau auf die Fragestellung beziehen und kann u.E. später nicht geändert werden, denn die tatsächliche Anwendung erfolgte ja auf der Grundlage genau dieser rechtfertigenden Indikation. Wenn z.B. eine mündliche Fragstellung später schriftlich vorgelegt wird und sich dabei Ergänzungen oder Änderungen ergeben, dann muss der fachkundige Arzt entscheiden wie er damit umgeht und ob ggf. zusätzliche rechtfertigende Indikationen und Untersuchungen erforderlich sind. Auch hier ist wieder eine Dokumentation erforderlich, die evtl. auch Begründungen für die zusätzlichen Untersuchungen enthalten muss. Da dieses Vorgehen plausibel abgebildet werden kann, erschließt sich für uns nicht die Notwendigkeit einer Änderung der rechtfertigenden Indikation. Erklärbar, aber auch nicht zulässig wäre eine nachträgliche Änderung, wenn die rechtfertigende Indikation von einem Arzt ohne Fachkunde im Strahlenschutz gestellt worden wäre (dies wäre nämlich mindestens eine Ordnungswidrigkeit). Noch ein Wort zu Ihrer Formulierung über die nachträgliche Prüfung der rechtfertigenden Indikation. Eine solche Prüfung ist nach der RöV nicht vorgesehen. Der fachkundige Arzt stellt die rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung aufgrund seiner Fachkompetenz. Eine spätere innerbetriebliche Prüfung ist hier nicht vorgesehen, damit besteht auch kein Grund zur Änderung. Wenn hier aber nach Ihrer Meinung Daten unzulässig verändert werden, dann sollte ein Gespräch mit den Verantwortlichen und Beauftragten für diesen Tätigkeitbereich geführt werden, ggf. ist auch die zuständige Aufsichtsbehörde und/oder die ärztliche Stelle einzubinden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 16.01.2017 - 14:03 Uhr:
Frage:2819 BETREFF: rechtfertigende Indikation - Änderung
Sehr geehrte Damen und Herren, ist es Rechtens, daß erst nach durchgeführtem Röntgen die rechtfertigende Indikation des überweisenden Arztes und dazu ohne daß der Radiologe überhaupt vor dem Röntgen auch nur irgendeinen Kontakt mit dem Patienten oder nähere Angaben/Rücksprache mit dem überweisenden Kollegen hatte, auf dem Röntgenbefund geändert/angepaßt wird? Soweit ich die RöV § 28 – Aufzeichnungspflichten bzw. Richtlinie zu Aufzeichnungspflichten nach den §§ 18, 27, 28 und 36 der Röntgenverordnung und Bekanntmachung zum Röntgenpass, 56. Sitzung des Länderausschusses Röntgenverordnung, 19. Juni 2006, TOP C 9 - RdSchr. d. BMU v. 31. 7.2006 - RS 11 4 - 11432/10 - 3. Arbeitsanweisungen nach § 18 Abs. 2 RöV/3.1 Untersuchung mit Röntgenstrahlung verstehe, gilt nach § 28 RöV, Satz 1, Abs. 4 „Angaben zur rechtfertigenden Indikation nach § 23 Abs. 1 Satz 1“ bzw. als Schlußsatz des Satzes 1 „Die Aufzeichnungen sind gegen unbefugten Zugriff und unbefugte Änderung zu sichern“. MfG Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, die rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung stellt nicht der überweisende (in der Regel nicht fachkundige) Arzt, sondern ein für das Gesamtgebiet oder für das entsprechende Teilgebiet fachkundiger Arzt, der auch für den Betrieb der Röntgeneinrichtung vor Ort verantwortlich ist (z.B. ein Radiologe). Der überweisende Arzt stellt eine medizinische/ärztliche Indikation, d.h. er hat eine bestimmte Fragestellung, die er an den fachkundigen Arzt zur weiteren Entscheidung weitergibt. Der fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation zur Durchführung der Röntgenuntersuchung stellt, muss in der Regel keinen Kontakt mit dem überweisenden Arzt aufnehmen. Ausnahmen hiervon könnten sich ergeben, wenn die rechtfertigende Indikation in weitem Maß von der medizinischen Fragestellung des „Überweisers“ abweicht. Insoweit liegt die Dokumentation der rechtfertigenden Indikation und der Befundung eindeutig in der Verantwortung des fachkundigen Arztes. Nach unserer Meinung besteht in einem solchen Fall, in dem die Stellung der rechtfertigenden Indikation zeitnah zur Durchführung der Röntgenuntersuchung dokumentiert wird, auch gar nicht die Gefahr, dass Aufzeichnungen unbefugt durch den Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz geändert werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.01.2017 - 16:12 Uhr:
Frage:2818 BETREFF: Überprüfung von Röntgenschürzen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Wie ist der derzeitige Stand der Dinge in Sachen regelmäßige Kontrolle von Röntgenschürzen. Ist eine Norm in Vorbereitung oder schon umgesetzt? Ich glaube nicht, dass ich der erste bin der danach fragt, konnte aber keinen entsprechenden Forumsbeitrag finden. Ich werde mich freuen, wenn Sie mir auf die Sprünge helfen können. Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann ja, es gibt inzwischen eine Norm für die Durchführung dieser regelmäßigen Kontrollen: DIN 6857-2 ´Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung - Teil 2: Qualitätssicherung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´ von August 2016. Sie sind auch nicht der Erste, der danach gefragt hat. In dieser Norm finden Sie die empfohlenen Zeitabstände zwischen den Prüfungen und Beschreibungen der verschiedenen Prüfungsarten. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 09.01.2017 - 15:56 Uhr:
Frage:2817 BETREFF: Stitching Technik
Hallo! Ich hätte eine Frage und zwar ob bei der Stitching Technik bei Ganzbein Aufnahmen eigentlich wichtige Bildinformationen verloren gehen wegen der Bildüberschneidungen? Viele Grüße Anna


1. Antwort: Hallo Anna, die Kurzantwort auf Ihre Frage: Wichtige Bildinformationen gehen nicht verloren! Die etwas ausführlichere Antwort unter Mithilfe eines radiologischen Kollegen: Bei der Stitching-Technik handelt es sich um ein Zusammenfügen mehrerer Einzelbilder zu einem Gesamtbild, wie es klassischerweise bei einer Ganzbeinaufnahme üblich ist. Für die Durchführung wenden die Gerätehersteller, und zwar auch abhängig vom Detektortyp (Speicherfolien/Festkörper), verschiedene Techniken an. Hierbei werden in der Regel leicht (typisch: ca. 3 cm) überlappende Aufnahmen angefertigt, bei denen zusätzliche Markierungen (Kügelchen oder Kreuzchen) mit dargestellt werden. Anhand dieser Markierungen setzt die Software dann das Bild an der richtigen Stelle zu einem Gesamtbild an. Im Bereich dieser Überlappungen können leichte Artefakte oder Unschärfen auftreten, die die Diagnostik aber nicht beeinflussen, da anhand der Aufnahmen weitgehend nur Messungen vorgenommen werden und keine eigentliche Knochendiagnostik stattfindet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.01.2017 - 13:02 Uhr:
Frage:2816 BETREFF: Wer darf Prüfen?
Hallo zusammen, Ich habe folgende Frage. Da ja dieses Jahr die Prüfungen nach Din 6857-2 nicht mehr Hausintern stattfinden dürfen, würde ich dies gerne für andere Krankenhöuser anbieten. Welche Voraussetzungen muss ich dafür erfüllen? Muss man spezielle Seminare oder Kurse absolvieren? Vielen Dank vorab und noch eine schöne Woche Viele Grüße Sascha Arnold


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Arnold, uns hier beim Team des Forum Röntgenverordnung ist nicht bekannt, dass Qualitäts- oder Qualitätssicherungsprüfungen nach DIN-Normen (z.B. 6857-2) oder anderen Vorgaben grundsätzlich nicht mehr hausintern erfolgen dürfen. Dies kann aber durchaus auf einzelne Betriebe zutreffen, wenn die zuständige Behörde so etwas aus speziellen Gründen festgelegt hat. Wenn Sie als externer Dienstleister solche Prüfungen, zu denen i.d.R. auch Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss, anbieten wollen, dann müssen Sie diese Tätigkeit bei der für Sie zuständigen Strahlenschutzbehörde nach § 6 der RöV anzeigen. Im Rahmen dieser Anzeige müssen Sie in aller Regel eine Fachkunde im Strahlenschutz nach der RöV nachweisen. Zu den Einzelheiten dieser Fachkunde (Nachweis der Sachkunde und der theoretischen Ausbildung) sollten Sie mit der zuständigen Behörde Kontakt aufnehmen, da es unterschiedliche Fachkundegruppen gibt. Aufgeführt sind die einzelnen Gruppen in der Fachkunderichtlinie Technik nach der RöV. Etwas anders aussehen könnte das Verfahren, wenn die tatsächliche Prüfung (Einschalten der Röntgenstrahlung, ausüben der Weisungsbefugnis) durch den „Betreiber“ der Röntgeneinrichtung oder sein Personal erfolgt und Sie lediglich die Kontrolle der Prüfungsunterlagen und die Bewertung vornehmen. In diesem Fall kann man in der Regel davon ausgehen, dass Sie keine Tätigkeit im Sinne des § 6 RöV durchführen und keine Anzeige mit Nachweis der Fachkunde im Strahlenschutz erstatten müssen. Da die Bewertung der Tätigkeit aber von mehreren Umständen abhängt und unterschiedlich eingeordnet werden kann, empfehlen wir Ihnen, sich mit der zuständigen strahlenschutzrechtlichen Aufsichtsbehörde (z.B. Bezirksregierungen, Arbeitsschutzämter, Gewerbeaufsichtsämter o.ä.) zur Herstellung der notwendigen Rechtssicherheit abzusprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.01.2017 - 12:22 Uhr:
Frage:2815 BETREFF: Schleierleuchtdichte
Hallo, hat sich schon mal jemand Gedanken über den Sinn der Toleranz der Schleierleuchtdichte gemacht? Gibt es Angaben über die Messgenauigkeit der verwendeten Messgeräte bei diesem Messwert? Es wird immer wieder die Überschreitung der zulässigen Toleranz bemängelt. Hierbei denkt keiner über die Fehlergrenze bei diesem Messergebnis nach! Es wird an der unteren Grenze des Messbereiches gemessen! mfg W.Gleichmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gleichmann, normalerweise geht das im Forum RöV relativ schnell mit der Beantwortung der Fragen. Bei dieser Anfrage gab`s bei uns ein Problem. Deshalb hat es so lange gedauert. Sorry. Für alle Forumleser, die nicht so mit der Materie vertraut sind, die hier angesprochen ist, ein paar einleitende Sätze: Die sog. Schleierleuchtdichte („Lamb“) ist ein Begriff, der in der DIN 6868-157 („Abnahme- und Konstanzprüfungen nach RöV an Bildwiedergabesystemen“) eine Rolle spielt (Definition: 3.32 in der Norm). Diese muss bei der Abnahmeprüfung messtechnisch überprüft werden (siehe Tab. 3 und 8.3.3 der Norm). Auch bei der Konstanzprüfung muss Lamb grundsätzlich messtechnisch geprüft werden (siehe Tab. 7 in der Norm), aber nur unter den in den Fußnoten a und b dieser Tabelle genannten Voraussetzungen. In den Abschnitten 6.2.1 und 6.2.2 ist einiges zu den Leuchtdichte-Messgeräten gesagt. Hier noch ein paar Einzelheiten zu dem Problemfeld „Messung von Lamb und Messungenauigkeit“: Die messtechnische Prüfung von Lamb im Rahmen der Konstanzprüfung ist ja nur bei Auffälligkeiten bei der Minimaldichte erforderlich. Für die Raumklassen RK1 und RK2 kann alternativ auch die Beleuchtungsstärke bei der Konstanzprüfung gemessen werden. Das für die Abnahmeprüfung geeignete Leuchtdichte-Messgerät muss mindestens der Klasse B nach DIN 5032-7 entsprechen. (heißt: der Messfehler beträgt auch bei niedrigen Leuchtdichten maximal 10 % im spezifischen Messbereich). Auf Ihre Frage, ob sich schon jemand Gedanken über den Sinn der Toleranz der Schleierleuchtdichte gemacht hat, kann man hier im Forum nichts Eindeutiges sagen („Gedanken“?). Wir meinen aber, ja (z.B. der Arbeitskreis des NAR, der die DIN 6868-157 verfasst hat). Ob „keiner“ bei Bemängelung der Überschreitung zulässiger Toleranzen über die Fehlergrenze bei entsprechenden Messergebnissen nachgedacht hat, halten wir für unwahrscheinlich. Das ist ja geradezu der Sinn der Leuchtdichtemessungen, um derartige Überschreitungen festzustellen. Bei mobilen Systemen (siehe 8.6 der Norm) muss man natürlich ehr mit Abweichungen rechnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.01.2017 - 10:00 Uhr:
Frage:2814 BETREFF: FFA / FOA
Guten Tag , Ich bin auf der suche , wo gesetzlich verankert ist welchen FFA und FOA ich benutzen muss. Leider finde ich hier nichts. Oder gibt es keine gesetzliche Verankerung ? (denke aber mal schon, da man ja in der Schule, dass vorgeschrieben bekommt). Zumal man zb beim ELlenbogen seitlich den FFA meist in der Praxis eh nicht auf 115 hat. Für jeden Hinweis + Quellenangabe wäre ich sehr dankbar :-) Danke im vorraus


1. Antwort: Hallo Alexander, ´gesetzlich verankert´ sind Festlegungen dieser Art keineswegs. So etwas, wie Angaben zu röntgendiagnostischen Einstelltechniken, findet man beispielsweise in Leitlinien und Richtlinien, z.B. in der Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik (siehe Internet). Auskunft darüber sollten auch die örtlich zuständigen Ärztlichen Stellen (sieh § 17a RöV) geben können. Versuchen Sie es mal auf diesen Wegen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Frage gestellt am 03.01.2017 - 20:08 Uhr:
Frage:2813 BETREFF: Frage: EOS Strahlenbelastung und Ort
Hier im Forum wurde erwähnt, dass EOS Imaging in Hamburg durchgeführt wird. Haben Sie Informationen dazu, wo das dort möglich ist? Gibt es eine Auflistung von EOS Möglichkeiten in Deutschland? Ich interessiere mich auch für die verringerte Strahlenbelastung von EOS im Vergleich zu normalem Röntgen und wäre für einen Hinweis dankber. Danke!


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schmidt, ich beantworte Ihre Anfrage über Ihre private Mailadresse, da im Forum RöV keine Angaben zu Personen oder zu bestimmten Institutionen publiziert werden sollen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.01.2017 - 08:38 Uhr:
Frage:2812 BETREFF: Röv Auffrischung
Zählt für die Auffrischung immer das Datum des letzten Kurses oder das Datum der Röv und Strahlenschutzkenntnisse bzw. Fachkunde?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Thoma, die Uhr zur Aktualisierung der Fachkunde bzw. der Kenntnisse im Strahlenschutz beginnt zu ticken mit dem Datum, das auf der entsprechenden Bescheinigung der zuständigen Stelle (z.B. der örtlich zuständigen Ärztekammer) vermerkt ist. Bis spätestens 5 Jahre nach diesem Datum muss die erste Aktualisierung erfolgt sein. Die nun folgenden Aktualisierungszeitpunkte orientieren sich dann immer an dem jeweiligen Datum der (erfolgreichen und nicht länger als fünf Jahre zurückliegenden) weiteren Kursteilnahmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.01.2017 - 15:51 Uhr:
Frage:2811 BETREFF: MFA mit Röntgenschein
Guten Tag, mich interessiert, was MFA im sogenannten ´Röntgenkurs´ zum Erwerb des ´Röntgenscheins´ lernen. Mit diesem ´Röntgenschein´ dürfen sie röntgen und CT fahren, wenn ein fachkundiger Arzt anwesend ist. Doch ist die Ausbildung ausreichend, um alle in einem Akutkrankenhaus mit Spezialabteilungen erforderlichen Röntgenaufnahmen korrekt anfertigen zu können? Werden auch Spezialaufnahmen vermittelt? Die MTRA-Ausbildung dauert 3 Jahre. Einstelltechnik und Computertomographie nehmen einen großen Stellenwert ein. Welche Einstellungen werden in diesem 90-stündigen Röntgenkurs für MFA vermittelt? Und welche Kenntnisse und Befähigung erlernen MFA zum Fahren von CT? Und: Den Fachkräftemangel im MTRA-Bereich spürt man allerorten. Ist es hilfreich bei der Beseitigung dieses Mangels, wenn man deutlich macht, dass eine Arzthelferinnenausbildung auch ausreicht, um den komplexen Bereich in der Radiologie abdecken zu können, wenn man mit dann nur 90 Stunden ´Röntgenkurs´ die gleichen Tätigkeiten machen kann, vorausgesetzt, ein fachkundiger Arzt ist im Haus?


