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  Walter Huhn schrieb am 21.10.2017 - 01:11 Uhr:
Frage:3000 BETREFF: Frage 3000
Lieber Klaus, nachdem Günter Roos die Frage 2998 für seine Wertschätzung des Forum RöV genutzt hat (was mich sehr gefreut hat), möchte ich die Frage 3000 nicht für eine wirkliche Frage nutzen, sondern für meine Dank an dich. Meinen Dank dafür, dass du in den zurückliegenden Jahren dieses Forum zu dem gemacht hast, was es heute ist: Zu einem kompetenten Nachschlagewerk im Strahlenschutz mit der Besonderheit, zeitnah und umfassend zu antworten. Ich freue mich, dass ich so lange hierbei mitwirken durfte (und noch darf). Der Dank geht auch an alle anderen Kolleginnen und Kollegen, die das Forum unterstützen. Möge es uns noch einige Zeit gelingen. Grüße von Teneriffa Walter


1. Antwort: Lieber Walter, auch dir vielen Dank für diese Wertschätzung des Forum RöV und ein wenig auch, ohne überheblich zu sein, meiner Person. Die Betreuung des Forum RöV hat Spaß gemacht, aber auch Arbeit gekostet. Wer mich kennt, der weiß, dass ich grundsätzlich für beides zu haben bin. Danke aber auch an dich für deine Beiträge vornehmlich im rechtlichen Bereich sowie an andere Kolleginnen und Kollegen für deren Hilfe bei speziellen Fragestellungen, z.B. aus dem medizinisch-radiologischen Umfeld. Hat das Forum RöV noch eine Zukunft? Zumindest müssen wir es irgendwann mal umbenennen, denn es wird den Begriff „RöV“ spätestens Ende 2018 nicht mehr geben. Alles andere bleibt abzuwarten. Mit freundlichen Grüßen Klaus (Ewen)



  Susa S. schrieb am 20.10.2017 - 11:17 Uhr:
Frage:2999 BETREFF: Röntgen der Hand Frage 2997
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen für die sehr ausführliche und hilfreiche Beantwortung meiner Frage 2997 bedanken. Bezüglich meiner Frage in 2997, ob es denn durch unsachgemäßes Bedienen eines digitalen Gerätes zu übermäßiger Strahlung durch falsche Belichtungszeiten, Einblednung oder Dosis kommen könnte, möchte ich aus folgendem Grund nochmals nachfragen: Als ich ins Röntgenzimmer gebeten wurde, bat mich die Arzthelferin meine Hand auf eine Speicherfolie zu legen. Diese Kassette hatte ca. die Größe zweier Hände. Eine Anweisung, wie und wo ich die Hände zu positionieren habe, erfolgte nicht, dafür aber die Anweisung, mich möglichst nahe an den Tisch zu setzen (Ellenbogen am Körper und 90 Grad). Anschließend verließ die Arzthelferin den Raum, um die Aufnahme zu erstellen. Dies dauerte ca. eine Minute. Ein Lichtkegel, wie es wohl bei Einblendungen üblich ist (?), war nicht sichtbar. Eine Einblendung wurde auch zuvor von der Arzthelferin im Röntgenraum nicht vorgenommen. Kann sie diese vergessen haben? Welche Auswirkungen hätte dies auf Dosis und Gesundheit. Ich habe mir inzwischen die Aufnahme durch den Arzt auf CD aushändigen lassen. Hierbei ist mir auch aufgefallen, dass neben der Hand auch das Handgelenk und ein Teil des Unterarms zu sehen sind. Die zu diagnostizierende Stelle betraf aber nur das vordere Fingerendgelenk des Zeigefingers... Mittlerweile hat sich diese Sache für mich zum regelrechten Albtraum entwickelt und ich möchte gerne eine Aufklärung des Sachverhalts, sowohl aus persönlichen Gründen als auch aus Schutz anderer Patienten. Welche Möglichkeiten gibt es hier? Werden Dosisleistungen / Belichtungszeit vom Gerät gespeichert? Hat man hier das Recht zur Einsicht, ohne dass Daten verändert werden können? An wen könnte man sich in diesem Fall wenden? Ich habe im Übrigen den behandelnden Arzt ca. eine Woche später auf den fehlenden Bleischutz angesprochen. Er meinte - wie ich ja bereits in meiner letzten Frage geschrieben habe - dass bei einer Hand keine Strahlung am Körper ankäme und dass man eine derartige Untersuchung auch schwanger durchführen könne. Auf meinen Hinweis auf die falsche Positionierung räumte er ein, dass es wohl nicht optimal gelaufen sei... Für dieses Gespräch bekam ich eine Rechnung für eingehende Beratung mind. 10 min. ausgestellt. Mit besten Grüßen, Susa S.




  Günter Roos schrieb am 17.10.2017 - 23:02 Uhr:
Frage:2998 BETREFF: Fast die 3000. Frage erreicht
Sehr geehrter Herr Prof. Klaus Ewen, -lieber Klaus, ich nutze mal heute diese sehr formelle Anrede im Forum- Dass in diesem Forum inzwischen rund 3000 Fragen gestellt und von Dir geduldig und fachkundig beantwortet wurden, ist für mich Anlass einen besonderen Dank und eine Bitte zum ´weiter so´ hier einzufügen. Deine Beratung in zum Teil unendlich verzwickten fachlichen und organisatorischen Fällen hat den vielen (passiven) Mit-Lesern des Forums und nicht nur den Anfragenden erheblich weitergeholfen, um den Strahlenschutz der Anwender und der Patienten mit auf das heutige hohe Niveau zu führen. Auch ich - obwohl langjähiger ´Insider´ - habe als Mit-Leser immer wieder hilfreiche Antworten oder Fragen, die eine vertiefte Betrachtung erforderten, gefunden. An keiner anderen Stelle konnte durch vergleichbare, überwiegend ehrenamliche Aktivität so Vielen eine Hilfe gegeben werden. Neben der Beratung der Anwender durch die Ärztlichen Stellen nach § 17a RöV, ist es das (Dein) Rö-Forum, das die meisten Personen bei ihrer Aufgabenerfüllung wirksam unterstützt. Aber auch Patienten erfragen und erfahren Deine Beratung. Dafür und auch anlässlich des heutigen Tages meinen persönlichen Dank und Glückwunsch. Herzliche Grüße aus Mainz Günter Roos --- --- --- --- [Nicht verkneifen kann ich diese Anmerkung: Meine Haare stehen mir zu Berge, wenn ich bei Frage 2997 lese, was alles in dieser Anwendung von hinten bis vorne daneben war. Sehr geehrte Frau S.: Kopfschmerz, Übelkeit usw. werden dennoch nicht als Folge dieser Anwendung auftreten. Ich hoffe nur, die ärztlche Diagnose war zutreffender.]


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Roos, lieber Günter, zunächst einmal muss gesagt werden, dass wir viele berufliche Jahre im Strahlenschutz gemeinsam gestaltet haben (z.B. im Länderausschuss RöV und im Arbeitskreis RöV), und dies in einem bemerkenswert angenehmen kollegialen Verhältnis. Du hast als Anlass zu deinen Ausführungen die Tatsache genutzt, dass wir im Forum RöV kurz vor einem besonderen Jubiläum stehen: Es fehlen heute (ab 18.10.2017) unter Berücksichtigung deines Textes (Frage 2998) noch genau 2 Fragen bis zur ominösen Zahl „3000“! Ich bin natürlich nicht allwissend im Strahlenschutz. Deshalb bitte ich zu speziellen Themen auch Kollegen/innen um ihren Rat, so dass wir in derartigen Fällen auch von einem „Forum-Team“ sprechen können. Was deine „Anfrage“ hier betrifft, so möchte ich klar darauf hinweisen, dass ich dich nicht gebeten hatte, anlässlich des Jubiläums „3000“ diesen Text zu schreiben und ins Forum RöV zu setzen. Ich weiß aber genau, was diese Worte eines „Insiders“, wie du dich zu Recht bezeichnet hast, bedeuten (siehe z.B. deine Anmerkung zur Frage Nr. 2997 am Ende deines Textes). Das Forum-Team ist stolz darauf! Viele Grüße Klaus Ewen



  Susa S. schrieb am 17.10.2017 - 15:43 Uhr:
Frage:2997 BETREFF: Röntgen der Hand
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst vielen herzlichen Dank für die ausführlichen und fachkundigen Auskünfte in diesem Forum. Zu meinem Problem: Beim ortsansässigen Orthopäden wurde vor wenigen Wochen meine rechte Hand aufgrund einer Schwellung am Fingerendgelenk geröngt. Es gab hierbei Vorkommnisse, die mich im Nachinein stark beunruhigen, zumal der Vorgang des ´Geröngtwerdens´ immho sehr seltsam abgelaufen ist. Auf die Frage an den Arzt, ob denn auch andere bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen könnten, wurde mir entgegnet, dass man hierbei (beim Handröntgen) keine Strahlung abbekomme. Anschließend wurde ich in den Röntgenraum geschickt. Nach einer letzten Röntgenuntersuchung oder einer eventuell bestehenden Schwangerschaft wurde ich nicht befragt, weder vom Arzt noch vom Röntgenpersonal. Die Arzthelferin machte insgesamt einen sehr unsicheren, nervösen Eindruck. Sie forderte mich auf, mich so nah wie möglich - frontal, nicht seitlich - vor den Röntgentisch zu setzen, die Beine unter den Tisch stellend. Eine Bleischürze wurde mir nicht angelegt, ich wurde ebenfalls nicht darauf hingewiesen, den Kopf abzuwenden. Der Abstand von der Brustdrüse zum Primärstrahl betrug ca. 10 bis 15 Zentimeter. Auch der Abstand vom Kopf (Augenlinse, Schilddrüse) zur Stahlenquelle war sehr gering. Auf die Frage, weshalb keine Bleischürze angelegt werde, entgegnete man mir, dass beim Röntgen der Hand keine Strahlung am Körper ankomme. Mein Vertrauen in die Praxis und den untersuchenden Arzt ist seitdem dahin und ich habe Angst, unsachgemäß geröngt geworden zu sein und Schäden, auch durch nicht abgeschirmte Streustahlung, erhalten zu haben. Fragen, die sich mir seither stellen, sind: Kann es durch unsachgemäßes Bedienen eines digitalen Gerätes zu übermäßiger Strahlung durch falsche Belichtungszeiten, Einblednung oder Dosis kommen? Können hierbei Erscheinungen wie leichte Kopfschmerzen, leichte Übelkeit und Durchfall sowie Hautreizungen hervorgerufen werden? Wie stark ist bei dieser Art der Röntgenuntersuchung die Belastung durch Streustrahlen? Vielen Dank, S.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sicklinger, 1) Für jede Röntgenaufnahme, also auch für die Untersuchung der Hand, benötigt man Strahlung (ohne Röntgenstrahlung keine Röntgenbild). Die Dosis bei einer Handaufnahme ist aber, verglichen mit anderen Röntgenuntersuchungen, ziemlich gering. Auch die von dem Objekt (hier: Hand) ausgehende Streustrahlendosis ist niedrig, aber wenn man sie mit einfachen Mitteln noch weiter verringern kann, sollte man es tun. 2) Gebärfähige Frauen sind vor der Röntgenuntersuchung vom anwendenden Arzt nach eventuell bestehender Schwangerschaft zu befragen (§ 23 Abs. 3 RöV). Das Ergebnis dieser Befragung muss aufgezeichnet werden (§ 28 Abs. 1 Nr. 1 RöV). 3) Bei einer Handaufnahme ist eine Patientenplatzierung frontal zum Untersuchungstisch, und das auch noch mit den Beinen unter diesem Tisch, genau das Falsche. Seitlich und mit abgewandten Beinen wäre dagegen richtig. 4) Eine Schutzschürze, so vorhanden, kann zur Minimierung der Strahlendosis nicht schaden. 5) Die Abstände vom Röntgenstrahler zu kritischen Organen des Patienten (zum Beispiel Schilddrüse, Augenlinse) sollten zur Minimierung der sog. Gehäusedurchlass-Strahlung so groß wie untersuchungstechnisch möglich gehalten werden. 6) Wie gesagt, die Streustrahlendosis ist bei einer Handaufnahme gering, doch gleich Null ist sie aber auch nicht. Fazit: Es ist total unwahrscheinlich, dass Sie mit strahlungsbedingten Schäden rechnen müssen. Darüber brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. An sich tragen moderne digital arbeitende Röntgengeräte im Vergleich zu älteren, analogen Geräten ehr zu kleineren Dosiswerten bei. Fast würde ich sagen: Man muss bei ihnen schon richtig etwas falsch machen, um bei Patienten eine unangemessen hohe Dosis zu applizieren. Trotz aller hier von Ihnen aufgezählten und von mir kommentierten Fehler, die bei Ihrer Untersuchung unterlaufen sind, müssen Sie dadurch keine gesundheitlichen Symptome (z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen) befürchten. Man könnte sich aber fragen, ob in dieser Praxis bei anderen Röntgenuntersuchungen, die zur Erzeugung einer befundbaren Bildqualität eine höhere Dosis erfordern, grundsätzlich ebenso unqualifiziert geröntgt wird. Mit korrekter Patientenplatzierung (s.o.) liegt bei einer Handaufnahme die Streustrahlendosis am Patienten in einer Größenordnung von 0,3 µSv, einem Wert, der keineswegs Furcht einflößend ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Vielleicht werfen Sie noch einen Blick auf den Text der nachfolgenden Forumanfrage (Nr. 2998), dort die letzten Zeilen in eckigen Klammern. Dieser Text ist nicht mit uns abgesprochen, geht aber (in Kurzfassung) in dieselbe Richtung wie unsere Antwort hier.



  Marchand Heide schrieb am 15.10.2017 - 17:07 Uhr:
Frage:2996 BETREFF: Augenlinse Dosis Grenzwerte ab 01012018!?
Hallo Herr Prof.Ewen, Der neue Grenzwert f die Augenlinse Dosis von 20mSv/a für die Anwender gilt ab dem 1.1.2018 oder erst wenn die neue StrschVerordnung inkl.RöV am 31.12.2018 eingehalten werden soll? Bitte um Hilfe da manche StrSchBeauftragten der Meinung sind diese gilt erst ab dem 1.1.2019. Wie immer herzlichen Dank.Heide


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Heide (Vorname?), die besagten Strahlenschutzbeauftragten liegen mit ihrer Meinung fast richtig. Das In-Kraft-Treten der meisten radiologisch relevanten Regelungen, so auch des neuen Grenzwertes für die Augenlinsendosis, geschieht nach StrlSchG am 31.12.2018. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marchand Heide schrieb am 15.10.2017 - 16:36 Uhr:
Frage:2995 BETREFF: Minderjährige bis 18a Unterschrift bzgl Schwangerschaft
Hallo Herr Prof.Dr.Ewen, Wenn Mädchen bzgl einer ´bestehenden Schwangerschaft befragt werden,müssen diese Ihre Antwort und den Bogen ausfüllen.So nun stehen wir da und sind verunsichert.Mädels die das 16 Lebensjahr nicht beendet haben z.B.13 oder 14 Jahre alt sind müssen doch die Erziehungsberechtigten o.ä.Vewandten die Unterschrift unter der Befragung(Ausschluss Gravidität vor der Rö Unters) als gesetzlicher Vertreter tätigen.Was müssen wir beachten? Wenn kein erziehungsberechtigter dabei ist? genügt es wenn die Eltern telefonisch in Kenntnisse gesetzt werden und wir die Zusage für die Rö Auf. Notieren? Wer muss das im Vorfeld klären die behandelten Ärzte? Der jeweiligen Fachabteilung? Wir sind Mtra und haben keinen eigenen Radiologen.! Wie sieht die Rechtsprechung mit Mädels aus zwischen dem 16_18 Lebensjahr? Eltern fragen oder reicht die Unterschrift der z.b.16jährige? Vielen Dank LG nach Duesseldorf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Marchand Heide (?), eine schwere und komplizierte Frage, die Sie uns gestellt haben. Diese Frage enthält nur einen Teil des gesamten Problems und ist nach unserer Meinung wirklich rechtssicher nur mit Hilfe von Fachjuristen (ggf. nach Recherchen von Gerichtsverfahren/Urteilen) zu beantworten. Die Frage beginnt schon dort, wo der fachkundige ARZT (es muss kein Radiologe sein) rechtfertigt, ob eine Röntgenuntersuchung erforderlich ist. Eine solche Entscheidung wird man bei Kindern und Jugendlichen in der Regel sicherlich nicht ohne Zustimmung von Erziehungsberechtigten treffen dürfen. Dies ist aber auch bei anderen Behandlungen (außerhalb der Radiologie), die eine Körperverletzung darstellen können, nicht anders. Ausgenommen sollen hier mal Erkrankungen oder Verletzungen sein, die keinen Aufschub der ärztlichen Versorgung dulden. Es wird also erforderlich sein, dass der Arzt oder die von ihm beauftragte Person versuchen muss, Erziehungsberechtigte zu erreichen, um die Zustimmung zur Röntgenuntersuchung einzuholen. In diesem Zusammenhang kann dann auch die Frage einer möglichen Schwangerschaft bei einem „Mädchen“ geklärt werden. Telefonisch mag eine solche Zustimmung möglich sein bzw. die Klärung der Frage, ob eine Schwangerschaft besteht, wenn man sich vollkommen sicher ist, dass man mit Erziehungsberechtigten spricht und dieses auch protokolliert. Unserer Meinung nach muss grundsätzlich auch die Patientenaufklärung erfolgen (hier ggf. auch gegenüber dem Erziehungsberechtigten). Ob Jugendliche ab 16 Jahren allein entscheiden können und auch entsprechende Fragen beantworten können/dürfen, können wir rechtlich belastbar nicht beantworten. Obwohl wir auch davon ausgehen, dass dieses so möglich ist, sollten Sie einen Fachjuristen (z.B. aus der zuständigen Ärztekammer) hierzu befragen. Dies gilt auch für die Frage, wie lange man warten muss, bevor eine Untersuchung durchgeführt werden darf, wenn man keinen Erziehungsberechtigten erreicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Maindorfer schrieb am 13.10.2017 - 10:19 Uhr:
Frage:2994 BETREFF: CT-Aufklärung
Guten Tag Hr. Prof. Ewen. Ich hätte folgende Fragen speziell zu CT-Aufklärungen. So wie ich bereits gelesen habe, ist die Aufklärung nur im ärztlichen Berufsrecht relevant. Dessen ungeachtet würde mich trotzdem interessieren, ob ein stationärer Patient innerhalb seines Aufenthaltes vor jeder CT-Untersuchung immer wieder neu aufgeklärt werden muss oder ob eine Aufklärung bei der ersten CT-Untersuchung alle folgenden CT-Untersuchungen mit abdeckt? Die zweite Frage ist, da die RöV eine Patientenaufklärung im Rahmen einer Röntgenuntersuchung nicht vorsieht, muss ich als MTRA überhaupt kontrollieren, ob eine solche vorliegt? Da wir auch teleradiologisch arbeiten, wird diese Kontrolle von den Teleradiologen von uns verlangt. Ich bedanke mich schon im Vorfeld für die Antworten. Mit freundlichen Grüßen Ch. Maindorfer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Maindorfer, zur Aufklärung, insbesondere bei CT-Untersuchungen, verweisen wir auf unsere Antwort zur Forum-Anfrage 2032. Dementsprechend ist unseres Erachtens eine Patientenaufklärung bei jeder CT-Untersuchung erforderlich. Eine Ausnahme könnte sich ergeben, wenn von Beginn an mehrere CT-Untersuchungen gerechtfertigt werden und die Aufklärung zu Beginn auch alle geplanten Folgeuntersuchungen einbezieht und dieses auch dokumentiert wird. Die Verantwortung für die Patientenaufklärung liegt grundsätzlich bei den fachkompetenten Ärzten (vgl. Antwort zur Frage 2032). Unserer Meinung nach muss der Teleradiologe die Patientenaufklärung mit dem Arzt vor Ort absprechen, der über spezielle Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen muss. Eine Kontrolle der Patientenaufklärung durch MTRA, die vor Ort technisch durchführen dürfen, ist in der RöV nicht vorgesehen. Belastbare Auskünfte zu Ihrer Frage bekommen Sie nach unserem Wissen von den Rechtsabteilungen der Ärztekammern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 10.10.2017 - 16:15 Uhr:
Frage:2993 BETREFF: Fail-Safe-Schaltung
Lieber Klaus, ich habe noch eine schöne Frage an dich. Es geht um die „Fail-Safe-Schaltung“. Es handelt sich um eine Röntgeneinrichtung eines namhaften Hersteller (Buckytisch mit Wandstativ). Zusätzlich werden noch ein Easylift (nur freie Einstellung) und ein Thoracomat (Belichtungsautomatik) verwendet. Bei Anwahl von Buckytisch oder Wandstativ arbeitet die Fail-Safe-Schaltung einwandfrei. Wenn nun jedoch der Strahler auf den Buckytisch gerichtet wird und am Schaltpult der Thoracomat angewählt wurde, geht die Anlage NICHT in Fail-Safe – es wird also Grenz-mAs geschossen. Dies habe ich mit MK2 bemängelt. Der Hersteller des Systems sagt nun, dass hier „wahrscheinlich“ keine Fail-Safe-Schaltung realisiert werden kann. Wie würdest Du den Fall behandeln?


1. Antwort: Lieber Kai, rein formalrechtlich könnte die zuständige Genehmigungsbehörde die Inbetriebnahme einer solchen Röntgeneinrichtung sicherlich zulassen. Dies wäre über eine Genehmigung nach Paragraph 3 RöV oder durch Entscheidung der Behörde nach Paragraph 4 Abs. 2 Satz 3 RöV möglich. Allerdings setzt eine solche Entscheidung oder eine Genehmigung nach Meinung des Forumteams voraus, dass die Sicherheit und der Strahlenschutz auf andere Weise gewährleistet wird (im Sinne des Paragraphen 33 Abs. 6 RöV). Im vorliegenden Fall sehen wir jedoch auf Grundlage des von dir formulierten Anfragetextes keine Anhaltspunkte, dass diese Voraussetzung als erfüllt angesehen werden kann. Da die Fail–Safe–Schaltung bereits vor längerer Zeit aus Sicherheitsgründen eingeführt wurde, sollte sie auch konsequent für alle Betriebsarten Anwendung finden. Unseres Erachtens ist hier eine technische Maßnahme des Herstellers erforderlich und nicht, wie auch immer formuliert, ein „administratives Hinbiegen“ durch die Genehmigungsbehörde. Deine Mangelfeststellung ist also nach unserer Auffassung durchaus berechtigt. Mit freundlichem Gruß Klaus (Ewen)



  Kai Gottwals schrieb am 05.10.2017 - 22:09 Uhr:
Frage:2992 BETREFF: DVT in HNO-Praxis
Lieber Klaus, eine Praxis hat mich in Sachen ´Umsetzung des Standes der Technik´ um Hilfe gebeten. Es geht um ein DVT-Gerät, welches in der Humanmedizin (HNO-Praxis) verwednet wird. Das Gerät wurde im März 2012 in Betrieb genommen. Da zu diesem Zeitpunkt keine Norm für die Abnahmeprüfung von DVT-Geräten außerhalb der Zahnmedizin existierte und auch in der seinerzeit gültigen QS-Richtlinie keine Regelungen für DVT-Geräte außerhalb der Zahnmedizin getroffen waren, galten für die Abnahmeprüfung die Hersteller- bzw. Lieferanten-Vorgaben. Die Lieferfirma hat seinerzeit die in der Zahnmedizin üblichen Regelungen der QS-Richtlinie (Stand 05.11.2009) umgesetzt und die Abnahmeprüfung entsprechend durchgeführt. Für in der Zahnmedizin verwendete DVT-Geräte wurde in der QS-Richtlinie vom 23.06.2014 festgelegt, dass bis spätestens 31.01.2018 eine der Abnahmeprüfung entsprechende ergänzende Prüfung nach DIN 6868-161 durchzuführen ist. Eine solche Regelung gibt es für DVT-Geräte außerhalb der Zahnmedizin nicht. Auch zur Umsetzung der DIN 6868-150 (Juni 2013) gibt es keine Festlegungen, dass in Betrieb befindliche Geräte durch eine „neue Abnahmeprüfung“ auf den Stand der aktuellen Normung umgestellt werden müssen. Rundschreiben zu diesem Thema sind mir auch keine bekannt. Dennoch besteht die BLÄK hier auf eine neue Abnahmeprüfung nach DIN 6868-150. Aus meiner Sicht als Sachverständiger nach RöV besteht hier kein Handlungsbedarf. Wie siehst Du das? Grüße aus Stuttgart Kai Gottwals


1. Antwort: Lieber Kai, ich kann es kurz machen, ich sehe das genauso wie du: Aus Sicht der Sachverständigen besteht kein Handlungsbedarf. Der besteht aber im Anwendungsbereich der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), was auch vom Leiter des Arbeitskreises RöV bestätigt wird. Du hast eine Regelungslücke angesprochen, die man durch Formulierung eines entsprechenden Textes in der QS-RL schließen könnte. Vielleicht kann diese Lücke, sicherlich etwas langfristiger, alternativ auch auf Normungsebene beseitigt werden. Zurzeit konzentriert sich, wie du weißt, eine aktuelle Präsenzpflicht für alle im administrativen Strahlenschutz beschäftigten Kolleginnen und Kollegen auf das neue Strahlenschutzgesetz und auf dessen Umfeld. Die ohnehin schon angespannten personellen Kapazitäten lassen das Eingehen auf Novellierungswünsche im Text technischer Richtlinien zur RöV, wie hier der QS-RL, zwangsläufig in einen gewissen zeitlichen Hintergrund treten. Wir werden also ein wenig geduldig sein müssen. Mit freundlichem Gruß Klaus (Ewen)



  Wolfgang Bachert schrieb am 05.10.2017 - 13:49 Uhr:
Frage:2991 BETREFF: Untersuchung nach § 37 RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Die Durchführung der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung Richtlinie nach StrlSchV und RöV ´Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlen- exponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´ vom 18. Dezember 2003 - RdSchr. d. BMU v. 18.12.2003 - RS II 4 - 11432/2 beschreibt auch den Ablauf der Untersuchung von uns Beschäftigten im Kontrollbereich. Ich lese daraus, dass der ermächtigte Arzt die Untersuchung (zumindest die Erstuntersuchung)persönlich durchführen muss. Ist das korrekt ? Oder darf ich von einem ´normalen´ Betriebsarzt ohne Ermächtigung untersucht und befragt werden, und dann geht meine Untersuchsakte an den ermächtigten Arzt und der stellt aus der ´Ferne´ die Bescheinigung nach § 38 aus ?? Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, § 37 Abs. 1 und 2 RöV sowie § 60 Abs. 1 und 2 StrlSchV beschreiben unseres Erachtens eindeutig, dass die Untersuchung oder Beurteilung sowie die Ausstellung der notwendigen Bescheinigung durch einen nach RöV bzw. StrlSchV „ermächtigten Arzt“ erfolgen müssen. Eine Delegation dieser Untersuchungen oder Beurteilungen an einen Arzt ohne Ermächtigung nach RöV und StrlSchV ist nach unserer Meinung nicht zulässig. Gegebenenfalls können im Einzelfall notwendige spezielle Untersuchungen (z.B. Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchungen) an spezialisierte Ärzte vergeben werden oder der ermächtigte Arzt kann bestimmte Erkenntnisse eines Betriebsarztes bei einer (Wiederholungs-) Beurteilung zugrunde legen. Der Auftrag hierfür und die Bewertung müssen nach unserer Meinung aber durch den ermächtigten Arzt erfolgen. Wenn der Ablauf, wie von Ihnen beschrieben, erfolgt (Untersuchung durch einen nicht nach RöV und StrlSchV ermächtigten Betriebsarzt) und auf dieser Basis dann eine Ausstellen der Bescheinigung durch den ermächtigten Arzt, könnte man dieses Vorgehen sicherlich mit der für den betreffenden ermächtigten Arzt zuständigen Aufsichtsbehörde erörtern. Vielleicht hat diese ja keine Bedenken dagegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Scheibner schrieb am 02.10.2017 - 16:48 Uhr:
Frage:2989 BETREFF: Frage 2915 - Augenlinsendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in Ihrer Antwort zur Frage 2915 haben Sie geschrieben, dass bei möglicher Überschreitung von 1/10 des betreffenden Grenzwertes eine Teilkörperdosimetrie zwingend erforderlich ist, hier demnach bei 15 mSv/a. In der (noch) aktuellen Röntgenverordnung habe ich Ihre Angaben leider noch nicht wiederfinden können. Per Suche werde ich auf §35 Abs. 5 verwiesen: ...Ist vorauszusehen, dass im Kalenderjahr die Organdosis ... der Augenlinse größer ist als 45 mSv, so ist die Personendosis durch weitere Dosimeter auch an diesen Körperteilen festzustellen. Auf welche Angaben müssen wir uns bis zum neuen Strahlenschutzgesetz beziehen? Es bleibt spannend, was in der Verordnungsermächtigung für die Strahlenschutzbereiche als Dosiswerte definiert werden... Freundliche Grüße Michael Scheibner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Scheibner, man hat Sie zu Recht auf den § 35 Abs. 5 RöV verwiesen: Ein zusätzliches Dosimeter im Bereich der Augenlinse ist nach der noch geltenden RöV dann zu tragen, wenn die Organdosis der Augenlinse größer ist als 45 mSv im Kalenderjahr. Sorry, wir haben bei der damaligen Beantwortung Ihrer Frage den etwas komplex formulierten § 35 zu konservativ ausgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  elke n. schrieb am 29.09.2017 - 19:17 Uhr:
Frage:2988 BETREFF: wiederholtes roentgen der lunge
sehr geehrter herr prof. ewen, herzlichen dank für ihre antwort! ein schönes wochenende und freundliche grüße!


1. Antwort: ... gern geschehen! Viele Grüße K. Ewen



  Ephraim Winges schrieb am 28.09.2017 - 23:16 Uhr:
Frage:2987 BETREFF: Konversionsfaktoren und Dosisausbeute
Sehr geehrte Damen und Herren, können Sie mir einen Hinweis geben wo ich im Internet die Konversionsfaktoren zur Abschätzung der eff. Dosis bei Röntgenaufnahmen mithilfe des DFP finden kann? Gibt es eine Anleitung, z.B. für Techniker, wie ich die Dosisausbeute unserer Anlage bestimmen kann, um die Einfalldosis bzw. Oberflächendosis berechnen zu können? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Winges, zum 1. Punkt: Bei Eingabe von Begriffen wie „Konversionsfaktoren“ und „effektive Dosis“ z.B. in Google findet man einige Publikationen zu diesem Thema, beispielsweise eine Arbeit von D.Gosch et.al. aus Fortschr Röntgenstr, 2007; 179(10): 1035-1042. Aber das ist wirklich nur ein Beispiel; es gibt noch mehr Fundstellen zu dieser Thematik. Was den 2. Punkt Ihrer Fragen betrifft, so weiß ich nicht, ob Sie Zugriffsmöglichkeiten auf Normen besitzen. So findet man in DIN 6868-150 (Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen für Aufnahme und Durchleuchtung) z.B. eine Prüf- bzw. Messanleitung zur Referenzluftkermaleistung, ein Größe, die z.B. der Einfalldosis nahe steht. Es lohnt sich vielleicht auch ein Blick in die DIN 6809-7 (Klinische Dosimetrie – Teil 7: Verfahren zur Ermittlung der Patientendosis in der Röntgendiagnostik). Hier unter anderem werden die verschiedenen Möglichkeiten von Ermittlungen der Einfalldosis ziemlich ausführlich beschrieben. Ansonsten muss man auch bezüglich des 2. Punktes ein wenig im Internet herum suchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  elke n. schrieb am 26.09.2017 - 18:15 Uhr:
Frage:2985 BETREFF: erneutes röntgen der lunge in 2 ebenen nach 1 jahr und 6 monaten
sehr geehrte damen und herren, ist das, wie im betreff steht, gesundheitlich gefährlich? es wurde in zwei unterschiedlichen kliniken geröntgt. würde mich über eine antwort sehr freuen. mit freundlichen grüßen elke n.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Niebling, wenn die Indikation stimmt, kann auch in kürzeren Abständen die Lunge geröntgt werden müssen. 18 Monate alte Voraufnahmen sollten zwar angefordert werden können, aber je nach Fragestellung müssen sie diagnostisch nicht unbedingt hilfreich sein. Die (effektive) Dosis liegt bei Thoraxaufnahmen etwa in einer Größenordnung von 0,1 bis 0,3 mSv. Das ist im Vergleich zu vielen anderen Röntgenaufnahmen und -untersuchungen ziemlich niedrig. Sie müssen also diesbezüglich keine Sorgen haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Markus Bauer schrieb am 26.09.2017 - 00:08 Uhr:
Frage:2984 BETREFF: ERCP mit C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche baulichen Vorraussetzungen müssen erfüllt sein, um einen C-Bogen in einem Endoskopieraum zur Durchführung einer ERCP einzusetzen. Benötigt der Raum eine spezielle Abschirmung ? Wo kann ich dazu Informationen finden? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bauer, der bauliche Strahlenschutz von Röntgenräumen hängt von mehreren Parametern ab (z.B. Art der Untersuchungen, Abstände zu Aufenthaltsplätzen von Personen, Strahlrichtungen, Einschaltzeiten bzw. Zahl der Röntgenaufnahmen, Grenzwerte an den abzuschirmenden Plätzen). Man kann Ihre Fragen „vom Schreibtisch aus“ nicht so einfach beantworten. Zur Berechnung von Abschirmungen in der Radiologie gibt es Normen, so z.B. für die Röntgendiagnostik, also auch für ERCP mit C-Bogengeräten, die Norm 6812 („Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV – Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes“). Aber man muss schon eine gewisse Erfahrung bei Nutzung dieser Normen haben. Deshalb empfehle ich Ihnen, einen nach RöV behördlich bestimmten Sachverständigen einzubeziehen, der sich mit Normen dieser Art auskennt. Im Internet finden Sie Auflistungen von Sachverständigen, die in dem jeweiligen Bundesland von der dort zuständigen Behörde als Sachverständige anerkannt sind. Und ich denke, Sie werden darin bestimmt jemanden finden, der Sie entsprechend beraten kann. Man kann übrigens Normen, so auch die DIN 6812, aus dem Internet nicht runterladen. Ein in der Radiologie tätiger Sachverständiger wird die DIN 6812 aber bestimmt parat haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 21.09.2017 - 09:14 Uhr:
Frage:2983 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe heute zwei grundlegende Fragen zur Durchführung der DIN 6857-2:2016-08 (QK von Strahlenschutzmitteln) 1. Welche Modalität bevorzugen Sie? Durchleuchtung (DL) oder CT? Aus meiner Sicht ist die DL (Angiografieanlage mit ausreichend großem Detektor) zu bevorzugen, wenn sich für die Durchführung das Personal dafür nicht im Kontrollbereich aufhalten muss, da sich die Schürzen hier - im Vergleich zum CT – einlagig auflegen lassen. Dies gelingt auf den schmalen CT-Liegen ja schlecht. Wenn das Personal sich aber dafür in den Kontrollbereich stellen muss, ist dann das CT (Topogramm) zu bevorzugen? Haben Sie zudem Erfahrungswerte, ob die Ergebnisse im Topogramm mit der schlechteren Auflösung und der evtl. doppelt gelegten Schürzen für die Prüfung ausreichen und den Prüfergebnissen in der DL entsprechen? 2. Dürfen Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz nach Anlage 8 bzw. 10 der Fachkunderichtlinie die Prüfung im Durchleuchtungs-Modus durchführen? Personen mit Kenntnissen n. Anlage 10 der FK-RL dürfen ja nur „auf direkte Anweisung des unmittelbar anwesenden Arztes“ einfache Röntgenanlagen bedienen. Gilt dies auch für die Durchführung dieser DIN? Es handelt sich ja um keine Anwendung am Patienten und wenn sie sich dafür nicht in den Kontrollbereich begeben müssen, können diese Personen dann die DIN durchführen? Es muss dabei natürlich realistisch davon ausgegangen werden, dass hier kein Arzt mit Fachkunde unmittelbar anwesend ist. So sich diese Personen allerdings dafür im Kontrollbereich aufhalten müssen, halte ich dieses Prozedere für nicht standhaft – oder wie sehen Sie dies? Zudem handelt es sich bei einer Angiografieanlagen ja nicht mehr um eine “einfache Röntgenanlage“. Wie verhalten sich nun auch diese beide Szenarien, also außerhalb bzw. innerhalb des Kontrollbereichs stehendes Personal, für Personen, die Kenntnisse nach Anlage 8 der FK-Richtlinie besitzen? Oder ist es prinzipiell letztendlich nur MTRA gestattet, diese Prüfung unter DL durchzuführen, wenn diese an einer Angiografieanlage durchgeführt wird und kein Arzt mit Fachkunde unmittelbar anwesend ist? Sie ahnen es bestimmt, es geht letztendlich um die Frage, wer darf (muss) die Prüfung durchführen und diese Frage stellt sich natürlich besonders in den Bereichen OP, Herzkatheterlabor usw., in denen das Assistenzpersonal nur über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt. Herzlichen Dank für Ihre Mühe, mit freundlichen Grüßen, Iris Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, ich habe zwar an der Gestaltung der DIN 6857-2 mitgearbeitet, habe aber selbst keine Erfahrung mit der praktischen Durchführung der Schürzenprüfungen. Ich kenne zwar Kollegen, die darüber verfügen, aber mir sind Namensnennungen im Forum RöV nicht erlaubt. Im Internet steht einiges zur DIN 6857-2. Vielleicht gibt es da für Sie einen Ansatz, diesbezüglich nachzufragen. Ich will mir die Beantwortung Ihrer Fragen nicht leicht machen, wenn ich mich zu Ihrer Frage Nr. 2 auch nur auf Verweisungen reduziere. Aber es gibt zu diesem Thema im Forum RöV ganz konkrete Anfragen und ebenso konkrete Antworten, so dass ich meine, es wäre wahrscheinlich ausreichend, Ihnen diese Stellen im Forum zu nennen und Sie zu bitten, sich diese mal durchzulesen: 1) Nr. 2563 vom 30.11.2015 „Technische Durchführung zum Normentwurf der DIN 6857-2“. 2) Nr. 2816 vom 09.01.2017 „Wer darf prüfen?“. 3) Nr. 2824 vom 19.01.2017 „Schürzenprüfung“. 4) Nr. 2889 vom 12.04.2017 „Schürzenprüfung – Wer darf es?“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W. Bachert schrieb am 20.09.2017 - 16:44 Uhr:
Frage:2982 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen - wie ist das eigentlich mit der Fachkunde 6.2.2- Teleradiologie für Ärzte. Auf der Bescheinigung der Bezirksärztekammer Nordbaden ist vermerkt, die Kenntnisse/Fachkunde dieses Kurses müssen mindestens alle 5 Jahre durch Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs aktualisiert werden. Bezieht sich das gezielt auf diesen Teleradiologiekurs oder zählt die Aktualisierung ´allgemeinen´ Strahlenschutzkenntnissen/Fachkunde auch als Aktualisierung der Teleradiogie-Fachkunde ? zudem wird hin und wieder die meinung vertreten, der Teleradiologiekurs an sich muss nicht aktualisiert werden und wäre eine einmalige Sache. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bachert


1. Antwort: ehr geehrter Herr Bachert, eine kleine Richtigstellung zu Beginn unserer Antwort: Bei Personen, die Tätigkeiten nach Nummer 6.2.2 der Fachkunderichtlinie Medizin nach RöV ausführen, handelt es sich um Ärzte, die nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, für ihre Tätigkeiten im Rahmen einer genehmigten Teleradiologie aber Kenntnisse im Strahlenschutz benötigen. Diese Kenntnisse müssen nach den Vorgaben der Anlage 7.2 der vorgenannten Richtlinie erworben und von der zuständigen Stelle bescheinigt werden (vgl. Paragraph 18a Abs. 3 RöV in Verbindung mit Abs. 1 dieser Regelung). Kenntnisse im Strahlenschutz müssen genau wie Fachkunden alle fünf Jahre durch Teilnahme an einem geeigneten Kurs aktualisiert werden (dies gilt auch für die notwendigen Kenntnisse in der Teleradiologie). Ob ein Kurs für die jeweilige Personengruppe anerkannt und geeignet ist, muss man beim Kursveranstalter oder der anerkennenden Stelle/Behörde erfragen. Dass die Ärztekammern in den Bescheinigungen auf die Aktualisierungspflicht hinweisen, ist aus unserer Sicht in der Praxis sehr hilfreich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Mathias schrieb am 20.09.2017 - 07:14 Uhr:
Frage:2981 BETREFF: fehlende Fachkunde -> versicherungsrechtliche Konsequenzen
Vielen Dank für die schnelle Antwort auf meine Frage 2980. Darf ich ergänzend hierzu noch fragen, ob Sie auch eine versicherungsrechtliche Problematik sehen, wenn Kenntnisse/Fachkunde nicht fristgerecht aktualisiert wurden? Kann eine Berufshaftpflicht (z.B. eines durchleuchtenden Arztes) hier die Schadensregulierung aufgrund grober Fahrlässigkeit ablehnen? Mit den besten Grüßen


1. Antwort: ehr geehrter Herr Dierl, ob eine Berufshaftpflichtversicherung Leistungen aufgrund einer nicht fristgerecht erfolgten Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ablehnen kann, können wir nicht beurteilen. Hierzu sollte Rat von einem entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt eingeholt werden. Zu berücksichtigen ist aber u.E., dass Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz durch eine nicht fristgerechte Aktualisierung nicht automatisch verloren gegangen sind. Dieses bedeutet i.d.R., dass ein Mangel vorliegt, der aber durch geeignete Maßnahmen (Nachholen der Aktualisierung oder besondere Nachschulung nach Vorgabe der Behörde) beseitigt werden kann. Die erworbene/n Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz können nur durch eine besondere Entscheidung der zuständigen Stelle (z.B. Ärztekammer oder Aufsichtsbehörde) entzogen werden. Zu beachten ist auch das Patientenrechtegesetz, das u.U. eine Beweislastumkehr vorsieht, wenn bestimmte Voraussetzungen (z.B. aktuelle Fachkunde im Strahlenschutz) nicht oder nicht mehr vorhanden sind. Aber auch hierzu raten wir, einen Rechtsanwalt zu befragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Mathias schrieb am 19.09.2017 - 13:13 Uhr:
Frage:2980 BETREFF: Hinweispflicht Aktualisierungsfristen
Sehr geehrte Damen und Herren, in einem unerfreulichen Disput mit unserer neuen Pflegedirektorin vertritt diese die Ansicht, dass der Strahlenschutzverantwortliche bzw. der Bevollmächtigte eine Pflicht hat, alle Mitarbeiter mit Kenntnissen oder Fachkunden auf den Zeitpunkt der notwendigen Aktualisierung hinzuweisen. Eine Eigenverantwortung zur Beachtung der gesetzlichen Fristen wird vehement abgelehnt. Kennen Sie das Vorgehen in anderen Häusern bzw.können Sie diese Pflicht bzw. das Fehlen dieser Pflicht irgendwie belegen? Vielen Dank für Ihre Hilfe.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dierl, grundsätzlich teilen wir Ihre Auffassung, dass Bescheinigungen über Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz personenbezogene Nachweise sind. Damit ist auch klar, dass die Personen, die über solche Nachweise verfügen, sich um die Aktualisierung kümmern müssen. Allerdings sind Strahlenschutzverantwortliche (SSV) und Strahlenschutzbeauftragte (SSB) dadurch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Sie sind verpflichtet, die Strahlenschutzorganisation entsprechend den Vorgaben der RöV aufrecht zu erhalten, d.h. zu regeln, dass nur Personen mit aktueller Fachkunde oder aktuellen Kenntnissen im Strahlenschutz Tätigkeiten nach § 23 oder § 24 RöV ausführen. D.h., SSV und SSB sind gut beraten, wenn sie ihre Mitarbeiter/innen rechtzeitig auf Aktualisierungsfristen hinweisen und dadurch den verordnungskonformen Ablauf der Tätigkeiten nach RöV in ihrer Klinik oder Praxis sicherstellen. Man muss berücksichtigen, dass die zuständige Behörde die Tätigkeit von Personen, die ihre Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nicht aktualisiert haben, untersagen kann, was den notwendigen Ablauf in einer Röntgenabteilung sicherlich behindern könnte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Josef Gschwendner schrieb am 17.09.2017 - 22:37 Uhr:
Frage:2979 BETREFF: Dosismanagementsystem
Ende 2018 wird ja das Strahlenschutzgesetz für die Medizin vollumfänglich in Kraft treten. Man hört von verschiedenen Seiten, dass dann ´Dosismanagementsysteme´ gesetzlich gefordert sein werden. Ist bereits bekannt, welchen Umfang solche Systeme haben müssen, für welche Anwendungen solche Systeme benötigt werden (nur CT, intervetionelle Radiologie, ...), und welche Stichtage / Übergangsfristen es geben wird?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gschwendner, die rechtliche Basis zur Beantwortung Ihrer Frage findet sich sicherlich im § 86 des StrlSchG „Verordnungsermächtigungen zum Schutz von Personen bei der Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe am Menschen“. Darin kommt zum Ausdruck, dass zu vielen Einzelthemen des Strahlenschutzes unter Leitung des Bundesumweltministeriums Rechtsverordnungen in Arbeit bzw. geplant sind. So könnte es sein, dass auch für die von Ihnen angesprochenen Dosismanagementsysteme die an sie zu stellenden technischen Anforderungen und weitere diesbezügliche Randbedingungen (z.B. Anwendungen, zeitliche Vorgaben, Eigenschaften) in entsprechenden Ausführungsverordnungen festgelegt werden. Zurzeit gibt es noch keinen belastbaren Entwurf zu einer derartigen Verordnung, und wir meinen, dass man in dieser Hinsicht noch etwas Geduld haben muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  T. Punsmann schrieb am 14.09.2017 - 09:10 Uhr:
Frage:2978 BETREFF: Anwesenheit eines fachkundigen MPE in der Nuklearmedizin
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gerne möchte ich eine Frage stellen, die mit der Röntgendiagnostik nicht in direktem Zusammenhang steht, hoffe aber, dass Sie mir vielleicht trotzdem weiterhelfen können. Wann ist bei einer nuklearmedizinischen Therapiestation die Anwesenheit des fachkundigen MPE erforderlich? Ausschließlich während bestimmter Tätigkeiten (z. B. zur Dosisberechnung, bei der Applikation, bei Entlassungen) oder ist eine generelle Anwensenheit sicherzustellen? Ist auch eine Rufbereitschaft sicherzustellen, um nachts oder am Wochenende einen fachkundigen MPE hinzuziehen zu können? Ich würde mich freuen, wenn Sie mir bezüglich dieser Fragen weiterhelfen könnten.


1. Antwort: ehr geehrte/r Frau/Herr Punsmann, in unserer Antwort gehen wir mal davon aus, dass es sich nicht um eine Standardtherapie handelt, d.h. die vorgesehene Therapie bedarf in der Regel einer individuellen Bestrahlungsplanung (vgl. Nr. 5.2.1.3 Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin). In diesem Fall muss der MPE nach den Genehmigungsvoraussetzungen des § 9 Abs. 3 Nr. 1 StrlSchV als weiterer Strahlenschutzbeauftragter bestellt werden und er muss als solcher seine Aufgaben im Sinne der §§ 32 und 33 StrlSchV erfüllen. Hierfür ist es u.E. mindestens erforderlich, dass der als Strahlenschutzbeauftragter bestellte MPE während der Anwendungen radioaktiver Stoffe am Menschen (vgl. Nr. 5.2 Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin) erreichbar ist und im Bedarfsfall schnellstmöglich zum Umgangsort kommen kann, um dort ggf. korrigierend eingreifen zu können. Dies sollte aber nur als Grundsatz verstanden werden. Im Einzelfall kann und wird die zuständige Behörde weitere Anforderungen (z.B. ständige Anwesenheit) treffen. Anders sieht es aus, wenn nur Standardtherapien (ohne individuelle Bestrahlungsplanung) ausgeführt werden. In diesen Fällen muss nachgewiesen werden, dass ein MPE für bestimmte Aufgaben verfügbar ist. Seine Bestellung zum Strahlenschutzbeauftragten ist bei diesen Therapien nicht erforderlich. Auch eine (ständige) Erreichbarkeit bei einzelnen Anwendungen ist unserer Meinung nach nicht gefordert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alfons Landvogt schrieb am 13.09.2017 - 23:14 Uhr:
Frage:2977 BETREFF: Röntgenschürze bei Armphlebographie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Wir führten vor kurzem bei einer Patientin (38J.adipös,BMI 36.1) eine Armphlebographie durch. Rechtfertigende Indikation:Auschluss einer Arm-Schultervenenthrombose,sonographisch wg. Adipositas nicht ausreichend beurteilbar.Wir erhielten eine Beschwerde der Patientin darüber, dass (außnahmsweise)versäumt wurde ihr einen Strahlenschutz anzulegen. Es handelt sich um eine Siemens Röntgenanlage mit Obertischröhre. Ist im genannten Fall vor einer fraglichen Gesundheitsgefährdung der Patientin auszugehen oder ist insbesondere aufgrund der oben genannten Bedingungen nur von einer irrelevanten Streustrahlenbelastung der Gonaden auszugehen. Ist(bei Obertischröhre und Rückenlage des Patienten) das Auflegen der Bleischürze ventral oder dorsal sinvoll? Über eine Rückmeldung bedanke ich mich im Voraus. Mit freundlichen Grüßen A.Landvogt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Landvogt, hier unsere Meinung zu diesem Fall: 1) Bei einer Armphlebograhie, bei der man wegen des relativ kleinen Nutzstrahlenvolumens (Arm) mit einer verhältnismäßig geringen Streustrahlendosis am Körper der Patienten rechnen kann, würden wir nicht von einer ´Gesundheitsgefährdung´ sprechen. 2) Als ´irrelevant´, also als grundsätzlich vernachlässigbar, sollte man diese Dosis aber auch nicht bezeichnen, zumal die Körperdosis (einschließlich Gonadendosis) durch nach unserer Meinung problemloses Anlegen einer Strahlenschutzschürze nahezu auf ´Null´ (hier passt ´irrelevant´) hätte gebracht werden können. 3) Diese Schürze hätte bei einer auf dem Rücken liegenden Patientin und das bei einem Röntgengerät mit Obertischstrahler ventral angelegt werden müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Carsten Clement schrieb am 13.09.2017 - 09:38 Uhr:
Frage:2976 BETREFF: Teleradiologie
Hallo Herr Ewen! Die Genehmigung der Teleradiologie beinhaltet ja für den Wochenend- bzw. Nachtdienst die Anwesenheit eines/einer MTRA. Um diesen Dienst aufrecht zu erhalten,gibt es,glaube ich, eine Mindestanforderung von 3 MTRA. Ist die Anzahl unabhängig vom jeweiligen Beschäftigungsumfang bzw. ist es nicht mehr als fahrlässig, wg. Krankheit/Urlaub/Überstundenabbau etc. ,die Teleradiologie eines Hauses auf nur 3 ´Köpfe´ zu verteilen...?! Vielen Dank und viele Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Clement, die RöV beschreibt in § 3 Abs. 2 bis Abs. 4 welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine „Betriebsgenehmigung“ erteilt werden kann. Im Zusammenhang mit Ihrer Frage sind insbesondere der § 3 Abs. 2 Nr. 6 und Abs. 4 Nr. 2 zu beachten. Aus § 3 Abs. 2 Nr. 6 RöV kann man erkennen, dass das für eine sichere Ausführung des Betriebes notwendige Personal vorhanden sein muss. § 3 Abs. 4 Nr. 2 konkretisiert diese Voraussetzung für die Teleradiologie insoweit, als das notwendige Personal für die technische Durchführung die Voraussetzung des § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 (in der Regel MTRA/MTA) erfüllen muss. Die notwendige Anzahl von MTRA hängt sicherlich von dem Umfang der Teleradiologie ab. Wenn sichergestellt ist, dass nur wenige Untersuchungen durchgeführt werden und in Zeiten, in denen keine/kein MTRA zur Verfügung steht, auch keine Teleradiologie erfolgt, dann könnte (zumindestens theoretisch) ggf. schon eine/ein MTRA für einen sicheren Betrieb ausreichend sein. Wenn mit der Teleradiologie jedoch die gesamten Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste aufgefangen werden sollen und die Untersuchungsfrequenz entsprechend hoch ist, dann reicht eine/ein MTRA nach allen Erfahrungen nicht aus. Allerdings ist es schwer, eine feste Anzahl von Personen anzugeben, die im Rahmen der Teleradiologie für die technische Durchführung zur Verfügung stehen müssen. Hierzu sind neben den Untersuchungsfrequenzen auch die Arbeitsschutz- und insbesondere die Arbeitszeitvorschriften (max. zulässige tägliche Arbeitszeit, Ruhezeiten, zulässige wöchentliche Arbeitszeiten, Urlaubsregelungen, notwendige Krankenvertretungen) zu berücksichtigen. Hier ist es nach unserer Meinung wichtig, neben dem betroffenen Personal auch Betriebs- oder Personalräte und bei Unsicherheiten auch die zuständigen Strahlenschutz- und Arbeitsschutzbehörden einzubinden. Grundsätzlich sollte sich ein Genehmigungsinhaber (Strahlenschutzverantwortlicher) immer bewusst sein, dass er den Betriebsablauf so organisieren und regeln muss, dass die Pflichten und Schutzvorschriften (RöV, aber auch Arbeitszeitgesetz) eingehalten werden. Dies bedeutet, dass er für ausreichendes Personal zu sorgen hat. Verstöße dagegen, weil z.B. zu wenig MTRA zur Verfügung stehen und dann in der Teleradiologie medizinische Fachangestellte (MFA) eingesetzt werden, können Ordnungswidrigkeiten sein, die mit einem Bußgeld geahndet werden, lassen evtl. sogar den Widerruf einer Genehmigung zu und können zusätzlich zur Folge haben, dass bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz die strahlenschutzrechtliche Zuverlässigkeit eines SSV von der zuständigen Aufsichtsbehörde angezweifelt wird. Dies könnte dann sogar Auswirkungen auf den Betrieb aller Röntgeneinrichtungen haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. V. Bäuerle schrieb am 08.09.2017 - 20:01 Uhr:
Frage:2975 BETREFF: pQCT-Geräte
Sehr geehrte Damen und Herren, wie sieht es mit ´Sicherheitsausstattung´ (müssen z.B. die Wände abgeschirmt werden) in der Praxis bei Verwendung vom periphereren quantitativen Computertomograph für die Messung an Radius oder Tibia, wenn sich die Praxis in einer gut bewohnten Wohnanlage befindet. Mit freundlichem Gruß, Dr. Bäuerle


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. Bäuerle, pQCT-Geräte gehören zur Gruppe der Knochendichtemesseinrichtungen, für die der Aufwand an technischem Strahlenschutz (dazu gehören auch bauliche Abschirmungen) als äußerst minimal bezeichnet werden kann. Diese Einrichtung muss, wie alle diagnostisch genutzten Röntgeneinrichtungen, vor deren Inbetriebnahme von einem Sachverständigen überprüft werden. Dieser entscheidet letzten Endes, ob der technische Strahlenschutz ausreichend ist oder nicht - und ich bin sicher, dass seitens des Sachverständigen keine bauliche Abschirmungen gefordert werden bzw. gefordert worden sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gerhard Riehl schrieb am 07.09.2017 - 22:35 Uhr:
Frage:2974 BETREFF: Prüffristen für Konstanzprüfungen nach Neufestsetzung der Bezugswerte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach Neufestsetzung von Bezugswerten für die Konstanzprüfungen an Röntgenanlagen ist nach § 16 Abs. 3 zunächst in monatl. Abständen eine Konstanzprüfung durchzuführen. Nach ´Allgemeinverfügung´ kann der Abstand auf drei Monate verlängert werden, wenn ´vom Betreiber oder dessen Beauftragten bereits mindestens drei vorangegangene, im Abstand von jeweils einem Monat durchgeführte Konstanzprüfungen keine signifikanten Abweichungen (....) von den Bezugswerten der Abnahmeprüfung ergeben haben. Meine Frage hierzu: Gilt die Neufestsetzung der Bezugswerte bzw. eine am Tag der Neufestsetzung durchgeführte Konstanzprüfung bereits als erste Konstanzprüfung? Genügen also zwei weitere Konstanzprüfungen im monatl. Abstand zur Erfüllung der ´Allgemeinverfügung´? Mit freundlichen Grüßen Gerhard Riehl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Riehl, wenn man es genau nimmt, dann gehört eine Neufestsetzung der Bezugswerte für die KP noch zum Prüfumfang einer Abnahmeprüfung. Wenn man an diesem Tag dann direkt eine KP mit natürlich denselben Messmitteln wie bei der Bezugswertefestsetzung anschließt, hat man ja eigentlich nichts gewonnen, so dass ich sagen möchte, diese Prüfung könnte nicht als erste KP gewertet werden. Rufen Sie doch bitte die für Sie zuständige Ärztliche Stelle an. Dort müsste man es genau wissen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 07.09.2017 - 15:41 Uhr:
Frage:2973 BETREFF: Augenlinsendosis ct
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es Studien zur Messung der Augenlinsendosis bei CCTs, wenn man die Gantry nicht kippen kann oder den Kopf nicht so lagern kann, dass die Linsen im Strahlengang liegen und wie ist dann das Katharaktrisiko einzuschätzen? Vielen Dank für Ihre Bemühungen G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ja, es gibt Studien und Publikationen zu dieser Thematik, die ich aber grundsätzlich genauso (am besten im Internet) suchen muss wie Sie auch. Vielleicht habe ich dafür einen etwas „geschärfteren Blick“, weil ich mit Fragestellungen dieser Art nicht zum ersten Mal zu tun hatte. Es gibt tatsächlich im Internet (z.B. Google) eine ganze Reihe von Arbeiten, die sich mit dem Thema „Augenlinsendosis bei CT-, insbesondere auch bei CCT-Patienten“ beschäftigen. Es wäre zu viel Aufwand für mich und nicht im Sinne des Forum RöV, hier die Inhalte und Ergebnisse einiger Publikationen zusammengefasst vorzustellen, die sich im Detail mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Es ist bestimmt sinnvoller, wenn ich eine kleine Auswahl jeweils mit Nennung der entsprechenden Überschrift vorstelle, die man dann, um sich ein Bild zu machen, selbst aufsuchen kann. Über die Einschätzung der strahlenbiologischen Komponente, also des Kataraktrisikos, findet man zwar auch etwas, aber gemäß dem Schwierigkeitsgrad dieses Gebietes in einem geringeren Umfang. Hier eine kleine Auswahl von Überschriften von Arbeiten, die in Google vorzufinden sind: 1) Strahlenexposition in der Computertomographie, 2) Dosismessungen der Augenlinse (Schwerpunkt: Patient CT), 3) Dosismessungen der Augenlinse, 4) Geht das ins Auge? – VMTB. Nochmals, weil wichtig: Dies ist nur eine kleine Auswahl! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf schrieb am 07.09.2017 - 12:45 Uhr:
Frage:2972 BETREFF: Neuerwerb /Aktualisierung der Fachkunde
Guten Tag, folgender Fall: Ein Zahnarzt hat in der Schweiz(im deutschsprachigen Teil!)approbiert und wird nun in Deutschland arbeiten. Meine Frage: Muss er seine Fachkunde im Strahlenschutz neu erwerben (da die Schweiz nicht zur EU gehört) oder ist eine Aktualisierung ausreichend? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolf, die Fachkunde im Strahlenschutz muss nach den Vorschriften der RöV von der zuständigen Stelle bescheinigt werden (vgl. Paragraph 18a RöV). Dafür müssen die ´Sachkunde´ und das theoretische Wissen nachgewiesen werden. Unseres Erachtens ist es vorstellbar, dass die zuständige Stelle (i.d.R. die zuständige Zahnärztekammer) die in der Schweiz erworbene ´Sachkunde´ zwar anerkennt, aber zusätzlich Kursbesuche verlangt. Ob der Besuch eines Aktualisierungskurses hierfür ausreicht, muss mit der zuständigen Stelle genauso geklärt werden wie die mögliche Anerkennung der ´Sachkunde´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anja Schmitz schrieb am 07.09.2017 - 09:22 Uhr:
Frage:2971 BETREFF: Dosisart Flächendosismeßgerät
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, welche Art von Dosis kann ich durch das Flächendosismeßgerät am Röntgengerät ermitteln. Handelt es sich dabei um eine Form von Energiedosis ? Mit freundlichen Grüßen Anja Schmitz


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schmitz, das Dosisflächenprodukt (DFP) ist, zunächst etwas salopp ausgedrückt, das Produkt aus Luftkerma (Gy) und Nutzstrahlenfeld (m2), beide bezogen auf denselben Brennfleckabstand. Aus dem DFP lässt sich die strahlenbiologisch relevante effektive Dosis (Sv) für standardisierte Röntgenuntersuchungen mit sog. Konversionsfaktoren abschätzen. Diese kann man im Internet herausfinden. Wollen Sie die Definition nach DIN genau, das gilt folgendes: DFP ist Flächenintegral der Luftkerma über eine Schnittebene durch das Strahlenfeld im Nutzstrahlenbündel zwischen Röntgenstrahler und Patient. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Regina schrieb am 06.09.2017 - 13:30 Uhr:
Frage:2970 BETREFF: Schwangerschaft und Röntgenchemie
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin schwanger und im Röntgen tätig. Wir entwickeln die Bilder noch mittels Chemie (Entwickler und Fixierer). Ist dies schädlich für den Embryo? Mein Chef meinte nur dass sei nichts anderes wie Essig.... Wie sehen Sie das?? MfG ē


1. Antwort: Hallo Regina, ich muss zugeben, dass im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit im radiologischen Strahlenschutz eine derartige Frage noch nicht gestellt worden ist. Das liegt sicherlich weitgehend daran, dass dieses Thema „Umgang mit Chemikalien im Zusammenhang mit der Entwicklung von Röntgenbildern bei vorliegender Schwangerschaft der betreffenden Mitarbeiterin“ zumindest im direkten Sinne kein Strahlenschutzproblem ist. Sicher ist aber, dass Chemikalien dieser Art, also Entwickler (Lauge) und Fixierer (Säure), kein „Essig“ sind und laut einschlägiger Datenblätter als gesundheitsschädlich bezeichnet werden. Inwieweit Schwangere davon betroffen sein können und, wenn ja, unter welchen Umständen das möglich wäre (z.B. nur über einen direkten körperlichen Kontakt) ist darin nichts aufgeführt. Wir sind hier im Forum RöV keine Experten im Bereich des Chemikaliengesetzes, der Gefahrstoffverordnung oder, außerhalb der Einwirkungen ionisierender Strahlung, des Mutterschutzgesetzes. Wir würden mit dem Versuch, Ihre Fragesellung zu beantworten, klar unseren Kompetenzbereich überschreiten und können deshalb nur vorschlagen, sich an die Behörden (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Bezirksregierung oder Ähnliches) zu wenden, die sich im Bereich der oben genannten Rechtsbereiche betätigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 04.09.2017 - 15:38 Uhr:
Frage:2969 BETREFF: siehe unten
...ich meine natürlich unter meinem Punkt 1 den §36 (Unterweisung)...sorry!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, Sie wollten mich bestimmt testen, ob ich den kleinen Schreibfehler (´§ 35 statt § 36´) in Ihrer Frage Nr. 2968 bemerken würde. Hab` ich ... ! Noch etwas zu dieser Frage 2968: Ich möchte zur Sicherung, dass ich diese Frage korrekt beantwortet habe, noch die Meinung eines auf diesem Gebiet gut informierten Kollegen hören. Dieser ist aber erst in ca. 1 Woche verfügbar. Ich nehme mal an, dass Ihre Anfrage nicht so drängend ist und wir diese kleine Zeitspanne abwarten können. Viele Grüße K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 04.09.2017 - 14:52 Uhr:
Frage:2968 BETREFF: Verteter, Hospitanten, Praktikanten im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Liege ich in den folgenden Punkten 1-3 richtig? Personen, wie Firmenvertreter von Angiografiematerial sowie Hospitanten und Praktikanten, die alle Strahlung nicht selbst anwenden, müssen.... 1. nach §35 RöV vom SSB der Abteilung(Betreiber) vor dem Zutritt in den Kontrollbereich unterwiesen werden. 2. einen amtlichen Personendosimeter tragen. Wenn ja, wer hat den Personendosimter zu stellen? 3. Bei Hospitanten, Praktikanten gehe ich davon aus, dass dies ebenfalls der Betreiber der Anlage übernehmen muss. 4. Bei Firmenvertretern bin ich nun unsicher: muss dies ebenfalls der Betreiber übernehmen oder eher die Firma selbst, von der der Vertreter kommt? Oder handelt es sich hier gar um einen Genehmigungsfall durch die Behörde nach §6 RöV, da niemand garantieren kann, dass es nicht zu einer Jahresdosis von über 1mSv kommen kann? Vielen Dank und freundliche Grüße I. Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, unsere Antworten auf Ihre Fragen fallen etwas komplex aus, da man neben den §§ 35 und 36 der RöV auch bestimmte andere Vorschriften beachten muss. Richtig ist, dass der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) mit seiner Strahlenschutzorganisation dafür sorgen muss, dass Personen, denen der Zutritt zum Kontrollbereich nach § 22 Abs. 1 Nr. 2 Buchstaben a und c RöV erlaubt ist, unterwiesen werden. Wenn anderen als in § 22 Abs. 2 Nr. 2 Buchstaben a oder c genannten Personen der Zutritt zum Strahlenschutzbereich erlaubt werden soll, muss die zuständige Behörde dies gestatten. Hier stellt sich die Frage, ob Hospitanten oder Praktikanten zu den in § 22 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c genannten Personen gehören oder ob eine Gestattung durch die Behörde erforderlich ist. Dies kann im Einzelfall nur die zuständige Aufsichtsbehörde entscheiden. Auf jeden Fall muss der SSV dafür sorgen, dass die Personen, die Zugang zum Kontrollbereich erhalten, gemäß § 35 Abs. 1 RöV ein Dosimeter zur Ermittlung der Körperdosis tragen (Ausnahme: Die zuständige Behörde hat etwas anderes zugelassen - § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). D.h., der SSV muss die Dosimeter zur Verfügung stellen. Anders kann es aussehen, wenn Mitarbeiter fremder Unternehmen im Kontrollbereich tätig werden müssen (z.B. Medizinprodukteberater). Hier hängt es davon ab, ob diese Personen aufgrund ihrer Tätigkeit eine effektive Dosis von mehr als 1 mSv im Kalenderjahr erhalten können (vgl. § 6 Abs.1 Nr. 3 RöV). In diesem Fall muss das fremde Unternehmen eine Anzeige bei der zuständigen Behörde erstatten und die Mitarbeiter mit Strahlenpässen ausrüsten. Außerdem müssen diese Personen auch ein Dosimeter tragen (§ 35 Abs. 3 RöV). Dieses Dosimeter wird in der Regel der Arbeitgeber, der eine Anzeige nach § 6 RöV erstattet hat zur Verfügung stellen. Da es für den Betreiber der Röntgeneinrichtung (SSV) sehr schwierig, ist abzuschätzen, ob ein Mitarbeiter eines fremden Unternehmens im Kalenderjahr mehr als 1 effektive mSv durch diese Tätigkeit erhalten kann, ist es u.E. in der Praxis sinnvoll, einen vollständig geführten Strahlenpass und ein Dosimeter zu verlangen. Wenn der Einsatz eines Mitarbeiters eines fremden Unternehmens allein unter den Randbedingungen des § 22 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a und des § 35 Abs. 1 Satz 1 der RöV, d.h. nur mit einem Dosimeter des Anlagenbetreibers, erfolgen soll, dann sollten nach unserer Meinung belastbare Erkenntnisse über die sonstige Tätigkeit des Mitarbeiters des fremden Unternehmens und den damit verbundenen Strahlenexpositionen beim SSV der Anlage oder seiner Strahlenschutzorganisation vorliegen. Sie erkennen aus dieser Antwort, dass es bei Tätigkeiten von Personen, die nicht unter dem Direktionsrecht des SSV tätig sind, u.U. komplexe Fragestellungen geben kann. Scheuen Sie sich in solchen Fällen nicht, die zuständige Aufsichtsbehörde um Beratung zu bitten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uwe Heinemann schrieb am 31.08.2017 - 19:56 Uhr:
Frage:2967 BETREFF: Danke für Ihre Antwort
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen herzlichen Dank für die so ausführliche und verständliche Antwort auf meine Fragen! Mit freundlichen Grüßen Uwe Heinemann


1. Antwort: .... gern geschehen! Gruß K. Ewen



  Uwe Heinemann schrieb am 30.08.2017 - 16:32 Uhr:
Frage:2966 BETREFF: Röntgenanforderungsscheine
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können Anforderungsscheine für Röntgenuntersuchungen ´im Auftrag´ ausgestellt werden von ärztlichen Mitarbeitern, die zwar nicht die Fachkunde besitzen, aber zumindest den 8-stündigen Unterweisungskurs besucht haben? Kann der 8-stündige Unterweisungskurs in jeder Röntgenabteilung abgehalten bzw. absolviert werden? Mit freundlichen Grüßen Uwe Heinemann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heinemann, der Ausdruck ´Anforderung´ bzw. „Anforderungsschein“ hat im Umfeld der Röntgenverordnung (RöV) keine strahlenschutzrechtliche Relevanz. Hier kennt man die Begriffe Anwendung und Befundung (§ 2 Nr. 1 RöV) sowie rechtfertigende Indikation (§ 2 Nr. 10) und technische Durchführung (§ 2 Nr. 7). Man weiß, welche Voraussetzungen aus der RöV jemand erfüllen muss, um im Rahmen dieser Begriffe radiologisch etwas unternehmen zu dürfen. Aber der sog. Anwendungsschein ist in der RöV unbekannt und dementsprechend auch die Fragen, wofür dieser benötigt wird und wer ihn ausstellen bzw. abzeichnen darf. Sollte Sie mit Ihrer Anfrage die Stellung der rechtfertigenden Indikation gemeint haben, so reicht für einen ärztlichen Mitarbeiter ohne entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz das Vorhandensein von Kenntnissen im Strahlenschutz (´Unterweisungskurs´) nicht aus (siehe § 23 Abs. 1 RöV). Man kann sich folgenden, z.B. in einem Krankenhaus häufig ablaufenden Vorgang vorstellen: Ein Arzt ohne Fachkunde untersucht einen Patienten (das darf er, weil er Arzt ist) und kommt aufgrund seiner medizinischen Indikation zu der Erkenntnis, dass eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden müsste. Dazu schickt er den Patienten mit einem diesbezüglichen (analog oder digital erstellten) ´Anforderungsschein´ in die Röntgenabteilung. Dort wird die rechtfertigende Indikation gestellt, die Untersuchung durchgeführt und befundet. Für den genannten primär untersuchenden Arzt ist kein Bezug zur RöV erforderlich. Er benötigt weder Fachkunde noch Kenntnisse. Anders würde sich diese Situation darstellen, wenn, z.B. nachts, die Röntgenuntersuchung durchgeführt werden muss, aber im Umfeld der Röntgenabteilung (aus welchen Gründen auch immer) kein entsprechend fachkundiger Arzt verfügbar ist. Dann bekommt der „Anforderungsschein“ eine andere Gewichtigkeit und müsste den Status einer rechtfertigenden Indikation erhalten. Es gehört zu den Aufgaben eines Strahlenschutzverantwortlichen z.B. in einem Krankenhaus, eine Strahlenschutzorganisation auf der Basis der hier skizzierten Struktur aufzubauen. Zu der letzten Frage: Ich nehme an, Sie meinen mit ´Unterweisungskurs´ einen Kurs zur Erlangung der Kenntnisse im Strahlenschutz für Ärzte. Dieser kann grundsätzlich überall durchgeführt werden. Es müssen nur die seitens der zuständigen Ärztekammer geforderten Voraussetzungen erfüllt sein. Es ist daher sinnvoll, diesbezüglich bei der zuständigen Ärztekammer nachzufragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ramona Eckert schrieb am 28.08.2017 - 19:38 Uhr:
Frage:2965 BETREFF: Wiederholungsaufnahme
Sehr geehrtes Team vom Röntgenforum,folgender Sachverhalt beschäftigt mich. Eine Pat.wird vor ca.1 Woche am Urlaubsort in einer Unfallambulanz am Ellenbogen geröngt. Die Aufnahmen werden ihr trotz Nachfrage nicht ausgehändigt. Die reist weiter, sucht auf ihrer Deutschlandtour einen ´weiteren Arzt´ auf, der sie wegen der fehlenden Röntgenaufnahme nicht weiterbehandelt.´Es wäre nicht sein Problem, wenn keine Voraufnahmen vorliegen.´ Und nun zu meinem Anliegen, stimmt es, dass es in Deutschland VERBOTEN ist, eine Wiederholungsaufnahme anzufertigen? Diese Antwort erhielt die Pat. beim ´weiteren Arzt´. Wenn ja, wo kann ich dies in der RöntgenVerordnung nachlesen? Mit freundlichen Grüßen aus Oberbayern Ramona Eckert


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Eckert, wenn der Urlaubsort, wo die Röntgenuntersuchung stattgefunden hat, in Deutschland liegt, gilt die Röntgenverordnung (RöV). Und diese schreibt im § 28 Abs. 8 vor, dass der untersuchende Arzt einem später untersuchenden oder behandelnden Arzt auf dessen Verlangen entsprechende Auskünfte zu erteilen und u.a. die Röntgenbilder vorübergehend zu überlassen hat. Sollte nun die Wiederholungs-/Kontrolluntersuchung dringend medizinisch indiziert sein, kann diese Untersuchung natürlich durchgeführt werden. Wenn diese Dringlichkeit nicht gegeben ist, sollte der „sekundäre“ Kollege die Unterlagen zur Voruntersuchung beim „primären“ Kollegen selbst anfordern. Vielleicht wollte dieser die Unterlagen nicht einem Patienten sondern nur, wie es in der RöV zugegebener Weise ja auch steht, einem Arzt überlassen. Das hätte er der Patientin aber ruhig sagen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Claudius Lazar schrieb am 16.08.2017 - 10:15 Uhr:
Frage:2964 BETREFF: Frage zu MTA Diplom
Hallo, hoffe dass mir jemand die Frage beantworten kann, wo ich die fundierte Auskunft erhalten kann, ob es zulässig ist, mit einem Bachelor-Abschluss für Medizintechnik und sportmedizinische Technik auch als MTRA (Medizinisch-technischer Radiologie-Assistent) in einer medizinischen Einrichtung in Deutschland tätig werden darf. An welcher Insitiution richte ich diese Frage am besten? Freue mich sehr auf Eure Antworten mit bestem Dank voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lazar, rechtssichere Auskünfte zu Ihrer Anfrage können Ihnen nur die für den Vollzug des MTA-Gesetzes zuständigen Behörden geben. Die entsprechenden Regelungen, wer die „vorbehaltenen“ Tätigkeiten ausführen darf, sind in diesem Gesetz festgelegt, und auch RöV und StrlSchV orientieren sich daran. Die Behörden, die für die Ausführung des MTA-Gesetzes zuständig sind, erfragen Sie am besten beim zuständigen Landesgesundheitsministerium. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karin Schienbein schrieb am 13.08.2017 - 20:54 Uhr:
Frage:2963 BETREFF: Anfrage 2962
Sehr geehrte Frau Münzer, Ich bin eine interessierte Leserin der Beiträge in diesem Block. Ihre heutige Erinnerung (2962) zu Ihrer Anfrage von gestern ( Samstag, Wochenende ) hat mich daher sehr irritiert. Dieses Forum informiert und erläutert auch sehr komplexe und schwierige Fragestellungen. Ich bin selbst immer wieder erstaunt, in welch kurzer Zeit die Antworten recherchiert und den Forumsteilnehmern zur Verfügung gestellt werden. Ein Beitrag zur Teilnahme an diesem Forum wird nicht erhoben und dies dürfte jedem klarmachen, das die Beantwortung der Fragen ehrenamtlich erfolgt. Wer ist heute noch bereit seine Freizeit hierfür zur Verfügung zu stellen und wer liefert ihnen selbst gegen Bezahlung solche Informationen in so kurzer Zeit. Bezüglich Ihrer Erinnerung sollten einmal darüber nachdenken. Herr Prof. Dr. Ewen, Ihnen und Ihrem Team einen herzlichen Dank für Ihre gute Arbeit. Mit freundlichen Grüßen Karin Schienbein


1. Antwort: Hallo Frau Schienbein, dies ist natürlich eine ganz andere Art von ´Frage´ an das Forum RöV als ich sonst gewohnt bin. Zunächst einmal freue ich mich ganz grundsätzlich über Ihre positive Meinung zur fachlichen und organisatorischen Arbeit, die vom Forum geleistet wird. Dabei muss betont werden, dass man in diese Beurteilung auch die Unterstützung einbeziehen muss, die ich bei speziellen Fragestellungen von Kolleginnen und Kollegen erfahren habe. Die Ungeduld, die seitens der Fragestellerin in ihrer kurzfristigen Erinnerung mit Frage 2962 zum Ausdruck kam, möchte ich mal mit der Feststellung begegnen ´Wir im Forum RöV können sicherlich manches, aber nicht zaubern´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Münzer schrieb am 13.08.2017 - 12:40 Uhr:
Frage:2962 BETREFF: Anfrage
Anfrage nach Verbelib der Dosisauswertungsbögen nach Ausscheiden der betroffenen Person


1. Antwort: ...bitte schauen Sie im Forum RöV in Ihre erste Frage (Nr. 2961) und unsere Antwort darauf! K. Ewen



  Münzer schrieb am 12.08.2017 - 15:27 Uhr:
Frage:2961 BETREFF: Anfrage
Wenn eine Tierarzthelferin kündigt, wo müssen die Dosisauswertungsbögen hin? Mitgeben? Behörde? Danke B. Münzer


1. Antwort: ehr geehrte Frau Münzer, die Pflichten des § 35 Abs. 9 der RöV (Aufzeichnung, Aufbewahrung, Weitergabe und Hinterlegung der Messergebnisse obliegen unseres Erachtens nach § 15 Abs. 1 Ziffer 4 dem Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) und nach § 15 Abs. 2 Ziffer 1 RöV dem Strahlenschutzbeauftragten (SSB) innerhalb seines innerbetrieblichen Entscheidungsbereiches. Diese Personen haben dafür zu sorgen, dass die Aufzeichnungen gefertigt und aufbewahrt werden (ggf. auch auf Datenträger, siehe hierzu § 28 Abs. 4 RöV) und, wenn erforderlich, an einen neuen Arbeitgeber weitergegeben werden. Auch die eventuell notwendige Information der betroffenen beruflich strahlenexponierten Person gehört zu den Pflichten von SSV und SSB. Wenn sicher davon ausgegangen werden kann, dass die Tätigkeit als beruflich strahlenexponierte Person nicht mehr ausgeführt wird und die Aufzeichnungen deshalb nicht mehr benötigt werden, dann müssen SSV und SSB dafür sorgen, dass diese Aufzeichnungen der nach Landesrecht zuständigen Stelle (bitte bei der zuständigen Aufsichtsbehörde erfragen) übergeben werden. Aus unserer Sicht tritt dieser Fall aber nicht allein durch ´Kündigung´ des Arbeitsverhältnisses ein, denn in einem solchen Fall bleibt die Verpflichtung des SSV und SSB, einem späteren Arbeitgeber die Ermittlungsergebnisse auf Verlangen mitzuteilen. Anders stellt es sich dar, wenn eine strahlenexponierte Person in den Ruhestand tritt oder berufsunfähig wird. Dann dürfen SSV und SSB sicherlich von einer Beendigung der Tätigkeit als strahlenexponierte Person ausgehen. Vergleichbares sollte gelten, wenn die Person (möglichst schriftlich) erklärt, zukünftig nicht mehr als beruflich strahlenexponierte Person tätig zu werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Eckert schrieb am 10.08.2017 - 14:28 Uhr:
Frage:2960 BETREFF: Prüfbericht
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, entschuldigen Sie bitte vielmals, leider hatte ich die erste Antwort wg fehlerhafter Emailadresse nicht erhalten und sie erschien auch nicht hier im Forum, daher die Wiederholung der Anfrage. Vielleicht könnten Sie den Admin bitten, mir diese nachträglich zu mailen, vielen Dank! B.Eckert


1. Antwort: .... Mail an Sie ist unterwegs! K. Ewen



  Bernhard Eckert schrieb am 10.08.2017 - 10:03 Uhr:
Frage:2959 BETREFF: Prüfberichte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine eher juristische Frage: wer ist berechtigt, Einsicht in die Prüfberichte zu nehmen (geht um die leidige Frage Strahlenschutzbrillen)? Jeder Mitarbeiter am Gerät, nur Verantwortliche, der ermächtigte Arzt...? Vielen Dank! MfG, B.Eckert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckert, wir sind der Meinung, dass die heutige Frage von Ihnen im Vergleich zu Ihrer gestern gestellten und von uns beantworteten Frage grundsätzlich nicht Neues bringt. Vielleicht ist es nützlich darauf hinzuweisen, dass die von uns erwähnte Klärung zwischen dem Strahlenschutzverantwortlichen und dem ermächtigen Arzt unter Beteiligung der Aufsichtsbehörde getroffen werden muss. Außerdem möchten wir nochmals betonen, dass der Prüfbericht in seinem gesamten Umfang den ermächtigten Arzt nichts angeht, denn darin sind ja auch Feststellungen enthalten, die für seine Tätigkeit keine Bedeutung haben und unter Umständen sogar auch schützenwürdig sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marc Kamm schrieb am 09.08.2017 - 11:38 Uhr:
Frage:2958 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter - Zugangsberechtigung?
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, ich bin als Strahlenschutzbeauftragter einer Firma bestellt worden, die sich mit Entwicklung und Herstellung von diagnostischen Röntgenapparaten (Prototypen und Serienprodukten) für Humanmedizin beschäftigt. Ich bin kein Mitarbeiter dieser Firma. Mein gewöhnlicher Sitz (Büro) befindet sich außerhalb der Firmenräumlichkeiten, allerdings im selben Gebäude und alle Räume der Firma sind in 1-2 Minuten zu erreichen. Vor einiger Zeit hat die Firma ein neues (elektronisches) Zugangssystem zu den Räumlichkeiten (Büros und Laborräumen) eingeführt, zu dem ich keinen Zugang mehr bekommen habe. Somit bin ich ´ausgesperrt´ worden und kann die Räume der Firma ohne Begleitung einer berechtigten Person nicht mehr betreten. Meiner Auffassung nach müsste mir, als Strahlenschutzbeauftragtem, ein uneingeschränkter Zugang zu allen Räumlichkeiten gewährt werden (ggf. eingeschränkt auf die Laborräume, wo Röntgengeräte betrieben bzw. aufbewahrt werden). Wo finde ich bitten entsprechende Paragraphe, die diese Berechtigung eindeutig regeln? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Marc Kamm