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Werner, Ihre Fragen sind ziemlich vielschichtig und können daher vom Team des Forum RöV auf allen betroffenen rechtlichen Ebenen nicht abschließend beantwortet werden. Wir geben uns aber alle Mühen. Zu der Frage, ob die Ausbildung zur MFA und der Erwerb deren Kenntnisse im Strahlenschutz ausreichend sind, um in einem Akutkrankenhaus mit Spezialabteilungen die anfallenden Röntgenuntersuchungen in vergleichbarer Weise wie eine MTRA technisch durchzuführen, vertreten wir, auf der Rechtsbasis der RöV, folgende Auffassung: 1) Es muss während der Röntgenuntersuchung ein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt anwesend sein („ständige Aufsicht und Verantwortung“, § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). 2) Es muss eine rechtfertigende Indikation seitens eines entsprechend fachkundigen Arztes gegeben sein (§ 23 Abs. 1 RöV). 3) Diese muss direkt oder indirekt (z.B. durch Verweis auf Arbeitsanweisungen) eine Beschreibung der jeweils korrekten Untersuchungsmethode mit einbeziehen. Diese Vorgaben, verbunden mit den erworbenen Kenntnissen im Strahlenschutz, den Einweisungen (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV), den Unterweisungen (§ 36 RöV) und der oben schon erwähnten ständigen Beaufsichtigung durch einen vor Ort anwesenden fachkundigen Arzt sollten Gewähr dafür bieten, dass die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen (siehe § 2 Nr. 7 RöV) durch MFA auf einem ausreichend hohen Qualitätsniveau erfolgt. Sollte eine MTRA diese Tätigkeit ausführen, entfällt für diese die genannte Aufsicht, d.h. sie kann die Untersuchung technisch durchführen, ohne dass ein fachkundiger Arzt in der Nähe sein muss. Nach unserem Verständnis ist eine solche ´eigenverantwortliche´ Tätigkeit nur mit der entsprechenden differenzierten Ausbildung und der damit verbundenen Fachkunde im Strahlenschutz einer MTRA möglich. Diese Unterscheidung zwischen MFA und MTRA bezieht sich hier aber nur auf die beaufsichtigte Tätigkeit (MFA) bzw. unbeaufsichtigte Tätigkeit (MTRA). Ihre Grundsatzfrage, ob die Ausbildung zur MFA überhaupt ausreichend sein kann, um auch hoch komplexe technische Durchführungen in der Radiologie zu erledigen, kann von uns im Forum RöV nicht beantwortet werden. Dazu müssten entsprechende Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) und dem Bundesumweltministerium (BMUB) geführt werden. Das gilt auch für die Frage, ob der Inhalt des Kenntniserwerbs (nachzulesen in den entsprechenden Fachkunderichtlinien) ausreicht, um anspruchsvolle Untersuchungsmethoden (z.B. CT) technisch zu realisieren. Hinzuweisen ist auf eine Änderung der RöV und StrlSchV von 2011. Mit dieser Änderung hat das Bundesumweltministerium festgelegt, dass die sonstige medizinische Ausbildung (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV) nicht nur einfach abgeschlossen, sondern ´erfolgreich´ abgeschlossen sein muss. Dies hat sicherlich dazu beigetragen, das Niveau der notwendigen Berufsausbildung der MFA zu verbessern. Wir sind der Meinung, dass die Tätigkeiten in der Radiologie ohne gut ausgebildete und gewissenhaft arbeitende MFA auf dem aktuellen Standard nicht möglich wäre, wobei bestimmte Bereiche (z.B. die Teleradiologie) nur den MTRA vorbehalten bleiben. Das Team des Forum RöV ist aufgrund eigener Erkenntnisse aus seiner praktischen Tätigkeit der Auffassung, dass in Deutschland die meisten MFA gut ausgebildet sind, gewissenhaft arbeiten und sich zielgerichtet fortbilden, um die von ihnen in der Radiologie ausgeübten Tätigkeiten qualitativ gut erledigen zu können. Natürlich gibt es, wie auch in anderen medizinisch orientierten Berufszweigen, Ausnahmen von diesem Standard. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.01.2017 - 11:54 Uhr:
Frage:2810 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen gibt es eine Verpflichtung den Strahlenschutzbeauftragten eines Krankenhauses auf der Website zu benennen. Ich denke nein, bin aber mit dieser Frage und Vermutung konfrontiert worden. Vielen Dank für Ihre Antwort MFG Dr. Hartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, hier mit Unterstützung eines im Strahlenschutzrecht sehr gut informierten Kollegen die Antwort auf Ihre Frage: Der Strahlenschutzbeauftragte ist Teil der Strahlenschutzorganisation eines Unternehmens und nach den Vorschriften der Röntgenverordnung und Strahlenschutzverordnung ordnungsgemäß schriftlich zu bestellen. Hierüber zu informieren sind innerbetriebliche Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wie Betriebs- (Personal-) Rat und Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Außerdem muss eine Mitteilung über die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten an die zuständige Aufsichtsbehörde erfolgen. Natürlich sollten auch alle in diesen Bereichen tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert sein, wer zuständiger Strahlenschutzbeauftragter ist und wie man diesen erreicht. Eine Information nach außen auf einer Website oder mit Aushang o.ä. ist weder erforderlich noch vorgesehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 26.12.2016 - 13:40 Uhr:
Frage:2809 BETREFF: Missbrauch mit dem Röntgen
Fast alle Ärzte und Radiologen wollen offenbar das Röntgen verharmlosen und aufschwatzen. Die §§ 7, 8, 11 der MBO-Ä sowie die Röntgenverordnung, insbesondere § 28c der RöV scheinen wie der gesamte Rechtsstaat nur auf dem Papier zu stehen. Wer „das Sagen“ hat, darf offenbar Rechtsbruch und Körperverletzung betreiben, auch Krebs besorgen. Insgesamt wurde ich innerhalb eines Jahres (November 2015 bis Dezember 2016) ca. 25 x geröntgt, davon 14 x das Handgelenk, 3 x der Oberkörper, 2 x der Kopf, 2 x der Hals, CT des Kopfes mit ca. 160 Schnitten, 2 x Röntgen des Knies. Nur 2 Aufnahmen des Handgelenks wären nötig gewesen. Ich bin überzeugt, dass mir damit Krebs besorgt wurde. Die zulässige Höchstdosis wurde sicher auch überschritten.


1. Antwort: Private Meinungen dieser Art betreffen nicht den Kompetenzbereich des Forum RöV. K.E.



  Frage gestellt am 21.12.2016 - 12:41 Uhr:
Frage:2808 BETREFF: CT-Intervention
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der von mir betreuten radiologiachen Abteilung werden CT-gesteueurte radikuläre Infiltrationen zur Schmerztherapie von den orthopädischen Kollegen durchgeführt. Gehe ich recht in der Annahme, dass für diesen Eingriff sowohl die Fachkunde im Teilgebiet CT als auch im Teilgebiet interventionelle Radiologie vorliegen müssen? Für Ihre Mühe vielen Dank im voraus! Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Braun, zu welchem Zweck in Ausübung der Heilkunde auch immer ein CT radiologisch eingesetzt wird, muss im Sinne des § 23 Abs. 1 RöV von einem CT-fachkundigen Arzt die sog. rechtfertigende Indikation gestellt werden. Da es nicht wahrscheinlich ist, dass die genannten orthopädischen Kollegen die Fachkunde im Strahlenschutz für CT besitzen, wird diese Aufgabe wohl von dem dort tätigen Radiologen übernommen werden müssen. Also Punkt 1: CT-Fachkunde muss gegeben sein. Nach Rücksprache im entsprechend gut informierten radiologischen Umfeld liegt hier keine CT-gesteuerte Intervention sondern eine CT-gesteuerte Injektion vor. Also Punkt 2: Es ist hier keine Fachkunde für das Teilgebiet interventionelle Radiologie erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.12.2016 - 22:53 Uhr:
Frage:2807 BETREFF: DIN 6868-5 zu DIN 6868-151
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in der DIN 6868-151 Abnahmeprüfung wird für direkt digitale OPG-Systeme gefordert, dass der Feldrand ´an zwei gegenüberliegenden Seiten´ zu sehen sein muß. In DIN 6868-5 Konstanzprüfung wird ( m.E. richtig ) präzisiert ´oben und unten´. Die Referenzaufnahme aus der AP dient dem Betreiber als Vorlage für die KP. Aus der Differenz beider Vorschriften ergeben sich folgende Fragen : 1. Gibt es eine verbindliche korrigierende Vorgabe für die Sachverständigen, die Ref. aufnahme nach DIN 6868-5 anzufertigen? Bitte um Quellenangabe. 2. Wenn nein,kann sich der Betreiber bei der Beurteilung der KP auf die nach 151 angefertigte Ref.-aufnahme mit seitlichem Feldrand als Kriterium berufen? 3. Sind ggf. DIN 6868-5 und DIN 6868-151 als völlig getrennte Regelwerke zu betrachten, also sowohl die AP-/Referenzaufnahme mit seitlichem Feldrand als auch die KP-Aufnahme mit oberem und unterem Feldrand verbindlich und zulässig ? Mit freundlichem Gruß K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, zu Ihren 3 Fragen: 1) Es wird in absehbarer Zeit eine verbindliche Vorgabe für den Sachverständigen geben, die das Anfertigen einer Referenzaufnahme nach DIN 6868-5 im Sinne „oben und unten erkennbarer unbelichteter Rand“ fordern wird. Dies wird in der überarbeiteten Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) vorgenommen werden, und zwar in dem neu formulierten Prüfberichtsmuster 2.2.13, das unter anderem auch für die Prüfung von Panoramaschichtaufnahmegeräten gelten wird. In der jetzt vorliegenden Entwurfsfassung der SV-RL ist dafür die Prüfposition M13F08 vorgesehen. Ich kann hier und jetzt aber noch keine Aussage machen, wann die neue SV-RL in Kraft treten wird. 2) Mit dem in 1) erläuterten zukünftig zu erwartenden Vorgehen wären zwar jetzt die SV-RL und die DIN 6868-5 in diesem Punkt auf einen Nenner gebracht worden, aber nicht unter Einbeziehung der DIN 6868-151. 2) Hier müsste eine Anpassung erfolgen, zum Beispiel durch Einführung eines entsprechenden Textes in die QS-RL. 3) DIN 6868-151 und DIN 6868-5 können schon deshalb nicht als völlig getrennte Regelwerke betrachtet werden, weil die DIN 6868-151 mit der Abnahmeprüfung die Basis für die Durchführung der Qualitätssicherung an einer bestimmten Modalität (z.B. Röntgeneinrichtung, Bildwiedergabesystem) festlegt und DIN 6868-5 dann mit der Konstanzprüfung die QS-Forderung nach ausreichender Bildqualität mit möglichst geringer Strahlenexposition zeitlich fortschreibt. Die Verbindung zwischen einer AP- und der entsprechenden KP-Norm besteht in einer Festlegung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung (in diesem Fall nach Abschn. 9.12 der DIN 6868-151) und der regelmäßigen Verifizierung dieser Werte hier im Rahmen der DIN 6868-5. Von „völlig getrennten Regelwerken“ kann also keine Rede sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.12.2016 - 15:28 Uhr:
Frage:2806 BETREFF: Konstanzprüfung in der Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zur Konstanzprüfung in der Teleradiologie habe ich eine Frage. In der RöV § 16.Abs. 3 wird von einer Konstanzprüfung der Übertragungswege auf Stabilität sowie der Qualität und Übertragungsgeschwindigkeit gesprochen, die mindestens jährlich zu prüfen ist. In der DIN 6868-159 (6.2.5) wird dagegen von monatlich gesprochen und die QS-RL sagt über den Zeitraum nichts aus. Seitens der Aufsichtsbehörden wird der Zeitraum der Konstanzprüfung auch sehr unterschiedlich ausgelegt von monatlich, vierteljährlich, halbjährlich bis jährlich. Wenn ich die Rechtslage richtig beurteile müsste eine jährliche Konstanzprüfung jedoch ausreichen, da die RöV nur dies vorschreibt, wenn die arbeitstäglichen Prüfungen keine Beanstandungen ergeben. Ich hoffe Sie können mir dazu etwas verbindliche sagen. Herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen Manfred Heimann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heimann, man muss beachten, dass im Text des § 16 Abs. 3 RöV steht: „mindestens“ jährlich (wie Sie ja auch geschrieben haben). Diese Formulierung umfasst nach RöV theoretisch jede Zeitspanne zwischen einem Jahr und weniger (arbeitstäglich). Die Regelung der DIN 6868-159 in 6.2.5 ist schon etwas konkreter, aber auch nicht eindeutig, denn sie „empfiehlt“ für die „langfristigen“ Konstanzprüfungen 6.2.2 bis 6.2.4 eine monatliche und für die Konstanzprüfung 6.2.1 eine arbeitstägliche Prüffrist. Fazit: Die RöV schreibt im Satz 2 des § 16 Abs. 3 nicht „jährlich“ vor sondern „mindestens jährlich“. Und ich kann aus diesem Text nicht entnehmen, dass „jährlich“ ausreichend sein soll, falls die arbeitstäglichen Konstanzprüfungen keine Beanstandungen ergeben. Es bleibt, dass die zuständige Behörde nach dem letzten Satz in § 16 Abs. 3 RöV Abweichungen von den im Abs. 3 genannten Fristen festlegen kann. Es gibt viele „zuständige Behörden“ in der Bundesrepublik und man kann wohl eine strikte Einheitlichkeit deren Meinungen nicht erwarten. Ich persönlich würde den DIN-Vorschlag in 6.2.5 favorisieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.12.2016 - 17:52 Uhr:
Frage:2805 BETREFF: Arzthelferin mit Röv Schein in mobiler Einheit ohne Arzt
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin gelernte Arzthelferin mit Rö-Schein. Nun hätte ich ein Job- Angebot in einer mobilen Screeningeinheit. Dort sind nur MTA´S und keine Ärzte tätig. Ist es mir lt. Röv erlaubt Aufnahmen zu machen? Mfg M.D