1. Antwort: Diese Anfrage (Nr. 2958) wurde zweimal gestellt (siehe Nr. 2957). K. Ewen



  Marc Kamm schrieb am 09.08.2017 - 10:29 Uhr:
Frage:2957 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter - Zugangsberechtigung?
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, ich bin als Strahlenschutzbeauftragter einer Firma bestellt worden, die sich mit Entwicklung und Herstellung von diagnostischen Röntgenapparaten (Prototypen und Serienprodukten) für Humanmedizin beschäftigt. Ich bin kein Mitarbeiter dieser Firma. Mein gewöhnlicher Sitz (Büro) befindet sich außerhalb der Firmenräumlichkeiten, allerdings im selben Gebäude und alle Räume der Firma sind in 1-2 Minuten zu erreichen. Vor einiger Zeit hat die Firma ein neues (elektronisches) Zugangssystem zu den Räumlichkeiten (Büros und Laborräumen) eingeführt, zu dem ich keinen Zugang mehr bekommen habe. Somit bin ich ´ausgesperrt´ worden und kann die Räume der Firma ohne Begleitung einer berechtigten Person nicht mehr betreten. Meiner Auffassung nach müsste mir, als Strahlenschutzbeauftragtem, ein uneingeschränkter Zugang zu allen Räumlichkeiten gewährt werden (ggf. eingeschränkt auf die Laborräume, wo Röntgengeräte betrieben bzw. aufbewahrt werden). Wo finde ich bitten entsprechende Paragraphe, die diese Berechtigung eindeutig regeln? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Marc Kamm


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kamm, der bestellte Strahlenschutzbeauftragte (SSB) hat nach Paragraph 15 Abs. 2 Ziffern 1 und 2 RöV dafür zu sorgen, dass die Bestimmungen der RöV und die Festlegungen aus behördlichen Bescheiden eingehalten werden. Hierfür sind dem SSB ein ausreichender innerbetrieblicher Entscheidungsbereich und die notwendigen Befugnisse einzuräumen. Unserer Meinung nach gehört hierzu auch der freie Zugang zu allen Orten, an denen Röntgenstrahlung vorhanden ist. Nur so kann der SSB seine Aufgabe zur Leitung und Beaufsichtigung des Betriebs von Röntgeneinrichtungen erfüllen. Sollte, wie Sie es beschreiben, später der freie Zutritt zu bestimmten Bereichen, in denen Röntgenstrahlung auftreten könnte, eingeschränkt werden, so ist dies u.E. eine Änderung der Befugnisse, die vom SSV der zuständigen Behörde mitzuteilen ist. Die Behörde prüft dann, ob der SSB aufgrund der vorgenommenen Änderung überhaupt noch in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen. Sie sollten dem SSV diese Problematik in einem Gespräch noch einmal erläutern und ihn auf seine Mitteilungspflicht gegenüber der Behörde hinweisen. Ggf. macht es Sinn, dem SSV vorab mitzuteilen, dass, sofern er die Behörde nicht informiert, Sie das machen würden, da Sie sonst Ihre Verantwortung als bestellter SSB nicht mehr wahrnehmen könnten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Eckert schrieb am 09.08.2017 - 09:13 Uhr:
Frage:2956 BETREFF: Berechtigung zur Prüfberichteinsicht
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, ich habe eine eher juristische Frage: Welcher Personenkreis hat ein Recht auf die Einsicht des Prüfberichts (z.B. einer Herzkatheteranlage - es geht um die leidige Schutzbrillendiskussion)? Im speziellen z.B. der ermächtigte Arzt für die Untersuchungen der in Kat A eingestuften Mitarbeiter, oder evtl. alle an dem Gerät arbeitenden Mitarbeiter? Vielen Dank! B.Eckert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckert, diese Frage kann man sicherlich nicht so ganz einfach beantworten, da man die Einbindung der einzelnen Akteure der Strahlenschutzorganisation betrachten muss. Im Einzelfall muss man davon ausgehen, dass neben dem Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) und der zuständigen Behörde auch die bestellten Strahlenschutzbeauftragten (SSB) den Sachverständigenprüfbericht der Röntgeneinrichtung zur Kenntnisnahme erhalten. Darüber hinaus könnten Betriebsrat, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und Ärztliche Stelle durchaus ein berechtigtes Interesse haben. Allerdings ist hier im Einzelfall zu prüfen, ob sie Einsicht in den Prüfbericht bekommen müssen oder ob eine Stellungnahme des SSV oder SSB ausreicht. Eine pauschale Aussage kann man hier unserer Meinung nach nicht machen. Anders stellt sich dieses für den ermächtigten Arzt dar, der die arbeitsmedizinische Untersuchung nach Paragraph 37 ff. der RöV durchführt. Nach Paragraph 38 Abs. 2 Ziffer 1 RöV kann der ermächtigte Arzt die Erteilung der Ärztlichen Bescheinigung davon abhängig machen, dass ihm die Art der Aufgaben der beruflich strahlenexponierten Person und die mit diesen Aufgaben verbundenen Arbeitsbedingungen schriftlich mitgeteilt werden. Zu den verbundenen Arbeitsbedingungen kann unseres Erachtens auch die Feststellung des Sachverständigen im Prüfbericht gehören. Hier bleibt dann nur noch zu klären, ob der Prüfbericht in Gänze vorgelegt werden muss oder ob Auszüge ausreichend sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Hoffmann schrieb am 04.08.2017 - 18:59 Uhr:
Frage:2955 BETREFF: Verantwortlichkeit Röntgen-Archivierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, evtl. eine früher schon gestellte Frage. Leider habe ich keine Entsprechung gefunden. Szenario: Klinik und Praxis teilen sich ein CT zur Nutzung. Wie ist die Verantwortlichkeit hinsichtlich der Bildarchvierung geregel? Danke für eine kurze Stellunghahme.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hoffmann, die Verantwortung für die Bildarchivierung hängt in dem von Ihnen beschriebenen Fall von der „rechtlichen“ Konstellation des Betriebs des CT ab. Wenn es sich um zwei Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) handelt und jeder eine Betriebsgenehmigung erhalten bzw. eine Anzeige über den Betrieb erstattet hat, dann ist jeder Strahlenschutzverantwortliche für die Dokumentation/Archivierung der unter seiner Zuständigkeit durchgeführten Untersuchungen verantwortlich. Wenn die Konstruktion so ist, dass nur ein Strahlenschutzverantwortlicher vorhanden ist und der andere Nutzer seine Tätigkeit unter der Verantwortung des vg. Strahlenschutzverantwortlichen durchführt, dann bleibt die gesamte Verantwortung bei dem einen SSV, der auch die Anzeige erstattet oder die Betriebsgenehmigung erhalten hat. U.E. wird die zweite Möglichkeit bei dem von Ihnen beschriebenen Fall jedoch kaum zum Tragen kommen, da hier die „eigenverantwortliche“ Tätigkeit des zweiten Nutzers sehr eingeschränkt wäre. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Erik Gijsbers schrieb am 02.08.2017 - 12:26 Uhr:
Frage:2954 BETREFF: Altersbegrenzung Strahlenbereich?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es kommt immer wieder vor das Praktikanten jünger wie 18 Jahre bei Untersuchungen dabei sein wollen. Ab welchem alter ist es erlaubt im Strahlenbereich tätig zu sein. Bis jetzt haben wir 18 Jahre als Grenze genommen. MfG E. Gijsbers


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gijsbers, mit ´Strahlenbereich´ werden Sie ja wohl hier den Kontrollbereich meinen, und ich gehe davon aus, dass es um Röntgenuntersuchungen geht. Im § 22 RöV (´Zutritt zu Strahlenschutzbereichen´) wird zugelassen, dass Auszubildende oder Studierende zu diesen Zwecken Kontrollbereiche betreten dürfen (§ 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV). Im § 31a Abs. 3, Sätze 1 und 2 RöV werden für diese Art beruflicher Strahlenexposition für Personen unter 18 Jahren Grenzwerte festgelegt (z.B. für die effektive Dosis 1 mSv im Kalenderjahr). Für Auszubildende und Studierende im Alter zwischen 16 und 18 Jahren kann die Behörde unter Umständen höhere Werte zulassen (siehe § 31a Abs. 3 Satz 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Natalja Zahn schrieb am 02.08.2017 - 11:32 Uhr:
Frage:2953 BETREFF: Artefakteprüfung
Sehr geehrte Damen und Herren, wie führe ich die Artefakteprüfung für Speicherfolien richtig aus? Mit freundlichen Grüßen. Natalja Zahn


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zahn, die Artefaktprüfung ist sowohl Bestandteil der Abnahmeprüfung (DIN 6868-150) als auch der Konstanzprüfung (DIN 6868-13). Egal ob es sich um Speicherfolien handelt oder um andere Bildempfängertypen, die Vorgehensweise ist im Prinzip überall dieselbe. Ich denke, dass man davon ausgehen kann, dass die in einer Norm (z.B. in der ´!50´) beschriebene Vorgehensweise bei der Artefaktprüfung ´richtig´ ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 31.07.2017 - 21:05 Uhr:
Frage:2952 BETREFF: Teleradiologie nach RöV, Fachkunde des “Teleradiologen“
Sehr geehrte Damen und Herren, in Unterhaltungen wurde behauptet, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden anscheinend Anträge zur Teleradiologie genehmigt haben, obwohl zumindest ein Teil der gemeldeten “Teleradiologen“ eine weniger umfangreiche Fachkunde im Strahlenschutz, z.B. Fachkunde Rö5.1, besitzt als die sich aus § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV ergebende Fachkunde Rö1. Fragen: 1. Könnte man sich auf diese erteilten Genehmigungen bei zukünftigen Antragsstellungen berufen? 2. Behalten diese einmal erteilten Genehmigungen ihre Gültigkeit, auch wenn die o.g. Sachverhalt z.B. im Rahmen einer Prüfung entdeckt wird? Für die Beantwortung meiner Fragen möchten ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, die aktuell gültige RöV fordert in § 3 Abs. 4 Nr. 1, dass der ´Teleradiologe´ eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 RöV sein muss, d.h. ein Arzt, der über die Fachkunde im Strahlenschutz für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik verfügt. Dies ist eine Genehmigungsvoraussetzung und unseres Erachtens auch nicht über ´irgendwelche´ Ausnahmen nach RöV kompensierbar (der für Ausnahmeregelungen „zuständige“ § 33 Abs. 6 RöV sieht diesbezüglich auch keine Ausnahmen von Genehmigungsvoraussetzungen vor). Nach unserer Auffassung macht diese Anforderung auch Sinn, denn die Fachkompetenz für die Teleradiologie muss in der Regel über die bloße Fachkunde im Strahlenschutz für CT (Rö5.1) hinausgehen. Ob eine solche Genehmigung, die erteilt wurde, obwohl notwendige Voraussetzungen nicht vorlagen, Bestand haben wird, hängt sicherlich vom konkreten Einzelfall ab. Unserer Meinung nach könnte die zuständige Behörde die Genehmigung durchaus zurücknehmen (§ 17 Abs. 2 Atomgesetz) oder widerrufen (§ 17 Abs. 3 Atomgesetz). Vielleicht handelt es sich in der Diskussion aber auch nur um ein Missverständnis, denn folgende Konstellation ist durchaus denkbar: Ein Computertomograph wird für eine Teleradiologie genutzt, der Teleradiologe verfügt über die Fachkunde im Strahlenschutz für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik (Rö1). Der für den Betrieb des Computertomographen zuständige Strahlenschutzbeauftragte, der nicht identisch mit dem Teleradiologen ist, verfügt über die Teilgebietsfachkunde CT (Rö5.1). Alles das ist durchaus vorstellbar und zulässig. Vielleicht bezieht sich die hier zur Erörterung anstehende Diskussion auf die Stellung des Strahlenschutzbeauftragten in der dort bestehenden Strahlenschutzorganisation? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 28.07.2017 - 14:06 Uhr:
Frage:2951 BETREFF: neue Röntgenschürzen (PSA)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir sind gerade dabei, neue Röntgenschürzen für das OP - Personal anzuschaffen. Firma A (Herstellung des Materials in England) legt uns Prüfzertifikate nach BS EN 61331-1:2014 vor. Firma B hingegen nach DIN EN 61331-1:2016 und DIN EN 61331-3:2016. Firma B klärt uns auf, dass die Zertifikate der Firma A ab 1. Juli 2017 nicht mehr gültig seien. Firma A hingegen gibt an, dass beide Varianten, also BS EN 61331-1:2014 und DIN EN 61331-1:2016 identisch seien. Die DIN EN 61331-3:2016, die wohl das Design der Schutzausrüstung bestimmt, erwähnt Firma A nicht. Können Sie mit bitte Klarheit verschaffen, ob wir PSA geprüft nach BS EN 61331-1:3014 bedenkenlos, d.h. nach neusten Vorschriften anschaffen können? Vielen Dank hierfür, mfG, I.Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, man muss zugeben, dass Betreibern von Röntgeneinrichtungen in der Diagnostik leicht der Überblick verloren gehen kann, was die Anwendung, die Änderung, das Inkrafttreten und das Zurückziehung von „Schürzennormen“ betrifft. Und das alles spielt sich auch noch auf verschiedenen Ebenen ab: International (IEC), Europäisch (EN), speziell Britisch (BS EN) und National in Deutschland (DIN EN). Zur Beantwortung Ihrer Anfrage müssen wir aber diese komplexe Normenstruktur nicht bis ins Detail auflösen. Nur so viel: Wir benötigen eine zweiteilige Auflistung, die durch folgende Nummern charakterisiert ist 61331-1 (Bestimmung von Schwächungseigenschaften von Materialien), Teil 1 der Normenreihe und 61331-3 (Schutzkleidung, Augenschutz und Abschirmungen für Patienten), Teil 3 der Normenreihe. Liste 61331-1: mit den Ebenen IEC 61331-1:2014-05 (Internationaler Standard), EN 61331-1:2014 (Europäisch; CENELEC) bzw. BS EN 61331-1:2014-11 (Nationaler Standard Großbritannien), DIN EN 61331-1:2016-09 (Nationaler Standard Deutschland). Liste 61331-3 ist in analoger Weise aufgebaut wie die Liste „1“: IEC 61331-3:2014-05 … bis DIN EN 61331-3:2016-09. Der Zusammenhang innerhalb der beiden Listen zwischen den einzelnen Ebenen ist einfach: CENELEC (EN) übernimmt IEC ohne Änderung als Europäische Norm und auf nationaler Ebene übernimmt Großbritannien diese wiederum als BS EN bzw. Deutschland als DIN EN unverändert. Fazit: 1) BS EN 61331-1:2014-11 entspricht DIN EN 61331-1:2016-09. 2) BS EN 61331-3:2014-11 entspricht DIN EN 61331-3:2016-09. Und Sie machen nichts falsch, wenn Sie Schutzkleidung anschaffen, die den in Fazit aufgeführten Normen entspricht. Wichtig: Die Schutzkleidung muss jedoch die Anforderungen beider (!) Normen erfüllen: Der Schwerpunkt der 61331-1 beschreibt die Bestimmung von Schwächungseigenschaften von (Schürzen)Materialien. Der Schwerpunkt der 61331-3 dagegen liegt – mindestens genauso wichtig - auf der Ausführung der Schutzkleidung („Schnittführung und Design“). Wichtig ist außerdem die Identifizierung der korrekten Norm anhand der Jahreszahlen der Veröffentlichung, da teilweise auch ältere Normausgaben unter derselben Normenreihe geführt werden. Die neuen Normen in diesem Zusammenhang sind, wie in Fazit 1) und 2) aufgeführt, der britische Standard aus 2014 und der deutsche Standard aus 2016. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Bei aller Sorgfalt, die wir für die Zusammenstellung des Textes aufgewendet haben, möchten wir darauf hinweisen, dass wir keine Garantie für die korrekte Darstellung der oben beschriebenen normativen Zusammenhänge übernehmen können.



  Manfred Jeude schrieb am 28.07.2017 - 14:03 Uhr:
Frage:2950 BETREFF: Bußgelder gegen Strahlenschutzbeauftragte
Guten Tag, immer wieder werde ich als Strahlenschutzkoordinator mit der - bisher in meiner langjährigen Praxis hypothetischen - Frage konfrontiert, ob der Arbeitgeber bei der Verhängung von Bußgeldern gegen Strahlenschutzbeauftragte diese Zahlungen übernehmen darf. Dass diese Zahlungen steuerrechtlich ggf. wie Arbeitslohn zu betrachten sein können, ist die eine Seite. Die interessantere Frage ist jedoch, ob für den Arbeitgeber eine Übernahme überhaupt zulässig ist, da RöV, StrlSchV und das neue StrlSchG durch die persönliche Verantwortung des bestellten StrlSch-Beauftragten einen gewissen ´Druck´ auf die Sorgfaltspflicht des Beauftragten ausüben wollen. §9 (2)2 des OWiG gibt mir da keine ausreichende Antwort. Mit besten Grüßen Manfred Jeude


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Jeude, die tatsächliche „Bezahlung“ eines Bußgeldes gegen den Strahlenschutzbeauftragten durch den Strahlenschutzverantwortlichen (i.d.R. Arbeitgeber) ist unseres Erachtens rechtlich nicht ausgeschlossen. Diese Ansicht lassen die entsprechenden Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) zu, die feststellen, dass die Bezahlung eines Bußgeldes gegen einen Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber als steuerpflichtiger Arbeitslohn anzusehen ist. Wir gehen davon aus, dass der Bundesfinanzhof ein solches Urteil nicht gesprochen hätte, wenn die Übernahme eines Bußgeldes durch den Arbeitgeber gesetzlich unzulässig wäre. Hierbei gibt es keinen Unterschied zwischen den einzelnen Rechtsvorschriften (Strahlenschutzrecht, Lenk- und Ruhezeitenrecht, Arbeitszeitrecht oder Straßenverkehrsregelungen). Wenn Sie hierzu eine wirklich belastbare Aussage brauchen, dann empfehlen wir die Beratung durch einen Fachanwalt. Anzumerken ist aus unserer Sicht aber noch, dass Bußgelder unabhängig von der tatsächlichen Bezahlung personenbezogen sind, d.h. Eintragungen in entsprechende Register treffen immer die Person, gegen die das Bußgeld festgesetzt wurde (z.B. den Strahlenschutzbeauftragten). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Ingo Brammer schrieb am 27.07.2017 - 18:50 Uhr:
Frage:2949 BETREFF: Strahlenbelastung von Schwangeren bei Durchleuchtung im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Chirurgen stehen bei Notfalloperationen von Schwangeren unter Einsatz von Röntgendurchleuchtung vor der Frage nach dem Strahlenrisiko. Hilfe zur Abschätzung und Beurteilung bietet der DGMP- und DRG-Bericht ´Pränatale Strahlenexposition aus medizinischer Indikation´. Die Berechnungen für die Uterusdosis bei Durchleuchtungsuntersuchungen fragen in Stufe I aber nur danach, ob der Grenzwert von 20 mSv überschritten wird und ob eine genauere Dosisabschätzung erforderlich ist. Die Schätzwerte berücksichtigen dabei nur die direkten Expositionen der Gebärmutter und nicht die viel schwächere Streustrahlung aus z.B. Thoraxbestrahlungen. Gibt es aber für eben diese schwächeren Expositionen, wie sie z.B. bei Wirbelsäulen-OPs von Schwangeren außerhalb des Uterus auftreten können, Orientierungshilfen? Lässt sich anhand von vorhandenen Berechnungen, Nomogrammen oder Tabellen aus dem Abstand des Bestrahlungsfeldes vom Uterus und dem Dosisflächenprodukt des C-Bogens die maximale Strahlenbelastung des Uterus abschätzen? Ein Schätzwert wäre zur Erleichterung für die Patientin wie auch die Operierenden von ´unschätzbarem´ Wert. Mit herzlichen Grüßen, Ingo Brammer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Brammer, Risikoabschätzungen für bestimmte Organbelastungen bei röntgendiagnostischen Untersuchungen werden, wie Sie richtig geschrieben haben, in der Regel nur für Nutzstrahlenexpositionen durchgeführt. Nur dann liegen oft Dosiswerte vor, die strahlenbiologisch beachtet werden sollten. Nicht selten geht es dabei um die Ermittlung von Uterusexpositionen bei Schwangeren. Die Berechnung oder Abschätzung von Dosiswerten in der Nutzstrahlung sind meistens relativ einfach. Sie haben ja diesbezüglich einige Literaturquellen angeführt. Für Expositionen in der Streustrahlung oder Störstrahlung (= Summe aus Gehäusedurchlassstrahlung und Streustrahlung) ist die Dosisermittlung oft etwas schwieriger. Sie ist wegen der in diesen Körperbereichen anfallenden kleinen Dosis und des damit verbundenen sehr geringen strahlenbiologischen Risikos aber auch nur selten gefragt. Mit verschiedenen Abschätzungsmethoden ermittelte (grobe, aber nach unserer Meinung ausreichend korrekte) Organdosiswerte außerhalb der Nutzstrahlung (z.B. im Uterus bei einer Thoraxuntersuchung) liegen bei etwa 0,2 bis 0,8 % der Organdosis in der Nutzstrahlung. Diese Zahlenwerte hängen natürlich von einigen untersuchungstechnischen Faktoren ab, wie z.B. Art der Untersuchung, Röhrenspannung. Feldgröße, Objektdicke, Abstand zwischen Nutzstrahlenfeld und kritischem Organ. Ich denke, dass diese Angaben für alle Beteiligten (Patient/in, Personal) zu einer gewissen Erleichterung beitragen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Radiologe schrieb am 25.07.2017 - 12:55 Uhr:
Frage:2948 BETREFF: Fachkunde Rö 5.2
Guten Tag, kann man mit der Fachkunde Rö 5.2 im Dienst Schädel-CTs befunden, also z.b. mit der Frage nach Hirnblutung und Fraktur nach Sturz? Oder ist diese eher für HNO-Ärzte gedacht? Was ist der schnellste Weg, um junge Assistenten in einer Radiologischen Abteilung ´dienstfit´ für Schädel-CT zu bekommen, und wieviele Monate dauert dies? Danke!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr „Radiologe“, mit einer bescheinigten Fachkunde im Strahlenschutz nach Rö5.2 (CT des Schädels) darf sowohl im Normalbetrieb als auch im Bereitschaftsdienst die rechtfertigende Indikation für CT-Untersuchungen des Schädels gestellt werden als auch diese Untersuchungen technisch durchgeführt und befundet werden („Anwendung“ von Röntgenstrahlung am Menschen). Die Fachkundegruppe Rö5.2 ist insbesondere für diejenigen Ärzte in die „Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV“ eingefügt worden, die in ihrem Fachgebiet häufig auf CT-Untersuchungen des Schädels angewiesen sind und die auf andere Untersuchungsbereiche/Körperregionen verzichten können (z.B. Neurologen). Die Fachkundegruppe Rö5.2 darf durch die zuständige Stelle (in der Regel Ärztekammer) nur in Verbindung mit der Fachkundegruppe Rö3.1 (Skelett-Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett in angemessener Gewichtung) und in wenigen Ausnahmefällen mit der Fachkundegruppe Rö2 (Notfalldiagnostik) bescheinigt werden. Insbesondere zu den Ausnahmeregelungen empfehlen wir, die Tabelle 4.2.1 der o.g. Fachkunderichtlinie inklusive der Fußnoten zu studieren. Diese Regelungen bestimmen auch die Mindestdauer, um eine bestimmte Fachkunde zu erwerben. Für die Fachkundegruppe Rö5.2 gilt folgende „Summenregel“: 12 Monate und 1000 dokumentierte Untersuchungen für die Fachkundegruppe Rö3.1 plus anschließend: 8 Monate und 300 Untersuchungen für die Fachkundegruppe Rö5.2 selbst. Verkürzungen dieser Mindestzeiten sind möglich, wenn die Sachkunde ganztägig in einer fachradiologischen Abteilung erworben wird. Hier empfehlen wir aber dringend die Nachfrage bei der zuständigen Ärztekammer, da in diesem speziellen Fall eine Ausbildung in einem sogenannten Blockmodell (Fachkundegruppen: Rö3.1, Rö3.2, Rö3.3 und Rö5.1) zeitlich günstiger sein kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 21.07.2017 - 23:16 Uhr:
Frage:2947 BETREFF: Monitorabnahmeprüfung an Durchleuchtungsgeräten
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, bei älteren kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsplätzen wurde früher keine Abnahme am Durchleuchtungsmonitor durchgeführt, da die Befundung über den Aufnahmeplatz erfolgte (PACS Befundmonitor oder Filmbetrachter).Diese Arbeitsplätze werden gemäß der DIN 6868-157 in die Raumklasse 2 oder 3 eingruppiert. Ist nun eine Monitorabnahmeprüfung nachzuholen? Welche Norm wäre dann für die Abnahmeprüfung heranzuziehen (Es sind oft noch Röhrenmonitore eingesetzt)? Im Entwurf der neuen SV-RL ist eine Monitorabnahmeprüfung als technische Mindestanforderung für diese Arbeitsplätze genannt. Spätestens dann wäre jedoch eine Abnahmeprüfung am Durchleuchtungsmonitor erforderlich. Es stellt sich dann wiederum die Frage nach welcher Norm diese Abnahmeprüfung erfolgen soll. Wie soll mit diesen Röntgenanlagen verfahren werden? Mit freundlichen Grüßen Kolb R.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, das Thema Qualitätssicherung an Befundungsmonitoren ist bei Einbeziehung aller bei den Anwendern realisierten Systemkonfigurationen, der räumlichen Umgebung („Raumklassen“), des Inbetriebnahmedatums („Übergangsregelungen“), etc. scheinbar immer noch nicht ganz reibungsfrei, wie beispielsweise auch Ihre Anfrage hier zeigt. Zur Durchführung von Abnahme- und Konstanzprüfungen an Bildwiedergabesystemen (BWS) wird man nicht nur die ´DIN 6868-157´ sondern auch die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) und die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) beachten müssen. Die SV-RL befindet sich in einem länger andauernden Novellierungsprozess und die QS-RL bedarf, unter anderem auch wegen des Themas „BWS“, ebenfalls einer Novellierungsprozedur. Unglücklicherweise treffen zurzeit zwei Novellierungsvorhaben zeitlich zusammen: Das neue Strahlenschutzgesetz mit einer Vielzahl von noch zu formulierenden Verordnungen und diese beiden erwähnten „großvolumigen“ Richtlinien. Diese etwas lange Einleitung zur Behandlung Ihrer Frage war notwendig, damit verständlich wird, dass unsererseits eine gewisse Endgültigkeit des Antworttextes nicht garantiert werden kann. Begründung: Die Kapazität der entsprechenden Gremien ist ziemlich erschöpft, um alles sozusagen gleichzeitig zu machen. Also kann man die Antwort auf Ihre Frage so einleiten: „Vorbehaltlich einer in der QS-RL/SV-RL später getroffenen Regelung ist folgendes zu sagen:“ Wir verstehen Ihr Problem so, dass an älteren kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräten (also bestimmt vor 1.5.2015 in Betrieb gegangen) bisher keine Abnahmeprüfung (AP) des Befundungsmonitors erfolgt ist, da die Befundung über den Aufnahmearbeitsplatz erfolgte . Wir nehmen an, dass an diesem Gerät eine AP nach DIN 6868-150 (oder nach einer Vorgängernorm zur 150, z.B. „50“) vorgenommen worden ist, die den Monitor in gewisser Weise mit eingeschlossen hat. Wenn keine entsprechende Änderung vorgenommen worden ist, also keine Teil- oder Abnahmeprüfung erforderlich war, und die Konstanzprüfungen nach Anhang B der QS-RL erfolgt sind, darf dieses Gerät bis 01. 01. 2025 betrieben werden, ohne dass eine Monitor-Abnahmeprüfung nachgeholt werden muss. Wenn auf Grund einer wesentlichen Änderung vor dem 01.01.2025 eine AP oder TAP durchgeführt werden muss oder eine AP, wenn das Datum 01.01.2025 überschritten ist (kaum vorstellbar bei einem so alten Gerät), dann kann es nur nach der ´157´ sein. Für BWS auf der Basis von Kathodenstrahlröhren gilt die ´157´ nicht, was aber nach unserer Meinung nicht unbedingt heißen muss, dass für diese BWS-Systeme der Stand der Technik grundsätzlich nicht mehr gegeben ist. In der DIN 6868-157 findet man unter „Änderungen“ (Punkt d), dass eine umfassende Anpassung an den Stand der Technik vorgenommen wurde, diese Anpassung allerdings nur für eine bestimmte Geräteart gilt. Für Kathodenstrahlröhren gilt diese Norm explizit nicht. Da es für diesen Gerätetyp keine neue Regelung gibt, folgt unseres Erachtens, dass der Stand der Technik nach DIN V 6868-57 für CRT aus dem Jahr 2001 hier weiterhin Anwendung finden muss. Wir sind der Auffassung, dass im begründeten Einzelfall nur die zuständige Behörde entscheiden kann, ob ein im Jahr 2001 festgelegter und danach für diesen Gerätetyp explizit nicht zurückgenommener Stand der Technik nicht mehr gilt, und dann auch entscheiden muss, welche Anforderungen zu stellen sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 19.07.2017 - 20:26 Uhr:
Frage:2946 BETREFF: Teleradiologie nach RöV, Patientenaufklärung und Kontrastmittelgabe
Sehr geehrte Damen und Herren, nach § 3 Abs. 4 sind an der Teleradiologie zwei Gruppen von Ärzten beteiligt, zu einem der Arzt nach § 24 Abs. Nr. 1 RöV, der sich nicht am Ort der technischen Durchführung der Untersuchung befindet, (Teleradiologe) und zum anderen am Ort der technischen Durchführung der Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz (Arzt vor Ort). Nach § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV stellt der Teleradiologe nach eingehender Beratung mit dem Arzt vor Ort die rechtfertigende Indikation für die Untersuchung, befundet die Untersuchungsergebnisse und trägt die ärztliche Verantwortung für die Anwendung der Röntgenstrahlung. Nach § 3 Abs. 4 Nr. 3 RöV ermittelt der Arzt vor Ort die zur Feststellung der rechtfertigenden Indikation erforderlichen Angaben, leitet diese an den Teleradiologen weiter und klärt den Patienten auf. Der Arzt vor Ort klärt zwar den Patienten für die Teleradiologie auf, aber welcher der beteiligten Ärzte trägt die Verantwortung für die ordnungsmäße Patientenaufklärung? Der Teleradiologe ordnet die Kontrastmittelgabe für die Teleradiologie an, trägt er damit auch zwangsläufig die Verantwortung für damit eventuell auftretenden medizinischen Komplikationen (z.B. Paravasat, etc.)? Die RöV macht zu beiden Sachverhalten keine Aussage. Aus welchen Normen kann für die Teleradiologie die ärztliche Verantwortung für die Patientenaufklärung und für die Kontrastmittelgabe abgeleitet werden? Für die Beantwortung meiner Fragen möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, in unserer Antwort zu Ihrer Frage 2913 haben wir ausgeführt, dass dem Teleradiologen die ärztliche Verantwortung für die Anwendung der Röntgenstrahlung obliegt. Dies ist eindeutig in § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV geregelt und beinhaltet sicher auch die Dokumentation der Röntgenuntersuchung. Die Patientenaufklärung obliegt nach § 3 Abs. 4 Nr. 3 RöV jedoch dem Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz, der am Ort der Untersuchung anwesend sein muss. Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Patientenaufklärung trägt u.E. der Strahlenschutzverantwortliche als Genehmigungsinhaber und der für den Betrieb der Röntgeneinrichtung bestellte Strahlenschutzbeauftragte. Dies ergibt sich schon daraus, dass der Teleradiologe unter Umständen keinerlei Einfluss auf die Organisation des Strahlenschutzes hat, da es sich dabei um einen externen fachkundigen Arzt handeln kann. Bei der Auswahl des Teleradiologen muss der Strahlenschutzverantwortliche nach unserer Meinung sicherstellen, dass die Anforderungen des § 3 Abs. 4 Nr. 6 RöV (Eintreffen des Teleradiologen oder eines Vertreters innerhalb eines für die Notfallversorgung erforderlichen Zeitraumes am Ort der technischen Durchführung) erfüllt werden. Darum muss sich auch der zuständige Strahlenschutzbeauftragte kümmern. Fazit: Die Verantwortung für diese beiden Bereiche liegt innerhalb der jeweiligen Strahlenschutzorganisation beim Strahlenschutzverantwortlichen und beim bestellten strahlenschutzbeauftragten Arzt. Unabhängig davon gelten die Regelungen des Berufsrechts und des BGB zu diesen Bereichen. Da Ihre Fragestellung nicht nur das „reine“ Strahlenschutzrecht sondern auch die darin angesprochenen medizinisch-radiologischen Aspekte anspricht, könnte eine diesbezügliche Kontaktaufnahme mit der Ärztekammer durchaus hilfreich sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Leni Exner schrieb am 18.07.2017 - 13:13 Uhr:
Frage:2945 BETREFF: kann mir jemand weiter helfen?
Hallo Ich habe heute ein CT von meiner linken Hand bekommen, da etwas unklar beim Röntgenbild war. Termin beim Arzt habe ich erst am Freitag. Bilder habe ich mir angeschaut und so was habe ich noch nicht gesehen. Vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen. Danke schon mal im Voraus Liebe Grüße Leni


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Exner, machen Sie sich wegen des „fremdartigen“ Aussehens eines CT-Röntgenbildes im Vergleich zu einem „normalen“ Röntgenbild keine Sorge. Die Computertomographie gehört zu der Gruppe der sog. tomographischen Röntgenuntersuchungen, wobei jeweils das zu untersuchende Körpervolumen (in diesem Fall Ihre Hand) rechnerisch („Computer“!)in einzelne Schichten (ca. 1 bis 10 mm Schichtdicke) zerlegt wird, die man dann bei der Befundung nach und nach betrachten kann. Durch diese Schichtbildung zeigen CT-Bilder eine für den Laien wenig verständliche Strukturen, die nur für eine/einen in der CT-Diagnostik erfahrene/n Ärztin/Arzt anatomisch verständlich sind. Also auf den Freitag warten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf schrieb am 18.07.2017 - 11:19 Uhr:
Frage:2944 BETREFF: Altes Röntgengerät Dokumente
Guten Tag, laut §16 Absatz4 der RöV, müssen Konstanzaufnahmen zwei Jahre lang aufbeahrt werden und Abnahmeprüfungen über die gesamte Betriebsdauer. Meine Frage: Muss ich diese Dokumente auch dann über diesen Zeitraum aufbewahren, wenn ich das Röntgengerät abmelde und aus der Praxis entferne oder können diese vernichtet werden? Danke!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolf, wenn Sie der zuständigen Behörde die Außerbetriebnahme der Röntgeneinrichtung nach § 3 Abs. 8 oder § 4 Abs. 7 der RöV mitteilen, dann müssen Sie die Aufzeichnungen über die Konstanzprüfungen noch mindestens zwei Jahr nach Abschluss dieser Aufzeichnungen aufbewahren (§ 16 Abs. 4 Satz 2 RöV). Diese Frist ist notwendig, damit die zuständige ärztliche oder zahnärztliche Stelle die Qualitätssicherung nach § 17a der RöV durchführen kann. Aus diesem Grund empfehlen wir, auch die Aufzeichnungen über die Abnahmeprüfungen während dieses Zeitraumes (zwei Jahre nach Außerbetriebnahme der Röntgeneinrichtung) aufzubewahren, obwohl die RöV dies nicht explizit vorschreibt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan T. schrieb am 13.07.2017 - 14:50 Uhr:
Frage:2943 BETREFF: SSB- Verantwortlichkeiten bei der Anwendung am Menschen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe 2 (in gewisser Weise zusammenhängende) Fragen. Frage1: Bei der Anwendung ionisierender Strahlung am Menschen in der Röntgendiagnostik muss ein fachkundiger Arzt die Verantwortung dafür tragen. Dieser stellt die rechtfertigende Indikation (RI). Nach meiner Ansicht trägt derjenige Arzt die Gesamtverantwortung für die Untersuchung (Anwendung am Menschen), der die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Sehen Sie das ebenfalls so? Frage 2: Üblicherweise wird in einer Klinik je Fachabteilung ein Arzt als verantwortlicher Strahlenschutzbeauftragter bestellt. In der Bestellung sind Entscheidungsbereich (=Fachbereich), Aufgaben und (Weisungs-)Befugnisse festzulegen. Es gehört u.A. zu den Aufgaben des SSB sicherzustellen, dass in seinem Entscheidungsbereich die DRW beachtet werden. Wie bewerten Sie die folgende Argumentation eines Arztes, der als SSB bestellt werden soll, auch im Zusammenhang mit der ´Gesamtverantwortung´ aus Frage 1: Die Verpflichtung zur Beachtung z.B. der DRW liegt nicht bei ihm. In seiner Fachabteilung wird keine ´Strahlung angewendet´ (also das Gerät nicht bedient), sondern lediglich die Anforderung z.B. der Röntgenaufnahme (=RI?) gestellt. Die Beachtung der DRW (§16 Abs.1 Satz 2 RöV) gehören nicht zu seinen Aufgaben, sondern zu denen der MTA. Ich bin gespannt auf Ihre Sichtweise. Vielen Dank im Voraus und freundiche Grüße, Stefan T.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Tachlinski, Ihre Auffassung zur ersten Frage können wir nicht so eindeutig teilen. Die Verantwortung für die gesamte Durchführung kann unseres Erachtens durchaus geteilt sein: Ein Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz stellt die rechtfertigende Indikation im Sinne des § 23 Abs. 1 und 2 RöV. Ein anderer Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz ist für die Anwendung (technische Durchführung und Befundung) von Röntgenstrahlung verantwortlich. Darauf weisen die unterschiedlichen Formulierungen im § 23 (einerseits die Absätze 1 und 2, andererseits der Absatz 3) hin. Dieses entspricht nach unserem Wissen auch der häufig geübten Praxis. Natürlich gilt, dass innerhalb der Strahlenschutzorganisation die Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt sein müssen. Anders verhält es sich in der Teleradiologie. Dort ist der fachkundige Teleradiologe für den gesamten Ablauf der Röntgenuntersuchung verantwortlich (vgl. § 2 Nr. 24 und § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV). Zu Frage 2: Die Verantwortlichkeit für die Berücksichtigung der DRW (§ 16 Abs. 1 Satz 2 RöV) liegt ganz klar beim Strahlenschutzverantwortlichen und bei demjenigen bestellten Strahlenschutzbeauftragten, in dessen innerbetrieblichen Entscheidungsbereich die Röntgenuntersuchung erfolgt. Dies ergibt sich aus dem § 15 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 2 Nr. 1 sowie aus dem § 44 Nr. 12 RöV. Keineswegs kann nach RöV die technisch durchführende MTRA diese Verantwortung übernehmen, da sie kein Normadressat der RöV ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Betz schrieb am 05.07.2017 - 22:07 Uhr:
Frage:2938 BETREFF: Firmwareupdate, Softwareupdate, Teilabnahme
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, beim digitalen Röntgen ergeben sich regelmäßig Anpassungen der Software, die als Update sicherlich nur von den Herstellern nach Zulassung als Medizinprodukt vertrieben werden dürfen. Ein Update einer Röntgensoftware dürfte demnach keine Änderung an einer Röntgeneinrichtung darstellen, die eine Teilabnahme oder gar Sachverständigen-prüfung erfordert. Lediglich die Dokumentation der Änderung ist nach meiner Kenntnis erforderlich. Wie sieht es aber bei einem Upgrade mit wesentlichen Veränderungen im Programm oder bei einer völlig neuen Softwareversion des gleichen Herstellers aus? Wie ist nach Ihrer Einschätzung die Situation bei neuer Firmware von Röntgengeräten oder Scannern. Diese ist ja quasi elementarer Bestandteil der Modalität? Für Ihre Antwort im Voraus besten Dank. Mit freundlichen Grüßen Werner Betz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Betz, wir haben Ihre Forumanfrage so verstanden: Muss bei mit einem Software-Update/Firmware-Update eine Teilabnahmeprüfung (TAP) nach § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV durchgeführt werden oder nicht? Zur Beantwortung müsste man nicht die ´alte´ SV-RL zu Grunde legen sondern könnte auch den aktuellen Entwurf zur ´neuen´ SV-RL heranziehen, der bezüglich dieses Punktes nach augenblicklichem Stand der Dinge so bleiben wird. Dieser RL-Entwurf ist hier im Forum RöV auffindbar: www.forum-roev.de. Dann auf der Homepage den Link Nr. 7 anwählen: „Richtlinien / BMU-Schreiben“, Datum: 10. 03. 2017). Man liest dort in Tabelle II.1, Nr. 14 ´Änderung der Software´, dass die TAP zunächst nur aus einer KP bestehen soll. Sind aber dabei die Toleranzen (der KP) überschritten, ist eine TAP i. S. d. Spalte 4 erforderlich. In Spalte 4 wiederum sind die Parameter der dann notwendigen TAP aufgeführt. Viele Software-Updates betreffen die Bildverarbeitung. Diese kann durch eine Prüfung mit technischen Prüfkörpern bzw. –verfahren nicht erfasst werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 30.06.2017 - 09:30 Uhr:
Frage:2937 BETREFF: Prüfkriterien in Ref. und KP-Aufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die ZSR Bbg ist erneut mit dem in Frage 2619 vom 16.02.16 angeschnittenen Problem konfrontiert. OPG - Ref. und KP-Aufnahmen werden als ´Rohdatenbild´ ( Bezeichnung des Herstellers ) mit umgekehrten Grauwerten gegenüber normalen Aufnahmen wiedergegeben. In diesen werden die Anforderungen erfüllt. Die Patientenaufnahmen werden mit einem Filter erzeugt, der a: das Bild in gewohnter Grauwertverteilung wiedergibt b: das Auflösungsvermögen unter 2,5 Lp/mm verschlechtert und c : Fremdstrukturen = ´Wurmeffekt´ ( Bezeichnung des Sachverständigen ) erzeugt. Ist es Aufgabe der Konstanzprüfung, lediglich eine technische Konstanz nachzuweisen, oder müssen die Anforderungen an lineares und Kontrast-Auflösungsvermögen für die Patientenaufnahmen gewährleistet sein ? Ist also das Prüfverfahren unzureichend und folglich zurückzuweisen ? Sollten Sie nähere Informationen benötigen, bitte ich Sie, mich direkt zu kontaktieren. MfG K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, unsere grundsätzliche Meinung dazu ist folgende: Eine Abnahmeprüfung (AP) kann nur als ´bestanden´ deklariert werden, wenn es sich um die Patientenaufnahme handelt. Von der wird ja befundet und nicht von irgendeinem wie auch immer erzeugten Rohdatenbild. Es kann also nicht akzeptiert werden, dass zwar das Rohdatenbild die AP besteht, aber das Patientenbild, bedingt z.B. durch Nutzung einer bestimmten Filtertechnik, besteht die AP nicht (Auflösungsvermögen, Fremdstrukturen, Wurmeffekte - was diese auch immer sein mögen). Bezugswerte für die Konstanzprüfung (KP) können nur von einem Patientenbild gewonnen werden, das, wie oben gesagt, die AP bestanden hat. Also ist die KP nicht nur irgendein technischer Konstanznachweis sondern einer, der auf Grundlage einer erfolgreichen AP beruhen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 29.06.2017 - 17:58 Uhr:
Frage:2936 BETREFF: Frage 2935
sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei Frage 2935 hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die Dosis betrug 40µGy x qm bei kV 75 und Aluminiumfilter 2,5mm. Vielen Dank Guido Kindervater


1. Antwort: ... ich hatte den Fehler schon bemerkt! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 29.06.2017 - 14:59 Uhr:
Frage:2935 BETREFF: Berechnung Uterusdosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin so eben als Radiologe mit der Situation konfrontiert worden, dass bei einer relativ adipösen Schwangeren in der 8.SSW eine ERCP mit Steinextraktion durchgeführt worden ist. Alle Strahlenschutzmittel wurden angewandt. Der Uterus lag natürlich nicht im Nutzstrahl Die Durchleuchtungszeit betrug 10 sec. Die Gesamtdosis(DFP) bei 4µGy/qm. In der Stufenabschätzung geht man ja davon aus, dass nur Durchleuchtungszeiten, in denen der Uterus im Nutzstrahlenbündel liegt berechnet werden.Da der Uterus nicht betroffen war habe ich es bei der Einschätzung der Uterusdosis unter 20mSv gelassen. Patientin ist informiert. Ich habe bezüglich der Uterusdosis erstmal Entwarnung gegeben, aber liege ich da richtig? Muss man doch eine Berechnung nach Stufe 2 machen? Vielen Dank für Ihre Antwort. Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, es tut mir Leid, dass ich Ihnen, der ja zu den „Stammgästen“ im Forum RöV zu zählen ist, mitteilen muss, dass wir derartige Expositionsberechnungen, vor allem aus rechtlichen Gründen nicht mehr durchführen wollen - und ganz besonders nicht im Forum RöV. Ich möchte dies dadurch begründen, dass aus unserer Sicht in derartigen Fällen, die ggf. das ungeborene Kind oder die Gesundheit der werdenden Mutter betreffen können, eine auch gerichtlich belastbare Aussage erfolgen sollte, die nach unserer Auffassung vom Forum RöV aus rechtlichen Gründen nicht erbracht werden kann und möglicherweise auch nicht erbracht werden darf. Wir möchten Ihnen empfehlen, sich über die Fachgesellschaften DGMP oder APT an MPE aus dem Bereich Röntgendiagnostik zu wenden, falls Sie bei Ihrer eigenen Recherche unsicher sein sollten. Ich hoffe, Sie haben Verständnis für diese Absage und unsere Begründung dafür. Sonst sind wir „strahlenschutzmäßig“ immer für Sie da. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  L.Schröer schrieb am 27.06.2017 - 14:29 Uhr:
Frage:2934 BETREFF: Einverständniserklärung der Eltern
Bei uns kommt immer wieder die Frage auf, ob ich beim Röntgen von Minderjährigen grundsätzlich das Einverständnis der Eltern einholen muss und wenn ja gilt das bis zum 18. Lebensjahr? Beispiel ein 17 jähriger kommt Freitagsnacht zum Röntgen bei Z.n. Schlägerei, oder Nachbar bringt 12 jährige nach Sturz im Schwimmbad. Reicht in einem solchen Fall die Indikationsstellung des Arztes oder müssen die Eltern informiert werden? Vielen Dank schonmal im voraus.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schröer, bei der Anwendung von Röntgenstrahlung an minderjährigen Personen sind dieselben Regelungen zu beachten wie bei jeder anderen medizinischen Anwendung auch. Das bedeutet, dass normalerweise,sofern es zeitlich machbar ist, die Einwilligung des Erziehungsberechtigten erforderlich sein wird. In medizinsch dringlichen Fällen sind sicherlich auch Anwendungen von Röntgenstrahlung ohne diesbezügliche Zustimmungen möglich. In der Röntgenverordnung sind hierzu keine speziellen Regelungen formuliert worden. Hier müssen die Vorgaben des Arztrechtes und des ´Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB)´ beachtet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas schrieb am 27.06.2017 - 09:54 Uhr:
Frage:2933 BETREFF: Konstanzprüfung Mammographie
Guten Tag, ich habe eine Frage zu den Konstanzprüfungen der Mammpgraphie. Nach der DIN 6868-14 sind täglich und monatlich vorgeschriebene KP durchzuführen. Jährliche KP konnte ich nicht finden. Entfallen diese mit der DIN 6868-14 für die Mammographie oder sind die jährlichen anders geregelt? Viele Grüße Andreas


1. Antwort: Hallo Andreas, doch, die jährlichen Konstanzprüfung gibt es: siehe Kapitel 8 der DIN 6868-14. Fast alle jährlich abzuarbeitenden Prüfpositionen orientieren sich an der DIN 6868-162, so dass die jährliche Konstanzprüfung sozusagen einer Abnahmeprüfung gleichkommt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sattuscheck schrieb am 24.06.2017 - 18:16 Uhr:
Frage:2932 BETREFF: Gonadenschutz bei Rö Hüfte
Guten Tag und meinen Dank, hier eine Frage beantwortet zu bekommen zuvor! Im Rahmen eines Oberschenkelhalsbruches nach einem Unfall wurde ich ohne Gonadenschutz geröngt. Das bereitet mir ein ungutes Gefühl, denn ich plane Nachwuchs. Gibt es nachvollziehbare Gründe für das Weglassen so eines Schutzes? Wo wäre da ein Risiko einzuschätzen Nochmals Dank und besten Gruß, S.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sattuscheck, grundsätzlich verlangt die Röntgenverordnung (RöV) in § 25 Abs. 3, dass Körperbereiche, die bei einer bestimmten Untersuchung nicht von der Nutzstrahlung getroffen werden müssen, vor einer Strahlenexposition (z.B. durch Streustrahlung) so weit wie möglich zu schützen sind. Bei einer Röntgenuntersuchung im Zusammenhang mit einem Oberschenkelhalsbruch als Folge eines „normalen“ Unfalls sollte man den Schutz der Gonaden berücksichtigen. In einer Polytraumasituation, wo es auf Schnelligkeit ankommt, könnte, weil es möglicherweise andere Prioritäten gibt, auf diese Schutzmaßnahme verzichtet werden. Das Strahlenrisiko ist vergleichsweise moderat und sollte (auch ohne Gonadenschutz) kein „ungutes Gefühl“ erzeugen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen.



  Paul Schulz schrieb am 22.06.2017 - 10:56 Uhr:
Frage:2931 BETREFF: Strahlenschutzgesetz
Hallo, ich habe gehört das ein neues Strahlenschutzgesetz kommen soll, ist denn schon bekannt, wann es erscheint? Mfg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schulz, der Deutsche Bundestag hat das neue Strahlenschutzgesetz am 27.4.2017 verabschiedet. Unseres Wissens nach muss der Bundesrat dem Gesetz noch zustimmen. Zu welchem Zeitpunkt dies geschehen soll und ob dann das Gesetz zu einem oder in Teilen zu verschiedenen Zeitpunkten in Kraft treten soll, ist uns leider nicht bekannt. Jedenfalls ist das Inkrafttreten im Laufe des Jahres 2018 vorgesehen. Genauere Auskünfte können Sie sicherlich beim zuständigen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erhalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herbert Meier schrieb am 19.06.2017 - 17:48 Uhr:
Frage:2930 BETREFF: Röntgenscanner
Guten Tag, ich weiß nicht sicher ob meine Frage hier an der richtigen Adresse ist aber ich will´s mal probieren. Ich arbeite z.Zt. am Suezkanal und muss dort alle 14 Tage mit dem PKW durch einen Röntgenscanner welcher angeblich für die Fahrzeuginsassen vollkommen ungefährlich ist. Können sie mir da nähere Angaben machen über gefahren durch Strahlung. MfG Herbert Meier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meier, ich kann nur aus der Sicht des nationalen Strahlenschutzrechts, also auf der Basis der in Deutschland zurzeit geltenden Röntgenverordnung (RöV) antworten. Die RöV reglementiert ausschließlich den Betrieb von Röntgeneinrichtungen, der in Deutschland stattfindet. Personen dürfen, auch nach europäischem Recht, nur einer Strahlenexposition durch ionisierende Strahlung (z.B. durch Röntgenstrahlung) ausgesetzt werden, wenn diese Exposition durch einen Arzt in jedem Einzelfall gerechtfertigt wird oder es eine sonstige gesetzliche Grundlage für die Anwendung gibt, z.B. das Infektionsschutzgesetz. Nach den Bestimmungen der RöV ist der Betrieb von sog. Röntgenscannern, in Folge dessen Personen mit Röntgenstrahlung exponiert werden können, also wie beispielsweise die von Ihnen angesprochen Fahrzeuginsassen im Rahmen radiologischer PKW-Prüfungen, keinesfalls gestattet. Eine für Personenkreise dieser Art resultierende Strahlenexposition kann, im Gegensatz zur o.g. Behauptung, schon grundsätzlich nicht ungefährlich sein. Anders muss man Prüfungen mit elektromagnetischer Strahlung beurteilen, die in anderen Frequenzbereichen liegt als dies bei Röntgenstrahlung der Fall ist. Für diese treffen die Bestimmungen der RöV nicht zu. In Deutschland gibt es jedoch eine Anwendung nach der Strahlenschutzverordnung, bei der ein Beschleuniger eingesetzt wird, um LKWs zur Kontrolle auf geschmuggelte Waren zu prüfen. Voraussetzung ist aber, dass die Durchstrahlung des Führerhauses und somit die Bestrahlung von Personen sicher verhindert werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 19.06.2017 - 11:19 Uhr:
Frage:2929 BETREFF: zu Frage 2915: Überwachung Augenlinse
Hallo Herr Prof. Ewen, hat sich in Ihrer Antwort zu Frage 2915 nicht ein kleiner Fehler eingeschlichen!? Eine zusätzliche Teilkörperdosimetrie ist für die Augen gemäß §35 Abs. 5 derzeit bei 45 mSv/a erforderlich. Das entspricht 3/10 (und nicht 1/10 aus Abs.1 des §35). Zukünftig wird also ein Augendosimeter gefordert, wenn 6mSv/a überschritten werden können. LG Kathrin


1. Antwort: Hallo Kathrin, sorry, dass ich versehentlich die „3/10-Regelung“ des § 35 Abs. 5 RöV mit der „1/10-Regelung“ des § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV vertauscht hatte. Sie haben natürlich vollkommen Recht mit Ihrem Korrekturhinweis. Vielen Dank! Wir müssen allerdings dabei noch einen kleinen Punkt im Auge behalten, und das ist die Tatsache, dass eine zukünftige Anwendung der „3/10-Regelung“ auf die Messung der Personendosis der Augenlinse im Zusammenhang mit dem sicher im neuen Strahlenschutzgesetz (§ 78 Abs. 2 Nr. 1) zu erwartenden Grenzwert von 20 mSv/a noch völlig offen ist. Auf die Realisierung der dafür geplanten „Verordnungsermächtigung für die physikalische Strahlenschutzkontrolle … „ des § 76 (hier zutreffend: der Absatz 1 und dort die Nrn. 7 und 8) müssen wir noch warten. Die tatsächliche Formulierung des in meinem und Ihrem Text angesprochenen Dosiswertes von „3/10 x 20 mSv/a = 6 mSv/a“ im Rahmen einer speziellen Verordnung muss also noch abgewartet werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  C. Steinwachs schrieb am 16.06.2017 - 13:38 Uhr:
Frage:2928 BETREFF: Abschaffung der Dosmieter möglich?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir sind eine kleine Praxis (in einem KH), die lediglich über einen CT und eine Röntgenanlage verfügt. Die Ortsansässige Durchleuchtung wird seitens des Krankenhauses genutzt und von unseren Mitarbeiter nicht bedient. Allerdings wird mittels fahrbaren Rö-Gerät die Rö-Aufnahmen auf Intensiv angefertigt. Unsere Frage ist daher, ob wir ggf. die Dosimeter abschaffen könnten? Seitens des Regierungspräsidiums bekommen wir leider keine klare Aussage. Kann man die Dosimeter überhaupt abschaffen, wenn man Strahlenexpositionen anwendet? Mit freundlichen Grüßen C. Steinwachs


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Steinwachs, zunächst einmal was Grundsätzliches im Zusammenhang mit der Personendosimetrie („Ermittlung der Körperdosis“). Nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV ist diese nur durchzuführen, wenn man sich aus beruflichen Gründen in einem Kontrollbereich aufhalten muss. Wenn bei Ihnen also Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden, bei denen dies nicht erforderlich ist, dann ist auch keine Personendosimetrie nötig. Typischerweise trifft das auf stationäre Aufnahmearbeitsplätze zu (z.B. Rasteraufnahmetisch, Rasterwandstativ), aber auch auf mobile Aufnahmegeräte (z.B. auf Intensivstationen), wenn der Auslöseschalter in einem Abstand von mehr als 1,5 m vom Röntgenstrahler und Patienten bedient werden kann, und auch auf Computertomographen, wenn die CT-Untersuchungen einen Personalaufenthalt im Röntgenraum nicht erfordern. In allen o.g. Fällen (keine Personendosimetrie, weil kein Aufenthalt im Kontrollbereich)ist eine explizite Zustimmung der Behörde nicht erforderlich. Bei Durchleuchtungsuntersuchungen haben wir eine andere Situation: Der Aufenthalt von Personal im Kontrollbereich ist üblich und Personendosimetrie ist daher gefordert. Falls zwar Tätigkeiten in Kontrollbereichen vorkommen, aber nur mit sehr geringen Aufenthalts- bzw. Einschaltzeiten, also mit entsprechend kleinen Dosiswerten für das betreffende Personal (effektive Dosis < 1 mSv im Jahr), kann die zuständige Behörde Ausnahmen von der Pflicht der Personendosimetrie zulassen (§ 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). Zur Klärung der Frage „< 1 mSv pro Jahr ja oder nein“ könnte man den Sachverständigen konsultieren, der in Ihrem Haus die sog. Sachverständigenprüfungen durchgeführt hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  C. Siegmann schrieb am 16.06.2017 - 12:17 Uhr:
Frage:2927 BETREFF: Röntgenschürze bei CT des Handgelenks?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, vor kurzem erhielten wir eine Beschwerde einer Patientin darüber, dass Sie bei einer CT-Untersuchung des Handgelenkes keinen Strahlenschutz angelegt bekam. Wir sind bis Dato davon ausgegangen, dass aufgrund der Distanz zwischen Hand und Ovarien/ Gonaden keine Strahlenbelastung für die Patienten entstehen. Die evtl. entstandene Streustrahlung breitet sich innerhalb des Körpers aus und kann auch durch einen Strahlenschutz nicht absorbiert werden. Man hätte die Schürze somit aus raus psychologischer Wirkung auflegen können oder? Wir sind uns nicht sicher was wir der Patientin dahingehend sonst antworten sollten bzw. ob unser Vorgehen bis Dato immer falsch war. Vielleicht haben Sie eine Idee? Über eine Rückmeldung bedanke ich mich im Voraus. Mit freundlichen Grüßen C. Siegmann


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Siegmann, Sie haben Recht mit Ihrer Vermutung, dass das Anlegen eines Patientenschutzes, welcher Art auch immer, bei einer CT-Untersuchung des Handgelenks zu keiner wirksamen Reduzierung der ohnehin bei dieser Untersuchung resultierenden sehr geringen Streustrahlendosis beitragen würde. Aber es gibt in der Röntgendiagnostik eben auch Patienten, die Angst vor „Strahlung“ haben. Insofern sollte man die psychologische Wirkung einer angelegten Strahlenschutzschürze, auch wenn ihre physikalische Wirkung sehr gering ist, nicht unterschätzen. Mein Rat: Decken Sie bei derartigen oder ähnlichen Untersuchungen den Rumpf des Patienten mit einer Schürze ab, vorausgesetzt, dass diese Maßnahme keine untersuchungsspezifischen Nachteile mit sich bringen sollte. Diesbezügliche Diskussionen mit Patienten werden dann sicherlich nachlassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jutta Reinholz schrieb am 13.06.2017 - 15:24 Uhr:
Frage:2926 BETREFF: C-Bogen Anwendung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, meine Frage lautet: kann man mit der Fachkunde Rö3.1 während oder im Anschluss einer orthopädischen Operation mit einem C-Bogen röntgen? Oder ist Rö4 notwendig. Mit freundlichen Grüßen J.Reinholz


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reinholz, die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 Skelett (Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett) deckt nach unserem Erachten die konventionellen orthopädischen Röntgenuntersuchungen (Aufnahmen und Durchleuchtungen, auch intraoperativ) ab. Die Teilgebietsfachkunde Rö4 ist eine Fachkunde, die nur für sonstige begrenzte Anwendungsfälle gilt, z.B. für einfache intraoperative Röntgendiagnostik. Die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 geht über diese begrenzten Anwendungsfälle hinaus und erlaubt auch die Durchführung komplexerer Röntgenuntersuchungen. Dass die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 weitergehend sein muss als die Teilgebietsfachkunde Rö4, ergibt sich auch schon aus den Anforderungen zum Erwerb dieser Fachkunden. Während man die Teilgebietsfachkunde Rö4 bereits nach 6 Monaten und 100 dokumentierten Untersuchungen bescheinigt bekommen kann, sind für die Teilgebietsfachkunde Rö3.1 mindestens 12 Monate Sachkundezeit und 1000 dokumentierte Untersuchungen nachzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Christian Smit schrieb am 09.06.2017 - 18:53 Uhr:
Frage:2925 BETREFF: Arbeitsanweisung Knochendichtemessung/ Rechtfertigende Indikation
Hallo, ich habe eine Praxis mit einem DXA-Gerät übernommen und werde nun durch die ÄKWL geprüft. In meiner Arbeitsanweisung (habe vom Vorgänger übernommen) fehlen wohl folgende Hinweise: Überprüfung der `Rechtfert. Indikation´ durch nach RöV fachkund. Arzt, Hinweis auf die DVO-Leitlinien, Aushang einer Tab. mit den RI am Arbeitsplatz. Ich bitte um eine Formulierungshilfe, damit die ÄK zufrieden ist. Vielen Dank Christian Smit


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Smit, wir unterstellen mal, dass die Anmerkungen der ärztlichen Stelle WL (Sie schrieben ÄKWL! War es wirklich die ÄK?) auf die Notwendigkeit hinweisen wollen, eine „rechtfertigende Indikation“ zu stellen, und dass es in diesem Zusammenhang um den Fragenkomplex möglicher „rechtfertigender Indikationen mit den entsprechenden Durchführungsmethoden“ am Ort der technischen Durchführung, also am Untersuchungsarbeitsplatz, geht. Nach unserer Meinung wäre diesbezüglich eine „pauschal“ gehaltene Formulierung für alle Röntgenuntersuchungen weder ausreichend noch sinnvoll, da sich Erfordernis und tatsächliche Durchführung einer radiologischen Maßnahme in der Heilkunde aus einer individuell vermuteten oder festgestellten Erkrankung einer Patientin/eines Patienten resultieren und daher entsprechend persönlich beschrieben werden muss. Uns ist bekannt, dass für bestimmte Untersuchungen mit Röntgenstrahlung vergleichbar formulierte ärztliche Indikationen und daraus resultierend auch rechtfertigende Indikationen ähnlichen Inhaltes publiziert sind. Aber auch hier bleibt die Indikationsstellung grundsätzlich ein individueller Vorgang, der sich an bestimmten medizinisch-radiologischen Erkenntnissen orientieren muss. Diese Erkenntnisse basieren zu einem großen Teil auf dem medizinischen Wissen entsprechend qualifizierter Ärzte (z.B. Vorhandensein von Fachkunde im Strahlenschutz) und können von uns hier im Forum Röntgenverordnung nicht als ganz allgemein gehaltene Orientierungshilfe vorgeschlagen werden. Ein Hilfsmittel für Überlegungen zur Stellung der „rechtfertigenden Indikationen“ könnte neben den Leitlinien der Fachgesellschaften die „ORIENTIERUNGSHILFE für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen“ sein. Diese Orientierungshilfe ist eine Empfehlung der Strahlenschutzkommission. Sie finden sie über die Internetseite der Strahlenschutzkommission (www.ssk.de) oder im Fachbuchhandel. Sollte diese Empfehlung nicht ausreichend sein, dann raten wir zu einer Rücksprache mit den Fachleuten der ärztlichen Stelle, die in diesem Fall sicherlich auch beratend tätig werden können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Morgenstern schrieb am 09.06.2017 - 16:48 Uhr:
Frage:2924 BETREFF: Erlangen der Fachkunde Röntgendiagnostik f. MPE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir sind eine Strahlentherapie, die einen PET-CT in der Nuklearmedizin zur Erstellung von CT-Schichten für die 3D Bestrahlungsplanung nutzen und einen eigenen Simulator besitzen, mit dem wir Röntgenbilder von der Patientenlage erstellen. Ich habe die Fachkunde in der Teletherapie für Medinzinphysikexperten, möchte diese nun gerne mit der Fachkunde in der Röntgendiagnostik erweitern. Genüngt es, wenn ich mind. 6 Monate am PET-CT und am Simulator physikalisch-technisch mitarbeite unter Aufsicht eines Kollegen der die Röntgendiagnostikfachkunde schon hat? (also für die Sachkundezeit). Physikalisch-Technische Arbeit sind z.B. die Durchführung der QAs, die Bedienung der Geräte, die Anwesenheit bei Patientenbetrieb, um den praktischen Ablauf mitzuverfolgen usw. Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus. Mit freundlichen Grüßen H. Morgenstern


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Morgenstern, die Zeit für den Sachkundeerwerb in der Röntgendiagnostik beträgt für MPE mindestens 6 Monate, wobei insgesamt 24 Monate Sachkundezeiten nachgewiesen werden müssen. Da Sie bereits über die Fachkunde Strahlentherapie für MPE verfügen, haben Sie diese 24 Monate Mindestzeit ja schon nachgewiesen, so dass nur die 6 Monate Röntgendiagnostik offen sind. Nach unserer Meinung muss sich diese Sachkundezeit aber über den Gesamtbereich der Röntgendiagnostik erstrecken (Aufnahme, Durchleuchtung, CT, Interventionen). Die Fachkundebescheinigung wird i.d.R. auch für den Gesamtbereich „Röntgendiagnostik“ und nicht für Teilbereiche wie z.B. „CT“ erteilt. Hier raten wir Ihnen, sich bei der zuständigen Stelle Ihres Bundeslandes zu erkundigen. Neben der Sachkunde ist nach der entsprechenden Fachkunderichtlinie auf jeden Fall der entsprechende Spezialkurs Röntgendiagnostik für MPE (Anlage 5 der Fachkunderichtlinie) nachzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf schrieb am 09.06.2017 - 13:43 Uhr:
Frage:2923 BETREFF: Telebefundung Krankenhaus mit 2 Standorten
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich arbeite als Radiologe in einem Krankenhaus mit zwei Betriebsstätten innerhalb einer Stadt, also mit 2 physikalisch getrennten Standorten. Darf ich zu Regelarbeitszeiten während der Arbeit an einem Standort über Pacs auch Befunde (CT, Rö) für Untersuchungen erstellen, die am anderen Standort angefertigt wurden ? Oder ist das als teleradiologische Befundung ausserhalb der Bereitschaftsdienste verboten ? Die Vorgaben der RöV bezüglich Anwesenheit fachkundiger Ärzte vor Ort sind erfüllt, es geht nur um die Befunderstellung. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Rudolf, nach unserer Meinung handelt es sich in dem von Ihnen beschriebenen Fall nicht um Teleradiologie im Sinne der RöV. Die Befundung an verschiedenen Betriebsstätten des Strahlenschutzverantwortlichen ist unseres Wissens durchaus zulässig, wenn die technischen Randbedingungen erfüllt sind (ausreichend schnelle und sichere Datenleitungen, QS-geprüfte Bildwiedergabesysteme, im Strahlenschutz fachkundiger Arzt als Befunder). Voraussetzung ist allerdings, dass die rechtfertigenden Indikation an dem Ort erstellt wird, an dem sich die Patienten befinden, um die Anforderungen des § 23 RöV einzuhalten, und dass die technische Durchführung der Untersuchung durch im Strahlenschutz fachkundige MTRA oder durch entsprechend beaufsichtigte medizinische Fachangestellte mit Kenntnissen im Strahlenschutz erfolgt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hr. Pasveer schrieb am 08.06.2017 - 08:40 Uhr:
Frage:2922 BETREFF: Welche Norm ist zur Zeit gültig?
Sehr geehrte Damen und Herren, am Anfang des Jahres hatten wir eine Prüfung durch die ÄS-Hessen für die Teleradiologie. Diese bemängelte, das wir immer noch nach DIN 6868-59:2009 prüfen. Anschließend haben wir eine Prüfung nach DIN 6868-159:2016-05 (Entwurf) durchgeführt, da diese laut ÄS-Hessen zwar noch im Entwurf steht, wohl aber schon seine Gültigkeit hätte. Diese Woche haben wir das Abnahmeprotokoll zusammen mit einem unabhängigen Sachverständigen besprochen. Nun kam die Frage auf welche Norm gültig ist und wie geprüft werden muss.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pasveer, Normen beschreiben allgemein anerkannte Regeln der Technik. Ihrem Wesen nach kann man sie als unverbindliche Festlegungen mit Empfehlungsambitionen bezeichnen. Eine De-Facto-Verbindlichkeit besteht dann, wenn in einer gesetzlichen Regelung, wie z.B. in der Röntgenverordnung oder in deren Ausführungsbestimmungen, ausdrücklich darauf verwiesen wird. Genügt ein technisches System bzw. ein von ihm bestimmter Vorgang (Beispiel: Abnahmeprüfung im Zusammenhang mit der Teleradiologie nach DIN 6868-159:2009-03)den in gesetzlichen Bestimmungen erwähnten Normen, so kann man festhalten, dass damit die entsprechenden Forderungen z.B. eines Verordnungsgebers (RöV) „automatisch“ erfüllt sind. Jeder Normentwurf, also auch der zur DIN 6868-159 von Mai 2016, unterliegt allerdings einem Einspruchsverfahren, bevor er zum Druck als Norm freigegeben werden kann. Im Rahmen der Einspruchsfrist können von der fachlich orientierten Öffentlichkeit Änderungsvorschläge eingebracht werden, die sich nach möglicher Akzeptanz erst später in der Norm wiederfinden könnten – ein Risiko, das jeder eingeht, der einen Normentwurf „vorzeitig“ zur Anwendung kommen lässt. Auf der anderen Seite kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich aus dem Text schon eines Normentwurfes entnehmen lässt, dass dieser das Normungsanliegen vorteilhafter zum Ausdruck bringt als dies von der „alten“ noch geltende Norm realisiert wird (z.B. Verbesserungen im Zusammenhang mit der Verwendung der Prüfbilddatensätze im Entwurf der „159“). Trotzdem: Man kann die Anwendung des Normentwurfes nicht so ohne Weitere fordern, auch nicht mit dem Argument, er sei schon gültig (was ja nicht der Fall ist) oder er sei dem Stand der Technik besser angepasst (was durchaus der Fall sein könnte). Es empfiehlt sich eine Konsensusbesprechung mit der ÄS Hessen, dem genannten Sachverständigen und – nicht zu vergessen – mit der zuständigen Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Joachim Wickers schrieb am 02.06.2017 - 10:09 Uhr:
Frage:2921 BETREFF: Wer ist StrSchBeauftragter
Die BezReg kündigt eine Besichtigung des LHK-Labors an. Wer ist der verantwortliche StrSchB für dieses Gerät? Hintergrund: Es wurden mehrere StrSchB im Haus benannt mit pauschaler gegenseitiger Vertretung - Das Gerät wird überwiegend kardioligisch genutzt, Assistenzpersonal untersteht der Kardiologie und versieht die Qualitätssicherung für dieses Gerät - Chirurgen, Internisten und Radiologen nutzen das Gerät dazu selten, haben keine eigene MTRAs dort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wickers, wir schaffen es ja in den meisten Fällen, die uns gestellten Fragen ganz oder zumindest in Teilbereichen zu beantworten. Zu der von Ihnen gestellten Frage, wer ´verantwortlicher´ Strahlenschutzbeauftragter für die Röntgeneinrichtung im LHK-Labor Ihrer Klinik ist, müssen wir allerdings passen. Denn um diese Frage zu beantworten, müssten wir die Strahlenschutzorganisation Ihres Hauses, die Bestellungsschreiben einschließlich der innerbetrieblichen Entscheidungsbereiche und der Befugnisse der bestellten Strahlenschutzbeauftragten kennen und bewerten. Dies steht dem Forum RöV aber nicht zu und würde dieses wahrscheinlich auch kapazitätsmäßig überfordern. Die Antwort auf Ihre Frage müsste nach unserer Meinung aber der Strahlenschutzverantwortliche des Hauses geben können, der bestimmt die Bestellung der Strahlenschutzbeauftragten vorgenommen und dabei die innerbetrieblichen Entscheidungsbereiche (einschließlich der Vertretungsmodalitäten) und die Befugnisse der einzelnen Personen festgelegt hat. Daneben liegen sicherlich auch bei der zuständigen Aufsichtsbehörde (in Ihrem Fall wohl bei der Bezirksregierung) diesbezügliche Informationen vor, da die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten oder deren Abberufung der Aufsichtsbehörde unter Angabe der Aufgaben und Befugnisse mitzuteilen ist (vgl. Paragraph 13 Abs. 5 RöV). Die Aufsichtsbehörde überprüft i.d.R. auf Grundlage dieser Angaben, ob eine Person die notwendigen Pflichten überhaupt erfüllen kann, um als Strahlenschutzbeauftragte/r im Sinne der Röntgenverordnung tätig sein zu können (vgl. sinngemäß Paragraph 14 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katrin schrieb am 31.05.2017 - 11:50 Uhr:
Frage:2920 BETREFF: DVT Fachkunde
Sehr geehrter Professor Ewen, bedarf die DVT Fachkunde einer separaten Aktualisierung oder ist diese mit der regulären im Strahlenschutz nach RöV abgegolten? Vielen Dank für Ihre Antwort!


1. Antwort: Hallo Katrin, die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz für die Röntgendiagnostik gilt in der Regel für das gesamte Anwendungsgebiet, d.h. in der Humanmedizin für die konventionellen Fachkunden und die Spezialfachkunden wie CT, Interventionen und humanmedizinischer DVT. Vergleichbares gilt für die Zahnmedizin. Hier umfasst die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz auch die konventionelle Fachkunde (Tubus, Panorama, Fernaufnahmen) sowie die Spezialfachkunden wie Handwurzel, Schädel und zahnmedizinische DVT-Fachkunde. Theoretisch könnte eine Aktualisierungsveranstaltung auch auf einzelne Anwendungsgebiete eingeschränkt sein. Dies wäre aber sicherlich eine Ausnahme. Uns sind solche Einschränkungen nicht bekannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marco Mühlmann schrieb am 29.05.2017 - 14:58 Uhr:
Frage:2919 BETREFF: QS-Prüfpunkte Tomosynthese
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, sehr geehrte Forumgemeinde, in der QS-RL findet man in Tabelle 3.5a (Abnahmeprüfung an Geräten zur mammographischen Tomosynthese) unter Nr.5 Festlegung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung unter anderem den Prüfpunkt ´Vertikale Auflösung´. Diese wird allerdings weder als separater Prüfpunkt im Rahmen der Abnahmeprüfung noch als Prüfpunkt in der Konstanzprüfung (Tabelle 3.5b) gefordert. Wozu dann die Festlegung von Bezugswerten? Meines Wissens ist hierfür ja auch ein spezieller Prüfkörper erforderlich. Wer kann mir dies erklären? Vielen Dank hierfür im Voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mühlmann, das hier von Ihnen zu Recht angesprochene Problem ´Vertikale Auflösung´ wird - natürlich neben anderen Punkten - im Rahmen der Normungsarbeit zum Thema ´Qualitätssicherung Tomosynthese´ (Abnahme- und Konstanzprüfung) auch auf der Tagesordnung stehen (Normvorhaben: Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 164: Abnahme. und Konstanzprüfung nach RöV an Röntgeneinrichtungen für mammographische Tomosynthese). Im europäischen Regelungsbereich gibt es Folgendes: Protocol for the Quality Control of the Physical and Technical Aspects of Digital Breast Tomosynthesis Systems (Version 1.01, June 2016). Mir freundlichem Gruß K. Ewen



  Ramona W. schrieb am 25.05.2017 - 18:41 Uhr:
Frage:2918 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Prof. Ewen, Ich bin MTRA in einem kleinen Krankenhaus. Wir röntgen unsere stat. Patienten und erstellen Rö.- Aufn. für amb. Pat. des ebenfalls im Haus ansässigen MVZ als eigenständigem Unternehmen ( hier werden CT- Untersuchungen u. Nuklearmed. angeboten ). Außerhalb der Geschäftszeiten des MVZ sollen die MTRA des Hauses nun Notfalluntersuchungen am CT per Teleradiologie durchführen, obwohl sie dort ansonsten nicht tätig sind, Ist das erlaubt oder Körperverletzung für Patienten wegen fehlender Routine ?


1. Antwort: Hallo Ramona,die organisatorischen Möglichkeiten in der Teleradiologie können sehr komplex sein, so dass die Zulässigkeit bestimmter Untersuchungen und die Tätigkeiten durch qualifiziertes Personal vom genehmigten Einzelfall abhängig sind. Da wir davon ausgehen, dass auch in Ihrem Fall die zuständige Behörde mit der Genehmigung für die Teleradiologie gründlich geprüft hat, wer welche Aufgaben wahrnehmen kann und darf, ist es durchaus vorstellbar, dass eine MTRA auch an einem CT eine Untersuchung technisch durchführt, den sie in der Regelarbeitszeit nicht bedient. Voraussetzung ist natürlich die entsprechende Einweisung, Unterweisung und die organisatorische Einbindung in die Strukturen des Teleradiologiebetreibers. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Marie schrieb am 25.05.2017 - 12:10 Uhr:
Frage:2917 BETREFF: Röntgenanforderung niedergelassener Arzt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite in einem kleinem Krankenhaus ohne einen Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von den angestellten Ärzten mit Fachkunde im RIS gestellt. Ab 01.07.2017 sollen wir Röntgenaufnahmen von einem im Hause neu ansässigen Chirurgen anfertigen. Er hat im Krankenhaus seine eigene Praxis und auch die Fachkunde. Seine Röntgenanforderungen werden direkt an die Konsole des Röntgengerätes geschickt, so das ich als MTRA die rechtfertigende Indikation zu dieser Anforderung nicht lesen kann. Nun die Frage: Muss ich die rechtfertigende Indikation zu einer Röntgenanforderung zwingend kennen? Falls ja, wo steht das? Vielen Dank für Ihre Bemühungen, liebe Grüße von Marie


1. Antwort: Hallo Marie, ausgehend davon, dass der Chirurg mit eigener Praxis im Krankenhaus korrekt in die Strahlenschutzorganisation des Krankenhauses als Betreiber der Röntgeneinrichtungen eingegliedert ist, gilt nach unserer Meinung folgendes: Der im Strahlenschutz fachkundige Chirurg stellt die rechtfertigende Indikation und dokumentiert diese. Für die technische Durchführung, die dann durch Sie erfolgt, teilt er Ihnen die notwendigen Angaben (Durchführungsmethode, ggf. weitere Maßnahmen) schriftlich oder mündlich oder durch Hinweis auf vorliegende Anweisungen mit. Sie haben weder die Aufgabe noch die Pflicht die „rechtfertigende Indikation“ zur Kenntnis zu nehmen oder gar zu prüfen. Diese Regelungen findet man in der RöV in den §§ 23 bis 25, im § 28 und damit zusammenhängend in den Begriffsbestimmungen des § 2. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Reinauer schrieb am 17.05.2017 - 15:23 Uhr:
Frage:2916 BETREFF: Mammographie Schwangerschaft
Sehr geehrte Damen und Herren, ich würde gerne wissen wie hoch das Risiko für genetische Schäden oder das Tumorrisiko im späteren Leben für ein Kind ist, wenn die Mutter bei unbekannter Schwangerschaft im 1. Monat eine Mammographie erhalten hat. Vielen Dank und freundliche Grüsse


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Reinauer, Strahlenrisiken (genetisches Risiko und Tumorrisiko) für ein Kind, dessen Mutter während der Schwangerschaft einer Röntgenuntersuchung unterzogen worden ist, hängen sehr stark davon ab, ob das Untersuchungsgebiet (das sog. Nutzstrahlenfeld) im Uterusbereich gelegen hat oder nicht. Wenn nicht, und das ist bei einer Mammographie immer der Fall, kann das strahlenbedingte Risiko für das Kind als sehr gering eingeschätzt werden. Besonders in der Mammographie kann man davon ausgehen, dass sich relevante Dosiswerte nahezu ausschließlich auf den Brustbereich beziehen und andere Körperabschnitte davon praktisch nicht betroffen sind. Man kann also „Entwarnung“ geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 17.05.2017 - 14:49 Uhr:
Frage:2915 BETREFF: neuer Grenzwert der Augenlinsendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, dass der Grenzwert der Dosis für die Augenlinse mit dem neuen Strahlenschutzgesetz auf 20 mSV herabgesetzt wird, ist mittlerweile vielen strahlenexponierten Mitarbeitern in der Medizin bekannt. Dennoch gibt es viel Unsicherheit über das praktische Vorgehen. Welche praktische Konsequenz hat dies zum Beispiel für die Tätigen im Herzkathater-Labor, in der Nuklearmedizin bei der Verwendung von Betastrahlern wie PET, SIRT, RSO usw. Wer bestimmt die Augenlinsendosis, wie wird diese bestimmt, wer muss ein Dosimeter tragen, wer eine Schutzbrille? Gibt es veröffentlichte Studien /Erhebungen über die Augenlinsendosis der o.g. Tätigen? Ich werde im Internet irgendwie nicht fündig über konkrete Handlungsvorgaben. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, es zeichnet sich ab, dass für radiologische Interventionen (z.B. in der Kardiologie), aber möglicherweise auch für andere Röntgenuntersuchungen mit relativ langen Durchleuchtungszeiten (z.B. Angiographien, kardiologische Untersuchungen, intraoperative Röntgenuntersuchungen), die Einhaltung des neu zu erwartenden Grenzwertes für die Augenlinsendosis von 20 mSv/a ein Problem darstellen wird. In der RöFo 2013 Band 05, Seite 474-481 wurden diesbezügliche Messergebnisse dazu vorgestellt. Man muss damit rechnen, dass bei o.g. Röntgenuntersuchungen und Interventionen dieser neue Grenzwert von 20 mSv/a nur eingehalten werden kann, wenn ein spezieller geräteintegrierter Oberkörperstreustrahlenschutz genutzt und möglichst zusätzlich eine Bleiglasbrille getragen wird. Nach der jetzt geltenden RöV hat der Anwender eine zusätzliche Teilkörperdosimetrie nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV i. V. m. § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV durchzuführen: Für das Tragen eines Teilkörperdosimeters im Zusammenhang mit einer erwarteten Linsenexposition gilt die Forderung, dass dies bei möglicher Überschreitung von 1/10 des betreffenden Grenzwertes (150 mSv/a; siehe § 31a Abs. 2 Nr. 1 RöV), also von 15 mSv/a, zwingend ist. Nach den uns bekannten Größenordnungen der bei o.g. Untersuchungen und Interventionen typischerweise entstehenden Linsendosis kann ein Wert von 15 mSv/a ohne Verwendung von Oberkörperstreustrahlenschutz oder (am besten: und) Bleiglasbrillen in der Regel nicht eingehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass dies für den zukünftigen Grenzwert der Augenlinsendosis von 20 mSv/a auch gelten wird. Entsprechend muss man damit rechnen, dass die Forderung nach Teilkörperdosimetrie schon oberhalb von 2 mSv/a bestehen wird(1/10 von 20 mSv/a) Dieser Grenzwert von 20 mSv/a muss bis 31.12.2018 „umgesetzt“ werden (siehe Artikel 31 des Gesetzesvorhabens). Zu den entsprechenden Verhältnissen bei Arbeitsplätzen in der Nuklearmedizin können wir vom Forum RöV zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Konkretes sagen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Meier schrieb am 17.05.2017 - 12:57 Uhr:
Frage:2914 BETREFF: Bestellung eines Strahlenschutzbeauftragten für die Teleradiologie
Sehr geehrte Damen und Herren Wir wollen in naher Zukunft mit der Teleradiologie starten nun fehlt uns zum Antrag noch ein oder mehrere Strahlenschutzbeauftragten für die Teleradiologie am Ort der technischen Durchführung. Wie viele müssen denn bestimmt werden und warum müssen überhaut die SSB dann auch immer erreichbar sein? Vielen Dank im Vorfeld...


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Meier, unabhängig davon ob eine Röntgeneinrichtung im Rahmen der Teleradiologie oder im Regelbetrieb genutzt wird, schreibt die RöV vor, dass die Leitung und Beaufsichtigung des Betriebs durch einen entsprechend fachkundigen Arzt erfolgen muss. Dieser kann die Aufgabe als sogenannter fachkundiger Strahlenschutzverantwortlicher (z.B. In der eigenen Praxis) oder als Strahlenschutzbeauftragter (z.B. In einer Klinik) wahrnehmen. Diese fachkundige Person hat insbesondere dafür zu sorgen, dass die Schutzvorschriften der RöV eingehalten werden, was bei einem teleradiologischen Betrieb nicht trivial sein dürfte. Daneben muss der fachkundige Strahlenschutzbeauftragte auch korrigierend eingreifen, wenn es zu Probleme, Stör- oder Unfällen kommt. Wieviel Strahlenschutzbeauftragte erforderlich sind, hängt sicherlich von der Betriebszeit ab und sollte mit der zuständigen Aufsichtsbehörde geklärt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 15.05.2017 - 20:57 Uhr:
Frage:2913 BETREFF: Teleradiologie, Befundung und Vier-Augen-Prinzip
Sehr geehrte Damen und Herren, in § 2 Nr. 24 Röntgenverordnung (RöV) ist die Teleradiologie im Sinne dieser Verordnung definiert. Nach § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV muss gewährleistet sein, dass eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1, die sich nicht am Ort der technischen Durchführung der Untersuchung befindet, nach eingehender Beratung mit dem Arzt nach Nummer 3 die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 für die Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen stellt, die Untersuchungsergebnisse befundet und die ärztliche Verantwortung für die Anwendung der Röntgenstrahlung trägt. Fragen: 1) Darf ein weiterer approbierter Arzt an der Befundung mitwirken? a) Wenn ja, auf welche Art und Weise? und b) welche Qualifikation muss der Arzt besitzen? 2) Ist die Kontrolle/Prüfung des während der Teleradiologie erhobenen Befundes zu einem späteren Zeitpunkt rechtskonform? Stichwort “Vier-Augen-Prinzip“, d.h. die Kontrolle/Prüfung findet durch einen Facharzt für Radiologie – auch im Besitz der Fachkunde Rö 1 im Strahlenschutz nach RöV – statt. Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, die Regelungen der RöV zur Teleradiologie dienen dazu, die Verantwortung bei dieser besonderen Art des Untersuchungsverfahrens eindeutig festzulegen. Durch diese Festlegungen in § 3 Abs. 4 Ziffer 1 der RöV wird klar geregelt, dass die rechtfertigende Indikation durch den Teleradiologen mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz erfolgt, dieser auch die Untersuchungsergebnisse befundet und die ärztliche Verantwortung für die gesamte Anwendung der Röntgenstrahlung in diesem Verfahren trägt. Durch diese klaren Festlegungen wird die Möglichkeit der Zweitbefundung durch einen anderen Arzt nicht eingeschränkt, unabhängig davon, wann diese Zweitbefundung erfolgt. Auch verlangt die RöV von einem „Zweitbefunder“ keine spezielle Fachkunde, da die Verantwortung für die Befundung beim Teleradiologen verbleibt. Daher ist es nach unserer Meinung auch nicht richtig, von einer Kontrolle/Überprüfung des während der Teleradiologie erhobenen Befundes zu sprechen, denn wenn ein anderer Arzt kontrollieren und ggf. auch korrigieren könnte/dürfte, dann könnte der Teleradiologe seine nach der RöV erforderliche Verantwortung nicht wirklich wahrnehmen. Allerdings ist es nach unserer Meinung möglich, dass zwei (oder mehrere) Ärzte Befundungsergebnisse (z.B. Erst- und zusätzliche Befundung) abstimmen und das Ergebnisse unter der Verantwortung des Teleradiologen anpasst wird. Insoweit entspricht die Teleradiologie nach der RöV anderen Röntgenuntersuchungen, bei denen auch Zweitmeinungen eingeholt und das Befundungsergebnis ggf. angepasst wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  AFiebig schrieb am 15.05.2017 - 15:47 Uhr:
Frage:2912 BETREFF: DIN Umstellung DVT
Sehr geehrtes Roev-Forum-Team, es gibt im Markt unterschiedliche Aussagen bis wann die Umstellung der DVT Systeme in der Zahnheilkunde auf die DIN6868-161 / DIN6868-15 umgestellt werden muss. Richtig ist, dass dies bis zum Stichtag 31-01-2018 geschehen muss bzw. dies durch die nächste Prüfung des Sachverständigen kontrolliert wird. Nun ist die Frage, wenn der Sachverständige im Jahr 2015 das Gerät nach QS geprüft hat, würde es auch reichen, die Umstellung erst im Jahre 2020 (vor der wiederkehrenden Prüfung) durchzuführen? Oder muss diese zwingend bis zum 31-01-2018 durchgeführt werden. (Unterschiedle Aussagen von Sachverständigen und Behörden) Weiterhin besteht die Frage, wenn DVT Systeme keine DAP Anzeige hat (nach -161 pflicht) was passiert dann genau (CTDI ist vorhanden)? Stilllegung? Grüße AFiebig


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Fiebig, die hier zutreffende Regelung ist eindeutig: Im Abschnitt 4.3 der QS-RL ist festgelegt, dass eine entsprechende ergänzende Abnahmeprüfung (AP) nach DIN 6868-161 bis zum 31.01.2018 durchzuführen ist. Vorbedingung ist das Erscheinen der DIN 6868-15. Das ist im Juni 2015 erfolgt. Die Kontrolle der AP erfolgt erst bei der nächsten wiederkehrenden SV-Prüfung. Die ergänzende AP nach DIN 6868-161 ist aber zwingend bis zum 31.01.2018 vorzunehmen. Im Rahmen der SV-Prüfung wird das Datum der AP vom SV in das Prüfprotokoll eingetragen. Den Prüfbericht erhält auch die Behörde - und wenn diese feststellt, dass die Fristen nicht eingehalten werden bzw. worden sind, kann dies ein Verwaltungsverfahren nach sich ziehen …..man sollte es besser nicht darauf ankommen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Per Schulz schrieb am 10.05.2017 - 17:42 Uhr:
Frage:2911 BETREFF: Kennlinienverhalten bei Durchleuchtung um 70 kV
Sehr geehrter Herr Professor Dr. Ewen, sehr geehrte Foren-Mitbetreuer, ich möchte gerne wissen, warum die automatische Dosisleistungsregelung (ADR) von Röntgendurchleuchtungsgeräten häufig um 70 kV stehen bleibt, um bei zunehmender Schwächung im Nutzstrahlengang zunächst den Röhrenstrom höher zu regeln, bis bei weiterer Schwächungszunahme auch die Hochspannung weiter angehoben wird. Anders formuliert: Warum haben einige Durchleuchtungskennlinien bei ca. 70 kV ein Plateau? Ich danke Ihnen sehr für Ihre Antwort. Per Schulz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schulz, diese Kennlinienform (bei einer Durchleuchtung ADR-bedingte Plateaubildung bevorzugt auf einem Wert der Röhrenspannung um 70 kV und Regelung möglichst nur über die Röhrenstromstärke) kann folgendermaßen erklärt werden: Bei einer Röhrenspannung um 70 kV beträgt die mittlere Energie der Röntgenstrahlung, also dort, wo man ein Maximum der Dosisleistung erwarten kann, etwa bei 30 KeV. Genau bei dieser Energie weist Jod im Energiebereich der Röntgendiagnostik über die sog. K-Kante eine maximale Absorption auf. Der sog. Jod-Kontrast ist somit dort stark ausgeprägt, der dann bei Nutzung von jodhaltigen Kontrastmitteln das Verhältnis von Bildqualität und Dosis um 70 kV besonders günstig gestaltet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas M schrieb am 09.05.2017 - 11:31 Uhr:
Frage:2910 BETREFF: Einweisung in Anlagen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, nach § 18 Abs. 1 RöV ist die Einweisung in die Bedienung von Röntgenanlagen durch eine entsprechend qualifizierte Person vorzunehmen. Es ist ebenso dafür zu sorgen, dass die Ersteinweisung durch den Hersteller erfolgt. In der „Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten“ heißt es unter Punkt 2.1: „ … im weiteren Betrieb können die ersteingewiesenen Personen die Einweisung durchführen.“ Die Ersteinweisung erfolgt durch den Hersteller, die folgenden Einweisungen durch die Ersteingewiesenen. Das ist soweit klar. Sollten diese jedoch z. B. durch Verrentung oder Kündigung nicht mehr im Hause sein, kann die Einweisung auch von einer MTRA oder einem Arzt erfolgen der sich in der Bedienung entsprechend auskennt oder muß in einem solchen Fall der Hersteller geholt werden? Zur Bedienung hätte ich noch eine weitere Frage: Personen, die einfache Röntgenanlagen auf Anordnung des Arztes bedienen, benötigen einen Kenntniskurs (Fachkunde-RL, Punkt 10). Müssen sie ebenso in die Anlage, z.B. C-Bogen, entsprechend eingewiesen werden, auch wenn sie nur auf Anweisung „auf den Knopf drücken“? Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Frage. Mit freundlichen Grüßen Thomas M.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Thomas M., wie Sie richtig ausführen, verlangt die RöV in § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, dass „die beim Betrieb einer Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen anhand einer deutschsprachigen Gebrauchsanweisung durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden und über die Einweisung unverzüglich Aufzeichnungen angefertigt werden“. In Satz 2 wird konkretisiert, „dass die Einweisung nach Satz 1 Nr. 1 bei der ersten Inbetriebnahme durch eine entsprechend qualifizierte Person des Herstellers oder Lieferanten vorgenommen wird“. Zu Folgeeinweisungen trifft die RöV keine Regelungen. Die obersten Bundes- und Landesbehörden haben in einer Richtlinie (Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV; s. Internet) vereinbart, dass Folgeeinweisungen durch „ersteingewiesene“ Personen erfolgen können. Dies macht unseres Erachtens für sogenannte Regeleinweisungen auch viel Sinn, da hierdurch Wissensverluste und Umdeutungen durch die reine Weitergabe von Einweisungen verhindert werden können. Allerdings gehen wir davon aus, dass der Verordnungsgeber in bestimmten Fällen auch andere qualifizierte Personen zur Einweisung zulassen wollte. Ansonsten hätte er die Festlegung, dass Folgeeinweisungen nur durch Personen des Herstellers/Lieferanten oder durch ersteingewiesene Personen erfolgen dürfen, sicherlich in der RöV getroffen. Eine Abweichung von dem Grundsatz der Aufzeichnungsrichtlinie, dass nur ersteingewiesene Personen Folgeeinweisungen durchführen sollen, dürfte unserer Meinung nach in begründeten Fällen möglich sein (z.B. in den von Ihnen beschrieben Fällen). Allerdings meinen wir, dass die Begründung für die Abweichung von der Regel in die Aufzeichnungen aufgenommen und im Einzelfall ggf. auch die zuständige Behörde informiert werden sollte. Zu Ihrer zweiten Frage vertreten wir die Ansicht, dass auch Personen, die auf direkte Anordnung eines fachkundigen Arztes Röntgeneinrichtungen bedienen (vgl. Nr. 6.3 i.V.m. Anlage 10 der Fachkunderichtlinie RöV in der Fassung von 2012), eingewiesen sein müssen. Eine Tätigkeit im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RöV findet auch hier statt. Allerdings kann man nach unserer Auffassung den Umfang der Einweisung an die vorgesehene Tätigkeit anpassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 08.05.2017 - 13:41 Uhr:
Frage:2909 BETREFF: Dosis Unterschiede Mini C-Bogen zum normalen C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Even, gibt es fundierte Ergebnisse / Untersuchungen bezgl. Dosisunterschiede Mini C-Bogen zum normalen C-Bogen bei gleicher Anwendung. MfG Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, es ist nicht üblich, dass ich bei Anfragen im Forum RöV einfach auf das Internet verweise. Aber bei dieser Fragestellung „Dosisunterschiede Mini-C-Bogen – normaler C-Bogen“ bietet sich das wirklich an. Es gibt diesbezügliche Informationen im Internet, die aber zu einem großen Teil herstellerseitig publiziert sind. Dagegen ist nichts zu sagen, aber im Forum RöV dürfen aus naheliegenden Gründen keine Firmen bzw. Hersteller namentlich genannt werden, so dass ich Sie bitten muss, (wie ich in diesem Fall auch) selbst im Internet nachzusehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karin wald schrieb am 07.05.2017 - 15:57 Uhr:
Frage:2908 BETREFF: Bleischürze falsch gehalten
Sehr geehrter Herr Dr. Ewen, ich hoffe sehr Sie können mich beraten, da ich große Angst habe. Mir wurde vor 4 Tagen beim Fussröntgen im Spital (4 Aufnahmen) die Bleischürze von der Assistentin falsch herum in die Hand gelegt. Sie sagte ich solle die Halbschürze verkehrt herum an den Ringen (die sonst um der Hüfte liegen) nur vor meinen Unterleib halten. Das heißt das blaue Futteral war außen mit dem Etikett sichtbar. Sonst sieht man ja die silberne Seite der Bleischürze außen. Jetzt habe ich grosse Angst dass dadurch vermehrt Strahlung abgegeben wurde, der Schutz verrutscht ist oder ich überhaupt keinen Schutz hatte. Was kann jetzt im schlimmsten Fall passieren. Ich hoffe sehr auf Ihre Hilfe.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wald, Sie müssen sich keine Sorgen machen. Extremitäten, also z.B. der Fuß, sind vergleichsweise wenig sensibel, was die Erzeugung möglicher Strahlenwirkungen betrifft. Außerdem wurde der Hüftbereich von einer Strahlenschutzschürze abgedeckt. Auch wenn diese (vielleicht versehentlich) verkehrt herum angelegt worden ist, so wird dadurch deren Schutzwirkung nicht beeinträchtigt. Erst recht kann durch dieses nicht korrekte Anlegen der Schürze die Strahlendosis erhöht worden sein. Es gibt also keinen ´schlimmsten Fall´, den Sie befürchten müssten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 05.05.2017 - 10:28 Uhr:
Frage:2907 BETREFF: Überwachung nach RöV.
Sehr geehrter Herr Prof. Even, in unserer Klinik arbeiten drei niedergelassene Ärzte die eine eigene orthopädische Praxis mit Röntgeneinrichtung führen. Diese drei Ärzte haben einen Teilarbeitsvertrag mit unserer Klinik. Ist die Überwachung nach RöV bzw. Strahlenschutzverordnung von der eigenen Praxis aus zu organisieren oder müssen bzw. kann dieses auch über unsere Klinik geschehen ? Mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, die von Ihnen geschilderte Situation ist organisatorisch nicht ganz einfach. Je nach Formulierung des Vertrages: 1) Für die Tätigkeit in der als ´eigen´ zu bezeichnenden Praxis muss die Überwachung der drei Ärzte im Rahmen der daraus resultierenden ´eigenen Strahlenschutzorganisation´ erfolgen. Dazu gehört ggf. auch die Bereitstellung und Auswertung von Personendosimetern, so überhaupt eine personendosimetrische Überwachung notwendig ist (z.B. bei Durchleuchtung mit einem mobilen C-Bogengerät). Bei einem reinen Aufnahmebetrieb würde diese Überwachung ja entfallen, weil diese Art radiologische Tätigkeit keinen Aufenthalt im Kontrollbereich erfordert. 2) Für die Tätigkeit als ´(teil-)angestellte´ Ärzte in Ihrer Klinik muss diese Überwachung von der Strahlenschutzorganisation Ihrer Klinik initiiert werden. Dazu gehört in der Regel auch die arbeitsplatzbezogene Unterweisung nach § 36 RöV, die Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung(z.B. Schutzkleidung; § 21 Abs. 1 RöV) und ähnliche Maßnahmen. Nach den Regelungen der RöV müsste Ihre Strahlenschutzorganisation (so erforderlich; siehe oben) diesen angestellten Ärzten für eine Tätigkeit im Kontrollbereich auch die notwendigen Personendosimeter zur Verfügung stellen. Ob dies aber Sinn macht, falls die drei Ärzte bereits regelmäßig Dosimeter aufgrund ihrer Tätigkeit aus der eigenen Praxis tragen, muss man hier sicherlich bezweifeln. Es würden ja dann während des selben Zeitraumes zwei Dosimeter von einer Person getragen und man kann sich dabei leicht Verwechselungen oder Fehler bei der Erfassung der gesamten Strahlenexposition vorstellen. Da es sich aber nach RöV um eine rechtliche Pflicht handelt, die ein Strahlenschutzverantwortlicher erfüllen muss, raten wir Ihnen mit der/den zuständigen Aufsichtsbehörde/n abzuklären, ob (pro Person) nur ein Dosimeter in beiden Tätigkeitsbereichen getragen werden darf und es ausreichend wäre, wenn eine regelmäßige gegenseitige Unterrichtung über die festgestellten Dosiswerte erfolgen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Franz Heidgen schrieb am 02.05.2017 - 15:31 Uhr:
Frage:2906 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Sehr geehrter Herr Prof. Even, ist es richtig, dass ein Strahlenschutzbeauftragter zu jeder Zeit, also auch nachts bei Notfällen erreichbar und innerhalb von 15 min. am Untersuchungsplatz sein muss ? Das würde ja bedeuten, dass nicht nur der Chefarzt als Str.Sch.Beauftragter bestellt wäre sondern auch alle Hintergrund diensttuenden (z.B.) Oberärzte !? Eine Überprüfung unseres HKL durch das Amt für Arbeitsschutz argumentiert entsprechend. Vielen Dank für eine Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heidgen, grundsätzlich teilen wir die Auffassung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Immer dann, wenn eine Röntgeneinrichtung betrieben wird, muss ein bestellter Strahlenschutzbeauftragter erreichbar sein, der in einer angemessenen Zeit am Betriebsort sein kann, um dort erforderlichenfalls eingreifen und die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten zu können. Es sind daher ausreichend Strahlenschutzbeauftragte vom Strahlenschutzverantwortlichen zu bestellen. Was eine ´angemessene Zeit´ ist, hängt sicher vom Gefahrenpotential ab und sollte bei Unsicherheiten mit der Aufsichtsbehörde abgesprochen werden. Eine pauschale Festlegung auf maximal 15 Minuten ist uns nicht bekannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke S. schrieb am 02.05.2017 - 10:34 Uhr:
Frage:2905 BETREFF: Ringdosimeter
Guten Tag Prof. Ewen, gibt es eine Vorschrift zum Tragen von Ringdosimetern? Bei welchen Untersuchungsmodalitäten muss ein Ringdosimeter getragen werden? Vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Anke, ja, diese Vorschrift existiert: § 35 Abs. 5 Satz 2 RöV. Näher erläutert wird diese durch eine Richtlinie (Richtlinie für die physikalische Strahlenschutzkontrolle zur Ermittlung der Körperdosen; Teil 1: Ermittlung der Körperdosen bei äußerer Strahlenexposition). In dieser Richtlinie gibt es einen Anhang und in diesem einen Teil B, der unter anderem auch Ihre Anfrage betrifft (Nr. 1.1.3 und Nr. 1.1.4). Diese Dosismessmethode wird mit amtlicher Teilkörperdosimetrie bezeichnet und geschieht in der Regel mit Fingerringdosimetern auf TLD-Basis. Die genannte Richtlinie kann man im Internet aufsuchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Janina R. schrieb am 29.04.2017 - 13:29 Uhr:
Frage:2904 BETREFF: Voraussetzung für arbeiten im Röntgenbereich
Hallo ich arbeite in einem Herzkatheterlabor und soll aufgrund der Strahlenbelastung evtl versetzt werden, da ich 2003 Morbus Hodgkin hatte. Dadurch das ich damals eine Strahlentherapie mit 10 Sitzungen erhalten habe, wird jetzt über den Personalarzt geklärt ob dieser Einsatzort für mich weiterhin in Frage kommt. Ich habe keinerlei Beschwerden seit der Erkrankung und bin gesund, muss ein anderer Einsatzort wirklich sein?Man ist ja dort auch durch eine Bleischürze geschützt und ist deshalb kaum Strahlung ausgesetzt. Bei mir wurden damals Lunge und Milz bestrahlt und diese sind ja durch die Bleischürze abgedeckt. Ich wäre Ihnen dankbar wenn Sie mir zurückschreiben. Mfg


1. Antwort: Hallo Janina, ich teile (rein privat)Ihre Auffassung, dass einer röntgendiagnostischen Tätigkeit, auch im Herzkatheterlabor, an einem (ich unterstelle mal) modernen, digital arbeitenden Untersuchungsgerät und mit Nutzung ordnungsgemäßer Schutzkleidung (Schutzschürze, Schilddrüsenschutz, ggf. Bleiglasbrille) trotz Ihrer strahlentherapeutischen Vorgeschichte nachgegangen werden könnte. Am besten wäre natürlich zusätzlich das Vorhandensein eines am Röntgengerät angebrachten oder in seiner unmittelbaren Nähe vorhandenen Streustrahlenschutzes. Offiziell allerdings muss ich auf § 37 Abs. 1 RöV verweisen, nach dem vor Beginn der Tätigkeit einer beruflich strahlenexponierten Person der Kat. A (und Tätigkeiten im Herzkatheterlabor fallen unter die Kategorie A) von einem ermächtigten Arzt (s. § 41 Abs. 1 Satz 1 RöV)durch Untersuchung festgestellt werden muss, ob dagegen keine Bedenken bestehen. Diese Feststellung muss jährlich durch Untersuchung bzw. Beurteilung seitens eines ermächtigten Arztes bestätigt werden (§ 37 Abs. 2 RöV). Ich würde also meine Kompetenzen überschreiten, wenn ich meiner o.g. privaten Meinung einen offiziellen Charakter verleihen würde, der nur von einem ermächtigten Arzt vertreten werden darf. Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Der Begriff ´Personalarzt´ ist nicht identisch mit dem Begriff ´ermächtigter Arzt´ nach dem Strahlenschutzrecht!



  Silke G. schrieb am 28.04.2017 - 18:37 Uhr:
Frage:2903 BETREFF: Schutzkleidung für Personal
Sehr geehrter Prof.Ewen, bei der Definition der Schutzkleidung für Personal in Durchleuchtungsuntersuchungen heißt es bei der Sachverständigenprüfung: ´...Persönliche Schutzausrüstung für Personen, die sich - auch gelegentlich- im Kontrollbereich aushalten, aureichend vorhanden...´ Die Schutzbrillen und Schürzen müssen aber nicht für jeden Untersucher persönlich vorgehalten werden, z.B. Brillen mit Sehschärfe, eigene Röntgenschürzen für jeden? Ich verstehe das so, dass für das Personal der Durchleuchtung Schürzen in verschiedenen Größen und mehrere Brillen vorgehalten werden müssen. Ist das korrekt? Vielen Dank für Ihre Antwort


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gerard, bezüglich einer persönlichen Zuordnung von Schutzkleidung für einzelne Personen des Personal bei Durchleuchtungsuntersuchungen gibt es keine bestimmte Regelung. Es gilt generell, dass Schutzkleidung in ausreichender Zahl, in geeigneter Form und mängelfrei vorhanden sein muss. Wer dann welches Stück nutzt bzw. trägt und ob es in einer Abteilung eine feste Zuordnung gibt oder nicht, muss vom zuständigen Strahlenschutzbeauftragten festgelegt werden. Ggf. kann sich dieser ja diesbezüglichen Rat von dem Sachverständigen einholen, der die Strahlenschutzprüfungen durchgeführt hat. Eine Ausnahme sehe ich allerdings bei Schutzbrillen mit optischer Sehschärfekorrektur. Ich denke, es müsste klar sein, dass es hier eine personenbezogene Zuordnung geben muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  B.Braun schrieb am 28.04.2017 - 12:01 Uhr:
Frage:2902 BETREFF: Fachkunde für Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, besteht bezüglich der Anforderungen für die Fachkunde im Strahlenschutz bei teleradiologischen Tätigkeiten eine strengere Regelung insofern, dass der Teleradiologe zwingend über die volle Fachkunde verfügen muss? Ist dadurch eine ensprechende Konstellation Assistenzarzt mit unvollständiger Fachkunde + Oberarzt mit voller Fachkunde, wie sie im normalen Dienst häufig praktiziert wird, ausgenommen? Oder gibt es bezüglich der Fachkunde keine grundsätzlich differenten Anforderungen zwischen ´stationärer´ Radiologie und Teleradiologie? Für Ihre Antwort vielen Dank im voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Braun, nach § 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV muss der Teleradiologe über die „volle“ Fachkunde, also einschließlich CT, verfügen (Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 RöV). Er muss aber nicht Chefarzt sein, ein Oberarzt mit „voller“ Fachkunde kann natürlich auch die Funktion eines Teleradiologen übernehmen. Die hierarchische Stellung des betreffenden Arztes spielt hier keine Rolle. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Kirmse schrieb am 27.04.2017 - 17:06 Uhr:
Frage:2901 BETREFF: Abnahme von BAZ Vollschutzgerät durch Sachverständigen nötig?
Hallo, ich habe diese Woche eine umfangreichen Strahlenschutzlehrgang hinter mir und dabei sind nun doch noch ein paar Unklarheiten aufgetreten. Wir vertreiben Röntgenanalgen für die Elektronikfertigung (für Lötstellenkontrolle usw.). Dabei Handelt es sich um Vollschutzgeräte mit BAZ und einer maximalen Röhrenspannung von 160KV. Heute habe ich erfahren, dass es wohl bei Vollschutzgeräten mit BAZ nicht nötig ist, die Anlage nach der Installation und Inbetriebnahme vom Sachverständigen abnehmen zu lassen. Es reicht die Prüfung nach 5 Jahren. Ist dies so richtig oder betrifft dies nur ortsveränderliche Systeme? Unsere Anlagen haben ein Gewicht von ca. 2t und sind fest installiert. Im Anhang eines der Datenblätter. Unsere Vorgehensweise bisher: 1. Anlage aufstellen 2. Installation 3. Inbetriebnahme und Kalibrierung 4. Abnahme durch Sachverständigen 5. Anzeige bei der Behörde mit Abnahmeprotokoll des Sachverständigen und den restlichen Unterlagen. ------------------------------------------------------ Meine zweite Frage betrifft direkt die Installation. Ist es nötig das der Betrieb der Anlage ca. zwei Wochen vor der Installation bei der zuständigen Behörde zur Anzeige gebracht wird oder reicht es, wenn dieses nach der Installation geschieht. Darf mein Kunde dann schon mit der Anlage arbeiten oder benötigt er für den Betrieb den unbedingt sofort den SSB? Laut aussage des Dozenten, können Vollschutzgeräte mit BAZ sofort genutzt werden, theoretisch wäre sogar kein SSB für den Betrieb nötig nötig. So wie ich den Sachverhalt verstanden habe, kann ich bzw. mein Kunde direkt nach der Installation anfangen mit dem System zu arbeiten. Mit freundlichen Grüßen Jan Kirmse
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1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kirmse, ja, es ist richtig, dass ein Vollschutzgerät mit einer nach Anlage 2 Nr. 3 RöV entsprechenden Bauartzulassung (BAZ) nicht vor Inbetriebnahme von einem Sachverständigen überprüft werde muss (das gilt auch für Basis-, Hochschutz- und Schulröntgengeräte), denn es wird bei der Anzeige nach § 4 Abs. 3 RöV keine Übersendung eines Sachverständigenberichtes verlangt, wohl aber 5 Jahre nach der Inbetriebnahme (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV) für alle Röntgeneinrichtungen, also dann auch für ein Vollschutzgerät. Das gilt für stationär und für ortsveränderlich betriebene Einrichtungen. Auch bei einem Vollschutzgerät muss - mit Beifügung des BAZ-Scheins - die Anzeige der Inbetriebnahme mindestens 2 Wochen vor diesem Zeitpunkt erfolgen (§ 4 Abs. 3 Satz 1 RöV). „Sofortige Nutzung“ ist aber, wie bei anderen Röntgeneinrichtung auch, nicht erlaubt. Jedoch ist die Benennung eines Strahlenschutzbeauftragten mit Nachweis seiner Fachkunde im Strahlenschutz nicht erforderlich (§ 4 Abs. 3 Satz 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Buthmann schrieb am 27.04.2017 - 10:26 Uhr:
Frage:2900 BETREFF: DIN 6868-57 / RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die RöV §16 besagt: ´Es ist dafür zu sorgen, dass bei Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen vor der Inbetriebnahme eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchgeführt wird...´ Wie verhält es sich mit Bildwiedergabegeräten, welche zur Befundung von radiologischen Bilddaten genutzt werden und sich nicht in einer Röntgeneinrichtung befinden? Diese befinden sich z.B. auf der Intensivstation. Muss auch hier der Lieferant die Abnahme machen? Bezieht sich der Begriff ´Röntgeneinrichtung´, auf ein im Krankenhaus befindliches radiologisches Institut/Nuklearmedizin/Strahlentherapie oder auf das Krankenhaus selbst, da dort an jeder Stelle es zu einer radiologischen Befundung kommen kann? Ist nicht ein Befunder der nicht selbst Radiologe ist, aber dennoch die Fachkunde für eine radiologische Befundung vorweist, somit ebenfalls als Teil einer Röntgeneinrichtung zu sehen? Vielen Dank S.Buthmann


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Buthmann, nach § 2 Nr. 14 RöV gehören Vorrichtungen zur medizinischen Befundung, also Bildwiedergabegeräte/-systeme (BWG, BWS), mit denen befundet wird, ebenfalls zum Begriff „Röntgeneinrichtung“. Folgerichtig müssen diese nach § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV einer Abnahmeprüfung, und zwar durch Hersteller oder Lieferant, unterzogen werden. Wohl gemerkt, das gilt nur für BWG/BWS, mit denen befundet wird. Reine „Betrachtungsmonitore“ bedürfen keiner Abnahmeprüfung. Es spielt keine Rolle, ob ein derartiges System direkt in eine Röntgeneinrichtung integriert ist oder sich örtlich isoliert, aber datenmäßig mit ihr verbunden z.B. in einem anderen Raum befindet. Wenn damit befundet wird, gilt § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV. Der Begriff „Röntgeneinrichtung“ ist, wie gesagt, als eine rein technische Einrichtung klar definiert (§ 2 Nr. 14 RöV). Er beschreibt keine Organisationsform, wie beispielsweise ein Krankenhaus oder ein radiologisches Institut, und bezieht auch Personen (z.B. „Befunder“) nicht mit ein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  J. Hoffmann schrieb am 24.04.2017 - 13:23 Uhr:
Frage:2899 BETREFF: Strahlenschutzunterweisung
Sehr geehrter Pro Ewen, gibt es Anweisungen bzw ggf Urteile o.ä., in welcher Form die jährliche Strahlenschutz-unterweisung ( bei uns nach RöV ) stattzufinden hat ? In unserem Fall geht es speziell um die Frage, ob diese ´persönlich´ ( d.h. nur in Anwesenheit) der betroffenen Mitarbeiter erfolgen muss oder z.B. elektronisch per Email / Telefonkonferenz o.ä. erfolgen kann bzw. darf. Die MA unserer Firma sind ausschließlich in fremden Anlagen tätig und auf ganz Dtl. verteilt. Vielen Dank J. Hoffmann


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hoffmann, die RöV schreibt in § 36 Abs. 1 die erstmalige und die wiederkehrende Unterweisung für Personen vor, die im Kontrollbereich tätig sind oder die Röntgenstrahlung (auch außerhalb des Kontrollbereiches) anwenden. Nicht festgelegt ist, in welcher Form die Unterweisung erfolgen muss. Obwohl wir vom Team des Forum RöV eine persönliche Unterweisung für sinnvoll halten, da man hier Fragen und Anregungen unmittelbar und abschließend klären kann, sind auch andere Formen (schriftlich, elektronisch, telefonisch o.ä.) nicht ausgeschlossen und in manchen Fällen sogar erforderlich. In allen Fällen ist es aber notwendig, dass über Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisung Aufzeichnungen geführt werden, die von den unterwiesenen Personen zu unterzeichnen sind. Dies gilt auch bei schriftlichen, elektronischen und telefonischen Unterweisungen. Nach unserer Auffassung könnte so eine Unterzeichnung auch qualifiziert elektronisch erfolgen. Dieses sollten Sie aber noch einmal mit der für Ihren Firmensitz zuständigen Aufsichtsbehörde absprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 24.04.2017 - 08:06 Uhr:
Frage:2898 BETREFF: Entwurf SV-RL Zeile 4941 - 4949
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, im Entwurf der SV-RL wird in Zukunft für intraorale Zahnröntgengeräte eine Möglichkeit zur Dosisflächenbestimmung und -anzeige gefordert. M.E. ist eine ( quasi tabellarische ) Ermittlung und Anzeige aus Röhrendaten keine ´Bestimmung´. In der Konsequenz bedeutet das also eine zusätzliche dosimetrische Einrichtung am Strahlerausgang. Ist das wirklich sinnvoll ? Wird angesichts der strahlenbiologisch völlig irrelevanten Dosiswerte hier nicht eine unbegründete Strahlenangst scheinbar fachlich unterstützt? MfG K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, die Prüfposition wird jetzt so formuliert: 2) Für Röntgeneinrichtungen, die ab dem 01.07.2002 [M05H10] erstmalig in Betrieb genommen wurden (s. § 3 Absatz 3 Nummer 2 Buchstabe b RöV): □ Vorrichtungen zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten vorhanden □ Messeinrichtungen oder □ Angabe durch Gerät oder □ nur für erstmalige Inbetriebnahme vor dem [ERSCHEINUNGSDATUM neue SV-RL + 3 Jahre]: Unmittelbare Ermittlung der Strahlenexposition des Patienten auf andere Weise (z. B. Tabellen oder Nomogramme) entf./ja/nein Grundsätzlich gilt, dass die Vorgaben der Röntgenverordnung (siehe oben) umzusetzen sind. Wir haben die Röntgeneinrichtungen mit intraoralem Strahler in den jetzt geltenden Regelungen unberechtigter Weise nicht erfasst. Das muss im Rahmen der Novellierung der SV-RL korrigiert werden. Mit den angegebenen Übergangsregelungen fallen alle Altgeräte unter den Punkt: Unmittelbare Ermittlung der Strahlenexposition des Patienten auf andere Weise …. Neue Geräte mit ERSCHEINUNGSDATUM + 3 Jahre] der SV-RL müssen dann entweder über eine Vorrichtung oder eine Messeinrichtung oder Angabe durch Gerät verfügen. Laut Aussage der Industrie wird bei Neugeräten die Angabe durch das Gerät erfolgen (softwaremäßigen Hinterlegung der Expositionsdaten). Mit freundlichen Grüßen K. Ewen (Tut mir Leid, dass die Formatierung nicht so optimal ist; ging hier nicht anders! Ich hoffe, Sie können trotzdem erkennen, wie diese Regelung zukünftig aussehen soll)



  Heinrich Mertens schrieb am 18.04.2017 - 20:50 Uhr:
Frage:2897 BETREFF: Teleradiologie nach RöV: Abnahmeprüfung Teleradiologiestrecke
Gegeben sei für die Teleradiogie nach RöV (§ 2 Nr. 24 RöV) das folgende Szenario: Mehrere Krankenhäuser übermitteln die Bilddatensätze ihrer Teleradiologien elektronisch von ihrer Röntgeneinrichtung, z.B. einem Computertomographen, an einen Netzknoten; von diesem Netzknoten werden die Bilddatensätze weitergeleitet an eine Bildwiedergabeeinrichtung, an der der Teleradiologe die Bilder befundet. Für jedes Krankenhaus setzt sich seine teleradiologisch genutzte Datenstrecke, also die Strecke von dem Computertomographen bis zu der Bildwiedergabeinrichtung, aus zwei Gruppen von Teildatenstrecken zusammen, nämlich der Teildatenstrecke von jedem einzelnen Computertomographen zu dem einen Netzknoten und die gemeinsame Teildatenstrecke von dem Netzknoten zu der Bildwiedergabeeinrichtung. Vor dem Hintergrund des Abschnittes 6.2 Absatz 3 der Qualitätssicherungs-Richtlinie ergibt sich die Frage: Welche Auswirkungen ergeben sich für spätere Abnahmeprüfungen von teleradiologisch genutzten Datenstrecken in dem o. g. Szenario, wenn für den Antrag des ersten Krankenhauses auf Genehmigung, z.B. dessen Computertomographen zur Teleradiologie zu betreiben, die teleradiologisch genutzte Datenstrecke a) in Gänze oder b) nach den einzelnen Teildatenstrecken getrennt geprüft worden ist? Spätere Abnahmeprüfungen können in dem o. g. Szenario dadurch notwendig werden, dass bei der ersten genehmigten teleradiologisch genutzten Datenstrecke die Teildatenstrecke zwischen einem Krankenhaus und dem Netzknoten oder die Teildatenstrecke zwischen dem Netzknoten und der Bildwiedergabeeinrichtung wesentlich geändert wird oder ein neues Krankenhaus hinzukommt. Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, hier die Antwort auf Ihre Anfrage von einem auf diesem Gebiet sich auskennenden und von mir angesprochenen Kollegen: Im Rahmen der Abnahmeprüfung für das Teleradiologiesystem können Einzelprüfungen für die jeweiligen Teilstrecken erfolgen. Für jedes an das Gesamtsystem angeschlossene Krankenhaus ist aber auch eine Abnahmeprüfung zu einem Heimarbeitsplatz eines Teleradiologen erforderlich. Die Auswahl des Heimarbeitsplatzes eines/des Teleradiologen sollte sich auf die Datenstrecke mit der geringsten Bandbreite beziehen. Mit dieser Maßgabe werden bei einer Erstinstallation oder Änderung des TR-Systems eventuelle Schnittstellenprobleme an den Knotenpunkten erfasst und können ggf. korrigiert werden. Wenn eine wesentliche Änderung an einer Teilstrecke (Krankenhaus – Knotenpunkt) vorgenommen wird, sind somit zwei Abnahmeprüfungen erforderlich (siehe vorher). Wird eine wesentliche Änderung an einer Teilstrecke (Knotenpunkt – Heimarbeitsplatz Teleradiologe) vorgenommen, so ist eine Abnahmeprüfung vom Knotenpunkt zum Heimarbeitsplatz und eine Gesamtprüfung von dem Krankenhaus mit der geringsten Bandbreite der Datenstrecke zum Heimarbeitsplatz des Teleradiologen durchzuführen.In beiden Fällen muss natürlich eine Addition der Teilstreckenzeiten, verglichen mit der Zeit für die Gesamtstrecke < 900 Sekunden, realisiert und jeweils in der gleichen Größenordnung eingestellt sein (Abweichung < 10 %). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sarah Ciensky schrieb am 13.04.2017 - 21:30 Uhr:
Frage:2896 BETREFF: Röntgen Breischluck
Auf dem Röntgen ist meine linke Zwerchfellkuppel sehr unscharf. Nun würde ich gerne wissen, warum es sich laut Radiologen trotzdessen um einen Normalbefund handelt.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ciensky, es handelt sich um sogenannte „Zwerchfellzipfelungen´ oder ´Insertionen“. Diese sind normal. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Franziska schrieb am 13.04.2017 - 17:00 Uhr:
Frage:2895 BETREFF: Bildwiedergabesysteme - Richtline zur Sachverständigenprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Auf Grund des Entwurfs der SV-RL kam in unserem Unternehmen die Frage nach der Umsetzung für Befundungsmonitore auf. Für die Projektionsradiographie werden für die Mindestanforderung bei der Matrix des BWGs >= 1600 x >=1200 gefordert. Wie verhält sich diese Anforderung in Bezug auf die Bildkette? Das Problem entsteht bei der Übertragung der Bilddaten vom Bildverstärker/Flat Panel zum Monitor. Angenommen, der Monitor würde die geforderten Anforderungen erfüllen allerdings die verwendete Kamera im Bildverstärker und der Bildverstärker kann diese Matrix nicht liefern, müssen dann die entsprechenden Kameras auch nachgerüstet werden um die geforderte Matrix am Monitor darstellen zu können? Also die Kameraauflösung auch auf die geforderte Matrix von mind. 1600x1200 angepasst werden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung Mit freundlichen Grüßen Franziska


1. Antwort: Hallo Franziska, die Antwort auf Ihre Frage ist - nach Rücksprache mit einem medizinphysikalischen Kollegen - ganz knapp: Die Festlegung der Matrixgröße bezieht sich nur auf das Bildwiedergabesystem, die Matrixgröße des Detektorsystems bleibt hiervon unberührt. Wichtig ist, dass die Matrixgröße des Bildwiedergabesystems sicherstellen soll, dass eine Eins-zu-Eins-Darstellung der Pixelwerte des Bildempfängersystems auf das Bildwiedergabesystems gewährleistet ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dana Erdmann schrieb am 13.04.2017 - 15:01 Uhr:
Frage:2894 BETREFF: häufiges Röntgen Handgelenk Kind
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mein Kind hatte sich vor 2 Jahren Elle und Speiche über dem Handgelenk gebrochen. Damals war sie gerade 5 Jahre alt. Es wurde innerhalb von 2 Monaten insgesamt 6 Mal (jeweils 2 Ebenen) geröntgt. Also 12 Aufnahmen und eine OP mit Röntgenstrahlung, in der ein Draht ´befestigt´ wurde. Seit zwei Jahren mache ich mir Gedanken wegen der vielen Aufnahmen, von denen 2 sicher nicht hätten sein müssen. Auf Grund ihres jungen Alters und der Häufigkeit, habe ich Angst, dass sie in den Jahren an Krebs erkranken könnte! Wie hoch ist die Dosis bei solchen Aufnahmen und OPs? Hat sie tatsächlich ein so deutlich erhötes Krebsrisiko wie man im Internet mitunter lesen muss? Ich danke für eine realistische Einschätzung Ihrerseits!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Erdmann, bei einer Ausführung dieser Röntgenuntersuchung nach den Regelungen der „Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ bewegt man sich bei Extremitäten-Aufnahmen in einem Bereich der sogenannten effektiven Dosis (diese beschreibt u.a. das Krebsrisiko) von unter 0,1 mSv pro Aufnahme. Die DL-Zeit während einer Spickung ist erfahrungsgemäß nur kurz, so dass auch hier nur von einer ähnlich minimalen Dosis auszugehen ist. Selbst unter der Prämisse, dass bei Röntgenuntersuchungen an Kindern grundsätzlich auf eine besonders strenge Indikationsstellung geachtet werden muss, kann hier vom Standpunkt des Strahlenschutzes und des Strahlenrisikos „Entwarnung“ gegeben werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Beate Sänger schrieb am 13.04.2017 - 12:44 Uhr:
Frage:2893 BETREFF: Dosimetrie Außendienstmitarbeiter
Da sich immer nur die Hälfte der Anfrage abbildet, entnehmen Sie bitte die Komplettfassung dem angefügten Dokument. MfG Beate Sänger
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sänger, wichtig für die Beantwortung der Frage ist, ob sich die betreffenden Mitarbeiter/innen im Kontrollbereich aufhalten müssen oder nicht. Ein Aufenthalt im Kontrollbereich bei chirurgisch-orthopädischen Fragestellungen liegt in der Regel dann vor, wenn (oft mit einem mobilen C-Bogengerät) durchleuchtet wird und dabei sich die besagten Personen in weniger als 4 m Entfernung vom Patienten und Röntgenstrahler aufhalten müssen. Eine Röntgenaufnahme dagegen kann ja aus einer größeren Entfernung oder hinter einer entsprechenden Abschirmung ausgelöst werden, so dass ein Aufenthalt im Kontrollbereich in der Regel nicht notwendig ist. Die Unterscheidung „Aufenthalt des Personals im Kontrollbereich ja oder nein“ ist insofern wichtig, als nach § 35 Abs. 1 Röntgenverordnung (RöV) nur bei „ja“ die Körperdosis ermittelt werden muss, was meistens mittels Personendosimetrie geschieht (§ 35 Abs. 4 RöV). Nicht vergessen, dass bei Aufenthalt im Kontrollbereich Schutzkleidung („persönliche Schutzausrüstung“) zu tragen ist (siehe § 21 Abs. 1 RöV). Diese sollte, und zwar auf Veranlassung der betreffenden Klinik, nach DIN 6857-2 regelmäßig überprüft werden. Wenn im o.g. Sinne ein Aufenthalt von Personal im Kontrollbereich nicht erforderlich sein sollte, ist auch keine Personendosimetrie notwendig. Das gilt im Übrigen auch für schwangere Mitarbeiterinnen. Ob von diesen, sozusagen auf freiwilliger Basis, auch außerhalb des Kontrollbereiches Personendosimeter getragen werden sollten, könnte (ohne Rücksprache mit der zuständigen Behörde) im Rahmen einer hausinternen Absprache geregelt werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen; Dateianhang beachten: http://www.forum-roev.de/upload/2893.pdf



  Christoph Polster schrieb am 12.04.2017 - 15:09 Uhr:
Frage:2889 BETREFF: PSA-Prüfung - Schürzenprüfung - Wer darf es?
Sehr geehrter Prof. Ewen und Forum-RöV-Team, ich bin Diplom-Physiker mit Fachkunde im Strahlenschutz für Medizinphysik-Experten (RöV) und habe eine Frage (eigentlich Fragenkomplex) zum Thema Prüfung der persönlichen Schutzausrüstung PSA („Schürzenprüfung“) wie in der SV-RL gefordert wird und in DIN 6857-2 präzisiert wird. Es gab im Forum schon mehrere Anfragen und Antworten, die ich aber zum Teil widersprüchlich finde und nicht ganz schlau daraus werde. Vorab noch ein Zitat aus dem Ärzteblatt: „Das medizinische Fachpersonal besitzt nicht die Sachkunde für Materialprüfungen gemäß Röntgenverordnung und darf diese nicht selbst durchführen.“ (Dtsch Arztebl 2010; 107(24) - http://www.aerzteblatt.de/archiv/77104 „…Schürzenprüfungen können sowohl vom hauseigenen Personal unter Verantwortung einer im Strahlenschutz fachkundigen Person (Arzt, Physiker, MTRA) als auch im Auftrag von externen Institutionen durchgeführt werden…“ (Antwort auf Frage 2824) „..Sie müssen allerdings nach § 30 Röntgenverordnung über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz für die vorgesehene Anwendung außerhalb der Medizin verfügen…“ (Antwort auf Frage 2563) „…Anders verhält es sich, wenn Sie diese Röntgenprüfungen eigenverantwortlich, d.h. als Dienstleister, durchführen wollen. In diesem Fall müssen Sie die Tätigkeit bei der Zuständigen Behörde anzeigen und mit der Anzeige die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nachweisen. Welche Fachkundegruppe dann erforderlich ist, sollten Sie mit der für Ihren Betriebssitz zuständigen Behörde absprechen…“ (Antwort auf Frage 2563) „…Wenn Sie als externer Dienstleister solche Prüfungen, zu denen i.d.R. auch Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss … Aufgeführt sind die einzelnen Gruppen in der Fachkunderichtlinie Technik nach der RöV. (Antwort auf Frage 2816) Wer darf die Prüfung der PSA durchführen und wer darf beaufsichtigen (Stichwort Fachkunde)? Macht es einen Unterschied ob dabei hausintern geprüft wird oder ob die Prüfung extern erfolgt? Da die Prüfung von PSA mittels Röntgenstrahlung ja keine Strahlung am Menschen angewendet wird (sonstige Fälle §30 RöV), fände ich es logisch wenn die Fachkunde-Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung hier zutreffend ist. Ich danke Ihnen vorab für die Beantwortung meiner Fragen und verbleibe mit besten Grüßen, Christoph Polster


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Polster, zunächst einmal: 1) Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Beantwortungen der zum Thema „Schürzenprüfung nach DIN 6857-2“ an das Forum RöV gestellten Fragen (z.B. die Nrn. 2563, 2816, 2824) „zum Teil widersprüchlich“ sein sollen. 2) Das Zitat aus dem genannten Ärzteblatt weist bestimmte Schwächen auf: „Medizinisches Fachpersonal“ kann (rein formal) keine Sachkunde besitzen, sondern entweder Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz. Es kann weder aus der „Fachkunde-Richtlinie Technik nach der RöV“, noch nach der Fachkunde-Richtlinie Medizin nach der RöV“ abgeleitet werden, dass dieses medizinische Fachpersonal im eigenen Haus und mit eigenen Röntgeneinrichtungen keine Prüfungen an in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung nach DIN 6857-2 durchführen darf. Die dafür notwendigen Voraussetzungen sind im § 30 RöV genannt: Nr. 1 Vorhandensein von erforderlicher Fachkunde im Strahlenschutz (fachkundige Ärzte, MTRA, MPE) oder Nr. 2 Vorhandensein von Kenntnissen im Strahlenschutz und Tätigkeit unter Aufsicht und Verantwortung von unter Nr. 1 genannten Personen. Diese Kenntnisse können auch hausintern vermittelt werden. Für mit eigenem Personal und unter den Bedingungen des § 30 RöV im Haus durchgeführte Schürzenprüfungen ist also eine Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV wegen nicht vorhandener „Geschäftsmäßigkeit“ nicht erforderlich. So viel zu der von einer Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV befreiten Schürzenprüfung. Wird dagegen vom Strahlenschutzverantwortlichen (man kann auch sagen, vom Besitzer der Schutzschürzen) per Auftrag ein externer Prüfer befasst, so wird dieser seine Aufgabe geschäftsmäßig durchführen, und es bedarf seitens dieses Prüfers dann einer Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV bei der zuständigen Behörde mit Nachweis seiner Fachkunde im Strahlenschutz, wenn er das Röntgengeräteequipment seines Kunden für die Röntgenprüfung benutzt. Da für diese Tätigkeit verschiedene Fachkundegruppen von der Behörde akzeptiert werden könnten (z.B. R6.1/6.2 nach der FK-RL Technik RöV), empfehle ich immer, diesbezüglich bei der zuständigen Behörde nachzufragen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der externe Prüfer die Schürzenprüfung nach DIN 6857-2 durchführt, aber das definitive Einschalten der Röntgenstrahlung dem entsprechenden Personal seines Kunden überlässt. In diesem Fall entfällt nach meinem Rechtsverständnis die Anzeige nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV, da seitens des Prüfers das Einschalten der Röntgenstrahlung entfällt und dieses auf das hauseigene Personal übertragen wird. Um sicher zu gehen, sollte ein derartiges „zweigeteiltes“ Vorgehen (Schürzenprüfung durch externen Prüfer einerseits, aber Einschaltung der Röntgenstrahlung durch hauseigenes Personal andererseits) mit der Behörde abgesprochen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan B. schrieb am 10.04.2017 - 21:42 Uhr:
Frage:2888 BETREFF: OPG bei Zahnschmerzen VOR Arztgespräch und VOR klinischer Untersuchung
Sehr geehrter Herr Professor Ewert, ich habe als (Privat)patient eine zahnärztliche Notfallpraxis aufgesucht wegen akuter Zahnschmerzen im rechten Oberkiefer. Nach der Anamnese (per Fragebogen im Wartebereich) und VOR dem ersten Kontakt mit dem Zahnarzt wollte eine Zahnarzthelferin ein OPG anfertigen. Ich habe abgelehnt, da ich zunächst eine klinische Untersuchung erwartete und ggf. anschließend ein bildgebendes Verfahren. Liege ich mit meiner Einschätzung richtig, dass das Vorgehen ´OPG vor klinischer Untersuchung´ nicht dem fachzahnärztlichen Standard entspricht? Und kann bei einem Neupatienten VOR dem Arztkontakt und VOR einer klinischen Untersuchung überhaupt eine rechtfertigende Indikation für ein OPG vorliegen? Herzlichen Dank vorab.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bernhard, wenn man Ihre Frage streng nach der Röntgenverordnung (RöV) beantworten will, und das sollten wir auch tun, dann ist daran zu erinnern, dass bei jeder unmittelbaren Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen von einem Arzt/Zahnarzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz die so genannte rechtfertigende Indikation (Definition: § 2 Nr. 10 RöV) gestellt werden muss (§ 23 Abs. 1 Satz 1 RöV). Diese erfordert die Feststellung, dass der gesundheitliche Nutzen der Strahlenanwendung gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt (Details: siehe § 23 Abs. 1 Satz 2 RöV). Wichtig ist noch, dass der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt/Zahnarzt den Patienten vor Ort persönlich untersuchen können muss - wenn er das möchte (§ 23 Abs. 1 Satz 4 RöV). Aus dem Gesagten muss man den Schluss ziehen, dass die Durchführung einer Röntgenuntersuchung durch eine Assistentin ohne vorher stattgefundenen Kontakt mit einem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt/Zahnarzt dem Tenor der RöV nicht entsprechen kann. Das bloße Ausfüllen eines Anamnese-Fragebogens seitens des Patienten vor der Röntgenuntersuchung kann nach meiner Rechtsauffassung die für die Stellung der rechtfertigenden Indikation notwendige Kommunikation zwischen Patient und Arzt/Zahnarzt nicht in ausreichender Weise ersetzen - und es ist grundsätzlich egal, ob „Neupatient“ oder nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herbert Spanuth schrieb am 08.04.2017 - 15:11 Uhr:
Frage:2887 BETREFF: Fehlbedienung / Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst ein großes Lob für dieses sehr informative Forum. Folgende Frage habe ich an Sie:Beim Ortophäden sollten zwei Röntgenaufnahmen der re. Schulter gemacht werden. Nach Positionierung vor dem Gerät hat das Personal den Raum verlassen und das Gerät ausgelöst. Dieses begann zu arbeiten (ein Rauschen, Licht leuchtete) und nach ca. 30 sek. schaltete sich das Licht welches das Behandlungsfeld markiert einfach ab. Die Artzhelferin war sehr verwirrt und ich sah im Raum mit dem Schaltpult auf dem Bildschirm eine Fehlermeldung. Es stellte sich heraus, dass die Arzthelferin vergessen hatte eine Kassette einzulegen und deshalb das digitale Röntgenbild wohl nicht erstellt werden konnte. Habe ich nun in der o.a. Zeitspanne bis zum Abschalten unkontrolliert Strahlung auf die Schulter bekommen oder kann so etwas gar nicht passieren aufgrund der Fail-Safe bzw. anderer Schutzschaltungen, die hier im Forum ja mehrfach erwähnt werden? Man sagte mir, das Gerät zur Überwachung der Patientendosis (ein separates Display das wohl die Dosis in mGy anzeigt) hätte auch nichts angezeigt und es wäre somit nicht ausgelöst worden. Stimmt das so? Übrigens wurden im Nachgang nach Korrektur mit korrekt eingelegter Kassette dann noch zwei Aufnahmen von der Schulter gemacht, ohne jegliche Verzögerung).Man zeigte mir noch das Protokoll, wo Spalten mit KV66,mAs 7,5 und yGym² 10,88 und bei der zweiten Aufnahme KV66, mAs 14 und yGym² 14,43 aufnotiert wurde. Vielen Dank, beste Grüße, Herbert Spanuth


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Spanuth, zunächst Danke für Ihr Lob zur Tätigkeit des Forum RöV. Dann wollen wir mal sehen, was zu der offensichtlich zunächst missglückten Röntgenuntersuchung Ihrer Schulter zu sagen ist. Zur „Technik“: 1) Das sog. Lichtvisier zur Anzeige des Nutzstrahlenfeldes schaltet sich bei moderneren Röntgeneinrichtungen automatisch aus. 2) Bei Röntgeneinrichtungen mit Belichtungsautomatik (und alle stationären Aufnahmegeräte haben eine Belichtungsautomatik) müssen eine Kassettenabtastung oder Fail-Safe-Schaltung oder andere gleichwertige Maßnahmen vorhanden sein, womit verhindert wird, dass, wie im vorliegenden Fall, eine Aufnahme ausgelöst wird, wenn z.B. das Einlegen der Kassette vergessen worden ist. Diese Vorrichtung (ich nehme an, Kassettenabtastung) hat ja offensichtlich auch funktioniert, da bei dieser Fehlbedienung keine Dosis angezeigt wurde und somit auch keine Strahlenexposition vorhanden war. Das Rauschen kann von der vor Auslösung der Röntgenstrahlung anlaufenden Drehanode verursacht worden sein. Zur Dosis: Die dann bei den mit jeweils korrekt eingelegter Kassette erstellten beiden Röntgenaufnahmen zeigen bezüglich der Untersuchungsparameter (kV, mAs) und der Dosisflächenprodukte normale Werte an. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rene Neumann schrieb am 06.04.2017 - 13:48 Uhr:
Frage:2886 BETREFF: effektive Dosis in mSv
Werter Professor Ewen, bei der Koronarangiografie erhalten wir nach dem Abschluss der Untersuchung einen Dosisbericht mit der Angabe des Flächendosisproduktes und der Luftkerma (z.B. DL-Zeit 2 Minuten, Flächendosisprodukt 516cGy/cm2, Luftkerma 102mGy). Ist es möglich, aus diesen Werten die effektive Dosis des Patienten in mSv zu ermitteln? In der Literatur wird für eine Koronarangiografie eine effektive Dosis von 2 bis 5mSv angegeben. Mit freundlichen Grüßen René Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, im Internet (z.B. Google) findet man bei Eingabe beispielsweise der Begriffe Konversionsfaktor, Dosisflächenprodukt (DFP) und effektive Dosis entsprechende Zahlenangaben, mit denen leicht aus dem DFP die effektive Dosis für verschiedene radiologische Anwendungen (z.B. Röntgendiagnostik) nach folgender Gleichung bestimmt werden können: Effektive Dosis E = Konversionsfaktor f x DFP. Man muss nur ein wenig auf die Konsistenz der Einheiten achten, weil das DFP in dieser Hinsicht nicht einheitlich gehandhabt wird. Ihr Beispiel: Koronarangiographie, DFP = 516 cGy x cm2 (nicht „/“!), f = 0,0025 mSv/(cGy x cm2) als Mittelwert aus verschiedenen Literaturstellen, E = 0,0025 x 516 = 1,3 mSv. Dieser Wert ist für eine Koronarangiographie ziemlich niedrig. Das liegt wohl an dem niedrigen DFP-Wert. In der neusten Ausgabe des BfS zu den diagnostischen Referenzwerten (2016) hat man für diese Untersuchung ein DFP von 2800 cGy x cm2 angegeben, was mit dem hier benutzten Konversionsfaktor zu einer effektiven Dosis von 7 mSv führt. Also liegen wir, von beiden Richtungen aus gesehen, in derselben Größenordnung, die Sie angegeben haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anja K. schrieb am 05.04.2017 - 15:44 Uhr:
Frage:2885 BETREFF: gesetzliche Vorgaben
Sehr geehrter Herr Professor Ewen,ich habe eine Frage bzgl. der gesetzlichen Richtlinien zur Bedienung des C-Bogens. Ich bin ausgebildete MTLA und es wird von meinem Arbeitgeber gewünscht, dass ich in Zukunft, bei Untersuchungen unserer Orthopäden, den C-Bogen bedienen soll.Ich habe bisher keinerlei Ausbildung im Strahlenschutz bzw einen Röntgenschein. Welche Vorgaben gibt es dazu? Viele Grüße Anja K.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kohl, diese Ihnen angetragene Bedienung eines C-Bogengerätes fällt unter den Begriff „technische Durchführung“ (siehe § 2 Nr. 7 RöV). Dazu benötigt eine Person mit Ihrer Ausbildung („erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“) sog. Kenntnisse im Strahlenschutz (siehe § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Wie man diese Kenntnisse erwerben kann, finden Sie in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin und Zahnmedizin vom 22.12.2005, zuletzt geändert in 2012“ (siehe Internet). Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: (1) Kenntnisse zur Bedienung einfacher Röntgeneinrichtungen auf direkte Anweisung eines unmittelbar anwesenden Arztes (Anlage 10 in der Richtlinie; Dauer: 20 Stunden) oder (2) Kenntnisse für die o.g. Ausbildungsgruppe generell in der Röntgendiagnostik (Anlage 8 in der Richtlinie; Dauer: 90 Stunden). Welche Art Kenntnisse, also (1) oder (2), von Ihnen erworben werden soll, müsste von Ihrem Arbeitgeber, ggf. unter Hinzuziehung des zuständigen Strahlenschutzbeauftragten, abgeklärt werden. Ich würde empfehlen, die Kenntnisse (2) anzustreben. Denn damit können Sie, auch für die Zukunft, alle röntgendiagnostischen Bereiche abdecken und damit die Gewichtigkeit Ihres Ausbildungspotenzials erhöhen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Silke G. schrieb am 04.04.2017 - 18:58 Uhr:
Frage:2884 BETREFF: DIN 6857-2 Protokoll
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich habe mir Ihre o.g.Unterlagen zum Download ausgedruckt und festgestellt, dass der Anhang C mit den Prüfungsprotokollen fehlt. Können Sie ein solches Protokoll zur Verfügung stellen? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gerard, aus technischen Gründen kann ich diese Frage nicht im Forum RöV beantworten. Ich schicke Ihnen eine E-Mail in den nächsten Tagen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Marie C. schrieb am 04.04.2017 - 18:42 Uhr:
Frage:2883 BETREFF: Dosimeterpflicht
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir brauchen Ihren geschätzten Rat. Wir arbeiten in unserer chirurgischen Praxis mit einem Schwenkbügelröntgengerät. Das Bedienpersonal verlässt während der Strahlenexposition den Kontrollbereich und befindet sich hinter einer Strahlenschutzwand. Nun taucht regelmäßig die Frage nach der dosimetrischen Überwachung auf. 1. Ist es korrekt, dass in diesem Fall eine dosimetrische Überwachung nicht angezeigt ist und selbst eine schwangere Kollegin die Untersuchungen durchführen darf? 2. In seltenen Fällen helfen Angehörige beim Lagern und Fixieren der Patienten. Ist deren dosimetrische Überwachung notwendig? Vielen Dank für Ihre Hilfe


1. Antwort: Hallo Marie, wenn Sie von einem Schwenkbügelröntgengerät sprechen, dann meinen Sie sicherlich ein Aufnahmegerät und kein Durchleuchtungsgerät. Das heißt, normalerweise ist es nicht erforderlich, dass sich jemand vom Personal während des Einschaltens der Röntgenstrahlung im Röntgenraum aufhalten muss. Ich gehe weiterhin davon aus, dass im Bereich hinter der Strahlenschutzwand kein Kontrollbereich existiert und dass diese Tatsache im Rahmen einer Sachverständigenprüfung festgestellt worden ist. Zur Frage 1: Trifft das oben Gesagte zu, dann ist eine personendosimetrische Überwachung der sich hinter der Wand aufhaltenden Personen nicht erforderlich. Es ist nach § 22 Abs. 1 Nr. 1 RöV (Zutritt zu Überwachungsbereichen) nicht ausgeschlossen, dass auch schwangere Kolleginnen im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV Röntgenuntersuchungen technisch durchführen dürfen (Auslösung der Röntgenaufnahme hinter der Strahlenschutzwand). Damit man dabei auf der sicheren Seite liegt, sollte man bei dem o.g. Sachverständigen nachfragen, ob hinter der Strahlenschutzwand die effektive Dosis nicht größer als 1 mSv im Kalenderjahr sein kann (was ich annehme). Zur Frage 2: Was die Ermittlung der Körperdosis bei sog. helfenden Personen betrifft, so ist diese Dosis vor allem „in seltenen Fällen“ so gering, dass sie von einem Personendosimeter (z.B. einer Filmplakette) nicht erfasst werden kann. Es ist sinnvoll, sich bei Zweifeln, wie verfahren werden soll, an die zuständige Behörde zu wenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lars Schmitz schrieb am 03.04.2017 - 15:34 Uhr:
Frage:2882 BETREFF: Ihre Antwort zur Frage 2858
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bezüglich des Strahlenpasses habe ich folgende Frage: In Ihrer Antwort zur Frage 2858 erwähnen Sie: ´Im Fall der Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen wäre in der Regel kein Strahlenpass erforderlich, wenn diese Tätigkeit bei der Behörde angezeigt wurde.´ Können Sie mir bitte mitteilen wo ich diesen Passus in der RöV finde? Bei der Durchsicht der RöV habe ich im §35, Absatz 2 einen entsprechenden Text gefunden, bin mir aber nicht sicher ob dieser zutrifft. Mit freundlichen Grüßen Lars Schmitz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmitz, der Anwendungsbereich des § 6 RöV umfasst nach § 6 Abs. 1 RöV drei Tätigkeitsgebiete: Nr.1 geschäftsmäßige Prüfung, Erprobung, Wartung oder Instandsetzung einer Röntgeneinrichtung, Nr. 2 Prüfung oder Erprobung im Zusammenhang mit der Herstellung, Nr. 3 Betrieb einer fremden Röntgeneinrichtung, wenn dieser zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 mSv führen kann. Diese Tätigkeiten müssen, von speziellen Ausnahmen abgesehen (z.B. keine Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich), der zuständigen Behörde angezeigt werden. An dieser Stelle der RöV findet man keinen Hinweis, für welche dieser drei Tätigkeitsgebiete das Führen eines Strahlenpasses erforderlich sein muss. Eine diesbezügliche Forderung erscheint erst im § 35 Abs. 2 Satz 1 RöV, und zwar gilt diese nur für das Tätigkeitsgebiet des § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV („Betrieb einer fremden Röntgeneinrichtung“), nicht aber für die Nrn. 1 und 2. Zusammenfassung: § 6 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 RöV fordern eine Anzeige bei der zuständigen Behörde, aber nicht das Führen eines Strahlenpasses. § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV fordert Anzeige und Strahlenpass. Sie hatten also Recht mit Ihrem Hinweis auf § 35 Abs. 2 RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Franziska schrieb am 30.03.2017 - 14:33 Uhr:
Frage:2881 BETREFF: 6868-157 Anwendungsbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Im Bezug auf die 6868-157 trat bei Durchsicht zu Punkt 1 Anwendungsbereich eine Verständnisfrage auf: ´Diese Norm gilt nicht für Bildwiedergabesysteme, welche Bildwiedergabegeräte verwenden, die als Kathodenstrahlröhren oder als am Kopf zu befestigende Geräte ausgeführt sind.´ Auch nach weiterer Recherche wurde mir nicht klar, was mit ´am Kopf zu befestigende Geräte´ gemeint ist. Wie ist diese Formulierung genau definiert und zu verstehen? Vielen Dank für Ihre Unterstützung Mit freundlichen Grüßen Franziska


1. Antwort: Hallo Franziska, man nennt eine derartige Einrichtung Kryptoskop, manchmal auch Fluoroskop. Das Gerät wurde früher (vor Jahrzehnten) zur Sichtbarmachung von Röntgendurchleuchtungsbildern eingesetzt und es ist seit entsprechend langer Zeit zum Wohle des Patienten und des radiologisch tätigen Arztes aus strahlenhygienischen und bildqualitätstechnischen Gründen verboten (siehe unter anderem: § 26 RöV). Es besteht aus einem Leuchtschirm, auf dem das Röntgenbild entsteht, der in einen lichtdichten Kasten eingebracht ist, und einer Einblickeinrichtung, über die das Bild dann betrachtet werden kann. Diese Konstruktion wurde bei Gebrauch, also bei Durchleuchtungsuntersuchungen, mit Gurten an dem Kopf des untersuchenden Arztes befestigt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jessica schrieb am 28.03.2017 - 20:36 Uhr:
Frage:2880 BETREFF: MFA mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz
Sehr geehrte Damen und Herren, Röntgen und CT ist auch an eine MFA delegierbar - aber nur unter ständiger ärztlicher Aufsicht. Was bedeutet das genau? Reicht es aus wenn der Radiologe im Haus ist oder sollte er ständig bei der Ausführung neben der MFA stehen? Vielen Dank für die Auskunft! Mit freundlichen Grüßen Jessica


1. Antwort: Hallo Jessica, die sog. ständige Aufsicht und Verantwortung seitens eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes z.B. nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV wird in den einzelnen Bundesländern nicht exakt identisch interpretiert. Aber im Wesentlichen wird gefordert, dass sich der/die betreffende Arzt/Ärztin bei Praxisbetrieb in den Praxisräumen und bei Krankenhausbetrieb auf dem Klinikgelände aufhalten muss. Keineswegs wird diese ärztliche Aufsicht so verstanden, dass man bei der technischen Durchführung sozusagen ständig neben der diese Arbeit ausführenden MFA stehen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Henrik Ullrich schrieb am 24.03.2017 - 08:34 Uhr:
Frage:2879 BETREFF: Strahlerposition C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Entschuldigung für die unklaren Formulierungen. Schlicht ausgedrückt geht es darum, ob eine Über-Tisch-Positionierung des Röntgenstrahlers bei Nutzung des C-Bogens im OP zu rechtfertigen ist. Mit freundlichen Grüßen H. Ullrich


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ullrich, Über-Tisch-(Strahler)Positionierungen haben vom Standpunkt des Strahlenschutzes zwei Nachteile: 1) Bei ´Obertisch´ ist die Streustrahlendosis, die vor allem den oberen Abdomenbereich des Untersuchers trifft, deutlich höher als bei ´Untertisch´ (etwa 2 bis 4 mal). 2) Kommt die Hand des Untersuchers in die Nutzstrahlung (was man ja im OP nie ausschließen kann), dann befindet sich die Hand bei ´Obertisch´ in der ungeschwächten Nutzstrahlung (sehr hohe Dosis!), bei ´Untertisch´ dagegen in der vom Patienten geschwächten Nutzstrahlung (viel niedrigere Dosis!). Deshalb, wenn immer möglich, die Untertisch-Positionierung anstreben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Henrik Ullrich schrieb am 23.03.2017 - 10:07 Uhr:
Frage:2878 BETREFF: Strahlerposition C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die Beantwortung der Frage 2874. Ein weiterer häufiger Streitpunkt in unserer Arbeit bezieht sich auf die Positionierung des Strahlers eines C-Bogens. Ist es erlaubt, dass intraoperativ der Strahler über dem Patienten positioniert wird (z.B. bei der operativen Versorgung einer Schulterfraktur), um einen besseren Zugang zum OP-Gebiet zu ermöglichen. Ich bin der Meinung, dass dies grundsätzlich nicht mehr gestattet ist, aufgrund der deutlichen Mehrbelastung des Personals durch Streustrahlung. MFG H. Ullrich


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ullrich, Ihre Frage wird von uns nicht ganz verstanden. Dafür benutzt man doch das C-Bogengerät, um die OP technisch besser durchführen zu können. Oder meinen Sie, dass bei der Schulter transthoracal durchleuchtet werden soll? Aber diese Strahlrichtung muss aus Strahlenschutzgründen als obsolet beurteilt werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Barbara Winkel schrieb am 20.03.2017 - 18:03 Uhr:
Frage:2876 BETREFF: Mammographie Screening von MFA erlaubt?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist das Einstellen von einer MFA unter Aufsicht einer MTA/R beim Mammographie-Sreening erlaubt???