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Arwen, eine Arzthelferin mit „Röntgenschein“, also mit Kenntnissen im Strahlenschutz, darf eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen („technische Durchführung“: siehe § 2 Nr. 7 RöV), aber nur „unter ständiger Aufsicht und Verantwortung“ eines/einer Arztes/Ärztin mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Diese ständige Aufsicht und Verantwortung wird so interpretiert, dass sich die betreffende Person in unmittelbarer Nähe des Untersuchungsortes aufhalten muss, was aber, wenn ich Ihren Text richtig interpretiere, in Ihrem Fall nicht zutreffend ist. Folgerung: Sie dürfen diese Aufnahmen nicht „machen“. Fragen Sie sicherheitshalber bei der für Ihren Standort zuständigen Behörde nach (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Regierungspräsident), wie diese Situation von dort aus gesehen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.11.2016 - 16:54 Uhr:
Frage:2804 BETREFF: Fragen bezüglich der Umsetzung der DIN6868-157/QS-RL
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen Am 18. Erfahrungsaustausch in Essen habe ich Dr. Westhof angesprochen bezüglich einiger Fragen, bei denen unsere zuständigen Ärztekammern an ihn verwiesen haben. Da ich die Antworten gerne auch schriftlich hätte, um eine zumindest auf dem (digitalen) Papier vorhandene Sicherheit zu bekommen, verwies er darauf, dass ich die Fragen am Besten hier erneut stelle, damit die Antworten im Forum RöV stehen. Doch genug der Einleitung, kommen wir zu den Fragen: 1. Bei Monitoren, die fest zu einem Röntgengerät gehören, sind diese ebenfalls zu prüfen. Da diese aber zum Röntgengerät gehören, welches eventuell als Neugerät noch monatlich zu prüfen ist, stellt sich uns als Konstanzprüfer die Frage, ob die Monitorkonstanzprüfung zur Gerätekonstanzprüfung gehört (monatliche oder quartalsmäßige KP), oder ob die Monitore unabhängig vom Röntgensystem behandelt werden (Prüfintervall gem. DIN6868-157 halbjährlich)? 2. Wenn keine Testbilder gem. DIN6868-157 vorhanden sind und auch nicht aufzuspielen sind, ist es lt. Rundschreiben der Länder noch bis 2025 statthaft, Abnahme- und Konstanzprüfung gem. DIN V 6868-57 bzw. QS-RL durchzuführen. In der DIN steht nun aber auch, dass man (so keine Testbilder aufspielbar sind) eine AP und KP mittels eines Durchleuchtungsbilds eines Prüfkörpers (Beispielsweise ET-R1) durchführen kann (In meinen Augen eine Ausnahmeregelung zur Ausnahmeregelung). Ist dies im Sinne der QS-RL bzw. der Ausnahmeregelung? 3. Als Konstanzprüfer ist es möglich, sich ggf. bei älteren C-Bögen zu helfen, um Bilder nach DIN V 6868-57 auf den Monitor zu bekommen (BWG an Laptop anschließen, die unter Frage 2 beschriebene Ausnahmeregelung...). Jedoch ist es für den Anwender, der die tägliche KP durchführen muss mit erheblichen Aufwand verbunden. Ist die tägliche Prüfung in diesem Falle noch sinnvoll durchzuführen? Ich danke im Voraus für Ihre Mühen, und stehe auch gerne zur Verfügung für einen Dialog ausserhalb des Forums. S.Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, hier unsere Meinungen zu Ihren 3 Fragen. Zu 1:In der hier für die Röntgeneinrichtung anzuwendenden KP-Norm DIN 6868-4 von Oktober 2007 sind keine Angaben über die zeitlichen Intervalle zur Durchführung der Konstanzprüfungen der einzelnen Kenngrößen festgelegt. Bis das, wie offensichtlich geplant, bei der novellierten Fassung der o.g. Norm geändert worden ist, gilt die Aussage der RöV in § 16 Abs. 3 Satz 1 („mindestens monatlich“). Davon getrennt müssen die Prüfzyklen für die Konstanzprüfungen am BWS gesehen werden (Tab. 6 und 7 in DIN 6868-157). Dabei ist es egal, ob das Bildwiedergabesystem gesondert aufgestellt (Raumklasse 1) oder mit der Röntgeneinrichtung kombiniert ist (Raumklassen 2 und 3). Fazit: Der Monitor (das BWS) wird, unabhängig von der Konstanzprüfung der Röntgeneinrichtung, nach den Prüfparametern und Prüfzyklen der DIN 6868-157 geprüft. Zu 2: Die Ausnahmeregelung der DIN V 6868-57 war im Rahmen der Erstellung der Übergangsregelung bisher nicht Gegenstand der Diskussion im AK RöV. Bei Neugeräten erfolgt entweder eine Abnahmeprüfung mit Testbildern nach DIN V 6868-57 (Betrieb bis 2025) oder DIN 6868-157. Können keine Testbilder aufgespielt werden, so kann die Röntgeneinrichtung noch bis 30.06.2018 betrieben werden. Es ist geplant, im AK RöV entsprechende Übergangsregelungen zu erarbeiten. Zu 3: Die tägliche Konstanzprüfung kann auch mit einem Prüfkörperbild vorgenommen werden. Sie betrifft die 1. Zeile in Tab. 6 der DIN 6868-157 („Gesamtbildqualität“). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.11.2016 - 13:28 Uhr:
Frage:2803 BETREFF: Wann ist Teleradiologie Teleradiolog nach RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir versorgen mit unserer zentralen Radiologie neben unserem eigenen Standort auch noch eine weitere kleine zum Verbund gehörende Klinik während der Regelarbeitszeit mit Röntgendiagnostik ( ausschließlich Projektionsradiographien ). Die Aufnahmen werden vor Ort von MTRA durchgeführt. Am Untersuchungsort wird die Indikation und die Rechtfertigende Indikation von dort tätigen Kollegen/innen mit entsprechenden internistischen oder orthopädischen Teilfachkunden gestellt. befundet werden die Bilder im den gesamten Kliniksverbund übergreifende PACS in der Radiologie am Hauptstandort. Wenn ich die RöV richtig lese, ist das keine Teleradiologie, denn die ist doch eigentlich per Definition nur gegeben, wenn am Untersuchungsort kein fachkundiger Arzt anwesend ist? Mit freundlichen Grüßen K. Rauber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rauber, wir teilen Ihre Auffassung. Diese wurde zumindest in der Vergangenheit auch vom für den Strahlenschutz zuständigen Bundesministerium mitgetragen. Eine diesbezügliche Meinungsänderung ist uns nicht bekannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 28.11.2016 - 09:39 Uhr:
Frage:2802 BETREFF: Verlängerung der Frist für Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Prof. Ewen, bis zur Änderung im Jahr 2014 war in der QS-RL zur Konstanzprüfung an CT folgender Satz enthalten: ´Systembedingt bestehen keine Bedenken, dass die zuständige Behörde für die Konstanzprüfung an Computertomographen nach § 16 Abs. 3 Satz 6 RöV eine Frist von 3 Monaten zulassen kann.´. In der Fassung von 2014 ist dieser Satz nicht mehr enthalten. Aus welchen Gründen wurde dieser Satz gestrichen? Gibt es Bedenken (neue Erkenntnisse), die gegen eine Verlängerung der Prüffrist bei CT sprechen? Welche grundsätzlichen Bedingungen sollten erfüllt sein, um bei sonstigen Aufnahmegeräten die Konstanzprüffrist zu verlängern (besondere Prüfung des Einzelfalles immer vorausgesetzt)? Mit freundlichen Grüßen Stefan Pritz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pritz, wir meinen, dass dieser besagte Satz zur Verlängerungsmöglichkeit der KP-Prüffrist auf 3 Monate für CT seitens der zuständigen Behörde auf der Basis einer sog. Allgemeinverfügung deshalb in der neuen Fassung der QS-RL nicht mehr enthalten ist, weil diese Verlängerungsmöglichkeit nicht nur für CT gilt sondern grunsätzlich für alle Röntgendiagnostikgeräte - vorausgesetzt, die ärztliche Stelle hat dagegen keine Bedenken (Vorliegen einer 3-monatlichen KP ohne Toleranzabweichungen). Dass dieser Satz jetzt nicht mehr in der QS-RL steht, heißt ja nicht, dass Fristverlängerungen (für CT und andere) nicht mehr möglich seien. Denn die RöV lässt das ja zu (siehe § 16 Abs. 3, letzter Satz RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.11.2016 - 19:26 Uhr:
Frage:2801 BETREFF: MFA Linearbeschleuniger
Sehr geehrter Herr Professor, nun geht es mal nicht um die MFA im Röntgen, sondern in der Strahlentherapie. Vielleicht können Sie mir eine Auskunft geben? Darf ein Team am Linearbeschleuniger aus einer MTRA und einer MFA bestehen? Oder darf generell die MFA gar nicht am Beschleuniger arbeiten.- auch nicht ohne Aufsicht ? Welche Voraussetzung würde die MFA benötigen? Herzlichen Dank Eva Korb


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korb, auch unter Beachtung des Urteils des Verwaltungsgerichtshofes für das Land Baden-Württemberg gehen wir davon aus, dass eine MFA mit bescheinigten Kenntnissen im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung bei der Strahlentherapie technisch mitwirken darf. Allerdings muss die Beaufsichtigung durch den fachkundigen Arzt in diesem Fall ganz engmaschig erfolgen (´dauernde Beaufsichtigung´). Sofern die technische Mitwirkung (Einstellen, Auslösen der Strahlung) durch eine/einen MTRA erfolgt und im Zusammenhang mit der Bestrahlung weitere/andere Aufgaben durch die/den MFA ausgeführt werden, gibt es nach unserer Auffassung keine Bedenken gegen eine Teamarbeit. Wir meinen aber, dass eine Beaufsichtigung von MFA bei der tatsächlichen technischen Mitwirkung durch MTRA nicht zulässig ist. Diese Aufgabe bleibt den fachkundigen Ärzten vorbehalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.11.2016 - 18:52 Uhr:
Frage:2800 BETREFF: Qualitätssicherung Gerätemonitor
Wir betreiben seit 2008 ein DL- Gerät und führen unter Anderem Phlebografien und auch diagnostische ERCP`s durch. Die Befundung erfolgt immer an einem dafür ausgewiesenem Monitor. Der Gerätemonitor dient zur Überprüfung des eingestellten Untersuchungsgebietes z.B. nach Kontrastmittelapplikation. Nach erfolgter Überprüfung durch eine Ärztliche Stelle sollen wir in Zukunft für den Gerätemonitor Qualitätssicherungsunterlagen vorlegen. Können Sie uns sagen, seit wann diese Regelung besteht und wo wir den gesetzlichen Hintergrund dazu nachlesen können ? Die Überprüfung der Gerätemonitore war nicht Gegenstand der Abnahmeprüfung des Gerätes und wir können nicht auf Referenzwerte zurückgreifen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botsch, wenn man durchleuchtungsgezielte Untersuchungen durchgeführt und dabei Aufnahmen angefertigt, und zwar im Cine-Mode oder als Serienaufnahmen (mit BV oder Flachdetektor als Bildempfänger) werden nach meiner Meinung und nach derjenigen eines radiologischen Kollegen bereits schon während der Untersuchung therapierelevante Entscheidungen getroffen. Sieht man z.B. bei einer Phlebographie im Durchleuchtungsbild eine Kontrastmittelaussparung, stellt man diesen Bereich noch in einer anderen Ebene dar, um zur Dignität eindeutig Stellung beziehen zu können. Also ist unsere Auffassung: Es liegt nach DIN 6868-157, Tab. 1 die Raumklasse RK 2 vor und wir benötigen einen nach dieser Norm abnahmegeprüften Befundungsmonitor. In der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 (kann im Internet aufgesucht werden) werden im Abschnitt 3.15.1 die Begriffe „Befundung“ und „Betrachtung“ definiert. Für Letztgenannte benötigt man keinen Befundungsmonitor, und es ist auch keine Abnahmeprüfung erforderlich. Das gilt aber, wie gesagt, nach unserer Meinung nicht für den vorliegenden Fall. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.11.2016 - 18:46 Uhr:
Frage:2799 BETREFF: Unterweisung nach Paragraph 36 RöV
Sehr geehrte Damen und Herren, welcher Personenkreis sollte/muss zu der o.a. Unterweisung eingeladen werden. Wir sind eine Klinik mit Chirurgie, Innere, Urologie, Herzkatheter sowie Intensivstation- dort stehen überall Röntgengeräte. Mit freundlichen Grüßen W.Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, bitte einen Blick in § 36 Abs. 1 RöV werfen. Die dort formulierten Vorgaben gelten generell in der Röntgendiagnostik, also auch für die von Ihnen aufgezählten radiologischen Tätigkeiten: Aufenthalt im Kontrollbereich (gilt für im Röntgenraum beruflich Tätige - ggf. einschließlich eines/r Anästhesisten/in - bei Durchleuchtungsuntersuchungen. Sie gelten ferner für alle Personen, die Röntgenstrahlung anwenden (s. § 2 Nr. 1 RöV), also für solche, die nach § 2 Nr. 7 RöV eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen, die befunden und die rechtfertigende Indikationen stellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.11.2016 - 09:25 Uhr:
Frage:2798 BETREFF: Unterweisung nach Paragraph 36 RöV
Sehr geehrte Damen und Herren, welcher Personenkreis sollte/muss zu der o.a. Unterweisung eingeladen werden. Wir sind eine Klinik mit Chirurgie, Innere, Urologie, Herzkatheter sowie Intensivstation- dort stehen überall Röntgengeräte. Mit freundlichen Grüßen W.Bachert


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Fragen-Nr. 2799. K. Ewen



  Frage gestellt am 23.11.2016 - 08:06 Uhr:
Frage:2797 BETREFF: Anordnung CT-Untersuchungen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit einem Chefarztwechsel in der Unfallchirurgie diskutieren wir hier über die Sinnhaftigkeit von CT-Untersuchungen. Laut des Chirurgen gibt es chir. Leitlinien, die besagen, dass Stürze ab 3 m Höhe immer ein CCT und ein HWS-CT erfordern. Ebenso fordert er eine Traumaspirale von Kopf bis Fuss,auch bei Patienten, die durchaus ansprechbar sind und klar definieren können, was ihnen weh tut. Die Fachkunde im Strahlenschutz- CT - besitzt keiner der Chirurgen. Nach unserem Kenntnisstand stellt grundsätzlich der Radiologe mit der Fachkunde die Indikation. Der Chirurg ist da ganz anderer Meinung. Wer hat nun Recht? Die chirurgischen Leitlinien, die uns nicht bekannt sind oder der Radiologe, der die Fachkunde besitzt? Mit freundlichen Grüssen U. Baumert


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert die Traumaspirale von „Hacke bis Nacke“ (stammt nicht von mir) ist bei adäquatem Trauma durchaus indiziert. Wenn ein Patient ansprechbar und orientiert ist und seine Beschwerden benennen kann, muss die Untersuchung entsprechend modifiziert werden (Untersuchung eines kleineren Körperbereichs). Die medizinische Indikation kann der Chirurg durchaus stellen, aber die rechtfertigende Indikation mit Festlegung des Untersuchungsprotokolls muss von einem Arzt mit CT-Fachkunde kommen, und das wird höchstwahrscheinlich der Radiologe sein und nicht der Chirurg – egal, wie dieser sonst die Situation sieht. Auch als Radiologe kann man sich die Leitlinien der Chirurgen herunterladen: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-019k_S3_Polytrauma_Schwerverletzten-Behandlung_2016-10.pdf. Darin findet man nicht, dass die „Ganzkörpertraumaspirale“ ein Muss ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen (nach Rücksprache mit einem radiologischen Kollegen)



  Frage gestellt am 22.11.2016 - 20:49 Uhr:
Frage:2796 BETREFF: Fragen zur DIN 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, mir sind folgende Dinge zur DIN 6868-157 nicht klar und wäre Ihnen dankbar wenn Sie mir hier weiterhelfen könnten: 1. Müssen nur Befundungsmonitore z. B. durch ein entsprechend aufgebrachtes Etikett als solche gekennzeichnet werden oder muss man auch Monitore, die nur zur Betrachtung verwendet werden dürfen explizit als solche kennzeichnen? Letzteres halte ich in der Praxis für quasi unmöglich umsetzbar da sich in großen Kliniken ja hunderte von Monitoren befinden können auf denen Ärzte über Webviewer oder ähnlich bereits befundete Aufnahmen ansehen könnten 2. Nach wie vor verstehe ich nicht wie wir ´Betrachtungsmonitore´ behandeln müssen, also typischerweise Monitore welche z. B. in einer Ambulanz stehen und an welchen z. B. ein Chirurg ein Bild betrachtet welches ein Radiologe befundet hat, aber der Chirurg dann durchaus die Entscheidung trifft ob er den Patienten operieren möchte.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stefan C., hier unsere Meinung zu den beiden Punkten: Zu 1) Empfehlung: Es sollten die Bildwiedergabegeräte / Bildwiedergabesysteme gekennzeichnet werden, die für die Befundung genutzt werden. Zu 2) Nach Raumklasse 2 und 3 müssen dort die Bildwiedergabesysteme über eine Befundqualität verfügen. Hier steht das BWS in direkter Verbindung mit der Röntgeneinrichtung (kombiniertes Aufnahme- und Durchleuchtungsgerät oder C-Bogengerät). Während der Untersuchung (Durchleuchtung) werden therapierelevante Entscheidungen getroffen. Daher müssen diese BWS über eine Befundungsqualität verfügen. Der hier beschriebene Fall, die Nachvollziehung einer schon befundeten Untersuchung, fällt in Raumklasse 4. Das BWS muss lediglich eine Betrachtungsqualität vorweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.11.2016 - 20:52 Uhr:
Frage:2795 BETREFF: Strahlenschutz Auffrischung
Hallo, hoffe das Sie mir weiter helfen können. Bin gelernte Arzthelferin und habe November 96 einen 120 Stunden Strahlenschutzkurs gemacht. Seit 2002 bin ich im Krankenhaus beschäftigt. Nun folgendes...ich habe nur eine Auffrischung von 2007,2012 und jetzt 2017. 2002 habe ich keine bzw. 2001.. Nun bin ich mir nicht sicher...es gab doch laut Röntgenverordung eine Übergangsfrist einzuhalten Aktualisierung bis zum 01.07.2007 bei Erwerb nach 1987... Trifft das auf mich zu?


1. Antwort: Hallo Steffi, Sie haben Ihre Kenntnisse im November 1996 erworben bzw. bescheinigt bekommen. Damit gilt, dass die erste Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz vor dem 1. Juli 2007 erfolgen musste und danach alle 5 Jahre aktualisiert werden muss. Also Alles im grünen Bereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 21.11.2016 - 11:19 Uhr:
Frage:2794 BETREFF: Aufenthalt bei C-Bögen
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, wo hält man sich als Personal bei C-Bögen am besten auf, um sich vor Streustrahlung zu schützen, wenn der C-Bogen gedreht wird? Lieber bildwandlernah oder lieber röntgenröhrennah?Interessanterweise habe ich beide Möglichkeiten in der Literatur gefunden. Vielen Dank G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, zunächst einmal ist es beim Betrieb eines ortsveränderlichen C-Bogengerätes wichtig, dass man, wenn immer möglich, mit der sog. Untertisch-Strahler-Position arbeitet, denn dann ist die Streustrahlenexposition aus geometrischen Gründen für den Rumpfbereich des Personals signifikant geringer als in der Position, wenn der Röntgenstrahler sich oberhalb des Patienten befindet. Bei der Frage ´Aufenthalt in Strahler- oder Bildempfängernähe?´ würde ich immer versuchen, wegen der Gehäusedurchlassstrahlung die Strahlernähe zu meiden. Man kann sicherlich voraussetzen, dass das Nutzstrahlenbündel den Bildempfänger bzw. die dort vorhandenen Abschirmungen nicht überstrahlen wird, weil dies eine wichtige Position bei der Sachverständigenprüfung ist (siehe Prüfposition 04F07 im Berichtsmuster 2.2.4 der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, die man im Internet aufsuchen kann). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.11.2016 - 15:20 Uhr:
Frage:2793 BETREFF: Bereitschaftsdienste
Hallo, wir sind ein kleines KH und wir decken außer dem konventionellen Röntgen + CT auch noch die Endoskopie in vollem Umfang mit ab. Ab Ende Dezember werden wir nur noch 2 MTRAS (Halbtags) und eine in Vollzeit sein. Zwei Kolleginnen haben wir noch, eine MFA mit Rö-Schein und eine MTA die aber aus Krankheitsgründen keine Dienste machen darf. Wie ist das rechtlich mit den Diensten? Am WE ist immer einer 24 Std da und in der Woche ab 12/16Uhr bis nächsten Tag 12/11 Uhr. Um das Ct zu bedienen muss ja eine MTA anwesend sein und mit durchschnittlich 3x6 Diensten wird ein Monat nicht abgedeckt..kann unser Arbeitgeber uns zwingen jeden zweiten/dritten Tag solche Dienste zu machen? Oder gibt es eine Richtlinie /Gesetz wieviele Dienste gemacht werden dürfen? Die vorgeschriebene Ruhezeit halten wir ja ein. Wir sind ein kirchliches KH und es gelten die Richtlinien des AVR, dort finde ich allerdings nichts genaues. Vielen Dank schonmal