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Winkel, die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung im Rahmen von freiwilligen Röntgenreihenuntersuchungen (Screening) durch eine Person nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV (z.B. MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz) ist ausgeschlossen, wenn sich keine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 RöV (Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz) in unmittelbarer Nähe befindet, um die ständige Aufsicht wahrzunehmen. Diese klare Regelung ergibt sich aus dem § 3 Abs. 4a Nr. 4 Buchstabe a der RöV. Die Aufsicht durch eine MTRA über Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz ist grundsätzlich nicht zulässig. Dem stehen auch die Vorschriften nach dem MTA-Gesetz für sogenannte ´vorbehaltene Tätigkeiten´ entgegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schell schrieb am 20.03.2017 - 14:10 Uhr:
Frage:2875 BETREFF: HWS ap nach Gutmann
Sehr geehrte Herr Prof. Ewen, mein Name ist Corinna Schell und ich arbeite als einzige MTRA in einer orthopädischen Praxis. Ein externer Arzt fordert seit Jahren die HWS Aufnahme nach Gutmann an. Schon immer zentrierte ich wie es bei einer HWS-Standardaufnahme gefordert wird (nicht nach Gutmann)-> Mitte HWS. Oberer Zentrierungsrand ist der untere knöcherne Rand der Orbita. Jetzt moniert er die Aufnahmen. Er möchte die Zentrierung wie die Aufnahme nach Gutmann es fordert. Bei der Einstellung dieser Aufnahme wird der ZS um ca. 15° Grad caudo-cranial geführt. Die Zentrierung liegt im ´geöffneten Mund´ (= obere HWS)Das Problem: Um die gesamte HWS ablichten zu können, muss in der Längsachse soweit aufgeblendet werden, dass die Linsen komplett im Nutzstrahlenfeld liegen. Meine Fragen: 1. Darf ich das so ausführen? 2. Oder empfiehlt sich eine Zielaufnahme der ersten drei Halswirbel (Vermeidung der Strahlendivergenz) und eine komplette HWS Aufanhme im ap Strahlengang, um die Linsen nur im Streustrahlenbereich zu wissen und somit zu schonen? 3. Oder sind zwei Aufnahmen übertrieben und bewirken keine Linsenschonung? Dr. med. G. Gutmann lebte von 1911-1990. Ich vermute, dass seine Einstelltechnik nicht dem heutigen Strahlenschutzstandard genügt. Bin mir nicht sicher, ob der Nutzen der Aufnahme die Strahlenbelastung an den Linsen rechtfertigt, oder ob dies zu vernachlässigen ist. Das Hauptaugenmerk liegt bei dieser Aufnahme auf die Atlanto-Okzipital-Gelenke, der Schädelbasisstruktur mit den Kondylenpfeilern, sowie des Mastoids und dem Oberkiefer. Nebenbefundlich die Gesamtachse der HWS.Vielleicht mache ich aus einer Mücke einen Elefanten. Die Aufnahmen werden jedoch bevorzugt bei Kindern und jungen Erwachsenen durchgeführt. Sollten Sie noch weitere Informationen benötigen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Corinna Schell


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schell, hier die Meinung meines radiologischen Kollegen: Die Anfertigung von HWS-Aufnahmen nach Gutmann erfolgt hauptsächlich im Rahmen der KISS-Abklärung („Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung“). Wird das KISS-Syndrom im Säuglingsalter nicht behandelt, soll als Folgeerscheinung das sogenannte KIDD-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnasie) auftreten können. Vor der Behandlung sind umfangreiche Voruntersuchungen notwendig, zu der auch die Röntgenaufnahme der HWS nach Gutmann gehören könnte. Problem ist, dass die Existenz des KISS-Syndroms von der evidenzbasierten Medizin abgelehnt wird. Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob vor einer manuellen Therapie, die beim KISS-Syndrom angewendet wird, eine vorherige Röntgenaufnahme zum Ausschluss anderer Pathologien notwendig ist. Eine modifizierte HWS-Untersuchung nach Gutmann mit Darstellung strahlensensibler Bereiche ist aus Strahlenschutzgründen abzulehnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Ullrich schrieb am 20.03.2017 - 09:43 Uhr:
Frage:2874 BETREFF: Vergleichsaufnahmen in der Traumatologie udn Orthopädie
Es gehört zu den Standardsätzen in Strahlenschutzkursen, dass Seitenvergleichsaufnahmen von Gelenken oder knöchernen Strukturen (insbesondere bei Kindern) obsolet sind. Schaut man sich Leitlinien an (z.B. zur Diagnostik von Humeruskopfverletzungen bei Kindern) wird auf Vergleichsaufnahmen verwiesen. Im praktische Alltag resultiert ein ständiges Tauziehen, bei dem der Strahlenschutz (bzw. die mahnende MTRA) unterliegt Was ist nun bindend und wie können wir uns im fortwährenden Streit zwischen Strahlenschutz einerseits und geforderter Diagnostik anderseits sachlich richtig und fundiert verhalten. Über weiterführende Hinweise (Literatur) wäre ich sehr dankbar.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Ullrich, hier eine Antwort meines radiologischen Kollegen: Die Skelettdiagnostik im Kindes- und Jugendalter erfordert eine eingehende Erfahrung, da das wachsende Skelett mit seinen Knochenkernen und Aufhellungslinien den Unerfahreneren - auch unter Hinzuziehung entsprechender Literatur - oft überfordert. Bei Vorliegen diesbezüglicher Erfahrung kann eine Vergleichsaufnahme der Gegenseite durchaus sinnvoll sein. Eine generelle Anfertigung von Vergleichsaufnahmen ist jedoch aus Sicht des Strahlenschutzes nicht gerechtfertigt. Auch darf eine Vergleichsaufnahme nur nach Beurteilung der Primäraufnahme angefertigt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Raschke schrieb am 18.03.2017 - 13:09 Uhr:
Frage:2873 BETREFF: Kenntnisbescheinigung
Hallo, ich, eine MFA, habe im 06/05 einen 120stündigen Strahlenschutzkurs absolviert und dann jeweils nach 5 Jahren eine Aktualisierung absolviert. Jetzt das Problem: Ich habe erst vor kurzen davon Erfahren das man eine Kenntnisbescheinigung beantragen muss! Habe das dann natürlich nachgeholt und eine Absage von der Ärztekammer bekommen weil ich das hätte innerhalb von 5 Jahren hätte machen müssen. Davon leider aber bei Absolvierung der Prüfung überhaupt nicht informiert worden bin. Auch ist die erste Aktualisierung 11 Tage zu spät gewesen, wobei ich auch nur darüber informiert worden bin, das dieses immer im selben Jahr gemacht werden muss und nicht bis auf den Tag passen muss. Ich bin total schockiert und soll alles nochmal neu machen! Kann man da noch was machen ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Raschke, wir haben uns Ihre Darstellung angesehen und müssen zuerst einmal feststellen, dass die zuständige Ärztekammer formal wohl richtig mit Ihrer Entscheidung liegt. Was nach unserer Meinung an dieser Stelle bleibt, ist die Möglichkeit, mit der zuständigen Ärztekammer und auch der zuständigen Strahlenschutzbehörde über eine Kulanzregelung zu sprechen. Ein Begründung für eine mögliche Kulanzregelung ist, dass die RöV zwar seit vielen Jahren (in der aktuellen Fassung seit dem 1. Juli 2002) festlegt, dass die Kenntnisse im Strahlenschutz als erworben gelten, wenn die zuständige Stelle dies geprüft und bescheinigt hat. Dies ist in § 18a Abs. 3 Satz 2 RöV durch einen Verweis auf § 18a Abs. 1 Satz 3 RöV so bestimmt. Allerdings wurde diese Regelung mindestens bis zum Jahr 2011 nicht in allen Bundesländern so konsequent gehandhabt. Es gab einige Bundesländer, die das Zeugnis über den erfolgreichen Besuch eines entsprechenden Kurses zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz (für Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung) als Bescheinigung über die vorhandenen Kenntnisse im Strahlenschutz nach der RöV akzeptiert und eine weitere besondere Kenntnisbescheinigung durch die Ärztekammer nicht erteilt haben. Dieses unterschiedliche Vorgehen in den Bundesländern sorgte zum Teil für Verwirrungen bei Kursveranstaltern und zuständigen Stellen, so dass grundsätzlich erforderliche Hinweise auf die Notwendigkeit von Bescheinigungen durch die Ärztekammern (oder Behörden) gar nicht oder falsch gegeben wurden. So etwas scheint uns in dem von Ihnen beschriebenen Fall auch möglich zu sein. Erst mit der Überarbeitung der RöV im Jahr 2011 wurde von den Bundesländern auch ein einheitliches Vorgehen bei der Bescheinigung der Kenntnisse im Strahlenschutz vereinbart. Allerdings wurden Personen, die die Kurse im Vorfeld abgeschlossen hatten, hierauf in der Regel nicht mehr hingewiesen. Es bleibt uns nur die Empfehlung an Sie, mit diesem Wissen noch einmal mit der zuständigen Ärztekammer zu sprechen und eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. Sie weisen in Ihrem Beitrag auch darauf hin, dass Sie an dem ersten Aktualisierungskurs 11 Tage zu spät teilgenommen haben. Diese Fristüberschreitung bedeutete unter der angenommenen Voraussetzung, dass Sie über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügten, sicherlich einen zeitweise vorhandenen (formalen) Mangel. Dies heißt aber keinesfalls, dass die Kenntnisse im Strahlenschutz seit dem nicht mehr vorhanden waren bzw. sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ymeraj schrieb am 10.03.2017 - 16:26 Uhr:
Frage:2872 BETREFF: Bleischürze beim OPG Zahnbehandlung
Sehr geehrter Herr, Sehr geehrte Frau, ich war vor zwei Tagen beim Zahnarzt für eine Routine Kontrolle. Dabei wurden mir auch zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Eine opg, wo man den ganzen Mund sehen konnte und anschließend auf dem Monitor direkt die Ergebnisse zu sehen waren. Zusätzlich wurden mir auch zwei seitlichen aufnahmen gemacht, um die Zahn zwischen räume (hoch auflösender) zu sehen. Beim OPG wurde mir keine Bleischürze angelegt. Als ich fragte wieso, wurde mir Erklärt, dass es nicht Notwendig sei und dass die sogar eine negative Wirkung haben könnte. Bei der seitlichen Aufnahmen dann habe ich einen kinschutz bekommen. Ich würde gerne wissen, ob die Ärztin richtig gehandelt hat und ob ich mir Gedanken machen muss, wegen eine zu hohe Strahlendosis bekommen zu haben. Nach lange Recherche in Internet und nach dem lesen verschiedene Foren bin ich zu keine brauchbare Antwort gestoßen. Vielen dank im voraus und schönes Wochenende wünsche ich Ihnen. Mit freundlichen Grüßen Juri Ymeraj


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ymeraj, der Nutzen von Patientenschutzkleidung bei Panoramaschichtaufnahmen (Patientenschutzschürze, am Hals abschließend und den Rücken schützend) wird immer wieder diskutiert – auch bei Strahlenschutzexperten. Das liegt daran, dass die Abschirmung der vom Nutzstrahlenfeld (im Kopfbereich) ausgehenden, den Rumpf des Patienten exponierenden Streustrahlung als nicht besonders effektiv eingeschätzt wird. Das mag auch der Grund sein, warum z.B. im Internet die Informationen zu dieser Thematik sehr spärlich sind. Unsere Meinung ist, die o.g. Schutzschürze zu nutzen – schaden kann sie, im Gegensatz zur Auffassung der betreffenden Zahnärztin, nicht. Noch ein Wort zur Strahlendosis: Diese ist in der zahnmedizinischen Radiologie, vergleichsweise zu anderen Röntgenuntersuchungen, niedrig und gibt keinen Anlass zur Sorge – ob mit oder ohne Schürze. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andrea Winter schrieb am 09.03.2017 - 22:14 Uhr:
Frage:2871 BETREFF: RöntgenschüRezension?
Guten Abend, in unserem Haus gibt es in der OP Abteilung leider ausschließlich Röntgenschürzen ohne Rückenschutz. Weder Rundumschürzen noch 2-teilige Schürzen. Heute wurde mir von einem Außendienstmitarbeiter einer Firma für Medizinprodukte mitgeteilt, dass bei der Arbeit mit dem C-Bogen nur noch Rundumschürzen erlaubt sind. Ist das Richtig? Gibt es da eine Quelle die ich angeben könnte beim Versuch wenigstens einen Saal mit Rundumschürzen ausstatten zu lassen? Vielen Dank, Andrea Winter


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Winter, Röntgeneinrichtungen, also auch die im OP eingesetzten mobilen C-Bogengeräte, müssen im Auftrag des Betreibers vor ihrer Inbetriebnahme und danach alle 5 Jahre von einem behördlich bestimmten Sachverständigen strahlenschutztechnisch geprüft werden. Dazu existiert eine Richtlinie (Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL; im Internet einsehbar), nach der die Sachverständigen bei ihrer Prüfung vorgehen müssen. Die SV-RL enthält Checklisten, so auch für die Prüfung von mobilen-C-Bogengeräten, mit diversen Prüfpositionen, die vom Sachverständigen abzuarbeiten sind. Unter anderem gibt es auch die Prüfposition mit der Nummer 04E01, nach der das Vorhandensein von sog. Persönlicher Schutzausrüstung (PSA), also von Schutzschürzen für das sich im Kontrollbereich aufhaltende Personal, überprüft werden muss. Die Prüfposition 04E01 enthält auch einen Hinweis auf eine Norm (DIN 6815), in der die Art der zu benutzenden Schutzkleidung in einer Tabelle (Tab. A.1) näher beschrieben wird. Die Begriffe „leichte“ bzw. „schwere“ sowie „geschlossene“ Schürze sind in der DIN EN 61331-3 (dort in den Abschnitten „5.2 Ausführung“ und „5.3 Materialien“ genau spezifiziert (u.a. mit Angaben der Bleigleichwerte). Fazit: Standard-Schürze nach Norm bei intraoperativen Röntgenuntersuchungen ist die „leichte Schürze“ (Bleigleichwert ≥ 0,25 mm). Oft findet man dort auch die Nutzung der „schweren Schürze“ (Bleigleichwert vorderer Teil: ≥ 0,35 mm). Die Tab. A.1 der DIN 6815 erwähnt für den OP-Bereich auch die leichte geschlossene Schürze („Rundumschürze“), aber mit der Fußnote a („untersuchungsabhängig“). Wir können also keineswegs bestätigen, dass auf der Grundlage von Sachverständigenprüfungen im OP-Bereich nur noch „Rundumschürzen“ erlaubt seien. In Zweifelsfällen empfiehlt sich in jedem Fall eine Rücksprache mit dem von dem betreffenden Haus beauftragten Sachverständigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 09.03.2017 - 09:48 Uhr:
Frage:2870 BETREFF: IGeL Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es rechtsverbindliche Aussagen bezüglich des ´grauen Mammographie-Screenings´? Nach meiner Auffassung darf eine Mammographie entweder nach den Vorgaben im Rahmen des Screening-Programms oder nach der Stellung der rechtfertigenden Indikation durch den fachkundigen Arzt durchgeführt werden. Eine Mammographie als IGeL - Leistung ist für mich demnach nicht im Sinne der RöV. Trotzdem werben Ärzte in Praxen und auf ihre Websites damit, (und schreiben auch, dass die die IGeL- Mammographie auf der Basis der RöV beruh...) was mich doch sehr wundert, denn hier entscheidet die Patientin (nach einer Beeinflussung des Arztes...), ob sie eine Mammographie machen lässt oder nicht. Vielen Dank und mit den besten Grüßen, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, wir teilen Ihre Auffassung in Bezug auf das graue Screening und dem Anbieten von IGEL-Leistungen in der Mammographie. Nach der RöV ist eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms oder nach heilkundlichen Grundsätzen bei einer ärztlichen Fragestellung mit rechtfertigender Indikation nach Paragraph 23 RöV zulässig. Ein Angebot, eine IGEL-Leistung durchzuführen, zeigt unseres Erachtens schon, dass es sich nicht um eine heilkundliche Untersuchung mit spezieller ärztlicher Fragestellung handeln kann. Denn, wenn die betroffene Frau die Untersuchung nicht privat bezahlen möchte, wird sie auch nicht erfolgen. Bei einer heilkundlichen Untersuchung dagegen würde diese nach einer entsprechenden rechtfertigenden Indikation durchgeführt und mit der GKV oder PKV seriös abgerechnet. Nach unserem Verständnis handelt es sich bei diesen IGEL-Angeboten um „individuelle Vorsorge“, die mindestens zurzeit nach der RöV nicht zulässig ist. Es ist in der Tat sehr schwer, diese Praxis an den oben geschilderten Regelungsumfang der RöV anzupassen. Aus unserer Sicht bleibt nur die Möglichkeit, die zuständige Aufsichtsbehörde zu informieren und ggf. später noch einmal nachzufragen, ob man dort diesbezüglich etwas Positives hat erreichen können. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Peter schrieb am 08.03.2017 - 07:30 Uhr:
Frage:2869 BETREFF: Prüfung von Schutzkleidung DIN 6857-2
Sehr geehrte Damen und Herren, in o.g. Norm wird immer von ´Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung´ geschrieben; wie verhält es sich dann bei Röntgenschürzen, die in der Industrie zum Schutze der Mitarbeiter bei techn. Arbeiten an C-Bögen (Reparatur/Justage/Prüfung) verwendet werden. Hier ist es ja genaugenommen keine medizinische Anwendung. Dass es hier genau so angebracht ist die Schutzkleidung zu prüfen steht ausser Frage; jedoch würde mich interessieren ob da genau so ein ´muss´ dahinter steht oder ob es ggf. für industrielle Anwendung auch eine andere Norm dafür gibt. Danke für die Info! Peter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schäfer, grundsätzlich steht hinter keiner Norm ein gesetzliches ´Muss´. Aber man ist gut beraten, bei der Frage nach Einhaltung des Standes der Technik (siehe § 3 Abs. 2 Nr. 5 RöV) sich einer Norm zu bedienen, wie hier der DIN 6857-2 bei der Prüfung von Schutzkleidung in der medizinischen Radiologie (siehe Satz 1 in Kap.1 ´Anwendungsbereich´ der Norm). Ich denke, die Formulierung ´in der medizinischen Radiologie´ lässt genug Spielraum offen, die Nutzung von Schutzkleidung für technische Arbeiten, bei denen, z.B. bei C-Bogengeräten, auch Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss (wenn auch nicht zur Anwendung am Menschen), in den Anwendungsbereich der DIN 6857-2 fallen zu lassen. Es gibt neben der DIN 6957-2 eh keine andere Norm für derartige Qualitätsprüfungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 07.03.2017 - 21:19 Uhr:
Frage:2868 BETREFF: Auslegung von § 28 Abs. 3 Satz 2 und 3 RöV
Sehr geehrte Damen und Herren, zur Auslegung von § 28 Abs. 3 Satz 2 und 3 RöV ´Röntgenbilder und die Aufzeichnungen nach Absatz 1 Satz 2 über Röntgenuntersuchungen sind zehn Jahre lang nach der letzten Untersuchung aufzubewahren. Röntgenbilder und die Aufzeichnungen von Röntgenuntersuchungen einer Person, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, sind bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres dieser Person aufzubewahren.´ habe ich folgende Fragen: 1. Wie ist der Begriff ´letzte Untersuchung“ zu verstehen? a. Bezieht sich ´letzte Untersuchung“ auf die letzte Röntgenuntersuchung ein und derselben Körperregion oder auf die letzte Röntgenuntersuchung des Patienten? b. Was bedeutet ´letzte Untersuchung“, wenn die Körperregion oder der Patient in voneinander unabhängigen Röntgen-Abteilungen untersucht worden ist, da nicht jede einzelne Abteilung zwangsläufig über die Röntgenuntersuchungen der jeweils anderen Abteilungen informiert ist? 2. Wie passen die o. g. Aufbewahrungsfristen mit dem Hinweis auf den § 199 Abs. 2 BGB und auf die Teilnahme am Durchgangsarzt-Verfahren im Kapitel 4.5 der Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV zusammen? a. Können sowohl die Röntgenbilder als auch die Aufzeichnungen nach Vollendung der Aufbewahrungsfrist vernichtet werden oder b. müssen sowohl die Röntgenbilder als auch die Aufzeichnungen nach Vollendung der Aufbewahrungsfrist vernichtet werden? 3. Sind noch weitere Rechtsnormen als die o. g. bezüglich der Aufbewahrungsfristen zu berücksichtigen? 4. Gibt es Vorschriften für die Aufbewahrung oder für die Vernichtung von Röntgenbildern, die einer Röntgen-Abteilung von einer anderen im Rahmen einer Mit-/Weiterbehandlung überlassen worden sind? Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, unsere Antwort zu Ihrer umfangreichen Frage erfolgt unter den Hinweisen, dass es sich hier um die Auffassung der Autoren des Forum RöV handelt und eine rechtliche Verbindlichkeit daraus nicht abgeleitet werden kann. Wenn Sie eine rechtlich verbindliche Aussage hierzu brauchen, empfehlen wir Ihnen die Rücksprache mit der zuständigen Behörde. Zu den Fragen 1a und 1b: Hier ist die letzte Untersuchung innerhalb einer bestimmten Fragestellung gemeint. Wenn zur Abklärung einer bestimmten Fragestellung mehrere Röntgenuntersuchungen oder zu einem späteren Zeitpunkt zu dieser Fragestellung Nachuntersuchungen erforderlich sind, dann bestimmt genau die allerletzte Röntgenuntersuchung in diesem Verfahren den Beginn der Aufbewahrungspflicht. Bei einer neuen Fragestellung ergibt sich ein neues Untersuchungsverfahren mit neuen Fristen. Wenn zwei Abteilungen eines Krankenhauses unabhängig voneinander Röntgenuntersuchungen zu vergleichbaren Fragestellungen durchführen, dann gilt für jede Abteilung, die unabhängig die Untersuchung durchführt, diese Frist. Anders kann es sein, wenn es ergänzende Untersuchungen zu derselben Fragestellung sind. Dann wird in der Regel mit der Abschlussuntersuchung zu dieser Fragestellung auch die Aufbewahrungsfrist für alle zusammenhängenden Untersuchungen beginnen. Zur Frage 2: Die Regelungen der RöV sind unabhängig von anderen Regelungen. Die Richtlinie zu Paragraph 28 RöV führt unter Punkt 4.5 aus, dass andere Aufbewahrungsregelungen unberührt bleiben. Nach den Vorschriften der RöV dürfen die Aufzeichnungen und Bilder/Bilddaten nach Fristablauf vernichtet werden. Andere Vorschriften oder Regelungen muss oder sollte man angemessen berücksichtigen (siehe o.g. Richtlinie). Eine Pflicht zur Vernichtung der Aufzeichnungen/Bilder/Bilddaten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist sieht die RöV nicht vor. Dies wäre im Hinblick auf die Empfehlungen zur längeren Aufbewahrungen nach der Richtlinie auch nicht plausibel. Zur Frage 3: Dem Team des Forums RöV sind außer den von Ihnen genannten Vorschriften keine Regelungen bekannt. Wir empfehlen jedoch die Regelungen zum Medizinprodukterecht und das Patientenrechtegesetz zu prüfen. Zur Frage 4: Normadressaten der RöV sind der Strahlenschutzverantwortliche und die bestellten Strahlenschutzbeauftragten. Sie müssen die Regelungen der RöV zu Aufzeichnungen beachten. Für Dritte (z.B. weiterbehandelnder Arzt, dem eine Kopie überlassen wurde) gibt es solche Vorgaben nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. N. Coban schrieb am 07.03.2017 - 07:42 Uhr:
Frage:2867 BETREFF: Untertischstrahlenschutz C-Bögen bei kardiologischer Device-OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, man hat mir geraten, mich mit der o.g. Problemstellung an Sie zu wenden. Ich bin in dem Krhs. in dem ich arbeite für die Schrittmacher- und ICD-Implantationen verantwortlich. Seit gut einem halben Jahr werden diese OP´s im OP-Trakt durchgeführt (vorher im Herzkatheterlabor mit feststehender Röntgenanlage). Im OP stehen uns C-Bögen zur Verfügung, allerdings ohne Untertischstrahlenschutz. Auf mehrmalige Nachfragen meinerseits an die Geschäftsführung wurde nur mit der TÜV-Abnahme reagiert, in der es heißt, dass mobile C-Bögen keines Untertischschutzes bedürfen. Sicherlich ist das auf die eigentliche Anwendung der C-Bögen zurückzuführen (wie z.B. Röntgenaufnahme auf ITS oder kurzfristige Anwendung in z.B. der Unfallchirurgie zur Überprüfung des eingesetzten Materials). Wenn man nun aber das Einsatzgebiet des C-Bögen auf Device-OP´s erweitert, sollte es doch unerheblich sein, ob es ein mobiler oder feststehender Röntgenstrahler ist, zumal ich bei der Device OP direkt am Röntgenstrahler stehe und keine fundamentalen Unterschiede in der Dosis der Röntgenstrahlung gibt. In den kardiologischen LL sind Untertischstrahlenschutze auch obligat vorgegeben, nur wird hier nicht reagiert weil es sich um mobile C-Bögen handelt. Können Sie mir da weiterhelfen, ob es da eine Handhabe gibt? Ich möchte die Antwort des TÜV und der Geschäftsführung so nicht akzeptieren, da es hier um den obligaten Strahlenschutz geht. Vielen Dank im voraus, mit freundlichen Grüssen, Dr. N. Coban


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Coban, die Antwort auf Ihre Frage muss man aus der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) entnehmen können. Deshalb ist in Ihrem Text ja auch von der „TÜV-Abnahme“ die Rede. Wir haben zurzeit eine etwas komplizierte Situation, was die SV-RL betrifft. Einerseits gilt weiterhin die „alte“ Richtlinie vom 9.1.2009, andererseits ist eine in der Novellierungsphase befindliche „neue“ Fassung der SV-RL in Arbeit, deren Inkrafttreten zeitlich noch ungewiss ist (frühestens Ende 2017). In beiden RL-Fassungen unterscheidet man zwischen stationären sog. kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräten (Berichtsmuster 2.2.3) und mobilen C-Bogengeräten (Berichtsmuster 2.2.4). Mein folgender Text bezieht sich jetzt zunächst nur auf die „alte“ SV-RL, weil diese, wie gesagt, die noch gültige Fassung ist: Im Berichtsmuster 2.2.3 gibt es eine Prüfposition (03E06), die den Streustrahlenschutz fordert. Diese Forderung existiert im Berichtsmuster 2.2.4 (mobile C-Bogengeräte) nicht. Aber in der Übersicht über alle medizinisch orientierte Berichtsmuster (Kapitel 2.2 der SV-RL) findet man unter „2.2.4“ den „Hinweis“, dass unter bestimmten Anwendungen mobiler C-Bogengeräte diese nach Berichtsmuster 2.2.3 zu prüfen sind und somit die Prüfposition (03E06), also der Streustrahlenschutz, dann doch ins Spiel kommen kann. Aber diese „bestimmten“ Anwendungen betreffen nicht die Kardiologie und damit nicht Herzschrittmacher- und ICD-Implantationen. Fazit: Im Rahmen der „alten“, jetzt noch gültigen SV-RL gibt es tatsächlich auf der Basis dieser Richtlinie für kardiologische Anwendungen mit dem mobilen C-Bogengerät keine Forderung nach Streustrahlenschutz im Sinne der Prüfposition (03E06). Die entsprechende Regelung in der neusten Entwurfsfassung der SV-RL ist ähnlich strukturiert: Im Prüfberichtsmuster 2.2.3 wird der Streustrahlenschutz gefordert (Prüfposition M03E06), in Prüfberichtsmuster 2.2.4 nicht. Der bei der Besprechung der „alten“ SV-RL angesprochene „Hinweis“ zum Berichtsmuster 2.2.4 ist in der Entwurfsfassung zwar auch vorhanden, ist aber in entscheidender Weise allgemeiner formuliert: „Bei einem darüber hinausgehenden Anwendungsspektrum ist das Prüfberichtsmuster 2.2.3 anzuwenden.“ Und nichts spricht dagegen, kardiologische Anwendungen (z. B Herzschrittmacher- und ICD-Implantationen) mit in diesen Hinweis einzubeziehen. Das Problem ist nur, dass man diesen Text bisher nur in einer Entwurfsfassung findet. Unsere Empfehlung: Auch in Hinblick auf die Tatsache, dass die Augenlinsen als deutlich strahlensensibler erkannt worden sind als bisher angenommen und deswegen in der neuen Strahlenschutzgesetzgebung der Grenzwert für die Augenlinsen von 150 auf 20 mSv/Jahr (!) reduziert werden wird, sollten mobile C-Bogengeräte, mit denen kardiologische Anwendungen oder ähnlicher Art (siehe Anlage I zur Entwurfsfassung der SV-RL) durchgeführt werden, möglichst frühzeitig und unabhängig vom Zeitpunkt des Inkrafttretens der „neuen“ SV-RL mit einem entsprechenden Streustrahlenschutz ausgerüstet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr Hartmann schrieb am 06.03.2017 - 11:02 Uhr:
Frage:2866 BETREFF: Raumklassen DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen der Umbau unseres Angioraumes( Interventionen) erfordert die Festlegung einer Raumklasse gemäß DIN 6868-157 Bisher war der Raum offensichtl als RK 3 klassifiziert. Wenn ich mir die Definitionen anschaue komme ich zu dem Schluss, dass eigentlich RK2 erforderlich ist. Da sowohl unser Physiker als auch Siemens anderer Auffassung sind, würde ich mich freuen Ihre Meinung zu hören. MfG Hartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, ich habe einige Kollegen, die sich mit den Regelungen der DIN 6868-157 ziemlich gut auskennen, nach ihrer Meinung gefragt. Als Zusammenfassung (einschließlich meiner Meinung dazu) kann man folgendes wiedergeben: Wenn ein BWS trotz eines relativ hellen Raumes (Beleuchtungsstärke ≤ 500 lx) die Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 besteht, wird das erst recht in einem dunkleren Raum (≤ 100 lx) der Fall sein. Man hätte dann auf der Basis der Raumhelligkeit keine Probleme, den Raum als RK3 oder RK2 zu klassifizieren. Jetzt müsste, und zwar auf der Grundlage einer medizinisch-radiologischen Entscheidung, festgelegt werden, ob der geplante Raum zu einer Untersuchung mit sofortiger Befundung (RK2) oder nur zur Führung einer Untersuchung (RK3) dienen soll. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Carsten Horn schrieb am 05.03.2017 - 15:34 Uhr:
Frage:2865 BETREFF: Kontrollbereich Bildwandler
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen wie ist der Kontrollbereich bei einem Bildwandler (oder bei jeder Röntgenanlage in einer Klink) zu verstehen: Auf dem Gerät steht: Kontrollbereich 4m (die Definition des Kontrollbereiches ist mir bekannt). Welche Parameter werden zu Grunde gelegt, wenn man > 6mSv/ Jahr an Dosis abbekommen kann? Oder andersrum gefragt: Welche Betriebszeiten / Einschaltzeiten werden angenommen, um einen Kontrollbereich zu definieren? Es macht nach meinem Verständnis doch einen Unterschied, ob ein Untersucher nur alle paar Tage für ein oder zwei Minuten das Gerät benutzt oder ein Chirurg täglich mehrere Minuten neben dem Gerät steht. Besonders in der interventionellen Radiologie und Angiologie öder im Herzkatheterlabor kommen ja mitunter erhebliche Einschaltzeiten zu Stande. Beste Grüße, C. Horn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horn,es ist richtig, dass die Ausdehnung des Kontrollbereiches in Umgebung eines mobilen C-Bogengerätes stark von der Zeit abhängig ist, während der die Röntgenstrahlung eingeschaltet wird. Die Ausdehnung des Kontrollbereiches ist aber unabhängig von der Zeit, in der eine einzelne Person (z.B. ein Chirurg) das Gerät benutzt sondern sie wird nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 RöV auf die grundsätzliche Möglichkeit bezogen, dass in diesen Bereichen Personen mehr als eine bestimmte Dosis erhalten können (meistens 6 mSv im Kalenderjahr für die effektive Dosis). Da ganz besonders mobile C-Bogengeräte in unterschiedlicher Weise genutzt werden, z.B. Art der Untersuchung, Einschaltzeit („Betriebsbelastung“), ist es kaum möglich, dafür überall individuelle Kontrollbereichsgrößen zu fordern. Aus diesem Grund hat man sich entschlossen, konservative Werte für die so genannte Betriebsbelastung festzulegen und danach die Dicke von Abschirmungen bzw. die Ausdehnung von Kontrollbereichen zu bemessen. Als Betriebsbelastung W wird nach DIN 6812 (nach dieser Norm wird der bauliche Strahlenschutz bei medizinischen Röntgenanlagen ermittelt) das Produkt aus mittlerer Röhrenstromstärke (z.B. bei Durchleuchtung 3 mA) und Einschaltzeit pro Woche (z.B. 130 min) definiert (z.B. W = 3 mA x 130 min/Woche = ca. 400 mA min / Woche). Die sich unter diesen Voraussetzungen ergebende Ausdehnung des Kontrollbereiches (etwa kreisförmig um Röntgenstrahler/Patient als Mittelpunkt) wird von den Sachverständigen im Rahmen der jetzt noch geltenden Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; dort: Berichtsmuster 2.2.4) als Radius der Kontrollbereichsfläche verstanden (3 bzw. 4 m in Abhängigkeit von dem Bildempfänger Nenndurchmesser bzw. von der Bildempfänger Fläche). Von dieser pauschalen Regelung der SV-RL/DIN 6812 kann natürlich im Einzelfall nach Rücksprache mit dem Sachverständigen, ggf. auch mit der zuständigen Behörde abgewichen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Carsten Seifert schrieb am 03.03.2017 - 11:23 Uhr:
Frage:2864 BETREFF: Entwurf Strahlensschutzgesetz: MPE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, auf der Homepage vom BMUB ist inzwischen der Gesetzesentwurf zum neuen Strahlenschutzgesetz veröffentlicht. Die 218 Paragraphen habe ich natürlich noch nicht verinnerlicht, aber beim Überfliegen der ersten Paragraphen stellen sich folgende Fragen für mich: 1) §14 ´... ist zu gewährleisten, dass ein Medizinphysikexperte ... für Untersuchungen ..., die mit einer erheblichen Exposition der untersuchten Person verbunden ist, zur Mitarbeit hinzugezogen werden kann.´ später steht geschrieben CT und interventionelle Radiologie! Bislang muss man einen MPE nur für die Röntgentherapie vorhalten können. Wenn ich den §14 richtige lesen, dann zukünftig auch für CT und IR? Muss ich den MPE einstellen? Außerdem gibt es auf dem Arbeitsmarkt kaum MPE!? 2) §14 ´Die konkreten Anforderungen werden auf Verordnungsebene geregelt werden´ D.h. es wird weiterhin eine RöV und StrlSchV geben? 3) In meiner Anzeigenbestätigung wird sich auf den §4 RöV bezogen. Müssen die Behörden die ausgestellten Genehmigungen/Anzeigen entsprechend den Paragraphen des zukünftigen Strahlenschutzgesetzes korrigieren? Wie wird es sich mit den Richtlinien verhalten ... diese müssten auch angepasst werden? Baldiges und schönes Wochenende


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Seifert, was Ihre Frage zu Verfahrensweisen nach dem Strahlenschutzgesetz betrifft, müssen wir leider mitteilen, dass wir zumindest zurzeit hierzu keine seriöse und belastbare Stellungnahme zu dieser Thematik abgeben können. Grund hierfür ist, dass niemand der Autoren im Forum RöV am Gesetzgebungsprozess beteiligt ist, den tatsächlich aktuellen Status des Gesetzesvorhabens (z.B. Änderungsvorschläge aus dem Bundesrat) kennt und über mögliche Entwürfe zu Ausführungsverordnungen oder einem notwendigen untergesetzlichen Regelwerk informiert ist. Es wäre aus unserer Sicht fahrlässig, hier im Forum RöV über bestimmte Notwendigkeiten nach diesem Gesetz zu spekulieren. Wir können Ihnen an dieser Stelle nur empfehlen, beim zuständigen Bundesumweltministerium oder den an der Gesetzgebung beteiligten Landesministerien nachzufragen und auf eine klärende Antwort von dort zu hoffen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 03.03.2017 - 10:51 Uhr:
Frage:2863 BETREFF: DIN 6868-157: AP+KP BWG C-Bögen in größeren Häuser
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, uns ist immer noch nicht klar wie die Abnahmeprüfung insbesondere Kontanzprüfungen von BWG an C-Bögen in größeren Häusern praktisch umgesetzt werden soll! Wir haben über 30 OP-Säle und 16 C-Bögen, es kann/könnte quasi jeder C-Bogen in jedem OP-Saal zum Einsatz kommen!? Sollen wir für jeden Saal auf dem Fußboden eine Markierung für den wahrscheinlichsten Standort festlegen, damit die gleichen Raumbedingungen für die KP gegeben sind und müssen wir mit allen C-Bögen arbeitstäglich durch ´alle´ Säle fahren und prüfen? Mir scheint nach wie vor die ganze Geschichte bei C-Bögen nicht bis zu Ende gedacht. Besten Dank und viele Grüße Großes Lob an das Forum-Team!!!


1. Antwort: Hallo Kathrin, Danke für das Lob – das freut uns! Nun zur Sache: Zunächst einmal vorab einige wichtige Punkte, die zu einer gewissen Entlastung dienen sollten. Wenn wir das richtig verstanden haben, dann geht es Ihnen doch weniger um die Durchführung der Abnahmeprüfungen, denn diese müssen ja nach § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV vor Inbetriebnahme der jeweiligen Einrichtung vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt und ohne entsprechende Anlässe (siehe § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV) nicht wiederholt werden (schon mal gar nicht vom Personal des betreffenden Hauses). Zu den Konstanzprüfungen (KP): Es geht Ihnen ja um die KP an BWG. Diese Prüfungen sind eindeutig gerätebezogen und haben nichts mit den Orten (30 OP-Säle) zu tun, in denen die 16 C-Bogengeräte zu medizinischen Zwecken betrieben werden. Im Prinzip könnten Sie alle 16 Geräte in irgendeinen OP-Saal fahren und dort an ihnen die Konstanzprüfung durchführen. Wie kann dieses KP-Programm, ökonomisch durchgeführt, aussehen? 1) C-Bogengeräte mit Testbildeinspeisung (Tab. 6 und 7 DIN 6868-157). Nur die KP „Gesamtbildqualität“ (Tab. 6) muss arbeitstäglich erfolgen (geht aber schnell), alle anderen KP nach den Tab. 6 und 7 jedoch nur halbjährlich. 2) C-Bogengeräte ohne Testbildeinspeisung. Integration der BWG-KP in die Geräte-KP nach DIN 6868-4. Diese muss nach § 16 Abs. 3 mindestens monatlich erfolgen. Diese Zeitspanne lässt sich aber mit zustimmender Akzeptanz seitens der zuständigen Ärztlichen Stelle verlängern (oft: vierteljährlich). Wir hoffen, wir konnten Ihren Verdruss ein wenig mindern. In Zweifelsfällen Rücksprache mit der für Sie zuständigen Ärztlichen Stelle suchen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 02.03.2017 - 17:35 Uhr:
Frage:2862 BETREFF: Frage zur Frage 2861
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,aufgrund Ihrer Antwort zur Frage 2861 - beruflich strahlenexponierte Person an einem Vollschutzgerät bekam ich Zweifel an meiner bisherigen Annahme... ich dachte, ein Person gilt als beruflich strahlenexponierte Person, wenn eine effektive Dosis über 1mSv/a möglich ist.Diese wäre dann in Kat.B. Demnach würde eine an einem Vollschutzgerät tätige Person als strahlenexponierte Person gelten, weil theoretisch ja eine höhere Dosis als 1 mSv möglich ist. Gilt die theoretisch mögliche Dosis oder die tatsächlich erhaltende Dosis um eine Person als beruflich strahlenexponiert einzustufen? Mit freundlichen Grüßen Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, unter Berücksichtigung der in der Forumanfrage 2861 formulierten Anmerkung „keine messbare Strahlung am Gehäuse“, zu der wir noch ergänzend unterstellen möchten „mit einem geeigneten Ortsdosis/leistungsmessgerät ermittelt“ kann man nach unserer Auffassung davon ausgehen, dass dort keine berufliche Strahlenexposition zu erwarten ist bzw. keine beruflich strahlenexponierten Personen, auch nicht nach Kategorie B, tätig sind. Würde man dagegen eine messbare Ortsdosis/leistung außerhalb des Gerätes registrieren, müsste im Einzelfall ermittelt werden („Einschaltzeit, Aufenthaltszeit“), ob Personen im Sinne des § 31 Nr. 2 RöV – zumindest theoretisch - einer beruflichen Strahlenexposition der Kategorie B ausgesetzt sein könnten. Damit beantwortet sich auch Ihre abschließende Frage. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Axel Boldt schrieb am 02.03.2017 - 08:11 Uhr:
Frage:2861 BETREFF: beruflich strahlenexponiert
Gelten auch die Personen, die an einem Vollschutzgerät (keine messbare Strahlung am Gehäuse) arbeiten, als beruflich strahlenexponiert? Und wenn da, würden die dann zu Kategorie B zählen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Boldt, bei einem Vollschutzgerät beträgt nach Anlage 2, Abschnitt 3 RöV für ein Vollschutzgerät die höchstzulässige Ortsdosisleistung in 0,1 m von der berührbaren Oberfläche des Geräts 3 uSv/h. Rechnet man diesen Wert bei 40 Stunden Aufenthalt an diesem Ort und für 50 Wochen im Jahr um, dann beträgt die maximal mögliche Jahresortsdosis 6000 uSv = 6 mSv. Erst bei Überschreitung dieses außerordentlich konservativen Wertes (bei Gleichsetzung der effektiven Dosis mit der Ortsdosis) würde dort ein Kontrollbereich vorliegen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 RöV). Eine beruflich strahlenexponierte Person der Kategorie A auf der Basis der effektiven Dosis liegt aber erst dann vor, wenn 6 mSv pro Jahr überschritten werden können(§ 31 Nr. 1 RöV). De facto sind die tatsächlichen Expositionen im Umgebung eines Vollschutzgerätes so gering, dass überhaupt keine berufliche Strahlenexposition angenommen werden kann (´keine messbare Strahlung am Gehäuse´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lutz Mo schrieb am 28.02.2017 - 08:58 Uhr:
Frage:2860 BETREFF: Leitlinie BÄK und urologische Untersuchung m min70KV
Es geht um die Leitlinien der BÄK. Dort sind für urologische Röntgenuntersuchungen mindestens 70 kV verlangt. Jetzt werden diese Untersuchungen mit einem C-Bogen im Aufnahmemodus angefertigt. Dieser C-Bogen wählt dabei die kV-Zahl selbst. Sie liegt aber immer knapp unter 70 (meist bei 67-69). Wenn 70kV per Hand eingestellt werden, ist das Bild überbelichtet. Die diagnostischen Referenzwerte werden aber immer eingehalten. Dennoch macht sich der Anwender Sorgen, weil die Leitlinien nicht eingehalten werden. Ich habe mal gelesen, dass die in den Leitlinien angegebenen kV-Zahlen nur für 12 Puls-Generatoren gelten und daher von einem C-Bogen gar nicht unbedingt eingehalten werden müssen. Könnt Ihr mir dazu etwas sagen? Gibt es Röntgenuntersuchungen, bei denen es gar nicht zulässig ist, sie mit dem mobilen C-Bogen durchzuführen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mo, nach Rücksprache mit einem radiologischen Kollegen hier folgende Antwort, wenn wir Ihre Frage richtig verstanden haben: Bei urologischen Untersuchungen sind nur für pädiatrische MCU diagnostische Referenzwerte veröffentlicht. Als technische Voraussetzung wird hierbei ein kippbares Durchleuchtungsgerät mit gepulster Durchleuchtung und herausnehmbarem Raster verlangt. Aufnahmespannung: 70-90 kV. Somit sollten diese Untersuchungen nicht mit einem mobilen C-Bogengerät durchgeführt werden. Die in den Leitlinien der Bundesärztekammer beschriebenen urologischen Untersuchungen Erwachsener beziehen sich auf die Nieren und die ableitenden Harnwege. Die Aufnahmeart ist mit „Rastertisch“ angegeben. Insofern ist auch hier das mobile C-Bogengerät nicht für diese Untersuchung geeignet. Auch für diese Aufnahmeart gelten die Werte 70-90 kV. Die Aufnahmefunktion mobiler C-Bogengeräte erreicht nicht die geforderte Ortsauflösung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Beate Bierotte schrieb am 26.02.2017 - 23:50 Uhr:
Frage:2859 BETREFF: Bleifreie Röntgenschutzschürzen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, leider habe ich Ihre Mail bezüglich meiner Frage nach dem Schutz bleifreier Röntgenschürzen nicht erhalten. Wären Sie bitte so freundlich, mir Ihre Antwort noch einmal an meine Mailadresse zu senden? Danke schön! Beate Bierotte


1. Antwort: .... ist geschehen! K. Ewen



  J. Hoffmann schrieb am 26.02.2017 - 22:19 Uhr:
Frage:2858 BETREFF: Erhöhte Messwerte bei neuem Kollegen
Sehr geehrter Herr Prof Ewen. Bei uns in der Firma wird in Kürze ein neuer Kollege beginnen, der nach eigener Aussage zwar jahrelang für eine große MedTechnik-Firma in ´fremden Anlagen´ tätg war, aber keinen Strahlenpass besitzt ( leider eher die Regel als die Ausnahme). Die von ihm genehmigte Anfrage der Vordosis beim SSR (für den von uns jetzt initiierten Strahlenpass) ergab in den Jahren 2005-2007 relativ hohe Dosen (6,3mSv bzw 6,5mSv). Das ist nicht nur deutlich mehr als bei unseren anderen Kollegen (fast immer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoffmann, zunächst einmal müssen die Leser dieser Forumanfrage darauf aufmerksam gemacht werden, dass - wodurch auch immer - nur ein Teil Ihres Textes hier bei uns angekommen ist, dass Sie uns aber dann den restlichen Text nachträglich haben zukommen lassen. Zur Antwort: Wir müssen gestehen, dass uns eine Antwort oder ein Rat zu Ihrem Forumbeitrag schwerfällt. Dies hat mehrere Ursachen. Zum Einen müssten bei dem von Ihnen beschriebenen Vorgang für eine Bewertung viele Detailkenntnisse vorliegen. Sie liegen uns aber (richtigerweise) nicht vor, weil sie sicherlich nicht für ein solch öffentliches Forum geeignet wären, da man dann Namen und Unternehmen explizit benennen bzw. auch Inhalte von Meldungen an die Behörden bekannt machen müsste. Zum Anderen sind die Regelungen des § 6 der RöV sehr komplex, da darin drei unterschiedliche Tätigkeitsbereiche geregelt werden. Bei Tätigkeiten nach § 6 RöV kann es sich um die Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen bei der Herstellung oder bei einem Kunden handeln oder um eine Tätigkeit, die selbst nicht mit dem Betrieb der Röntgeneinrichtung zu tun hat, bei der man aber durch eine (´fremde´) Röntgeneinrichtung exponiert werden könnte. Im Fall der Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen wäre in der Regel kein Strahlenpass erforderlich, wenn diese Tätigkeit bei der Behörde angezeigt wurde. In dem anderen Fall (Exposition durch eine fremde Röntgeneinrichtung) müsste auch eine Anzeige bei der Behörde erforderlich sein. Außerdem wäre dann auch ein Strahlenpass zu führen, und zwar dann, wenn die Exposition durch diese Tätigkeit die effektive Dosis von 1 mSv/a überschreiten kann. Wenn aber eine solche Anzeige nicht erstattet wird, dann erfährt die Aufsichtsbehörde ggf. gar nicht, dass eine solche Tätigkeit überhaupt ausgeübt wird und kann auch nicht regelnd eingreifen. Aber auch wenn eine Anzeige erstattet worden ist, dann sind die zugegebener Weise (erstaunlich) hohen Expositionen wiederum doch nicht so hoch, dass die Aufsichtsbehörde darüber schon eine Mitteilung von der Messstelle erhalten müsste. Dass in einem Betrieb die Strahlenschutzorganisation nicht funktioniert, da z.B. die über 6 mSv/a erforderliche ärztliche Untersuchung nicht erfolgt, Expositionen gegenüber den Mitarbeitern nicht kommuniziert werden, die Mitarbeiter den Strahlenschutzbeauftragten nicht einmal kennen oder Strahlenpässe nicht ordnungsgemäß geführt werden, erfährt die strahlenschutzrechtliche Aufsichtsbehörde hier in der Regel auch nicht oder nur zufällig. Daher müssen wir mit Kritiken an den zuständigen Behörden ohne genaueste Kenntnisse des Vorgangs äußerst zurückhaltend sein. Uns bleibt nur der Vorschlag, dass Sie oder Ihr neuer Mitarbeiter sich mit der für Wuppertal zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf in Verbindung setzen und den Fall mit den dort tätigen Fachleuten diskutieren. Von dort könnten auch Feststellungen getroffen werden, ob es bei der Ausführung der Tätigkeiten Mängel gab, die zu diesen in der Tat hohen Expositionen geführt haben, und ob die Handhabung von Strahlenpässen korrekt erfolgt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  PD Dr. med. D. Banzer schrieb am 22.02.2017 - 16:22 Uhr:
Frage:2857 BETREFF: Liste sonstige medizinische Ausbildungsberufe
Sehr geehrter Herr Professor Ewem, in der Beantwortung der Frage 2.853 vom 20.02.2017, hatten Sie angegeben, dass die zuständigen Behörden eine Liste der medizinischen Hilfsberufe, die den Anforderungen des § 24 Abs. Nr.4 RöV genügen, aufgelegt hätten. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir sagen könnten, wo diese Liste einzusehen ist. Bei der zuständigen Senatsverwaltung ist hierzu keine Auskunft zu bekommen. Mit Dank und kollegialen Grüßen Ihr D. Banzer Strahlenschutzbeauftragter der ÄKB


1. Antwort: ... Sie erhalten die Liste über Ihre Privatmail. Gruß K. Ewen



  Theo Franz schrieb am 22.02.2017 - 15:33 Uhr:
Frage:2856 BETREFF: Tausch des Röntgendetektors
Sehr geehrter Herr Prof. Ewem, danke für Ihr Forum. Meine Frage handelt sich um einen digitalen Detektor. Dieser soll ausgetauscht werden, infolge Linienartefakt. Ist in diesem Fall eine Sachverständige (Tüv) Prüfung erforderlich? Das System wird in einer Veterinärmedizinisch genutzten Röntgenanlage eingesetzt. Vielen Dank T. Franz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Franz, beim Austausch eines digitalen Detektors in der Tiermedizin ist eine Sachverständigenprüfung nicht erforderlich, wenn dadurch die Betriebsdaten (wesentlich: Röhrenspannung und mAs-Produkt)nicht erhöht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.Helmut Biskup schrieb am 22.02.2017 - 11:15 Uhr:
Frage:2855 BETREFF: Einstellen von CT-Untersuchungen ins PACS ohne Befund des Radiologen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, von mir als Leiter der Radiologie die Frage: ist es rechtlich einwandfrei, dass CT Untersuchungen( Schnittbilder ) ohne Befund des Radiologen frei für alle Kolleginnen und Kollegen in das PACS System gestellt werden. Ich erinnere mich, dass mal hieß: eine Untersuchung ist erst dann abgeschlossen, wenn die Untersuchung auch vom Radiologen befundet worden waren. Insbesondere CT-Bilder, die ja ungleich differenzierteres Fachwissen erfordern und es schnell zu fehlerhaften Diagnosen von Nichtradiologen kommen könnte? Mit vielen Grüßen Dr.H. Biskup Facharzt für Radiologie, Leiter der Radiologie MKH Köln


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Biskup, hier eine Antwort auf Ihre Frage von einem radiologischen Kollegen bei einer Ärztlichen Stelle: ´Für mich und für die von mir nachgefragten Kollegen ist es normal, dass alle Bilder sofort ins PACS laufen.´ Ich sehe das auch so. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Franziska schrieb am 20.02.2017 - 15:15 Uhr:
Frage:2854 BETREFF: Fachkundeaktualisierung
Sehr geehrter Hr. Prof.Ewen in 5 jährigen Abständen muß man die Fachkunde aktualisieren. Ist dabei ein Zeitfenster vorgegeben...wenn man den Kurs im Mai 2012 gemacht hat, muß der nächste Kurs auch im Mai 2017 sein, oder zählt das Kalenderjahr?Falls das Bundesland dabei wichtig ist, es ist Baden Württenberg. Herzlichen Dank


1. Antwort: Hallo Franziska, ja, das Bundesland ist in der Tat bei der Handhabung eines bestimmten Zeitfensters im Zusammenhang mit der 5-jährigen Fachkundeaktualisierung nicht ganz unwichtig. Ich denke, dass überall das Kalenderjahr als Zeitfenster für zu groß eingestuft wird. Aber auf ein ´paar Tage´ wird es auch nicht ankommen. Ich kann Ihnen nur den Rat geben, sich bei der im Land Baden-Württemberg zuständigen Stelle bzw. Behörde zu erkundigen, wie dort das besagte Zeitfenster in der Praxis beschaffen ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Klaus Neumann schrieb am 20.02.2017 - 11:43 Uhr:
Frage:2853 BETREFF: Zahntechniker
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in §24 RöV Abs (2) 4. werden als zur technischen Durchführung berechtigt ´Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach Absatz 1 Nr. 1 oder 2 tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen´ genannt. Zählen Ihrer Meinung nach auch ausgebildete Zahntechniker mit ´Röntgenschein´ zu dieser Personengruppe? Mit herzlichen Grüßen, K. Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Neumann, die für die Durchführung der RöV zuständigen Behörden haben sich darauf geeinigt, welche Ausbildungsberufe den Anforderungen des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV genügen. Diese Berufe sind in einer entsprechenden Liste aufgeführt, die den zuständigen Behörden und den Ärzte- und Zahnärztekammern vorliegt. Nach dieser Liste erfüllt die Ausbildung zum Zahntechniker nicht die Anforderung der RöV. Diese Liste beschreibt grundsätzlich, welche Berufe als ´erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung´ im Sinne der RöV gelten. Im Einzelfall kann es ggf. auch Ausnahmen von diesen Grundsätzen geben. Daher unser Rat, den speziellen Einzelfall mit der zuständigen Behörde oder Heilberufskammer (Zahnärztekammer) zu klären. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Steiner schrieb am 20.02.2017 - 08:28 Uhr:
Frage:2852 BETREFF: Neue Leitlinien/Richtlinien?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Eine neue Siemens Röntgenanlage wurde in der Röntgenabteilung in betrieb genommen.Das Raster im Wandstativ sowie im Tisch hat das Schatverhältnis r10. Die Leitlinien der Bundesärztekammer schreiben aber ein Raster mit r 12 vor. Ist dies zulässig bzw. wo wird das genehmigt ? Meine zweite Frage bezieht sich auf Abdomenaufnahmen sowie Aufnahmen der HWS am Stativ. Bisher wurden wir diese Aufnahmen mit 115m FFA geröntgt. So geben es die Leitlinien der Bundesärztekammer auch vor. In einem mir bekannten anderen Krankenhaus werden diese Aufnahmen mit einem Abstand von 150 m angefertigt. Die ärztl. Stelle bemängelt dies Vorgehen dort nicht. Gibt es eine neue Änderung in den diesbezüglichen Leitlinien (wo)? Kann man auch mit 150 m röntgen? Vielen Dank für Ihre Mühe bei der Beantwortung meiner Fragen. Beste Grüße Dr. Steiner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Steiner, mit ein wenig Hilfe einer Ärztlichen Stelle: Leitlinien sind im Gegensatz zu Richtlinien nicht verbindlich. Leitlinien sind systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen für die angemessene ärztliche Vorgehensweise. Von den Leitlinien kann jederzeit begründet abgewichen werden. In den Leitlinien der Bundesärztekammer zur Röntgendiagnostik sind die üblichen technischen Einstellparameter hinterlegt. Hier findet man unter der „HWS lat“ auch die Angabe eines Fokus-Detektor-Abstands (FDA) von 150 cm. Zur Nutzung von Rastern und FDAs im Allgemeinen gibt es weitere Erklärungen unter Punkt 2 „Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen´. Auch ist in der digitalen Aufnahmetechnik bei schlanken Patienten ein Verzicht des Rasters möglich, da man stattdessen durch Bildverarbeitung den Kontrastverlust ausgleichen kann. Wenn mit größeren FDAs gearbeitet wird, muss sichergestellt sein, dass der Fokussierungsbereich des Rasters diesen Abstand auch abdeckt. Generell spricht nichts gegen einen größeren FDA, man sollte aber - speziell bei Abdomen-Aufnahmen - bedenken, dass sich die elektrische Röhrenbelastung beim Übergang von 115 auf 150 cm FDA nahezu verdoppelt, was deren Lebensdauer deutlich einschränken kann. Es gibt also keine neuen Leitlinien, aber auch die aktuelle Leitlinie besitzt durchaus Spielräume für gewisse Variationen von Einstellparametern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dirk Busch schrieb am 16.02.2017 - 17:03 Uhr:
Frage:2851 BETREFF: rechtfertigende Indikation und Rö
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, auf Grund Uneinigkeit zwischen mir und der übergeordneten Stelle erlaube ich mir, auch auf die Gefahr hin lästig zu werden, an Hand eines Beispiels noch einmal klärend nachzufragen: Ein praxisfremder Patient wird mit der Angabe der rechtfertigenden Indikation „Unfall mit Z. n. Nervus ulnaris-Verletzung li. Bitte um Rö li Hand in 2 Ebenen“ überwiesen. Keine weiteren Angaben oder Mitgaben zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen. Ohne persönlichen Kontakt durch einen Radiologen und ohne wenigstens Vorlage eines Fragebogens zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen und damit ohne jede Klärung oder Kenntnis von oder zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen wird dieser Patient wie extern angefordert durch die MTA/R an der li Hand geröntgt. Im Nachhinein wird erfahren, dass div. alte Rö-Bildern + eine 6 Monate alte MRT-Handspule + Kontrastmittel vorhanden sind – alle dazu ohne Nachweis von pathologischen Knochenveränderungen auch im Sinne einer Arthrose. Nach dem Röntgen wird vom Radiologen mit Datum einen Tag später das Rö-Bild befundet und zum Rö-Befund wird als Indikation dokumentiert: anhaltende Beschwerden nach Trauma mit Schmerzen über dem Handgelenk. Fragestellung eines CRPS I. Ossäre Veränderungen? Demineralisierung? 1. Frage: Hätte dieser Patient überhaupt geröntgt werden dürfen? Meiner Beurteilung nach aus mehrfachem Grund nicht. Erstens konnte und durfte schon mangels Kenntnis zu o. g. eine rechtfertigende Indikation nicht gestellt werden. Zweitens war die vorformulierte Indikationsangabe keine Fragestellung sondern sozusagen ins Blaue hinein. Drittens liegt bei dieser vorformulierten Indikationsangabe grundsätzlich keine Indikation zum Rö zum vor sondern zur neurologischen Abklärung vor. Und Viertens auf Grund der unauffälligen Vorbefunde ist die Indikation für ein erneutes Röntgen zumindest zweifelhaft. Da ich aber nur ein kleiner Assistenzarzt bin… 2. Frage: Da ich es nicht höflicher formulieren kann – hätte die vorformulierte Indikationsangabe des anfordernden Arztes überhaupt mangels Kenntnis zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen weder vor noch zum Röntgen geändert werden dürfen? Auch da sehe ich ein klares Nein. Da ich aber nur ein kleiner Assistenzarzt bin… 3. Frage: Auch hier, da ich es nicht höflicher formulieren kann – hätte die vorformulierte Indikationsangabe des anfordernden Arztes sozusagen mit/nach dem Rö geändert werden dürfen, weil sich erst dann Informationen zu Anamnese, klinischem Befund, Krankheitsverlauf und Voruntersuchungen ergeben hatten? Auch da sehe ich ein klares Nein. Da ich aber nur ein kleiner Assistenzarzt bin… MFG und herzlichen Dank Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, ich möchte noch einmal darauf hinweisen (siehe Ihre Forumanfragen 2821 und 2823), dass das Forum RöV keine beratende oder begutachtende Institution im Zusammenhang mit der Stellung von Indikationen zu röntgendiagnostischen Maßnahmen sein kann. Das war bei der Gründung dieses Internet-Forums auch nicht vorgesehen. Wir haben uns in Ihrem Fall trotzdem Mühe gegeben, unsere Meinung zu Ihren Beiträgen und Fragen zu äußern, aber wir möchten das in diesem Stil nicht weiter ausbauen. Es gibt zu diesen Zwecken andere Organisationen, wie z.B. die Ärztlichen Stellen und die Ärztekammern. Wir im Forum RöV möchten uns auch nicht „anmaßen“, bei ausschließlich medizinisch-radiologisch basierten Fragestellungen mitzubestimmen, was an sich Angelegenheit ärztlicher Gremien, wie z.B. der Obengenannten, sein sollte und sein muss. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis, und ich verbleibe mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dirk Simon schrieb am 16.02.2017 - 10:48 Uhr:
Frage:2850 BETREFF: Strahlenschutzkurs für OP-Pflege
Sehr geehrte Damen und Herren, das OP-Pflegeopersonal in unserem Haus, schaltet den C-Bogen ein, fährt ihn über den Patienten. Der Operateur zieht sich steril den C-Bogen an die zu röntgende Stelle und der Operateur löst den Fußtritt des C-Bogens aus. Das OP-Pflegepersonal druckt nach dem Röntgen die Bilder aus, schaltet das Gerät ab und reinigt dieses. Benötigt das OP-Pflegepersonal für diese Tätigkeiten einen Strahlenschutzkurs mit den nach 5jahren verbundenen Auffrischungskurs? Oder ist dies noch kein Bedienen im eigentlichen Sinn der Röntgenverordnung? Vielen Dank für die Antwort


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Simon, was Sie hier hinterfragt haben, ist das, was man in der RöV als ´technische Durchführung´ bezeichnet (§ 2 Nr. 7). Man muss in Ihrem Fall betonen, dass Sie mit ´Einschalten des C-Bogens´ nur das elektrische Einschalten meinen und nicht die Einschaltung der Strahlung. Das macht ja der Operateur (der Arzt). Unter dieser Voraussetzung neige ich zu der Auffassung, dass diese von Ihnen geschilderte Tätigkeit des OP-Pflegepersonals die Kriterien der ´technischen Durchführung´ nicht erfüllt. Das kann aber auch anders interpretiert werden. Z.B. ist das ´Fahren über den Patienten´ schon als Lagern oder Zentrieren zu sehen? Weil hier möglicherweise über Grundsätzliches zu entscheiden ist (vielleicht nicht nur in Ihrem Haus), möchte ich empfehlen, die Meinung der zuständigen Aufsichtsbehörde einzuholen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Hoker schrieb am 15.02.2017 - 22:18 Uhr:
Frage:2849 BETREFF: Abnahme am BWS nach DIn 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Voraussetzungen muss man erfüllen um eine Abnahmeprüfung an einem Befundungsmonitor nach DIN 6868-157 durchzuführen? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoker, ich denke, Sie meinen die Voraussetzungen, die eine Person nach RöV bzw. nach Qualitätssicherungs-Richtlinie (SV-RL) erfüllen muss, um eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 an einem BWS durchführen zu dürfen. Am besten, Sie schauen in die QS-RL (dort Abschnitt 1.6 ´Anforderungen an Personen, die Qualitätssicherungen durchführen´). Die QS-RL ist u.a. im Internet auffindbar. Grundsätzlich muss eine Person zur geschäftsmäßigen Durchführung von QS-Prüfungen, hier speziell von Abnahmeprüfungen, über eine erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen und diese Tätigkeit bei der zuständigen Behörde anzeigen (Details dazu: siehe § 6 RöV). Diese Anzeige und der damit verbundene Fachkundenachweis sind nicht erforderlich, wenn im Rahmen dieser Prüfung das Einschalten von Röntgenstrahlung nicht erforderlich ist. Das trifft ja in der Egel bei QS-Prüfungen an BWS zu (siehe auch § 6 Abs. 1, Satz 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 15.02.2017 - 12:26 Uhr:
Frage:2848 BETREFF: Baulischer Strahlenschutz Fenster
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns im OP soll jetzt auch ein C-Bogen aufgestellt werden. Zwischen OP und Flur befindet sich eine Fensterfront. Der C-Bogen wird in der Raummitte stehen, d.h. es sind ca.3,2 m bis zur Fensterfront. Nach DIN 6812 kann der Flur in Kategorie III eingestuft werden und es bedarf eines Bleigleichwertes von 0,1 mm (Tabelle 7). Glas hat zwar keine guten Abschirmeigenschaften, aber wäre die doppelt verglaste Fensterfront (Glasgesamtstärke schätze ich mindestens 10mm) ausreichend? Bleiglasscheiben erscheinen mir unnötig und teuer, zumal diese herstellungsbedingt erst ab 0,5 mm Pb beginnen. Viele Dank


1. Antwort: Hallo Kathrin, das ist alles richtig, was Sie da geschrieben haben (Abstand, Kategorie III, noch notwendiger Bleigleichwert der Fensterfront 0,1 mm nach Tab. 7 der DIN 6812). Es gibt viele Glassorten, die keineswegs als Bleiglasscheiben ausgelegt sind, sondern eher in die Kategorie Fensterglas eingeordnet werden können. Nach Tab. 19 der DIN 6812 kann man für sog. Floatglas (das ist kein Bleiglas!) bei 80 kV (das passt zu C-Bogengeräten) entnehmen, dass etwa 20 mm dieser Glassorte einem Bleigleichwert von 0,2 mm entsprechen. Es ist daher zu erwarten, dass Ihre Fensterfront von mindestens 10 mm Dicke für die notwendige Abschirmung von 0,1 mmm Pb ausreichend sein wird - auch wenn das Fensterglas bei Ihnen wahrscheinlich kein Floatglas ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Beate Bierotte schrieb am 13.02.2017 - 10:58 Uhr:
Frage:2847 BETREFF: bleifreie Röntgenschürzen
Sehr geehrte Damen und Herren, mich interessiert die Frage, inwieweit bleifreie Röntgenschutzkleidung den gleichen Schutz wie bleihaltige Schutzkleidung bietet. Ich hatte eine Arbeit (allerdings aus 2009) gefunden, die der bleifreien Schutzkleidung einen unzureichenden Schutz bei Streustrahlung, bzw. eine überhaupt entstehende Streustrahlung durch die verwendeten Materialien bescheinigte. Da ich für mich eine neue Schutzkleidung beschaffen möchte, aber viel auf Reisen bin und die Kleidung mitführen muss, bin ich natürlich an möglichst leichter Kleidung interessiert. Allerdings nicht auf Kosten des Schutzes. Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bierotte, ich übersende Ihnen an Ihre Mailadresse eine Publikation, die sich mit der hier angefragten Thematik beschäftigt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr Mussel schrieb am 10.02.2017 - 11:07 Uhr:
Frage:2846 BETREFF: Sichtprüfung Strahlenschutz
Sehr geehrter Prof. Ewem, ich hätte eine Frage zu der Prüfung von Röntgenschutzkleidung. Wir haben diese Aussage erhalten, das Röntgenschutzbrillen, Handschuhe und Organschutz nicht nur mit einer Sichtprüfung durchgeführt werden muss. Ist dies so richtig. Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mussel, zunächst einmal: Die Prüfung von Röntgenschutzkleidung ist kein rechtliches „Muss“. Man findet in der Röntgenverordnung (RöV) darüber keine explizit formulierte Forderung. Dass derartige Schutzmittel regelmäßig überprüft werden sollten, steht auf einem anderen Blatt. Deshalb ist dazu eine DIN-Norm erarbeitet worden, nach der man (wer auch immer – auch der Nutzer selbst) diese Prüfungen durchführen kann. Es besteht aber kein unbedingter Zwang, diese Norm zu benutzen. Es empfiehlt sich aber sehr! Die Norm (DIN 6857-2 von August 2016) heißt: „Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung – Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung“. In dieser Norm werden 3 Prüfverfahren vorgeschlagen, die in verschiedenen Zeitabständen durchgeführt werden sollen: Sicht- und Funktionsprüfung, Tastprüfung sowie Prüfung mit Röntgenstrahlung. Wichtig ist, dass diese Norm nur für Schutzkleidung des Personals gilt. Sie ist nicht anwendbar auf Patientenschutzeinrichtungen und nicht für neu in Nutzung genommene Schutzkleidung. Weiterhin sind ausgenommen: Strahlenschutzhandschuhe, Strahlenschutzbrillen und Visiere. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 09.02.2017 - 19:45 Uhr:
Frage:2845 BETREFF: Teleradiologie, Strahlenschutzorganisation
Sehr geehrte Damen und Herren, in der Antwort auf die Frage 2219 im Forum Röntgenverordnung stellen Sie die Struktur der Strahlenschutzorganisation verständlich dar. In der Teleradiologie gibt es den Arzt mit den erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz am Ort der technischen Durchführung (§ 3 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 RöV). Frage: Wo ist dieser Arzt in der Strahlenschutzorgansation einzuordnen? Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, der Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz, der in einer genehmigten Teleradiologie am Untersuchungsort tätig ist, fügt sich nach unserer Meinung folgendermaßen in die Strahlenschutzorganisation der Klinik/Praxis ein: Er wird unter der grundsätzlichen Verantwortlichkeit und Aufsicht des Strahlenschutzbeauftragten/fachkundigen Strahlenschutzverantwortlichen der entsprechend genehmigten Röntgeneinrichtung tätig. Die Wahrnehmung der Verantwortung und damit auch die Befugnis, bestimmte Anweisungen für die einzelne Untersuchung zu treffen, ist bei teleradiologischen Verfahren Sache des Teleradiologen. Dem Arzt am Untersuchungsort mit Kenntnissen im Strahlenschutz obliegt in der Teleradiologie auch nicht die Verantwortung oder Aufsicht über die Personen, die technisch durchführen (hier MTRA), da er hierfür die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz haben müsste. Auch diese Aufgabe liegt für eine konkrete Untersuchung beim Teleradiologen. Aufgaben des Arztes mit Kenntnissen im Strahlenschutz sind die Ermittlung der zur Feststellung der rechtfertigenden Indikation erforderlichen Angaben, die Weitergabe dieser Angabe an den Teleradiologen, die Aufklärung des Patienten und bei Bedarf auch während der Untersuchung unmittelbar mit dem Teleradiologen mittels Telekommunikation in Verbindung zu treten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jansen schrieb am 08.02.2017 - 11:23 Uhr:
Frage:2844 BETREFF: REM+EDX=Röntgeneinrichtung
Lieber Herr Ewen, wird ein REM (Störstrahler), welches nachträglich mit einem EDX ausgestattet wird zu einer genehmigungspflichtigen Röntgeneinrichtung (bei max 30 kV)nach aktueller RöV? Mit freundlichen Grüßen S. Jansen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Jansen, ein Blick auf § 2 Nr. 18 RöV (´Störstrahler´) beantwortet Ihre Frage: ´Als Störstrahler gelten auch Elektronenmikroskope, bei denen die erzeugte Röntgenstrahlung durch Detektoren ausgewertet wird.´ (und das ist ja bei EDX der Fall). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heidi Bastobbi schrieb am 07.02.2017 - 14:30 Uhr:
Frage:2843 BETREFF: Röntgenbelehrung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, müssen auch die Ärzte an der sogenannten Röntgenbelehrung (Unterweisung nach $36 RöV) teilnehmen? Wir sind eine orthopädische Rehaklinik und die Ärzte ordnen nur an, führen aber nicht aus. Unsere Ärzte meinen, deshalb müßten sie nicht teilnehmen. Da jetzt die die Belehrung abhaltende Person gewechselt hat, möchten wir natürlich auf der sicheren Seite sein, wenn wir die Einladungen herausschicken. Mit freundlichen Grüßen, Heidi Bastobbi, MtRA


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bastobbi, Ärzte, die Röntgenbilder befunden (´befunden´ fällt nach § 2 Nr. 1 RöV unter den Begriff ´Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen´), müssen ebenso wie Personen, die technisch durchführen (siehe § 2 Nr. 7 RöV), regelmäßig unterwiesen werden. Das gilt auch für Ärzte, die die rechtfertigende Indikation vor der Anwendung von Röntgenstrahlung stellen (siehe § 23 Abs. 1 RöV). Deren Unterweisung ist deswegen erforderlich, weil dieser Personenkreis auch (und nicht unerheblich) über die ´Art und Weise der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen´ entscheidet und nicht nur einfach die Notwendigkeit der Untersuchung festlegt (siehe § 2 Nr. 10 RöV). Für eine diesbezügliche Entscheidung müssen diese Ärzte die betreffende Röntgeneinrichtung und deren Betriebsweise gut kennen, wozu sie sicherlich auch Zutritt zum Kontrollbereich haben müssen. Außerdem müssen sie die Möglichkeit haben und über das Wissen verfügen, das Assistenzpersonal bei der technischen Durchführung zu beaufsichtigen. Die Unterweisungspflicht nach der RöV entfällt nach unserer Meinung nur dort, wo es sich ausschließlich um Ärzte handelt, die nur die medizinische/ärztliche und nicht die rechtfertigende Indikation stellen (z.B. Überweiser oder Zuweiser). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 06.02.2017 - 21:17 Uhr:
Frage:2842 BETREFF: Einweisung durch ´ersteingewiesene´ Personen
Sehr geehrte Damen und Herren, in der Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV findet sich in der Fußnote 1 der Anlage 1 ´Geräteeinweisung nach § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RöV´ der Satz: Die durch den Hersteller/Lieferant eingewiesenen Personen sind zur Einweisung im laufenden Betrieb berechtigt. Frage: Sind die so eingewiesenen Personen auch zur Einweisung in baugleiche Röntgeneinrichtungen im laufenden Betrieb berechtigt? Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, die Grundsätze der Einweisungen des Personals in den Betrieb einer Röntgeneinrichtung sind im § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV festgelegt. In der Folge ist dann noch geregelt, dass die Einweisung bei der ersten Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung durch eine entsprechend qualifizierte Person des Herstellers oder Lieferanten erfolgen muss. Die laufende Nummer 2.1 der ´Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten nach den §§ 18, 27, 28 und 36 der Röntgenverordnung und Bekanntmachung zum Röntgenpass - Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV -´ konkretisiert dann, wer nach der erfolgten ersten Einweisung bei der Inbetriebnahme der Röntgeneinrichtung Folgeeinweisungen (z.B. beim Hinzukommen von Bedienpersonal)durchführen darf. Die Durchführung von Folgeeinweisungen darf nach der besagten Richtlinie nur durch ersteingewiesene Personen erfolgen. Dadurch soll verhindert werden, dass bestimmtes Fachwissen bei Folgeeinweisungen verloren geht. Diese Regelungen verdeutlichen, dass eine Einweisung immer nur für eine bestimmte Röntgeneinrichtung erfolgt. Wenn nun Einweisungen im laufenden Betrieb (Folgeeinweisungen) bei baugleichen Röntgeneinrichtungen durch ersteingewiesene Personen erfolgen sollen, dann muss der Strahlenschutzverantwortliche/Strahlenschutzbeauftragte nach unserer Meinung sicherstellen, dass es sich tatsächlich um eine ´identische´ Einrichtung handelt. Dies betrifft nicht nur die Hardware der Röntgeneinrichtung sondern auch die Software, Zusatzeinrichtungen und Ähnliches. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Astrid Schreiber schrieb am 06.02.2017 - 12:56 Uhr:
Frage:2841 BETREFF: Holen aus dem Frei
Hallo, wird eine Zulage fällig wenn man durch die Krankheit eines Kollegen seine Schichtzeit verlängern muss? Mein Arbeitgeber meint es sei nur ´Mehrarbeit´. Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schreiber, wir bein Forum Röntgenverordnung wissen ja viel (im Strahlenschutz). Aber bei Ihrer Frage sind auch wir sprachlos oder, besser gesagt, überfordert. Unser Rat ist, dass Sie sich an die Experten der Arbeitsschutz- oder Gewerbeaufsichtsämter bzw. bei den Gewerkschaften wenden. Dort erhalten Sie sicherlich kompetente Auskünfte zu Arbeitszeiten, Mehrarbeit, Schichtzeit oder Bereitschaftszeiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. H. Diewald schrieb am 06.02.2017 - 10:46 Uhr:
Frage:2840 BETREFF: Aufbewahrung von DVT-Datensätzen zur Planung
Sehr geehrter Herr Professor, müssen Datensätze, die zur Planung von Ops, z.B. bei dentalen Implantaten, genauso wie der orginale Datensatz aufbewahrt werden? Ich bedanke mich für Ihre Antwort! Mit freundlichen kollegialen Grüßen H. Diewald


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. Diewald, wenn in diesen OP-Planungen, die mit DVT durchgeführt werden, auch radiologische Datensätze enthalten sind, weil man für diese Planungen Röntgenbilder benötigt, kann man folgendes ganz pauschal sagen: Es ist egal, zu welchem Zweck radiologische Daten und Bilder, die mit einer Röntgentätigkeit zu tun haben, entstehen und wofür sie benötigt werden, sie fallen alle unter die Bestimmungen des § 28 RöV („Aufzeichnungspflichten“). Sie müssen also aufbewahrt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anna schrieb am 02.02.2017 - 13:14 Uhr:
Frage:2839 BETREFF: Seitliche Ellbogen Aufnahme
Hallo! Bei der seitlichen Ellbogen Aufnahme wird die Hand normalerweise seitlich gelagert. Jedoch habe ich gesehen, dass auch viele die Hand in Pronationsstellung lagern. Welchen Unterschied macht das? Hat diese Aufnahme einen speziellen Namen?


1. Antwort: Hallo Anna, eine Antwort auf diese Frage scheint in der radiologischen Praxis nicht einheitlich auszufallen. So könnte beispielsweise ein wichtiges Entscheidungskriterium sein: Wenn die Hand flach aufliegt, kommt der Gelenkspalt nicht klar zur Darstellung. Daneben gibt es auch Spezialaufnahmen, die man sich am besten in den einschlägigen Einstellbüchern ansehen kann. So gibt es ein Buch, auf das wir hier im Forum RöV durchaus hinweisen können und dürfen, weil es auch frei im Netz zu haben ist: http://www.ixray.de/PDF/PDFTKTeile.pdf Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Aneta aus Polen schrieb am 02.02.2017 - 11:32 Uhr:
Frage:2835 BETREFF: Unfallbedingte und unbeabsichtigte Expositionen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können Sie mir hinweisen, welche deutsche Gesetze festlegen, was man im Falle enie unbeabsichtigte Exposition machen muss? Zum Beispiel wenn im Strahlentherapie höhere als geplannte Dosis benutzt war? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, Aneta Dabrowska.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dabrowska, in Deutschland gibt es unterschiedliche Regelungen, die bei einer überhöhten oder unbeabsichtigten medizinischen Strahlenexposition angesprochen werden können. Wir haben zwei Verordnungen: 1) die Röntgenverordnung (RöV) für die Anwendung von Röntgenstrahlung hauptsächlich in der Diagnostik, 2) die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) für den Umgang mit radioaktiven Stoffen (Schwerpunkt: Nuklearmedizin) und für den Betrieb hauptsächlich von Elektronenbeschleunigern in der Strahlentherapie. Für die Anwendung dieser Strahlenquellen existieren in der RöV und StrlSchV genaue Vorgaben für Umgangs- oder Betriebsgenehmigungen dieser Einrichtungen in Krankenhäusern und Arztpraxen. Zuständig dafür sind in den Bundesländern (z.B. Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen usw.) die dort örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörden, die von Land zu Land nicht immer einheitlich benannt sind: z.B. Gewerbeaufsichtsämter, Arbeitsschutz- oder Umweltämter oder Bezirksregierungen. Da die Zuständigkeit dieser Behörden in den einzelnen Bundesländern im Detail etwas unterschiedlich organisiert ist, gilt unsere Empfehlung an Sie, sich an das Arbeits- oder Umweltministerium desjenigen Bundeslandes zu wenden, das in Ihrem Fall anzusprechen ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen Szanowna Pani Dabrowska, w Niemczech istnieja dwa rozporzadzenia dotyczace przestrzegania radioaktywnej expozycji w celu nie przekroczenia granicy dopuszczalnej medycznie: 1) Rozporzadzenie dotyczace uzycia promieni Röntgena, tzw.Röntgenverordnung (RöV) glownie w diagnostyce. 2) Rozporzadzenie tzw. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) dotyczace sposobu uzycia radioaktywnych produktow (glownie w medycynie nuklearnej) przy obsludze funkcji akceleratora elektronow w radioterapii. W celu stosowania tych zrodel promieniowania istnieja w RöV i StrlSch dokladne wskazania dotyczace uzycia i zezwolenia na stosowanie tej terapii w szpitalach i gabinetach lekarskich. Odpowiedziani za te sprawy sa Landy(tzw.kraje zwiazkowe) n.p. Nadrenia-Westfalia, Bawaria, Saksonia itd., w ktorych znajduja sie odpowiedzialne za sprawy urzedy, ktore to nie zawsze nazywaja sie w kazdym z tych Landow jednakowo. W niektorych Landach n.p. nazywaja sie ; Gewerbeaufsichtsamt, Arbeitsschutz- albo Umweltamt lub Bezirksregierung. Poniewaz ich kompetencje roznia sie w szczegolach w poszczegolnych Landach organizacyjnie, zalecam Pani najlepiej od razu zwrocic sie w Pani sprawie bezposrednio do Ministerstwa Pracy lub Ministerstwa Ochrony Srodowiska w danym Landzie. Serdecznie pozdrawiam K.Ewen (Ich hoffe, die Übersetzung ins Polnische hilft Ihnen etwas)



  Günther W. schrieb am 01.02.2017 - 07:42 Uhr:
Frage:2834 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, lt. Bundesamt für Strahlenschutz ist es ausreichend in regelmäßigen Abständen zehn beliebig aufeinanderfolgende Strahlenanwendungen zu mitteln und mit den DRW zu vergleichen. Bei Überschreitungen ist der Ursache nachzugehen. Gibt es jedoch Gründe für die Überschreitung (z.B. Körpermaße, schwieriger Patient) ist die Überschreitung erklärbar und keine Maßnahmen erforderlich (wobei der Standardpatient mit 70 ± 3 kg wohl deutlich unter dem Durchschnittsgewicht liegen dürfte). Müßten die erklärbaren Überschreitungen bei der Mittelung nicht ignoriert werden? Was wird eigentlich als regelmäßiger Abstand akzeptiert (wöchentlich, monatlich?)? Nach dem „Leitfaden zur Handhabung der diagnostischen Referenzwerte in der Röntgendiagnostik“ liegt eine „beständige Überschreitung der DRW“ vor, wenn der arithmetische Mittelwert (von 10 Dosisparameter-Einzelwerten) in zwei aufeinanderfolgenden Prüfungen die Schwelle ´DRW + 30%´ einer Untersuchungsart überschreitet. Ist damit eine beständige Überschreitung von 20 % akzeptabel und widerspricht das nicht den Erläuterungen des BfS? Ist es richtig, daß die beständige Überschreitung der DRW und das Ausbleiben einer Überprüfung durch den Anwender / Betreiber als Körperverletzung angesehen wird? Vielen Dank. MfG G.W.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wegue (?), an sich wären Ihre Fragen zum Thema „Diagnostische Referenzwerte (DRW)“ besser bei einer Ärztlichen Stelle aufgehoben. Aus deren Umfeld stammen auch einige Antworten hier in diesem Text. 1) Müssten die erklärbaren Überschreitungen bei der Mittelung nicht ignoriert werden? Die Meinung ist „nein“. Es gab mal eine Untersuchung vom BfS, nach deren Erkenntnissen durch die Mittelung der Daten von 10 zufällig festgelegten Patienten der Dosismittelwert relativ genau abgebildet wird. Man würde ja beispielsweise zur Mittelwertbildung nicht gerade die Dosiswerte von sehr schlanken Patienten zu Grunde legen. Wie die dem BfS übermittelten Dosiswerte dort statistisch weiter aufbereitet werden, entzieht sich unserer Kenntnis. 2) Was wird eigentlich als regelmäßiger Abstand akzeptiert (wöchentlich, monatlich)? Die Ärztlichen Stellen fordern nach der Vorgabe der „Richtlinie ärztliche und zahnärztliche Stellen“ regelmäßig von den Betreibern von Röntgeneinrichtungen Unterlagen zur Qualitätssicherung an. Die o.g. „Regelmäßigkeit“ kann je nach Qualität der zugesandten Unterlagen zwischen ein paar Monaten und maximal zwei Jahren schwanken. 3) Ist damit eine beständige Überschreitung von 20 % akzeptabel und widerspricht das nicht den Erläuterungen des BfS? Laut Leitfaden sind DRW als Dosiswerte definiert, die mit den für die jeweilige Untersuchungsart geeigneten Röntgeneinrichtungen erreicht werden. Am besten geeignet ist in diesem Zusammenhang eine teils „heterogene Gerätelandschaft“. Bei „konventionellen“ Röntgenuntersuchungen (Projektionsradiographie) werden zum Erreichen einer ausreichenden diagnostischen Bildqualität als Bildempfänger (noch) das Film-Folien-System (analog) sowie digital die Speicherfolie („CR-System“) und der Festkörperdetektor („DR-System“) mit teils unterschiedlicher Bildempfängerdosis und somit entsprechend unterschiedlicher Strahlenexposition eingesetzt. Die Ärztlichen Stellen verlangen, dass auch bei Überschreitung einzelner Werte dies begründet sein muss. Ohne Begründung ist auch eine 20%ige Überschreitung nicht akzeptabel. Die Ärztlichen Stellen beraten diesbezügliche Betreiber im Rahmen einer Optimierung, wie sie in § 16 Abs. 2 RöV festgelegt ist: „Feststellung, dass die erforderliche Bildqualität mit einer möglichst geringen Strahlenexposition erreicht wird“. Nach Erfahrungen der Ärztlichen Stellen ist der DRW-Wert bei den meisten Röntgenuntersuchungen bei korrekter Anwendung leicht zu unterschreiten. 4) Ist es richtig, dass die beständige Überschreitung der DRW und das Ausbleiben einer Überprüfung durch den Anwender / Betreiber als Körperverletzung angesehen werden? Als Strahlenschutzverantwortlicher / -beauftragter muss man über die Bedeutung und die Größenordnung der DRW ausreichend informiert sein, zumal dieses Thema in den Aktualisierungskursen regelmäßig angesprochen und diskutiert wird. In einer radiologischen Abteilung muss man einfach wissen, „wo man mit seinen Dosiswerten liegt“, um bei Defiziten entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Die Durchführung der Konstanzprüfungen ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Erkenntnisquelle. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dinah Cathrina Moritz schrieb am 28.01.2017 - 09:35 Uhr:
Frage:2833 BETREFF: Refertigende Indikation für Schädel CT im Jahr 2007
Sehr geehrte Damen und Herren, meine Frage bezieht sich auf die rechtfertigende Indikation im Sinne der Röntgenverordnung für ein Schädel CT im Jahr 2007 mit der Begründung ´zunehmende Denkstörungen´. Es wäre super wenn Sie mir eine Hilfestellung diesbezüglich geben könnten, da meine juristische Rechsche eider nicht bisher leider nicht sonderlich erfolgreich war. Ich benötige die Antwort auf diese Frage für eine Begutachtung durch den MDK des Landes Bremen für die Begutachtung eines Behandlungsfehlers.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Moritz, ich (als Physiker) habe Ihre Frage an einen radiologischen Kollegen weitergegeben, der viel mit CT und MRT zu tun hat. Dessen Meinung zur Abklärung der Ursachen von „zunehmenden Denkstörungen“ mittels CT ist durchaus positiv, und es gibt nach seiner fachlichen Ansicht eine Reihe medizinisch-radiologischer Gründe für eine Stellung der rechtfertigenden Indikation. Ganz vorne, aber nicht ausschließlich, steht dabei die Sicherstellung, dass Durchblutungsstörungen und Tumore auszuschließen sind. Mir ist klar, dass diese wenigen Sätze den Informationsbedarf zu Ihrer Fragestellung wohl nicht vollständig ausschöpfen können. Empfehlenswert ist sicherlich ein Rundblick im Internet, den ich auch genommen habe. Man findet dort einige Beiträge zum Thema rechtfertigende Indikation, unter anderem auch zur Durchführung computertomographer Untersuchungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stephan schrieb am 27.01.2017 - 21:43 Uhr:
Frage:2832 BETREFF: Nachfrage
Guten Tag. Vielen Dank für die Antwort. Ich habe mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Der Patient kam in die Praxis, als der Radiologe schon außer Haus war, aber eine MTRA noch anwesend, mit einem Überweisungsschein eines Arztes. Darf dann die MTRA die Röntgenaufnahme anfertigen, falls der anfordernde Arzt fachkundig sein sollte? Falls der Arzt nicht fachkundig sein sollte, dürfte die Sache klar sein, da niemand die rechtfertigende Indikation stellen kann. Danke nochmals


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brock (oder Herr Stephan?), richtig ist, dass die MTRA die Röntgenuntersuchung auch dann technisch durchführen darf, wenn sich kein fachkundiger Arzt in der Nähe befindet. Die vor der technischen Durchführung notwendige rechtfertigende Indikation darf u.E. jedoch nur ein fachkundiger Arzt stellen, der in die Strahlenschutzorganisation des ´Betreibers (Strahlenschutzverantwortlichen)´ der Röntgeneinrichtung eingebunden ist. Dies ist auch plausibel, da zur rechtfertigenden Indikation die geeignete Durchführungsmethode gehört, die wiederum abhängig von der technischen Ausrüstung ist. Diese technische Ausrüstung ist aber einem ggf. fachkundigen Überweiser oder Zuweiser i.d.R. nicht bekannt. Außerdem gehört zur rechtfertigenden Indikation auch die Nutzen-/Risiko-Abwägung, die auch nur durch einen fachkundigen Arzt erfolgen kann (darf), der das vorhandene Equipment ausreichend beurteilen kann. Nicht zuletzt bleibt die Verantwortung für die Röntgenuntersuchung beim ´Betreiber´ der Röntgeneinrichtung und seinen fachkundigen Ärzten. Auch darum muss die rechtfertigende Indikation durch fachkundige Ärzte erfolgen, die im Direktionsbereich des ´Betreibers´ der Röntgeneinrichtung tätig sind. Dieses ergibt sich auch aus den Pflichten des Strahlenschutzverantwortlichen, die u.a. in § 15 Abs. 1 Ziffer 4 RöV aufgeführt sind (direkter Bezug auf § 23 Abs. 1 - Stellung der rechtfertigenden Indikation). Da es grundsätzlich nicht zur Aufgabe von MTRA gehört, die rechtfertigende Indikation von fachkundigen Ärzten zu beurteilen bzw. zu korrigieren (auch nicht die von externen fachkundigen Ärzten), ist die von Ihnen beschriebene Durchführung einer Röntgenuntersuchung nach unserer Meinung i.S. der RöV nicht zulässig. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stephan schrieb am 27.01.2017 - 21:21 Uhr:
Frage:2831 BETREFF: Nachfrage
Guten Tag. Vielen Dank für die Antwort. Ich habe mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Der Patient kam in die Praxis, als der Radiologe schon außer Haus war, aber eine MTRA noch anwesend, mit einem Überweisungsschein eines Arztes. Darf dann die MTRA die Röntgenaufnahme anfertigen, falls der anfordernde Arzt fachkundig sein sollte? Falls der Arzt nicht fachkundig sein sollte, dürfte die Sache klar sein, da niemand die rechtfertigende Indikation stellen kann. Danke nochmals


1. Antwort: Die Frage wurde versehentlich 2x gestellt! Antwort: Siehe Frage Nummer 2832 K. Ewen



  Stephan schrieb am 26.01.2017 - 19:58 Uhr:
Frage:2830 BETREFF: Röntgen ohne anwesenden Arzt
Guten Tag. Meine Frage wäre: Darf in einer radiologischen Praxis von einer MTRA noch ein Röntgenbild (z.B. Hand in 2 Ebenen) angefertigt werden, wenn kein Radiologe mehr anwesend ist (z. B. abends)? Der zuweisende Arzt ist in der Praxis bekannt und besitzt die (Teil-)Fachkunde und wäre berechtigt, eine rechtfertigende Indikation zu stellen, ist aber natürlich auch nicht vor Ort. Danke Stephan