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolbe, wenn wir Ihre Frage richtig deuten, dann handelt es sich in Ihrem Krankenhaus nicht um eine genehmigte Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 RöV. Dies bedeutet, dass auch eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz bei CT-Untersuchungen technisch durchführen darf, da der fachkundige Arzt in den Diensten zwischen dem Stellen der rechtfertigenden Indikation und der verantwortlichen Erstbefundung in der Regel am Untersuchungsort sein wird und dann auch die MFA mit Kenntnissen i.S. des § 24 Abs. 2 Nr. 4 der RöV beaufsichtigen kann. Dieses würde die personelle Situation wahrscheinlich etwas entspannen. Sollte es sich jedoch um eine genehmigte Teleradiologie in Ihrem Haus handeln, dann käme der Einsatz einer MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz tatsächlich nicht in Betracht, da keine ständige Aufsicht gegeben wäre (s.o.). Zu den arbeitszeitlichen Regelungen, Möglichkeiten, Weisungs- und Direktionsrechten können wir vom Forum RöV weder bei kirchlichen noch freien Trägern Auskunft geben. Hier handelt es sich um spezielle Regelungen, die Ihnen ggf. die Arbeitsschutzbehörde (Gewerbeaufsichtsamt, Arbeitsschutzamt oder Bezirksregierung) oder ein Fachanwalt für Arbeits- oder Arbeitszeitrecht beantworten kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 18.11.2016 - 10:39 Uhr:
Frage:2792 BETREFF: EU-Richtlinie 93/42/EEG
Dürfen die Produkte ACC und CTP, die in den Niederlanden bereits zur Verminderung von Röntgenstrahlung bei FRS-Aufnahmen eingesetzt werden, aufgrund Ihrer CE-Kennzeichnung auch in Deutschland ohne weitere Prüfung bzw. Genehmigung vertrieben werden? Die CE-Kennzeichnung bezieht sich auf die EU-Richtlinie 93/42/EEG – Klasse I. Weitere Informationen finden Sie (in englischer Sprache) auf http://gentleceph.com/.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Mouw, leider sind wir vom Team des Forum RöV keine Experten im Bereich des Medizinprodukte- oder Arzneimittelrechts. Allerdings sind wir der Auffassung, dass Medizinprodukte, die über eine CE-Kennzeichnung nach den Grundsätzen der europäischen Medizinprodukte-Richtlinie verfügen, auch verkehrsfähig sind, d.h. sie dürfen legal in Verkehr gebracht werden (auch in Deutschland). Ob es bei den von Ihnen benannten Produkten Beschränkungen hinsichtlich des Inverkehrbringens oder der vorgesehenen Anwendung gibt, können wir nicht beurteilen. Hierzu empfehlen wir Ihnen, sich mit der zuständigen Behörde für die Durchführung des Medizinproduktegesetzes in Verbindung zu setzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.11.2016 - 10:49 Uhr:
Frage:2791 BETREFF: DIN 6868-150
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in welcher Einrichtung kann unser Techniker eine Schulung besuchen für die Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen f. Aufnahme und Durchleuchtung nach DIN 6868-150? Mit freundlichen Grüßen Frau Wabnik


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wabnik, zur ´Schulung´ eines Ihrer Techniker auf dem Gebiet der Abnahmeprüfung nach RöV kann ich nur etwas sagen, was den Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz betrifft, die Ihr Mitarbeiter erwerben muss, wenn er in Krankenhäusern, Praxen, etc. auf der Grundlage des § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV geschäftsmäßig (also im Auftrag z.B. eines Dritten) eine Röntgeneinrichtung prüft (hier: Durchführung der Abnahmeprüfung nach § 16 Abs. 2 RöV). Der Mitarbeiter benötigt zur Durchführung dieser Aufgabe die Fachkunde im Strahlenschutz nach der Fachkunde-Gruppe 6 der ´Fachkunde-Richtlinie Technik nach RöV´. Dazu muss er neben dem Erwerb einer in dieser Richtlinie genau beschriebenen Berufserfahrung (´Sachkunde´) auch den erfolgreichen Abschluss eines entsprechenden Strahlenschutzkurses für die FK-Gruppe 6 nachweisen. Ich darf hier im Forum RöV keine Veranstalter nennen, die derartige Kurse durchführen. Aber Sie finden sie bei entsprechender Fragestellung im Internet, dort auch die o.g. Richtlinie. Bei noch offenen Detailfragen (z.B. wer bei Vorliegen der notwendigen Unterlagen dann die Fachkunde bescheinigt)empfehle ich, sich an die für Sie örtlich zuständige atomrechtliche Behörde zu wenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.11.2016 - 10:23 Uhr:
Frage:2790 BETREFF: CT/Nuk. Aufklärung!
Hallo! Ich würde gerne wissen ob eine gesetzlich festgelegte Aufklärungspflicht für CT und/oder Nuklearmedizinische Untersuchungen besteht. In unserer Klinik wird es so gehandhabt, das nur für CT mit KM, eine schriftliche Aufklärung mit anschließender Unterschrift des Arztes und des Patienten erfolgt. Hierzu hätte ich gerne einige Informationen. Mfg Christian Vollmer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Vollmer, die RöV und die Strahlenschutzverordnung enthalten keine speziellen Vorschriften zur Aufklärung von Patienten bei medizinischen Untersuchungen. Hier gelten die berufsrechtlichen Vorschriften und insbesondere die Vorschriften des Patientenrechtegesetzes. Diese Regelungen sind nach unserer Meinung besonders zu beachten, da der § 630d BGB die Einwilligung des Patienten in jedweden Eingriff voraussetzt: Der Patient kann nur wirksam einwilligen, wenn er vorher gemäß den Anforderungen des § 630e BGB aufgeklärt worden ist. Ob hier grundsätzlich eine schriftliche Aufklärung ausreicht, ist eher eine juristische Frage, die durch das Team des Forum RöV nicht beantwortet werden kann. Nach der RöV und der StrlSchV sind vor der Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe Befragungen der Patienten (§ 23 RöV und § 80 StrlSchV) durchzuführen, sowie die Aufzeichnungspflichten nach einer Untersuchung oder Behandlung zu beachten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.11.2016 - 19:25 Uhr:
Frage:2789 BETREFF: Rö-Schein Aktualisierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen, denn nach vergebenslanger Suche sind Sie meine letzte Hoffnung... Ich habe meinen Röntgenkurs im November 2011 in Hamburg absolviert und bin vor 2 Jahren nach England gezogen, habe aber vor, ende nächsten Jahres zurück nach Deutschland zu ziehen und wollte ganz gern meine Röntgenaktualisierung machen und würde dafür nach Hamburg kommen. Leider habe ich aber für dies Jahr keinen termin mehr bekommen können. Ist es überhaupt möglich einen Aktualisierungskurs zu machen, wenn ich im Ausland lebe? Wenn ja, kann ich den nächstmöglichen Kurs machen oder ist der Rö-Schein nach 5jahren abgelaufen, wenn ich ihn nicht vorher aktualisiert habe? Mit freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau da Costa, es ist möglich und grundsätzlich auch erforderlich, wenn man seine erworbene/n Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz mängelfrei halten möchte, diese auch dann fristgemäß zu aktualisieren, wenn man im Ausland lebt. Wenn Sie in Hamburg keinen Aktualisierungskurs im vorgegebenen Zeitraum finden, können Sie es auch in einem anderen Bundesland versuchen (z.B. in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin usw.). Die Aktualisierung in entsprechend anerkannten Strahlenschutzkursen wird bundesweit akzeptiert. Wenn Sie fristgerecht keinen Aktualisierungskurs mehr finden können, dann sollten Sie den nächsten möglichen Kurs besuchen (egal wo). Eine nicht fristgerecht durchgeführte Aktualisierung bedeutet nicht, dass die bescheinigte Fachkunde oder die bescheinigten Kenntnisse im Strahlenschutz nicht fortgelten. Allerdings kann die zuständige Stelle oder Behörde in einem solchen Fall Auflagen festlegen. Dabei ist sicherlich zu erwarten, dass die Behörde verhältnismäßig vorgeht, indem solche Auflagen immer wahrscheinlicher werden, je länger die Fristüberschreitung gedauert hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 12.11.2016 - 18:01 Uhr:
Frage:2788 BETREFF: Rö-Aufnahme Hand/Fuß
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe eine Frage zur Einstelltechnik von Hand/Fuß bzw. was ist ´richtig´. Wenn ich Hand/Fuß Aufnahmen bds. 2 Ebenen erstelle, sind das bei mir vier 18 x 24 Kassetten die ich auslese, bei den (älteren) Kolleginnen oft nur zwei 24 x 30 Kassetten, unabhängig von der Fragestellung. Mir wurde ca. ´09 gesagt, es seie von der KV (?) nicht mehr zulässig, dass zB beide Hände a.p. auf einer Kassette geröntgt werden dürfen, wg. der Dosisermittlung. Allerdings finde ich weder in den Leitlinien der BÄK oder im Internet Informationen darüber und in unseren Einstelltechnikbüchern, sind es idR bei diesem Prinzip auch nur 2 Aufnahmen. Unsere ´neueste´ Ausgabe ist allerdings von 2004 und somit auch nicht mehr die aktuellste. MfG


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, von meinem radiologischen Kollegen folgende Antwort an Sie: Am Rand der Röntgenaufnahmen entstehen immer geometrische Verzerrungen der abgebildeten Strukturen. Je weiter der Röntgenstrahler von der Hand entfernt ist, desto weniger Verzerrungen entstehen. Letztlich ist die röntgenologische Abbildung der Knochen nur in der Mitte der ´belichteten´ Fläche geometrisch exakt. Würde man beide Hände auf den Röntgentisch legen und gleichzeitig röntgen, so würden die beiden Daumen und viel Luft geometrisch exakt abgebildet werden. Die häufig erkrankten Gelenke liegen aber dann am Rand (Textvorschlag von der Charite). Darum müssen auch nach Ansicht des Kollegen die Hände oder Füße jeweils getrennt geröntgt werden. Wie Sie schon bemerkt haben, kann auch die – wenn auch geringe - Dosis nicht für jede Hand einzeln erfasst werden. Zur Abrechnungsfähigkeit gegenüber der KV können wir hier im Forum RöV nichts sagen. Unsere Meinung dazu: Aus Qualitätsgründen sollten diese Aufnahmen nicht abrechnungsfähig sein. Aber da müssten Sie sich bei der KV erkundigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 11.11.2016 - 07:53 Uhr:
Frage:2787 BETREFF: Bleischutzbrillen
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, 2012 wurde hier schon mal die Frage zu den Bleischutzbrillen gestellt. Die ICRP-Empfehlung Grenzwert der Organdosis für die Augenlinse 20 mSv/Jahr muss bis 2018 umgesetzt werden. Die Statistiken zeigen ja ein 3fach erhöhtes Risiko für Katarakte bei interventioneller Radiologie. Erste Messungen mit Stirndosimeter durch unseren Physiker haben ergeben, dass die Werte bereits heute deutlich drunter liegen. Müssen daher den betroffenen Mitarbeitern keine Bleischutzbrillen z.B. im HKL, Angiographie oder ERCP zur Verfügung gestellt werden? Vielen Dank, MfG, B.Eckert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckert, in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (siehe Internet), nach der behördlich bestimmte Sachverständige Röntgeneinrichtungen überprüfen müssen (vor Inbetriebnahme und wiederholend alle 5 Jahre), findet man in dem Prüfberichtsmuster 2.2.3 für „kombinierte Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte“, mit denen auch die von Ihnen aufgeführten radiologischen Maßnahmen durchgeführt werden, unter der Prüfposition 03E01 („Persönliche Schutzausrüstung“), dass bei diesen Spezialarbeitsplätzen unter anderem auch Schutzbrillen vorgehalten werden müssen. Ich persönlich halte das auch schon nach dem ALARA-Prinzip („Dosis so gering wie sinnvollerweise möglich“)für richtig, bei den hier zur Diskussion stehenden Maßnahmen Schutzbrillen zu tragen, vor allem dann, wenn sonst keine geräteintegrierte Streustrahlenschutzeinrichtungen verfügbar sind (siehe Prüfposition 03E06 im Muster 2.2.3). Ich finde das für Ihr radiologisches Personal erfreulich, dass Ihr Physiker diese relativ geringen Dosiswerte in der Nähe der Augenlinse ermitteln konnte. Aber ob diese für die „radiologische Szene“ insgesamt repräsentativ sind, ist die große Frage. Ich bin gespannt, wie das Augenschutzproblem für die sog. Hochdosisuntersuchungen gemanagt wird, wenn der diesbezügliche Grenzwert von 20 mSv/a rechtlich bindend geworden ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.11.2016 - 17:06 Uhr:
Frage:2786 BETREFF: Referenzwerte des BfS
Guten Tag Prof. Ewen, Ab wann darf man von den Referenzwerten des BfS abweichen? Wie sieht der ´Referenzpatient´ aus, für welchen diese festgelegten Werte gelten? Vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Anke, die Diagnostischen Referenzwerte (DRW) sind keine rechtlich festgelegten und einzuhaltenden Grenzwerte für Patienten. Sie sind als Schwellenwerte einer Dosisgröße (z.B. des Dosisflächenproduktes) zu verstehen, bei deren Überschreitung die Ursachen dafür gesucht und Maßnahmen zur Reduzierung erwogen werden müssen. Es wird also erwartet, dass bei „guter radiologischer Praxis“ die DRW für Standardverfahren/-patienten nicht überschritten werden. Die DRW sind auch nicht auf einzelne individuelle Untersuchungen anzuwenden, sondern es ist die Idee, dass die Mittelwerte von Patientenexpositionen unterhalb der DRW bleiben. Auf diese Weise werden also z.B. die unterschiedlichen Körpermaße der Patienten, die bei entsprechend hohen Werten von Größe und Dicke die Patientendosis für Einzeluntersuchungen durchaus über die DRW anwachsen lassen können, „herausgemittelt“. Für den „gemittelten Standardpatienten“ ist ein Gewicht von 70 ± 3 kg festgelegt worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.11.2016 - 10:07 Uhr:
Frage:2785 BETREFF: Qualifizierte elektronische Signatur
Sehr geehrter Prof. Ewen, Bei uns werden lediglich die vorläufigen radiologischen Kurzbefunde auf Papier unterschrieben. Unsere endgültigen Befunde im Centricity RIS tragen allerdings weder handschriftliche Unterschrift noch qualifizierte elektronische Signatur. Was sagt die Verordnung dazu?


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tamer, die RöV legt in § 28 Abs. 1 fest, dass zu den notwendigen Aufzeichnungen bei Röntgenuntersuchungen der erhobene Befund gehört. Nicht festgelegt wird in der RöV, in welcher Form die Aufzeichnungen erfolgen müssen. Dies konkretisiert die sogenannte Aufzeichnungs-Richtlinie zu § 28 RöV, die unter der Nummer 4.3.5 beschreibt, dass ein radioalogischer Befundbericht die Beschreibung der Untersuchung, die medizinische Fragestellung und deren Beantwortung enthalten muss. Bezüglich der Struktur des Berichts soll die Norm DIN 6827 - 5 zugrunde gelegt werden. Die RöV enthält keine Verpflichtung zur Unterschrift oder qualifizierten Signatur. Allerdings ergibt sich aus den grundsätzlichen Regelungen der RöV, dass erkennbar sein muss, welcher Arzt die Befundung durchgeführt hat. Dieses ist zwangsläufig erforderlich, um ggf. eine notwendige Aufsicht durch die zuständigen Gremien zu ermöglichen. Hintergrund hierfür ist, dass der Begriff ´Befundung´ als ein Teilbereich der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen zu verstehen ist (vgl. § 2 Nr. 1a RöV) und die Anwendung nur durch bestimmte Personen erfolgen darf. Ob es über die Regelungen der RöV hinaus Verpflichtungen zur Unterzeichnung eines Befundberichts nach berufsrechtlichen Regeln gibt, vermögen wir vom Team des Forum RöV nicht zu beantworten. Hier würden wir empfehlen, bei der zuständigen Ärztekammer nachzufragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.11.2016 - 22:29 Uhr:
Frage:2784 BETREFF: Rö-Schürzen
Können Sie mir mitteilen, ob die DIN 6857-2 inzwischen in Kraft ist oder wann damit zu rechnen ist? Mit Dank und freundlichem Gruß Bernhard Egen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Egen, die DIN 6857-2 ist ´in Kraft´, also als Norm erschienen, und zwar mit Datum August 2016. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.11.2016 - 18:08 Uhr:
Frage:2783 BETREFF: BETREFF: Zur Frage: 2781 BETREFF: DIN EN 61331-3 / 5.2
Sehr geehrter Prof. Ewen, sehr geehrter Herr Pieler, herzlichen Dank für Ihre ausführlichen und genauen Antworten. Das hat uns sehr geholfen. Grüsse H. Baur


1. Antwort: ... gern geschehen. Auch nochmals Dank meinerseits an Herrn Pieler. K. Ewen



  Frage gestellt am 04.11.2016 - 18:01 Uhr:
Frage:2782 BETREFF: Zur Frage: 2781 BETREFF: DIN EN 61331-3 / 5.2
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, sehr geehrte/r FragestellerIn, bezieht sich das Statement ´(...) dass das Schutzmaterial (Blei od. Bleigemisch) bis 15cm hinter die Schulter reichen muss (...)´ eventuell auf die Aussage, dass die Schulterstücke des Schutzmaterials ´(sich) mindestens 15 cm über die Rückseite der Schultern hinaus erstrecken (müssen)´? Dies ist zumindest in den DIN EN 61331-3-Ausgaben von 2002 bis zum Entwurf 2011 enthalten. Im letzgenannten Dokument noch unter Punkt 5.1.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pieler, schönen Dank für Ihren aufmerksamen Beitrag im Zusammenhang mit der Forumanfrage zur DIN 61331-3. Ich war bei Beantwortung der Frage Nr. 2781 der Meinung, man sollte nur die (brandneue) Ausgabe der DIN 61331-3 von September 2016 einbeziehen, halte es aber für eine interessante Information, dass sich zwischen den Normausgaben aus 2002 über den Entwurf von 2011 bis zur heutigen Norm von 2016 bezüglich der Ausführung von Strahlenschutzschürzen einiges geändert hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 03.11.2016 - 19:14 Uhr:
Frage:2781 BETREFF: DIN EN 61331-3 / 5.2
Sehr geehrte Damen und Herren, mir ist zu Ohren gekommen, dass es angeblich seit dem Jahr 2005 eine Schutznorm für Frontschutzschürzen geben soll die besagt, dass das Schutzmaterial (Blei od. Bleigemisch)bis 15cm hinter die Schulter reichen muss. Ich konnte weder in einer alten noch in der aktuellen IEC 61331 Norm etwas dazu finden. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Mfg H. Baur


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Baur, ich habe auch noch mal einen Blick in die neue DIN EN 61331-3 von Sept. 2016 geworfen und dort im Abschnitt 5.2 (´Ausführung´) diese von Ihnen hinterfragten 15 cm nicht finden können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 01.11.2016 - 17:10 Uhr:
Frage:2780 BETREFF: Röntgenaufnahmen des Kopfes und Teilaufgaben des Kopfes
Hallo zusammen,habe auf einer Fortbildung erfahren, dass Röntgenaufnahmen und Teilaufnahmen des Kopfes nicht mehr gemacht werden dürfen, statt dessen CT. Wo finde ich entsprechendes Schreiben ? Mit freundlichem Gruß M. Nash


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nash, ich schicke Ihnen an Ihre Mailadresse eine Publikation zu diesem Thema, die zu groß ist, um sie hier über das Forum RöV zu übersenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 29.10.2016 - 11:58 Uhr:
Frage:2779 BETREFF: Kontrollbereich
Sehr geehrte Damen und Herren, im Rahmen einer sicherheitstechnischen Begehung in einem Krnakenhaus habe ich in einem Gibsraum ein mobiles Durchleuchtungsgerät (C-Bogen) betrachtet. Auf dem Gerät ist der Kontrollbereich mit ´Umkreis 4,5 m´ bezeichnet. Für mich als Ingenieur ist ein Umkreis keine Entfernungsangabe un so kommt es zu unterschiedlichen Meinungen. Der Umkreis ist ein Kreis, der alle Ecken eines Polygons tangiert, also kann diese Deffinition nicht gelten. Im Zusammenhang mit dem Abstandsgebot sehe ich den ´Umkreis´ als Radius vom Strahler; andere Interessenträger sehen den ´umkreis als Durchmesser. Da bei der Definition Radius öffentliche Verkehrswege im Kontrollbereich liegen, sehe ich Gefahr im Verzug, der bei der deffinition Durchmesser nicht fringend ist, sondern ggf. mit der Behörde geklärt werden könnte (in der Zeit würde der Strahler weiterhin genutzt werden). Können Sie mir die im Strahlenschutz gebräuchliche Deffinition des Umkreises nennen? Vielen dank für Ihre UNterstützung.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Knoke, wir müssen uns bei der Festlegung der Ausdehnung des Kontrollbereiches in Umgebung von mobilen C-Bogengeräten nicht mit geometrischen Feinheiten zum Thema „Umkreis“ herumschlagen. In der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (dort: Prüfberichtsmuster 2.2.4), nach der die behördlich bestimmten Sachverständigen Röntgengeräte vor deren Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüfen müssen, und nach der DIN 6815, die für medizinische Röntgenanlagen als Ergänzung zur o.g. Richtlinie zu verstehen ist (dort: Tabelle 1), wird schlicht ausgesagt, dass die Kontrollbereichsgrenze durch eine Abstandsangabe beschrieben werden muss. Meistens wird als Ausgangspunkt dieser Abstände (z.B. 4,0 m für große Bildempfängerformate) die Lage des Patienten angenommen, weil dieser die hauptsächliche Strahlenquelle (Streustrahlung) für die Entstehung des Kontrollbereiches darstellt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.10.2016 - 18:17 Uhr:
Frage:2778 BETREFF: Röntgenleistungen Ermächtigter Ärzte
Hallo Herr Prof. Ewen, ich kann Ihrer Antwort noch nicht ganz folgen. Wo steht denn in der ´Richtlinie Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´, dass eben diese ermächtigten Ärzte mit der Ermächtigung automatisch auch eine Anwendungsfachkunde zur Anwendung von Röntgenstrahlen bekommen? Meines Erachtens schließt die Ermächtigung keine Berechtigung zur Anwendung (Anordnung) von Röntgenstrahlen am Menschen ein. Wenn doch, nennen Sie mir bitte den entsprechenden Unterpunkt in der Richtlinie oder entsprechenden §§ in der RöV oder StrlSchV. Unter 2.2 der ´Richtlinie Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´ steht unter Buchstabe c lediglichlich, dass die Fachkunde für die arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen für die Ermächtigung erforderlich ist. Herzliche Grüße Gerd Koletzko


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Koletzko, Sie haben mit Ihrer Stellungnahme grundsätzlich Recht. Wir haben uns in unserer Antwort zu sehr auf praktische Erfahrungen aus dem Ermächtigungsbereich verlassen und weitere Möglichkeiten nicht hinreichend betrachtet. In der Praxis ist es häufig so, dass Ärzte, die eine Ermächtigung zur Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen nach RöV und StrlSchV beantragen, die erforderliche Teilnahme an einem Grundkurs nach Nr. 2.3.2 Ziffer 1) der Richtlinie durch den Nachweis der Fachkunde für ein Teilgebiet oder das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik ersetzen. In diesen Fällen ist die Fachkunde für die Röntgendiagnostik vorhanden, und die rechtfertigende Indikation für Röntgenuntersuchungen im entsprechenden Gebiet darf gestellt werden. Aber es gibt auch die von Ihnen beschriebenen Ermächtigungen, in denen die Fachkunde im Strahlenschutz für die Ermächtigung nach Nr. 2.3.2 der Richtlinie (Grundkurs im Strahlenschutz nach Ziffer 1), Spezialkurs für ermächtigte Ärzte nach Ziffer 2), ggf. zusätzlicher Kurs zur arbeitsmedizinischen Bewertung nach Ziffer 3) und Sachkunde der ermächtigten Ärzte) erworben wird. Diese Personen haben, wie Sie richtig darstellen, keine Fachkunde im Strahlenschutz für die Röntgendiagnostik und dürfen keine rechtfertigende Indikationen für Röntgenuntersuchungen stellen. Es tut uns Leid, dass wir Ihre Frage nicht ausreichend genau beantwortet hatten und wir bedanken uns für Ihre kritische Betrachtung der Antwort. Denn durch derartige Diskussionen lernt auch das Team des Forum RöV hinzu, mindestens wenn es darum geht Recherchen möglichst umfangreich und abschließend durchzuführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.10.2016 - 09:34 Uhr:
Frage:2777 BETREFF: Röntgen in der Arbeitsmedizin
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mir stellt sich die Frage, ob ein Arbeitsmediziner, der lediglich über die Ermächtigung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge nach RöV und StrlSchV verfügt, berechtigt ist, eigenständig Röntgenuntersuchungen anzuordnen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vorsorge stehen? Beispielsweise Asbestose oder allgemeine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für Feuerwehr oder im Seedienst beschäftigte. Meines Erachtens ist doch für die Anwendung von Rö-Strahlung am Menschen immer eine Fachkunde nach der ´Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin´ erforderlich, oder ist Ihnen eine anderweitige Reglung bekannt, die aus der behördlichen Ermächtigung für Arbeitsmediziner hervorgeht? Dank und herzliche Grüße Gerd Koletzko


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Koletzko, die Erteilung der Ermächtigung von Ärzten zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach RöV und StrlSchV (§ 37 ff der RöV, § 60 ff der StrlSchV) ist zu unterscheiden von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen nach anderen allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften (BGV, Feuerwehrdienstvorschriften, Seetauglichkeit, Berufstaucher o.ä.). Während der nach RöV und StrlSchV ermächtigte Arzt immer über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen muss (vgl. Abschnitt 2.2 der Richtlinie über ´Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´) und damit auch rechtfertigende Indikationen stellen darf, ist die Fachkunde im Strahlenschutz für Ärzte, die nach anderen allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften (Beispiele siehe oben) zur Durchführung ermächtigt sind, in der Regel keine zwingende Voraussetzung. Ermächtigte Ärzte in diesen Bereichen, die nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, dürfen keine rechtfertigende Indikation (Anordnung) für die Durchführung einer Röntgenuntersuchung stellen oder hierfür die ständige Aufsicht wahrnehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 27.10.2016 - 01:55 Uhr:
Frage:2776 BETREFF: Gonadenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Eben, mich würde interessieren, ob ein Gonadenschutz aus Blei, was an der Röhre angebracht wird, und durch die Strahlendivergenz die Gonaden ausblendet, ausreichenden Schutz im Vergleich zu herkömmlichen Feigenblatt bzw. Halbschürze bietet ?


1. Antwort: Hallo Peter K. , ich denke, Sie meinen hier mit „Gonadenschutz aus Blei, was an der Röhre angebracht wird“ den sog. indirekten Gonadenschutz. Meistens kann dieser hinter die Tiefenblende eingeschoben werden. Er dient einer gezielten Einengung des Nutzstrahlenfeldes, was mit der Tiefenblende in dieser Form nicht immer erreicht werden kann. Es ist möglich, dass damit die Nutzstrahlenexposition (das Dosisflächenprodukt) besonders in Gonadennähe (Ovarien!) verringert wird, nicht aber oder nur in geringem Maße die Streustrahlendosis in Körperregionen außerhalb des Nutzstrahlenfeldes. Mit anderen Worten: Diese Schutzeinrichtung kann in Streustrahlenfeldern nicht oder nur unwesentlich eine Hodenkapsel oder ggf. auch eine Halbschürze ersetzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 25.10.2016 - 11:46 Uhr:
Frage:2775 BETREFF: Kontrollbereich Mammographie?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mich interessiert der Strahlenschutzbereich bei der Mammographie. Nach DIN 6815 Tabelle gibt es für bestimmte Röntgengerätetypen definierte Kontrollbereich (Mindestabstände) im Radius um den Strahler/Patienten (z.B. C-Bogen=3-4m; dentales Tubusgerät=1,5m; usw.). Für Mammographie-Röntgengeräte findet sich keine Angabe. Wenn ich in die DIN 6812 Tabelle 8 schaue und diese mit den anderen Tabellen vergleiche, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass es eigentlich keinen Kontrollbereich sondern ´nur´ Überwachungsbereich gibt!? Schließlich ist die Betriebsbelastung in Tabelle 8 sehr sehr konservativ ausgelegt. Können Sie das bestätigen? Besten Dank und viele Grüße PS die Anforderungen gibt es zwar nur für den Kontrollbereich, aber im Sinne des Strahlenschutzes haben mir im Mammo-Raum eine mobile Strahlenschutzwand für den Bediener und an der Tür die Aufschrift ´kein Zutritt Röntgen´ angebracht.


1. Antwort: Hallo Kathrin, grundsätzlich existiert auch bei Mammographiegeräten ein Kontrollbereich. Das erkennt man in der genannten Tabelle 8 der DIN 6812 daran, dass bei kleinen Abständen zwischen Brennfleck und Aufenthaltsplatz (<= 2 m)in der mittleren Spalte (Kat. II) zur Realisierung der Kontrollbereichsgrenze (max. 6 mSv/a; s. Tabelle A.1) eine wenn auch geringfügige Abschirmung mit 0,1 mm Pb gefordert wird. In ähnlicher Größenordnung liegen die Verhältnisse für die Kat. I (max. 1 mSv/a). Deshalb befinden sich bei Mammographiegeräten die Aufenthaltsplätze für eine die Strahlung auslösende Person hinter einer entsprechend dicken Glasscheibe. Und deswegen benötigt man, im Gegensatz zu den von Ihnen aufgezählten Röntgengerätetypen, in der Mammographie keine Angabe für einen Mindestabstand. Hinter der Scheibe ist kein Kontrollbereich! Die Betriebsbelastung in Tab. 8 ist sicherlich konservativ ausgelegt, wie das in einer Abschirmungsnorm (z.B. DIN 6812) üblich ist - vielleicht in der Mammographie besonders sinnvoll, wenn man an das Mammo-Screening denkt. Ihre Maßnahmen (mobile Abschirmwand, entsprechende Kennzeichnung) sind ok. Viele Grüße K. Ewen