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brock, zunächst grundsätzlich: Bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation durch einen entsprechend fachkundigen Arzt muss dieser die Möglichkeit haben, den Patienten vor Ort untersuchen zu können (§ 23 Abs. 1 RöV). Folgerung daraus: Dieser Arzt muss also deswegen vor Ort sein. Die rechtfertigende Indikation muss natürlich zeitlich vor der eigentlichen Untersuchung erfolgen – welche Zeitspanne davor ist in der RöV nicht festgelegt. Eine MTRA darf ohne Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen (§ 24 Abs. 2 RöV), sie darf aber nicht die rechtfertigende Indikation dazu stellen. Ihrer Frage hört sich so an, ob eine MTRA nach einer schon (im o.g. Sinne ordnungsgemäß) abgelaufenen Röntgenuntersuchung aus welchen Gründen auch immer „noch“ (also nachträglich) eine Röntgenaufnahme anfertigen darf, deren Notwendigkeit aber nicht in der o.g. schon gestellten rechtfertigenden Indikation enthalten ist. Wenn das so gemeint sein sollte, wäre dieses Vorgehen nicht korrekt, da für diese „Zusatzuntersuchung“ eine weitere rechtfertigende Indikation gestellt werden müsste, dies aber nicht möglich ist, weil ein entsprechend fachkundiger Arzt nicht vor Ort ist. Der überweisende oder zuweisende Arzt darf, auch wenn er über Fachkunde im Strahlenschutz verfügt, in diesem Fall die rechtfertigende Indikation nicht stellen, da er nicht in die betriebliche Strahlenschutzorganisation eingebunden ist (vgl. Paragraph 23 Abs. 1 Sätze 4 und 5 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Brigitte Oberdorf schrieb am 24.01.2017 - 14:21 Uhr:
Frage:2829 BETREFF: Aktualisierung im Strahlenschutz
Hallo Herr Prof Ewen Ich habe 2013 die Aktualisierung gemacht. Und zwar: Fachkunde im Strahlenschutz nach Paragraph 30 StrSchV sowie nach Paragraph 18a der RöV. Welcher Kurs ist nun für nuklearmedizin und welcher berechtigt mich CTs zu fahren? Da ich nur noch Bereitschaftsdienste im Röntgen mache, möchte ich auch nur dafür die Fachkunde erneuern. Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Oberdorf, aus Ihrer Fragestellung könnte man schließen, dass Sie MTRA sind. Denn nur Ärzte und MTRAs können Fachkunde im Strahlenschutz erwerben. Und da Sie hier den Begriff ´CT fahren´ anführen, wäre der Schluss nahe, dass Sie damit die technische Durchführung von CT-Untersuchungen meinen. Wenn das also so sein sollte, müssen Sie diese Fachkunde aktualisieren, und zwar im Rahmen eines entsprechenden Kurses, der (da Sie nuklearmedizinisch nicht mehr tätig sein wollen) nur nach RöV veranstaltet wird (CT ist inbegriffen) und der 8 Unterrichtsstunden dauert. Wo derartige Kurse in Ihrem räumlichen Umfeld veranstaltet werden, kann man im Internet herausfinden oder über die örtlich zuständige Ärztekammer erfahren. Noch ein Tipp: Überlegen Sie sich es noch einmal, ob Sie die Fachkunde nach StrlSchV sicherheitshalber nicht auch aktualisieren wollen, denn ein entsprechender Kurs für StrlSchV und RöV zusammen dauert nur 4 U-Stunden länger als der ´reine´ RöV-Kurs. Aber Ihre StrlSchV-Fachkunde wäre für weitere 5 Jahre gesichert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Münzer schrieb am 22.01.2017 - 13:36 Uhr:
Frage:2827 BETREFF: Detektorsysteme
Müssen- und wenn ja, wie oft- Detektorsysteme im Röntgen gewartet werden?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Münzer, es gibt keine zu § 66 Abs. 2 StrlSchV analoge Wartungspflicht nach der RöV. Im Rahmen von nach § 16 Abs. 3 RöV regelmäßig durchzuführenden Konstanzprüfungen (KP) kann man allerdings ziemlich genau feststellen, ob die in KP-Normen bzw. in der Qualitätssicherungs-Richtlinie festgeschriebenen Toleranzen, Grenzwerte, etc. eingehalten sind oder nicht. Diese Pflicht zu regelmäßig durchzuführenden Konstanzprüfungen ähnelt aber in gewissem Sinne einer internen Sicherheitsprüfung der Einrichtung (z.B. des Detektorsystems), wie sie auch im Rahmen einer Wartung vorgenommen werden würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rengin Attin schrieb am 21.01.2017 - 18:10 Uhr:
Frage:2825 BETREFF: Bleigleichwert Trockenbau
Sehr geehrte Damen und Herren.Ich werde ein digitales Gerät für Orthopantomographie und Fernröntgenseitenbild erwerben. Wie muss ich den Bleischutz bei der Trockenbauwand gestalten. Reichen 0,5 mm aus? MfG


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Attin, man muss zwischen Wandbereichen unterscheiden, die nicht von der Nutzstrahlung getroffen werden können, also nur gegen sog. Störstrahlung abzuschirmen sind, und dem Wandbereich, der eine Abschirmung gegen Nutzstrahlung von Fernröntgenaufnahmen erfordert. Eine Abschirmung mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm reicht für alle Wände aus, mit Ausnahme der Wand, auf die die Nutzstrahlung beim Fernröntgenbetrieb gerichtet ist. Der in diesem Fall erforderliche Bleigleichwert hängt vom Abstand zwischen Röntgenstrahler und abzuschirmendem Aufenthaltsplatz und von dem dort festzulegenden Dosisgrenzwert ab. Sollte der Abstand im Bereich zwischen 2,0 bis 2,5 m liegen und der Grenzwert 1 mSv im Jahr betragen, dann wäre für die Abschirmung der Nutzstrahlung im Fernröntgenbetrieb ein Bleigleichwert von 1,25 mm erforderlich. Die Bestimmung des baulichen Strahlenschutzes in der Röntgendiagnostik geschieht nach DIN 6812 („Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV – Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes“). Sie werden verstehen, dass wir keine Garantie für diese Auskunft übernehmen können. Ich empfehle Ihnen, sich diesbezüglich mit der Lieferfirma dieser Röntgeneinrichtung in Verbindung zu setzen oder vielleicht mit einem behördlich bestimmten Sachverständigen, der auch später nach Fertigstellung der Installation die Überprüfung des Strahlenschutzes nach § 4 Abs. 2 RöV vornehmen soll (Liste der Sachverständigen im jeweiligen Bundesland: siehe Internet). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frank schrieb am 20.01.2017 - 11:24 Uhr:
Frage:2824 BETREFF: Schutzschürzen
Guten Tag, ich hätte eine Frage zur Überprüfung von ´in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´ gemäß DIN 6857-2. Im Moment sind Personen unterwegs die den Betreibern (Krankenhäuser) die regelmäßige Prüfung nach der o. g. DIN-Norm ´verkaufen´ möchten. Nach deren Aussage ist diese Prüfung unbedingt gesetzlich vorgeschrieben. Ich habe nun mehrere Sachverständige angerufen und keiner konnte mir genau sagen, ob diese Prüfung wirklich schon gesetzlich notwendig ist. Wie mir gesagt wurde, wird es doch erst mit der Einführung der ´neuen´ SV-RL erforderlich sein. Wie soll man sich nun verhalten ? Gruß


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Frank, in der zurzeit noch geltenden Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) ist die DIN 6857-2 gar nicht erwähnt. Das kann auch nicht sein, weil diese Norm relativ neu ist (August 2016). Im jetzt vorliegenden Entwurf der novellierten SV-RL findet man in den entsprechenden Prüfpositionen „Persönliche Schutzausrüstung ohne Mängel“ die Ergänzung „Prüfung nach DIN 6857-2 durchgeführt von: …. am …. „ . Aber eine Norm hat grundsätzlich aus sich heraus keine Rechtsverbindlichkeit wie eine Verordnung oder ein Gesetz. Aber man ist gut beraten, wenn man Normen in die Überprüfungsmodalitäten mit einbezieht, um auf diese Weise der Forderung des § 3 Abs. 2 Nr. 5 RöV nach Einhaltung des Standes der Technik nachzukommen. Aber grundsätzlich muss das nicht über den Weg einer Norm geschehen. Es ist denkbar, dass auch außerhalb einer Norm formulierte Prüfverfahren akzeptiert werden können, wenn sie zu demselben Schutzziel führen wie das im normativen Bereich der Fall ist. Zur Durchführung von Prüfungen nach DIN 6857-2 wird man auch Röntgenstrahlung benötigen (siehe Kap. 4.3 in der Norm). Schürzenprüfungen können sowohl vom hauseigenen Personal unter Verantwortung einer im Strahlenschutz fachkundigen Person (Arzt, Physiker, MTRA) als auch im Auftrag von externen Institutionen durchgeführt werden. Von Letztgenannten muss beachtet werden, dass bei Nutzung von Röntgenstrahlung die Bestimmungen des § 6 RöV einzuhalten sind. Fazit: 1) In der noch gültigen SV-RL ist von einer „Prüfung nach DIN 6857-2“ nicht die Rede, weil diese Norm bei Inkrafttreten der Richtlinie noch nicht existierte. 2) Der Zeitpunkt des Inkrafttretens einer neuen SV-RL (mit Einbeziehung der DIN 6857-2) ist noch unbekannt. 3) Eine Norm ist keine gesetzliche Vorschrift. 4) Eine regelmäßige Prüfung von Schutzkleidung ist für das radiologische Personal wichtig. Die DIN 6857-2 ist in dieser Hinsicht ein empfehlenswertes Regelwerk, auch wenn sie kein Gesetz oder keine Verordnung ist. 5) Mit der Schürzenprüfung sollte man möglichst bald beginnen und nicht warten, bis die neue SV-RL in Kraft getreten ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dirk Busch schrieb am 19.01.2017 - 16:07 Uhr:
Frage:2823 BETREFF: Nachtrag zu Frage:2821 - rechtfertigende Indikation – Änderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, für die Beantwortung bedanke ich mich erneut und zutiefst. Mit Ihrer Aussage „Es ist für uns nicht vorstellbar, dass eine rechtfertigende Indikation gestellt wird, ohne dass es überhaupt eine Fragestellung gibt (sozusagen ins Blaue hinein)“ bzw. „kann u.E. später nicht geändert werden“ haben Sie umschrieben, wie sich mir der Vorgang unter Betrachtung meines Wissens zum Inhalt der RöV dazu dargestellt hat. Schriftliche Überweisung vom Kollegen mit der „Fragestellung“: Der Patient erlitt einen Unfall mit einer Schädigung des N. radialis recht. Bitte Rö: Rechtes Handgelenk in zwei Ebenen. In der Praxis ist weder der Patient noch seine Anamnese bekannt. Noch ist bekannt, dass dem Kollegen sowohl diverse Rö-Befunde der Hand aus dem Verlauf der letzten Jahre vorliegen noch ist der Praxis bekannt, dass der Kollegen darüber informiert ist, dass eine etwa 6 Monate alte MRT Handspule mit Kontrastmittel (V. a. Arthrose) vorliegt, die alle pathologische össäre Veränderungen ausschlossen (unauffälliger Normalbefund des Skeletts). Eine körperliche Untersuchung/Anamneseerhebung/weitere Abklärung bei dieser „Fragestellung“ durch den Radiologen erfolgt ebenfalls nicht, es liegt auch keine wie auch immer geartete Dokumentation dazu vor. Vor und zum Röntgen liegt einzig oben genannte „Fragestellung“ des überweisenden Kollegen als „rechtfertigende Indikation“ vor. Nach dem Röntgen der Hand liegt vom Radiologen mit Datum einen Tag später das Rö-Bild befundet vor und zum Rö-Befund wird als Indikation dokumentiert: anhaltende Beschwerden nach Trauma mit Schmerzen über dem Handgelenk. Fragestellung eines CRPS I. Ossäre Veränderungen? Demineralisierung? Ich werde Ihren Vorschlag aufgreifen. MfG Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, ich interpretiere diesen Ihren Text nicht als eine weitere Fragestellung sondern als einen kommentierenden Beitrag zu diesem auch bei Strahlenschutzkursen häufig und manchmal auch heftig diskutierten Thema ´Rechtfertigende Indikation´. Ich gebe Ihren Dank auch an einen Kollegen weiter, der mir nicht selten bei kniffeligen Problemfällen im rechtlichen Strahlenschutz fachliche Ratschläge erteilt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lena Brecht schrieb am 19.01.2017 - 14:12 Uhr:
Frage:2822 BETREFF: Schürzenprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir führen in unserem Hause derzeit Schürzenprüfungen durch, hierbei ist ein Hersteller sehr auffällig, da die Schürzen fast durchgehend Löcher bzw. Aufhellung aufweisen. Diese befinden sich zum teil im Naht und Randbereich. Laut des Herstellers wäre dies nicht gravierend / Ausschlaggebend da diese nicht im Brustbereich sind. Ist denn nicht jegliche Strahlenexposition zu vermeiden? Meine Kollegen und ich haben kein gutes Gefühl diese Schürzen weiter anzuziehen. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brecht, die Prüfung von Röntgen-Schutzkleidung geschieht nach DIN 6857-2. In dieser Norm, die Sie vielleicht kennen bzw. die Sie kennen sollten, wenn Sie Strahlenschutzschürzen prüfen, wird erläutert, wie man bei diesen Prüfungen vorgehen sollte, welche Prüfmethoden es gibt und wie man Mängel erkennen kann (siehe u.a. den Anhang A dieser Norm). Man muss schon ein wenig Erfahrung mit diesen Prüfmethoden haben und vor allem bei Prüfungen mit Röntgenstrahlung in der Lage sein, Mängel, also Defekte, die eine Minderung der Schutzwirkung haben könnten, von „harmlosen“ Strukturen, wie z.B. Nähte und Falten, unterscheiden zu können. Im Anhang B der genannten Norm sind graphische Bilder von Schürzen gezeigt, in denen die Bereiche gekennzeichnet sind, die man bei der Tastprüfung besonders beachten sollte. Natürlich muss die gesamte Fläche der Schürze untersucht werden und keineswegs nur der Brustbereich. Es ist kaum vorstellbar, dass sich „jemand vom Fach“ so unqualifiziert äußert bzw. geäußert hat. Uns ist es allerdings nicht bekannt (und verwundert uns auch), dass besonders bei einem Hersteller eine gehäufte Zahl von Mängeln festgestellt worden sei. Wichtig: Nicht jede Aufhellung im Röntgenbild ist ein „Loch“ (siehe oben), also eine Stelle verminderter Abschirmwirkung (siehe in der Norm auch die Anmerkung in 4.1.1, die Anmerkung 2 in 4.3.2.2 und die Anmerkung 2 in 4.3.2.4). Titel der Norm: DIN 6857-2 „Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung – Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung“ von August 2016. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dirk Busch schrieb am 18.01.2017 - 19:20 Uhr:
Frage:2821 BETREFF: Nachfrage zu Frage:2819 - rechtfertigende Indikation – Änderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, für die Beantwortung meiner Frage bedanke ich mich. Leider bleibt trotzdem ein mir wesentlicher Teil meiner Frage offen. Ist es korrekt, dass die rechtfertigende Indikation vom Radiologen/fachkundigem Arzt vor durchzuführendem Röntgen zu stellen ist? Ist es korrekt, dass eine nachträgliche Änderung nach durchgeführtem Röntgen der zum Röntgen vorliegenden, rechtfertigenden Indikation unzulässig ist? Für mich ist eine Aussage dazu insofern wichtig, da es im Rahmen von Arbeitsplatzumstrukurierung vorkommen könnte, daß der Überweisungsauftrag erst nach durchgeführtem Röntgen zur Befundung gesehen würde - und damit auch die Prüfung und Änderung der rechtfertigenden Indikation erst nach dem Röntgen stattfinden würde. Soweit ich die RöV verstanden habe, wäre die unzulässig. Mit herzlichem Dank im Voraus Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, es ist richtig, dass der fachkundige Arzt die rechtfertigende Indikation in jedem Einzelfall vor der Röntgenuntersuchung stellen und zeitnah dokumentieren muss (dabei mag dahingestellt bleiben, ob die Dokumentation in jedem Fall vor der Untersuchung erfolgen kann – man denke hier an Röntgendurchleuchtungen). Es ist für uns nicht vorstellbar, dass eine rechtfertigende Indikation gestellt wird, ohne dass es überhaupt eine Fragestellung gibt (sozusagen ins Blaue hinein). Unerheblich ist, ob die Fragestellung schriftlich oder mündlich bzw. telefonisch erfolgt. Die rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlung wird sich i.d.R. genau auf die Fragestellung beziehen und kann u.E. später nicht geändert werden, denn die tatsächliche Anwendung erfolgte ja auf der Grundlage genau dieser rechtfertigenden Indikation. Wenn z.B. eine mündliche Fragstellung später schriftlich vorgelegt wird und sich dabei Ergänzungen oder Änderungen ergeben, dann muss der fachkundige Arzt entscheiden wie er damit umgeht und ob ggf. zusätzliche rechtfertigende Indikationen und Untersuchungen erforderlich sind. Auch hier ist wieder eine Dokumentation erforderlich, die evtl. auch Begründungen für die zusätzlichen Untersuchungen enthalten muss. Da dieses Vorgehen plausibel abgebildet werden kann, erschließt sich für uns nicht die Notwendigkeit einer Änderung der rechtfertigenden Indikation. Erklärbar, aber auch nicht zulässig wäre eine nachträgliche Änderung, wenn die rechtfertigende Indikation von einem Arzt ohne Fachkunde im Strahlenschutz gestellt worden wäre (dies wäre nämlich mindestens eine Ordnungswidrigkeit). Noch ein Wort zu Ihrer Formulierung über die nachträgliche Prüfung der rechtfertigenden Indikation. Eine solche Prüfung ist nach der RöV nicht vorgesehen. Der fachkundige Arzt stellt die rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung aufgrund seiner Fachkompetenz. Eine spätere innerbetriebliche Prüfung ist hier nicht vorgesehen, damit besteht auch kein Grund zur Änderung. Wenn hier aber nach Ihrer Meinung Daten unzulässig verändert werden, dann sollte ein Gespräch mit den Verantwortlichen und Beauftragten für diesen Tätigkeitbereich geführt werden, ggf. ist auch die zuständige Aufsichtsbehörde und/oder die ärztliche Stelle einzubinden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dirk Busch schrieb am 16.01.2017 - 14:03 Uhr:
Frage:2819 BETREFF: rechtfertigende Indikation - Änderung
Sehr geehrte Damen und Herren, ist es Rechtens, daß erst nach durchgeführtem Röntgen die rechtfertigende Indikation des überweisenden Arztes und dazu ohne daß der Radiologe überhaupt vor dem Röntgen auch nur irgendeinen Kontakt mit dem Patienten oder nähere Angaben/Rücksprache mit dem überweisenden Kollegen hatte, auf dem Röntgenbefund geändert/angepaßt wird? Soweit ich die RöV § 28 – Aufzeichnungspflichten bzw. Richtlinie zu Aufzeichnungspflichten nach den §§ 18, 27, 28 und 36 der Röntgenverordnung und Bekanntmachung zum Röntgenpass, 56. Sitzung des Länderausschusses Röntgenverordnung, 19. Juni 2006, TOP C 9 - RdSchr. d. BMU v. 31. 7.2006 - RS 11 4 - 11432/10 - 3. Arbeitsanweisungen nach § 18 Abs. 2 RöV/3.1 Untersuchung mit Röntgenstrahlung verstehe, gilt nach § 28 RöV, Satz 1, Abs. 4 „Angaben zur rechtfertigenden Indikation nach § 23 Abs. 1 Satz 1“ bzw. als Schlußsatz des Satzes 1 „Die Aufzeichnungen sind gegen unbefugten Zugriff und unbefugte Änderung zu sichern“. MfG Busch


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Busch, die rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung stellt nicht der überweisende (in der Regel nicht fachkundige) Arzt, sondern ein für das Gesamtgebiet oder für das entsprechende Teilgebiet fachkundiger Arzt, der auch für den Betrieb der Röntgeneinrichtung vor Ort verantwortlich ist (z.B. ein Radiologe). Der überweisende Arzt stellt eine medizinische/ärztliche Indikation, d.h. er hat eine bestimmte Fragestellung, die er an den fachkundigen Arzt zur weiteren Entscheidung weitergibt. Der fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation zur Durchführung der Röntgenuntersuchung stellt, muss in der Regel keinen Kontakt mit dem überweisenden Arzt aufnehmen. Ausnahmen hiervon könnten sich ergeben, wenn die rechtfertigende Indikation in weitem Maß von der medizinischen Fragestellung des „Überweisers“ abweicht. Insoweit liegt die Dokumentation der rechtfertigenden Indikation und der Befundung eindeutig in der Verantwortung des fachkundigen Arztes. Nach unserer Meinung besteht in einem solchen Fall, in dem die Stellung der rechtfertigenden Indikation zeitnah zur Durchführung der Röntgenuntersuchung dokumentiert wird, auch gar nicht die Gefahr, dass Aufzeichnungen unbefugt durch den Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz geändert werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bosse Pohlmann schrieb am 12.01.2017 - 16:12 Uhr:
Frage:2818 BETREFF: Überprüfung von Röntgenschürzen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Wie ist der derzeitige Stand der Dinge in Sachen regelmäßige Kontrolle von Röntgenschürzen. Ist eine Norm in Vorbereitung oder schon umgesetzt? Ich glaube nicht, dass ich der erste bin der danach fragt, konnte aber keinen entsprechenden Forumsbeitrag finden. Ich werde mich freuen, wenn Sie mir auf die Sprünge helfen können. Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann ja, es gibt inzwischen eine Norm für die Durchführung dieser regelmäßigen Kontrollen: DIN 6857-2 ´Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung - Teil 2: Qualitätssicherung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´ von August 2016. Sie sind auch nicht der Erste, der danach gefragt hat. In dieser Norm finden Sie die empfohlenen Zeitabstände zwischen den Prüfungen und Beschreibungen der verschiedenen Prüfungsarten. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Anna schrieb am 09.01.2017 - 15:56 Uhr:
Frage:2817 BETREFF: Stitching Technik
Hallo! Ich hätte eine Frage und zwar ob bei der Stitching Technik bei Ganzbein Aufnahmen eigentlich wichtige Bildinformationen verloren gehen wegen der Bildüberschneidungen? Viele Grüße Anna


1. Antwort: Hallo Anna, die Kurzantwort auf Ihre Frage: Wichtige Bildinformationen gehen nicht verloren! Die etwas ausführlichere Antwort unter Mithilfe eines radiologischen Kollegen: Bei der Stitching-Technik handelt es sich um ein Zusammenfügen mehrerer Einzelbilder zu einem Gesamtbild, wie es klassischerweise bei einer Ganzbeinaufnahme üblich ist. Für die Durchführung wenden die Gerätehersteller, und zwar auch abhängig vom Detektortyp (Speicherfolien/Festkörper), verschiedene Techniken an. Hierbei werden in der Regel leicht (typisch: ca. 3 cm) überlappende Aufnahmen angefertigt, bei denen zusätzliche Markierungen (Kügelchen oder Kreuzchen) mit dargestellt werden. Anhand dieser Markierungen setzt die Software dann das Bild an der richtigen Stelle zu einem Gesamtbild an. Im Bereich dieser Überlappungen können leichte Artefakte oder Unschärfen auftreten, die die Diagnostik aber nicht beeinflussen, da anhand der Aufnahmen weitgehend nur Messungen vorgenommen werden und keine eigentliche Knochendiagnostik stattfindet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sascha Arnold schrieb am 09.01.2017 - 13:02 Uhr:
Frage:2816 BETREFF: Wer darf Prüfen?
Hallo zusammen, Ich habe folgende Frage. Da ja dieses Jahr die Prüfungen nach Din 6857-2 nicht mehr Hausintern stattfinden dürfen, würde ich dies gerne für andere Krankenhöuser anbieten. Welche Voraussetzungen muss ich dafür erfüllen? Muss man spezielle Seminare oder Kurse absolvieren? Vielen Dank vorab und noch eine schöne Woche Viele Grüße Sascha Arnold


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Arnold, uns hier beim Team des Forum Röntgenverordnung ist nicht bekannt, dass Qualitäts- oder Qualitätssicherungsprüfungen nach DIN-Normen (z.B. 6857-2) oder anderen Vorgaben grundsätzlich nicht mehr hausintern erfolgen dürfen. Dies kann aber durchaus auf einzelne Betriebe zutreffen, wenn die zuständige Behörde so etwas aus speziellen Gründen festgelegt hat. Wenn Sie als externer Dienstleister solche Prüfungen, zu denen i.d.R. auch Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss, anbieten wollen, dann müssen Sie diese Tätigkeit bei der für Sie zuständigen Strahlenschutzbehörde nach § 6 der RöV anzeigen. Im Rahmen dieser Anzeige müssen Sie in aller Regel eine Fachkunde im Strahlenschutz nach der RöV nachweisen. Zu den Einzelheiten dieser Fachkunde (Nachweis der Sachkunde und der theoretischen Ausbildung) sollten Sie mit der zuständigen Behörde Kontakt aufnehmen, da es unterschiedliche Fachkundegruppen gibt. Aufgeführt sind die einzelnen Gruppen in der Fachkunderichtlinie Technik nach der RöV. Etwas anders aussehen könnte das Verfahren, wenn die tatsächliche Prüfung (Einschalten der Röntgenstrahlung, ausüben der Weisungsbefugnis) durch den „Betreiber“ der Röntgeneinrichtung oder sein Personal erfolgt und Sie lediglich die Kontrolle der Prüfungsunterlagen und die Bewertung vornehmen. In diesem Fall kann man in der Regel davon ausgehen, dass Sie keine Tätigkeit im Sinne des § 6 RöV durchführen und keine Anzeige mit Nachweis der Fachkunde im Strahlenschutz erstatten müssen. Da die Bewertung der Tätigkeit aber von mehreren Umständen abhängt und unterschiedlich eingeordnet werden kann, empfehlen wir Ihnen, sich mit der zuständigen strahlenschutzrechtlichen Aufsichtsbehörde (z.B. Bezirksregierungen, Arbeitsschutzämter, Gewerbeaufsichtsämter o.ä.) zur Herstellung der notwendigen Rechtssicherheit abzusprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gleichmann schrieb am 08.01.2017 - 12:22 Uhr:
Frage:2815 BETREFF: Schleierleuchtdichte
Hallo, hat sich schon mal jemand Gedanken über den Sinn der Toleranz der Schleierleuchtdichte gemacht? Gibt es Angaben über die Messgenauigkeit der verwendeten Messgeräte bei diesem Messwert? Es wird immer wieder die Überschreitung der zulässigen Toleranz bemängelt. Hierbei denkt keiner über die Fehlergrenze bei diesem Messergebnis nach! Es wird an der unteren Grenze des Messbereiches gemessen! mfg W.Gleichmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gleichmann, normalerweise geht das im Forum RöV relativ schnell mit der Beantwortung der Fragen. Bei dieser Anfrage gab`s bei uns ein Problem. Deshalb hat es so lange gedauert. Sorry. Für alle Forumleser, die nicht so mit der Materie vertraut sind, die hier angesprochen ist, ein paar einleitende Sätze: Die sog. Schleierleuchtdichte („Lamb“) ist ein Begriff, der in der DIN 6868-157 („Abnahme- und Konstanzprüfungen nach RöV an Bildwiedergabesystemen“) eine Rolle spielt (Definition: 3.32 in der Norm). Diese muss bei der Abnahmeprüfung messtechnisch überprüft werden (siehe Tab. 3 und 8.3.3 der Norm). Auch bei der Konstanzprüfung muss Lamb grundsätzlich messtechnisch geprüft werden (siehe Tab. 7 in der Norm), aber nur unter den in den Fußnoten a und b dieser Tabelle genannten Voraussetzungen. In den Abschnitten 6.2.1 und 6.2.2 ist einiges zu den Leuchtdichte-Messgeräten gesagt. Hier noch ein paar Einzelheiten zu dem Problemfeld „Messung von Lamb und Messungenauigkeit“: Die messtechnische Prüfung von Lamb im Rahmen der Konstanzprüfung ist ja nur bei Auffälligkeiten bei der Minimaldichte erforderlich. Für die Raumklassen RK1 und RK2 kann alternativ auch die Beleuchtungsstärke bei der Konstanzprüfung gemessen werden. Das für die Abnahmeprüfung geeignete Leuchtdichte-Messgerät muss mindestens der Klasse B nach DIN 5032-7 entsprechen. (heißt: der Messfehler beträgt auch bei niedrigen Leuchtdichten maximal 10 % im spezifischen Messbereich). Auf Ihre Frage, ob sich schon jemand Gedanken über den Sinn der Toleranz der Schleierleuchtdichte gemacht hat, kann man hier im Forum nichts Eindeutiges sagen („Gedanken“?). Wir meinen aber, ja (z.B. der Arbeitskreis des NAR, der die DIN 6868-157 verfasst hat). Ob „keiner“ bei Bemängelung der Überschreitung zulässiger Toleranzen über die Fehlergrenze bei entsprechenden Messergebnissen nachgedacht hat, halten wir für unwahrscheinlich. Das ist ja geradezu der Sinn der Leuchtdichtemessungen, um derartige Überschreitungen festzustellen. Bei mobilen Systemen (siehe 8.6 der Norm) muss man natürlich ehr mit Abweichungen rechnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander schrieb am 05.01.2017 - 10:00 Uhr:
Frage:2814 BETREFF: FFA / FOA
Guten Tag , Ich bin auf der suche , wo gesetzlich verankert ist welchen FFA und FOA ich benutzen muss. Leider finde ich hier nichts. Oder gibt es keine gesetzliche Verankerung ? (denke aber mal schon, da man ja in der Schule, dass vorgeschrieben bekommt). Zumal man zb beim ELlenbogen seitlich den FFA meist in der Praxis eh nicht auf 115 hat. Für jeden Hinweis + Quellenangabe wäre ich sehr dankbar :-) Danke im vorraus


1. Antwort: Hallo Alexander, ´gesetzlich verankert´ sind Festlegungen dieser Art keineswegs. So etwas, wie Angaben zu röntgendiagnostischen Einstelltechniken, findet man beispielsweise in Leitlinien und Richtlinien, z.B. in der Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik (siehe Internet). Auskunft darüber sollten auch die örtlich zuständigen Ärztlichen Stellen (sieh § 17a RöV) geben können. Versuchen Sie es mal auf diesen Wegen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Schmidt schrieb am 03.01.2017 - 20:08 Uhr:
Frage:2813 BETREFF: Frage: EOS Strahlenbelastung und Ort
Hier im Forum wurde erwähnt, dass EOS Imaging in Hamburg durchgeführt wird. Haben Sie Informationen dazu, wo das dort möglich ist? Gibt es eine Auflistung von EOS Möglichkeiten in Deutschland? Ich interessiere mich auch für die verringerte Strahlenbelastung von EOS im Vergleich zu normalem Röntgen und wäre für einen Hinweis dankber. Danke!


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schmidt, ich beantworte Ihre Anfrage über Ihre private Mailadresse, da im Forum RöV keine Angaben zu Personen oder zu bestimmten Institutionen publiziert werden sollen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  fr Thoma schrieb am 03.01.2017 - 08:38 Uhr:
Frage:2812 BETREFF: Röv Auffrischung
Zählt für die Auffrischung immer das Datum des letzten Kurses oder das Datum der Röv und Strahlenschutzkenntnisse bzw. Fachkunde?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Thoma, die Uhr zur Aktualisierung der Fachkunde bzw. der Kenntnisse im Strahlenschutz beginnt zu ticken mit dem Datum, das auf der entsprechenden Bescheinigung der zuständigen Stelle (z.B. der örtlich zuständigen Ärztekammer) vermerkt ist. Bis spätestens 5 Jahre nach diesem Datum muss die erste Aktualisierung erfolgt sein. Die nun folgenden Aktualisierungszeitpunkte orientieren sich dann immer an dem jeweiligen Datum der (erfolgreichen und nicht länger als fünf Jahre zurückliegenden) weiteren Kursteilnahmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Werner schrieb am 02.01.2017 - 15:51 Uhr:
Frage:2811 BETREFF: MFA mit Röntgenschein
Guten Tag, mich interessiert, was MFA im sogenannten ´Röntgenkurs´ zum Erwerb des ´Röntgenscheins´ lernen. Mit diesem ´Röntgenschein´ dürfen sie röntgen und CT fahren, wenn ein fachkundiger Arzt anwesend ist. Doch ist die Ausbildung ausreichend, um alle in einem Akutkrankenhaus mit Spezialabteilungen erforderlichen Röntgenaufnahmen korrekt anfertigen zu können? Werden auch Spezialaufnahmen vermittelt? Die MTRA-Ausbildung dauert 3 Jahre. Einstelltechnik und Computertomographie nehmen einen großen Stellenwert ein. Welche Einstellungen werden in diesem 90-stündigen Röntgenkurs für MFA vermittelt? Und welche Kenntnisse und Befähigung erlernen MFA zum Fahren von CT? Und: Den Fachkräftemangel im MTRA-Bereich spürt man allerorten. Ist es hilfreich bei der Beseitigung dieses Mangels, wenn man deutlich macht, dass eine Arzthelferinnenausbildung auch ausreicht, um den komplexen Bereich in der Radiologie abdecken zu können, wenn man mit dann nur 90 Stunden ´Röntgenkurs´ die gleichen Tätigkeiten machen kann, vorausgesetzt, ein fachkundiger Arzt ist im Haus?


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Werner, Ihre Fragen sind ziemlich vielschichtig und können daher vom Team des Forum RöV auf allen betroffenen rechtlichen Ebenen nicht abschließend beantwortet werden. Wir geben uns aber alle Mühen. Zu der Frage, ob die Ausbildung zur MFA und der Erwerb deren Kenntnisse im Strahlenschutz ausreichend sind, um in einem Akutkrankenhaus mit Spezialabteilungen die anfallenden Röntgenuntersuchungen in vergleichbarer Weise wie eine MTRA technisch durchzuführen, vertreten wir, auf der Rechtsbasis der RöV, folgende Auffassung: 1) Es muss während der Röntgenuntersuchung ein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt anwesend sein („ständige Aufsicht und Verantwortung“, § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). 2) Es muss eine rechtfertigende Indikation seitens eines entsprechend fachkundigen Arztes gegeben sein (§ 23 Abs. 1 RöV). 3) Diese muss direkt oder indirekt (z.B. durch Verweis auf Arbeitsanweisungen) eine Beschreibung der jeweils korrekten Untersuchungsmethode mit einbeziehen. Diese Vorgaben, verbunden mit den erworbenen Kenntnissen im Strahlenschutz, den Einweisungen (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV), den Unterweisungen (§ 36 RöV) und der oben schon erwähnten ständigen Beaufsichtigung durch einen vor Ort anwesenden fachkundigen Arzt sollten Gewähr dafür bieten, dass die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen (siehe § 2 Nr. 7 RöV) durch MFA auf einem ausreichend hohen Qualitätsniveau erfolgt. Sollte eine MTRA diese Tätigkeit ausführen, entfällt für diese die genannte Aufsicht, d.h. sie kann die Untersuchung technisch durchführen, ohne dass ein fachkundiger Arzt in der Nähe sein muss. Nach unserem Verständnis ist eine solche ´eigenverantwortliche´ Tätigkeit nur mit der entsprechenden differenzierten Ausbildung und der damit verbundenen Fachkunde im Strahlenschutz einer MTRA möglich. Diese Unterscheidung zwischen MFA und MTRA bezieht sich hier aber nur auf die beaufsichtigte Tätigkeit (MFA) bzw. unbeaufsichtigte Tätigkeit (MTRA). Ihre Grundsatzfrage, ob die Ausbildung zur MFA überhaupt ausreichend sein kann, um auch hoch komplexe technische Durchführungen in der Radiologie zu erledigen, kann von uns im Forum RöV nicht beantwortet werden. Dazu müssten entsprechende Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) und dem Bundesumweltministerium (BMUB) geführt werden. Das gilt auch für die Frage, ob der Inhalt des Kenntniserwerbs (nachzulesen in den entsprechenden Fachkunderichtlinien) ausreicht, um anspruchsvolle Untersuchungsmethoden (z.B. CT) technisch zu realisieren. Hinzuweisen ist auf eine Änderung der RöV und StrlSchV von 2011. Mit dieser Änderung hat das Bundesumweltministerium festgelegt, dass die sonstige medizinische Ausbildung (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV) nicht nur einfach abgeschlossen, sondern ´erfolgreich´ abgeschlossen sein muss. Dies hat sicherlich dazu beigetragen, das Niveau der notwendigen Berufsausbildung der MFA zu verbessern. Wir sind der Meinung, dass die Tätigkeiten in der Radiologie ohne gut ausgebildete und gewissenhaft arbeitende MFA auf dem aktuellen Standard nicht möglich wäre, wobei bestimmte Bereiche (z.B. die Teleradiologie) nur den MTRA vorbehalten bleiben. Das Team des Forum RöV ist aufgrund eigener Erkenntnisse aus seiner praktischen Tätigkeit der Auffassung, dass in Deutschland die meisten MFA gut ausgebildet sind, gewissenhaft arbeiten und sich zielgerichtet fortbilden, um die von ihnen in der Radiologie ausgeübten Tätigkeiten qualitativ gut erledigen zu können. Natürlich gibt es, wie auch in anderen medizinisch orientierten Berufszweigen, Ausnahmen von diesem Standard. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.Hartmann schrieb am 02.01.2017 - 11:54 Uhr:
Frage:2810 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen gibt es eine Verpflichtung den Strahlenschutzbeauftragten eines Krankenhauses auf der Website zu benennen. Ich denke nein, bin aber mit dieser Frage und Vermutung konfrontiert worden. Vielen Dank für Ihre Antwort MFG Dr. Hartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, hier mit Unterstützung eines im Strahlenschutzrecht sehr gut informierten Kollegen die Antwort auf Ihre Frage: Der Strahlenschutzbeauftragte ist Teil der Strahlenschutzorganisation eines Unternehmens und nach den Vorschriften der Röntgenverordnung und Strahlenschutzverordnung ordnungsgemäß schriftlich zu bestellen. Hierüber zu informieren sind innerbetriebliche Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wie Betriebs- (Personal-) Rat und Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Außerdem muss eine Mitteilung über die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten an die zuständige Aufsichtsbehörde erfolgen. Natürlich sollten auch alle in diesen Bereichen tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert sein, wer zuständiger Strahlenschutzbeauftragter ist und wie man diesen erreicht. Eine Information nach außen auf einer Website oder mit Aushang o.ä. ist weder erforderlich noch vorgesehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Röntgenopfer schrieb am 26.12.2016 - 13:40 Uhr:
Frage:2809 BETREFF: Missbrauch mit dem Röntgen
Fast alle Ärzte und Radiologen wollen offenbar das Röntgen verharmlosen und aufschwatzen. Die §§ 7, 8, 11 der MBO-Ä sowie die Röntgenverordnung, insbesondere § 28c der RöV scheinen wie der gesamte Rechtsstaat nur auf dem Papier zu stehen. Wer „das Sagen“ hat, darf offenbar Rechtsbruch und Körperverletzung betreiben, auch Krebs besorgen. Insgesamt wurde ich innerhalb eines Jahres (November 2015 bis Dezember 2016) ca. 25 x geröntgt, davon 14 x das Handgelenk, 3 x der Oberkörper, 2 x der Kopf, 2 x der Hals, CT des Kopfes mit ca. 160 Schnitten, 2 x Röntgen des Knies. Nur 2 Aufnahmen des Handgelenks wären nötig gewesen. Ich bin überzeugt, dass mir damit Krebs besorgt wurde. Die zulässige Höchstdosis wurde sicher auch überschritten.


1. Antwort: Private Meinungen dieser Art betreffen nicht den Kompetenzbereich des Forum RöV. K.E.



  BBraun schrieb am 21.12.2016 - 12:41 Uhr:
Frage:2808 BETREFF: CT-Intervention
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der von mir betreuten radiologiachen Abteilung werden CT-gesteueurte radikuläre Infiltrationen zur Schmerztherapie von den orthopädischen Kollegen durchgeführt. Gehe ich recht in der Annahme, dass für diesen Eingriff sowohl die Fachkunde im Teilgebiet CT als auch im Teilgebiet interventionelle Radiologie vorliegen müssen? Für Ihre Mühe vielen Dank im voraus! Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Braun, zu welchem Zweck in Ausübung der Heilkunde auch immer ein CT radiologisch eingesetzt wird, muss im Sinne des § 23 Abs. 1 RöV von einem CT-fachkundigen Arzt die sog. rechtfertigende Indikation gestellt werden. Da es nicht wahrscheinlich ist, dass die genannten orthopädischen Kollegen die Fachkunde im Strahlenschutz für CT besitzen, wird diese Aufgabe wohl von dem dort tätigen Radiologen übernommen werden müssen. Also Punkt 1: CT-Fachkunde muss gegeben sein. Nach Rücksprache im entsprechend gut informierten radiologischen Umfeld liegt hier keine CT-gesteuerte Intervention sondern eine CT-gesteuerte Injektion vor. Also Punkt 2: Es ist hier keine Fachkunde für das Teilgebiet interventionelle Radiologie erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 18.12.2016 - 22:53 Uhr:
Frage:2807 BETREFF: DIN 6868-5 zu DIN 6868-151
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in der DIN 6868-151 Abnahmeprüfung wird für direkt digitale OPG-Systeme gefordert, dass der Feldrand ´an zwei gegenüberliegenden Seiten´ zu sehen sein muß. In DIN 6868-5 Konstanzprüfung wird ( m.E. richtig ) präzisiert ´oben und unten´. Die Referenzaufnahme aus der AP dient dem Betreiber als Vorlage für die KP. Aus der Differenz beider Vorschriften ergeben sich folgende Fragen : 1. Gibt es eine verbindliche korrigierende Vorgabe für die Sachverständigen, die Ref. aufnahme nach DIN 6868-5 anzufertigen? Bitte um Quellenangabe. 2. Wenn nein,kann sich der Betreiber bei der Beurteilung der KP auf die nach 151 angefertigte Ref.-aufnahme mit seitlichem Feldrand als Kriterium berufen? 3. Sind ggf. DIN 6868-5 und DIN 6868-151 als völlig getrennte Regelwerke zu betrachten, also sowohl die AP-/Referenzaufnahme mit seitlichem Feldrand als auch die KP-Aufnahme mit oberem und unterem Feldrand verbindlich und zulässig ? Mit freundlichem Gruß K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, zu Ihren 3 Fragen: 1) Es wird in absehbarer Zeit eine verbindliche Vorgabe für den Sachverständigen geben, die das Anfertigen einer Referenzaufnahme nach DIN 6868-5 im Sinne „oben und unten erkennbarer unbelichteter Rand“ fordern wird. Dies wird in der überarbeiteten Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) vorgenommen werden, und zwar in dem neu formulierten Prüfberichtsmuster 2.2.13, das unter anderem auch für die Prüfung von Panoramaschichtaufnahmegeräten gelten wird. In der jetzt vorliegenden Entwurfsfassung der SV-RL ist dafür die Prüfposition M13F08 vorgesehen. Ich kann hier und jetzt aber noch keine Aussage machen, wann die neue SV-RL in Kraft treten wird. 2) Mit dem in 1) erläuterten zukünftig zu erwartenden Vorgehen wären zwar jetzt die SV-RL und die DIN 6868-5 in diesem Punkt auf einen Nenner gebracht worden, aber nicht unter Einbeziehung der DIN 6868-151. 2) Hier müsste eine Anpassung erfolgen, zum Beispiel durch Einführung eines entsprechenden Textes in die QS-RL. 3) DIN 6868-151 und DIN 6868-5 können schon deshalb nicht als völlig getrennte Regelwerke betrachtet werden, weil die DIN 6868-151 mit der Abnahmeprüfung die Basis für die Durchführung der Qualitätssicherung an einer bestimmten Modalität (z.B. Röntgeneinrichtung, Bildwiedergabesystem) festlegt und DIN 6868-5 dann mit der Konstanzprüfung die QS-Forderung nach ausreichender Bildqualität mit möglichst geringer Strahlenexposition zeitlich fortschreibt. Die Verbindung zwischen einer AP- und der entsprechenden KP-Norm besteht in einer Festlegung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung (in diesem Fall nach Abschn. 9.12 der DIN 6868-151) und der regelmäßigen Verifizierung dieser Werte hier im Rahmen der DIN 6868-5. Von „völlig getrennten Regelwerken“ kann also keine Rede sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manfred Heimann schrieb am 17.12.2016 - 15:28 Uhr:
Frage:2806 BETREFF: Konstanzprüfung in der Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zur Konstanzprüfung in der Teleradiologie habe ich eine Frage. In der RöV § 16.Abs. 3 wird von einer Konstanzprüfung der Übertragungswege auf Stabilität sowie der Qualität und Übertragungsgeschwindigkeit gesprochen, die mindestens jährlich zu prüfen ist. In der DIN 6868-159 (6.2.5) wird dagegen von monatlich gesprochen und die QS-RL sagt über den Zeitraum nichts aus. Seitens der Aufsichtsbehörden wird der Zeitraum der Konstanzprüfung auch sehr unterschiedlich ausgelegt von monatlich, vierteljährlich, halbjährlich bis jährlich. Wenn ich die Rechtslage richtig beurteile müsste eine jährliche Konstanzprüfung jedoch ausreichen, da die RöV nur dies vorschreibt, wenn die arbeitstäglichen Prüfungen keine Beanstandungen ergeben. Ich hoffe Sie können mir dazu etwas verbindliche sagen. Herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen Manfred Heimann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heimann, man muss beachten, dass im Text des § 16 Abs. 3 RöV steht: „mindestens“ jährlich (wie Sie ja auch geschrieben haben). Diese Formulierung umfasst nach RöV theoretisch jede Zeitspanne zwischen einem Jahr und weniger (arbeitstäglich). Die Regelung der DIN 6868-159 in 6.2.5 ist schon etwas konkreter, aber auch nicht eindeutig, denn sie „empfiehlt“ für die „langfristigen“ Konstanzprüfungen 6.2.2 bis 6.2.4 eine monatliche und für die Konstanzprüfung 6.2.1 eine arbeitstägliche Prüffrist. Fazit: Die RöV schreibt im Satz 2 des § 16 Abs. 3 nicht „jährlich“ vor sondern „mindestens jährlich“. Und ich kann aus diesem Text nicht entnehmen, dass „jährlich“ ausreichend sein soll, falls die arbeitstäglichen Konstanzprüfungen keine Beanstandungen ergeben. Es bleibt, dass die zuständige Behörde nach dem letzten Satz in § 16 Abs. 3 RöV Abweichungen von den im Abs. 3 genannten Fristen festlegen kann. Es gibt viele „zuständige Behörden“ in der Bundesrepublik und man kann wohl eine strikte Einheitlichkeit deren Meinungen nicht erwarten. Ich persönlich würde den DIN-Vorschlag in 6.2.5 favorisieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M.Arwen schrieb am 04.12.2016 - 17:52 Uhr:
Frage:2805 BETREFF: Arzthelferin mit Röv Schein in mobiler Einheit ohne Arzt
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin gelernte Arzthelferin mit Rö-Schein. Nun hätte ich ein Job- Angebot in einer mobilen Screeningeinheit. Dort sind nur MTA´S und keine Ärzte tätig. Ist es mir lt. Röv erlaubt Aufnahmen zu machen? Mfg M.D


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Arwen, eine Arzthelferin mit „Röntgenschein“, also mit Kenntnissen im Strahlenschutz, darf eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen („technische Durchführung“: siehe § 2 Nr. 7 RöV), aber nur „unter ständiger Aufsicht und Verantwortung“ eines/einer Arztes/Ärztin mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Diese ständige Aufsicht und Verantwortung wird so interpretiert, dass sich die betreffende Person in unmittelbarer Nähe des Untersuchungsortes aufhalten muss, was aber, wenn ich Ihren Text richtig interpretiere, in Ihrem Fall nicht zutreffend ist. Folgerung: Sie dürfen diese Aufnahmen nicht „machen“. Fragen Sie sicherheitshalber bei der für Ihren Standort zuständigen Behörde nach (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Regierungspräsident), wie diese Situation von dort aus gesehen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S.Schmidt schrieb am 29.11.2016 - 16:54 Uhr:
Frage:2804 BETREFF: Fragen bezüglich der Umsetzung der DIN6868-157/QS-RL
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen Am 18. Erfahrungsaustausch in Essen habe ich Dr. Westhof angesprochen bezüglich einiger Fragen, bei denen unsere zuständigen Ärztekammern an ihn verwiesen haben. Da ich die Antworten gerne auch schriftlich hätte, um eine zumindest auf dem (digitalen) Papier vorhandene Sicherheit zu bekommen, verwies er darauf, dass ich die Fragen am Besten hier erneut stelle, damit die Antworten im Forum RöV stehen. Doch genug der Einleitung, kommen wir zu den Fragen: 1. Bei Monitoren, die fest zu einem Röntgengerät gehören, sind diese ebenfalls zu prüfen. Da diese aber zum Röntgengerät gehören, welches eventuell als Neugerät noch monatlich zu prüfen ist, stellt sich uns als Konstanzprüfer die Frage, ob die Monitorkonstanzprüfung zur Gerätekonstanzprüfung gehört (monatliche oder quartalsmäßige KP), oder ob die Monitore unabhängig vom Röntgensystem behandelt werden (Prüfintervall gem. DIN6868-157 halbjährlich)? 2. Wenn keine Testbilder gem. DIN6868-157 vorhanden sind und auch nicht aufzuspielen sind, ist es lt. Rundschreiben der Länder noch bis 2025 statthaft, Abnahme- und Konstanzprüfung gem. DIN V 6868-57 bzw. QS-RL durchzuführen. In der DIN steht nun aber auch, dass man (so keine Testbilder aufspielbar sind) eine AP und KP mittels eines Durchleuchtungsbilds eines Prüfkörpers (Beispielsweise ET-R1) durchführen kann (In meinen Augen eine Ausnahmeregelung zur Ausnahmeregelung). Ist dies im Sinne der QS-RL bzw. der Ausnahmeregelung? 3. Als Konstanzprüfer ist es möglich, sich ggf. bei älteren C-Bögen zu helfen, um Bilder nach DIN V 6868-57 auf den Monitor zu bekommen (BWG an Laptop anschließen, die unter Frage 2 beschriebene Ausnahmeregelung...). Jedoch ist es für den Anwender, der die tägliche KP durchführen muss mit erheblichen Aufwand verbunden. Ist die tägliche Prüfung in diesem Falle noch sinnvoll durchzuführen? Ich danke im Voraus für Ihre Mühen, und stehe auch gerne zur Verfügung für einen Dialog ausserhalb des Forums. S.Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, hier unsere Meinungen zu Ihren 3 Fragen. Zu 1:In der hier für die Röntgeneinrichtung anzuwendenden KP-Norm DIN 6868-4 von Oktober 2007 sind keine Angaben über die zeitlichen Intervalle zur Durchführung der Konstanzprüfungen der einzelnen Kenngrößen festgelegt. Bis das, wie offensichtlich geplant, bei der novellierten Fassung der o.g. Norm geändert worden ist, gilt die Aussage der RöV in § 16 Abs. 3 Satz 1 („mindestens monatlich“). Davon getrennt müssen die Prüfzyklen für die Konstanzprüfungen am BWS gesehen werden (Tab. 6 und 7 in DIN 6868-157). Dabei ist es egal, ob das Bildwiedergabesystem gesondert aufgestellt (Raumklasse 1) oder mit der Röntgeneinrichtung kombiniert ist (Raumklassen 2 und 3). Fazit: Der Monitor (das BWS) wird, unabhängig von der Konstanzprüfung der Röntgeneinrichtung, nach den Prüfparametern und Prüfzyklen der DIN 6868-157 geprüft. Zu 2: Die Ausnahmeregelung der DIN V 6868-57 war im Rahmen der Erstellung der Übergangsregelung bisher nicht Gegenstand der Diskussion im AK RöV. Bei Neugeräten erfolgt entweder eine Abnahmeprüfung mit Testbildern nach DIN V 6868-57 (Betrieb bis 2025) oder DIN 6868-157. Können keine Testbilder aufgespielt werden, so kann die Röntgeneinrichtung noch bis 30.06.2018 betrieben werden. Es ist geplant, im AK RöV entsprechende Übergangsregelungen zu erarbeiten. Zu 3: Die tägliche Konstanzprüfung kann auch mit einem Prüfkörperbild vorgenommen werden. Sie betrifft die 1. Zeile in Tab. 6 der DIN 6868-157 („Gesamtbildqualität“). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Rauber schrieb am 29.11.2016 - 13:28 Uhr:
Frage:2803 BETREFF: Wann ist Teleradiologie Teleradiolog nach RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir versorgen mit unserer zentralen Radiologie neben unserem eigenen Standort auch noch eine weitere kleine zum Verbund gehörende Klinik während der Regelarbeitszeit mit Röntgendiagnostik ( ausschließlich Projektionsradiographien ). Die Aufnahmen werden vor Ort von MTRA durchgeführt. Am Untersuchungsort wird die Indikation und die Rechtfertigende Indikation von dort tätigen Kollegen/innen mit entsprechenden internistischen oder orthopädischen Teilfachkunden gestellt. befundet werden die Bilder im den gesamten Kliniksverbund übergreifende PACS in der Radiologie am Hauptstandort. Wenn ich die RöV richtig lese, ist das keine Teleradiologie, denn die ist doch eigentlich per Definition nur gegeben, wenn am Untersuchungsort kein fachkundiger Arzt anwesend ist? Mit freundlichen Grüßen K. Rauber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rauber, wir teilen Ihre Auffassung. Diese wurde zumindest in der Vergangenheit auch vom für den Strahlenschutz zuständigen Bundesministerium mitgetragen. Eine diesbezügliche Meinungsänderung ist uns nicht bekannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Pritz schrieb am 28.11.2016 - 09:39 Uhr:
Frage:2802 BETREFF: Verlängerung der Frist für Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Prof. Ewen, bis zur Änderung im Jahr 2014 war in der QS-RL zur Konstanzprüfung an CT folgender Satz enthalten: ´Systembedingt bestehen keine Bedenken, dass die zuständige Behörde für die Konstanzprüfung an Computertomographen nach § 16 Abs. 3 Satz 6 RöV eine Frist von 3 Monaten zulassen kann.´. In der Fassung von 2014 ist dieser Satz nicht mehr enthalten. Aus welchen Gründen wurde dieser Satz gestrichen? Gibt es Bedenken (neue Erkenntnisse), die gegen eine Verlängerung der Prüffrist bei CT sprechen? Welche grundsätzlichen Bedingungen sollten erfüllt sein, um bei sonstigen Aufnahmegeräten die Konstanzprüffrist zu verlängern (besondere Prüfung des Einzelfalles immer vorausgesetzt)? Mit freundlichen Grüßen Stefan Pritz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pritz, wir meinen, dass dieser besagte Satz zur Verlängerungsmöglichkeit der KP-Prüffrist auf 3 Monate für CT seitens der zuständigen Behörde auf der Basis einer sog. Allgemeinverfügung deshalb in der neuen Fassung der QS-RL nicht mehr enthalten ist, weil diese Verlängerungsmöglichkeit nicht nur für CT gilt sondern grunsätzlich für alle Röntgendiagnostikgeräte - vorausgesetzt, die ärztliche Stelle hat dagegen keine Bedenken (Vorliegen einer 3-monatlichen KP ohne Toleranzabweichungen). Dass dieser Satz jetzt nicht mehr in der QS-RL steht, heißt ja nicht, dass Fristverlängerungen (für CT und andere) nicht mehr möglich seien. Denn die RöV lässt das ja zu (siehe § 16 Abs. 3, letzter Satz RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Korb schrieb am 23.11.2016 - 19:26 Uhr:
Frage:2801 BETREFF: MFA Linearbeschleuniger
Sehr geehrter Herr Professor, nun geht es mal nicht um die MFA im Röntgen, sondern in der Strahlentherapie. Vielleicht können Sie mir eine Auskunft geben? Darf ein Team am Linearbeschleuniger aus einer MTRA und einer MFA bestehen? Oder darf generell die MFA gar nicht am Beschleuniger arbeiten.- auch nicht ohne Aufsicht ? Welche Voraussetzung würde die MFA benötigen? Herzlichen Dank Eva Korb


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korb, auch unter Beachtung des Urteils des Verwaltungsgerichtshofes für das Land Baden-Württemberg gehen wir davon aus, dass eine MFA mit bescheinigten Kenntnissen im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung bei der Strahlentherapie technisch mitwirken darf. Allerdings muss die Beaufsichtigung durch den fachkundigen Arzt in diesem Fall ganz engmaschig erfolgen (´dauernde Beaufsichtigung´). Sofern die technische Mitwirkung (Einstellen, Auslösen der Strahlung) durch eine/einen MTRA erfolgt und im Zusammenhang mit der Bestrahlung weitere/andere Aufgaben durch die/den MFA ausgeführt werden, gibt es nach unserer Auffassung keine Bedenken gegen eine Teamarbeit. Wir meinen aber, dass eine Beaufsichtigung von MFA bei der tatsächlichen technischen Mitwirkung durch MTRA nicht zulässig ist. Diese Aufgabe bleibt den fachkundigen Ärzten vorbehalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Botsch schrieb am 23.11.2016 - 18:52 Uhr:
Frage:2800 BETREFF: Qualitätssicherung Gerätemonitor
Wir betreiben seit 2008 ein DL- Gerät und führen unter Anderem Phlebografien und auch diagnostische ERCP`s durch. Die Befundung erfolgt immer an einem dafür ausgewiesenem Monitor. Der Gerätemonitor dient zur Überprüfung des eingestellten Untersuchungsgebietes z.B. nach Kontrastmittelapplikation. Nach erfolgter Überprüfung durch eine Ärztliche Stelle sollen wir in Zukunft für den Gerätemonitor Qualitätssicherungsunterlagen vorlegen. Können Sie uns sagen, seit wann diese Regelung besteht und wo wir den gesetzlichen Hintergrund dazu nachlesen können ? Die Überprüfung der Gerätemonitore war nicht Gegenstand der Abnahmeprüfung des Gerätes und wir können nicht auf Referenzwerte zurückgreifen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botsch, wenn man durchleuchtungsgezielte Untersuchungen durchgeführt und dabei Aufnahmen angefertigt, und zwar im Cine-Mode oder als Serienaufnahmen (mit BV oder Flachdetektor als Bildempfänger) werden nach meiner Meinung und nach derjenigen eines radiologischen Kollegen bereits schon während der Untersuchung therapierelevante Entscheidungen getroffen. Sieht man z.B. bei einer Phlebographie im Durchleuchtungsbild eine Kontrastmittelaussparung, stellt man diesen Bereich noch in einer anderen Ebene dar, um zur Dignität eindeutig Stellung beziehen zu können. Also ist unsere Auffassung: Es liegt nach DIN 6868-157, Tab. 1 die Raumklasse RK 2 vor und wir benötigen einen nach dieser Norm abnahmegeprüften Befundungsmonitor. In der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 (kann im Internet aufgesucht werden) werden im Abschnitt 3.15.1 die Begriffe „Befundung“ und „Betrachtung“ definiert. Für Letztgenannte benötigt man keinen Befundungsmonitor, und es ist auch keine Abnahmeprüfung erforderlich. Das gilt aber, wie gesagt, nach unserer Meinung nicht für den vorliegenden Fall. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W. Bachert schrieb am 23.11.2016 - 18:46 Uhr:
Frage:2799 BETREFF: Unterweisung nach Paragraph 36 RöV
Sehr geehrte Damen und Herren, welcher Personenkreis sollte/muss zu der o.a. Unterweisung eingeladen werden. Wir sind eine Klinik mit Chirurgie, Innere, Urologie, Herzkatheter sowie Intensivstation- dort stehen überall Röntgengeräte. Mit freundlichen Grüßen W.Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, bitte einen Blick in § 36 Abs. 1 RöV werfen. Die dort formulierten Vorgaben gelten generell in der Röntgendiagnostik, also auch für die von Ihnen aufgezählten radiologischen Tätigkeiten: Aufenthalt im Kontrollbereich (gilt für im Röntgenraum beruflich Tätige - ggf. einschließlich eines/r Anästhesisten/in - bei Durchleuchtungsuntersuchungen. Sie gelten ferner für alle Personen, die Röntgenstrahlung anwenden (s. § 2 Nr. 1 RöV), also für solche, die nach § 2 Nr. 7 RöV eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen, die befunden und die rechtfertigende Indikationen stellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W. Bachert schrieb am 23.11.2016 - 09:25 Uhr:
Frage:2798 BETREFF: Unterweisung nach Paragraph 36 RöV
Sehr geehrte Damen und Herren, welcher Personenkreis sollte/muss zu der o.a. Unterweisung eingeladen werden. Wir sind eine Klinik mit Chirurgie, Innere, Urologie, Herzkatheter sowie Intensivstation- dort stehen überall Röntgengeräte. Mit freundlichen Grüßen W.Bachert


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Fragen-Nr. 2799. K. Ewen



  Uta Baumert schrieb am 23.11.2016 - 08:06 Uhr:
Frage:2797 BETREFF: Anordnung CT-Untersuchungen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit einem Chefarztwechsel in der Unfallchirurgie diskutieren wir hier über die Sinnhaftigkeit von CT-Untersuchungen. Laut des Chirurgen gibt es chir. Leitlinien, die besagen, dass Stürze ab 3 m Höhe immer ein CCT und ein HWS-CT erfordern. Ebenso fordert er eine Traumaspirale von Kopf bis Fuss,auch bei Patienten, die durchaus ansprechbar sind und klar definieren können, was ihnen weh tut. Die Fachkunde im Strahlenschutz- CT - besitzt keiner der Chirurgen. Nach unserem Kenntnisstand stellt grundsätzlich der Radiologe mit der Fachkunde die Indikation. Der Chirurg ist da ganz anderer Meinung. Wer hat nun Recht? Die chirurgischen Leitlinien, die uns nicht bekannt sind oder der Radiologe, der die Fachkunde besitzt? Mit freundlichen Grüssen U. Baumert


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert die Traumaspirale von „Hacke bis Nacke“ (stammt nicht von mir) ist bei adäquatem Trauma durchaus indiziert. Wenn ein Patient ansprechbar und orientiert ist und seine Beschwerden benennen kann, muss die Untersuchung entsprechend modifiziert werden (Untersuchung eines kleineren Körperbereichs). Die medizinische Indikation kann der Chirurg durchaus stellen, aber die rechtfertigende Indikation mit Festlegung des Untersuchungsprotokolls muss von einem Arzt mit CT-Fachkunde kommen, und das wird höchstwahrscheinlich der Radiologe sein und nicht der Chirurg – egal, wie dieser sonst die Situation sieht. Auch als Radiologe kann man sich die Leitlinien der Chirurgen herunterladen: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-019k_S3_Polytrauma_Schwerverletzten-Behandlung_2016-10.pdf. Darin findet man nicht, dass die „Ganzkörpertraumaspirale“ ein Muss ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen (nach Rücksprache mit einem radiologischen Kollegen)



  Stefan C. schrieb am 22.11.2016 - 20:49 Uhr:
Frage:2796 BETREFF: Fragen zur DIN 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, mir sind folgende Dinge zur DIN 6868-157 nicht klar und wäre Ihnen dankbar wenn Sie mir hier weiterhelfen könnten: 1. Müssen nur Befundungsmonitore z. B. durch ein entsprechend aufgebrachtes Etikett als solche gekennzeichnet werden oder muss man auch Monitore, die nur zur Betrachtung verwendet werden dürfen explizit als solche kennzeichnen? Letzteres halte ich in der Praxis für quasi unmöglich umsetzbar da sich in großen Kliniken ja hunderte von Monitoren befinden können auf denen Ärzte über Webviewer oder ähnlich bereits befundete Aufnahmen ansehen könnten 2. Nach wie vor verstehe ich nicht wie wir ´Betrachtungsmonitore´ behandeln müssen, also typischerweise Monitore welche z. B. in einer Ambulanz stehen und an welchen z. B. ein Chirurg ein Bild betrachtet welches ein Radiologe befundet hat, aber der Chirurg dann durchaus die Entscheidung trifft ob er den Patienten operieren möchte.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stefan C., hier unsere Meinung zu den beiden Punkten: Zu 1) Empfehlung: Es sollten die Bildwiedergabegeräte / Bildwiedergabesysteme gekennzeichnet werden, die für die Befundung genutzt werden. Zu 2) Nach Raumklasse 2 und 3 müssen dort die Bildwiedergabesysteme über eine Befundqualität verfügen. Hier steht das BWS in direkter Verbindung mit der Röntgeneinrichtung (kombiniertes Aufnahme- und Durchleuchtungsgerät oder C-Bogengerät). Während der Untersuchung (Durchleuchtung) werden therapierelevante Entscheidungen getroffen. Daher müssen diese BWS über eine Befundungsqualität verfügen. Der hier beschriebene Fall, die Nachvollziehung einer schon befundeten Untersuchung, fällt in Raumklasse 4. Das BWS muss lediglich eine Betrachtungsqualität vorweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Steffi schrieb am 21.11.2016 - 20:52 Uhr:
Frage:2795 BETREFF: Strahlenschutz Auffrischung
Hallo, hoffe das Sie mir weiter helfen können. Bin gelernte Arzthelferin und habe November 96 einen 120 Stunden Strahlenschutzkurs gemacht. Seit 2002 bin ich im Krankenhaus beschäftigt. Nun folgendes...ich habe nur eine Auffrischung von 2007,2012 und jetzt 2017. 2002 habe ich keine bzw. 2001.. Nun bin ich mir nicht sicher...es gab doch laut Röntgenverordung eine Übergangsfrist einzuhalten Aktualisierung bis zum 01.07.2007 bei Erwerb nach 1987... Trifft das auf mich zu?


1. Antwort: Hallo Steffi, Sie haben Ihre Kenntnisse im November 1996 erworben bzw. bescheinigt bekommen. Damit gilt, dass die erste Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz vor dem 1. Juli 2007 erfolgen musste und danach alle 5 Jahre aktualisiert werden muss. Also Alles im grünen Bereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 21.11.2016 - 11:19 Uhr:
Frage:2794 BETREFF: Aufenthalt bei C-Bögen
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, wo hält man sich als Personal bei C-Bögen am besten auf, um sich vor Streustrahlung zu schützen, wenn der C-Bogen gedreht wird? Lieber bildwandlernah oder lieber röntgenröhrennah?Interessanterweise habe ich beide Möglichkeiten in der Literatur gefunden. Vielen Dank G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, zunächst einmal ist es beim Betrieb eines ortsveränderlichen C-Bogengerätes wichtig, dass man, wenn immer möglich, mit der sog. Untertisch-Strahler-Position arbeitet, denn dann ist die Streustrahlenexposition aus geometrischen Gründen für den Rumpfbereich des Personals signifikant geringer als in der Position, wenn der Röntgenstrahler sich oberhalb des Patienten befindet. Bei der Frage ´Aufenthalt in Strahler- oder Bildempfängernähe?´ würde ich immer versuchen, wegen der Gehäusedurchlassstrahlung die Strahlernähe zu meiden. Man kann sicherlich voraussetzen, dass das Nutzstrahlenbündel den Bildempfänger bzw. die dort vorhandenen Abschirmungen nicht überstrahlen wird, weil dies eine wichtige Position bei der Sachverständigenprüfung ist (siehe Prüfposition 04F07 im Berichtsmuster 2.2.4 der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, die man im Internet aufsuchen kann). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stephanie Kolbe schrieb am 20.11.2016 - 15:20 Uhr:
Frage:2793 BETREFF: Bereitschaftsdienste
Hallo, wir sind ein kleines KH und wir decken außer dem konventionellen Röntgen + CT auch noch die Endoskopie in vollem Umfang mit ab. Ab Ende Dezember werden wir nur noch 2 MTRAS (Halbtags) und eine in Vollzeit sein. Zwei Kolleginnen haben wir noch, eine MFA mit Rö-Schein und eine MTA die aber aus Krankheitsgründen keine Dienste machen darf. Wie ist das rechtlich mit den Diensten? Am WE ist immer einer 24 Std da und in der Woche ab 12/16Uhr bis nächsten Tag 12/11 Uhr. Um das Ct zu bedienen muss ja eine MTA anwesend sein und mit durchschnittlich 3x6 Diensten wird ein Monat nicht abgedeckt..kann unser Arbeitgeber uns zwingen jeden zweiten/dritten Tag solche Dienste zu machen? Oder gibt es eine Richtlinie /Gesetz wieviele Dienste gemacht werden dürfen? Die vorgeschriebene Ruhezeit halten wir ja ein. Wir sind ein kirchliches KH und es gelten die Richtlinien des AVR, dort finde ich allerdings nichts genaues. Vielen Dank schonmal


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolbe, wenn wir Ihre Frage richtig deuten, dann handelt es sich in Ihrem Krankenhaus nicht um eine genehmigte Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 RöV. Dies bedeutet, dass auch eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz bei CT-Untersuchungen technisch durchführen darf, da der fachkundige Arzt in den Diensten zwischen dem Stellen der rechtfertigenden Indikation und der verantwortlichen Erstbefundung in der Regel am Untersuchungsort sein wird und dann auch die MFA mit Kenntnissen i.S. des § 24 Abs. 2 Nr. 4 der RöV beaufsichtigen kann. Dieses würde die personelle Situation wahrscheinlich etwas entspannen. Sollte es sich jedoch um eine genehmigte Teleradiologie in Ihrem Haus handeln, dann käme der Einsatz einer MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz tatsächlich nicht in Betracht, da keine ständige Aufsicht gegeben wäre (s.o.). Zu den arbeitszeitlichen Regelungen, Möglichkeiten, Weisungs- und Direktionsrechten können wir vom Forum RöV weder bei kirchlichen noch freien Trägern Auskunft geben. Hier handelt es sich um spezielle Regelungen, die Ihnen ggf. die Arbeitsschutzbehörde (Gewerbeaufsichtsamt, Arbeitsschutzamt oder Bezirksregierung) oder ein Fachanwalt für Arbeits- oder Arbeitszeitrecht beantworten kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Petra Mouw schrieb am 18.11.2016 - 10:39 Uhr:
Frage:2792 BETREFF: EU-Richtlinie 93/42/EEG
Dürfen die Produkte ACC und CTP, die in den Niederlanden bereits zur Verminderung von Röntgenstrahlung bei FRS-Aufnahmen eingesetzt werden, aufgrund Ihrer CE-Kennzeichnung auch in Deutschland ohne weitere Prüfung bzw. Genehmigung vertrieben werden? Die CE-Kennzeichnung bezieht sich auf die EU-Richtlinie 93/42/EEG – Klasse I. Weitere Informationen finden Sie (in englischer Sprache) auf http://gentleceph.com/.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Mouw, leider sind wir vom Team des Forum RöV keine Experten im Bereich des Medizinprodukte- oder Arzneimittelrechts. Allerdings sind wir der Auffassung, dass Medizinprodukte, die über eine CE-Kennzeichnung nach den Grundsätzen der europäischen Medizinprodukte-Richtlinie verfügen, auch verkehrsfähig sind, d.h. sie dürfen legal in Verkehr gebracht werden (auch in Deutschland). Ob es bei den von Ihnen benannten Produkten Beschränkungen hinsichtlich des Inverkehrbringens oder der vorgesehenen Anwendung gibt, können wir nicht beurteilen. Hierzu empfehlen wir Ihnen, sich mit der zuständigen Behörde für die Durchführung des Medizinproduktegesetzes in Verbindung zu setzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Wabnik schrieb am 17.11.2016 - 10:49 Uhr:
Frage:2791 BETREFF: DIN 6868-150
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in welcher Einrichtung kann unser Techniker eine Schulung besuchen für die Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen f. Aufnahme und Durchleuchtung nach DIN 6868-150? Mit freundlichen Grüßen Frau Wabnik


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wabnik, zur ´Schulung´ eines Ihrer Techniker auf dem Gebiet der Abnahmeprüfung nach RöV kann ich nur etwas sagen, was den Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz betrifft, die Ihr Mitarbeiter erwerben muss, wenn er in Krankenhäusern, Praxen, etc. auf der Grundlage des § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV geschäftsmäßig (also im Auftrag z.B. eines Dritten) eine Röntgeneinrichtung prüft (hier: Durchführung der Abnahmeprüfung nach § 16 Abs. 2 RöV). Der Mitarbeiter benötigt zur Durchführung dieser Aufgabe die Fachkunde im Strahlenschutz nach der Fachkunde-Gruppe 6 der ´Fachkunde-Richtlinie Technik nach RöV´. Dazu muss er neben dem Erwerb einer in dieser Richtlinie genau beschriebenen Berufserfahrung (´Sachkunde´) auch den erfolgreichen Abschluss eines entsprechenden Strahlenschutzkurses für die FK-Gruppe 6 nachweisen. Ich darf hier im Forum RöV keine Veranstalter nennen, die derartige Kurse durchführen. Aber Sie finden sie bei entsprechender Fragestellung im Internet, dort auch die o.g. Richtlinie. Bei noch offenen Detailfragen (z.B. wer bei Vorliegen der notwendigen Unterlagen dann die Fachkunde bescheinigt)empfehle ich, sich an die für Sie örtlich zuständige atomrechtliche Behörde zu wenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Vollmer schrieb am 17.11.2016 - 10:23 Uhr:
Frage:2790 BETREFF: CT/Nuk. Aufklärung!
Hallo! Ich würde gerne wissen ob eine gesetzlich festgelegte Aufklärungspflicht für CT und/oder Nuklearmedizinische Untersuchungen besteht. In unserer Klinik wird es so gehandhabt, das nur für CT mit KM, eine schriftliche Aufklärung mit anschließender Unterschrift des Arztes und des Patienten erfolgt. Hierzu hätte ich gerne einige Informationen. Mfg Christian Vollmer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Vollmer, die RöV und die Strahlenschutzverordnung enthalten keine speziellen Vorschriften zur Aufklärung von Patienten bei medizinischen Untersuchungen. Hier gelten die berufsrechtlichen Vorschriften und insbesondere die Vorschriften des Patientenrechtegesetzes. Diese Regelungen sind nach unserer Meinung besonders zu beachten, da der § 630d BGB die Einwilligung des Patienten in jedweden Eingriff voraussetzt: Der Patient kann nur wirksam einwilligen, wenn er vorher gemäß den Anforderungen des § 630e BGB aufgeklärt worden ist. Ob hier grundsätzlich eine schriftliche Aufklärung ausreicht, ist eher eine juristische Frage, die durch das Team des Forum RöV nicht beantwortet werden kann. Nach der RöV und der StrlSchV sind vor der Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe Befragungen der Patienten (§ 23 RöV und § 80 StrlSchV) durchzuführen, sowie die Aufzeichnungspflichten nach einer Untersuchung oder Behandlung zu beachten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Catia da Costa schrieb am 12.11.2016 - 19:25 Uhr:
Frage:2789 BETREFF: Rö-Schein Aktualisierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen, denn nach vergebenslanger Suche sind Sie meine letzte Hoffnung... Ich habe meinen Röntgenkurs im November 2011 in Hamburg absolviert und bin vor 2 Jahren nach England gezogen, habe aber vor, ende nächsten Jahres zurück nach Deutschland zu ziehen und wollte ganz gern meine Röntgenaktualisierung machen und würde dafür nach Hamburg kommen. Leider habe ich aber für dies Jahr keinen termin mehr bekommen können. Ist es überhaupt möglich einen Aktualisierungskurs zu machen, wenn ich im Ausland lebe? Wenn ja, kann ich den nächstmöglichen Kurs machen oder ist der Rö-Schein nach 5jahren abgelaufen, wenn ich ihn nicht vorher aktualisiert habe? Mit freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau da Costa, es ist möglich und grundsätzlich auch erforderlich, wenn man seine erworbene/n Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz mängelfrei halten möchte, diese auch dann fristgemäß zu aktualisieren, wenn man im Ausland lebt. Wenn Sie in Hamburg keinen Aktualisierungskurs im vorgegebenen Zeitraum finden, können Sie es auch in einem anderen Bundesland versuchen (z.B. in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin usw.). Die Aktualisierung in entsprechend anerkannten Strahlenschutzkursen wird bundesweit akzeptiert. Wenn Sie fristgerecht keinen Aktualisierungskurs mehr finden können, dann sollten Sie den nächsten möglichen Kurs besuchen (egal wo). Eine nicht fristgerecht durchgeführte Aktualisierung bedeutet nicht, dass die bescheinigte Fachkunde oder die bescheinigten Kenntnisse im Strahlenschutz nicht fortgelten. Allerdings kann die zuständige Stelle oder Behörde in einem solchen Fall Auflagen festlegen. Dabei ist sicherlich zu erwarten, dass die Behörde verhältnismäßig vorgeht, indem solche Auflagen immer wahrscheinlicher werden, je länger die Fristüberschreitung gedauert hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Maria Müller schrieb am 12.11.2016 - 18:01 Uhr:
Frage:2788 BETREFF: Rö-Aufnahme Hand/Fuß
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe eine Frage zur Einstelltechnik von Hand/Fuß bzw. was ist ´richtig´. Wenn ich Hand/Fuß Aufnahmen bds. 2 Ebenen erstelle, sind das bei mir vier 18 x 24 Kassetten die ich auslese, bei den (älteren) Kolleginnen oft nur zwei 24 x 30 Kassetten, unabhängig von der Fragestellung. Mir wurde ca. ´09 gesagt, es seie von der KV (?) nicht mehr zulässig, dass zB beide Hände a.p. auf einer Kassette geröntgt werden dürfen, wg. der Dosisermittlung. Allerdings finde ich weder in den Leitlinien der BÄK oder im Internet Informationen darüber und in unseren Einstelltechnikbüchern, sind es idR bei diesem Prinzip auch nur 2 Aufnahmen. Unsere ´neueste´ Ausgabe ist allerdings von 2004 und somit auch nicht mehr die aktuellste. MfG


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, von meinem radiologischen Kollegen folgende Antwort an Sie: Am Rand der Röntgenaufnahmen entstehen immer geometrische Verzerrungen der abgebildeten Strukturen. Je weiter der Röntgenstrahler von der Hand entfernt ist, desto weniger Verzerrungen entstehen. Letztlich ist die röntgenologische Abbildung der Knochen nur in der Mitte der ´belichteten´ Fläche geometrisch exakt. Würde man beide Hände auf den Röntgentisch legen und gleichzeitig röntgen, so würden die beiden Daumen und viel Luft geometrisch exakt abgebildet werden. Die häufig erkrankten Gelenke liegen aber dann am Rand (Textvorschlag von der Charite). Darum müssen auch nach Ansicht des Kollegen die Hände oder Füße jeweils getrennt geröntgt werden. Wie Sie schon bemerkt haben, kann auch die – wenn auch geringe - Dosis nicht für jede Hand einzeln erfasst werden. Zur Abrechnungsfähigkeit gegenüber der KV können wir hier im Forum RöV nichts sagen. Unsere Meinung dazu: Aus Qualitätsgründen sollten diese Aufnahmen nicht abrechnungsfähig sein. Aber da müssten Sie sich bei der KV erkundigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Eckert schrieb am 11.11.2016 - 07:53 Uhr:
Frage:2787 BETREFF: Bleischutzbrillen
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, 2012 wurde hier schon mal die Frage zu den Bleischutzbrillen gestellt. Die ICRP-Empfehlung Grenzwert der Organdosis für die Augenlinse 20 mSv/Jahr muss bis 2018 umgesetzt werden. Die Statistiken zeigen ja ein 3fach erhöhtes Risiko für Katarakte bei interventioneller Radiologie. Erste Messungen mit Stirndosimeter durch unseren Physiker haben ergeben, dass die Werte bereits heute deutlich drunter liegen. Müssen daher den betroffenen Mitarbeitern keine Bleischutzbrillen z.B. im HKL, Angiographie oder ERCP zur Verfügung gestellt werden? Vielen Dank, MfG, B.Eckert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckert, in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (siehe Internet), nach der behördlich bestimmte Sachverständige Röntgeneinrichtungen überprüfen müssen (vor Inbetriebnahme und wiederholend alle 5 Jahre), findet man in dem Prüfberichtsmuster 2.2.3 für „kombinierte Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte“, mit denen auch die von Ihnen aufgeführten radiologischen Maßnahmen durchgeführt werden, unter der Prüfposition 03E01 („Persönliche Schutzausrüstung“), dass bei diesen Spezialarbeitsplätzen unter anderem auch Schutzbrillen vorgehalten werden müssen. Ich persönlich halte das auch schon nach dem ALARA-Prinzip („Dosis so gering wie sinnvollerweise möglich“)für richtig, bei den hier zur Diskussion stehenden Maßnahmen Schutzbrillen zu tragen, vor allem dann, wenn sonst keine geräteintegrierte Streustrahlenschutzeinrichtungen verfügbar sind (siehe Prüfposition 03E06 im Muster 2.2.3). Ich finde das für Ihr radiologisches Personal erfreulich, dass Ihr Physiker diese relativ geringen Dosiswerte in der Nähe der Augenlinse ermitteln konnte. Aber ob diese für die „radiologische Szene“ insgesamt repräsentativ sind, ist die große Frage. Ich bin gespannt, wie das Augenschutzproblem für die sog. Hochdosisuntersuchungen gemanagt wird, wenn der diesbezügliche Grenzwert von 20 mSv/a rechtlich bindend geworden ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke S. schrieb am 09.11.2016 - 17:06 Uhr:
Frage:2786 BETREFF: Referenzwerte des BfS
Guten Tag Prof. Ewen, Ab wann darf man von den Referenzwerten des BfS abweichen? Wie sieht der ´Referenzpatient´ aus, für welchen diese festgelegten Werte gelten? Vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Anke, die Diagnostischen Referenzwerte (DRW) sind keine rechtlich festgelegten und einzuhaltenden Grenzwerte für Patienten. Sie sind als Schwellenwerte einer Dosisgröße (z.B. des Dosisflächenproduktes) zu verstehen, bei deren Überschreitung die Ursachen dafür gesucht und Maßnahmen zur Reduzierung erwogen werden müssen. Es wird also erwartet, dass bei „guter radiologischer Praxis“ die DRW für Standardverfahren/-patienten nicht überschritten werden. Die DRW sind auch nicht auf einzelne individuelle Untersuchungen anzuwenden, sondern es ist die Idee, dass die Mittelwerte von Patientenexpositionen unterhalb der DRW bleiben. Auf diese Weise werden also z.B. die unterschiedlichen Körpermaße der Patienten, die bei entsprechend hohen Werten von Größe und Dicke die Patientendosis für Einzeluntersuchungen durchaus über die DRW anwachsen lassen können, „herausgemittelt“. Für den „gemittelten Standardpatienten“ ist ein Gewicht von 70 ± 3 kg festgelegt worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  G. T. schrieb am 08.11.2016 - 10:07 Uhr:
Frage:2785 BETREFF: Qualifizierte elektronische Signatur
Sehr geehrter Prof. Ewen, Bei uns werden lediglich die vorläufigen radiologischen Kurzbefunde auf Papier unterschrieben. Unsere endgültigen Befunde im Centricity RIS tragen allerdings weder handschriftliche Unterschrift noch qualifizierte elektronische Signatur. Was sagt die Verordnung dazu?