  Frage gestellt am 22.10.2016 - 22:08 Uhr:
Frage:2774 BETREFF: Mobiler Röntgeneinsatz bei laufender OP
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, darf eine fachkundige MFA ( mit normaler Fachkunde, keine Notfallfachkunde o.ä.), unter Aufsicht eines fachkundiges Arztes, ein mobiles Röntgengerät in den OP Bereich einfahren, um damit letztlich Röntgenaufnahmen bei laufender OP am offenen Becken durchzuführen ? Die OP wird dafür unterbrochen, Patient steril abgedeckt. Detektor wird mittels eingebautem Schienensystem unter dem OP Tisch eingeschoben. Den Patienten selbst sieht man nur schemenhaft, weil er komplett mit sterilen Tüchern abgedeckt ist, die teils bis auf den Boden herabhängen.Um den Detektor möglichst genau unter dem Becken zu positionieren,muss man unter diese Tücher kriechen, also unter den OP Tisch, das Tuch mit einer Hand hoch halten, um mit der anderen Hand dem Operateur, der gleichzeitig *Fachkundiger* ist, anzuzeigen wo gerade die Detektormitte ist. Dieser korrigiert dann mündlich mit *weiter rechts, weiter links*. Demnach schiebt man den Detektor im Schienensystem hin und her. Dabei dient ein steriler Tupfer, in den ein dünner Metallfaden eingearbeitet ist, auf der Patienten Symphyse gelagert, seiner eigenen Orientierung, um ggf. bei den im OP Verlauf weiteren angeforderten Aufnahmen eine korrektere Einstellung zu ermöglichen. Nachdem man den Detektor auf diese Weise positioniert hat, kriecht man wieder unter dem OP Tisch hervor und versucht an der Patientenshiluette ordentlich einzublenden. Man sieht den Patienten selbst in seinen Körperkonturen nicht, weil die OP Tücher das unmöglich machen, darf nichts anfassen. Mehr raten als wissen. Oftmals dürfen die *Sterilen* im OP auch keine Hilfestellung leisten, indem sie am Patienten fühlen und mitteilen, wo der Beckenkamm endet, wo die äußere Bildrand Hautgrenze ist, denn so könnten lange Drähte, die noch aus dem Patienten herausragen verändert werden. Der vorhandene C Bogen im OP reicht dem Operateur nicht, weil der kleinere Bildausschnitt nicht das gesamte Becken mit beiden Hüften abbilden kann, er den beidseitigen Vergleich im Bild aber braucht. Nun ist es so, dass er diese OP auch in einem anderen Krankenhaus durchführen möchte. Die Reaktion der dort ansässigen MtrA s war laut seiner Aussage: * Das ist verboten! * Warum und wieso es so verboten sei, sei ihm nicht mitgeteilt worden. Er fragte bei uns nach, ob das stimmt?! und wo das stehen würde ?! und wenn ja, wieso? Ich habe recherchiert, aber nichts gefunden. Was mich stört ist, dass man auf diese Weise quasi blind und abenteuerlich röngt. Ich weiß aber nicht genau, welche Passagen der RöV das für diesen Fall explizit verbieten würden. Meine Frage also: Ist das verboten ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, eine MFA kann grundsätzlich nicht über Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung verfügen, da dies weder die RöV noch das MTA-Gesetz zulassen. Eine MFA kann aber über von der zuständigen Stelle bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, die es ihr ermöglichen, unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes die Röntgenuntersuchung technisch durchzuführen (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Der Unterschied zu fachkundigen Personen, z.B. MTRA, ist, dass für MFA die ständige Aufsicht durch den fachkundigen Arzt tatsächlich gewährleistet sein muss. Bei den von Ihnen beschriebenen Fällen scheint dieses aber sichergestellt, da der fachkundige Arzt unmittelbar anwesend ist, die jeweils erforderliche rechtfertigende Indikation stellt und auch die erforderlichen Anweisungen zur Durchführung gibt. Natürlich ist es bei den von Ihnen beschriebenen komplexen Anwendungen erforderlich, dass diese Arbeitsanweisungen im Einzelfall spezifiziert und so genau wie möglich erfolgen. Wir gehen bei dieser Antwort davon aus, dass die von Ihnen beschriebenen Untersuchungen medizinisch erforderlich und damit nach der RöV grundsätzlich gerechtfertigt sind. Allerdings kann ein Strahlenschutzverantwortlicher und im Rahmen der jeweiligen Strahlenschutzorganisation auch der Strahlenschutzbeauftragte festlegen, dass beim Betrieb seiner Röntgeneinrichtung bestimmte Untersuchungen nicht erfolgen dürfen. Dieses ist zwischen dem Verantwortlichen und dem rechtfertigenden/anwendenden Arzt im Vorfeld abzusprechen und kann bei medizinisch gerechtfertigten Untersuchungen in verschiedenen Krankenhäusern durchaus unterschiedlich geregelt sein. Bei allen Anwendungen, auch wenn sie noch so komplex sind, muss natürlich eine erforderliche Nutzen-/Risikoabwägung für Patienten erfolgen und der Schutz der Beschäftigten gewährleistet bleiben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 17.10.2016 - 12:26 Uhr:
Frage:2773 BETREFF: Klassifizierung von Röntgenanlagen
Bei der Bedienung von Röntgenanlagen werden je nach Komplexität für das Assistenzpersonal unterschiedliche Kenntnisse im Strahlenschutz gefordert. Welche Klassen an Röntgenstrahlern werden für welche Kurse definiert (C-Bogen im OP, Notfall-Röntgen in der Zentralen Notaufnahme bzw. auf der Intensivstation, Herzkatheter-Anlagen etc)?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Wollner, nach der RöV gibt es keine unterschiedlichen (z.B. untersuchungsbezogenen) Kenntnisse im Strahlenschutz für MFA (Assistenzpersonal). Die von der zuständigen Stelle ausgestellte Bescheinigung der Kenntnisse im Strahlenschutz gilt grundsätzlich für alle medizinisch gerechtfertigten Untersuchungsverfahren. Der ´Schwierigkeitsgrad´ bei der Durchführung bestimmter Untersuchungsverfahren muss durch eine entsprechende Einweisung in die sachgerechte Handhabung der Röntgeneinrichtung berücksichtigt werden (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV).Diese Einweisung ist zu dokumentieren (auch inhaltlich) und bildet mit der o.g. Bescheinigung über die Kenntnisse im Strahlenschutz die Grundlage dafür, dass MFA unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes Röntgenuntersuchungen technisch durchführen dürfen (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.10.2016 - 18:22 Uhr:
Frage:2772 BETREFF: DRW bei kv.IGRT und Planungs-CT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gehe ich richtig in der Annahme, dass die diagnostischen Referenzwerte für planare kV -Aufnahmen im Rahmen der IGRT, kV-Conebeam-CT im Rahmen der Lagerungskontrolle und bei Planungs-CT für die Radiotherapie nicht gelten? Freundliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, wir gehen auch davon aus, dass die vom BfS veröffentlichten DRW für die von Ihnen genannten Anwendungen nicht zutreffen, obwohl es sich hierbei (rein formal)auch um Röntgenuntersuchungen von Menschen handelt. Wir begründen unsere Meinung damit, dass in den veröffentlichten DRW immer Anwendungsarten/Untersuchungsarten aufgeführt, Lagekontrollen oder Planungen dort aber nicht aufgelistet sind. Sofern Sie eine rechtlich belastbare Aussage benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich unmittelbar oder über die zuständige Aufsichtsbehörde beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu informieren. Wir gehen jedoch grundsätzlich davon aus, dass die Expositionswerte bei den von Ihnen genannten Untersuchungen immer unter den vom BfS aufgelisteten DRW für die entsprechende Körperregionen liegen, da keine diagnostische Bildqualität erforderlich ist, die eine bestimmte Größenordnung für die Dosis erforderlich machen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.10.2016 - 15:40 Uhr:
Frage:2771 BETREFF: Ermittlung der Körperdosis bei PJlern und Schülern
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut §35 RöV gilt: ´Ist beim Aufenthalt von Personen im Kontrollbereich sichergestellt, dass im Kalenderjahr eine effektive Dosis von 1 Millisievert oder höhere Organdosen als ein Zehntel der Organdosisgrenzwerte des § 31a Abs. 2 nicht erreicht werden können, so kann die zuständige Behörde Ausnahmen von Satz 1 zulassen.´ Nun ist es meistens so, dass PJler und Krankenpflegeschüler/innen nur während eines kleinen Zeitraums innnerhalb eines Jahres sich im Kontrollbereich aufhalten und man aufgrund dieser kurzen Aufenthaltszeit davon ausgeht, dass der o.g. Fall eintrifft. Somit erhalten sie in der Regel kein Dosimeter. Kann ein SSB bei der Behörde eine allgemeine Ausnahme der Personendosimetrie für diese Personengruppen bei der Behörde erhalten? Oder müsste er dies individuell für jeden Mitarbeiter bei der Behörde angeben? Wie kann ein SSB überhaupt nachweisen, dass die effektive Dosis von 1 mSv/ a und die entsprechenden Organsdosen nicht überschritten werden? Er müsste ja von vorneherein die Aufenthaltsdauer, die Dosisleistung, DL-Zeit und den Abstand kennen und die Studenten und Auszubildenden müssten sich daran halten. Mit freundlichen Grüßen, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, nach unserer Meinung kann die zuständige Aufsichtsbehörde die Ausnahme nach Paragraph 35 Abs. 1 RöV durchaus für eine genau definierte Personengruppe erteilen. Das Problem ist aber tatsächlich die Frage, wie der Strahlenschutzverantwortliche als Antragsteller schon im Antragsverfahren ggf. mit Hilfe des Strahlenschutzbeauftragten sicherstellen will, dass die in Paragraph 35 Abs. 1 RöV beschriebenen Dosiswerte nicht überschritten werden. Es müssten gegenüber der zuständigen Behörde alle einzuhaltenden Randbedingungen (Dosisabschätzung für Untersuchungsverfahren, unter Berücksichtigung von Aufenthaltszeiten und Aufenthaltsbereichen), die interne Kontrolle zur Einhaltung dieser Regelung sowie die entsprechende Dokumentation beschrieben werden. Außerdem müsste der Antragsteller nach unserer Meinung beschreiben, wie er sicherstellen kann, dass die genannten Personen im Kalenderjahr nicht außerhalb seines Aufsichts-/Verfügungsbereichs tätig werden. Dieses mag bei Krankenpflegeschülerinnen/-schülern ggf. noch möglich sein, bei PJ´lern eher nicht, da diese im praktischen Jahr bei mehreren Strahlenschutzverantwortlichen tätig werden könnten. Für uns stellt sich grundsätzlich die Frage, ob die Nutzung dieser Ausnahme für einen SSV wirklich sinnvoll ist. Sollte es zu einer Erkrankung bei einer dieser Personen kommen und als Grund hierfür eine Exposition mit Röntgenstrahlung in Betracht gezogen werden, so wird es für den SSV u.U. schwierig, ohne vorliegende Messwerte den Nachweis zu führen, dass er hierfür keine Verantwortung trägt. Unser Rat: Im Zweifelsfall bei derartigen Expositionsszenarien die Personendosis durch Messung ermitteln. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.10.2016 - 16:59 Uhr:
Frage:2770 BETREFF: Strahlenschutzauffrischung
Hallo, Ich habe 2010 im Rahmen meiner OTA Ausbildung den Strahlenschutzkurs absolviert. Anerkannt wurde dieses dann 2012. Hätte ich den Auffrischungskurs 2015 machen müssen oder erst 2017? Die Meinungen unterscheiden sich da!


1. Antwort: Hallo Tanja, wenn Ihnen die Kenntnisse im Strahlenschutz im Jahr 2012 durch die zuständige Stelle (z.B. Ärztekammer oder Behörde) bescheinigt wurde, dann muss die Aktualisierung fünf Jahre später, also im Jahr 2017, erfolgen. Entscheidend ist das Datum der Kenntnisbescheinigung und nicht das Datum des Strahlenschutzkurses. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.10.2016 - 16:59 Uhr:
Frage:2769 BETREFF: Strahlenschutzauffrischung
Hallo, Ich habe 2010 im Rahmen meiner OTA Ausbildung den Strahlenschutzkurs absolviert. Anerkannt wurde dieses dann 2012. Hätte ich den Auffrischungskurs 2015 machen müssen oder erst 2017? Die Meinungen unterscheiden sich da!


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2770! K. Ewen



  Frage gestellt am 07.10.2016 - 06:22 Uhr:
Frage:2768 BETREFF: Abnahmepruefung nach 157
Ist eine Abnahmepruefung an BWG s ohne MPG rechtens wenn alle uebrigen Kriterien der DIN 157 eingehalten werden?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Holve, ja, das ist ´rechtens´, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Hersteller des betreffenden Monitors, der in diesem Fall sein Produkt nicht zum Zwecke der radiologischen Nutzung, also nicht zur Befundung von Röntgenbildern, produziert hat (´ohne MPG´), keine rechtliche Verantwortung für diese Art Anwendung übernehmen wird. Diese liegt dann eindeutig bei dem Nutzer. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 05.10.2016 - 14:21 Uhr:
Frage:2767 BETREFF: Fachkunde im Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Fachkunde im Strahlenschutz muss ein Chirurg im OP zur Bedienung C-Bogen vorweisen? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Anke S., die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz richtet sich nach der vorgesehenen Anwendung. Das heißt, eine ´pauschale´ Fachkunde „C-Bogengeräte“ gibt es nicht. Die notwendige Fachkunde kann je nach vorgesehener Untersuchungsart variieren: Erforderlich sein können z.B. eine bestimmte organspezifische Fachkunde, die Fachkunde für Interventionen, die Fachkunde für intraoperative Röntgendiagnostik oder, wenn es sich um einen wirklichen Notfall handelt, auch die Notfallfachkunde. Ich empfehle Ihnen die Tabelle 4.2.1 in der ´Fachkunderichtlinie Medizin RöV´ (siehe Nr. 7 hier im Forum RöV, erreichbar über den Link: ´Richtlinien/Schreiben des BMU´, veröffentlicht am 04.07.2012) zu studieren und dann die oben beschriebene Zuordnung der radiologischen Tätigkeit des Chirurgen zu der entsprechend zutreffenden Fachkundegruppe vorzunehmen. Bei Unklarheiten könnte Sie auch die zuständige Stelle für die Erteilung der Fachkundebescheinigungen (das ist in der Regel die örtlich zuständige Ärztekammer) beraten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.10.2016 - 13:52 Uhr:
Frage:2766 BETREFF: zu Frage 2763
Bzgl. der Frage von Herr Stolpe-Jazbinsek ist zu sagen, dass es völlig egal ist ob man eine digitale oder analoge Durchleuchtung betrachtet, eine Regelung ist immer vorhanden. Und es liegt in der Natur der Sache, dass eine Anlage nur regeln kann, wenn sie auch Information erhält, also dann wenn Strahlung anliegt. Bei 1 P/s dauert es also länger als bei 10 P/s. Entscheidend ist der Startwert für kV und mA. Digitale Systeme sind zwar meist schneller in der Regelung als analoge, aber nur weil sie normalerweise moderner sind und die Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht haben. Ein absolutes Negativbeispiel fand ich bei einem ganz neuen DIGITALEN Gerät einer bekannten Firma vor, welches ca. 10 - 20 Sekunden benötigte bis es eingeregelt hatte. Die Firma half sich damit, dass sie eine sehr umfangreiche Organdatenbank mitlieferte, sodass o.g. Startwert normalerweise gut passte und die ´Regelung´ dadurch relativ brauchbar war.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Urig, schönen Dank für diese Kommentierung des betreffenden Sachverhaltes, dem ich inhaltlich beipflichten kann und auf den ich den Anfrager zu 2763 hinweisen werde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 04.10.2016 - 09:40 Uhr:
Frage:2765 BETREFF: EOS Imaging
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, eher zufällig bin ich über die Werbung einer Praxis mit EOS Imaging, insbesondere bei Skoliose gestoßen (Keine Kassenleistung). Dabei wird mit besonders niedriger Strahlendosis und schönen 3D - Bildern (z.T. Ganzkörper!) geworben. Haben Sie hierzu Informationen über die Strahlenbelastung? Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen K. Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, ich habe Ihnen über Ihre Mailadresse einige Unterlagen zukommen lassen. Eine Versendung über das Forum RöV ist technisch nicht möglich. Vielleicht finden Sie das, was Sie interessiert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.10.2016 - 12:18 Uhr:
Frage:2764 BETREFF: Ihre Antwort auf Frage 2762
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte gerne genauer auf einen Teil Ihrer Antwort eingehen. Sie schrieben das die Formulierung in der RöV keine persönliche Interaktion zwecks Stellung der rechtfertigenden Indikation vorsieht, jedoch betonen Sie ´ in Einzelfällen(!)´. Wenn ich mir unseren Alltag in der Praxis anschaue, würde ich in meinem Verständnis denken das nur in Einzelfällen eine persönliche Interaktion des rechtfertigenden Arztes notwendig ist. Bitte korrigieren Sie mich wenn ich mit folgendem falsch liege: Um als konsiliarisch tätiger Arzt eine auswärtige Anforderung für eine Röntgenuntersuchung auf ´Rechtfertigung´ zu prüfen, ist meine Aufgabe Nutzen und Risiko abzuwägen. Praktisch heisst das zu schauen ob der angeforderte Weg zum Beantworten einer klinischen Indikation/Fragestellung aus RöV-Sicht gerechtfertigt ist. Dafür benötige ich in der Regel Angaben zur Klinik, eine Fragestellung die zu beantworten ist und bei Auftragsleistungen (Option auf einem Überweisungsschein) eine Untersuchungsmodalität. Wenn ich jetzt auch noch eine Auskunft vom Patienten einhole ob die klinischen Angaben die auf dem Überweisungsschein aufgeführt sind wirklich denen des Patienten entsprechen und zusätzlich erfragt wird welche Untersuchungen schon durchgeführt wurden (z.B. Sonographie, vorangegangene Röntgenuntersuchungen), dann kann ich daraus eine rechtfertigende Indikation stellen, oder zu dem Schluss kommen das die angeforderte Untersuchung nicht in Frage kommt/eine andere Modalität vorschlagen. Diese Informationen kann ich, aus meiner Sicht in den allermeisten Fällen, einholen ohne mit dem Patienten direkt zu interagieren (kurzes Formular/Abfrage durch Personal mit schriftlicher Doku). In den anderen Fällen ist immer ein Radiologe vor Ort um spezielles zu klären. Was ich nur persönlich klären könnte ist die Überprüfung über das Zutreffen der klinischen Indikation, dies ist jedoch aus meiner Sicht nicht das was mit Stellen der rechtfertigenden Indikation gemeint ist, und abgesehen davon auch nicht möglich. Dafür gibt es ja spezialisierte Kollegen. Wenn jemand z.B. wegen Blut im Urin, restriktiven Atembeschwerden, B-Symptomatik usw. zu uns kommt kann ich das nicht überprüfen, und ich denke das ist auch nicht gemeint aus RöV-Sicht. Wenn ich nun in der Mehrzahl der Fälle so verfahre wie oben beschrieben, die rechtfertigende Indikation vor der Untersuchung mit aus meiner Sicht ausreichenden schriftlichen Informationen stelle, handle ich dann berufsrechtlich/aus Sicht der RöV korrekt? Ich bin Ihnen für eine erneute Antwort sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen D. Miksic


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Miksic, aus der Sicht des Teams des Forum RöV ist jeder Patient, für den Sie als im Strahlenschutz fachkundiger Arzt eine rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlung stellen müssen, ein Einzelfall, zu dem Sie die fachkompetente Entscheidung treffen müssen. Sicherlich kann es so sein, dass unter den von Ihnen beschriebenen Randbedingungen die Mehrzahl der rechtfertigenden Indikationen ohne direkten Kontakt zwischen fachkundigem Arzt und Patienten gestellt werden können und nur in wenigen Fällen, z.B. bei Risiken, die in der Person des Patienten begründet sind, wie eine nicht auszuschließende Schwangerschaft, der direkte Kontakt zwischen den genannten Personen erforderlich ist. Allerdings kann man hieraus kein pauschales Vorgehen ableiten oder beschreiben. Allein der im Strahlenschutz fachkundige Arzt kann diese Entscheidung treffen - und er muss sie ggf. auch gegenüber den Aufsichtsorganen rechtfertigen (eine entsprechende Dokumentation wird hier hilfreich sein). Nach unserer Meinung entspricht die von Ihnen beschriebene Verfahrensweise den Regelungen der RöV. Dies gibt allerdings nur unsere Auffassung zu dem Thema wieder und ist keinesfalls rechtsverbindlich. Ob die Verfahrensweise berufsrechtlich den Anforderungen entspricht, kann von uns aus Erfahrung zwar angenommen, aber nicht belastbar beantwortet werden. Hier wäre nach unserer Meinung eine Rückfrage bei der zuständigen Ärztekammer zielführend. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 22:36 Uhr:
Frage:2763 BETREFF: Ihre AW zu Frage:2746
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Vielleicht hätte ich doch konkreter mit mehr Information fragen sollen, macht nichts, wird jetzt nachgeholt. Ihr Hinweis :´Regelung heisst Regelung, weil Sie regelt. So hat man beispielsweise bei einer BV-Durchleuchtung nach Einschaltung auch nicht unmittelbar stabile Werte´...ist natürlich klar, betrifft aber nicht selten nur eine analoge und kontinuierliche BV-Durchleuchtung, also Röntgen Bildverstärker mit Vakuum Gefäß, Target und wunderbarer Regelungskette, also mit Vidicon, Plumbicon usw.usw. Das Einpegeln von DL-Systemen kenne ich. In meiner Frage geht es nur rein um die digitale Anwendung, digitale Systeme, digitale Regelung. Bei digitaler Durchleuchtung, Dauerdurchleuchtung, tritt dieser Effekt nicht auf oder wurde noch nicht beobachtet, jedenfalls kann ich es nicht bestätigen. Sobald Pulse im Spiel sind kommt es zu diesem Effekt.Gleichermaßen bei 1P/s oder 25P/s. Selbst bei Unterscheidung nach Puls oder Bild /s. Ich spreche aber auch nicht von ´kalten Geräten´ sondern von einer normalen Anwendung im warmen Betriebs-Zustand. Ich sprach auch von gepulster Durchleuchtung, oder auch vom Verschiebetest (D-S-A), wie gesagt an digitalen Systemen, also mit Flat-Detektor. Bei der Konstanzprüfung mag das alles noch in Ordnung sein, muss man nur wissen. Aber...man wechselt den Patienten, startet ein Anwendungsprogramm (egal ob z.B. Schädel Programm oder Konstanz Programm), startet den Patienten...und der Effekt tritt auf. Ich stelle mir nur den regulären Patientenbetrieb vor, der Patient der dann einfach zuviel oder zu wenig Dosis abbekommt. Ich stelle mir den Anwender vor der, weil er den Effekt nicht kennt, Aufnahmen schießt, mit weniger Dosis und somit mit schlechterer Bildqualität Bilder erzeugt, ins PACS schickt (und verlustbehaftet abspeichert, siehe Frage zuvor), oder eben nochmal schießt weil er beim ersten Mal so wenig gesehen hat. Ich denke der Arbeitskreis sollte sich die Sache zumindest mal ansehen. Herzlichen Dank und freundliche Grüße! Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, ich möchte diesen sicherlich etwas schwierigen Fragenkomplex nicht zu weit ausdehnen und Sie, quasi als Antwort, die auch von uns hier im Forum RöV getragen wird, auf den Beitrag Nr. 2766 aufmerksam machen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 21:50 Uhr:
Frage:2762 BETREFF: Überprüfung der rechtfertigenden Indikation
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin Radiologe in einer Gemeinschaftspraxis in NRW. Die notwendigen Fachkunden aller Kollegen für das Gesamtgebiet der radiologischen Diagnostik liegen vor. Wir führen täglich Röntgenuntersuchungen an Patienten durch, die mit einer Überweisung zu uns kommen. Im optimalen Fall ist auf der Überweisung die klinische Indikation und gewünschte Untersuchung aufgeführt. Meine Frage: Ist für die Überprüfung/Stellung der rechtfertigenden Indikation durch uns durchführenden Ärzte, zwingend der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt/die persönliche Interaktion mit dem Patienten notwendig? Oder reicht es in passenden Fällen aus, durch studieren des anfordernden Schriftstückes vor Durchführung der Untersuchung, die rechtfertigende Indikation zu stellen? Wäre es berufsrechtlich/ nach Röntgenverordnung somit korrekt wenn ein Patienten der z.B. für einen Röntgen-Thorax in unsere Praxis kommt, die Untersuchung erhält nachdem ein in der Praxis anwesender Radiologe die rechtfertigende Indikation nach Durchsicht des Überweisscheines gestellt hat, die Praxis danach verlässt ohne einen persönlichen Kontakt mit dem Radiologen gehabt zu haben? Der Hintergrund dieser Frage ist eine Abrechnungsfragestellung im GKV Bereich (betrifft die sogennante Konsiliarpauschale EBM 24211). Ich bedanke mich ganz herzlich im voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen D. Miksic


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Miksic, die RöV fordert, dass vor der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz die rechtfertigende Indikation stellt. Im Rahmen dieser rechtfertigenden Indikation muss der fachkundige Arzt die Möglichkeit haben, den Patienten vor Ort persönlich untersuchen zu können (§ 23 Abs. 1 RöV). Diese Formulierung in der RöV zeigt, dass die Stellung der rechtfertigenden Indikation in Einzelfällen (!) auch ohne tatsächliche Untersuchung oder Inaugenscheinnahme möglich ist („die Möglichkeit haben“). Dabei muss der „rechtfertigende“ fachkundige Arzt auf der Grundlage der klinischen Indikation und der „sonstigen Datenlage“ aber in der Lage sein, eine Nutzen/Risikoabwägung, bezogen auf den Patienten, durchzuführen, die geeignete Untersuchungsmethode festzulegen und den technisch durchführenden Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern die erforderlichen Anweisungen zu erteilen. Der Begriff „technische Durchführung“: siehe § 2 Nr. 7 RöV. Wir gehen davon aus, dass es in bestimmten Fällen möglich ist, genauso zu verfahren. Weiter ist es nach den Regelungen der RöV durchaus erlaubt, dass die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung (nach erfolgter rechtfertigender Indikation unter den oben genannten Randbedingungen) zu einer Zeit erfolgt, in der sich der fachkundige Arzt (z.B. ein Radiologe) nicht am Untersuchungsort oder in der Nähe dieses Ortes aufhält. Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Person, die technisch durchführt, über die erforderliche FACHKUNDE im Strahlenschutz für diese Tätigkeit verfügt. Dieses ist normalerweise bei MTRA der Fall. Nicht zulässig wäre das Entfernen des fachkundigen Arztes vom Untersuchungsort, wenn die technische Durchführung durch MFA mit KENNTNISSEN im Strahlenschutz erfolgen sollte, da diese Personen nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig werden, also technisch durchführen dürfen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 21:30 Uhr:
Frage:2761 BETREFF: Verlustfreie Archivierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei digitalen Röntgensytemen werden allgemein die erzeugten Daten im Systemrechner voerab abgeelgt/gespeichert. Bei der Versendung in das PACS ist zu beobachten das die Daten vorher reduziert werden, so z.B. in eine 512-Matrix. Dies führt dazu das die Ortsauflösung stärker abgestuft, aus dem PACS heraus betrachtet, angezeigt wird als dokumentiert.Schon am 4.4.2006 machte das Bayerische Staatsministerium darauf aufmerksam das dieses Vorgehen nicht der Forderung nach verlustfreier Archivierung (§28 Abs.5 und 6 RöV) entspricht. Weder die technische noch die diagnostische Aussagekraft bleibt damit erhalten. Können Sie mir erklären warum auch heute noch so verfahren wird, bzw. auch Neugeräte so eingestellt werden? Herzlichen Dank und freundliche Grüße! Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, wir gehen davon aus, dass eine Komprimierung elektronischer (digitaler) Daten durch Reduzierung der Matrix auf 512 x 512 mit einem dadurch verbundenen Verlust an Ortsauflösung nicht im Sinne des § 28 Abs. 5 letzter Satz RöV sein kann. Wir sind damit einer Meinung mit der Einschätzung des Bayerischen Staatsministeriums. Wir können fachlich-sachlich nicht erklären, warum (von wem auch immer) bei Neuanlagen so verfahren wird. Möglicherweise hat sich die schon viele Jahre bestehende Forderung in der RöV nach Datenkomprimierung nur bei Wahrung einer verlustfreien diagnostischen Aussagekraft immer noch nicht überall herumgesprochen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 19:16 Uhr:
Frage:2760 BETREFF: SSV/ SSB im OP / Medizinphysiker
Sehr geehrter Prof. Ewen, könnten Sie mir sagen 1. wer der SSB im OP ist 2. welche Aufgaben der Medizinphysiker in einem KH hat 3. welche Aufgaben der SSV an den SSB übertragen kann/darf und welche nicht. Herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Golchev, zu Ihren Fragen: 1.) Ob sich überhaupt ein SSB im OP befindet, liegt an der internen Strahlenschutzorganisation des Krankenhauses. Die RöV fordert dies nicht explizit. Es muss sichergestellt sein, dass es einen Strahlenschutzbeauftragten oder einen fachkundigen Strahlenschutzverantwortlichen (jeweils mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz) gibt, der den Betrieb der Röntgeneinrichtung leitet und beaufsichtigt. Diese Person muss bei Anwendungen am Menschen Ärztin oder Arzt sein, muss sich aber nicht zwingend im oder am Röntgenraum (hier OP) aufhalten. Notwendig ist aber, dass die Ärztin/der Arzt, die/der bei einer OP die sogenannte rechtfertigende Indikation stellt, d.h. die Entscheidung trifft, dass Röntgenstrahlung am Menschen angewendet wird, über die für diese Anwendung notwendige Fachkunde im Strahlenschutz verfügt und auch die notwendigen Befugnisse hat. Hierfür muss man aber nicht Strahlenschutzbeauftragter sein. 2.) Wenn ein Medizinphysik-Experte (MPE) in einer Einrichtung tätig ist, dann kann er die Aufgaben wahrnehmen, die sich nicht auf den ärztlichen Bereich beziehen. D.h., er darf keine rechtfertigende Indikation stellen, keine Befundung vornehmen oder kein Behandlungsergebnis überprüfen. Die rechtlichen Regelungen zur Tätigkeit des MPE in der Radiologie sind bezüglich ihrer Gewichtigkeit durchaus unterschiedlich gehalten: Während in der Richtlinie „Strahlenschutz in der Medizin“ für den Bereich der Strahlentherapie und Nuklearmedizin für ihn durchaus weitgehende Regeln vorhanden sind, ist dies im Bereich der Röntgendiagnostik bisher nicht der Fall. Hier müssen Strahlenschutzverantwortlicher, ärztlicher Strahlenschutzbeauftragter und MPE die Aufgaben im Einzelfall festlegen und beschreiben. 3.) Die Aufgaben, die ein SSB wahrnehmen kann, sind im § 15 Abs. 2 RöV und § 33 Abs. 2 StrlSchV beschrieben. Zusätzlich können ihm sicherlich auch weitere Aufgaben schriftlich übertragen werden. Nicht zu übertragen sind Aufgaben, die eindeutig in der Organisationsverantwortung des Strahlenschutzverantwortlichen liegen, z.B. die Bestellung weiterer SSB oder die Bereitstellung von ausreichendem und geeignetem Personal. Wichtig ist auch, dass der Strahlenschutzverantwortliche durch die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten grundsätzlich nicht aus seiner Verantwortung entlassen wird bzw. sich dieser dadurch auch nicht entziehen kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 11:14 Uhr:
Frage:2759 BETREFF: Zahnfilmaufnahme, ZMF in der Nähe
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin als zahnmedizinische Fachangestelle tätig. Diese Woche hatten wir folgenden Fall in der Zahnarztpraxis: ich habe eine Zahnfilmaufnahme bei einem Patienten direkt am Behandlungsstuhl gemacht, währenddessen war meine schwangere Kollegin (4. Schwangeschaftsmonat) ca. 5 Meter vom Patienten entfernt. Die Röntgenröhre zeigte in Ihre Richtung als ich die Aufnahme machte. Ich hatte es nicht wahrgenommen, weil unsere Behandlungseinheiten nur durch Glaswände getrennt werden (Milchglas), wir haben keine Mauerwände. Wie gefährlich ist die Aufnahme für das Baby meiner Kollegin gewesen? Ich danke Ihnen für die Aufklärung Mit freundlichen Grüßen Tania Müller


1. Antwort: Die Frage wurde doppelt gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2758 K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 11:13 Uhr:
Frage:2758 BETREFF: Zahnfilmaufnahme, ZMF in der Nähe
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin als zahnmedizinische Fachangestelle tätig. Diese Woche hatten wir folgenden Fall in der Zahnarztpraxis: ich habe eine Zahnfilmaufnahme bei einem Patienten direkt am Behandlungsstuhl gemacht, währenddessen war meine schwangere Kollegin (4. Schwangeschaftsmonat) ca. 5 Meter vom Patienten entfernt. Die Röntgenröhre zeigte in Ihre Richtung als ich die Aufnahme machte. Ich hatte es nicht wahrgenommen, weil unsere Behandlungseinheiten nur durch Glaswände getrennt werden (Milchglas), wir haben keine Mauerwände. Wie gefährlich ist die Aufnahme für das Baby meiner Kollegin gewesen? Ich danke Ihnen für die Aufklärung Mit freundlichen Grüßen Tania Müller


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, die sog. Zahnfilmaufnahme gehört zu den Röntgenaufnahmen mit sehr geringer Dosis, wenn sie nicht sogar tatsächlich die geringste Dosis in der Röntgendiagnostik erzeugt. Außerdem befand sich Ihre Kollegin in einem ziemlich großen Abstand (5 m) vom Patienten entfernt, was diese ohnehin schon kleine Dosis noch deutlich weiter reduziert. Wenn die Kollegin auch in Nutzstrahlrichtung stand, so ist trotzdem die Dosis insofern nicht stark erhöht, weil der weitaus größte Teil der Röntgenstrahlung vom Objekt (Patient) absorbiert wird und in der Umgebung nicht zur Wirkung kommt. Also: Entwarnung für die Kollegin! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 09:05 Uhr:
Frage:2757 BETREFF: DIN6868/13 - Niedrigkosntrastobjekte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich verfolge das Forum schon sehr lange und es konnte mir schon viele Fragen beantworten. VIelen Dank, dass dies schon so lange betreuen! Nun habe ich selbst eine Frage. Was genau sagt mir die prozentuale Angabe der Niedrigkontrastobjekte des Prüfkörpers für die DIN6868/13? Ist die Prozentangabe, der prozentuale Unterschied zum übrigen Hintergrund des Prüfkörpers? Vielen Dank und viele Grüße Peter