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tamer, die RöV legt in § 28 Abs. 1 fest, dass zu den notwendigen Aufzeichnungen bei Röntgenuntersuchungen der erhobene Befund gehört. Nicht festgelegt wird in der RöV, in welcher Form die Aufzeichnungen erfolgen müssen. Dies konkretisiert die sogenannte Aufzeichnungs-Richtlinie zu § 28 RöV, die unter der Nummer 4.3.5 beschreibt, dass ein radioalogischer Befundbericht die Beschreibung der Untersuchung, die medizinische Fragestellung und deren Beantwortung enthalten muss. Bezüglich der Struktur des Berichts soll die Norm DIN 6827 - 5 zugrunde gelegt werden. Die RöV enthält keine Verpflichtung zur Unterschrift oder qualifizierten Signatur. Allerdings ergibt sich aus den grundsätzlichen Regelungen der RöV, dass erkennbar sein muss, welcher Arzt die Befundung durchgeführt hat. Dieses ist zwangsläufig erforderlich, um ggf. eine notwendige Aufsicht durch die zuständigen Gremien zu ermöglichen. Hintergrund hierfür ist, dass der Begriff ´Befundung´ als ein Teilbereich der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen zu verstehen ist (vgl. § 2 Nr. 1a RöV) und die Anwendung nur durch bestimmte Personen erfolgen darf. Ob es über die Regelungen der RöV hinaus Verpflichtungen zur Unterzeichnung eines Befundberichts nach berufsrechtlichen Regeln gibt, vermögen wir vom Team des Forum RöV nicht zu beantworten. Hier würden wir empfehlen, bei der zuständigen Ärztekammer nachzufragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Bernhard Egen schrieb am 07.11.2016 - 22:29 Uhr:
Frage:2784 BETREFF: Rö-Schürzen
Können Sie mir mitteilen, ob die DIN 6857-2 inzwischen in Kraft ist oder wann damit zu rechnen ist? Mit Dank und freundlichem Gruß Bernhard Egen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Egen, die DIN 6857-2 ist ´in Kraft´, also als Norm erschienen, und zwar mit Datum August 2016. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Baur schrieb am 07.11.2016 - 18:08 Uhr:
Frage:2783 BETREFF: BETREFF: Zur Frage: 2781 BETREFF: DIN EN 61331-3 / 5.2
Sehr geehrter Prof. Ewen, sehr geehrter Herr Pieler, herzlichen Dank für Ihre ausführlichen und genauen Antworten. Das hat uns sehr geholfen. Grüsse H. Baur


1. Antwort: ... gern geschehen. Auch nochmals Dank meinerseits an Herrn Pieler. K. Ewen



  Harald Pieler schrieb am 04.11.2016 - 18:01 Uhr:
Frage:2782 BETREFF: Zur Frage: 2781 BETREFF: DIN EN 61331-3 / 5.2
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, sehr geehrte/r FragestellerIn, bezieht sich das Statement ´(...) dass das Schutzmaterial (Blei od. Bleigemisch) bis 15cm hinter die Schulter reichen muss (...)´ eventuell auf die Aussage, dass die Schulterstücke des Schutzmaterials ´(sich) mindestens 15 cm über die Rückseite der Schultern hinaus erstrecken (müssen)´? Dies ist zumindest in den DIN EN 61331-3-Ausgaben von 2002 bis zum Entwurf 2011 enthalten. Im letzgenannten Dokument noch unter Punkt 5.1.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pieler, schönen Dank für Ihren aufmerksamen Beitrag im Zusammenhang mit der Forumanfrage zur DIN 61331-3. Ich war bei Beantwortung der Frage Nr. 2781 der Meinung, man sollte nur die (brandneue) Ausgabe der DIN 61331-3 von September 2016 einbeziehen, halte es aber für eine interessante Information, dass sich zwischen den Normausgaben aus 2002 über den Entwurf von 2011 bis zur heutigen Norm von 2016 bezüglich der Ausführung von Strahlenschutzschürzen einiges geändert hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Baur schrieb am 03.11.2016 - 19:14 Uhr:
Frage:2781 BETREFF: DIN EN 61331-3 / 5.2
Sehr geehrte Damen und Herren, mir ist zu Ohren gekommen, dass es angeblich seit dem Jahr 2005 eine Schutznorm für Frontschutzschürzen geben soll die besagt, dass das Schutzmaterial (Blei od. Bleigemisch)bis 15cm hinter die Schulter reichen muss. Ich konnte weder in einer alten noch in der aktuellen IEC 61331 Norm etwas dazu finden. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Mfg H. Baur


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Baur, ich habe auch noch mal einen Blick in die neue DIN EN 61331-3 von Sept. 2016 geworfen und dort im Abschnitt 5.2 (´Ausführung´) diese von Ihnen hinterfragten 15 cm nicht finden können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marlies Nash schrieb am 01.11.2016 - 17:10 Uhr:
Frage:2780 BETREFF: Röntgenaufnahmen des Kopfes und Teilaufgaben des Kopfes
Hallo zusammen,habe auf einer Fortbildung erfahren, dass Röntgenaufnahmen und Teilaufnahmen des Kopfes nicht mehr gemacht werden dürfen, statt dessen CT. Wo finde ich entsprechendes Schreiben ? Mit freundlichem Gruß M. Nash


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nash, ich schicke Ihnen an Ihre Mailadresse eine Publikation zu diesem Thema, die zu groß ist, um sie hier über das Forum RöV zu übersenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Knoke schrieb am 29.10.2016 - 11:58 Uhr:
Frage:2779 BETREFF: Kontrollbereich
Sehr geehrte Damen und Herren, im Rahmen einer sicherheitstechnischen Begehung in einem Krnakenhaus habe ich in einem Gibsraum ein mobiles Durchleuchtungsgerät (C-Bogen) betrachtet. Auf dem Gerät ist der Kontrollbereich mit ´Umkreis 4,5 m´ bezeichnet. Für mich als Ingenieur ist ein Umkreis keine Entfernungsangabe un so kommt es zu unterschiedlichen Meinungen. Der Umkreis ist ein Kreis, der alle Ecken eines Polygons tangiert, also kann diese Deffinition nicht gelten. Im Zusammenhang mit dem Abstandsgebot sehe ich den ´Umkreis´ als Radius vom Strahler; andere Interessenträger sehen den ´umkreis als Durchmesser. Da bei der Definition Radius öffentliche Verkehrswege im Kontrollbereich liegen, sehe ich Gefahr im Verzug, der bei der deffinition Durchmesser nicht fringend ist, sondern ggf. mit der Behörde geklärt werden könnte (in der Zeit würde der Strahler weiterhin genutzt werden). Können Sie mir die im Strahlenschutz gebräuchliche Deffinition des Umkreises nennen? Vielen dank für Ihre UNterstützung.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Knoke, wir müssen uns bei der Festlegung der Ausdehnung des Kontrollbereiches in Umgebung von mobilen C-Bogengeräten nicht mit geometrischen Feinheiten zum Thema „Umkreis“ herumschlagen. In der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (dort: Prüfberichtsmuster 2.2.4), nach der die behördlich bestimmten Sachverständigen Röntgengeräte vor deren Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüfen müssen, und nach der DIN 6815, die für medizinische Röntgenanlagen als Ergänzung zur o.g. Richtlinie zu verstehen ist (dort: Tabelle 1), wird schlicht ausgesagt, dass die Kontrollbereichsgrenze durch eine Abstandsangabe beschrieben werden muss. Meistens wird als Ausgangspunkt dieser Abstände (z.B. 4,0 m für große Bildempfängerformate) die Lage des Patienten angenommen, weil dieser die hauptsächliche Strahlenquelle (Streustrahlung) für die Entstehung des Kontrollbereiches darstellt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gerd Koletzko schrieb am 27.10.2016 - 18:17 Uhr:
Frage:2778 BETREFF: Röntgenleistungen Ermächtigter Ärzte
Hallo Herr Prof. Ewen, ich kann Ihrer Antwort noch nicht ganz folgen. Wo steht denn in der ´Richtlinie Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´, dass eben diese ermächtigten Ärzte mit der Ermächtigung automatisch auch eine Anwendungsfachkunde zur Anwendung von Röntgenstrahlen bekommen? Meines Erachtens schließt die Ermächtigung keine Berechtigung zur Anwendung (Anordnung) von Röntgenstrahlen am Menschen ein. Wenn doch, nennen Sie mir bitte den entsprechenden Unterpunkt in der Richtlinie oder entsprechenden §§ in der RöV oder StrlSchV. Unter 2.2 der ´Richtlinie Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´ steht unter Buchstabe c lediglichlich, dass die Fachkunde für die arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen für die Ermächtigung erforderlich ist. Herzliche Grüße Gerd Koletzko


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Koletzko, Sie haben mit Ihrer Stellungnahme grundsätzlich Recht. Wir haben uns in unserer Antwort zu sehr auf praktische Erfahrungen aus dem Ermächtigungsbereich verlassen und weitere Möglichkeiten nicht hinreichend betrachtet. In der Praxis ist es häufig so, dass Ärzte, die eine Ermächtigung zur Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen nach RöV und StrlSchV beantragen, die erforderliche Teilnahme an einem Grundkurs nach Nr. 2.3.2 Ziffer 1) der Richtlinie durch den Nachweis der Fachkunde für ein Teilgebiet oder das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik ersetzen. In diesen Fällen ist die Fachkunde für die Röntgendiagnostik vorhanden, und die rechtfertigende Indikation für Röntgenuntersuchungen im entsprechenden Gebiet darf gestellt werden. Aber es gibt auch die von Ihnen beschriebenen Ermächtigungen, in denen die Fachkunde im Strahlenschutz für die Ermächtigung nach Nr. 2.3.2 der Richtlinie (Grundkurs im Strahlenschutz nach Ziffer 1), Spezialkurs für ermächtigte Ärzte nach Ziffer 2), ggf. zusätzlicher Kurs zur arbeitsmedizinischen Bewertung nach Ziffer 3) und Sachkunde der ermächtigten Ärzte) erworben wird. Diese Personen haben, wie Sie richtig darstellen, keine Fachkunde im Strahlenschutz für die Röntgendiagnostik und dürfen keine rechtfertigende Indikationen für Röntgenuntersuchungen stellen. Es tut uns Leid, dass wir Ihre Frage nicht ausreichend genau beantwortet hatten und wir bedanken uns für Ihre kritische Betrachtung der Antwort. Denn durch derartige Diskussionen lernt auch das Team des Forum RöV hinzu, mindestens wenn es darum geht Recherchen möglichst umfangreich und abschließend durchzuführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gerd Koletzko schrieb am 27.10.2016 - 09:34 Uhr:
Frage:2777 BETREFF: Röntgen in der Arbeitsmedizin
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mir stellt sich die Frage, ob ein Arbeitsmediziner, der lediglich über die Ermächtigung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge nach RöV und StrlSchV verfügt, berechtigt ist, eigenständig Röntgenuntersuchungen anzuordnen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vorsorge stehen? Beispielsweise Asbestose oder allgemeine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für Feuerwehr oder im Seedienst beschäftigte. Meines Erachtens ist doch für die Anwendung von Rö-Strahlung am Menschen immer eine Fachkunde nach der ´Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin´ erforderlich, oder ist Ihnen eine anderweitige Reglung bekannt, die aus der behördlichen Ermächtigung für Arbeitsmediziner hervorgeht? Dank und herzliche Grüße Gerd Koletzko


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Koletzko, die Erteilung der Ermächtigung von Ärzten zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach RöV und StrlSchV (§ 37 ff der RöV, § 60 ff der StrlSchV) ist zu unterscheiden von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen nach anderen allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften (BGV, Feuerwehrdienstvorschriften, Seetauglichkeit, Berufstaucher o.ä.). Während der nach RöV und StrlSchV ermächtigte Arzt immer über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen muss (vgl. Abschnitt 2.2 der Richtlinie über ´Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte´) und damit auch rechtfertigende Indikationen stellen darf, ist die Fachkunde im Strahlenschutz für Ärzte, die nach anderen allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften (Beispiele siehe oben) zur Durchführung ermächtigt sind, in der Regel keine zwingende Voraussetzung. Ermächtigte Ärzte in diesen Bereichen, die nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, dürfen keine rechtfertigende Indikation (Anordnung) für die Durchführung einer Röntgenuntersuchung stellen oder hierfür die ständige Aufsicht wahrnehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Peter K. schrieb am 27.10.2016 - 01:55 Uhr:
Frage:2776 BETREFF: Gonadenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Eben, mich würde interessieren, ob ein Gonadenschutz aus Blei, was an der Röhre angebracht wird, und durch die Strahlendivergenz die Gonaden ausblendet, ausreichenden Schutz im Vergleich zu herkömmlichen Feigenblatt bzw. Halbschürze bietet ?


1. Antwort: Hallo Peter K. , ich denke, Sie meinen hier mit „Gonadenschutz aus Blei, was an der Röhre angebracht wird“ den sog. indirekten Gonadenschutz. Meistens kann dieser hinter die Tiefenblende eingeschoben werden. Er dient einer gezielten Einengung des Nutzstrahlenfeldes, was mit der Tiefenblende in dieser Form nicht immer erreicht werden kann. Es ist möglich, dass damit die Nutzstrahlenexposition (das Dosisflächenprodukt) besonders in Gonadennähe (Ovarien!) verringert wird, nicht aber oder nur in geringem Maße die Streustrahlendosis in Körperregionen außerhalb des Nutzstrahlenfeldes. Mit anderen Worten: Diese Schutzeinrichtung kann in Streustrahlenfeldern nicht oder nur unwesentlich eine Hodenkapsel oder ggf. auch eine Halbschürze ersetzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 25.10.2016 - 11:46 Uhr:
Frage:2775 BETREFF: Kontrollbereich Mammographie?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mich interessiert der Strahlenschutzbereich bei der Mammographie. Nach DIN 6815 Tabelle gibt es für bestimmte Röntgengerätetypen definierte Kontrollbereich (Mindestabstände) im Radius um den Strahler/Patienten (z.B. C-Bogen=3-4m; dentales Tubusgerät=1,5m; usw.). Für Mammographie-Röntgengeräte findet sich keine Angabe. Wenn ich in die DIN 6812 Tabelle 8 schaue und diese mit den anderen Tabellen vergleiche, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass es eigentlich keinen Kontrollbereich sondern ´nur´ Überwachungsbereich gibt!? Schließlich ist die Betriebsbelastung in Tabelle 8 sehr sehr konservativ ausgelegt. Können Sie das bestätigen? Besten Dank und viele Grüße PS die Anforderungen gibt es zwar nur für den Kontrollbereich, aber im Sinne des Strahlenschutzes haben mir im Mammo-Raum eine mobile Strahlenschutzwand für den Bediener und an der Tür die Aufschrift ´kein Zutritt Röntgen´ angebracht.


1. Antwort: Hallo Kathrin, grundsätzlich existiert auch bei Mammographiegeräten ein Kontrollbereich. Das erkennt man in der genannten Tabelle 8 der DIN 6812 daran, dass bei kleinen Abständen zwischen Brennfleck und Aufenthaltsplatz (<= 2 m)in der mittleren Spalte (Kat. II) zur Realisierung der Kontrollbereichsgrenze (max. 6 mSv/a; s. Tabelle A.1) eine wenn auch geringfügige Abschirmung mit 0,1 mm Pb gefordert wird. In ähnlicher Größenordnung liegen die Verhältnisse für die Kat. I (max. 1 mSv/a). Deshalb befinden sich bei Mammographiegeräten die Aufenthaltsplätze für eine die Strahlung auslösende Person hinter einer entsprechend dicken Glasscheibe. Und deswegen benötigt man, im Gegensatz zu den von Ihnen aufgezählten Röntgengerätetypen, in der Mammographie keine Angabe für einen Mindestabstand. Hinter der Scheibe ist kein Kontrollbereich! Die Betriebsbelastung in Tab. 8 ist sicherlich konservativ ausgelegt, wie das in einer Abschirmungsnorm (z.B. DIN 6812) üblich ist - vielleicht in der Mammographie besonders sinnvoll, wenn man an das Mammo-Screening denkt. Ihre Maßnahmen (mobile Abschirmwand, entsprechende Kennzeichnung) sind ok. Viele Grüße K. Ewen



  Frau Spies schrieb am 22.10.2016 - 22:08 Uhr:
Frage:2774 BETREFF: Mobiler Röntgeneinsatz bei laufender OP
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, darf eine fachkundige MFA ( mit normaler Fachkunde, keine Notfallfachkunde o.ä.), unter Aufsicht eines fachkundiges Arztes, ein mobiles Röntgengerät in den OP Bereich einfahren, um damit letztlich Röntgenaufnahmen bei laufender OP am offenen Becken durchzuführen ? Die OP wird dafür unterbrochen, Patient steril abgedeckt. Detektor wird mittels eingebautem Schienensystem unter dem OP Tisch eingeschoben. Den Patienten selbst sieht man nur schemenhaft, weil er komplett mit sterilen Tüchern abgedeckt ist, die teils bis auf den Boden herabhängen.Um den Detektor möglichst genau unter dem Becken zu positionieren,muss man unter diese Tücher kriechen, also unter den OP Tisch, das Tuch mit einer Hand hoch halten, um mit der anderen Hand dem Operateur, der gleichzeitig *Fachkundiger* ist, anzuzeigen wo gerade die Detektormitte ist. Dieser korrigiert dann mündlich mit *weiter rechts, weiter links*. Demnach schiebt man den Detektor im Schienensystem hin und her. Dabei dient ein steriler Tupfer, in den ein dünner Metallfaden eingearbeitet ist, auf der Patienten Symphyse gelagert, seiner eigenen Orientierung, um ggf. bei den im OP Verlauf weiteren angeforderten Aufnahmen eine korrektere Einstellung zu ermöglichen. Nachdem man den Detektor auf diese Weise positioniert hat, kriecht man wieder unter dem OP Tisch hervor und versucht an der Patientenshiluette ordentlich einzublenden. Man sieht den Patienten selbst in seinen Körperkonturen nicht, weil die OP Tücher das unmöglich machen, darf nichts anfassen. Mehr raten als wissen. Oftmals dürfen die *Sterilen* im OP auch keine Hilfestellung leisten, indem sie am Patienten fühlen und mitteilen, wo der Beckenkamm endet, wo die äußere Bildrand Hautgrenze ist, denn so könnten lange Drähte, die noch aus dem Patienten herausragen verändert werden. Der vorhandene C Bogen im OP reicht dem Operateur nicht, weil der kleinere Bildausschnitt nicht das gesamte Becken mit beiden Hüften abbilden kann, er den beidseitigen Vergleich im Bild aber braucht. Nun ist es so, dass er diese OP auch in einem anderen Krankenhaus durchführen möchte. Die Reaktion der dort ansässigen MtrA s war laut seiner Aussage: * Das ist verboten! * Warum und wieso es so verboten sei, sei ihm nicht mitgeteilt worden. Er fragte bei uns nach, ob das stimmt?! und wo das stehen würde ?! und wenn ja, wieso? Ich habe recherchiert, aber nichts gefunden. Was mich stört ist, dass man auf diese Weise quasi blind und abenteuerlich röngt. Ich weiß aber nicht genau, welche Passagen der RöV das für diesen Fall explizit verbieten würden. Meine Frage also: Ist das verboten ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, eine MFA kann grundsätzlich nicht über Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung verfügen, da dies weder die RöV noch das MTA-Gesetz zulassen. Eine MFA kann aber über von der zuständigen Stelle bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, die es ihr ermöglichen, unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes die Röntgenuntersuchung technisch durchzuführen (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Der Unterschied zu fachkundigen Personen, z.B. MTRA, ist, dass für MFA die ständige Aufsicht durch den fachkundigen Arzt tatsächlich gewährleistet sein muss. Bei den von Ihnen beschriebenen Fällen scheint dieses aber sichergestellt, da der fachkundige Arzt unmittelbar anwesend ist, die jeweils erforderliche rechtfertigende Indikation stellt und auch die erforderlichen Anweisungen zur Durchführung gibt. Natürlich ist es bei den von Ihnen beschriebenen komplexen Anwendungen erforderlich, dass diese Arbeitsanweisungen im Einzelfall spezifiziert und so genau wie möglich erfolgen. Wir gehen bei dieser Antwort davon aus, dass die von Ihnen beschriebenen Untersuchungen medizinisch erforderlich und damit nach der RöV grundsätzlich gerechtfertigt sind. Allerdings kann ein Strahlenschutzverantwortlicher und im Rahmen der jeweiligen Strahlenschutzorganisation auch der Strahlenschutzbeauftragte festlegen, dass beim Betrieb seiner Röntgeneinrichtung bestimmte Untersuchungen nicht erfolgen dürfen. Dieses ist zwischen dem Verantwortlichen und dem rechtfertigenden/anwendenden Arzt im Vorfeld abzusprechen und kann bei medizinisch gerechtfertigten Untersuchungen in verschiedenen Krankenhäusern durchaus unterschiedlich geregelt sein. Bei allen Anwendungen, auch wenn sie noch so komplex sind, muss natürlich eine erforderliche Nutzen-/Risikoabwägung für Patienten erfolgen und der Schutz der Beschäftigten gewährleistet bleiben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Thomas Wollner schrieb am 17.10.2016 - 12:26 Uhr:
Frage:2773 BETREFF: Klassifizierung von Röntgenanlagen
Bei der Bedienung von Röntgenanlagen werden je nach Komplexität für das Assistenzpersonal unterschiedliche Kenntnisse im Strahlenschutz gefordert. Welche Klassen an Röntgenstrahlern werden für welche Kurse definiert (C-Bogen im OP, Notfall-Röntgen in der Zentralen Notaufnahme bzw. auf der Intensivstation, Herzkatheter-Anlagen etc)?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Wollner, nach der RöV gibt es keine unterschiedlichen (z.B. untersuchungsbezogenen) Kenntnisse im Strahlenschutz für MFA (Assistenzpersonal). Die von der zuständigen Stelle ausgestellte Bescheinigung der Kenntnisse im Strahlenschutz gilt grundsätzlich für alle medizinisch gerechtfertigten Untersuchungsverfahren. Der ´Schwierigkeitsgrad´ bei der Durchführung bestimmter Untersuchungsverfahren muss durch eine entsprechende Einweisung in die sachgerechte Handhabung der Röntgeneinrichtung berücksichtigt werden (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV).Diese Einweisung ist zu dokumentieren (auch inhaltlich) und bildet mit der o.g. Bescheinigung über die Kenntnisse im Strahlenschutz die Grundlage dafür, dass MFA unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes Röntgenuntersuchungen technisch durchführen dürfen (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 09.10.2016 - 18:22 Uhr:
Frage:2772 BETREFF: DRW bei kv.IGRT und Planungs-CT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gehe ich richtig in der Annahme, dass die diagnostischen Referenzwerte für planare kV -Aufnahmen im Rahmen der IGRT, kV-Conebeam-CT im Rahmen der Lagerungskontrolle und bei Planungs-CT für die Radiotherapie nicht gelten? Freundliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, wir gehen auch davon aus, dass die vom BfS veröffentlichten DRW für die von Ihnen genannten Anwendungen nicht zutreffen, obwohl es sich hierbei (rein formal)auch um Röntgenuntersuchungen von Menschen handelt. Wir begründen unsere Meinung damit, dass in den veröffentlichten DRW immer Anwendungsarten/Untersuchungsarten aufgeführt, Lagekontrollen oder Planungen dort aber nicht aufgelistet sind. Sofern Sie eine rechtlich belastbare Aussage benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich unmittelbar oder über die zuständige Aufsichtsbehörde beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu informieren. Wir gehen jedoch grundsätzlich davon aus, dass die Expositionswerte bei den von Ihnen genannten Untersuchungen immer unter den vom BfS aufgelisteten DRW für die entsprechende Körperregionen liegen, da keine diagnostische Bildqualität erforderlich ist, die eine bestimmte Größenordnung für die Dosis erforderlich machen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 09.10.2016 - 15:40 Uhr:
Frage:2771 BETREFF: Ermittlung der Körperdosis bei PJlern und Schülern
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut §35 RöV gilt: ´Ist beim Aufenthalt von Personen im Kontrollbereich sichergestellt, dass im Kalenderjahr eine effektive Dosis von 1 Millisievert oder höhere Organdosen als ein Zehntel der Organdosisgrenzwerte des § 31a Abs. 2 nicht erreicht werden können, so kann die zuständige Behörde Ausnahmen von Satz 1 zulassen.´ Nun ist es meistens so, dass PJler und Krankenpflegeschüler/innen nur während eines kleinen Zeitraums innnerhalb eines Jahres sich im Kontrollbereich aufhalten und man aufgrund dieser kurzen Aufenthaltszeit davon ausgeht, dass der o.g. Fall eintrifft. Somit erhalten sie in der Regel kein Dosimeter. Kann ein SSB bei der Behörde eine allgemeine Ausnahme der Personendosimetrie für diese Personengruppen bei der Behörde erhalten? Oder müsste er dies individuell für jeden Mitarbeiter bei der Behörde angeben? Wie kann ein SSB überhaupt nachweisen, dass die effektive Dosis von 1 mSv/ a und die entsprechenden Organsdosen nicht überschritten werden? Er müsste ja von vorneherein die Aufenthaltsdauer, die Dosisleistung, DL-Zeit und den Abstand kennen und die Studenten und Auszubildenden müssten sich daran halten. Mit freundlichen Grüßen, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, nach unserer Meinung kann die zuständige Aufsichtsbehörde die Ausnahme nach Paragraph 35 Abs. 1 RöV durchaus für eine genau definierte Personengruppe erteilen. Das Problem ist aber tatsächlich die Frage, wie der Strahlenschutzverantwortliche als Antragsteller schon im Antragsverfahren ggf. mit Hilfe des Strahlenschutzbeauftragten sicherstellen will, dass die in Paragraph 35 Abs. 1 RöV beschriebenen Dosiswerte nicht überschritten werden. Es müssten gegenüber der zuständigen Behörde alle einzuhaltenden Randbedingungen (Dosisabschätzung für Untersuchungsverfahren, unter Berücksichtigung von Aufenthaltszeiten und Aufenthaltsbereichen), die interne Kontrolle zur Einhaltung dieser Regelung sowie die entsprechende Dokumentation beschrieben werden. Außerdem müsste der Antragsteller nach unserer Meinung beschreiben, wie er sicherstellen kann, dass die genannten Personen im Kalenderjahr nicht außerhalb seines Aufsichts-/Verfügungsbereichs tätig werden. Dieses mag bei Krankenpflegeschülerinnen/-schülern ggf. noch möglich sein, bei PJ´lern eher nicht, da diese im praktischen Jahr bei mehreren Strahlenschutzverantwortlichen tätig werden könnten. Für uns stellt sich grundsätzlich die Frage, ob die Nutzung dieser Ausnahme für einen SSV wirklich sinnvoll ist. Sollte es zu einer Erkrankung bei einer dieser Personen kommen und als Grund hierfür eine Exposition mit Röntgenstrahlung in Betracht gezogen werden, so wird es für den SSV u.U. schwierig, ohne vorliegende Messwerte den Nachweis zu führen, dass er hierfür keine Verantwortung trägt. Unser Rat: Im Zweifelsfall bei derartigen Expositionsszenarien die Personendosis durch Messung ermitteln. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tanja schrieb am 08.10.2016 - 16:59 Uhr:
Frage:2770 BETREFF: Strahlenschutzauffrischung
Hallo, Ich habe 2010 im Rahmen meiner OTA Ausbildung den Strahlenschutzkurs absolviert. Anerkannt wurde dieses dann 2012. Hätte ich den Auffrischungskurs 2015 machen müssen oder erst 2017? Die Meinungen unterscheiden sich da!


1. Antwort: Hallo Tanja, wenn Ihnen die Kenntnisse im Strahlenschutz im Jahr 2012 durch die zuständige Stelle (z.B. Ärztekammer oder Behörde) bescheinigt wurde, dann muss die Aktualisierung fünf Jahre später, also im Jahr 2017, erfolgen. Entscheidend ist das Datum der Kenntnisbescheinigung und nicht das Datum des Strahlenschutzkurses. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tanja schrieb am 08.10.2016 - 16:59 Uhr:
Frage:2769 BETREFF: Strahlenschutzauffrischung
Hallo, Ich habe 2010 im Rahmen meiner OTA Ausbildung den Strahlenschutzkurs absolviert. Anerkannt wurde dieses dann 2012. Hätte ich den Auffrischungskurs 2015 machen müssen oder erst 2017? Die Meinungen unterscheiden sich da!


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2770! K. Ewen



  Wilhelm Friedrich Holve schrieb am 07.10.2016 - 06:22 Uhr:
Frage:2768 BETREFF: Abnahmepruefung nach 157
Ist eine Abnahmepruefung an BWG s ohne MPG rechtens wenn alle uebrigen Kriterien der DIN 157 eingehalten werden?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Holve, ja, das ist ´rechtens´, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Hersteller des betreffenden Monitors, der in diesem Fall sein Produkt nicht zum Zwecke der radiologischen Nutzung, also nicht zur Befundung von Röntgenbildern, produziert hat (´ohne MPG´), keine rechtliche Verantwortung für diese Art Anwendung übernehmen wird. Diese liegt dann eindeutig bei dem Nutzer. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke S. schrieb am 05.10.2016 - 14:21 Uhr:
Frage:2767 BETREFF: Fachkunde im Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Fachkunde im Strahlenschutz muss ein Chirurg im OP zur Bedienung C-Bogen vorweisen? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Anke S., die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz richtet sich nach der vorgesehenen Anwendung. Das heißt, eine ´pauschale´ Fachkunde „C-Bogengeräte“ gibt es nicht. Die notwendige Fachkunde kann je nach vorgesehener Untersuchungsart variieren: Erforderlich sein können z.B. eine bestimmte organspezifische Fachkunde, die Fachkunde für Interventionen, die Fachkunde für intraoperative Röntgendiagnostik oder, wenn es sich um einen wirklichen Notfall handelt, auch die Notfallfachkunde. Ich empfehle Ihnen die Tabelle 4.2.1 in der ´Fachkunderichtlinie Medizin RöV´ (siehe Nr. 7 hier im Forum RöV, erreichbar über den Link: ´Richtlinien/Schreiben des BMU´, veröffentlicht am 04.07.2012) zu studieren und dann die oben beschriebene Zuordnung der radiologischen Tätigkeit des Chirurgen zu der entsprechend zutreffenden Fachkundegruppe vorzunehmen. Bei Unklarheiten könnte Sie auch die zuständige Stelle für die Erteilung der Fachkundebescheinigungen (das ist in der Regel die örtlich zuständige Ärztekammer) beraten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frank Urig schrieb am 04.10.2016 - 13:52 Uhr:
Frage:2766 BETREFF: zu Frage 2763
Bzgl. der Frage von Herr Stolpe-Jazbinsek ist zu sagen, dass es völlig egal ist ob man eine digitale oder analoge Durchleuchtung betrachtet, eine Regelung ist immer vorhanden. Und es liegt in der Natur der Sache, dass eine Anlage nur regeln kann, wenn sie auch Information erhält, also dann wenn Strahlung anliegt. Bei 1 P/s dauert es also länger als bei 10 P/s. Entscheidend ist der Startwert für kV und mA. Digitale Systeme sind zwar meist schneller in der Regelung als analoge, aber nur weil sie normalerweise moderner sind und die Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht haben. Ein absolutes Negativbeispiel fand ich bei einem ganz neuen DIGITALEN Gerät einer bekannten Firma vor, welches ca. 10 - 20 Sekunden benötigte bis es eingeregelt hatte. Die Firma half sich damit, dass sie eine sehr umfangreiche Organdatenbank mitlieferte, sodass o.g. Startwert normalerweise gut passte und die ´Regelung´ dadurch relativ brauchbar war.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Urig, schönen Dank für diese Kommentierung des betreffenden Sachverhaltes, dem ich inhaltlich beipflichten kann und auf den ich den Anfrager zu 2763 hinweisen werde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Konstantin Müller schrieb am 04.10.2016 - 09:40 Uhr:
Frage:2765 BETREFF: EOS Imaging
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, eher zufällig bin ich über die Werbung einer Praxis mit EOS Imaging, insbesondere bei Skoliose gestoßen (Keine Kassenleistung). Dabei wird mit besonders niedriger Strahlendosis und schönen 3D - Bildern (z.T. Ganzkörper!) geworben. Haben Sie hierzu Informationen über die Strahlenbelastung? Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen K. Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, ich habe Ihnen über Ihre Mailadresse einige Unterlagen zukommen lassen. Eine Versendung über das Forum RöV ist technisch nicht möglich. Vielleicht finden Sie das, was Sie interessiert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr Miksic schrieb am 02.10.2016 - 12:18 Uhr:
Frage:2764 BETREFF: Ihre Antwort auf Frage 2762
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte gerne genauer auf einen Teil Ihrer Antwort eingehen. Sie schrieben das die Formulierung in der RöV keine persönliche Interaktion zwecks Stellung der rechtfertigenden Indikation vorsieht, jedoch betonen Sie ´ in Einzelfällen(!)´. Wenn ich mir unseren Alltag in der Praxis anschaue, würde ich in meinem Verständnis denken das nur in Einzelfällen eine persönliche Interaktion des rechtfertigenden Arztes notwendig ist. Bitte korrigieren Sie mich wenn ich mit folgendem falsch liege: Um als konsiliarisch tätiger Arzt eine auswärtige Anforderung für eine Röntgenuntersuchung auf ´Rechtfertigung´ zu prüfen, ist meine Aufgabe Nutzen und Risiko abzuwägen. Praktisch heisst das zu schauen ob der angeforderte Weg zum Beantworten einer klinischen Indikation/Fragestellung aus RöV-Sicht gerechtfertigt ist. Dafür benötige ich in der Regel Angaben zur Klinik, eine Fragestellung die zu beantworten ist und bei Auftragsleistungen (Option auf einem Überweisungsschein) eine Untersuchungsmodalität. Wenn ich jetzt auch noch eine Auskunft vom Patienten einhole ob die klinischen Angaben die auf dem Überweisungsschein aufgeführt sind wirklich denen des Patienten entsprechen und zusätzlich erfragt wird welche Untersuchungen schon durchgeführt wurden (z.B. Sonographie, vorangegangene Röntgenuntersuchungen), dann kann ich daraus eine rechtfertigende Indikation stellen, oder zu dem Schluss kommen das die angeforderte Untersuchung nicht in Frage kommt/eine andere Modalität vorschlagen. Diese Informationen kann ich, aus meiner Sicht in den allermeisten Fällen, einholen ohne mit dem Patienten direkt zu interagieren (kurzes Formular/Abfrage durch Personal mit schriftlicher Doku). In den anderen Fällen ist immer ein Radiologe vor Ort um spezielles zu klären. Was ich nur persönlich klären könnte ist die Überprüfung über das Zutreffen der klinischen Indikation, dies ist jedoch aus meiner Sicht nicht das was mit Stellen der rechtfertigenden Indikation gemeint ist, und abgesehen davon auch nicht möglich. Dafür gibt es ja spezialisierte Kollegen. Wenn jemand z.B. wegen Blut im Urin, restriktiven Atembeschwerden, B-Symptomatik usw. zu uns kommt kann ich das nicht überprüfen, und ich denke das ist auch nicht gemeint aus RöV-Sicht. Wenn ich nun in der Mehrzahl der Fälle so verfahre wie oben beschrieben, die rechtfertigende Indikation vor der Untersuchung mit aus meiner Sicht ausreichenden schriftlichen Informationen stelle, handle ich dann berufsrechtlich/aus Sicht der RöV korrekt? Ich bin Ihnen für eine erneute Antwort sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen D. Miksic


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Miksic, aus der Sicht des Teams des Forum RöV ist jeder Patient, für den Sie als im Strahlenschutz fachkundiger Arzt eine rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlung stellen müssen, ein Einzelfall, zu dem Sie die fachkompetente Entscheidung treffen müssen. Sicherlich kann es so sein, dass unter den von Ihnen beschriebenen Randbedingungen die Mehrzahl der rechtfertigenden Indikationen ohne direkten Kontakt zwischen fachkundigem Arzt und Patienten gestellt werden können und nur in wenigen Fällen, z.B. bei Risiken, die in der Person des Patienten begründet sind, wie eine nicht auszuschließende Schwangerschaft, der direkte Kontakt zwischen den genannten Personen erforderlich ist. Allerdings kann man hieraus kein pauschales Vorgehen ableiten oder beschreiben. Allein der im Strahlenschutz fachkundige Arzt kann diese Entscheidung treffen - und er muss sie ggf. auch gegenüber den Aufsichtsorganen rechtfertigen (eine entsprechende Dokumentation wird hier hilfreich sein). Nach unserer Meinung entspricht die von Ihnen beschriebene Verfahrensweise den Regelungen der RöV. Dies gibt allerdings nur unsere Auffassung zu dem Thema wieder und ist keinesfalls rechtsverbindlich. Ob die Verfahrensweise berufsrechtlich den Anforderungen entspricht, kann von uns aus Erfahrung zwar angenommen, aber nicht belastbar beantwortet werden. Hier wäre nach unserer Meinung eine Rückfrage bei der zuständigen Ärztekammer zielführend. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 30.09.2016 - 22:36 Uhr:
Frage:2763 BETREFF: Ihre AW zu Frage:2746
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Vielleicht hätte ich doch konkreter mit mehr Information fragen sollen, macht nichts, wird jetzt nachgeholt. Ihr Hinweis :´Regelung heisst Regelung, weil Sie regelt. So hat man beispielsweise bei einer BV-Durchleuchtung nach Einschaltung auch nicht unmittelbar stabile Werte´...ist natürlich klar, betrifft aber nicht selten nur eine analoge und kontinuierliche BV-Durchleuchtung, also Röntgen Bildverstärker mit Vakuum Gefäß, Target und wunderbarer Regelungskette, also mit Vidicon, Plumbicon usw.usw. Das Einpegeln von DL-Systemen kenne ich. In meiner Frage geht es nur rein um die digitale Anwendung, digitale Systeme, digitale Regelung. Bei digitaler Durchleuchtung, Dauerdurchleuchtung, tritt dieser Effekt nicht auf oder wurde noch nicht beobachtet, jedenfalls kann ich es nicht bestätigen. Sobald Pulse im Spiel sind kommt es zu diesem Effekt.Gleichermaßen bei 1P/s oder 25P/s. Selbst bei Unterscheidung nach Puls oder Bild /s. Ich spreche aber auch nicht von ´kalten Geräten´ sondern von einer normalen Anwendung im warmen Betriebs-Zustand. Ich sprach auch von gepulster Durchleuchtung, oder auch vom Verschiebetest (D-S-A), wie gesagt an digitalen Systemen, also mit Flat-Detektor. Bei der Konstanzprüfung mag das alles noch in Ordnung sein, muss man nur wissen. Aber...man wechselt den Patienten, startet ein Anwendungsprogramm (egal ob z.B. Schädel Programm oder Konstanz Programm), startet den Patienten...und der Effekt tritt auf. Ich stelle mir nur den regulären Patientenbetrieb vor, der Patient der dann einfach zuviel oder zu wenig Dosis abbekommt. Ich stelle mir den Anwender vor der, weil er den Effekt nicht kennt, Aufnahmen schießt, mit weniger Dosis und somit mit schlechterer Bildqualität Bilder erzeugt, ins PACS schickt (und verlustbehaftet abspeichert, siehe Frage zuvor), oder eben nochmal schießt weil er beim ersten Mal so wenig gesehen hat. Ich denke der Arbeitskreis sollte sich die Sache zumindest mal ansehen. Herzlichen Dank und freundliche Grüße! Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, ich möchte diesen sicherlich etwas schwierigen Fragenkomplex nicht zu weit ausdehnen und Sie, quasi als Antwort, die auch von uns hier im Forum RöV getragen wird, auf den Beitrag Nr. 2766 aufmerksam machen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr Miksic schrieb am 30.09.2016 - 21:50 Uhr:
Frage:2762 BETREFF: Überprüfung der rechtfertigenden Indikation
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin Radiologe in einer Gemeinschaftspraxis in NRW. Die notwendigen Fachkunden aller Kollegen für das Gesamtgebiet der radiologischen Diagnostik liegen vor. Wir führen täglich Röntgenuntersuchungen an Patienten durch, die mit einer Überweisung zu uns kommen. Im optimalen Fall ist auf der Überweisung die klinische Indikation und gewünschte Untersuchung aufgeführt. Meine Frage: Ist für die Überprüfung/Stellung der rechtfertigenden Indikation durch uns durchführenden Ärzte, zwingend der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt/die persönliche Interaktion mit dem Patienten notwendig? Oder reicht es in passenden Fällen aus, durch studieren des anfordernden Schriftstückes vor Durchführung der Untersuchung, die rechtfertigende Indikation zu stellen? Wäre es berufsrechtlich/ nach Röntgenverordnung somit korrekt wenn ein Patienten der z.B. für einen Röntgen-Thorax in unsere Praxis kommt, die Untersuchung erhält nachdem ein in der Praxis anwesender Radiologe die rechtfertigende Indikation nach Durchsicht des Überweisscheines gestellt hat, die Praxis danach verlässt ohne einen persönlichen Kontakt mit dem Radiologen gehabt zu haben? Der Hintergrund dieser Frage ist eine Abrechnungsfragestellung im GKV Bereich (betrifft die sogennante Konsiliarpauschale EBM 24211). Ich bedanke mich ganz herzlich im voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen D. Miksic


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Miksic, die RöV fordert, dass vor der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz die rechtfertigende Indikation stellt. Im Rahmen dieser rechtfertigenden Indikation muss der fachkundige Arzt die Möglichkeit haben, den Patienten vor Ort persönlich untersuchen zu können (§ 23 Abs. 1 RöV). Diese Formulierung in der RöV zeigt, dass die Stellung der rechtfertigenden Indikation in Einzelfällen (!) auch ohne tatsächliche Untersuchung oder Inaugenscheinnahme möglich ist („die Möglichkeit haben“). Dabei muss der „rechtfertigende“ fachkundige Arzt auf der Grundlage der klinischen Indikation und der „sonstigen Datenlage“ aber in der Lage sein, eine Nutzen/Risikoabwägung, bezogen auf den Patienten, durchzuführen, die geeignete Untersuchungsmethode festzulegen und den technisch durchführenden Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern die erforderlichen Anweisungen zu erteilen. Der Begriff „technische Durchführung“: siehe § 2 Nr. 7 RöV. Wir gehen davon aus, dass es in bestimmten Fällen möglich ist, genauso zu verfahren. Weiter ist es nach den Regelungen der RöV durchaus erlaubt, dass die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung (nach erfolgter rechtfertigender Indikation unter den oben genannten Randbedingungen) zu einer Zeit erfolgt, in der sich der fachkundige Arzt (z.B. ein Radiologe) nicht am Untersuchungsort oder in der Nähe dieses Ortes aufhält. Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Person, die technisch durchführt, über die erforderliche FACHKUNDE im Strahlenschutz für diese Tätigkeit verfügt. Dieses ist normalerweise bei MTRA der Fall. Nicht zulässig wäre das Entfernen des fachkundigen Arztes vom Untersuchungsort, wenn die technische Durchführung durch MFA mit KENNTNISSEN im Strahlenschutz erfolgen sollte, da diese Personen nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig werden, also technisch durchführen dürfen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 30.09.2016 - 21:30 Uhr:
Frage:2761 BETREFF: Verlustfreie Archivierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei digitalen Röntgensytemen werden allgemein die erzeugten Daten im Systemrechner voerab abgeelgt/gespeichert. Bei der Versendung in das PACS ist zu beobachten das die Daten vorher reduziert werden, so z.B. in eine 512-Matrix. Dies führt dazu das die Ortsauflösung stärker abgestuft, aus dem PACS heraus betrachtet, angezeigt wird als dokumentiert.Schon am 4.4.2006 machte das Bayerische Staatsministerium darauf aufmerksam das dieses Vorgehen nicht der Forderung nach verlustfreier Archivierung (§28 Abs.5 und 6 RöV) entspricht. Weder die technische noch die diagnostische Aussagekraft bleibt damit erhalten. Können Sie mir erklären warum auch heute noch so verfahren wird, bzw. auch Neugeräte so eingestellt werden? Herzlichen Dank und freundliche Grüße! Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, wir gehen davon aus, dass eine Komprimierung elektronischer (digitaler) Daten durch Reduzierung der Matrix auf 512 x 512 mit einem dadurch verbundenen Verlust an Ortsauflösung nicht im Sinne des § 28 Abs. 5 letzter Satz RöV sein kann. Wir sind damit einer Meinung mit der Einschätzung des Bayerischen Staatsministeriums. Wir können fachlich-sachlich nicht erklären, warum (von wem auch immer) bei Neuanlagen so verfahren wird. Möglicherweise hat sich die schon viele Jahre bestehende Forderung in der RöV nach Datenkomprimierung nur bei Wahrung einer verlustfreien diagnostischen Aussagekraft immer noch nicht überall herumgesprochen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Golchev schrieb am 30.09.2016 - 19:16 Uhr:
Frage:2760 BETREFF: SSV/ SSB im OP / Medizinphysiker
Sehr geehrter Prof. Ewen, könnten Sie mir sagen 1. wer der SSB im OP ist 2. welche Aufgaben der Medizinphysiker in einem KH hat 3. welche Aufgaben der SSV an den SSB übertragen kann/darf und welche nicht. Herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Golchev, zu Ihren Fragen: 1.) Ob sich überhaupt ein SSB im OP befindet, liegt an der internen Strahlenschutzorganisation des Krankenhauses. Die RöV fordert dies nicht explizit. Es muss sichergestellt sein, dass es einen Strahlenschutzbeauftragten oder einen fachkundigen Strahlenschutzverantwortlichen (jeweils mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz) gibt, der den Betrieb der Röntgeneinrichtung leitet und beaufsichtigt. Diese Person muss bei Anwendungen am Menschen Ärztin oder Arzt sein, muss sich aber nicht zwingend im oder am Röntgenraum (hier OP) aufhalten. Notwendig ist aber, dass die Ärztin/der Arzt, die/der bei einer OP die sogenannte rechtfertigende Indikation stellt, d.h. die Entscheidung trifft, dass Röntgenstrahlung am Menschen angewendet wird, über die für diese Anwendung notwendige Fachkunde im Strahlenschutz verfügt und auch die notwendigen Befugnisse hat. Hierfür muss man aber nicht Strahlenschutzbeauftragter sein. 2.) Wenn ein Medizinphysik-Experte (MPE) in einer Einrichtung tätig ist, dann kann er die Aufgaben wahrnehmen, die sich nicht auf den ärztlichen Bereich beziehen. D.h., er darf keine rechtfertigende Indikation stellen, keine Befundung vornehmen oder kein Behandlungsergebnis überprüfen. Die rechtlichen Regelungen zur Tätigkeit des MPE in der Radiologie sind bezüglich ihrer Gewichtigkeit durchaus unterschiedlich gehalten: Während in der Richtlinie „Strahlenschutz in der Medizin“ für den Bereich der Strahlentherapie und Nuklearmedizin für ihn durchaus weitgehende Regeln vorhanden sind, ist dies im Bereich der Röntgendiagnostik bisher nicht der Fall. Hier müssen Strahlenschutzverantwortlicher, ärztlicher Strahlenschutzbeauftragter und MPE die Aufgaben im Einzelfall festlegen und beschreiben. 3.) Die Aufgaben, die ein SSB wahrnehmen kann, sind im § 15 Abs. 2 RöV und § 33 Abs. 2 StrlSchV beschrieben. Zusätzlich können ihm sicherlich auch weitere Aufgaben schriftlich übertragen werden. Nicht zu übertragen sind Aufgaben, die eindeutig in der Organisationsverantwortung des Strahlenschutzverantwortlichen liegen, z.B. die Bestellung weiterer SSB oder die Bereitstellung von ausreichendem und geeignetem Personal. Wichtig ist auch, dass der Strahlenschutzverantwortliche durch die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten grundsätzlich nicht aus seiner Verantwortung entlassen wird bzw. sich dieser dadurch auch nicht entziehen kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tania Müller schrieb am 30.09.2016 - 11:14 Uhr:
Frage:2759 BETREFF: Zahnfilmaufnahme, ZMF in der Nähe
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin als zahnmedizinische Fachangestelle tätig. Diese Woche hatten wir folgenden Fall in der Zahnarztpraxis: ich habe eine Zahnfilmaufnahme bei einem Patienten direkt am Behandlungsstuhl gemacht, währenddessen war meine schwangere Kollegin (4. Schwangeschaftsmonat) ca. 5 Meter vom Patienten entfernt. Die Röntgenröhre zeigte in Ihre Richtung als ich die Aufnahme machte. Ich hatte es nicht wahrgenommen, weil unsere Behandlungseinheiten nur durch Glaswände getrennt werden (Milchglas), wir haben keine Mauerwände. Wie gefährlich ist die Aufnahme für das Baby meiner Kollegin gewesen? Ich danke Ihnen für die Aufklärung Mit freundlichen Grüßen Tania Müller


1. Antwort: Die Frage wurde doppelt gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2758 K. Ewen



  Tania Müller schrieb am 30.09.2016 - 11:13 Uhr:
Frage:2758 BETREFF: Zahnfilmaufnahme, ZMF in der Nähe
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin als zahnmedizinische Fachangestelle tätig. Diese Woche hatten wir folgenden Fall in der Zahnarztpraxis: ich habe eine Zahnfilmaufnahme bei einem Patienten direkt am Behandlungsstuhl gemacht, währenddessen war meine schwangere Kollegin (4. Schwangeschaftsmonat) ca. 5 Meter vom Patienten entfernt. Die Röntgenröhre zeigte in Ihre Richtung als ich die Aufnahme machte. Ich hatte es nicht wahrgenommen, weil unsere Behandlungseinheiten nur durch Glaswände getrennt werden (Milchglas), wir haben keine Mauerwände. Wie gefährlich ist die Aufnahme für das Baby meiner Kollegin gewesen? Ich danke Ihnen für die Aufklärung Mit freundlichen Grüßen Tania Müller


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, die sog. Zahnfilmaufnahme gehört zu den Röntgenaufnahmen mit sehr geringer Dosis, wenn sie nicht sogar tatsächlich die geringste Dosis in der Röntgendiagnostik erzeugt. Außerdem befand sich Ihre Kollegin in einem ziemlich großen Abstand (5 m) vom Patienten entfernt, was diese ohnehin schon kleine Dosis noch deutlich weiter reduziert. Wenn die Kollegin auch in Nutzstrahlrichtung stand, so ist trotzdem die Dosis insofern nicht stark erhöht, weil der weitaus größte Teil der Röntgenstrahlung vom Objekt (Patient) absorbiert wird und in der Umgebung nicht zur Wirkung kommt. Also: Entwarnung für die Kollegin! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Peter Wörner schrieb am 30.09.2016 - 09:05 Uhr:
Frage:2757 BETREFF: DIN6868/13 - Niedrigkosntrastobjekte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich verfolge das Forum schon sehr lange und es konnte mir schon viele Fragen beantworten. VIelen Dank, dass dies schon so lange betreuen! Nun habe ich selbst eine Frage. Was genau sagt mir die prozentuale Angabe der Niedrigkontrastobjekte des Prüfkörpers für die DIN6868/13? Ist die Prozentangabe, der prozentuale Unterschied zum übrigen Hintergrund des Prüfkörpers? Vielen Dank und viele Grüße Peter


1. Antwort: Frage Nr. 2757 war zweimal gestellt worden (siehe: Frage Nr. 2756). K. Ewen



  Peter Wörner schrieb am 30.09.2016 - 08:55 Uhr:
Frage:2756 BETREFF: DIN6868/13 - Niedrigkosntrastobjekte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich verfolge das Forum schon sehr lange und es konnte mir schon viele Fragen beantworten. VIelen Dank, dass dies schon so lange betreuen! Nun habe ich selbst eine Frage. Was genau sagt mir die prozentuale Angabe der Niedrigkontrastobjekte des Prüfkörpers für die DIN6868/13? Ist die Prozentangabe, der prozentuale Unterschied zum übrigen Hintergrund des Prüfkörpers? Vielen Dank und viele Grüße Peter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wörner, es gibt verschiedene Kontrastdefinitionen. Eine gängige ist folgende: K = (S1 – S2)/S2. Dabei ist S1 – S2 das „Nutz“-Signal und S2 ist das „Umgebungs“-Signal („Intensität der Umgebung“). Man kann die o.g. kleine Formel auch „prozentual“ angeben, so wie in DIN 6868-13 geschehen: K = 100 x (S1 –S2)/S2. Beispiel: S1 = 479, S2 = 465, K = 100 x (479 – 465) / 479 = 3 %. Die Kontrastwerte in DIN 6868-13 gelten für ganz definierte Expositionsbedingungen an Objektscheiben bestimmter Dicken (z.B. aus Al): 70 kV, 2,5 mm Al EF und 25 mm Al Zusatzfilterung. Unter diesen Bedingungen darf bei der Konstanzprüfung die erkennbare Anzahl dieser Niedrigkontrastobjekte von den entsprechenden Verhältnissen der Abnahmeprüfung nicht abweichen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schutzkleidung schrieb am 23.09.2016 - 15:28 Uhr:
Frage:2755 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, an dieser Stelle habe ich eine Verständnisfrage zur DIN 6857-2 2016:08. Aus diesem Grund finden Sie nachfolgend auch eine bereits gestellte und von Ihnen beantwortete Frage: ´ich hätte eine Frage zu der jährlichen Prüfung der Röntgenschürzen und zwar mittels Röntgenstrahlung. Wer ist zudtändig für die Prüfung? Der MPE oder auch der SSB (Strahlenschutzbeauftrager) für den medizinischen Bereich? Wenn also keinen MPE in der betroffenen Abteilung vorhanden ist, sollte der SSB der Abteilung die Prüfung durchführen oder? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Fr. Markova 1. Antwort: Sehr geehrte Frau Markova, der zuständige Strahlenschutzbeauftragte (in der Röntgendiagnostik sicherlich ein/e Arzt/in) muss dafür sorgen, dass derartige Prüfungen organisatorisch reibungslos im Sinne der DIN 6857-2 (diese Norm ist kein Entwurf mehr, also entfällt das ´E´)erfolgen, aber selbst durchführen muss er/sie diese Prüfung natürlich nicht. Diese Aufgabe kann z.B. durchaus an Personen aus dem Assistenzbereich übertragen werden, die im Sinne des § 30 RöV von einer im Strahlenschutz fachkundigen Person (Arzt, MPE) in die Prüfmethode eingewiesen worden sind. Irgendwelche offiziellen Strahlenschutzkurse müssen zu diesem Zweck nicht besucht werden. Denn bei der Prüfung von Schutzkleidung mittels Röntgenstrahlung wird diese ja nicht auf den Menschen angewendet sondern ´in sonstigen Fällen´ (siehe Überschrift zu § 30).´ Nun zu meiner Anliegen. Laut §3 Abs.2 Satz 1 der MPBetreibV dürfen mit der Instandhaltung von Medizinprodukten nur Personen, Betriebe oder Einrichtungen beauftragt werden, die auf Grund ihrer Ausbildung und praktischen Tätigkeit über die erforderliche Sachkenntnis verfügen. Im MPG ist definiert, was als Medizinprodukt eingestuft wir. Folgende Fragen dazu. 1. Aus der Definition des MPG werde ich nicht ganz schlau. Ist Röntgenschutzkleidung ein Medizinprodukt nach dem MPG? 2.Sollte die Röntgenschutzkleidung ein Medizinprodukt nach MPG sein, kann dann die Prüfung der Schutzkleidung dennoch nach Einweisung (§30 RöV) von Personen ohne Fachausbildung oder entsprechende Kurse durchgeführt werden? Vielen Dank schon mal im Voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Biesinger, ich kann es kurz machen: Schutzkleidung für Personal (´Persönliche Schutzausrüstung´), die also von der DIN 6857-2 betroffen ist, fällt nicht unter den Geltungsbereich des Medizinprodukterechts (anders dagegen Patientenschutzmittel). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Albion Studime schrieb am 20.09.2016 - 16:25 Uhr:
Frage:2754 BETREFF: MFA /ct/Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, damit eine Krankenschwester mit Röntgenschein CT´s in der Rufbereitschaft machen darf und die Bilder TELERADIOLOGIESCH abschickt mus der Arzt der neben Ihr steht wehrend Sie die CT Untersuchung macht die Fachkunde für CT besitzen oder auch noch die Fachkunde für Teleradiologie oder reicht aus wenn der Arzt nur dir Fachkunde für Notfalldiagnostick hat? Gruß Herr Studime.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Studime, um Ihre Frage zu beantworten, müssen wir sie etwas interpretieren. Wenn es um eine genehmigte Teleradiologie im Sinne des § 3 Abs. 4 Röntgenverordnung geht, dann ist die technische Durchführung durch eine MFA (Krankenschwester, Arzthelferin o.ä.) mit Kenntnissen im Strahlenschutz schon formal nicht möglich. Das liegt daran, dass schon die Genehmigungsvoraussetzungen der Röntgenverordnung verlangen, dass die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung durch eine Person mit entsprechender Fachkunde im Strahlenschutz (MTRA) erfolgt (§ 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV). Diese spezielle Anforderung ist nicht kompensierbar, auch nicht durch Aufsicht seitens eines Arztes mit CT-Fachkunde oder mit Fachkunde für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik. Es stellt sich aber für uns die Frage, warum die Anwendung überhaupt im Rahmen der Teleradiologie erfolgen soll, wenn ein Arzt mit CT-Fachkunde oder mit Fachkunde für das Gesamtgebiet am Untersuchungsort zugegen ist. Der so fachkundige Arzt kann die rechtfertigende Indikation für die CT-Untersuchung stellen, er kann die verantwortliche Erstbefundung durchführen und er kann die MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz beaufsichtigen, die dann - außerhalb der Teleradiologie nach Röntgenverordnung - auch technisch durchführen darf (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Die MFA dürfte in in diesem Fall die Bilder zum Einholen einer Zweitmeinung auch verschicken. Ein Arzt mit Notfallfachkunde im Strahlenschutz kann bei CT-Untersuchungen keine der vorgenannten Aufgaben wahrnehmen, da die Notfallfachkunde CT-Untersuchungen explizit nicht einschließt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Robert Schwan schrieb am 11.09.2016 - 14:12 Uhr:
Frage:2751 BETREFF: DIN 6857-2 auch für Patientenschutzkleidung?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen! Entfaltet die DIN 6857-2 Gültigkeit auch für die Patientenschutzausrüstung in der zahnärztlichen Radiologie? Falls ja, ab welchem Zeitpunkt ist die Umsetzung gefordert? Vielen Dank für Ihre Auskunft!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwan, die DIN 6857-2 gilt nicht für Patientenschutzkleidung. Siehe „1. Anwendungsbereich“ in der Norm: „Diese Norm gilt für … Strahlenschutzkleidung, die dem Schutz des Personals gegen Röntgenstrahlung … dient.“ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke Ohmstede schrieb am 09.09.2016 - 11:30 Uhr:
Frage:2750 BETREFF: Fachkundeerwerb für Personen, außerhalb Deutschlands ausgebildet
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Kurse zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz müssen Personen im Rahmen des Anerkennungsverfahrens als MTRA (wurden außerhalb Deutschlands ausgebildet) absolvieren? In Deutschland ausgebildete MTRA erwerben mit der erfolgreichen Prüfung zwei Fachkunden im Strahlenschutz, nach Röntgenverordnung (Radiologische Diagnostik) sowie nach Strahlenschutzverordnung (Strahlentherapie und Nuklearmedizin). Nach RL RöV 4.7 Fachkunde im Strahlenschutz für technische Assistentinnen und Assistenten in der Medizin, müssen - Personen, die nach § 1 Nr. 2 des MTA-Gesetzes (MTAG) die Erlaubnis zur Ausübung einer Tätigkeit als MTRA besitzen, haben die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen oder -behandlungen im Rahmen ihrer Ausbildung erworben (vgl. Ausbildungs- und Prüfungsordnung für technische Assistentinnen und Assistenten in der Medizin - MTA-AprV - vom 24. April 1994 (BGBl. I S. 922)). Medizinisch-Technische Assistentinnen und Assistenten sind nach § 10 Nr. 5 MTAG den MTRA gleichgestellt. Personen, die außerhalb Deutschlands ausgebildet worden sind und die im Rahmen der Röntgenverordnung Aufgaben einer MTRA wahrnehmen wollen, haben nach § 2 Abs. 2 MTAG die Gleichwertigkeit ihres Ausbildungsstandards mit der MTA-APrV nachzuweisen. Notwendige Spezialkenntnisse und insbesondere das erforderliche Gesetzeswissen ist durch Teilnahme an einem Kurs im Strahlenschutz nach Anlage 2.1 zu erwerben. Anlage 2, 2.1 ist der Spezialkurs im Strahlenschutz bei der Untersuchung mit Röntgenstrahlung (Diagnostik). Dauer - einschließlich Übungen und Prüfung - 20 Stunden Um auch die Fachkunde nach Strahlenschutzverordnung zu erwerben, gilt lt. RL StrlSchV 3.1.5 Erwerb der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz für Personen mit einer staatlich geregelten, staatlich anerkannten oder staatlich überwachten und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung, wenn die technische Mitwirkung Gegenstand ihrer Ausbildung und Prüfung war Personen, denen nach § 82 Absatz 2 Nummer 2 StrlSchV die technische Mitwirkung erlaubt ist, müssen die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Personen, die im Ausland eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, deren Gleichwertigkeit mit der Ausbildung einer MTRA von der zuständigen Behörde in Deutschland bescheinigt worden ist. Die Fachkunde ist nach § 30 Absatz 1 StrlSchV durch eine Bescheinigung der nach Landesrecht zuständigen Stelle nachzuweisen. Leider konnte ich in der RL StrlSchV keinen konkreten Hinweis finden, welche Kurse besucht werden müssen, im Gegensatz zur RL RöV. Gelten für den Erwerb der Fachkunde nach StrlSchV die Kurse A 3 1.1 Grundkurs im Strahlenschutz nach StrlSchV und RöV, Dauer (einschließlich Übungen) mindestens 24 Stunden A 3 1.2 Spezialkurs im Strahlenschutz beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen in der Nuklearmedizin, auer (einschließlich Übungen) mindestens 24 Stunden, Voraussetzung für die Teilnahme ist der Nachweis des Grundkurses nach Anlage A 3 Nr. 1.1. A 3 1.3 Spezialkurs im Strahlenschutz in der Teletherapie, Dauer (einschließlich Übungen) mindestens 28 Stunden, Voraussetzung für die Teilnahme ist der Nachweis des Grundkurses nach Anlage A 3 Nr. 1.1. Insgesamt dreht sich meine Frage um die Anzahl der Kurse, eine Kombination von Kursen oder nur einem Kurs, was muss im Rahmen des Anerkennungsverfahren belegt werden? 1. Spezialkurs RL RöV und die 3 Kurse nach RL StrlSchV 2. Nur die 3 Kurse nach StrlSchV, da Grundkurs RöV und StrlSchV enthält 3. Spezialkurs nach RL RöV und Grundkurs nach RL StrlSchV 4. Nur Grundkurs nach StrlSchV Mit herzlichen Grüßen Anke Ohmstede


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ohmstede, wir empfehlen, um hier eine wirklich belastbare Antwort zu bekommen, sollten Sie sich an die Stellen wenden, die für die Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung zuständig sind. In vielen (aber nicht allen) Bundesländern sind dies die Ärztekammern. Hier im Forum RöV wissen wir aus Erfahrung, dass man in Sachen ´Fachkunde im Strahlenschutz´ im Bereich der Strahlenschutzverordnung in ähnlicher Weise vorgeht, wie das im Rahmen der Röntgenverordnung üblich ist. Das heißt: Wenn die Gleichwertigkeit der Ausbildung zur deutschen MTRA-Ausbildung von der dafür zuständigen Behörde festgestellt und bestätigt wurde, dann geht auch die für die Strahlenschutzfachkunde zuständige Stelle davon aus, dass die Grundlagen (praktische Ausbildung und Inhalte des Grundkurses) im Strahlenschutz gegeben sind. Erforderlich (und daher wichtig) ist für alle radiologische Anwendungsbereichen (z.B. Röntgendiagnostik, Nuklearmedizin oder Tele-/Brachytherapie)der erfolgreiche Besuch des zutreffenden Spezialkurses. Diese Kommentierungen hier im Forum RöV entsprechen aber wirklich nur unseren Erfahrungen, die man aber tunlichst bei der zuständigen Stelle nachfragen sollte. Eine fest vorgeschriebene Anzahl an Strahlenschutzkursen gibt es nach unserer Meinung nicht, da die als ´gleichwertig´ einzustufenden Personen die Fachkunden nur für die jeweils von ihnen beruflich tatsächlich ausgeführten radiologischen Anwendungsgebiete erwerben müssen. Fazit daraus: Es müssen nicht zwangsläufig alle Fachkunden erworben werden über die eine/ein MTRA ´automatisch´ verfügt, die/der das Examen in Deutschland abgelegt hat. Es würde beispielsweise für eine Person, die nur in der Teletherapie technisch mitwirken möchte, ausreichen, den dafür passenden Kurs (erfolgreich) zu besuchen und sich die für diese Anwendung erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz bescheinigen zu lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 08.09.2016 - 14:51 Uhr:
Frage:2749 BETREFF: Röntgenschürze beim Thoraxröntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine meiner MTRs hat einen Auffrischungskurs unter Ihrer Leitung nach Röntgenverordnung besucht und kam mit der Information zurück, dass jetzt doch bewiesen sei, dass eine Schutzschürze beim Thoraxröntgen detektorseitig mehr Schutz biete als röhrennah. logisch wäre diese auch, da die Röntgenröhrenauslassstrahlung bei modernen Geräten eher niedrig ist. Soll der Schutz jetzt wirklich detektornah angebracht werden? Danke für Ihre Antwort. G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, die Diskussionen zur Frage „Schutzschürze („Halbschürze“) bei der Thoraxaufnahme ja oder nein“ und, wenn ja, strahler- oder bildempfängernah angebracht, sind für mich schon, ich möchte mal sagen, jahrzehntelang präsent. Und Antworten gibt es in allen Varianten, von der jede etwas für sich hat: 1) Schutzschürze nein, weil diese, wo auch immer angebracht, nur eine sehr geringe Dosisreduzierung erbringt. 2) Schutzschürze bildempfängernah, weil die aus dem Bildempfängerbereich rückgestreute Strahlung weitgehend absorbiert wird. 3) Schutzschürze strahlernah, weil die Gehäusedurchlassstrahlung weitgehend absorbiert wird. Was nun überwiegt, die strahlernahe oder bildempfängernahe Variante, hängt sicherlich auch von der Größenordnung der Dosis in der Gehäusedurchlassstrahlung ab. Man sagt, diese sei bei neueren Röntgenstrahlern geringer als bei älteren. Und das war wohl für den betreffenden Referenten bei dem besagten Strahlenschutzkurs das ausschlaggebende Argument für „Schürze bildempfängernah“. Ob man hier von einem „Beweis“ sprechen kann, muss ich dahingestellt sein lassen. Ich habe vielleicht schon zu viele „Für“ und „Wider“ in Antworten zu dieser Fragestellung erleben müssen, um eine eindeutige Stellungnahme abgeben zu können. Auch das gibt es im Forum RöV! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Susanne Kommert schrieb am 07.09.2016 - 17:06 Uhr:
Frage:2748 BETREFF: Voraussetzungen zum Arbeiten in Radiologie gestern und heute
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewan 1978 - 1881 habe ich die MTA Schule in Hamburg besucht, jedoch beim Examen leider keinen Erfolg gehabt. Weil ich jung und dumm war habe ich es auch nicht wiederholt. Wie das Leben so spielt bin ich dann doch in der Radiologie gelandet und arbeitete dort 30 Jahre lang - mit Teilnahme an Bereitschaftsdiensten u. in sämtlichen Bereichen eingearbeitet. (Fachkunde für Strahlenschutz 1988 und regelmäßige Auffrischung) Jetzt bin ich seit 24 Jahren im Diakoniekrankenhaus angestellt und wurde dort vor ca drei Jahren auf ein MTA Gehalt hochgestuft, leistungsbedingt. Vor einem halben Jahr hat der Praxisinhaber gewechselt (Praxis im Krankenhaus) und dieser hat mir mitgeteilt,ich dürfte nicht mehr bei ihm arbeiten. Seitdem stehe ich vor einem Scherbenhaufen - ich bin jetzt 59 Jahre alt. Habe mich versucht schlau zu machen und das aktuelle Strahlenschutzgesetz und die Rö Verordnung stimmen wohl mit diesen Tatsachen überein. Vor 24 Jahren durfte ich in diesem Beruf arbeiten und heute darf ich es nicht mehr. Gab es bei den Änderungen der Strahlenschutzgesetze bezgl. der Möglichkeiten der Beschäftigung irgendwelche Übergangsfristen, oder die Möglichkeit der Anerkennung von Fachkunde? Mir ist bekannt, dass ich eigentlich schon seit diversen Jahren nicht mehr hätte arbeiten dürfen, aber weder unser Strahlenschutzbeauftragter noch das Diakoniekrankenhaus haben mich jemals darauf hingewiesen. Mein Leben und meine berufliche Zukunft sind sozusagen ´Im Eimer´ und wie es dazu kommen konnte interessiert heute niemanden mehr außer mir. Der Chef der MAV hat mir berichtet es gäbe ev. eine Möglichkeit die langjährige Erfahrung anerkennen zu lassen. Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Mit freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kommert, um Ihnen einen Rat geben zu können, müssen wir Ihre Sachstandsbeschreibung etwas eingrenzen und teilweise interpretieren. Wenn wir Sie richtig verstehen, dann haben Sie im Jahr 1981 die Ausbildung zur MTRA nicht erfolgreich beendet. In Folge dessen haben Sie auch nicht die Berufserlaubnis zur Ausübung des MTRA-Berufs erhalten. Später, im Jahr 1988, haben Sie aufgrund der nicht erfolgreich abgeschlossenen MTRA-Ausbildung die Kenntnisse im Strahlenschutz nach der RöV vom 8.1.1987 erworben (nach unserer Meinung können das nur die Kenntnisse im Strahlenschutz gewesen sein, denn Fachkunde für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen bekamen auch schon im Jahr 1988 nur MTRAs im Rahmen der Berufserlaubnis). Diese Kenntnisse haben Sie sich dann von der zuständigen Stelle bescheinigen lassen (vergleiche Paragraph 23 der RöV in der Fassung vom 8.1.1987) und vor dem 1.7.2007 fristgemäß und dann regelmäßig aktualisiert. Wenn wir Ihre Anfrage bis hierhin richtig verstanden haben, dann verfügen Sie immer noch über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz nach der RöV, um unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes Röntgenuntersuchungen technisch durchzuführen. Scheinbar hat sich für Sie in den letzten Jahren hier nichts geändert. Eine Fachkunde im Strahlenschutz, wie Sie MTRA für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen ohne Beaufsichtigung durch einen fachkundigen Arzt besitzen, konnten Sie aufgrund der Vorgaben des MTA-Gesetzes und der RöV in der Vergangenheit nicht erwerben, und das wird auch heute nicht möglich sein. Aus unserer Sicht können Sie unter den geschilderten Randbedingungen weiter tätig sein. Sollten wir jedoch etwas aus Ihrer Anfrage falsch verstanden oder interpretiert haben, dann empfehlen wir Ihnen, den Fall mit der für Sie zuständigen Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsichtsamt, Bezirksregierung, Arbeitsschutzamt .......) zu besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  ralf stolpe-jazbinsek schrieb am 02.09.2016 - 21:14 Uhr:
Frage:2747 BETREFF: CDMAM
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hatte vor einiger Zeit einen CDMAM ´Experten´ Schein bei Ihnen gemacht, damals an 5MP Befundungsmonitoren,jetzt, nach neuen Normen kann man die CDMAM Prüfung am Notebook Softwaregestützt auswerten, feine Sache...Aber: Meine Frage: Ist dieser Experten Schein jetzt noch erforderlich oder darf jetzt jeder der die Fachkunde nach R6 hat diese Prüfung durchführen? Herzlichen Dank und freundliche Grüße! Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, nach Kapitel 7 in der „Fachkunde-Richtlinie Technik nach der RöV“ wird für die Qualifikation von behördlich bestimmten Sachverständigen eine Einweisung in die Sachverständigentätigkeit verlangt (Abschnitt 7.1.3). Speziell für die Prüfung von digitalen Mammographiegeräten ist zu diesem Zweck neben den „normalen“ Anforderungen (siehe Anlage K der RL) die Mitwirkung an 10 Prüfungen nach Abschnitt 3.1.3.3 der „alten“ QS-RL erforderlich (in der neuen QS-RL vom 23.6.2014: siehe Kap. 3.4) oder – alternativ - die erfolgreiche Teilnahme an einem anerkannten Kurs zur Prüfung nach Abschnitt 3.1.3.3 der alten QS-RL (jetzt Kap. 3.4 der neuen QS-RL). Diese als CDMAM-Kurs bezeichnete Veranstaltung war damals (2007) nur für Sachverständige konzipiert worden, nicht aber für Mitarbeiter/innen von Herstellern/Lieferanten. Diese sollen neben der Erlangung ihrer Fachkunde im Strahlenschutz nach R6, was Mammographiegeräte betrifft, firmenintern weitergebildet werden. Da diese Regelungen schon damals nicht immer einheitlich ausgelegt wurden und wohl auch heute unterschiedlich verstanden werden (siehe u.a. Ihre Anfrage), möchte ich empfehlen, in entsprechenden Einzelfällen die zuständige Behörde zu kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  ralf stolpe-jazbinsek schrieb am 02.09.2016 - 21:03 Uhr:
Frage:2746 BETREFF: Konstanz Prüfung an C_Bögen und andere, Dosisschwankung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, seit einiger Zeit fällt es auf das bei div. C-Bögen die gepulste Durchleuchtung und der Aufnahmepuls erst ab der zweiten Auslösung stabile Dosiswerte produzieren.(analoge wie digitale Systeme betroffen). Gleiches gilt bei Großgeräten (hier nur bei digitalen Flatpanel Systemen). Meine Frage dazu: Ist der Umstand bekannt und/oder, erlaubt? Wenn erlaubt, wo kann ich das nachlesen? Wäre Klasse wenn Sie da Licht ins Dunkel bringen könnten! Herzlichen Dank und freundliche Grüße! Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, nein, dieser Umstand ist nicht bekannt, zumindest nicht im Sinne einer Fehlermeldung. Wir haben es ja bei modernen Röntgengeräten mit verschiedenen Regelungen zu tun (z.B. Belichtungsautomatik, Dosisleistungsregelung), und – salopp ausgedrückt - eine Regelung heisst Regelung, weil Sie regelt. So hat man beispielsweise bei einer BV-Durchleuchtung nach Einschaltung auch nicht unmittelbar stabile Werte. Deswegen wird ja bei der Durchführung der Konstanzprüfung über eine gewisse Zeit gemittelt oder auch bei der Prüfung/Messung der Dosis pro Puls eine Messung nicht direkt beim ersten Puls durchgeführt. Man ist ja dabei, die SV-RL vollkommen zu novellieren. Mir ist in diesem Zusammenhang nicht aufgefallen, dass seitens der Arbeitsgruppe, die sich mit dieser Aufgabe beschäftigt, die Notwendigkeit diskutiert wurde, diesem von Ihnen hier angesprochenen Effekt einer mangelbezogenen Bedeutung beizumessen. Also ist dieser nicht verboten - und was nicht verboten ist, ist erlaubt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 01.09.2016 - 14:07 Uhr:
Frage:2745 BETREFF: Röntgeneinsatz nach §20 Abs. 2 RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, der o.g. § 20 ermöglicht den Einsatz von Röntgengeräten ausserhalb ( als solcher definierter ) Röntgenräume. Die §§ 3 und 4 lassen den Schluß zu, dass bei dieser Ausnahmesituation die Begutachtung der Einsatzorte durch einen Sachverständigen nicht erforderlich ist,die SV-Prüfung sich nur auf das Röntgengerät beschränkt. Nach § 20 (2) müssen jedoch ´besondere Vorkehrungen zum Schutz Dritter´ getroffen werden. Kennen Sie Festlegungen von Landesbehörden zum Einsatz transportabler ( Dental- )Röntgengeräte z.B.in Pflegeheimen oder Wohnungen ? Gibt es für solche Fälle Richtlinien o.ä. ? MfG K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, der Betrieb einer Röntgeneinrichtungen ist grundsätzlich nach $ 20 Abs. 1 nur in einem allseits umschlossenen Raum, der in der Genehmigung oder in der Bescheinigung eines Sachverständigen beschrieben wird, zulässig. Nach Absatz 2 gibt es eine Ausnahme, wenn der Zustand der zu untersuchenden Person dies zwingend erfordert. Ein solches Erfordernis ist allerdings im zahnmedizinischen Bereich kaum vorstellbar. Es gibt somit nur die Möglichkeit, eine Anzeige für den Betrieb in einem bestimmten Raum, z. B. eines Pflegeheimes, mit Sachverständigengutachten bei der zuständigen Behörde einzureichen. Bei wechselnden Einsätzen an verschiedenen Orten ist eine Genehmigung oder Gestattung der zuständigen Behörde für den Betrieb erforderlich, die unter bestimmten Auflagen (Einhaltung des baulichen, gerätetechnischen und patientenbezogenen Strahlenschutzes sowie Durchführung der Qualitätssicherung, bei digital Röntgeneinrichtungen unter Einschluss des Bildwiedergabesytems) erteilt werden kann. Zusätzlich sind selbstverständlich alle personellen Voraussetzungen (aktuelle Fachkunde des Zahnarztes, qualifiziertes Personal mit Fachkunde bzw. Kenntnissen im Strahlenschutz) zu erfüllen. Eine weitere Voraussetzung ist es jedoch nach dem Heilberufsgesetz bzw. der Berufsordnung, dass diese Tätigkeit nicht ausschließlich ´isoliert´ ausgeübt wird, sondern immer nur in Verbindung mit einer Niederlassung bzw. Praxis. Empfehlenswert ist es, sich vorher mit der zuständigen Genehmigungsbehörde in Verbindung zu setzen. Außerdem kann eine solche Genehmigung immer nur für ein Bundesland erteilt werden und nicht bundesweit. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dirk Sehr schrieb am 30.08.2016 - 15:20 Uhr:
Frage:2744 BETREFF: Patientenabdeckung zum Strahlenschutz im CT
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, immer wieder taucht die Frage auf, welche Abdeckmassnahmen beim Patienten im CT notwendig bzw. sinnvoll sind. Bzgl Hodenschutzkapsel und Schilddrüsenabdeckung besteht glaube ich Einigkeit, aber wie sieht es mit Einwickeln des Patienten in eine Bleischürze ausserhalb des Untersuchungsfeldes aus, wie es beispielsweise auch bei Kindern oder Schwangeren propagiert wird. Steigt hierdurch nicht der Anteil an Streustrahlung im Patienten durch Rückresporption etc? Besten Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sehr, über sinnvolle und wirksame Patientenschutzmittel bei CT-Untersuchungen wird in der Tat viel diskutiert, wobei man zunächst grundsätzlich sagen muss, dass die Dosis in der Streustrahlung relativ gering ist. Richtig: Über die Nutzung von Hodenschutzkapseln und Schilddrüsenschutz ist man sich einig. Über den Schutz der Augenlinsen kann man diskutieren, soweit diesbezügliche Einrichtungen nicht im Nutzstrahlenfeld platziert sind und die Bildqualität (Artefakte!) nicht beeinträchtigen können. Das Einwickeln von ´kritischen´ Patienten, z.B. von Kindern, in eine Schutzschürze wird (unter anderem auch von mir) kritisch gesehen: Das bringt nicht viel und stört unter Umständen den Untersuchungsgang. Eine Rückstreuung von der Schürze in andere Körperregionen findet allerdings praktisch nicht statt, denn Materialien mit hohen Ordnungszahlen (z.B. Blei)absorbieren viel (das sollen sie ja auch!) und streuen ganz wenig. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Antonio schrieb am 30.08.2016 - 14:40 Uhr:
Frage:2743 BETREFF: Einsatz von Teleradiologiegeräten an mehreren Betrachtungsstandorten
Sehr geehrte Damen und Herren, wir planen die Einrichtung von teleradiologischen Arbeitsplätzen bei den verantwortlichen radiologischen ärztlichen Mitarbeitern zu Hause. Hierfür ist die Verwendung von Tablet-PC´s nach MPG mit Dicom-konformer Darstellung und für den Einsatz hier im Hause schon vorhandener Teilabnahme nach DIN 6868-157 geplant. Um vorab die Rahmenbedingungen zu klären, hätte ich noch folgende Fragen bezüglich der weiteren Einsatzbedingungen. Teilabnahme nach DIN 6868-157 Ist eine Teilabnahme für jeden Einsatzort erforderlich bzw. muss jeder Arbeitsplatz festgelegt / definiert werden, wo eben diese Teilabnahme erfolgt und wo dann auch die entsprechende Befunderstellung durchgeführt wird? Ich vermute in diesen Punkt mal ja, da ja der Einsatzort einer bestimmten Raumklasse(RK1 bzw. 2) entsprechen muss und die entsprechenden Betrachtungsbedingungen gewährleistet werden müssen. Teilabnahme nach DIN 6868-159 Muss für jede Teilstrecke vom Teleradiologiepacs zum Betrachtungsgerät (Tablet) an jeden Betrachtungsort entsprechend eine Teilabnahme erfolgen? Problematisch ist in dieser Hinsicht das Problem, dass wir Radiologen in Rotation haben, für die dann jeweils 1/2 jährlich erneut eine entsprechende Teilabnahme erforderlich wäre. Des weiteren müsste dann für jeden aktuellen Betrachtungsort entsprechend eine Konstanzprüfung der Bildqualität der Geräte vor Ort erfolgen. Dies würde genau so für die Prüfung der Übertragungsstrecke gelten. Viele Grüße Antonio Schuller (MTRA)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schuller, da die DIN 6868-157 Bezug auf die jeweilig vorhandene Raumlichtumgebung nimmt, muss an jedem Standort, an dem mit einem Bildwiedergabesystem (BWS) eine Befundung durchgeführt wird („Befundungsstandort“), eine Abnahmeprüfung erfolgen. Die für den von Ihnen in Ihrer Anfrage genannten Anwendungszweck zutreffende Raumklasse ist die RK1 (siehe Tab. 1 in DIN 6868-157). Die DIN 6868-157 fordert, dass das BWS die zur Befundung anstehenden Bilder auf der Grundlage der DICOM-Kurve (Grayscale Standard Display Function, GSDF) darstellt, um einheitliche Betrachtungsbedingungen zu gewährleisten. In der Regel verfügen Laptop-Displays und Tablett-PCs nicht über eine solche Funktion, sodass diese Modalitäten eine wichtige Grundvoraussetzung dieser Norm nicht erfüllen. Sollte diese Funktion doch in der Modalität enthalten sein, darf man folgende Einschränkungen nicht zulassen: 1) Die Ausrichtung des Displays ist nicht einheitlich definiert, so dass es bei denselben Raumlichtbedingungen zu unterschiedlichen Einflüssen des Raumlichts kommen kann. 2) Das Display sollte keine spiegelnde Oberfläche aufweisen. 3) Bei Tablett-PCs kann das Display durch die Nutzung (Berührung der Oberfläche) verschmutzt und dadurch die Bildqualität herabgesetzt sein. Zu Abnahmeprüfungen in der Teleradiologie (DIN 6868-159): Die Abnahmeprüfung nach DIN 6868-159 ist für jede Teilstrecke des Teleradiologiesystems durchzuführen. In Ergänzung zu den diesbezüglichen Ausführungen in der Norm können die Regelungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), dort im Abschnitt 6, herangezogen werden. Die bundesweit abgestimmten Genehmigungen nach RöV sind so gefasst, das alle Teleradiologen an den jeweiligen Befundungsstandorten erfasst werden. Grundvoraussetzung derartiger Genehmigungen nach § 3 Abs. 4 RöV sind u. a. die erfolgreich und vollständig durchgeführten Abnahmeprüfungen nach DIN 6868-157 bzw. nach der Vorgängernorm DIN V 6868-57 sowie nach DIN 6868-159. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Mertens schrieb am 30.08.2016 - 07:07 Uhr:
Frage:2742 BETREFF: Aufzeicchnungspflichten
Sehr geehrte Damen und Herren, im Forum – Röntgenverordnung stellen sie in der Antwort auf die Frage 2199 vom 26.03.2014 mit dem Betreff Rechtfertigende Indikation – Befundung klar dar, welche Personen die Rechtfertigende Indikation stellen und welche Personen den Vorgang der Befundung vornehmen dürfen. Gilt die folgende Darstellung für den radiologischen Befundbericht in Bezug auf die Aufzeichnungspflichten nach § 28 Abs. 1 RöV, hier Satz 1 und Satz 2 Nr. 5, auf die Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV, hier Kapitel 4.3.5, und auf die DIN 6827-5: 2004-04? 1. Erhebt ein Arzt, der nur die Kenntnisse im Strahlenschutz aufweist, unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes den Befund, ist im Befundbericht der Arzt mit Kenntnissen identisch mit dem Autor und der fachkundige Arzt identisch mit dem Unterzeichner. Im Befundbericht müssen beide zu identifizieren sein. 2. Erhebt ein fachkundiger Arzt den Befund, sind im Befundbericht Autor und Unterzeichner identisch. Im Befundbericht muss nur dieser fachkundige Arzt zu identifizieren sein. Stimmt diese Darstellung, so ergibt sich folgende Frage? In welcher Form müssen Autor und Unterzeichner in dem radiologischen Befundbericht zu identifizieren sein, wenn der Befundbericht · in Papierform bzw. · in digitaler Form archiviert ist? Im voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, nach Rücksprache mit einem Kollegen können wir folgendes sagen: Nach den Regelungen der RöV und der Konkretisierung in der ´Aufzeichnungsrichtlinie´ zur RöV ist die Befundung einer Röntgenuntersuchung ein Teil der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen (vergl. Paragraph 2 Nr. 1a RöV). Die Anwendung ist, wie Sie beschreiben, Ärzten mit Fachkunde im Strahlenschutz und Ärzten ohne Fachkunde aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz vorbehalten. Ärzte mit Kenntnissen dürfen dabei nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Kollegen tätig werden. Obwohl es die RöV nicht explizit fordert, gehen auch wir davon aus, dass erkennbar sein muss, wer die Befundung durchgeführt hat. Sofern dies ein Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz ist, sehen wir in der RöV allerdings keine Regelung, dass der fachkundige Kollege, der die ständige Aufsicht führt und die Verantwortung wahrnimmt, den Befund bzw. die Befundaufzeichnung gegenzeichnen muss. Die Notwendigkeit, dass die ständige Aufsicht und Verantwortung wahrgenommen werden muss, ergibt sich zweifelsfrei aus Paragraph 24 Abs. 1 RöV. Der Nachweis, dass diese Aufgabe erfüllt wurde, ist im Bedarfsfall gegenüber den Aufsichtsbehörden oder ggf. auch Gerichten in geeigneter Weise zu führen. Dies kann z.B. über Dienstpläne oder ähnliche Unterlagen erfolgen. Jeder fachkundige Arzt, der die ständige Aufsicht im Sinne der RöV führt und die Verantwortung hat, muss sich darüber klar sein, dass er diese Aufgaben auch in hinausreichender Weise erfüllen muss. Uns erscheinen regelmäßige Begleitungen (Kontrollen) sowohl bei der Befundung als auch bei der technischen Durchführung erforderlich. Dies ergibt sich unserer Meinung nach auch aus dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes für das Land Baden-Württemberg zur technischen Mitwirkung in der Strahlentherapie. Die Wahrnehmung der Aufsicht und der Verantwortung nur bei Hilfeersuchen der anwendenden oder technisch durchführenden Person reicht danach keinesfalls aus. Dies ist nach unserer Auffassung aus den Regelungen der RöV in diesem Sinne ableitbar. Sollten Berufsrecht oder bestimmte Normen weitergehende Regelungen beinhalten, so sind diese ggf. zusätzlich zu beachten. Zusammenfassend heißt dies: Wenn ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz einen Befund erstellt und dieser Arzt identifizierbar ist, so reicht dies grundsätzlich aus. Wenn ein Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz einen Befund erstellt, so muss er ebenfalls identifizierbar sein. Zusätzlich muss in diesem Fall aber auch über geeignete Aufzeichnungen nachweisbar sein, welcher fachkundige Arzt die ständige Aufsicht geführt hat und die Verantwortung für diese Tätigkeit hatte. Die RöV lässt im Grundsatz analoge und digitale Aufzeichnungen zu (Paragraph 43). Es liegt in der Organisationsverantortung des Strahlenschutzverantwortlichen, dass dies Aufzeichnungen eindeutig und die entsprechenden Personen klar identifizierbar sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simone Stiefel schrieb am 29.08.2016 - 12:20 Uhr:
Frage:2741 BETREFF: Vorschrift für Dokumentation Bidldaten im Dicom Header?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unsere neuen Linearbeschleuniger sind nun auch mit Röntgengeräten für digitale kV Aufnahmen bzw. Cone Beam CTs ausgestattet. Von mehreren Stellen (u.a. TÜV) wurde bemängelt, dass in den vorgelegten Dicom Dateien der Qualitätssicherungsbilder (und so verhält es sich auch bei den Patientenaufnahmen) keinerlei Parameter (Einstellparameter, Name etc), ausser der Herstellername gespeichert sind. Der Hersteller stellt sich nun auf den Standpunkt, dass er ohne aktuelle Vorschriften keinen Anlass hat dies zu ändern. Unsere Dokumentation erfolgt z.Zt.über händisch angefertigte Listen... Vielen Dank für Ihre Hilfe! Herzlichen Gruss


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Stiefel, der Betrieb von digitalen „KV-Aufnahmen“ und Cone-Beam-CTs im Zusammenhang mit einem Linac wird durch die Bestimmungen der RöV reglementiert („KV-IGRT“), während der Betrieb des Linac selbst nach StrlSchV erfolgen muss. KV-IGRT ist eine Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen. Somit fallen diesbezügliche Aufzeichnungspflichten unter die RöV (§ 28). Das ist auch eine direkte Antwort an den benannten Hersteller, der in diesem Fall keine entsprechenden Vorschriften sieht, sich aber mit dieser Meinung irrt. Was die Durchführung der Qualitätssicherung nach § 16 RöV betrifft, so wird im Normenausschuss Radiologie (NAR) an der Formulierung zutreffender QS-Normen gearbeitet. Zurzeit muss man sich allerdings noch auf die Vorgaben der Qualitätssicherungs-Richtlinie (dort in Kap. 3.13) reduzieren. Die damit verbundenen Ausführungen der RöV zu den Aufzeichnungspflichten findet man, ebenso wie diejenigen zu den patientenbezogenen, ebenfalls in § 28 RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr. Markova schrieb am 26.08.2016 - 10:25 Uhr:
Frage:2740 BETREFF: Qualitätsprüfung beruflicher Schutzkleidung E DIN 6857-2:2015-03
Sehhr geehrter Herr Prof. Ewen, ich hätte eine Frage zu der jährlichen Prüfung der Röntgenschürzen und zwar mittels Röntgenstrahlung. Wer ist zudtändig für die Prüfung? Der MPE oder auch der SSB (Strahlenschutzbeauftrager) für den medizinischen Bereich? Wenn also keinen MPE in der betroffenen Abteilung vorhanden ist, sollte der SSB der Abteilung die Prüfung durchführen oder? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Fr. Markova


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Markova, der zuständige Strahlenschutzbeauftragte (in der Röntgendiagnostik sicherlich ein/e Arzt/in) muss dafür sorgen, dass derartige Prüfungen organisatorisch reibungslos im Sinne der DIN 6857-2 (diese Norm ist kein Entwurf mehr, also entfällt das ´E´)erfolgen, aber selbst durchführen muss er/sie diese Prüfung natürlich nicht. Diese Aufgabe kann z.B. durchaus an Personen aus dem Assistenzbereich übertragen werden, die im Sinne des § 30 RöV von einer im Strahlenschutz fachkundigen Person (Arzt, MPE) in die Prüfmethode eingewiesen worden sind. Irgendwelche offiziellen Strahlenschutzkurse müssen zu diesem Zweck nicht besucht werden. Denn bei der Prüfung von Schutzkleidung mittels Röntgenstrahlung wird diese ja nicht auf den Menschen angewendet sondern ´in sonstigen Fällen´ (siehe Überschrift zu § 30). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andrea Oertel schrieb am 24.08.2016 - 13:20 Uhr:
Frage:2739 BETREFF: Prüfung Befundungsmonitor
Sehr geehrter Herr Prof. ich bin ZFA in einer Zahnarztpraxis und verantwortlich für die gesamte Durchführung der Konstanzprüfung. Wir haben ein Tubus und ein OPG Gerät im Röntgenraum. Einen Befundungsmonitor haben wir uns Juni 2015 (neu) zugelegt. Für uns gelten somit die neuen täglichen und monatlichen Prüfungen. Jetzt weiß ich nicht ob er auch Jährlich durch unseren Servicetechniker überprüft werden muss oder ob das nur der Fall ist, wenn wir noch ein DVT Gerät in der Praxis hätten. Ich hoffe Sie können mir helfen und bitte auch mit dem Verweis, wo das verankert ist. Vielen Dank im Voraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Oertel, die Konstanzprüfungen für das Tubus- und OPG-Gerät müssen nach DIN 6868-5 durchgeführt. Die Prüffristen (Tab. A.1 in dieser Norm) hängen auch davon ab, mit welcher Bildempfängertechnik Sie arbeiten: Film bzw. Film-Folien-System, also analog, oder Speicherfolie bzw. Festkörperdetektor, also digital. Ich denke, das ist aber weniger Ihre Fragestellung, denn die DIN 6868-5 ist ja schon ein paar Jahre alt (aus 2012). Etwas komplizierter sind die Vorgaben für die Durchführung der Konstanzprüfung an Ihrem neuen Befundungsmonitor (Bildwiedergabesystem). Man kann die in der zutreffenden Norm (DIN 6868-157) etwas komplexe Regelung zur Durchführung der Konstanzprüfung eines Bildwiedergabesystems hier im Forum RöV nicht detailliert kommentieren. Ein derartiges Informationsgespräch sollten Sie mit dem Hersteller, Lieferanten oder Ihrem Dentaldepot führen. Dort müsste man eigentlich Bescheid wissen. Den gesamten Normtext finden Sie (frei zugänglich) nicht (!) im Internet oder in anderen Publikationen. Hier nur so viel: Die Prüfpositionen und Prüffristen für die Konstanzprüfung sind in dieser Norm in den Tabellen 6 (visuelle Prüfungen) und 7 (messtechnische Prüfungen) zusammengefasst. In den jeweils 2. Spalten dieser Tabellen sind die Abschnitte angegeben, in dem man jeweils Details zur praktischen Durchführung der einzelnen Prüfungen findet. In den 3. Spalten der beiden Tabellen sind die Prüfintervalle angegeben: arbeitstäglich für die visuelle Prüfung der Gesamtbildqualität, sonst halbjährlich für alle anderen Konstanzprüfungen. Für die Zahnmedizin gibt es teilweise abweichende Terminfestlegungen. Deshalb ist es wichtig für das Verständnis dieser Tabellen, besonders für die Zahnmedizin, die Fußnoten a bis d und die Buchstaben a), b), c), e) und g) zu beachten. Letztgenannte gelten nur für die Tab. 6 (visuelle Prüfung für die Konstanzprüfung). Einzelheiten dazu kann man im Kapitel 8.2 („Visuelle Prüfungen“) nachlesen. Die Nutzung der DIN 6868-157 ist gewöhnungsbedürftig, so dass, wie oben vorgeschlagen, eine kleine Einführung „von außen“ sehr hilfreich wäre. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Maria schrieb am 24.08.2016 - 10:14 Uhr:
Frage:2738 BETREFF: Cone-Beam-CT am Linac
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich habe zwei Fragen zum CBCT. 1) Bei uns ist die Anschaffung eines neuen Linacs (Elekta) mit Cone-Beam-CT geplant. Braucht es dafür zwingend MPE mit der Fachkunde Röntgendiagnostik, oder reicht die Fachkunde Teletherapie für diesen Fall aus? 2) Für die Konstanzprüfungen sind laut Qualitätssicherungs-Richtlinie RöV 3.13 nur die Vorgaben der Hersteller in Zusammenarbeit mit den MPE heranzuziehen. Gibt es da mittlerweile noch andere Vorgaben, die zu beachten wären? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und viele Grüße Maria


1. Antwort: Hallo Maria, zu 1) Die IGRT-Technik ist ein integrativer Bestandteil der Strahlentherapie und nicht der Röntgendiagnostik. Insofern reicht für den betreffenden MPE seine Fachkunde im Strahlenschutz für den Betrieb dieses Linacs mit Cone-Beam-CT aus. Zu 2) Bisher gibt es außer dem von Ihnen erwähnten Kapitel 3.13 in der QS-RL noch keine belastbaren Regelungen zur Durchführung der Qualitätssicherung im IGRT-Bereich. An diesbezüglichen QS-Normen wird allerdings gearbeitet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Conny Altmaier schrieb am 22.08.2016 - 17:14 Uhr:
Frage:2737 BETREFF: Befundbildschirme
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir arbeiten in einer kleinen radiologischen Praxis und müssen uns neue Befundbildschirme anschaffen. Müssen diese für eine radiologische Befundung ein Medizinprodukt sein oder dürfen wir auch normale Bürobildschirme einsetzen, wenn diese die Abnahmeprüfung bestehen ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Altmaier, wir vertreten den Standpunkt, das ein Monitor zur Befundung von Röntgenbildern nicht unbedingt ein Medizinprodukt sein muss, wenn alle Bedingungen bei der Abnahmeprüfung erfüllt werden können. Allerdings übernimmt der Anwender für alle auftretenden radiologischen Problemfälle, die eventuell mit diesem Monitor auftreten könnten, die alleinige Verantwortung und nicht der Hersteller. Der schwerwiegende Haken ist aber: Die Nutzung eines Bildwiedergabesystems für die radiologische Befundung setzt nach der neuen Norm für die Abnahmeprüfung (DIN 6868-157)voraus, dass das System auf die DICOM-Grayscale-Standard-Display-Function (GSDF) eingestellt werden muss (siehe Kap. 5 Buchst. f der o.g. Norm). Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies mit einem ´normalen Bürobildschirm´ zu machen ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Florian Gierenz schrieb am 19.08.2016 - 08:59 Uhr:
Frage:2736 BETREFF: DIN 54113-3 Anhang A
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe eine Frage zum Anhang der DIN 54113-3. Dort wird eine Beispielrechnung durchgeführt am Beispiel eines Röntgenraumes, in dem eine Röntgenanlage mit gegebenen Betriebswerten betrieben werden soll. Die ersten Schritte (A.1.1 bis A.1.4) sind für mich noch nachvollziehbar. In A.1.5 wird dann allerdings die erforderliche Pb-Schicht gegen Störstrahlung ermittelt. Laut Norm schaut man sich dazu ja die (hier zuvor in A.1.3/A.1.4) ermittelten Pb-Schichtdicken für Gehäusedurchlass- und Streustrahlung an. Wenn der höhere der beiden Werte sich um mehr als eine Halbwertsschichtdicke vom kleineren unterscheidet, ist der größere Wert als Gesamtabschirmung ausreichend, andernfalls erhöht man den größeren Wert um eine HWS und nimmt das Ergebnis davon als erforderliche Pb-Dicke. Nichts davon wird jedoch hier in A.1.5 gemacht. Stattdessen wird hier die höhere der beiden Abschirmdicken genommen (die sich um 9mm Pb, also deutlich mehr als eine HWS, von der kleineren unterscheidet) und noch zusätzlich massiv erhöht: Es wird zwar kein finaler Pb-Gleichwert mehr angegeben, aber die äquivalente Dicke in Barytbeton wird von 210mm (in A.1.4 berechneter Wert) auf 300mm erhöht, obwohl die 210mm (also 17mm Pb) laut Norm ja ausreichen würden. Übersehe ich etwas? Gibt es einen anderen Grund für diese Erhöhung? Mit freundlichen Grüßen Florian Gierenz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gierenz, in der DIN 54113-3 von 2005-04 liegt im Abschnitt A.1.4 offensichtlich ein Fehler in der Gleichung für Hspez,tr vor: Für Durchlassstrahlung müssen in den Zähler nicht 1,0 m sondern 0,5 m und in den Nenner nicht 10 mA sondern 1 mA eingesetzt werden. Ich denke, dass dies die Erklärung für Problem sein könnte. Wenn ich richtig informiert bin, wird an der Novellierung dieser Norm gearbeitet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  MTRA Nord schrieb am 15.08.2016 - 21:29 Uhr:
Frage:2735 BETREFF: Röntgen Thorax in 2 Ebenen
Guten Abend, meine Frage geht ausschließlich um die Anforderung der Röntgen Thorax Untersuchung. Bei uns in der Klinik ist es langsam zur Gewohnheit geworden, Röntgen Thorax in einer Ebene anzufordern (obwohl die Patienten nicht im Bett liegen). Gibt es nicht Richtlinien zur Anforderung so einer Untersuchung? Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Hallo, mein radiologischer Kollege sagte mir zu dieser Anfrage folgendes: Die Anfertigung einer Thoraxaufnahme in einer Ebene kann durchaus ausreichend sein(z.B. bei Verlauf Stauung). Nur der im Strahlenschutz fachkundige Arzt entscheidet letzten Endes (´rechtfertigende Indikation´), welche Röntgenuntersuchung zur Beantwortung seiner Fragestellung ausreichend ist. Bei Kindern kann die 2. Ebene überhaupt erst nach Befundung der pa-Aufnahme indiziert werden. ´Befundung´ heißt hierbei, dass sich ein fachkundiger Arzt die Aufnahme kritisch angesehen hat. In der Leitlinie der BÄK wird hierzu nichts gesagt, auch nicht in der ´Orientierungshilfe´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Spandl Angela schrieb am 13.08.2016 - 17:50 Uhr:
Frage:2734 BETREFF: Schädel röntgen oder CT?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in unserem Hause laufe immer wieder neue Diskussionen ob man bei Verdacht auf Orbita, Jochbogen oder Kieferfrakturen konventionell einen Schädel röngt, oder ob es besser wäre ein Mittelgesichts-CT zu fahren? Unter uns MTRA´s sagt man, das eine Schädelübersicht in 2 Ebenen bei dieser Fragestellung nicht mehr indiziert ist? Vielen Dank im Voraus. Mit freundlichen Grüßen A. Spandl


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spandi, ein radiologischer Kollege hat mich bezüglich einer Antwort auf Ihre Frage auf die sog. Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen hingewiesen, die Sie im Internet unter dieser Bezeichnung aufsuchen könnten. Laut diesem Papier ist bei den von Ihnen aufgeführten Fragestellungen die CT als Primäruntersuchung indiziert. Lediglich beim Unterkiefertrauma wird primär eine konventionelle Röntgenuntersuchung bzw. ein Panoramaschichtverfahren vorgeschlagen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Susanne Mariello schrieb am 12.08.2016 - 18:33 Uhr:
Frage:2733 BETREFF: Arbeitsschutzuntersuchung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Ich bin Strahlenschutzbeauftragte für unsere Außendienstmitarbeiter, die des öfteren im HK-Labor tätig sind ( 3-5 x pro Monat). Alle werden mit Plakette überwacht. Alle werden z.Z. einer Arbeitsschutzuntersuchung nach G 42 unterzogen. Ist bei den Mitarbeitern auch eine medizinische Strahlenschutzuntersuchung Vorschrift? Alle Mitarbeiter fallen sicher in die Kategorie B. Vielen Dank im vor aus mit freundlichem Gruß


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Mariello, Sie wissen sicherlich, dass nach § 37 Abs. 1 RöV beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie A der Pflicht zur arbeitsmedizinischen Vorsorge unterliegen, dass diese Forderung aber für Exponierte der Kategorie B routinemäßig nicht besteht, es sei denn die zuständige Behörde würde das anordnen (§ 37 Abs. 4 RöV). Welche Personen nun in welche Kategorien eingeteilt werden müssen, ist grundsätzlich eine Angelegenheit des/r zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Im vorliegenden Fall wären Sie das. Normalerweise ordnet man Personen, die im HK-Labor, also dort im Kontrollbereich, beruflich tätig sind, wegen der relativ langen Durchleuchtungszeiten bei Herzkatheteruntersuchungen in die Kategorie A ein. In Ihrem Fall ist die Zahl dieser Untersuchungen (´3-5 x pro Monat´) aber so gering, dass mir eine Einteilung in die Kategorie B als ausreichend erscheint (ich gehe davon aus, dass Schutzkleidung getragen wird), so dass dann die oben geschilderte Vorsorgeuntersuchung nach der Röntgenverordnung entfallen könnte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Brigitte Kolb schrieb am 11.08.2016 - 19:49 Uhr:
Frage:2732 BETREFF: Bildwiedergabegeräte - Abnahmeprüfung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, mit der neuen DIN 6868-157 gilt für die Bildwiedergabegeräte (BWG) das sog. Raumklassenkonzept. Meine Frage: Entfallen damit die früheren Anwendungskategorien A und ? Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolb, ja, die in der frühere DIN V 6868-57 vorgenommene Einteilung in die Anwendungskategorien A, B und C ist entfallen. Stattdessen gibt es in der DIN 6868-157 die sog. Mindestanforderungen an Bildwiedergabegeräte (Abschn. 8.4, Tab. 4), deren Aussagen den alten Anwendungskategorien noch am nächsten kommen. Dann haben wir natürlich jetzt das Raumklassenkonzept, das aber etwas anderes als die Anwendungskategorien aussagen will: Es soll einen Zusammenhang herstellen zwischen radiologischer Nutzung des Raumes und dortiger Tätigkeit einerseits sowie Klassifikation des BWS (Befundung, Betrachtung)und maximaler Beleuchtungsstärke andererseits. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 11.08.2016 - 13:21 Uhr:
Frage:2731 BETREFF: Kurse für Auszubildende
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich stehe vor der Situation, dass in zwei nichtradiologischen Abteilungen mit Röntgengeräten C-Bogen Chirurgie und Untertischröhre (ERCP) zwei volljährige Auszubildende zur MFA eingestellt worden sind. Diese sind natürlich entsprechend unterwiesen worden und sollen unter Aufsicht bei Erstellung der Aufnahmen mitwirken. Müssen Auszubildende dann die entsprechenden Kurse besuchen oder geht das erst nach der abgeschlossenen Berufsausbildung? Vielen Dank für Ihre Antwort. Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, nach § 24 Abs. 2 Nr. 3 der RöV dürfen Personen, die sich in einer die erforderlichen Voraussetzungen zur technischen Durchführung vermittelnden beruflichen Ausbildung befinden, unter ständiger Aufsicht eines entsprechend fachkundigen Arztes nur diejenigen Aufgaben ausführen, die ihnen im Rahmen ihrer Ausbildung übertragen sind. Durch diese Regelung ist die technischen Durchführung von Röntgenuntersuchungen durch eine (zukünftige) MFA, die sich in der Ausbildung befinden, formal ausgeschlossen. Die Ausbildungsregelungen zur MFA enthalten unseres Wissens, anders als die Ausbildungsregelungen zur zahnmedizinischen Fachangestellten oder zur MTRA, keine Tätigkeiten in der Röntgendiagnostik. Sollten sich hier rechtliche Änderungen ergeben haben und die Ausbildungsrichtlinien für MFA inzwischen die Röntgendiagnostik enthalten (was dann aber für alle auszubildenden MFA gelten müsste), dann würde eine entsprechende Ein- und Unterweisung dieser Personen zum Erwerb der in § 24 Abs. 2 Nr. 3 RöV geforderten Kenntnisse im Strahlenschutz ausreichen. Da es aber weitere Randbedingungen bezüglich der Aufsicht gibt, empfehlen wir Ihnen dringend, den Abschnitt 6.5 der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz beim Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ in der Fassung vom 26.6.2012 nachzulesen. Nach unserer Meinung ist es nicht ausgeschlossen, dass eine in der Ausbildung befindliche (zukünftige) MFA zum Ende ihrer Ausbildung die Kurse (Theorie und Praxis) zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz besucht. Die Bescheinigung dieser Kenntnisse durch die zuständige Stelle kann aber erst nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung erfolgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 10.08.2016 - 11:16 Uhr:
Frage:2730 BETREFF: Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz
Frage: Wie wird verfahren,wenn seit der Röntgenprüfung (Ausbildung) keine Affrischung der Kenntnisse imStrahlenschutz stattfand? (Prüfung) Liegt ca.15 Jahre zurück. Arbeitgeber hat selber und ausschließlich geröntgt. Man fängt bei einem neuen Arbeitgeber an und muß dort selber Röntgen?


1. Antwort: Hallo Marie, wenn die Aktualisierungsfristen für vor 15 Jahren erworbene und bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz nach den Übergangsfristen der RöV (Ablauf am 1.7.2007, vgl. Paragraph 45 RöV in der Fassung von 2002) nicht eingehalten wurden, dann gelten die Kenntnisse nicht fort. Das heißt, die Kenntnisse im Strahlenschutz müssen neu erworben werden. Nähere Informationen hierzu gibt es bei der zuständigen Behörde oder bei der zuständigen Stelle (z.B. Ärztekammer). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Liane Lehne schrieb am 05.08.2016 - 16:37 Uhr:
Frage:2729 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. In unserer Radiologie hat sich eine MTRA beworben, die ihre Ausbildung in Polen absolvierte. Bei der Bezirksregierung Düsseldorf stellte sie einen Antrag auf Anerkennung der Ausbildung in Deutschland. Sie hatte noch fehlende Unterrichtsstunden, die sie nachholte und wartet jetzt auf den positiven Bescheid der Bezirksregierung. Seit 2012 in Deutschland lebend, hat sie ihre letzte Aktualisierung 2008 in Polen gemacht. Da sie noch keine Anerkennung hatte, konnte sie ihre Fachkunde in Deutschland nicht aktualisieren. Wie sieht das weitere Procedere für die Kollegin aus? Reicht eine Aktualisierung nach Anerkennung der Ausbildung, oder muß sie Spezialkurse besuchen. Vielen Dank Liane Lehne


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Lehne, das Procedere zur Strahlenschutzfachkunde für MTRA ist in den einschlägigen Fachkunderichtlinien zur RöV und StrlSchV festgelegt. Für den Bereich der RöV finden Sie die Regelungen im Abschnitt 4.7 der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ in der Fassung vom 26.6.2012. Danach kann man nach unserer Meinung davon ausgehen, dass die notwendige praktische Erfahrung (Sachkunde) vorhanden ist, wenn die zuständige Behörde (hier in NRW: zuständige Bezirksregierung) die Gleichwertigkeit zur deutschen MTRA – Ausbildung festgestellt und bescheinigt hat. Erforderlich ist dann noch die Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz durch die zuständige Stelle (i.d.R. zuständige Ärztekammer). Voraussetzung hierfür ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Spezialkurs im Strahlenschutz nach Anlage 2.1 der vg. Richtlinie. Vergleichbares gilt für die Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung. Die entsprechenden Regelungen für die StrlSchV finden Sie im Abschnitt 3.1.5 der „Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin“ vom 17.10.2011. Die Teilnahme an Aktualisierungskursen zum Nachweis, dass die notwendige theoretische Ausbildung einschließlich des Gesetzeswissens vorhanden ist, wird wohl in der Regel nicht ausreichen. Die Entscheidung hierüber treffen aber die zuständigen Stellen (Ärztekammern) oder ggf. die zuständigen Behörden (strahlenschutzrechtliche Aufsichtsbehörden). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas schrieb am 02.08.2016 - 18:40 Uhr:
Frage:2728 BETREFF: Lungenröntgenbefund
was bedeudet: ´Die Bronchialwände perihilär diskret akzentuiert´ Ist das ein Normalbefund oder sollte das näher begutachtet werden?


1. Antwort: Hallo Andreas, wir beantworten im Forum RöV Fragen zum Strahlenschutz und trauen uns zu, dieses Geschäft auch mit der notwendigen Qualifikation zu erledigen. Es gehört aber nicht zu unseren Aufgaben, ´normale´ radiologische Befunde zu kommentieren oder einem Patienten zu erklären. Aber da Sie nun mal eine derartige Frage gestellt haben, hier ausnahmsweise die Antwort: Wir gehen mal davon aus, dass diese Röntgenuntersuchung indiziert war und Sie, der Patient, eine wie auch immer geartete Klinik hatten. Verdickungen der Bronchialwände kommen z.B. bei chronisch entzündlichen Veränderungen vor, wie sie bei Rauchern nahezu regelhaft anzutreffen sind. Da die Veränderungen aber offensichtlich nur diskret sind, sollten Sie sich erst einmal keine Sorgen machen, wenn die Klinik rückläufig ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Jaekle schrieb am 28.07.2016 - 12:04 Uhr:
Frage:2727 BETREFF: rechtfertigende Indikation Tierheilkunde?
Sehr geehrter Prof. Ewen, vielleicht können Sie mir auch eine Frage in Bezug auf radiologische Diagnostik und Therapie in der Veterinärmedizin beantworten: Muß bei Diagnostik oder Therapie in der Veterinärmedizin auch, wie in der Humanmedizin ja vorgeschrieben, eine rechtfertigende Indikation vom fachkundigen Tierarzt vor Anwendung ionisierender Strahlung gestellt und schriftlich dokumentiert werden? Mit freundlichem Gruß


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Jaekle, nein, in der Veterinärmedizin ist die Stellung einer rechtfertigenden Indikation nicht erforderlich (siehe § 23 Abs. 1 Satz 1 RöV). Im Strahlenschutzrecht werden, zum Verdruss mancher Tierfreunde, Tiere als Sache angesehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  R.Schwark schrieb am 26.07.2016 - 17:33 Uhr:
Frage:2726 BETREFF: Nachtrag zur Frage:2725
Die Untersuchungen bzw interventionellen Eingriffe werden mit einem mobilen C-Bogen durchgeführt..


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwark, als Ergänzung zu Ihrer Forumanfrage Nr. 2725: Es spielt keine Rolle, mit welchem Typ Röntgengerät eine Intervention durchgeführt wird, es muss nur die gerätetechnischen Anforderungen erfüllen, die in Punkt E8 der Anlage I zur Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) zusammengestellt sind. Die SV-RL kann man im Internet aufsuchen. Die SV-RL befindet sich zurzeit in einer Novellierungsphase, in deren Rahmen die Anlage I unter anderem auch, was die Anforderungen an die Durchführung von Interventionen betrifft, an den Stand der Technik angepasst wird. Es ist damit zu rechnen, dass die neue SV-RL im Jahr 2017 in Kraft treten wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  R. Schwark schrieb am 26.07.2016 - 17:24 Uhr:
Frage:2725 BETREFF: Strahlenschutz bei chirurgischen Eingriffen
Sehr geehrter Prof.Ewen Ich arbeite seit 23 Jahren als OP-Pfleger im Bereich der Gefäßchirurgie und Unfallchirurgie. In unserem Bereich wird unter anderem auch die interventionell periphäre DSA, PTA inkl. Stentangioplastie und EVAR durchgeführt. Bisher habe ich dabei immer eine s.g. chirurgische Halbschürze mit Klettverschlüssen nach Din EN 61331-3 (PB 0,5) inkl Strumaschutz getragen. Die Schürze deckt die Flanken mit ab. Auch wird der vorgeschriebene Strahlendosimeter immergetragen. In den Dosimeterprotokollen ist bisher nie eine Strahlenexposition nachgewiesen worden ! Nun kommt die Diskusion auf, das in diesen Bereichen eine Rundumschutzschürze vorgeschrieben sei? Wenn es so ist, müsste man es hinnehmen. Es wäre körperlich aber eine zusätzliche Belastung, zum eh schon anstrengenden Beruf. Der Vorteil der ´chirurgischen Roentgenschürze´ ist der, sie nach Beendigung der Strahlenexposition abwerfen zu können und beim Rest der OP eben ohne diese Last am OP-Tisch zu stehen. Im Netz finde ich leider keine aussagekräftigen Texte, die dieses Problem eindeutig beantworten. Ich würde mich freuen, hierzu mehr Informationen zu erhalten. MfG R. Schwark


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwark, im Anhang A der DIN 6815 ist die Art der Schutzkleidung für das Personal in Abhängigkeit von der Art der radiologischen Tätigkeit zusammengestellt. Man unterscheidet in der Tabelle A.1 zwischen „leichter“ (0,25 mm Pb-Gleichwert) und „schwerer“ (0,35 mm Pb) Schürze sowie zwischen „leichter“ (0,25 mm Pb) und „schwerer“ (0,35 mm Pb) geschlossener Schürze. Mit „Schürze“ ist die „Standard“schürze gemeint, die in der Röntgendiagnostik üblicherweise getragen wird und die den frontalen Bereich der Person vom Hals bis etwa zu den Knien abdeckt einschließlich der Schulterblattpartien. Der Begriff „umschlossene Schürze“ meint das, was manchmal auch als „Mantelschürze“ oder „Rundumschürze“ bezeichnet wird. Schürzen mit einem Bleigleichwert von 0,35 mm oder ggf. mehr (es gibt auch Schürzen mit 0,5 mm Pb) schirmen die in der Diagnostik bzw. bei Interventionen übliche Röntgenstrahlung (Streustrahlung) so wirkungsvoll ab, dass man sich nicht wundern muss, wenn auf dem Personendosimeter (getragen unter der Schürze) keine relevante Dosis angezeigt wird. Wichtig ist, was Ihre Fragestellung betrifft, dass z.B. bei Interventionen (oder bei anderen dosisintensiven Untersuchungen, wie Angiographien oder kardiologischen Untersuchungen) die umschlossene Schürze nicht vorgeschrieben (!) ist. Die Zusammenstellung im hier genannten Anhang A der DIN 6815 ist nur „informativ“, also als Empfehlung gedacht. Auch die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL, s. Internet) spricht in dem Prüfberichtsmuster 2.2.3 („kombinierte Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte“) nur davon, dass „ggf“ (!) eine umschlossene Schürze („Schutzmantel“) erforderlich sei (Prüfposition 03E01 in der SV-RL). Fazit: Die Entscheidung „geschlossene Schürze bei Interventionen ja oder nein“ liegt nicht bei der zuständigen Behörde oder beim die Einrichtung überprüfenden Sachverständigen sondern bei dem für die betreffende Abteilung zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Judith Wiener schrieb am 26.07.2016 - 17:19 Uhr:
Frage:2724 BETREFF: Strahlenschutz bei CT und Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Meine Kolleginnen sind von einer Aktualisierung gekommen und haben einige Neuerungen mitgebracht, die aber doch gerne von einem Fachmann bestätigt haben möchte: 1. welche Strahlenschutzmaßnahmen am Patienten sind Vorschrift bei CT-Untersuchungen. 2. bekommen Patientinnen in der Mammographie einen Strahlenschutz? ( Begründung wir würden uns ja auch hinter die Bleiwand stellen ). Wo kann man aktuelle geforderte Strahlenschutzmaßnahmen nachlesen? Vielen Dank im Voraus. J.Wiener


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wiener, ich möchte zunächst auf eine Richtlinie zur RöV aufmerksam machen, nach der vor Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung und danach alle 5 Jahre eine strahlenschutztechnische Prüfung durch einen Sachverständigen durchgeführt werden muss. Diese Richtlinie (´Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL´) finden Sie hier im Forum RöV folgendermaßen: 1) www.forum-roev.de 2)auf der Startseite ´7 Richtlinien/BMU Schreiben´ anklicken 3)In der sich öffnenden Tabelle die SV-RL unter dem Datum 25.08.2011 aufsuchen (´Konsolidierte Fassung ... ´). In dieser SV-RL gibt es u.a. eine Anlage III (´Patientenschutzmittel´). Darin finden Sie dann auch die diesbezüglichen Forderungen für CT und Mammographie. CT: Hodenkapsel, Schilddrüsenschutz bei Schädeluntersuchungen sowie Mammographie: Gonadenschutzschürze. Die SV-RL wird zurzeit novelliert. Was die o.g. Patientenschutzmittel betrifft, so wird zukünftig die Forderung nach Gonadenschutzschürze bei der Mammographie entfallen, weil deren Effektivität bei den dort sehr kleinen Dosiswerten vernachlässigbar ist. Ich persönlich sehe das auch so. Der genannte Vergleich zwischen der in beiden Fällen durch Streustrahlung entstehenden Personal- und Patientenexposition bei der Mammographie hinkt natürlich gewaltig, denn das Personal kann ja viel häufiger exponiert werden. Deshalb ist der Aufenthalt hinter einer Bleiacrylglasscheibe durchaus sinnvoll. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva-Maria Korb schrieb am 22.07.2016 - 10:55 Uhr:
Frage:2723 BETREFF: Monitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich hoffe ich verstehe es richtig Monitore Typ A = Technische Voraussetzung zur Befundung geeignet; wird als Befundungsmonitor genutzt. Monitor Typ B: Technische Voraussetzung zur Befundung geeignet; wird NICHT zur Befundung genutzt (z.B nur zur Demo etc.) Müssen an Typ B Monitore dieselben Konstanzprüfungen und Abnahmen durchgeführt werden wie bei Typ A ? D.h. die tägliche und die 1/4 bzw nach neuer DIN die 1/2 jährliche? Herzlichen Dank und mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korb, Prüfungen im Sinne des Paragraphen 16 RöV sind nur im Zusammenhang mit der Untersuchung von Menschen erforderlich. Einrichtungen (Monitore), die nur für Demos, Vorführungen oder Besprechungen genutzt werden und die nicht zur Festlegung ´therapierelevanter Entscheidungen´ dienen (auch wenn sie technisch dazu in der Lage wären), unterliegen nicht der Qualitätssicherung nach Paragraph 16 und der Qualitätskontrolle nach Paragraph 17a RöV. Wer allerdings eine solche Einrichtung ohne Beachtung der §§ 16 und 17a RöV zur Befundung nutzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit i.S. des Paragraphen 44 Nr. 12 RöV, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Tachlinski schrieb am 19.07.2016 - 21:49 Uhr:
Frage:2722 BETREFF: Zu Frage 2721
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Gibt es bezüglich der ´diskutierten Lösungsmöglichkeiten´ Schriftliches, das man sich im Nachhinein durchlesen kann?


1. Antwort: ... ich kann leider nicht mit offiziellen rechtlich relevanten Schriftstücken zu dieser Thematik dienen, so dass ich Ihnen auch nicht sagen kann ´Schauen Sie mal hier oder dort rein und Sie werden finden, was Sie wissen wollen.´ Die größte Chance in dieser Hinsicht, könnte nach meiner Meinung eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen Aufsichts- oder Genehmigungsbehörde sein, denn das Umfeld Ihrer Fragestellung berührt eindeutig deren administrativen Zuständigkeitsbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Tachlinski schrieb am 18.07.2016 - 16:30 Uhr:
Frage:2721 BETREFF: Anzeige der Patientenexposition / -dosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in §3 Abs.3 Nr. 2 b wird für Röntgeneinrichtungen eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten gefordert. Für die Anzeige der Strahlenexposition bei Aufnahmen von Erwachsenen ist nach meiner Kenntnis nicht zwingend ein DFP-Messgerät vorgeschrieben, die Nachanzeige der geschalteten mAs würde ausreichen. In der Strahlentherapie werden zur Überprüfung der Patientenlagerung / der Lage des Zielvolumes am Linearbeschleuniger befestigte Röntgeneinrichtungen verwendet, um Cone-Beam-CT-Aufnahmen oder planare Aufnahmen anzufertigen. Gibt es eine Grundlage, warum die Anzeige des CTDI und der Gesamt-mAs für die Bestimmung der Patientenexposition nicht ausreichen sollte? Vielen Dank im Voraus für Ihre Meinung hierzu.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tachlinski, Vorrichtungen zur Anzeige der Strahlenexposition werden seit dem 1.7.2002 für die erstmalige Inbetriebnahme von medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen gefordert (§ 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV). Einrichtungen, die bereits vor diesem Datum in Betrieb genommen wurden, mussten lediglich dann nachgerüstet werden, wenn mit diesen Röntgeneinrichtungen Angiographien, Interventionen, DSA oder Untersuchungen des Körperstamms von Kindern durchgeführt werden (siehe E12 Anlage I der SV-RL). Bei Erstinbetriebnahmen nach dem 1.7.2002 ist eine unmittelbare Anzeige der Strahlenexposition, z.B. in Form eines DFP, oder der Dosis in direkter Form (z.B. die Parenchymdosis bei der Mammographie) erforderlich. Die Anzeige des mAs-Produktes ist nicht ausreichend, da dadurch kein direkter Vergleich der Strahlenexposition des Patienten mit den diagnostischen Referenzwerten gegeben ist. Für die IGRT gibt es keine Ausnahme nach der RöV. Bei einem Cone-Beam-CT ist eine Anzeige des CTDI und des DLP notwendig, denn auch hier gilt, dass eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten vorhanden sein muss. Diese wäre aus dem CTDI und dem mAs-Produkt nur rechnerisch zu ermitteln und entspricht somit keiner direkten Anzeige der Strahlenexposition im Sinne der RöV (siehe auch CT-Berichtsmuster 2.2.7 in der SV-RL, Prüfposition 07H08). Die Hersteller dieser Systeme wurden bereits vor Jahren darauf hingewiesen und es wurden Lösungsmöglichkeiten mit ihnen diskutiert. Es dürfte daher an sich keinerlei technische Probleme bei der Umsetzung mehr geben. Bei Einrichtungen, die bereits im Rahmen einer gültigen Anzeige (§ 4 RöV) oder Genehmigung (§ 3 RöV) betrieben werden, ohne über eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition zu verfügen, muss die Behörde deren Nachrüstung im Einzelfall jedoch erst anordnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Richarz schrieb am 18.07.2016 - 12:28 Uhr:
Frage:2720 BETREFF: Übersicht europaweite bzw. internationale Röntgenvorschriften
Sehr geehrter Prof. Ewen, wir sind gerade dabei, ein neues Röntgenprodukt im Bereich industrieller Prüftechnik auf den Markt zu bringen. Bislang haben wir unsere Röntgenprodukte nur im deutschsprachigen Raum vertrieben, die Auslegung gemäß der deutschen RöV war somit ausreichend. Jetzt sind wir dabei, den Vertrieb zu internationalisieren und stehen dabei vor dem Problem, den Strahlenschutz und die Sicherheitstechnik so auszulegen, dass die Anlage mindestens europaweit zulassungsfähig ist. Meine Frage an Sie: Gibt es in irgendeiner Form öffentlich zugängliche Dokumente zu den entsprechenden Zulassungsverfahren in der EU, oder zumindest eine Liste mit Ansprechpartnern oder zuständigen Institutionen in den EU-Ländern? Mit freundlichen Grüßen J. Richarz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Richarz, leider ist bei technischen Röntgeneinrichtungen kein übergreifendes europäisches Regelwerk (wie z.B. das Medizinprodukterecht bei medizinischen Röntgeneinrichtungen) anwendbar. Wichtig ist allerdings, dass die europäischen Richtlinien zur Produkt- und Gerätesicherheit (Niederspannungsrichtlinie, Maschinenrichtlinie u.ä.) beachtet werden. Darüber hinaus gibt es europäische Normen, die sicher über die nationale Normungsorganisation (DIN) angefragt werden können. Eine Liste der zuständigen Behörden in der EU ist uns nicht bekannt. Hier können wir nur die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Bundesumweltministerium (Unterabteilung RS II) und ggf. dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfehlen. Wenn es um Prüftechnik geht, kann Ihnen vielleicht auch die Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) in Berlin wichtige Hinweise geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Hartmann schrieb am 13.07.2016 - 14:58 Uhr:
Frage:2719 BETREFF: Rö-Schutzbrillen
Sehr geehrter Prof. Ewen, Sie haben auf dem Rö-Kongress erläutert welcher Reduktionsfaktor erreicht werden muss um die Augendosis z.B bei Angiographien auf 20mSV /a zu senken. Im Hybrid OP sind die OPerateure und die Op Schwester unmittelbar am Tisch. Ich denke weitere Personen im Op müssen nicht durch eine zusätzl. Brille geschützt werden? MfG HHartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, was die mögliche Ausrüstung weiterer Personen im OP mit Schutzbrillen betrifft, so kann man diese Frage nicht so einfach mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Abstand der betreffenden Personen vom Streuzentrum (also vom Patienten), Zahl der Untersuchungen bzw. Dauer der Durchleuchtungen in einer bestimmten Zeit (z.B. pro Woche) und Art der Nutzung geräteeigener Strahlenschutzsysteme (u.a. gepulste Durchleuchtung, Bildspeicher, moderne Blendensysteme). Da ich aus meiner Sicht (also nur theoretisch von meinem Schreibtisch aus) Ihre Fragestellung nicht eindeutig beantworten kann, wäre es empfehlenswert, den Sachverständigen, der in Ihrem Haus die Strahlenschutzprüfungen durchführt bzw. durchgeführt hat, zu bitten, vor Ort und mit Ihnen zusammen diese Angelegenheit abzuklären. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Natalie Bayer schrieb am 08.07.2016 - 15:58 Uhr:
Frage:2718 BETREFF: Röntgen trotz Brustkrebsrisiko?
Sehr geehrter Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Betätigung hier im Forum. Ich hätte eine Frage bezüglich röntgen und familiären Brustkrebsrisiko. Ich wurde nach einem Arbeitsunfall vom d-Arzt zum Röntgen gedrängt, obwohl ich angegeben habe, dass die Schmerzen nicht so schlimm seien und ich aufgrund von Brustkrebs lieber darauf verzichten bzw. noch gerne 1-Tag abwarten würde, wie sich die Schmerzen entwickeln. Der zuständige Arzt meinte, bei einer d-Untersuchung (Radunfall auf dem Arbeitsweg) müsste aber alles dokumentiert werden. Schlussendlich habe ich mich dann überreden lassen, obwohl ich nur mittelmäßige Schmerzen im Bein und kaum Schmerzen in der Schulter hatte (5 Stunden nach Unfall). Geröntgt wurden Bein und HSW. Ich wollte einen Schutz für die Brust, der wurde aber abgelehnt (Streustrahlung sei dann zu hoch). Unterleib bekam eine Bleischürze. Folgende Messwerte wurden mir gegeben: HSW 0,888 dgycm² + 0,5 dgycm² und Bein 0,8 + 0,4 dgycm². Mit den Werten kann ich jetzt nicht viel anfangen (hohe, niedrige, korrekte Werte?) und das Röntgen ist jetzt auch schon passiert, aber meine Frage ist (für die Zukunft!), ob ich mich bei bestehenden Risiko lieber nicht mehr röntgen lassen sollte, wenn eigentlich die Schmerzen nicht so groß sind ...sowie ob jetzt durch das Röntgen für die Brust ein Risiko besteht? Eine weitere Frage ist, dass ich nach dem Röntgten ca. 12 Stunden später Kopfschmerzen, Schluckbeschwerden und Schleimhautentzündungen im Mund/Rachen bekommen habe, ich aber nicht krank (Erkältung etc.) geworden bin. Die Beschwerden halten seit über einer Woche an (ohne weitere Krankheitssymptome einer Grippe etc.). Ich kann mir durchaus vorstellten, dass das nicht mit dem Röntgen zusammenhängt (Korrelation ist ja nicht Kausalität), aber ich würde gerne wissen, ob solche kurzfristig auftretenden Nebenwirkungen vielleicht doch bekannt sind? Vielen Dank! Eine sicherlich zu besorgte Natalie Bayer :-)


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bayer, zunächst einmal das für Sie Wichtigste: Natürlich wird jede Röntgenuntersuchung mit einer bestimmten Strahlenexposition für den/die Patienten/in verbunden sein. Das daraus resultierende strahlenbiologische Risiko hängt von der Höhe der Dosis ab. Man erkennt an den Ihnen mitgeteilten Messwerten des so genannten Dosisflächenproduktes (DFP), z.B. 0,888 dGycm2, usw.), dass die Untersuchungen mit einer relativ geringen Dosis durchgeführt worden sind. Das DFP ist das Produkt aus der Größe des Strahlenfeldes (in cm2) und der damit eingestrahlten Dosis (hier: in dGy). Das Strahlenrisiko einer Röntgenuntersuchung hängt auch von der Art des dabei exponierten Gewebes, also vom betroffenen Körperbereich ab. So sind die Extremitäten (z.B. das Bein) diesbezüglich relativ unkritisch. Was die HWS-Untersuchung betrifft, so lässt es sich in der Regel nicht vermeiden, dass die Schilddrüse im Strahlenbereich liegt. Das gilt nicht für die Brust, die nur in einem geringen Maße durch Streustrahlung betroffen ist. Die von Ihnen geschilderten kurzfristigen Beschwerden nach der Röntgenuntersuchung sind für Untersuchungen dieser Art vollkommen unsymptomatisch und müssen andere Ursachen haben. Ich kann als Physiker hier im Forum RöV keinen Kommentar zur medizinischen und rechtfertigenden Indikationsstellung für Ihre Röntgenuntersuchung geben. Das ist eine rein ärztliche Angelegenheit, in die ich mich nicht einmischen möchte und kann. Privat vertrete ich die Meinung, dass man als Patient/in eine korrekt indizierte Röntgenuntersuchung durchführen lassen soll, weil dann der gesundheitliche Nutzen höher einzuschätzen ist als das Strahlenrisiko (siehe § 23 Abs. 1 Satz 2 Röntgenverordnung). Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Sorgen runterfahren!



  Amelie Klinger schrieb am 06.07.2016 - 11:42 Uhr:
Frage:2717 BETREFF: Zahnfilmaufnahme und Schwanger
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin in der 6. Wochen schwanger und als Zahnärztin tätig. Das Praxisteam ist noch nicht darüber informiert, da die erste Ultraschalluntersuchung beim Gynäkologen erst morgen stattfinden wird. Vor zwei Tagem hat die Helferin bei einer Zahnfilmaufnahme den Auslöser gedrückt, während ich es gerade noch geschafft habe bis zum Türrahmen zu kommen. Ich war ca. 2 bis 3 Meter von der Röhre entfernt. Die Röhre zeigt genau ich die entgegengesetzte Richtung von mir. Ich mache mir natürlich Gedanken über dieses Geschehen, kann es Auswirkungen auf die Entwicklung des Embryos haben? Ich war total schockiert , dass die (neue) Helferin den Auslöser drückte, obwohl ich das immer selbst tue. Das war meine erste Röntgenaufnahme in den letzen 6 Wochen, da ich so lange im Urlaub war. Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen A. Klinger


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klinger, Sie müssen sich wirklich keine Sorgen machen, denn die Dosis, die Sie bei dieser einen Zahnfilmaufnahme, und das außerhalb der Nutzstrahlung und in 2 bis 3 m vom Röntgenstrahler entfernt, erhalten haben können, liegt mehrere Größenordnungen unter irgendeinem radiologischen Gefährdungspotenzial. Eine negative Auswirkung auf den Embryo kann man ausschließen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hans Frank schrieb am 01.07.2016 - 15:33 Uhr:
Frage:2716 BETREFF: Messung der Ortsdosis bei technischen Röntgenanlagen
Sehr geehrter Herr Ewen, wir haben bei uns im Unternehmen gerade eine Diskussion wie die Ortsdosis an einer technischen Röntgenanlage gemessen werden soll. Es geht in erster Linie um die Frage des Streukörpers. In der Medizin ist es wohl vorgeschrieben, dass eine gewisse Wassermenge als Patientensimulationskörper zur Messung der Ortsdosis benutzt wird. Hierfür gibt es scheinbar auch Verweise in Normen. Wie sieht dieser Streukörper nun bei technischen Röntgenanlagen aus? Wasser ist bei metallischen Gegenständen ja nicht wirklich ein guter Vergleichskörper? Gibt es eine DIN oder Verordnung in der vorgeschrieben wird mit welchem Material als Streukörper, zB in Abhängigkeit zur Röhrenspannung, die Ortsdosis bestimmt werden soll? Schon einmal vielen Dank für Ihre Information! Gruß Hans Frank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Frank, richtig, Wasser oder anderes gewebeäquivalentes Material darf man zur Bestimmung der Streustrahlendosis im nicht-medizinischen Anwendungsbereich nicht benutzen. Die DIN 54113-3, auf deren Grundlage man den baulichen Strahlenschutz für den Betrieb nicht-medizinischer Röntgeneinrichtungen berechnen kann (und soll), gibt im Abschnitt 4.3 ´Berechnung der erforderlichen Schutzschichten aus Blei gegen Streustrahlung´ an, dass die entsprechenden Diagramme (in Bild 2) bis 250 kV für das Material Al und oberhalb von 250 kV für das Material Fe ausgelegt sind. Diese Materialien würden im jeweiligen Energiebereich den Fall der stärksten Streuung repräsentieren. Aus diesem Grund liegt es nahe, dass man bei Ortsdosis(leistungs)messungen Al und Fe als Streumaterialien einsetzt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 30.06.2016 - 13:05 Uhr:
Frage:2715 BETREFF: Abnahme Monitore
Sehr geehrter Prof. Even, Bei Anschaffung eines gebrauchten mobilen C-Bogens muß am Anfang alle 4 Wochen eine Konstanzprüfung nach 6868-150 durchgeführt und dokumentiert werden. Wie verhält sich das mit den Monitoren die nach 6565-57 abgenommen sind ? Gibt es da auch eine Vorschrift ? Vielen Dank für ihre Mühe im voraus Mit freundlichen Grüßen J.Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, ich gehe mal davon aus, dass dieses gebrauchte C-Bogengerät erstmalig (!) vor dem 1.5.2015 in Betrieb gegangen ist. Die Inbetriebnahme eines gebrauchten (!) Röntgengerätes geschieht ja dann nicht ´erstmalig´. Unter dieser Bedingung ist folgendes zu beachten: Die Konstanzprüfung geschieht nicht nach DIN 6868-150 (das ist ja die AP-Norm!)sondern nach DIN 6868-4. Was das Bildwiedergabesystem (´Monitor´) betrifft, so gibt es jetzt 2 Möglichkeiten: 1) Das Gerät erlaubt die Einspeisung digitaler Testbilder. Die Konstanzprüfung muss dann nach Anhang B 4.1 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (s. Internet)erfolgen. 2) Die Einspeisung digitaler Testbilder ist nicht möglich. Dann muss die Konstanzprüfung nach der ´Gerätenorm´ erfolgen, und das ist die DIN 6868-4. Details zu dieser hier insgesamt anstehenden Problematik finden Sie auf folgende Weise: Im Internet ´www.forum-roev.de´ eingeben. Es erscheint die Startseite ´Forum-Röntgenverordnung´. Dort den Link ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´ anklicken. In der dann erscheinenden Liste ´13.05.2015 Ergänzenden Textlegungen ...´ anklicken. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Brockmann schrieb am 28.06.2016 - 18:19 Uhr:
Frage:2714 BETREFF: Frage 2619, Abnahme/Konstanzprüfung mit Rohdatenbild
Sehr geehrter Herr Ewen, es ist tatsächlich bei manchen Geräten erforderlich, nach der Abnahme- bzw. Konstanzprüfung die Rohdaten der Aufnahme zu importieren und auszuwerten. Hierzu gibt es detaliierte Anleitungen, z.B. für ein Gerät von ´Orangedental´. Das Problem ist in der Aufnahmetechnik und der nachfolgenden Bildbearbeitung zu suchen. Patientenaufnahmen ergeben sehr kontrastreiche Ergebnisse. Technische Aufnahmen, wie z.B. mit einem Prüfkörper werden allerdings derartig verfälscht, das weder Niedrigkontraste noch Auflösungsvermögen dargestellt werden können. Daher erfolgt, zumindest beim PaxPrimo, die Überprüfung der Gerätekonstanz anhand der Rohdaten der Aufnahme.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brockmann, wir tun uns schwer im Forum RöV, wenn Firmen (wie hier Orangedental) oder Produkte (wie hier PaxPrimo) namentlich genannt werden. Das Forum RöV soll eine in dieser Hinsicht unabhängige und neutrale Plattform sein. Nun haben Sie hier nicht direkt eine Frage gestellt, auf die wir explizit antworten sollen sondern eine technische Anmerkung gemacht, dass es in bestimmten Fällen offensichtlich vorteilhaft ist, gewisse qualitätssichernde Maßnahmen (Abnahme- und Konstanzprüfung)anhand der anfallenden Rohdaten durchzuführen. Was wir machen können, ist es, diesen von Ihnen hier angesprochenen Sachverhalt denjenigen Gremien zur Kenntnis weiterzugeben, die sich mit den technischen Regelwerken zur Durchführung der Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik beschäftigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Luna B. schrieb am 23.06.2016 - 22:45 Uhr:
Frage:2713 BETREFF: Strahlenschutz Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Ich arbeite als Assistenzärztin in einer radiologischen Abteilung und bin schwanger. Zu Beginn meiner Schwangerschaft ist festgelegt wordendass ich nicht im Kontrollbereich arbeiten muss und daher kein Dosimeter brauche. Der Weg zu meinem Befundungsplatz führt zwangsläufig durch den Vorraum zum Röntgenraum. Aus Gewohnheit wird die Tür zum Röntgenraum auch während der Anfertigung einer Aufnahme von den MTRA offen gelassen (wahrscheinlich um Zeit zu sparen). Ich habe nun Sorge, unbemerkt und undokumentiert Streustrahlung abzubekommen, die ja eigentlich unnötig ist. Ich habe sowohl die MTRA gebeten, die Tür zu schließen wenn ich den Raum durchquere als auch meinen Chef informiert. Trotzdem wird es nicht umgesetzt - ich bin mehrmals an der offenen Tür vorbeigegangen, als gerade (für mich nicht absehbar) geröntgt wurde. Ich spreche die MTRA täglich darauf an, aber sie vergessen es häufig (sagen sie jedenfalls). Wie schätzen Sie die Situation ein? Ich fühle mich damit sehr unwohl.


1. Antwort: Hallo Frau Luna, es ist gut so, dass Sie jetzt nicht im Kontrollbereich arbeiten müssen, obwohl die RöV das rechtstheoretisch unter bestimmten Bedingungen zulassen könnte. Ich bin sicher, dass bei einem Aufnahmearbeitsplatz durch Nichtschließen der Tür zum Röntgenraum während des Auslösens der Röntgenaufnahme in der Regel außerhalb kein Kontrollbereich entstehen würde. Trotzdem wäre diese ´Unsitte´ ein Verstoß gegen das ´Vermeidungsprinzip´ des § 2c RöV (´Strahlenexposition auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich halten´). Es muss ja in dieser radiologischen Abteilung ein Strahlenschutzbeauftragter bestellt sein (wahrscheinlich der Chefarzt), zu dessen Pflichten es gehören würde, ggf. mit einem ´Machtwort´ diese Nachlässigkeit, die auch die dort tätigen MTRA selbst betrifft, abzustellen. Außerdem gibt es ja in Ihrem Haus auch noch einen Betriebs- bzw. Personalrat, und wenn alles nichts hilft, die zuständige Aufsichtsbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Yvonne schrieb am 18.06.2016 - 05:45 Uhr:
Frage:2712 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in unserer Radiologie arbeiten seit über 10 Jahren 2MFA`s, diese haben auch immer sehr viele Bereitschaftsdienste gemacht. Nun haben wir eine Teleradiologie und laut Gesetz dürfen diese Kolleginnen ja keine Bereitschaftsdienste mehr ableisten. Da nun sehr viele Dienste von den MTRA`s übernommen werden müssen,sind diese natürlich an der Grenze der Belastbarkeit. Personal ist derzeit nicht zu bekommen!Keine MTRA`s!! Gibt es irgendwelche Lösungen oder Möglichkeiten diese Situation zu entschärfen? Wäre eine Rufbereitschaft möglich? Wobei das die Belastung ja nicht mindern würde... Viele Grüße Yvonne


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Yvonne, die von Ihnen beschriebene Problematik ist hier im Forum RöV schon häufig diskutiert worden. Wir wollen es uns nicht zu einfach machen und nur auf die Beiträge im Forum verweisen, aber die Beiträge Nr. 2069 vom 26.9.2013 und insbesondere Nr. 2630 vom 1.3.2016 sind für die hier angesprochene Thematik schon sehr wichtig. Zusammenfassend möchten wir an dieser Stelle noch einmal darstellen, dass die einschränkenden Regelungen der RöV (§ 3 Abs. 4 Nr. 2 für die Teleradiologie und § 24 Abs. 2 Nr. 4 als Grundsatz) auf der Basis des MTA-Gesetzes folgerichtig formuliert worden sind und auch eingehalten werden müssen. Eine Änderung in den strahlenschutzrechtlichen Vorschriften wäre nur möglich, wenn das MTA-Gesetz eine entsprechende Grundlage erhalten würde. Insbesondere in der Teleradiologie gibt es unserer Meinung nach auch keine anderen Randbedingungen, da ein nach MTA-Gesetz erforderlicher Arzt mit der zutreffenden Fachkunde im Strahlenschutz eben nicht vor Ort ist, um Aufsicht führen zu können. Die Aufsicht über eine MFA durch eine MTRA könnte als Ausweg denkbar sein, ist aber rechtlich nicht ausreichend. Auch für die Einhaltung der sogenannten ständigen Aufsicht sind enge Vorgaben gestellt. Dies ergibt sich insbesondere auch aus dem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes für das Land Baden-Württemberg zur Tätigkeit von MFA in Verfahren nach strahlenschutzrechtlichen Vorschriften. Es bleibt hier weiterhin bei der Empfehlung, mit den zuständigen Behörden (Bundes- und Landesministerien) und Institutionen (Heilberufskammern u.ä.) zu sprechen, ob eine diesbezügliche Änderung des MTA-Gesetzes Sinn macht und, wenn ja, ob das überhaupt möglich ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ines Halbauer schrieb am 15.06.2016 - 21:20 Uhr:
Frage:2711 BETREFF: Zusatzfilter bei Jugendlichen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Wie erkenne ich in einem Röntgen Thorax (bei einem 14jährigen Jungen), ob der Zusatztfilter verwendet wurde. Darf ich bei einem kräftigen 14jährigen bei Frage nach Kontusion /Fraktur im Thorax/ Rippen auf den Filter verzichten ? Mit freundlichen Grüßen! I. Halbauer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Halbauer, nach der ´Leitlinie zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ der Bundesärztekammer (s. Internet) soll für ´Kinder´ (bis Vollendung des 12. Lebensjahres) ein Zusatzfilter ≥ 0,1 mm Cu verwendet werden. In dieser Leitlinie wird auch für Jugendliche (13 – 18 Jahre) die Nutzung von Zusatzfilterung vorgeschlagen, was aber in anderen diesbezüglichen Regelwerken (z.B. in der Anlage I zur Sachverständigen-Prüfrichtlinie; s. Internet) nicht mitgetragen wird. Dort ist ein Jugendlicher im Alter von 14 Jahren „radiologisch gesehen“ ein Erwachsener. Aber letzten Endes entscheidet im fraglichen Einzelfall der im Strahlenschutz fachkundige Arzt, ob man - auch für Kinder - ein Zusatzfilter nutzen soll oder nicht. Denn ein Zusatzfilter verändert (erhöht) die mittlere Energie der Röntgenstrahlung und nimmt damit Einfluss auf die Bildqualität. So kann es also durchaus sein, dass bei bestimmten pädiatrischen Röntgenaufnahmen bewusst ohne Zusatzfilterung gearbeitet wird, weil es in diesen Fällen ganz besonders auf die Bildqualität ankommt. Die Frage, ob man bei Betrachtung einer Röntgenaufnahme erkennen kann, dass ein Zusatzfilter benutzt worden ist oder nicht, würde ich - zumindest aus Sicht eines Nicht-Mediziners – verneinen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas schrieb am 14.06.2016 - 07:25 Uhr:
Frage:2710 BETREFF: ein paar Fragen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hatte Ihnen mal vor längerer Zeit eine mail geschrieben. Sie haben mir auch geantwortet. Jetzt wo ich sie dringend gebrauchen könnte finde ich diese leider nicht mehr. Ich arbeite als Ausbilder am Flughafen und wir bilden Kontrollpersonal aus, die auch Röntgenbildauswertung durchführen müssen. Nachdem wir Ausbilder nicht für die Unterweisung nach § 36 Abs. 1 RÖV verantwortlich sind und unser Strahlenschutzbeauftragten einige Behauptungen aufstellen, die ich in keiner Verordnung finde, möchte ich mich kundig machen. Eine Behauptung unsrer Beauftragten ist, dass eine Unterweisung auch in Schriftform (DIN A4 Blatt) gilt und diese nur unterschrieben werden muss. Darüber ist mir aber nichts bekannt - oder gibt es da eine Änderung? Ich habe (aber vor langer, langer Zeit ) mal einen Lehrgang besucht und jetzt nur noch gefährliches Halbwissen darüber. Deshalb hätte ich einige Fragen an Sie. 1. Muss eine Unterweisung von einem Strahlenschutzbeauftragten als kurzer Unterricht abgehalten werden? oder 2. langt es ein DIN A4 Blatt zu unterschreiben? 3.Muss immer noch eigens eine Einweisung/Unterweisung vor Inbetriebnahme des Röntgengerätes gemacht und dokumentiert werden? 5. Ist die Unterweisung jährlich 1mal zu halten? Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen und verbleibe mit freundlichen Grüßen ThomasW.


1. Antwort: Hallo Thomas, hier die Antworten: 1) Die Art, wie eine Unterweisung durchgeführt wird, ist nicht vorgeschrieben. Sie kann auch in schriftlicher Form erfolgen, kurzer Unterricht ist sicherlich besser. 2) Die Unterweisung muss sich mit den individuellen Gegebenheiten eines Röntgenbetrieb beschäftigen und auch auf Vorschriften der Röntgenverordnung eingehen. Dabei kann es sicherlich so sein, dass sich die Unterweisung, die jährlich wiederholt werden muss, immer auf andere betriebliche und verordnungsrechtliche Schwerpunkte bezieht. Ein Pauschaltext kann hier sicherlich nicht ausreichend sein. Außerdem müssen die Inhalte der Unterweisung auch kurz dokumentiert werden, so dass das Unterschreiben eines ansonsten leeren DIN A 4 Blatts sicherlich nicht ausreichend ist 3) Die Unterweisung muss vor erstmaliger Aufnahme der entsprechenden Tätigkeit erfolgen (§ 36 Abs. 1 RöV). Eine Einweisung ist auch erforderlich (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV). 4) = 5) Die Unterweisung muss mindestens jährlich wiederholt werden (§ 36 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bartels schrieb am 09.06.2016 - 15:47 Uhr:
Frage:2709 BETREFF: Status eines Operateurs in einem ambulanten OP-Zentrum
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frage bezieht sich auf den Status eines Operateurs in einem ambulanten OP-Zentrum. Unsere Tagesklinik hält in ihren Operationssälen ein mobiles Durchleuchtungsgerät (C-Bogen) vor. Die dort operierenden Chirurgen oder Orthopäden können dieses Gerät während einer Operation in ihrem Sinne entsprechend verwenden. Sie sind keine Angestellten der Tagesklinik, sondern niedergelassene Ärzte, die nur zum operieren die Tagesklinik frequentieren. Sowohl der Strahlenschutzverantwortliche als auch der Strahlenschutzbeauftragte sind Anästhesisten der Tagesklinik. Die Gewerbeaufsicht hat uns nun aufgetragen, alle Ärzte, die nicht bei der Tagesklinik angestellt sind, aber die Röntgeneinrichtung bei Untersuchungen/Operationen verwenden, gemäß §13 Abs. 2RöV als Strahlenschutzbeauftragte zu bestellen. Das wären bei uns etwa 10-15 verschiedene externe Ärzte. Meiner Meinung nach ist dies nicht notwendig. In dem genannten §13 Abs. 2RöV wird darauf kein Bezug genommen. Da mir eine Frist zur Erledigung dieser Maßnahme gesetzt wurde, bräuchte ich eine Argumentationshilfe gegenüber dem Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bartels


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartels, leider können wir Ihnen die erhofften Argumentationshilfen nicht liefern. Vielmehr denken wir, dass die Forderungen der zuständigen Gewerbeaufsicht sehr maßvoll sind. Wenn man die aktuellen Diskussionen verfolgt, dann nimmt das Erfordernis eher den Weg, dass jeder, der eine Röntgeneinrichtung eigenverantwortlich nutzt, eine eigene Anzeige erstatten muss. Sicherlich ist dieses von individuellen Vertragsverhältnissen abhängig, aber Ihre Schilderung weist schon in die Richtung der eigenverantwortlichen Nutzung der Röntgeneinrichtung durch die ´Operateure´, die Operationsraum und Röntgeneinrichtung in Ihrer Tagesklinik anmieten und nutzen. Wir vom Forum RöV meinen, dass der Aufwand für die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten sicherlich geringer ist als der Aufwand, für die Erstellung einer Vielzahl an Anzeigen, diese dann noch unter Beachtung der dazu notwendigen Abgrenzungen und empfehlenden Vorgaben der Gewerbeaufsicht, zu sorgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas schrieb am 08.06.2016 - 16:45 Uhr:
Frage:2708 BETREFF: Praxis Umzug Befundungsmonitor
Hallo, wenn in einer Zahnarztpraxis ein Monitor nach DIN6868-57 (alte Norm) abgenommen ist, kann dieser ja noch weiter als Befundungsmonitor verwendet werden. Meine Frage hierzu: Wie lange, und gilt das auch noch wenn die Praxis umzieht? Gruß Andreas


1. Antwort: Hallo Andreas, sorry, Ihre Anfrage ist in meinem Rechner an einem falschen Ort gelandet - deshalb die Zeitverzögerung. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wenn das Gerät nach der alten Norm (DIN V 6868-57) abgenommen worden ist, kann die Abnahmeprüfung auch bei einem Umzug nach dieser Norm erfolgen, allerdings unter Berücksichtigung der Raumklassen und Tätigkeitsarten. Dies gilt bis zum 01.01.2025. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jutta Reinholz schrieb am 06.06.2016 - 10:57 Uhr:
Frage:2707 BETREFF: Nicht korrekt ausgefüllte Röntgenanforderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es stellt sich die Frage nach der falsch ausgefüllten Röntgenanforderung. Beispiel 1: die Seite eines Organs, z:B. eines Knies ist nicht richtig. Zum Untersuchungszeitpunkt stellt die RA fest, dass das andere Knie operiert wurde und röntgenkontrolliert werden muss. Darf trotzdem geröntgt werden? Damit der Ablauf in der Röntgenabteilung weitergehen kann, und weil der Pat. vielleicht auch zuvor aufwendig von Station hergebracht wurde? Beispiel 2: Die rechtfertigende Indikation passt nicht zur angemeldeten Röntgenanforderung, oder andere nicht ´sinnfreie Gestaltungen´..., die aber erst zum Untersuchungszeitpunkt auffallen. Muss in diesen Fällen eine neue Röntgenanforderung durch den Arzt ausgefüllt werden? Oder dürfen wir ´korrigierend´ eingreifen, z.B. das richtige Knie röntgen und die Korrektur dann im RIS dokumentieren? Zu Ihrer Information: Wir sind eine kleine Röntgenabteilung einer Klinik mit zwei Fachabteilungen, d.h. wir haben keinen Radiologen, der für unsere Abteilung zuständig ist und mal eben eine neue Röntgenanforderung erstellen könnte. Die Röntgenanforderungen werden durch unsere fachkundigen Ärzte gestellt, aber auch manchmal durch das Pflegepersonal vorbereitet und dann durch den fachkundigen Arzt freigegeben. Vielen Dank im Voraus. Mit freundlichen j.Reinholz


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reinholz, zunächst möchten wir aus rechtlicher Sicht folgenden Rat geben: Sollte ein/e MTRA oder MFA vor der von ihm/ihr technisch durchzuführenden Röntgenaufnahme feststellen, dass hier im Rahmen einer von einem Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz gestellten rechtfertigenden Indikation augenscheinlich eine falsche oder unklare Durchführungsanweisung gegeben wurde, dann ist es sicherlich die Pflicht der Assistenzperson, den betreffenden ´fachkundigen´ Arzt auf sein Versehen oder seinen Fehler hinzuweisen. Nur so kann eine unnötige Strahlenexposition verhindert werden, denn die Röntgenaufnahme würde ja wohl sonst höchstwahrscheinlich wiederholt werden müssen. Es sollten in derartigen Fällen nach unserer Auffassung keine Bedenken bestehen, wenn der fachkundige Arzt sein Versehen bzw. seinen Fehler unverzüglich korrigiert und eine neue mündliche Durchführungsanweisung gibt und die Dokumentation zeitnah korrigiert bzw. vervollständigt. Dann noch ein Kurzkommentar aus radiologischer Sicht: Wenn vor der Durchführung der Röntgenaufnahme der Assistenzperson durch eindeutige klinische Angaben(zum Beispiel: Z.n.Knie-TEP) und auf der Basis einer dezidierten Fragestellung (zum Beispiel: Stellungskontrolle) klar ist , dass in der Anforderung die Seite verwechselt wurde, kann man ohne neuen Anforderungsschein die richtige Seite röntgen. Der betreffende Arzt muss natürlich trotzdem informiert werden. Fehlen aber diese Angaben oder sind sie unvollständig oder widersprüchlich, ist auf einem neuen Anforderungsschein zu bestehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eduard schrieb am 03.06.2016 - 11:26 Uhr:
Frage:2706 BETREFF: Strahlenschutzmaßnahmen/Strahlenbelastung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei insgesamt 6 Röntgenaufnahmen: beide Knie im Stehen, LWS wurde mir keine Hodenkapsel eingesetzt. Könnten Sie mir bitte sagen ob die Leitlinen in der Röntgendiagnostik eingehalten worden. Wie kann ich nun die Strahlenbelastung messen? Vielen Dank für Ihre Antwort. MfG Eduard.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Freitag, nach der Leitlinie zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik der BÄK sollte man bei den genannten Röntgenaufnahmen, vor allem bei der LWS-Aufnahme, dem Patienten das Anlegen einer Hodenkapsel anbieten. Nachträglich kann man natürlich die Strahlenbelastung nicht mehr messtechnisch erfassen. Aber es existieren Methoden, mit deren Hilfe ein medizinphysikalischer Experte aus den Untersuchungsdaten die Hodendosis abschätzen kann. Ich darf hier im Forum RöV keine dafür geeignete Person benennen, aber vielleicht kann die für den Strahlenschutz örtlich zuständige Aufsichtsbehörde einen diesbezüglichen Hinweis geben. Zum Schluss eine Anmerkung: In allen Fällen (auch bei der LWS-Aufnahme, wenn sie korrekt eingestellt wurde) war der Hoden nicht durch Nutzstrahlung (relativ hohe Dosis!) sondern nur durch Streustrahlung (relativ niedrige Dosis!) exponiert. Das soll jetzt nicht rechtfertigen, Ihnen die Hodenkapsel nicht angeboten zu haben, sollte aber ein wenig, was das Strahlenrisiko betrifft, für Entspannung sorgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kuespert schrieb am 01.06.2016 - 16:55 Uhr:
Frage:2705 BETREFF: DIN 6868-157 Anforderung BWGs
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe eine Frage zu DIN 6868-157. Es wird eine Röntgenanlage verwendet, die für Radiografie und Radioskopie spezifiziert ist. Auf dem System werden endoskopische Eingriffe durchgeführt. Das System umfasst einen geschützten Bereich und einen Behandlungsraum mit je einem Röntgenmonitor. Da mit dieser Anlage Projektionsradiografien erzeugt werden können, schreibt die DIN 6868-157 ab spät. 30.06.2018 vor, Bildwiedergabegeräte mit einer Matrix von mind. 1600 x 1200 Pixel zu verwenden. Meine Frage ist nun, muss sowohl im geschützten Bereich als auch im Behandlungsraum einen solchen Monitor betrieben werden, oder würde es ausreichen diesen 2MP Monitor nur im geschütztem Bereich (oder Behandlungsraum) zu installieren und im Behandlungsraum (oder geschütztem Bereich) eine Befundungsmonitor zu verwenden, der für die Durchleuchtung ausreichend ist. In diesem Fall könnte die Matrix des BWGs geringer ausfallen (1024 x 1024 Pixel). Falls ja, muss dieser 1MP Monitor gesondert gekennzeichnet werden? Vielen Dank und freundlichen Grüsse