1. Antwort: Frage Nr. 2757 war zweimal gestellt worden (siehe: Frage Nr. 2756). K. Ewen



  Frage gestellt am 30.09.2016 - 08:55 Uhr:
Frage:2756 BETREFF: DIN6868/13 - Niedrigkosntrastobjekte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich verfolge das Forum schon sehr lange und es konnte mir schon viele Fragen beantworten. VIelen Dank, dass dies schon so lange betreuen! Nun habe ich selbst eine Frage. Was genau sagt mir die prozentuale Angabe der Niedrigkontrastobjekte des Prüfkörpers für die DIN6868/13? Ist die Prozentangabe, der prozentuale Unterschied zum übrigen Hintergrund des Prüfkörpers? Vielen Dank und viele Grüße Peter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wörner, es gibt verschiedene Kontrastdefinitionen. Eine gängige ist folgende: K = (S1 – S2)/S2. Dabei ist S1 – S2 das „Nutz“-Signal und S2 ist das „Umgebungs“-Signal („Intensität der Umgebung“). Man kann die o.g. kleine Formel auch „prozentual“ angeben, so wie in DIN 6868-13 geschehen: K = 100 x (S1 –S2)/S2. Beispiel: S1 = 479, S2 = 465, K = 100 x (479 – 465) / 479 = 3 %. Die Kontrastwerte in DIN 6868-13 gelten für ganz definierte Expositionsbedingungen an Objektscheiben bestimmter Dicken (z.B. aus Al): 70 kV, 2,5 mm Al EF und 25 mm Al Zusatzfilterung. Unter diesen Bedingungen darf bei der Konstanzprüfung die erkennbare Anzahl dieser Niedrigkontrastobjekte von den entsprechenden Verhältnissen der Abnahmeprüfung nicht abweichen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 23.09.2016 - 15:28 Uhr:
Frage:2755 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, an dieser Stelle habe ich eine Verständnisfrage zur DIN 6857-2 2016:08. Aus diesem Grund finden Sie nachfolgend auch eine bereits gestellte und von Ihnen beantwortete Frage: ´ich hätte eine Frage zu der jährlichen Prüfung der Röntgenschürzen und zwar mittels Röntgenstrahlung. Wer ist zudtändig für die Prüfung? Der MPE oder auch der SSB (Strahlenschutzbeauftrager) für den medizinischen Bereich? Wenn also keinen MPE in der betroffenen Abteilung vorhanden ist, sollte der SSB der Abteilung die Prüfung durchführen oder? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Fr. Markova 1. Antwort: Sehr geehrte Frau Markova, der zuständige Strahlenschutzbeauftragte (in der Röntgendiagnostik sicherlich ein/e Arzt/in) muss dafür sorgen, dass derartige Prüfungen organisatorisch reibungslos im Sinne der DIN 6857-2 (diese Norm ist kein Entwurf mehr, also entfällt das ´E´)erfolgen, aber selbst durchführen muss er/sie diese Prüfung natürlich nicht. Diese Aufgabe kann z.B. durchaus an Personen aus dem Assistenzbereich übertragen werden, die im Sinne des § 30 RöV von einer im Strahlenschutz fachkundigen Person (Arzt, MPE) in die Prüfmethode eingewiesen worden sind. Irgendwelche offiziellen Strahlenschutzkurse müssen zu diesem Zweck nicht besucht werden. Denn bei der Prüfung von Schutzkleidung mittels Röntgenstrahlung wird diese ja nicht auf den Menschen angewendet sondern ´in sonstigen Fällen´ (siehe Überschrift zu § 30).´ Nun zu meiner Anliegen. Laut §3 Abs.2 Satz 1 der MPBetreibV dürfen mit der Instandhaltung von Medizinprodukten nur Personen, Betriebe oder Einrichtungen beauftragt werden, die auf Grund ihrer Ausbildung und praktischen Tätigkeit über die erforderliche Sachkenntnis verfügen. Im MPG ist definiert, was als Medizinprodukt eingestuft wir. Folgende Fragen dazu. 1. Aus der Definition des MPG werde ich nicht ganz schlau. Ist Röntgenschutzkleidung ein Medizinprodukt nach dem MPG? 2.Sollte die Röntgenschutzkleidung ein Medizinprodukt nach MPG sein, kann dann die Prüfung der Schutzkleidung dennoch nach Einweisung (§30 RöV) von Personen ohne Fachausbildung oder entsprechende Kurse durchgeführt werden? Vielen Dank schon mal im Voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Biesinger, ich kann es kurz machen: Schutzkleidung für Personal (´Persönliche Schutzausrüstung´), die also von der DIN 6857-2 betroffen ist, fällt nicht unter den Geltungsbereich des Medizinprodukterechts (anders dagegen Patientenschutzmittel). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 20.09.2016 - 16:25 Uhr:
Frage:2754 BETREFF: MFA /ct/Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, damit eine Krankenschwester mit Röntgenschein CT´s in der Rufbereitschaft machen darf und die Bilder TELERADIOLOGIESCH abschickt mus der Arzt der neben Ihr steht wehrend Sie die CT Untersuchung macht die Fachkunde für CT besitzen oder auch noch die Fachkunde für Teleradiologie oder reicht aus wenn der Arzt nur dir Fachkunde für Notfalldiagnostick hat? Gruß Herr Studime.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Studime, um Ihre Frage zu beantworten, müssen wir sie etwas interpretieren. Wenn es um eine genehmigte Teleradiologie im Sinne des § 3 Abs. 4 Röntgenverordnung geht, dann ist die technische Durchführung durch eine MFA (Krankenschwester, Arzthelferin o.ä.) mit Kenntnissen im Strahlenschutz schon formal nicht möglich. Das liegt daran, dass schon die Genehmigungsvoraussetzungen der Röntgenverordnung verlangen, dass die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung durch eine Person mit entsprechender Fachkunde im Strahlenschutz (MTRA) erfolgt (§ 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV). Diese spezielle Anforderung ist nicht kompensierbar, auch nicht durch Aufsicht seitens eines Arztes mit CT-Fachkunde oder mit Fachkunde für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik. Es stellt sich aber für uns die Frage, warum die Anwendung überhaupt im Rahmen der Teleradiologie erfolgen soll, wenn ein Arzt mit CT-Fachkunde oder mit Fachkunde für das Gesamtgebiet am Untersuchungsort zugegen ist. Der so fachkundige Arzt kann die rechtfertigende Indikation für die CT-Untersuchung stellen, er kann die verantwortliche Erstbefundung durchführen und er kann die MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz beaufsichtigen, die dann - außerhalb der Teleradiologie nach Röntgenverordnung - auch technisch durchführen darf (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Die MFA dürfte in in diesem Fall die Bilder zum Einholen einer Zweitmeinung auch verschicken. Ein Arzt mit Notfallfachkunde im Strahlenschutz kann bei CT-Untersuchungen keine der vorgenannten Aufgaben wahrnehmen, da die Notfallfachkunde CT-Untersuchungen explizit nicht einschließt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 11.09.2016 - 14:12 Uhr:
Frage:2751 BETREFF: DIN 6857-2 auch für Patientenschutzkleidung?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen! Entfaltet die DIN 6857-2 Gültigkeit auch für die Patientenschutzausrüstung in der zahnärztlichen Radiologie? Falls ja, ab welchem Zeitpunkt ist die Umsetzung gefordert? Vielen Dank für Ihre Auskunft!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwan, die DIN 6857-2 gilt nicht für Patientenschutzkleidung. Siehe „1. Anwendungsbereich“ in der Norm: „Diese Norm gilt für … Strahlenschutzkleidung, die dem Schutz des Personals gegen Röntgenstrahlung … dient.“ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 09.09.2016 - 11:30 Uhr:
Frage:2750 BETREFF: Fachkundeerwerb für Personen, außerhalb Deutschlands ausgebildet
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Kurse zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz müssen Personen im Rahmen des Anerkennungsverfahrens als MTRA (wurden außerhalb Deutschlands ausgebildet) absolvieren? In Deutschland ausgebildete MTRA erwerben mit der erfolgreichen Prüfung zwei Fachkunden im Strahlenschutz, nach Röntgenverordnung (Radiologische Diagnostik) sowie nach Strahlenschutzverordnung (Strahlentherapie und Nuklearmedizin). Nach RL RöV 4.7 Fachkunde im Strahlenschutz für technische Assistentinnen und Assistenten in der Medizin, müssen - Personen, die nach § 1 Nr. 2 des MTA-Gesetzes (MTAG) die Erlaubnis zur Ausübung einer Tätigkeit als MTRA besitzen, haben die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen oder -behandlungen im Rahmen ihrer Ausbildung erworben (vgl. Ausbildungs- und Prüfungsordnung für technische Assistentinnen und Assistenten in der Medizin - MTA-AprV - vom 24. April 1994 (BGBl. I S. 922)). Medizinisch-Technische Assistentinnen und Assistenten sind nach § 10 Nr. 5 MTAG den MTRA gleichgestellt. Personen, die außerhalb Deutschlands ausgebildet worden sind und die im Rahmen der Röntgenverordnung Aufgaben einer MTRA wahrnehmen wollen, haben nach § 2 Abs. 2 MTAG die Gleichwertigkeit ihres Ausbildungsstandards mit der MTA-APrV nachzuweisen. Notwendige Spezialkenntnisse und insbesondere das erforderliche Gesetzeswissen ist durch Teilnahme an einem Kurs im Strahlenschutz nach Anlage 2.1 zu erwerben. Anlage 2, 2.1 ist der Spezialkurs im Strahlenschutz bei der Untersuchung mit Röntgenstrahlung (Diagnostik). Dauer - einschließlich Übungen und Prüfung - 20 Stunden Um auch die Fachkunde nach Strahlenschutzverordnung zu erwerben, gilt lt. RL StrlSchV 3.1.5 Erwerb der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz für Personen mit einer staatlich geregelten, staatlich anerkannten oder staatlich überwachten und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung, wenn die technische Mitwirkung Gegenstand ihrer Ausbildung und Prüfung war Personen, denen nach § 82 Absatz 2 Nummer 2 StrlSchV die technische Mitwirkung erlaubt ist, müssen die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Personen, die im Ausland eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, deren Gleichwertigkeit mit der Ausbildung einer MTRA von der zuständigen Behörde in Deutschland bescheinigt worden ist. Die Fachkunde ist nach § 30 Absatz 1 StrlSchV durch eine Bescheinigung der nach Landesrecht zuständigen Stelle nachzuweisen. Leider konnte ich in der RL StrlSchV keinen konkreten Hinweis finden, welche Kurse besucht werden müssen, im Gegensatz zur RL RöV. Gelten für den Erwerb der Fachkunde nach StrlSchV die Kurse A 3 1.1 Grundkurs im Strahlenschutz nach StrlSchV und RöV, Dauer (einschließlich Übungen) mindestens 24 Stunden A 3 1.2 Spezialkurs im Strahlenschutz beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen in der Nuklearmedizin, auer (einschließlich Übungen) mindestens 24 Stunden, Voraussetzung für die Teilnahme ist der Nachweis des Grundkurses nach Anlage A 3 Nr. 1.1. A 3 1.3 Spezialkurs im Strahlenschutz in der Teletherapie, Dauer (einschließlich Übungen) mindestens 28 Stunden, Voraussetzung für die Teilnahme ist der Nachweis des Grundkurses nach Anlage A 3 Nr. 1.1. Insgesamt dreht sich meine Frage um die Anzahl der Kurse, eine Kombination von Kursen oder nur einem Kurs, was muss im Rahmen des Anerkennungsverfahren belegt werden? 1. Spezialkurs RL RöV und die 3 Kurse nach RL StrlSchV 2. Nur die 3 Kurse nach StrlSchV, da Grundkurs RöV und StrlSchV enthält 3. Spezialkurs nach RL RöV und Grundkurs nach RL StrlSchV 4. Nur Grundkurs nach StrlSchV Mit herzlichen Grüßen Anke Ohmstede


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ohmstede, wir empfehlen, um hier eine wirklich belastbare Antwort zu bekommen, sollten Sie sich an die Stellen wenden, die für die Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung zuständig sind. In vielen (aber nicht allen) Bundesländern sind dies die Ärztekammern. Hier im Forum RöV wissen wir aus Erfahrung, dass man in Sachen ´Fachkunde im Strahlenschutz´ im Bereich der Strahlenschutzverordnung in ähnlicher Weise vorgeht, wie das im Rahmen der Röntgenverordnung üblich ist. Das heißt: Wenn die Gleichwertigkeit der Ausbildung zur deutschen MTRA-Ausbildung von der dafür zuständigen Behörde festgestellt und bestätigt wurde, dann geht auch die für die Strahlenschutzfachkunde zuständige Stelle davon aus, dass die Grundlagen (praktische Ausbildung und Inhalte des Grundkurses) im Strahlenschutz gegeben sind. Erforderlich (und daher wichtig) ist für alle radiologische Anwendungsbereichen (z.B. Röntgendiagnostik, Nuklearmedizin oder Tele-/Brachytherapie)der erfolgreiche Besuch des zutreffenden Spezialkurses. Diese Kommentierungen hier im Forum RöV entsprechen aber wirklich nur unseren Erfahrungen, die man aber tunlichst bei der zuständigen Stelle nachfragen sollte. Eine fest vorgeschriebene Anzahl an Strahlenschutzkursen gibt es nach unserer Meinung nicht, da die als ´gleichwertig´ einzustufenden Personen die Fachkunden nur für die jeweils von ihnen beruflich tatsächlich ausgeführten radiologischen Anwendungsgebiete erwerben müssen. Fazit daraus: Es müssen nicht zwangsläufig alle Fachkunden erworben werden über die eine/ein MTRA ´automatisch´ verfügt, die/der das Examen in Deutschland abgelegt hat. Es würde beispielsweise für eine Person, die nur in der Teletherapie technisch mitwirken möchte, ausreichen, den dafür passenden Kurs (erfolgreich) zu besuchen und sich die für diese Anwendung erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz bescheinigen zu lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 08.09.2016 - 14:51 Uhr:
Frage:2749 BETREFF: Röntgenschürze beim Thoraxröntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine meiner MTRs hat einen Auffrischungskurs unter Ihrer Leitung nach Röntgenverordnung besucht und kam mit der Information zurück, dass jetzt doch bewiesen sei, dass eine Schutzschürze beim Thoraxröntgen detektorseitig mehr Schutz biete als röhrennah. logisch wäre diese auch, da die Röntgenröhrenauslassstrahlung bei modernen Geräten eher niedrig ist. Soll der Schutz jetzt wirklich detektornah angebracht werden? Danke für Ihre Antwort. G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, die Diskussionen zur Frage „Schutzschürze („Halbschürze“) bei der Thoraxaufnahme ja oder nein“ und, wenn ja, strahler- oder bildempfängernah angebracht, sind für mich schon, ich möchte mal sagen, jahrzehntelang präsent. Und Antworten gibt es in allen Varianten, von der jede etwas für sich hat: 1) Schutzschürze nein, weil diese, wo auch immer angebracht, nur eine sehr geringe Dosisreduzierung erbringt. 2) Schutzschürze bildempfängernah, weil die aus dem Bildempfängerbereich rückgestreute Strahlung weitgehend absorbiert wird. 3) Schutzschürze strahlernah, weil die Gehäusedurchlassstrahlung weitgehend absorbiert wird. Was nun überwiegt, die strahlernahe oder bildempfängernahe Variante, hängt sicherlich auch von der Größenordnung der Dosis in der Gehäusedurchlassstrahlung ab. Man sagt, diese sei bei neueren Röntgenstrahlern geringer als bei älteren. Und das war wohl für den betreffenden Referenten bei dem besagten Strahlenschutzkurs das ausschlaggebende Argument für „Schürze bildempfängernah“. Ob man hier von einem „Beweis“ sprechen kann, muss ich dahingestellt sein lassen. Ich habe vielleicht schon zu viele „Für“ und „Wider“ in Antworten zu dieser Fragestellung erleben müssen, um eine eindeutige Stellungnahme abgeben zu können. Auch das gibt es im Forum RöV! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 07.09.2016 - 17:06 Uhr:
Frage:2748 BETREFF: Voraussetzungen zum Arbeiten in Radiologie gestern und heute
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewan 1978 - 1881 habe ich die MTA Schule in Hamburg besucht, jedoch beim Examen leider keinen Erfolg gehabt. Weil ich jung und dumm war habe ich es auch nicht wiederholt. Wie das Leben so spielt bin ich dann doch in der Radiologie gelandet und arbeitete dort 30 Jahre lang - mit Teilnahme an Bereitschaftsdiensten u. in sämtlichen Bereichen eingearbeitet. (Fachkunde für Strahlenschutz 1988 und regelmäßige Auffrischung) Jetzt bin ich seit 24 Jahren im Diakoniekrankenhaus angestellt und wurde dort vor ca drei Jahren auf ein MTA Gehalt hochgestuft, leistungsbedingt. Vor einem halben Jahr hat der Praxisinhaber gewechselt (Praxis im Krankenhaus) und dieser hat mir mitgeteilt,ich dürfte nicht mehr bei ihm arbeiten. Seitdem stehe ich vor einem Scherbenhaufen - ich bin jetzt 59 Jahre alt. Habe mich versucht schlau zu machen und das aktuelle Strahlenschutzgesetz und die Rö Verordnung stimmen wohl mit diesen Tatsachen überein. Vor 24 Jahren durfte ich in diesem Beruf arbeiten und heute darf ich es nicht mehr. Gab es bei den Änderungen der Strahlenschutzgesetze bezgl. der Möglichkeiten der Beschäftigung irgendwelche Übergangsfristen, oder die Möglichkeit der Anerkennung von Fachkunde? Mir ist bekannt, dass ich eigentlich schon seit diversen Jahren nicht mehr hätte arbeiten dürfen, aber weder unser Strahlenschutzbeauftragter noch das Diakoniekrankenhaus haben mich jemals darauf hingewiesen. Mein Leben und meine berufliche Zukunft sind sozusagen ´Im Eimer´ und wie es dazu kommen konnte interessiert heute niemanden mehr außer mir. Der Chef der MAV hat mir berichtet es gäbe ev. eine Möglichkeit die langjährige Erfahrung anerkennen zu lassen. Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Mit freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kommert, um Ihnen einen Rat geben zu können, müssen wir Ihre Sachstandsbeschreibung etwas eingrenzen und teilweise interpretieren. Wenn wir Sie richtig verstehen, dann haben Sie im Jahr 1981 die Ausbildung zur MTRA nicht erfolgreich beendet. In Folge dessen haben Sie auch nicht die Berufserlaubnis zur Ausübung des MTRA-Berufs erhalten. Später, im Jahr 1988, haben Sie aufgrund der nicht erfolgreich abgeschlossenen MTRA-Ausbildung die Kenntnisse im Strahlenschutz nach der RöV vom 8.1.1987 erworben (nach unserer Meinung können das nur die Kenntnisse im Strahlenschutz gewesen sein, denn Fachkunde für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen bekamen auch schon im Jahr 1988 nur MTRAs im Rahmen der Berufserlaubnis). Diese Kenntnisse haben Sie sich dann von der zuständigen Stelle bescheinigen lassen (vergleiche Paragraph 23 der RöV in der Fassung vom 8.1.1987) und vor dem 1.7.2007 fristgemäß und dann regelmäßig aktualisiert. Wenn wir Ihre Anfrage bis hierhin richtig verstanden haben, dann verfügen Sie immer noch über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz nach der RöV, um unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes Röntgenuntersuchungen technisch durchzuführen. Scheinbar hat sich für Sie in den letzten Jahren hier nichts geändert. Eine Fachkunde im Strahlenschutz, wie Sie MTRA für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen ohne Beaufsichtigung durch einen fachkundigen Arzt besitzen, konnten Sie aufgrund der Vorgaben des MTA-Gesetzes und der RöV in der Vergangenheit nicht erwerben, und das wird auch heute nicht möglich sein. Aus unserer Sicht können Sie unter den geschilderten Randbedingungen weiter tätig sein. Sollten wir jedoch etwas aus Ihrer Anfrage falsch verstanden oder interpretiert haben, dann empfehlen wir Ihnen, den Fall mit der für Sie zuständigen Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsichtsamt, Bezirksregierung, Arbeitsschutzamt .......) zu besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frage gestellt am 02.09.2016 - 21:14 Uhr:
Frage:2747 BETREFF: CDMAM
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hatte vor einiger Zeit einen CDMAM ´Experten´ Schein bei Ihnen gemacht, damals an 5MP Befundungsmonitoren,jetzt, nach neuen Normen kann man die CDMAM Prüfung am Notebook Softwaregestützt auswerten, feine Sache...Aber: Meine Frage: Ist dieser Experten Schein jetzt noch erforderlich oder darf jetzt jeder der die Fachkunde nach R6 hat diese Prüfung durchführen? Herzlichen Dank und freundliche Grüße! Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, nach Kapitel 7 in der „Fachkunde-Richtlinie Technik nach der RöV“ wird für die Qualifikation von behördlich bestimmten Sachverständigen eine Einweisung in die Sachverständigentätigkeit verlangt (Abschnitt 7