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Küspert, in einem Rundschreiben des BMUB an die obersten für den Strahlenschutz zuständigen Landesbehörden zur Änderung der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) steht unter anderem, dass BWS mit der kleinen Matrix (1024 Pixel * 1024 Pixel) bis zum 30.06.2018 erstmalig in Betrieb gehen dürfen. Aus Ihrem Text kann man entnehmen, dass es sich in Ihrem Fall sowieso um eine ´Altanlage´ handelt. Dann kann die Einrichtung bis zum 31.12.2024 so weiterbetrieben werden. Alle in diesem Rundscheiben genannten Änderungen der QS-RL waren spätestens ab dem 15.12.2014 anzuwenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 30.05.2016 - 21:11 Uhr:
Frage:2704 BETREFF: Röntgentherapie Patientenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,gibt es in einer DIN-Norm oder Richtlinie oder einem sonstigen Regelwerk Vorgaben für Patientenschutzmittel in der Röntgentherapie? Evt. bezogen auf den Energiebereich der Therapie mit den geeigneten Bleigleichwerten und Schutzklassen? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, mir sind keine ´offiziellen´ Normen oder Richtlinien bekannt, die sich mit Patientenschutzmitteln in der Röntgenstrahlentherapie beschäftigen. Etwas findet man zu diesem Thema allerdings im Internet (Google), beispielsweise das Merkblatt ´Strahlenschutzmaßnahmen Therapie-RöV 01Jul05´, erstellt vom ´Gewerbeaufsichtsamt, Regierung von Unterfranken´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  DR. HARTMANN schrieb am 29.05.2016 - 21:12 Uhr:
Frage:2703 BETREFF: Qualitätssicherung - Übertragungsgeschwindigkeit
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Bedeutung hat die Erwähnung der Übertragungsgeschwindigkeit in §16 der RöV? MfG h.hartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, die Erwähnung der Übertragungsgeschwindigkeit im § 16 Abs. 3 RöV („Durchführung der Konstanzprüfung“) hat etwas mit der Teleradiologie im Sinne des § 3 Abs. 4 RöV zu tun. Es ist im Rahmen der Konstanzprüfung unter anderem die Konstanz der Geschwindigkeit zu prüfen, mit der die Daten und Bilder übermittelt werden. Dicht gekoppelt mit der Prüfung der Übertragungsgeschwindigkeit ist die Prüfung der Übertragungszeit, innerhalb derer die notwendige Anzahl der Bilder übertragen werden müssen. Deren Überprüfung muss im Rahmen der Abnahmeprüfung als auch der Konstanzprüfung durchgeführt werden. Die Qualitätssicherung in der Teleradiologie (Abnahme- und Konstanzprüfung) wird in der DIN 6868-159 („Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben – Teil 159: Abnahme- und Konstanzprüfung in der Teleradiologie nach RöV“) beschrieben. Wenn Sie nähere prüfungstechnische Details benötigen sollten, empfiehlt es sich, die o.g. Norm zu besorgen. Ausführliche Informationen rund um diese Norm finden Sie im Internet, unter anderem „DIN 6868-159: Eine Norm für die Abnahme- und Konstanzprüfung in … „. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sven Weichert schrieb am 26.05.2016 - 13:31 Uhr:
Frage:2702 BETREFF: Weisungsrecht Strahlenschutzverantwortlicher
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich befasse mich derzeit mit der Fragestellung, ob ein Strahlenschutzverantwortlicher ein Weisungsrecht gegenüber den Strahlenschutzbeauftragten hat. Meine bisherige Recherche ist da leider widersprüchlich. Im Konfliktfall zwischen beiden, scheint der Verantwortliche mit seinem Veto lediglich den strittigen Fall zur Entscheidung an die entsprechende Behörde weiterzuleiten. Alles andere wäre m.E. aufgrund ggf. fehlender Fachkunde beim Verantwortlichen auch nicht nachvollziehbar. Allerdings kann der Strahlenschutzverantwortliche sowohl konkrete Aufgaben als auch den zu überwachenden örtlichen Bereich des Strahlenschutzbeauftragten festlegen und ändern! Gibt es nach Ihrer Kenntnis hier eine klarstellende Regelung zum Unterstellungsverhältnis? Für eine Antwort danke ich Ihnen sehr. Mit freundlichen Grüßen, S. Weichert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weichert, ob es klarstellende „Regelungen“ zu einem möglichen Weisungsrecht des Strahlenschutzverantwortlichen gegenüber dem/den Strahlenschutzbeauftragten gibt, ist uns beim Forum RöV nicht bekannt. Da die RöV und StrlSchV hierzu keine konkreten Hinweise geben, können wir Ihnen nur die Nachprüfung in der amtlichen Begründung der Bundesregierung zu diesen Verordnungen, in einschlägigen Kommentaren und in Datenbanken zu Gerichtsverfahren empfehlen. Dies wäre eine Möglichkeit, ggf. belastbare Aussagen zu finden. Wir vom Forum RöV sehen die Regelung ähnlich, wie Sie sie beschrieben haben. Der Strahlenschutzbeauftragte nimmt seine Tätigkeit im Rahmen seines festgelegten Entscheidungsbereichs und seiner Befugnisse verantwortlich wahr und ist nach dem Strahlenschutzrecht keinen Weisungen des Strahlenschutzverantwortlichen unterworfen. Prüfen müsste man an dieser Stelle, ob es eventuell ein Weisungs- oder Direktionsrecht des Arbeitgebers über das „normale“ Arbeitsrecht gibt. Eine solche Prüfung können wir vom Forum RöV nicht durchführen. Hier sind sicherlich Fachleute des Arbeitsrechts zu befragen. Der Strahlenschutzbeauftragte hat, wie von Ihnen auch angeführt, das Recht, dem Strahlenschutzverantwortlichen über seine Erkenntnisse zu berichten und er hat die Pflicht, dem Strahlenschutzverantwortlichen Mängel mitzuteilen und Maßnahmen zu deren Abstellung vorzuschlagen. Die Entscheidungsverantwortung obliegt allerdings dem Strahlenschutzverantwortlichen. Dies ist aus unserer Sicht auch richtig, denn er allein kann die wirtschaftliche Seite des Unternehmens überblicken und ggf. drüber hinaus auch überzogene Maßnahmen des Beauftragten einordnen. Dass die Ablehnung von Vorschlägen durch den Strahlenschutzverantwortlichen die Information der Aufsichtsbehörde nach sich zieht, kompensiert ggf. die fehlende Fachkunde des Strahlenschutzverantwortlichen, denn in diesem Fall prüft die Behörde fachkompetent, ob die Ablehnung zu Recht erfolgt ist. Eingeschränkt sehen wir die „freie Entfaltung“ des Strahlenschutzverantwortlichen bei der Bestellung des Beauftragten, bei der Festlegung des Entscheidungsbereichs und der Befugnisse. Eingeschränkt deshalb, weil er über all diese Verfahren die zuständige Aufsichtsbehörde informieren muss, die dann einen Prüfauftrag hat und im Einzelfall durchaus feststellen kann, dass eine Person die Aufgaben des Strahlenschutzbeauftragten nicht wahrnehmen kann. D.h., auch hier ist das Weisungs-/Direktionsrecht des Strahlenschutzverantwortlichen nicht uneingeschränkt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hagedorn schrieb am 26.05.2016 - 12:11 Uhr:
Frage:2701 BETREFF: Referenzaufanhme
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich kenne es nur so, dass bei analogen PSA Referenz- und Konstanzaufnahmen 3 cm vom Rand ein- geschnitten sein müssen, damit am Röntgenbildbetrachter ein visueller Abgleich möglich ist. Nun würde ich gerne die Rechtsgrundlage dazu wissen. Können Sie mir weiterhelfen? Vielen Dank für Ihre Mühe. Mit freundlichen Grüßen A. Hagedorn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hagedorn, nach Rückfrage bei Experten, die sich mit der QS in der Röntgendiagnostik gut auskennen, wird bestätigt, dass dieses Vorgehen, das Sie beschrieben haben, durchaus Sinn macht und auch so praktiziert wird: Zum Vergleich der optischen Dichte soll die neu erstellte ´Konstanzaufnahme´ mit der ´Bezugsaufnahme´ verglichen werden. Da bei den Aufnahmen ein mehrere Zentimeter breiter unbelichteter Rand am Anfang und Ende des Filmes vorhanden ist, können die Dichtestufen schlecht miteinander (durch Aneinanderlegen) verglichen werden. Schneidet man nun einen X cm (z.B. 3 cm) breiten Rand an beiden Filmen ab - aber unbedingt jeweils am Anfang (oder Ende) -, können die Schnittkanten problemlos so aneinander gelegt werden, dass sich die Dichtestufen gegenüber stehen. Da in der Regel die Dichte zur Mitte zu- und dann zum Ende wieder abnimmt, muss der abgeschnittene Streifen in seiner Breite immer annähernd identisch sein. Wo allerdings dieses Vorgehen ´rechtlich´ festgelegt ist, entzieht sich unserer Kenntnis (wenn überhaupt, müsste es ja in den Normen DIN 6868-5 und/oder DIN 6868-151 zu finden sein). Vielleicht hat sich dieses Vorgehen einfach nur als praktikabel erwiesen und wurde deshalb so übernommen, was ja manchmal auch ohne rechtliche Anstöße möglich sein soll. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kindervater Guido schrieb am 24.05.2016 - 10:07 Uhr:
Frage:2700 BETREFF: Fachpersonal mit ´kleinem Röntgenschein´
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin mit der Frage konfrontiert worden, ob es zulässig ist Medizinisches Fachpersonal(Schwestern im Nachtdienst) an kleineren Krankenhäusern Röntgenaufnahmen anfertigen zu lassen natürlich bei Anwesenheit und Überwachung durch einen im Strahlenschutz fachkundigen Arzt, wenn erstere die entsprechenden Kurse absolviert haben.Das denke ich ist zulässig. Was ich aber nicht weiß,ob dieses Fachpersonal auch eine gewisse Zeit Röntgenaufnahmen z.B. nachweislich unter Anleitung einer MTR/Arzt erstellt haben müssen und wenn ja in welcher Anzahl. Muss ich als Strahlenschutzbevollmächtigter hier etwas beachten? Viele Grüße G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ausgebildete medizinische Fachangestellte -MFA- (z.B. Arzthelferinnen, Krankenschwestern o.ä.) dürfen Röntgenuntersuchungen ´technisch durchführen´, wenn sie über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen und unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig sind. Diese notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz werden in Kursen vermittelt, die einen theoretischen Teil (i.d.R. 30 Unterrichtseinheiten) und einen praktischen Teil (i.d.R. 60 Unterrichtseinheiten) beinhalten und mit einer Prüfung abschließen. Die erfolgreiche Teilnahme an solchen Kursen ist die Voraussetzung, um anschließend die Kenntnisse im Strahlenschutz von der zuständigen Stelle (z.B. Ärztekammer) bescheinigt zu bekommen. Erst wenn diese Bescheinigung tatsächlich vorliegt, darf die MFA technisch durchführen. Aufgabe von Strahlenschutzverantwortlichen und in deren Auftrag von Bevollmächtigten sowie von Strahlenschutzbeauftragten ist es, darauf zu achten, dass die Kenntnisbescheinigung vorliegt und die Kenntnisse regelmäßig alle fünf Jahre aktualisiert werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uwe Heinemann schrieb am 20.05.2016 - 15:07 Uhr:
Frage:2699 BETREFF: Juristische Wertigkeit von Röntgenbefunden
Haben im Rechtsfall Röntgenbefunde, die von fachkundigen Weiterbildungsassistenten oder Fachärzten aus Fachgebieten, die nicht dem radiologischen Fachbereich angehören, die aber über eine entsprechende Teilfachkunde nach RöV verfügen, vor Gericht die gleiche Aussagekraft wie Befunde, die von Radiologiefachärzten erstellt worden sind?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heinemann, der von mir bezüglich Ihrer Anfrage angesprochene Experte ist, wie ich auch, der Meinung, dass man mit ´ja´ antworten muss, wenn die in einem Rechtsfall involvierten Röntgenbefunde das Anwendungsgebiet des Arztes betreffen, in dem dieser seine Fachkunde im Strahlenschutz (´Teilfachkunde´) besitzt, so dass er eigenständig befunden und nach § 23 Abs. 1 RöV auch die rechtfertigende Indikation für die betreffenden Röntgenuntersuchungen stellen darf. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Conny Altmaier schrieb am 18.05.2016 - 10:56 Uhr:
Frage:2698 BETREFF: Patienten CD
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, müssen denn beim Brennen von PatientenCDs die von den Ärzten in die Befundbilder eingezeichneten Messlinien oder Markierungen mit auf die CD gebrannt werden ? Diese Anmerkungen sind ja irgendwie auch befundrelevant. Oder dürfen da nur die originalen Bilder gebrannt werden ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Altmaier, nach Auskunft einer im meinem Umfeld tätigen Ärztlichen Stelle ist zu verlangen, dass eine CD, die zur Vorlage bei einem mit- oder weiterbehandelnden Arzt angefertigt wird, die Original-bilder enthalten muss. Zusätzliche Bilder, Informationen, etc., wie z.B. Messlinien, Markierungen, sind keine Pflicht sondern, um im sportlichen Jargon zu bleiben, eine Kür. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam Oberdorf schrieb am 17.05.2016 - 16:03 Uhr:
Frage:2697 BETREFF: Indikationen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, darf eine Röntgenuntersuchung angefertigt werden, um eine eventuell vorhandene Fraktur auszuschließen, die aber nicht behandelt wird wie Rippen und Nase seitl. ? Wer legt fest, ob solche Bilder abgeschafft werden ? Wie das Schädelröntgen. Bei uns werden Indikationen aufgeschrieben, die man mit der Röntgenaufnahme nicht beantworten kann ZB Knie 2E + Pat. ax mit der Fragestellung Innenmeniskusläsion, außerdem Indikationen wie gestoßen(Fuß 2E), Schmerzen, Lumbalgie. Sind diese Indikationen rechtens ? Danke im Voraus Mit freundlichen Grüßen M. Oberdorf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Oberdorf, nach Rücksprache mit einem radiologischen Kollegen folgende Antworten: Viele Ihrer Fragen lassen sich schon mit der so genannten „Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen“ beantworten (siehe im Internet). Eine Röntgenuntersuchung des Nasenbeins ist - bei entsprechender Klinik - nach gezielter fachärztlicher Anforderung als weiterführende Untersuchung bei einem Nasentrauma indiziert. Eine dislozierte Nasernbeinfraktur wird sehr wohl therapiert. Bei einem klinisch stabilen Thoraxtrauma ist die Röntgenuntersuchung der Rippen als Primäruntersuchung indiziert. Bei nachgewiesenen Rippenfrakturen besteht die Gefahr eines Pneumo- oder Hämatothorax, den man nicht übersehen sollte. An der eigentlichen Therapie ändert sich nichts. Auch bei Kniebeschwerden kann eine Röntgenuntersuchung sinnvoll sein. Die übrigen Angaben (Schmerzen, gestoßen, Lumbalgie) stellen ohne weitere klinisch anamnestische Angaben keine Indikation für eine Röntgenuntersuchung da. Oft hat der im Strahlenschutz fachkundige anfordernde Arzt noch Zusatzinformationen, die er bei der nicht selten vorhandenen Hektik in der Ambulanz nicht auf dem Anforderungsschein dokumentiert hat. Auch Schädeluntersuchungen haben bei bestimmten Fragestellungen noch durchaus eine Berechtigung. Grundsätzlich gilt immer, dass sich die Indikationen für bestimmte Untersuchungen nicht allgemein sondern jeweils nur für einen konkreten Fall beantworten lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Rost schrieb am 15.05.2016 - 17:48 Uhr:
Frage:2696 BETREFF: Erweiterung der Frage: Fachkunde/Kenntnisse
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort, die trotz des Feiertages so schnell kam. Ich bin mit Allem was Sie schreiben im Großen und Ganzen da core, vor allem was den Schutz vor Strahlung betrifft. Und mir ist klar, dass Sie persönlich an den Gesetztesvorgaben nicht viel ändern können. Doch dachte ich, dass Sie vielleicht mit in einer Kommission sitzen oder zumindest die wichtigen Leute kennen. Was mir (SSB an einem kleinen Haus der Grundversorgung) zu schaffen macht, ist, dass ich bei noch so viel Internetrecherche zum Begriff „Ständige Aufsicht und Überwachung“ in diversesten Veröffentlichungen Meinungen vorfinde, u.a. von Ärztekammern usw., aber keine konkreten Durchführungsbestimmungen. Im Gesetz finde ich den Passus „jederzeit die Möglichkeit haben, den Patienten zu untersuchen.“ So wie es z.B. die Ärztekammer im Saarland definiert, darf ich als Strahlenschutz-fachkundiger Arzt eigentlich gar nichts mehr tun, was länger als einige wenige Sekunden dauert, z.B. darf nicht endoskopieren oder operieren, denn da kann ich ja nicht so einfach abtreten um sofort den Patienten zu untersuchen. Die Realität ist einfach eine andere. In einer anderen Plattform finde ich die Definition „sich auf dem Krankenhausgelände aufhalten und innerhalb von 15 Minuten den Patienten untersuchen können.“ Da frage ich mich, warum muss ich diese 15 Minuten, die mir an Zeit eingeräumt wird, auf dem Krankenhausgelände sein und nicht zu Hause (ca. 5 Minuten zu Fuß, entsprechend kürzer mit Auto oder Fahrrad). Auch heißt es ja „untersuchen können“ und nicht „müssen“, d.h. ich muss gar nicht jeden Patienten sehen. Ich „kann“ das sogar besser, wenn ich zu Hause sitze und 5 Minuten in die Klinik brauche als wenn ich „auf dem Klinikgelände“ bin, aber in einer komplizierten Prozedur oder OP feststehe. Oder soll man den Patienten in den OP oder den Endoskopieraum bringen, damit ich ihn dort sehen kann? Dies würde zumindest den Erlebniswert für den Patienten steigern. (Satire). Was mich eben stört ist die Undifferenziertheit der Forderung nach Aufsicht und Verantwortung und die Schwammigkeit der Begrifflichkeit. In einem Urteil des VG Stuttgart (Urteil vom 11. Mai 2012 • Az. 4 K 3381/11) wird indirekt eine differenziertere Herangehensweise angedeutet, in dem „unmittelbare“ und „ständige“ Aufsicht unterschieden werden (diesen Unterschied kennt die RöV aber gar nicht). In der Urteilsbegründung heißt es unter Anderem : „Fraglich ist allerdings, welchen Intensitätsgrad die „ständige Aufsicht und Verantwortung“ eines Arztes mit der erforderlichen Fachkunde erreichen muss. Aus der Regelung des § 82 Abs. 2 StrlSchV geht hervor, dass es einer solchen ständigen Aufsicht und Verantwortung bei den Berufsgruppen der Nrn. 1 und 2 (also Ärzte, Anmerkung von mir) nicht bedarf. Hier beschränkt sich die Aufgabe des die Behandlung anordnenden und verantwortenden Facharztes auf Stichproben und Kontrollen.´ Und diese Äußerung betraf eine Strahlentherapie-Praxis! Und sicherlich hat die unmittelbare Aufsicht und die Möglichkeit, in den Prozess einzugreifen, bei einer Strahlentherapie eine ganz andere Wichtigkeit als beim Röntgen eines Thorax oder eines Sprunggelenks. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat da, wenn auch bezogen auf die Strahlentherapie, durchaus auf eine solche Differenziertheit hingewiesen, leider ohne weitere Einzelheiten auszuführen. Ich bitte um Entschuldigung für meine Beharrlichkeit, aber es ist ein Problem, dass letztendlich alle Häuser der Grund- und Regelversorgung betreffen dürfte. Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rost, ich sehe diesen umfangreichen Beitrag hier im Forum RöV nicht als eine Frage an mich sondern als Ausführungen, die so ein wenig Ihren sicherlich nicht ganz unverständlichen Frust widerspiegeln. Deshalb gehe ich darauf nicht ein sondern lass es mal einfach so stehen. Doch eins muss ich klarstellen: Ich arbeite sicherlich in einigen den Strahlenschutz betreffenden Gremien (z.B. DIN-Arbeitskreise). Aber diese sind alle technisch-physikalisch orientiert, was für mich als Medizinphysiker auch sinnvoll ist. Ich bin kein Mitarbeiter in administrativ-rechtlichen Arbeitsgruppen oder Kommissionen, auf die ich aber, was Ihre hier geschilderten Probleme betrifft, verweisen muss (z.B. zuständige atomrechtliche Landesbehörden, Ärztekammern, Bundesumweltministerium). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Rost schrieb am 14.05.2016 - 14:40 Uhr:
Frage:2695 BETREFF: Fachkunde im Bereitschaftsdienst
Guten Tag, Herr Prof. Ewen, hat sich eigentlich jemand Gedanken darüber gemacht, wie das Ganze in kleineren Krankenhäusern auf dem Land funktionieren soll? Wenn ein Berufsanfänger eingestellt wird, dann benötigt er bis zur ersten Einsatz im Bereitschaftsdienst über ein Jahr, bis er nach Kenntniskurs, Grund- und Spezialkurs Notfallröntgen und 1 Jahr Sachkundeerwerb, bis er Dienst machen kann. Abegesehen davon, dass es für denjenigen sowohl vom Weiterbildungsverlauf und von der materiellen Seite her ziemlich katastrophal ist. Viele kleinere Häuser arbeiten mit 5-6 Assistenzärzten, da kann man, wenn auch nur 2 davon gar keine Dienste machen können, die gesetzlichen Vorgaben der Arbeitsrechtes nicht einhalten (max. 6 Dienste im Monat). Häufig gibt es zwei diensttuende Abteilungen (Innere und chirurgie), häufig mit unbesetzten Stellen. Wie soll das gehen? Es ist so schon schwierig genug, die Dienstpläne zusammenzuschustern. Wenn jetzt auch noch Rücksicht darauf genommen werden soll, dass einer der beiden Diensthabenden die Fachkunde haben soll, wird bald gar nichts mehr gehen. Und wenn man meint, dass eine Hintergrunddienst wegen jeder Röntgenaufnahme reinfährt, dann hat man flugs keine Hintergrunddienste mehr, und wir können die Krankenhäuser schließen. Da ist man oft nur zu 2t oder zu 3t, bei der Häufigkeit an Einsätzen ist dann auch keine Rufbereitschaft mehr anzuordnen, sondern Bereitschaftsdienst, was zu Folge hat, dass der Hintergrund am nächsten Tag frei haben muss, lt. Arbeitszeitgesetz. Und niemand wird jahrzehntelang Dienst im Haus machen oder womöglich Ruf-Bereitschaft mit regelmäßig fünf oder sechs Ausrückungen in der Nacht. Das schafft auch keiner. Also wird man keine erfahrenen Hintergrunddienste mehr haben. Mich würde also interessieren, wie sich diejenigen, die solche Dinge in Gesetzesform gießen, das vorstellen. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rost, vielen Dank für Ihren kritischen Beitrag, der sicherlich ein ernstzunehmendes Problem anspricht. Wir wissen aus Erfahrung und immer wieder geführten Diskussionen in Strahlenschutzkursen durchaus um dieses Problem. Allerdings ist das Forum RöV nicht die geeignete Plattform, um dieses Thema auszudiskutieren. Erstens, liegt dies daran, dass man diese Diskussion mit dem Verordnungsgeber (Bundesumweltministerium) und, zumindest in eingeschränkter Form, mit den zuständigen Behörden führen muss. Zweitens, muss man bedenken, dass das Strahlenschutzrecht auf europäischen Grundlagen (EURATOM-Vertrag) beruht und nationale Abweichungen nur sehr eingeschränkt möglich sind. Unser grundsätzlicher Rat wäre, im Rahmen der bald anstehenden Fortschreibung des Strahlenschutzrechts über die Interessenverbände (z.B. Ärztekammern, Krankenhausgesellschaften o.ä.) die Anhörung der Verbände zu nutzen, um hier ggf. praktikable Annäherungen, Kompromisse, etc. zu erreichen. Ähnliches gilt auch für das Arbeitszeitrecht bzw. das Arbeitsrecht. Auch hier kann die Kommunikation mit den zuständigen Ministerien durchaus zielführend sein. Ohne Anspruch auf unbedingte Richtigkeit erlauben Sie als Abschluss eine persönliche Stellungnahme der Autoren des Forum RöV: ´Da die Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen bei allem bekannten Nutzen auch immer ein Restrisiko beinhaltet und nach der Rechtsprechung auch als Körperverletzung gelten kann, halten wir die Rechtfertigung der Anwendung im Einzelfall durch fachkompetente Ärzte für unabdingbar. Der Arzt, der diese Rechtfertigung vertritt, sollte nach unserer Meinung schon über eine geeignete Ausbildung im Strahlenschutz verfügen und sowohl die Rechtfertigung als auch die Erstbefundung verantwortlich wahrnehmen können. Auch Strahlenschutzorganisationen in größeren und kleineren Kliniken sollten sich mit diesem Thema grundsätzlich verantwortungsvoll auseinandersetzen und die einzelnen Bereiche abwägen, so wie Sie es in Ihrem Beitrag auch gemacht haben. Vielleicht kommt man dann zu einem Konsens in Bezug auf eine geeignete und praxisnahe radiologische Ausbildung der Ärzte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hartmann schrieb am 13.05.2016 - 22:55 Uhr:
Frage:2694 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof Eben Wir haben alte Röntgenschürzen im OP . Äußerlich sind deutliche nicht zu glättende Faltenwürfe zu erkennen Die CT zeigt jedoch keine Risse auch keine Haarrisse. Muss die Schürze ausgetauscht werden, da doch eine Ausdünnung des Material anzunehmen ist? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hartmann, ich persönlich würde grundsätzlich bei ´alten´ Schürzen (aber Frage: was wird als ´alt´ bezeichnet?), die visuell erkennbare und vielleicht auch noch zu tastende ´Unregelmäßigkeiten´ aufweisen, einen Austausch vorschlagen. Aber hier in diesem Fall ist ja auch eine Röntgenuntersuchung vorgenommen worden, der man ja die größte Aussagekraft bezüglich ggf. vorhandener Läsionen bei Schutzkleidung unterstellen kann. Und diese Untersuchung zeigte keine Defekte. Deshalb neige ich in diesem Fall dazu, die Schürzen weiter zu benutzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Conny Altmaier schrieb am 13.05.2016 - 10:29 Uhr:
Frage:2693 BETREFF: CD Brennen
Sehr geehrte Damen und Herren, sollen bei den auf CD gebrannten Konstanzprüfungen für die ärztliche Stelle, die Textanmerkungen mit kopiert werden oder sind diese nicht zwingend notwendig ? Und was sollen wir tun, wenn der Brenner diese Angaben einfach nicht brennen will ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Altmaier, sind Sie mir bitte nicht böse, wenn ich einfach mal so antworten muss: Da es mehrere ärztliche Stellen gibt, die möglicherweise mit diesem Problem des CD-Brennens unterschiedlich umgehen, kann ich Ihnen nur raten, sich bei der für Sie zuständigen ärztlichen Stelle entsprechend zu informieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Krause schrieb am 12.05.2016 - 09:54 Uhr:
Frage:2692 BETREFF: DFP-Messgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bittte entschuldigen Sie, dass ich zu diesem Thema nochmals nachhaken muss. Bei der SV-RL handelt es sich doch ´nur´ um eine Richtlinie. Somit hat man doch auch keine schwerwiegenden Konsequenzen zu erwarten, wenn diese nicht 100%ig eingehalten werden würde?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krause, so einfach sollten Sie es sich nicht machen. Sie haben Recht, dass es sich bei dem von mir genannten Regelwerk um eine nationale Richtlinie handelt, die in ihrer Außenwirkung sicherlich nicht mit einem Gesetz oder einer Rechtsverordnung vergleichbar ist. Allerdings beschreibt die Sachverständigen-Prüfrichtlinie den Stand der Technik und der wird in der Röntgenverordnung für den ordnungsgemäßen Betrieb einer Röntgeneinrichtung gefordert. Das bedeutet, dass neue Röntgeneinrichtungen nicht in Betrieb genommen werden dürfen, wenn dieser Stand nicht erfüllt und nachgewiesen ist. Für Röntgeneinrichtungen, die bereits betrieben werden und eine zutreffende Anforderung aus der Sachverständigen-Prüfrichtlinie nicht erfüllen, heißt das, dass die zuständige Aufsichtsbehörde die Durchführung der erforderlichen Maßnahme anordnen kann, was unter Umständen mit einer zusätzlichen Gebühr verbunden ist. Mein Rat ist, die Durchführung der notwendigen Maßnahme mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zu besprechen. Hierbei könnten dann auch bestimmte Umsetzungsfristen vereinbart werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke Krause schrieb am 11.05.2016 - 00:22 Uhr:
Frage:2691 BETREFF: Messung Dosisflächenprodukt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zu folgender Fragestellung habe ich bei meiner Recherche im Internet keine eindeutige Antwort gefunden: Muss bei kinderradiologischen Untersuchungen am Körperstamm zwingend ein Dosisflächenprodukt-Anzeigegerät bzw. -Messgerät vorhanden sein, oder gibt es hierbei für ältere Geräte eine Ausnahme? Mit freundlichen Grüßen Anke Krause


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krause, Sie finden die Forderung nach Vorhandensein einer Dosisflächenprodukt-Anzeige bei radiologischen Untersuchungen von Kindern am Körperstamm in der Humanmedizin in der jetzt geltenden sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), und zwar unter Punkt E 12 in der Anlage I zur SV-RL. Es gibt für ältere Geräte keine Ausnahme. Für entsprechende Untersuchungen in der Zahnmedizin (ausgenommen: Untersuchungen mit dem Tubusgerät) gilt dieselbe Forderung (auch in E 12), allerdings mit der Einschränkung auf Röntgeneinrichtungen, die ab dem 1.7.2010 erstmalig in Betrieb gegangen sind. Die SV-RL kann man im Internet aufsuchen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Fr.Thoma schrieb am 09.05.2016 - 16:45 Uhr:
Frage:2690 BETREFF: Ringdosi und Körperdosi in der Nuk?
Ist es sinnvoll sowohl Körperdosimeter als auch Ringdosimeter in der Nuklearmedizin zu tregen? Was ist Kür und Pflicht?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Thoma, es gibt zu dem Thema Ermittlung der Körperexposition eine Richtlinie („Richtlinie für die physikalische Strahlenschutzkontrolle zur Ermittlung der Körperdosis“), die sowohl die Belange der RöV als auch der StrlSchV mit einbezieht. Ihre Anfrage bewegt sich mit der Nuklearmedizin im Zuständigkeitsbereich der StrlSchV. Die Richtlinie selbst besteht aus 2 Teilen: Teil 1 betrifft die äußere Strahlenexposition und Teil 2 die innere Strahlenexposition. Man kann beide Teile leicht im Internet aufsuchen und sich selbst orientieren, welches Verfahren für die eigene spezielle Arbeit (in Ihrem Fall in der Nuklearmedizin) anzuwenden ist. In Zweifelsfällen sollte man sich Rat bei der zuständigen Behörde suchen. Zur schnellen Orientierung über die für eine beruflich exponierte Person zutreffende Methode gibt es jeweils am Ende der Teile 1 und 2 in Anhängen ein Tabellenwerk mit all den möglichen Ermittlungsmethoden zur Körperexposition. Wenn wir beim Teil 1 bleiben, weil ich meine, dieser könnte für Sie besonders wichtig sein, so sollten Sie diesen Anhang und die in ihm enthaltenen Tabellen aufsuchen. Hier interessiert in Teil A „1. Genehmigungsbedürftiger Umgang mit radioaktiven Stoffen“ und darin wiederum „1.1 Anwendung in der Medizin“. Und wiederum darin wahrscheinlich für Sie von Bedeutung: „1.1.7 In-vivo-Diagnostik“ und ggf. auch „1.1.8 In-vitro-Diagnostik“. Die einzelnen Methoden und Verfahren zur Bestimmung der Körperdosis sind in diesem Anhang mit Kurzzeichen beschrieben. Dabei interessieren bezüglich Ihrer Forumanfrage besonders - jeweils zum Nachweis von Photonen bzw. Gammastrahlung - das amtliche Ganzkörperdosimeter (Kurzzeichen: Pa, z.B. Filmplakette) und das amtliche Teilkörperdosimeter (Kurzzeichen: pa, z.B. Fingerringdosimeter). Es wird in der Tabelle Teil A vorgeschlagen: In-vivo-Diagnostik „Pa“ und „(pa)“ und für die In-vitro-Diagnostik „(pa)“. Das Einfügen der Kurzzeichen in Klammern soll bedeuten, dass jeweils im Einzelfall, z.B. mit Hilfe der Behörde, geprüft werden soll, ob diese Methoden genutzt werden sollen oder nicht. Die Methode mit dem Kurzzeichen ´Pa´, also ohne Klammern, soll daher in der In-vivo-Diagnostik auf jeden Fall genutzt werden (´Pflicht´). Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Aja Borgwardt schrieb am 09.05.2016 - 15:46 Uhr:
Frage:2689 BETREFF: kv-unterschiede
Guten Tag, meine Frage ist warum brauche ich/verwende ich bei linksseitenlage des abdomens eine höhere kv als bei dem abdomen im liegen? MfG, Aja


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Borgwardt, die physikalische Begründung für die Einstellung einer höheren Röhrenspannung bei Linksseitenlage (LSL) ist, dass im Vergleich zur ap-Lagerung des Abdomens ein größerer Körperquerschnitt durchstrahlt werden muss und die Belichtungsautomatik einen entsprechend höheren KV-Wert einstellt (etwa ≥ 100 kV im Vergleich zur ap-Lagerung; dort: etwa ≥ 80 kV). Dazu noch eine medizinisch-radiologische Randbemerkung von einem radiologischen Kollegen: Patienten, die in LSL untersucht werden, sind oft schwer krank und nur eingeschränkt kooperationsfähig. Um Bewegungsartefakte zu minimieren, sollte deshalb die Expositionszeit möglichst kurz sein. Auch ist die Fragestellung bei dieser Aufnahme sehr eingeschränkt (freie Luft bei Hohlorganperforation oder ´stehende´ Darmschlingen bei V.a.Ileus). Die mit hohen KV-Werten üblicherweise verbundene etwas reduzierte Bildqualität („KV macht grau!“) ist hier nicht so kritisch. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Susanne Grotzke schrieb am 09.05.2016 - 09:50 Uhr:
Frage:2688 BETREFF: Dosismessgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, fällt ein geeichtes Dosismessgerät, das die Sachverständigen zur Sachverständigenprüfung nehmen unter das MPG? Und muss dafür dann eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache vorliegen? Mit freundlichen Grüßen Susanne Grotzke


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grotzke, das Dosismessgerät für die von Ihnen angesprochene Nutzung fällt nicht unter das MPG. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  hartmann schrieb am 08.05.2016 - 22:23 Uhr:
Frage:2687 BETREFF: Paragraph 31 RöV
welche konsequenzen ergeben sich durch diz zuordnung in die kategoria a oder b für die katgorisierte person bzw welche verpflichtungen erwachsen dem strahlenschutzbeauftragten aus der zuordnung danke


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hartmann, für die Aufteilung der beruflich strahlenexponierten Personen in die Kategorien A und B ist der Strahlenschutzbeauftragte (SSB) zuständig. Es soll damit eine grobe Einteilung dieser Personen in mehr (´A´) und weniger (´B´) stark Exponierte erreicht werden. Die Konsequenz aus dieser Maßnahme muss nach § 37 Abs. 1 und 2 RöV sein, dass die in ´A´ eingeteilten Personen vor Beginn ihrer Tätigkeit und danach jährlich seitens eines diesbezüglich ermächtigten Arztes einer sog. arbeitsmedizinischen Vorsorge unterzogen werden müssen. Dafür hat der SSB zu sorgen. Die Liste der nach RöV und StrlSchV in den jeweiligen Bundesländern als ermächtigte Ärzte behördlich anerkannten Ärzte kann man im Internet finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gerald König schrieb am 06.05.2016 - 12:17 Uhr:
Frage:2686 BETREFF: Wichtungsfaktor Keimdrüsen
Guten Tag Herr Prof. Ewen. In der aktuellen Röntgenverordnung (Stand 11.12.2014 / http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/r_v_1987/gesamt.pdf), ist der Wichtungsfaktor-Keimdrüsen mit 0,20 angegeben. In div. anderen Quellen (http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/eckerty_ss15.pdf)findet sich für den Wichtungsfaktor-Keimdrüsen die 0,08 Welcher Wert ist derzeit verbindlich? Vielen Dank aus Erfurt Gerald König


1. Antwort: Sehr geehrter Herr König, nach Rücksprache mit einem bundesweit renommierten Kollegen aus der Strahlenbiologie folgende Antwort: Es ist richtig, dass mit der bis spätestens im Jahr 2018 zu erwartenden Umsetzung der EU-BSS (´Basic Safety Standards´) in das deutsche Strahlenschutzrecht der Keimdrüsen-Gewebe-Wichtungsfaktor von 0,20 auf 0,08 herabgesetzt werden wird. Begründung: Das strahleninduzierte Erbrisiko wird beim Menschen inzwischen als sehr niedrig angesehen, insbesondere weil die Untersuchungen an den Nachkommen der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki bisher keinen statistisch signifikanten Anstieg von Erbkrankheiten gezeigt haben. ICRP hat sogar diskutiert, den Gewebe-Wichtungsfaktor für die Keimdrüsen ganz abzuschaffen, dann aber doch Abstand davon genommen, weil im Tierversuch diesbezüglich eindeutige Anstiege zu verzeichnen sind. Noch aber gelten die uns bekannten Fassungen der RöV und StrlSchV, somit also formalrechtlich auch die dort enthaltenen Gewebe-Wichtungsfaktoren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Richard Kolder schrieb am 04.05.2016 - 22:09 Uhr:
Frage:2685 BETREFF: Frage 2684 Dürfen Ärzte Röntgenaufnahmen anfertigen?
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, Durchleuchtungsuntersuchungen dürfen ja sowieso nur von fachkundigen Ärzten durchgeführt werden. Die von den fachkundigen Ärzten angefertigten konventionellen Röntgenaufnahmen würde ich mir gerne zur Begutachtung mal zeigen lassen.Ich hab da so ein ´ungutes´Gefühl. MfG Richard Kolder Leiter der Ärztlichen Stelle der Ärztekammer Nordrhein


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolder, lieber Richard, die RöV lässt nun mal im § 24 Abs. 2 mit Bezug auf § 24 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 die technische Durchführung im Sinne des § 2 Nr. 7 seitens im Strahlenschutz fachkundiger Ärzte zu. Und es wird nicht zwischen Durchleuchtungs- und Aufnahmebetrieb unterschieden. Ich muss mich als Physiker mit diesbezüglichen Bedenken, die hier in deinem Forumbeitrag ´durchschimmern´, zurückhalten. Die RöV ist hier eindeutig, und das ist dir natürlich auch klar. Aber kann man sich als Leiter einer Ärztlichen Stelle nicht mal derartige Röntgenbilder zur Begutachtung zeigen lassen? Vielleicht verflüchtigt ja damit dein ´ungutes´ Gefühl. Mit freundlichen Grüßen Klaus Ewen



  Christoph Kutscha schrieb am 03.05.2016 - 22:12 Uhr:
Frage:2684 BETREFF: Dürfen Ärzte Röntgenaufnahmen anfertigen?
Liebe Forumsmitglieder Da wir in unserer Klinik ein akutes Personal,amgelproblem im Bereich der MTRA haben, ist geplant außerhalb der Regelarbeitszeit die Röntgenaufnahmen und Durchläuchtungen von Fachkundigen Ärzten durchführen zu lassen. Ist dies zulässig? Danke für die Antworten!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kutscha, wenn ich richtig verstanden habe, dann wollen Sie in Ihrer Klinik Ärzte mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz außerhalb der Regelarbeitszeit damit beschäftigen, was in § 24 Abs. 2 RöV als ´technische Durchführung´ im Sinne des § 2 Nr. 7 bezeichnet und definiert ist. Das ist nach der RöV durchaus zugelassen: ´Die technische Durchführung ist neben den in Absatz 1 genannten Personen ... erlaubt.´ Und in diesem Absatz 1 sind unter den Nrn. 1 und 2 diejenigen fachkundigen Ärzte genannt, die dafür in Frage kommen, nämlich solche mit der Fachkunde für das Gesamtgebiet bzw. für ein Teilgebiet der Röntgenuntersuchungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörg Stein schrieb am 02.05.2016 - 18:00 Uhr:
Frage:2683 BETREFF: Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach einem kleinen Unfall mit diversen Knochenbrüchen wurde bei mir (männlich 41 Jahre) in der Notaufnahme eine CT Untersuchung durchgeführt. Ein Gespräch über diese Vorgehensweise oder Risiken die damit verbunden sind hat leider nicht stattgefunden. Obwohl dieses jeder Zeit möglich gewesen wäre. Ich bin davon ausgegangen das der Thorax geprüft wird, als ich mir später die Daten angeschaut habe, war ich sehr überrascht das der Untersuchungsbereich vom Hals bis zu den Oberschenkel reicht. Ein Strahlenschutz/ Hodenschutz wurde nicht angelegt, was mir jetzt nur noch schlaflose Nächte bereitet. Hat man hier richtig gehandelt keinen Schutz anzulegen? Was bedeutet das für mich bezüglich Krebsrisiko und Zeugungsfähigkeit? Was kann ich jetzt tun? Für eine Anmerkung wäre ich sehr dankbar. Gesamt mAs 8715 Gesamt DLP 1216 KV120 CTDIvol 15.26


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stein, die RöV legt fest, dass Röntgenuntersuchungen (auch CT-Untersuchungen) nur durchgeführt werden dürfen, wenn ein Arzt mit einer entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz das tatsächlich notwendige Untersuchungsverfahren unter Berücksichtigung einer Nutzen-Risikoabwägung festgelegt hat. Durch diese Regelung wird der Arzt verpflichtet, nur solche Untersuchungsverfahren zu rechtfertigen, die tatsächlich auch erforderlich erscheinen. Seine Entscheidung und die entsprechenden Untersuchungsparameter müssen aufgezeichnet werden. Einige dieser Aufzeichnungen können Sie als Patient sogar beim ´Betreiber´ der Röntgeneinrichtung als Abschrift anfordern (Daten nach § 28 Abs. 1 Nr. 2, 3 und 6 der RöV). Aus diesen Aufzeichnungen kann ein Fachmann (z.B. Medizinphysiker, Sachverständiger für Röntgeneinrichtungen) dann die tatsächliche Strahlenexposition ermitteln (z.B. auf der Basis der Daten, die Sie in Ihrer Formanfrage zum Schluss angegeben haben). Namen und sonstige Koordinaten von derartigen Fachleuten können Sie ggf. bei der zuständigen Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsichtsamt, Regierungspräsidium o.ä.) erfragen. Die Dokumentation über die o.g. ärztliche Entscheidung (Fachbegriff: rechtfertigende Indikation) muss dem Patienten nicht ausgehändigt, kann allerdings von der Aufsichtsbehörde geprüft werden. Die Aufklärungspflicht ergibt sich nicht aus der Röntgenverordnung. Hier sind das ärztliche Berufsrecht und das Patientenschutzgesetz heranzuziehen. Sofern Sie sich sicher sind, dass Sie nicht oder nur unzureichend aufgeklärt wurden (vergleichen Sie ggf. noch einmal, ob die schriftlichen Unterlagen, die Sie zur Untersuchung bekommen haben sollten, einen Aufklärungsbogen enthalten), empfehlen wir Ihnen, mit der zuständigen Ärztekammer oder Gesundheitsbehörde Kontakt aufzunehmen. Wir gehen mal davon aus, dass Ihr „kleiner“ Unfall mit „diversen Knochenbrüchen“ doch nicht so ganz klein war. Sonst hätte man bei Ihnen in der Notaufnahme nicht eine CT-Untersuchung durchgeführt, in der ausgedehnte Körperregionen inspiziert werden mussten. Dass Sie nur eine Thoraxuntersuchung erwartet haben, in Wirklichkeit aber weit mehr untersucht worden ist, wird in der Unfalldiagnostik nicht unüblich sein. Das Anlegen von Schürzen, Hodenkapseln, etc. zum Patientenschutz sollte natürlich auch bei CT-Untersuchungen geschehen, immer vorausgesetzt, diese Schutzmittel überdecken keine bildwichtigen Regionen oder führen zu keinen bildstörenden Artefakten. Eine Computertomographie erzeugt eine im Vergleich zu röntgendiagnostischen Standardverfahren höhere Dosis, aber auch eine dieser Dosis entsprechend größere Zahl an befundungswichtigen Informationen. Diese Dosis sollte Ihnen aber bezüglich des Krebsrisikos und einer möglichen Zeugungsunfähigkeit keine schlaflosen Nächte verursachen. Wir wünschen Ihnen, dass die Ergebnisse der CT-Untersuchung dazu beitragen werden bzw. beigetragen haben, Sie von den Unfallfolgen wieder zu befreien. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Peters schrieb am 30.04.2016 - 20:44 Uhr:
Frage:2682 BETREFF: IVP Aufnahmen an kombinierten Durchleuchtungsanlagen
Sehr geehrter Herr Proffessor Ewen, es geht um Aufnahmen zur IVP an kombinierten Durchleuchtungsanlagen mit Serienaufnahmen. An diesen Anlagen haben nach QS RL in der digitalen BV Aufnahme eine Auflösung von 1.2 Lp/mm bei einer max. Dosis von 2 µGy/Bild und einem BV Nenndurchmesser von 25cm. Entsprechend größere BV’s haben eine höhere Auflösung, aber nicht die für Körperstamm Aufnahmen geforderten 2.4 Lp/mm bei 2.5 µGy/ Bild. Meines Wissens nach erfüllt kein Bildverstärker diese Anforderung ohne entsprechende Dosis Anhebung und deren Folgen. Hier nun meine Frage: Ist die IVP zulässig an Urologischen Arbeitsplätzen mit kombinierten Druchleuchtungsanlagen ausgerüstet mit einem Bildverstärker? Durch die Anwendung von Kontrastmittel ist die IVP doch ein dynamischer Untersuchungsprozess bei dem die niedrigen Auflösungskriterien der Durchleuchtung gelten sollten oder nicht? Mit Freundlichen Grüßen, Jan Peters


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Peters, zur Beantwortung Ihrer Frage muss man die Tabellen 1 (´Grenzwerte für die Dosis/Dosisleistung in der Eingangsebene des Bildempfängers - Einrichtungen mit Bildverstärker-Fernsehkette als Bildempfänger´) und 3 (Grenzwerte für die Dosis in der Eingangsebene des Bildempfängers – Einzelaufnahme“) sowie 6 (´Grenzwerte für das Linienpaar-Auflösungsvermögen - Einrichtungen mit Bildverstärker-Fernsehkette als Bildempfänger´) und 8 (´Grenzwerte für das Linienpaar-Auflösungsvermögen - Einzelaufnahme´) der DIN 6868-150 (´Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen für Aufnahme und Durchleuchtung´) heranziehen. Für Serienaufnahmen mit dem Bezugsformat von 25 cm gelten die genannten Grenzwerte 1,2 Lp/mm und 2 µGy/B. Die Grenzwerte werden bei größeren Formaten geringer (!), z.B. bei 36 cm: 0,8 Lp/mm und 0,96 µGy/B. Was die genannten Grenzwerte 2,4 Lp/mm und 2 µGy/B betrifft, so gelten diese nicht für Serien- sondern nur für Einzelaufnahmen („digitale Radiographie“), wobei nach Tabellen 3 und 8 der Norm für die Dosis in der Eingangsebene des Bildempfängers der Grenzwert (formatunabhängig) von ≤ 5 µGy (und nicht 2 µGy!) je Bild festgelegt worden ist. Ob nun dieses System von Dosisgrenzwerten und Linienpaar-Auflösungsvermögen für die Durchführung einer IVP zulässig ist, sollte von Ihnen mit der für Sie zuständigen Ärztlichen Stelle abgeklärt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Kempers schrieb am 29.04.2016 - 12:14 Uhr:
Frage:2681 BETREFF: rechtfertigende Indikation / PET-CT / low_dose_CT
Erforderlichkeit Stellen der rechtfertigenden Indikation (RI) nach RöV bei PET-CT im Falle eines nicht diagnostischen low-dose-CT Sehr geschätzter Herr Prof. Ewen! Zum Thema:Erforderlichkeit Stellen der rechtfertigenden Indikation (RI) nach RöV bei PET-CT im Falle eines nicht diagnostischen low-dose-CT folgende Erläuterungen: Positronen- Emmissions- Computertomographie- Geräte (PET) sind nuklearmedizinisch eingesetzte Geräte, die technisch mit einem (Transmissions-) CT kombiniert sein können. Die Röntgenanlage liefert dabei Transmissionsdaten, die für die Berechnung der PET – Bilder technisch erforderlich sind. Die Parameter der erforderlichen CT-Aufnahme werden so gewählt, dass sie unter Berücksichtigung der Strahlenminimierung dem Erstellen der PET- Bilder genügen („low-dose-CT“ mit groben anatomischen Strukturen, die mit den PET-Bildern fusioniert werden). Darüber hinaus leistet der CT auch Aufnahmen mit „diagnostischer Qualität“. Sollten diese gewünscht werden, ist hinsichtlich der RI die Sachlage klar: Die RI nach StrlSchV (PET) stellt der Nuklearmediziner mit der erforderlichen Fachkunde (FK), die RI nach RöV (CT) der Radiologe mit der erforderlichen FK und jeder erstellt den Befund entsprechend seinem Fachgebiet. Die Frage ist nun, ob auch das technisch notwendige low-dose-CT, das OHNE diagnostische Intention gefahren und auch nicht befundet wird, einer RI nach RöV bedarf. Die Strahlenschutzkommission gab hierzu vor über 10 Jahren eine Stellungnahme ab (204.Sitzung am 08./09. Dez. 2005). Danach ist hinsichtlich PET-CT eine Fachkunde nach RöV zur Stellung der RI erforderlich, „SOFERN die CT mit diagnostischer Qualität und diagnostischer Intention erfolgt“. Aus dieser Formulierung darf wohl abgeleitet werden, dass nicht gegen die RöV verstoßen wird, wenn ein Nuklearmediziner (Fachkunde nur nach StrlSchV) PET-CTs mit nicht diagnostischen low-dose-CTs durchführt. Leider gibt es dazu kontroverse Meinungen. So bringt die Landesärztekammer im Falle eines nicht diagnostischen low-dose-CTs bei der PET-Untersuchung eine FK gemäß RöV für den Anwendungsbereich „Rö-8“ nach Richtlinie FK und Kenntnisse RöV ins Spiel. Unabhängig davon, dass eine FK nach RöV für den Strahlenschutz durchaus förderlich wäre, stellt sich mir die Frage nach der deren tatsächlichen Erforderlichkeit. Schon an dieser Stelle besten Dank für Ihre Einschätzung! Mit freundlichen Grüßen B. Kempers


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kempers, in der von Ihnen beschriebenen Zeitphase, in der damals die SSK Regelungen für die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz bei der Nutzung von PET/CT vorgeschlagen hat, haben demzufolge die obersten Landesbehörden und das Bundesumweltministerium festgelegt, dass eine spezielle Fachkunde für den CT-Bereich nicht erforderlich ist, solange der CT nur für bestimmte Verfahren (Vermessung u.ä.), aber nicht für die Diagnostik genutzt wird. Diese Festlegung ist im Jahr 2012 bei der Novellierung der Fachkunderichtlinien nochmals ausgiebig diskutiert worden. Da uns keine Unterlagen über das Diskussionsergebnis vorliegen, empfehle ich Ihnen, diese Frage mit der für Sie zuständige strahlenschutzrechtlichen Behörde zu besprechen (Ministerium, Bezirksregierung, Gewerbeaufsichtsamt). Die Fachkunde Rö8 enthält nach unserer Auffassung die Fachkunde für den gesamten diagnostischen CT-Betrieb (vergl. Tabelle 4.2.1 der Fachkunde-Richtlinie), und wir meinen, sie geht über die notwendigen Fachkompetenzen für die hier vorgesehenen Tätigkeiten hinaus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Spies schrieb am 28.04.2016 - 22:44 Uhr:
Frage:2680 BETREFF: Frage 2675 Nachtrag helfende Tätigkt. Kinder
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Nachträgliche Erklärung zur Quantität unabdingbarer helfender/haltender Tätigkeiten durch uns als technisch durchführendes Personal im Kontrollbereich ( Rö Kinder) laut unserer Dokumentation (Ergebnis unserer Auswertung in Anzahl Rö-Aufnahmen) : Erfasster Zeitraum: 33 Wochen. Anzahl Hilfs/ Halteeinsätze im Kontrollbereich in diesen 33 Wochen insgesamt: 957 :-/ Wobei im Eifer des Tagesgeschäftes mancher Einsatz undokumentiert blieb und der eigene Verbleib im Kontrollbereich bei Untersuchungen am Durchleuchtungsgerät im Kontrollbereich noch nicht eingerechnet ist, dann kämen noch einmal 39 Einsätze hinzu.Wir hoffen damit sehr auf Gehör. MfG Frau Spies


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, vielen Dank für diese Informationen, an die man ja so leicht nicht rankommt, aber mit Hilfe am Forum RöV interessierter Personen, wie Ihnen, dann zumindest auf dieser Plattform bekannt gemacht werden können und vielleicht in ´maßgeblichen Kreisen´ auch Gehör finden werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Dr. Felshart schrieb am 28.04.2016 - 16:41 Uhr:
Frage:2679 BETREFF: Durchführung der Orthovolttherapie von MFA mit Röntgenschein
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in der RöV § 24 Absatz 2.4 heißt es, dass Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach Absatz 1 Nr. 1 oder 2 tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen, berechtigt sind zur technischen Durchführung. Die Orthovolttherapie fällt ja ebenfalls unter die RöV. Dürfen demnach MFas mit Röntgenschein diese Therapie durchführen? Und was heißt unter ständiger Aufsicht und Verantwortung? Muss der berechtigte Arzt quasi permanent daneben stehen oder nur greifbar sein? Vielen Dank im Voraus! Dr. Felshart


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Felshart, bei der Definition der ´technischen Durchführung´ wird im § 2 Nr. 7 RöV nicht unterschieden zwischen Diagnostik und Therapie. Die Therapie muss sich aber, was die Energie der Röntgenstrahlung betrifft, im Geltungsbereich der RöV bewegen (§ 1 RöV). Das trifft ja für die sog. Orthovolttherapie zu. Folgerichtung darf eine MFA mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz (´Röntgenschein´) zur technischen Durchführung auch in diesem Bereich eingesetzt werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass auf der Grundlage eines „Rundschreibens des BMU vom 21.8.2013“ der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz für MFA bei der technischen Durchführung im Bereich der Röntgenstrahlentherapie unabhängig von den Verhältnissen in der Röntgendiagnostik zu erfolgen hat. Es muss also ein spezieller Kurs besucht werden („Kurs zum Erwerb der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz für das Anwendungsgebiet der Teletherapie … sowie der Röntgentherapie für Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung“). Näheres kann man sicherlich im Internet sowie bei der örtlich zuständigen Ärztekammer oder Behörde erfahren. Die ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ durch den entsprechend fachkundigen Arzt wird von den einzelnen Behörden nicht immer exakt identisch ausgelegt. Aber keineswegs muss er ´permanent daneben stehen´. Häufige Auslegung ist, zumindest für die Röntgendiagnostik: In der Praxis bzw. auf dem Klinikgelände sein. Damit kann er ´im Fall des Falles´ entsprechend schnell eingreifen. Wichtig, weil strenger reglementiert als in der Diagnostik, ist aber für Röntgenbehandlungen die Beachtung des § 27 Abs. 2 RöV. Lesen Sie sich bitte den Text dort sorgfältig durch. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Thoma schrieb am 28.04.2016 - 13:00 Uhr:
Frage:2678 BETREFF: Abschaffen von Dosimetern
Lieber Herr Ewen, z.Z.trägt bei uns jeder Mitarbeiter eine Röntgenplakette. Nun ist vorgesehen die Plaketten (außer die des Nukpersonals)abzuschaffen. Was mus man beachten? Müssen die Mitarbeiter zustimmen oder vorab informiert werden? Kann ich eine anonyme Plakette für den seltenen Fall einer Durchleuchtungsaufnahme vorhalten? Die Regierungspräsidien haben zugestimmt und Helmholz braucht auch nur ein formloses Schreiben über unseren geplanten Ausstieg.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Thoma, ich glaube nicht, dass man in einer Röntgenabteilung so einfach die Personendosimeter (´Filmplaketten´) ´abschaffen´ kann. Man darf auch nicht ein derartiges Dosimeter ´anonym´ auf verschiedene Personen verteilen, und zwar mit der Begründung, dass insgesamt nur wenig durchleuchtet wird und dementsprechend die betreffenden Personen sich nur selten im Kontrollbereich aufhalten. Ein Personendosimeter auf der Basis einer Filmplakette muss persönlich zuzuordnen sein. Nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV müssen Personen, die sich aus beruflichen Gründen im Kontrollbereich aufhalten, Personendosimeter tragen. Die zuständige Behörde kann zulassen, dass bei nur kleinen Dosiswerten die Exposition anderweitig ermittelt werden darf (§ 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). Wenn aber die für Sie zuständige Behörde (offensichtlich das örtlich für Sie zuständige Regierungspräsidium) diesem ´Ausstieg´ aus der Personendosimetrie zugestimmt hat (was mich wegen der Erlaubnis einer totalen Abschaffung ein wenig wundert), dann habe ich hier im Forum RöV dazu kaum noch etwas zu sagen. Ihre Frage: ´Was muss man beachten?´ sollte an den zuständigen Strahlenschutzbeauftragten gehen, denn der hat über diese Angelegenheit die Entscheidung zu treffen. Die Mitarbeiter werden sich vielleicht wundern (wie ich auch), aber sie müssen nicht zustimmen. Eine diesbezügliche Information der Betroffenen mit einer Erklärung, warum die Personendosimetrie eingestellt werden soll, halte ich (schon aus kollegialen Gründen) für unbedingt erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 28.04.2016 - 08:07 Uhr:
Frage:2677 BETREFF: Raumklasse 3 und 4
Sehr geehrter Professor Ewen, zu Untersuchungen mit dem C-Bogen stellt sich mir folgende Frage: 1.Welche Untersuchungen fallen noch unter Raumklasse 4 ? 2.Ist es richtig, dass der Arzt ( Strahlenschutzbeauftragter ) die Raumklasse festlegt ? 3. Ist der Sachverständige, der den C-Bogen abnimmt, berechtigt dem Arzt die Raumklasse zu verweigern. 4. Ist das nicht eigentlich Aufgabe der zuständigen Behörde. Der Sachverständige hat meines Wissens nur die Aufgabe den technischen Zustand zu bestätigen. 5. Gibt es zu diesem Sachverhalt der Raumklassen eigentlich ein Gesetz ? Wir stellen mittlerweile eine große Unsicherheit bei den Ärzten fest, die sich einen C-Bogen anschaffen möchten und nicht wissen was auf sie dann zukommt . Vielen Dank im voraus für die Beantwortung der Fragen Mit freundlichen Grüßen Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, zu Ihren Fragen: 1) Das sind Untersuchungen, auf deren Basis keine therapierelevanten Entscheidungen getroffen werden. Dies zu beurteilen und zu bewerten, kann eigentlich nur seitens eines Arztes geschehen. Die Raumklasse 4 wird also ehr seltener sein. Muss dagegen aufgrund einer Röntgenuntersuchung eine therapierelevante Entscheidung getroffen werden, ist ein BWS mit Befundqualität erforderlich und eine Raumklasse 4 kann dann nicht festgelegt werden. 2) Antwort: ja! 3) und 4) Der Sachverständige kann seine (abweichende) Meinung zur Festlegung der Raumklasse in seinem Prüfbericht zum Ausdruck bringen, aber die Entscheidung darüber muss dann von der zuständigen Behörde getroffen werden. 5) Es gibt zum Thema „Festlegung von Raumklassen“ keine Regelung auf Gesetzes- oder Verordnungsebene. Wir haben hier eine Norm (DIN 6868-157), die, wie alle technisch orientierten Normen, den Stand der Technik beschreibt, auf den unter anderem auch die RöV verweist (§ 3 Abs. 2 Nr. 5 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 28.04.2016 - 08:03 Uhr:
Frage:2676 BETREFF: Raumklasse 3 und 4
Sehr geehrter Professor Ewen, zu Untersuchungen mit dem C-Bogen stellt sich mir folgende Frage: 1.Welche Untersuchungen fallen noch unter Raumklasse 4 ? 2.Ist es richtig, dass der Arzt ( Strahlenschutzbeauftragter ) die Raumklasse festlegt ? 3. Ist der Sachverständige, der den C-Bogen abnimmt, berechtigt dem Arzt die Raumklasse zu verweigern. 4. Ist das nicht eigentlich Aufgabe der zuständigen Behörde. Der Sachverständige hat meines Wissens nur die Aufgabe den technischen Zustand zu bestätigen. 5. Gibt es zu diesem Sachverhalt der Raumklassen eigentlich ein Gesetz ? Wir stellen mittlerweile eine große Unsicherheit bei den Ärzten fest, die sich einen C-Bogen anschaffen möchten und nicht wissen was auf sie dann zukommt . Vielen Dank im voraus für die Beantwortung der Fragen Mit freundlichen Grüßen Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Anfrage Nr. 2677. K. Ewen



  Frau Spies schrieb am 27.04.2016 - 22:37 Uhr:
Frage:2675 BETREFF: Helfende Person im Kontrollbereich, Kinderradiologie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, seitdem wir im Rahmen unserer Tätigkeit als technisch durchführendes Personal einer Röntgenabteilung, die zu mehr als 98% Kinder zu ihren Patienten zählt, unsere helfenden und *haltenden* Tätigkeiten im Kontrollbereich schriftlich, mit Begründung dafür dokumentieren, drängt uns ein Veto gegen die allgemeine Verordnung, dass das *Halten* grundsätzlich zum Berufsbild gehört. Unserer, gelinde gesagt *erschreckenden Dokumentation* zufolge, bzgl. unserer quantitativen Einsätze im Kontrollbereich, scheint es so, als habe man bei diesem Erlass die Arbeit mit explizit nur Kindern nicht ganz bedacht. Die Dokumentation ansich führte bereits dazu, unser eigenes durchaus vorhandenes, vorschnelles Helfersyndrom Verhalten ;-) weitestgehend abzulegen, hier und da dann doch einmal mehr zu technischen Fixationsmitteln zu greifen, wie z.B. Kompressorium bei Rö Beckenübersicht beim Baby oder tobenden Kleinkind, oder Sandsäcken auf Kinderbeinchen, wobei uns das Herz blutet. Oft schafft es die Mutter, oder der Vater alleine nicht das wehrige, oder auch oft schwer behinderte Kind in der Position zu halten, die für eine befundungsfähige Aufnahme von Nöten ist. Oft auch nicht trotz technischer Hilfsmittel. So zeigt unsere Dokumentation sehr deutlich, dass wir trotz unseres eigenen Umdenkens, um Einsätze zu vermeiden, beim nur Kinder röntgen immer noch extem oft! unserer Pflicht nackommen müssen und dann auch gerne nachkommen. Nur: Es passiert immer öfter, dass Eltern oder kindbegleitendes Pflegepersonal um den Passus, dass das technisch durchführende Personal *halten muss* wissen und sich genau darauf berufen und ihren Einsatz im Kontrollbereich verweigern. Uns liegt daran, dass man für die radiologische Tätigkeit nur mit Kindern vielleicht mal eine Ausnahme macht, so dass sich keine Mutter, kein Vater, keine Schwester oder Pfleger mehr darauf berufen kann, ein/ sein Kind nicht selbst zu halten. Der Grundgedanke dass sich die Exposition helfender Personen im Kontrollbereich auf möglichst viele verteilt wird: Ist bei uns definitiv NICHT gegeben, wie unsere Aufzeichnungen seit August 15 belegen. Die Gründe sind zu vielfältig um sie hier alle explizit aufzuzählen und zu erläutern und liegen in der Natur von kranken, verletzten und behinderten Kindern von minus null bis 18 Jahren. Langer Rede kurzer Sinn: An wen können wir uns wenden, damit für Fälle wie bei uns wenigstens eine Gesetzesausnahme gemacht wird, damit wir uns zumindest Eltern und Pflegekräften gegenüber nicht *ergeben* müssen und zum zehnten Mal am Arbeitstag seufzend die Bleischürze überziehen und mal wieder....Wohlgemerkt: Wir machen das gerne, schon immer. Aber es ist definitiv erschreckend oft. Dankbar für einen Hinweis, wie man das am besten anfängt MfG Frau Spies


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, Sie haben ja auch schon eine Anmerkung meinerseits zu Ihrem Forumbeitrag Nr. 2680 erhalten. Als konkrete Anfragen kann man Ihre Texte hier (Nr. 2675) und Nr. 2680 nicht bewerten. Das soll kein Vorwurf sein. Im Forum RöV kann man nicht nur Fragen stellen sondern auch Meinungen äußern. Wir können von uns aus seitens des Forum RöV nichts Konkretes in dieser Angelegenheit unternehmen. Aber wir werden Ihre Beiträge (zumindest zur Kenntnisnahme) an eine ´zuständige Institution´ weiterleiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. U. Schröter schrieb am 27.04.2016 - 21:49 Uhr:
Frage:2674 BETREFF: Durchführung Röntgen-Thorax durch MFA ohne ´Röntgenschein´
Kann im Rahmen der Teilradiologie Röntgen-Thorax in meiner Anwesenheit und unter Aufsicht eine MFA OHNE s.g. Röntgenschein an einem digitalen Röntgengerät mit Abschaltautomatik ´einstellen und auf den Knopf drücken´. Eine MFA MIT Röntgenschein ist immer gleichzeitig vor Ort.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. Schröter, die sog. ´technische Durchführung´ einer Röntgenuntersuchung kann unter anderem auch von einer MFA durchgeführt werden, die dazu aber die Kenntnisse im Strahlenschutz aufweisen muss (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Diese Tätigkeit darf jedoch nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arztes geschehen, was ja offensichtlich bei Ihnen auch gegeben ist. Wenn Sie aber einen Blick auf den Text von § 2 Nr. 7 RöV werfen, wo definiert ist, was unter ´technischer Durchführung´ zu verstehen ist (u.a. Einstellung technischer Parameter, Auslösen der Strahlung), dann wird ersichtlich, dass die besagte MFA den ´Röntgenschein´ (Kenntnisse im Strahlenschutz) besitzen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Raymund Bay schrieb am 24.04.2016 - 14:13 Uhr:
Frage:2673 BETREFF: intraoperatve CT-Dagnostik
Sehr geehrter Herr Professor Eben, ich wurde vom GF der Klinik und gleichzeitigem SSV als SSB der chirurgischen Klinik berufen. Im Rahmen einer Neustrukturierung wurde eine neue WS-Chirurgie aufgebaut, die einen sog. C-Arm der Fa. Medtronic im OP einsetzt. Über diese Neueinrichtung eines Röntgengerätes wurde ich weder informiert noch eingewiesen. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei diesem Gerät um einen C-Bogen handelt oder um ein mobiles CT. Des Weiteren bin ich nicht informiert, ob der Anwender über eine erweitere Fachkunde 5.1 CT verfügt. Wie verhalte ich mich richtig, um als SSB nicht gegen die RöV zu verstoßen. Darf das Gerät in Betrieb genommen werden? Über eine Antwort würde ich mich freuen und bedanke mich. R.Bay


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bay, der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) muss die Inbetriebnahme der neuen Röntgeneinrichtung der zuständigen Behörde anzeigen bzw. dort eine Betriebsgenehmigung beantragen. In diesem Zusammenhang muss der SSV auch nachweisen, dass er Strahlenschutzbeauftragte mit entsprechendem Entscheidungsbereich und der notwendigen Fachkunde im Strahlenschutz für den Betrieb dieser Röntgeneinrichtung bestellt hat. Aus unserer Sicht wäre es angebracht, wenn Sie den SSV fragen würden, ob er Sie als Strahlenschutzbeauftragten für den Betrieb der neuen Röntgeneinrichtung ohne Ihr Wissen benannt oder ob er eine andere Person zum SSB bestellt hat. Wenn er Sie benannt hätte, dann sollten Sie ihm unmittelbar und mit Durchschrift an den Betriebs- oder Personalrat mitteilen, dass Sie diese Aufgabe nicht ausführen können, da Sie nicht über die erforderlichen Einweisungen/Fachkompetenzen für diese Röntgeneinrichtung verfügen würden. Sie sollten ihm auch mitteilen, dass eine Bestellung zum SSB schriftlich erfolgen und den Entscheidungsbereich beschreiben muss. Das heißt: Wenn z.B. eine neue Einrichtung dazu kommt, ändert sich der Entscheidungsbereich, was auch eine diesbezügliche Information der Behörde erfordert. Eine CT-Fachkunde ist nach unserer Auffassung im beschriebenen Fall nicht erforderlich. Nicht raten würden wir zu einer direkten Information der zuständigen Aufsichtsbehörde, da dies ggf. im Widerspruch zu arbeitsrechtlichen Verpflichtungen stehen kann. Hier wäre es günstiger, wenn der Betriebs- oder Personalrat den Kontakt mit der Behörde suchen würde. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Anke Krause schrieb am 22.04.2016 - 23:45 Uhr:
Frage:2672 BETREFF: Angabe der Röntgendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wollte mir zu einer Untersuchung eines Kindes den Röntgenpass ausfüllen lassen inkl. Dosiswerte. Dies lehnte man zuerst ab. Auf mein Bitten hin wurden 2 Werte ohne Maßeinheit eingetragen (Es war wohl KV-Wert und Ams?) Ich hatte dann darum gebeten, die Flächendosiswerte einzutragen, da die anderen Werte für mich nicht so relevant sind. Da dies nicht so einfach möglich wäre hat man mich um mehrere Tage vertröstet. Dies macht mich jetzt alles etwas skeptisch. Es handelte sich um ein digitales Gerät. Da müsste es doch kein Problem sein, die Daten herauszubekommen. Sind solche Werte nicht auch aufzeichnungspflichtig? Viele Grüße A.Krause


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krause, die Röntgenverordnung verpflichtet den „Betreiber“ einer medizinischen Röntgeneinrichtung, der untersuchten Person einen sogenannten Röntgenpass anzubieten/auszustellen (vgl. § 28 Abs. 2 Satz 2 und 3 RöV). Dieser Röntgenpass enthält aber in der Regel keine Angabe zur applizierten Dosis. Daneben ist der „Betreiber“ verpflichtet, der untersuchten Person auf deren Wunsch eine Abschrift bestimmter Aufzeichnungen nach § 28 Abs. 1 RöV zu überlassen. Dazu gehören auch Angaben zur Berechnung der Strahlenexposition des Patienten, soweit diese am Gerät erfasst bzw. angezeigt worden ist, oder die zu deren Ermittlung erforderlichen Daten und Angaben (vgl. § 28 Abs. 2 Satz 1 RöV). Daraus ist erkennbar, dass die RöV nicht unbedingt die sofortige Aufzeichnung der Strahlenexposition des Patienten verlangt sondern auch deren spätere Ermittlung aus den vorliegenden Daten zulässt. Dabei ist nicht festgelegt, dass der „Betreiber“ diese Dosisermittlung für einen Patienten durchführen muss. Ob der Betreiber der Röntgeneinrichtung in dem von Ihnen geschilderten Fall tatsächlich über die Aufzeichnungen zur direkten Angabe/Anzeige der Strahlenexposition des Patienten (z.B. Dosisflächenprodukt) oder über die Angaben, die zu einer späteren Ermittlung der Patientenexposition führen, verfügt, ist von hier nicht festzustellen, da man dafür die Gerätekonfiguration kennen muss. Weiterhelfen könnte Ihnen in dieser Hinsicht ggf. die zuständige Strahlenschutzbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tolga Demirci schrieb am 20.04.2016 - 14:10 Uhr:
Frage:2671 BETREFF: BWG Befundung Rechnertausch
Sehr geehrte Damen und Herren, ich stehe vor einem Konflikt. Wir haben beim Kunden im Juli 2015 einen neuen Befundungs-PC hingestellt. Die Befundungsmonitore sind geblieben. Daher ist klar, dass die Abnahmeprüfung nach Norm 6868-157 durchzuführen ist. Nach neuer Norm fällt ein Monitor durch, da ein Grauwert bei der Dicomkurve außerhalb der Toleranzgrenze liegt. Nach alter DIN 6868-57 kommt der Monitor aber ohne Probleme durch. Nun funkt ein Röntgentechniker dazwischen und meinte wenn wir die alte Grafikkarte in den neuen Rechner einbauen, dürfen wir wohl unsere Konstanzprüfungen nach alter Norm 6868-57 weiterführen, wenn die Toleranzgrenzen eingehalten werden. Ich habe recherchiert und nichts gefunden was theoretisch dagegen spricht. Auch in der Qualitätssicherungsrichtlinie (QS-RL) ist nichts zu finden. Der Arzt selber findet das gut, ich allerdings nicht. Daher wende ich mich nun an euch, mit der Bitte um Hilfestellung. Was sollen ich nun machen? Entweder hat sich nun eine Lücke gefunden, um die Monitore bis 2025 behalten zu können oder es liegt ein Fehler vor. Mit freundlichen Grüßen Tolga Demirci


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Demirci, wenn das hier angesprochene Bildwiedergabesystem durch Integration eines neuen Befundungs-PC im Juli 2015 (also nach dem 1. Mai 2015)wesentlich geändert worden ist, dann ist es nach unserer Meinung klar, dass, erstens, die Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 erfolgt ist und dass, zweitens, der nach 1.5.2015 erfolgte Einbau einer Graphikkarte als wesentliche Änderung eine Teilabnahme nach der ´157´ erfordert (und nicht nach ´57). Dann muss auch die Konstanzprüfung nach DIN 6868-157 erfolgen. Die DIN V 6868-57 ist hier vollkommen raus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Maya C-Bogen schrieb am 20.04.2016 - 09:48 Uhr:
Frage:2670 BETREFF: Aufhängen von Ortsdosimeter bei zwei C-Bögen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben zwei C-Bögen, die nebeneinanderstehen und momentan außer Betrieb sind. Der berechnete Überwachungsbereich ist jeweils nur ein kleiner Tisch im C-Bogen (r=40cm) aufgrund der geringen Einschaltzeiten. Genügt hier ein Ortsdosimeter zwischen den C-Bögen? Wenn zwei benötigt werden, wo müsste hier ein Ortsdosimeter dann befestigt werden? Vielen Dank und VG Maya.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau ... sind Sie Frau Fischer (wie in der Mailadresse) oder Frau Maya?... Wie auch immer: Ich halte die Anbringung eines Ortsdosimeters zur Lösung des von Ihnen geschilderten Problems für ungeeignet. Was soll dieses Gerät anzeigen? Was können Sie mit dieser Anzeige anfangen? Das ist alles für einen Routinebetrieb in einem OP viel zu kompliziert. Machen Sie es so, was man üblicherweise immer beim Betrieb von mobilen C-Bogengeräten macht: Die dort am Gerät arbeitenden Personen sollen die übliche Schutzkleidung (Schürze) und Personendosimeter (Filmplakette) tragen, und zwar unabhängig von Einschaltzeiten und Abständen. Dann ist man raus aus allen Überlegungen, wie diese beiden Geräten jetzt oder in Zukunft eingesetzt werden. So nebenbei gefragt: Sind diese beiden C-Bogengeräte schon einer Sachverständigenprüfung unterzogen worden? Denn dort hätten eigentlich Fragen der hier angesprochenen Art gestellt und beantwortet werden müssen. Zum Schluss noch eine kleine Korrektur: Ich denke, Sie meinen in Ihrem 2. Satz nicht ´Überwachungsbereich´ sondern ´Kontrollbereich´. Viele Grüße K. Ewen



  Maya Röntgen schrieb am 20.04.2016 - 09:31 Uhr:
Frage:2669 BETREFF: Personendosimeter + Strahlenpass
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Vertriebsmitarbeiter sind häufig bei Operation im OP dabei. Dabei wird des Öfteren geröntgt, je nach Fall mehr oder weniger. Aber Sie röntgen nicht selber. Da diese Mitarbeiter dort somit in ´fremden Firmen´ Röntgenstrahlen ausgesetzt sind, wäre es Pflicht, dass sie Personendosimeter tragen und einen Strahlenpass führen, oder wäre es auch ok, wenn im Vorfeld die max. mögliche Strahlendosis durch Krankenhaus-Auskunft oder einen Versuch ermittelt wird? Wenn sich hier rausstellt, dass die maximale anzunehmende Dosis immer kleiner 1mSv/a ist, müsste man trotzdem diesen Vertriebsmitarbeitern ein Personendosimeter und einen Strahlenpass geben? Vielen Dank. VG Maya


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Maya, grundsätzlich ist es nach § 35 Abs. 2 RöV in Verbindung mit § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV richtig, dass Personen, die im Zusammenhang mit dem Betrieb einer fremden Röntgeneinrichtung tätig werden, über einen von der zuständigen Stelle registrierten Strahlenpass verfügen müssen, wenn diese Tätigkeit zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 Millisievert/a führen kann. Ein solcher Strahlenpass wird von der zuständigen Behörde nur registriert, wenn diese Tätigkeit vorher angezeigt wurde (§ 6 Abs. 1 RöV). Daraus folgt, dass eine solche Anzeige und das Führen eines Strahlenpasses nicht erforderlich sind, wenn sichergestellt ist, dass eine Dosis von 1 Millisievert/a nicht überschritten werden kann! Gleichzeitig hat der Strahlenschutzverantwortliche der fremden Röntgeneinrichtung die Verpflichtung, nur solchen Personen eine Tätigkeit im Kontrollbereich zu erlauben, die die Anforderungen (Strahlenpass und Dosimeter oder Nachweis, dass 1 Millisievert/a nicht überschritten wird) der RöV erfüllen (vgl. § 35 Abs. 3 RöV). Aus unserer Sicht ist es verständlich, dass viele Strahlenschutzverantwortliche fremder Röntgeneinrichtungen die Vorlage eines registrierten Strahlenpasses und ein Dosimeter verlangen, da sie hiermit die Pflichten der RöV auf jeden Fall erfüllen. Die Recherche, dass 1 Millisievert/a nicht überschritten wird, könnte unter Umständen schwerer fallen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Röntgendoktor schrieb am 18.04.2016 - 15:04 Uhr:
Frage:2668 BETREFF: Erwerb von Fachkunden - Notfall + CT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zum Thema Erwerb von Fachkunden habe ich eine Frage. Damit AIWs in der Radiologie ´nachtdienstfähig´ werden, müssen sie ja neben erforderlichem Wissen und Erfahrungen auch Fachkunden haben. Rö 2 Notfalldiagnostik kann ja bei Vollzeittätigkeit in der Radiologie nach 6 Monaten erworben werden. Rö 5 Computertomographie ebenfalls nach mind. 6 Monaten. Man könnte jetzt also annehmen, wenn ein AIW mindestens 12 Monate Vollzeit im Geschäft ist, dann könnten beide FK beantragt werden. Geht aber wohl nicht, da es ja bei CT heißt: ´nur in Verbindung mit Rö 3.1, Rö 3.2 und Rö 3.3´. Wenn ich also auch noch z. B. Rö 3.1 bescheinigt haben möchte (dafür dann auch noch mal mindestens 6 Monate bei Vollzeit), dann muss ich als AIW ja mindestens 18 Monate in der Radiologie tätig gewesen sein (mal unabhängig von Grund-, Spezialkurs und den erforderlichen Untersuchungszahlen). Und wenn ich auf die Notfall-FK verzichte und stattdessen dann z. B. die Skelett-FK (6 Monate) und CT (6 Monate) mache (Skelett und CT sind ja offenbar dann kombinierbar), dann darf ich im Nachtdienst aber keinen Rö-Thorax befunden. Stimmen so diese Überlegungen? Oder habe ich das in den Merkblättern falsch interpretiert? Oder anders gefragt: für die Vorbereitung auf den Nachtdienst - ist es möglich nach 12 Monaten sowohl Notfall als auch CT zu beantragen, oder geht das nicht? Ganz herzlichen Dank für eine kurze Stellungnahme.


1. Antwort: Hallo, der Erwerb der Notfallfachkunde (abgekürzt in der Fachkunde-Richtlinie: Rö2) und der CT-Fachkunde (Rö5.1) ist auch bei ganztägiger Tätigkeit in der Radiologie in 12 Monaten nicht möglich. Dies liegt daran, dass die CT-Fachkunde explizit die Fachkundegruppen Rö3.1, Rö3.2 und Rö3.3 als Grundlage benötigt. Es ist aber möglich, eine Fachkunde aus den Gruppen Rö3.1, Rö3.2 oder Rö3.3 nach 6 Monaten bescheinigt zu bekommen und dann in weiteren 6 Monaten als Paket die Sachkunde der verbleibenden beiden Fachkundegruppen aus Rö3.x und zusätzlich Rö5.1 zu erwerben und nach insgesamt 12 Monaten dann zusätzlich die entsprechenden Fachkundebescheinigungen zu erhalten. Nach Ablauf dieser Zeit könnten dann die Gruppen Rö3.1, Rö3.2, Rö3.3 und Rö5.1 bescheinigt sein bzw. werden. Natürlich müssen die entsprechenden Fallzahlen (insgesamt 2600) und die entsprechenden Kurse (Grundkurs, Spezialkurs und CT-Kurs) nachgewiesen werden. Diese Fachkunden sollten zur Dienstfähigkeit ausreichen. Die genannte Regelung wurde vom Länderausschuss Röntgenverordnung so festgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Martin Krauss schrieb am 18.04.2016 - 00:05 Uhr:
Frage:2667 BETREFF: Aktualisierungskurs
Sehr geehrter Herr Ewen, seit Mitte 2012 bin ich als Radiologe im Ausland taetig. Den letzten Aktualisierungskurs hatte ich im Maerz 2012 absolviert. Um mir eine evtl. spaetere Rueckkehr nach Deutschland nicht unnoetig zu erschweren, beabsichtige ich die Teilnahme an einem weiteren Aktualisierungskurs, das muesste ´offiziell´ ja bis Maerz 2017 stattfinden. Nun werde ich vor April/Mai 2017 vermutlich nicht nach Europa kommen. Ist eine verspaetete Kursteilnahme in meinem Fall ein gangbarer Weg oder wuerde das bedeuten, dass ich meine Fachkunde u.U. verliere? Vielen Dank, M Krauss


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krauss, nein, Sie verlieren Ihre Fachkunde im Strahlenschutz grundsätzlich nicht, sondern Sie setzen sozusagen zwischen März 2017 und dem dann möglichst schnell zu absolvierenden Aktualisierungskurs (z.B. Mai 2017) mit Ihrer Fachkunde aus. In dieser Zeit dürften Sie rein formalrechtlich keine Tätigkeiten ausführen, die eine Fachkunde im Strahlenschutz verlangen (z.B. die rechtfertigende Indikation stellen). Um ganz sicher zu gehen, könnten Sie bei der nach Ihrer Rückkehr für Sie zuständigen atomrechtlichen Behörde oder Ärztekammer nachfragen, ob das dort auch so gesehen wird (was ich annehme). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sascha Hammerschlag schrieb am 15.04.2016 - 09:47 Uhr:
Frage:2666 BETREFF: Untersucherexposition durch Szintigraphie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, halten Sie es aus strahlenschutztechnischen Überlegungen (bezüglich der Exposition des untersuchenden Arztes) für bedenklich, wenn im Rahmen der Schilddrüsendiagnostik die Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse immer unmittelbar nach der i.v. Applikation des Nuklides (Tc-99m Pertechnetat) für die Schilddrüsenszintigraphie erfolgt? Arbeitstäglich fallen mindestens 10 solcher Untersuchungen an. Sollten Sie Bedenken haben, es sich aber bei uns ´organisatorisch´ nicht anders regeln lässt, empfehlen Sie dann dem Untersucher das Tragen eines persönlichen Strahlenschutzes (zB Bleichmantel und Schilddrüsenschutz). Dürften schwangere Kollegen diese ´gespritzten´ Patienten sonographieren? Ich bin als Radiologe leider über die Strahlenqualitäten der Nuklide und deren Bewertung nicht ausreichend informiert und konnte zu dieser Frage weder im Netz, noch unter Kollegen eine zufriedenstellende Antwort erhalten. Daher wende ich mich an Sie und verbleibe mit bestem Dank vorab.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hammerschlag, nach Rücksprache mit einem NukMed-Kollegen hier folgende Antwort: Schutzschürzen aus der Röntgendiagnostik bringen in der NukMed nicht viel. Die üblichen Bleigleichwerte der ´Röntgenschürzen´ betragen 0,25 bzw. 0,35 mm und haben in der Röntgendiagnostik eine sehr hoher Schutzwirkung. Mit einer Schürze ´0,25 mm Pb´ würde die 140 KeV-Gammastrahlung des 99mTc nur um den Faktor 1,3 und mit ´0,35 mm´ um den Faktor 1,6 geschwächt, also recht wenig. Bei 70 MBq 99mTc-Pertechnetat liegt direkt nach Applikation die Dosisleistung in 0,5 m Abstand vom Patienten bei 1,5 µSv/h. Lassen wir 10 Min. schallen (ist sehr lange), hätten wir dort eine Ortsdosis von 0,25 µSv, bei z.B. 10 Patienten am Tag also von 2,5 µSv. Wenn eine Person diesen Vorgang an 200 Tagen/Jahr durchführen würde, wäre deren Exposition 0,5 mSv/Jahr. So nebenbei: Schwangere dürfen nicht mit offenen radioaktiven Stoffen umgehen. Es ist eigentlich nicht einsehbar, warum die US-Untersuchung nicht vor der Applikation durchgeführt wird. Denn das ´nach´ bringt organisatorisch nicht viel Zeitgewinn und ist daher aus Strahlenschutzgründen nicht zu akzeptieren. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Uta Baumert schrieb am 12.04.2016 - 11:37 Uhr:
Frage:2665 BETREFF: Ct-Untersuchung Thorax
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit kurzem besteht unser Chef drauf, daß wir bei einer Ct-Thorax-Untersuchung das Feld immer so groß machen, dass er auch die Mamma mit beurteilen kann. Es könnte ja sein, daß sonst ein Mamma-Ca übersehen wird.... Das bedeutet, die Untersuchungen werden den im L- bzw. LL-Feld gefahren. Aus Strahlenschutzgründen wählen wir Mtras natürlich Untersuchungsfelder, die nur das zu untersuchende Organ darstellen. Ist sein Wunsch zulässig?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert, normalerweise wird eine Projektionsmammographie zwecks Darstellung des niedrigen Objektkontrastes bei geringen Röhrenspannungen (um 30 kV)durchgeführt. Aber bei mit CT gewonnenen Röntgenbildern des Thorax kann man trotz hoher Röhrenspannungen (z.B. 130 kV) was erkennen. Beispielsweise sind zumindest Asymmetrien – was diese auch immer bedeuten mögen - ganz gut zu sehen. Eine ätiologische Zuordnung ist nach Meinung meines radiologischen Kollegen, den ich zu Rate gezogen hatte, dabei wohl nicht möglich. Er meint, dass auch bei einem lege artis durchgeführten Thorax-CT die Mamma meistens mit abgebildet sein sollte, da nach Leitlinie die Weichteile mit Muskulatur ebenfalls dargestellt werden müssten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Matthias Arndt schrieb am 12.04.2016 - 08:16 Uhr:
Frage:2664 BETREFF: Neue DIN 6868-157
Hallo, ich habe eine Frage zur neuen DIN 6868-157, genauer gesagt zur täglichen Monitor-Konstanzprüfung. Ich würde gerne wissen, ob es rechtlich in irgendeiner Form geregelt ist, wer eine Software zur täglichen Monitor-Konstanzprüfung zur Verfügung stellen muss. Muss es z. B. der Hardware-Lieferant des (Befundungs-) Monitors sein, oder der Software-Lieferant des Auswerte-Programms ? Es geht nicht um das eigentliche Prüfbild, sondern um eine Software, mit der sich die täglichen Prüfungen protokollieren lassen (wie z. B. das Programm ´SIMOCON´ von Sirona). Bisher habe ich diesbezüglich noch nichts gefunden... Vielen Dank für die Hilfe ! Matthias Arndt


1. Antwort: Sehr geehrter Arndt, ich habe mich im Kollegenkreis ein wenig umgehört. Fazit: Die Standardformate der Prüfbilder sind frei verfügbar und müssen entweder vom Anwender oder noch besser vom Hersteller des BWS an die tatsächliche Monitorgröße angepasst werden. Die Verwendung von Software für die Konstanzprüfung liegt im Entscheidungs- und Verantwortungsbereich des Anwenders/Betreibers. Es besteht keine Verpflichtung zur Verwendung einer KP-Software. Entweder bieten die Hersteller von BWS oder die Messgerätehersteller eine entsprechende KP-Software an. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Knobilinchen schrieb am 11.04.2016 - 17:48 Uhr:
Frage:2663 BETREFF: Hilfe!!! Kind und ich aus ´versehen´ 20-30 mal geröntgt worden???
Ich war gerade nochmal zum Gespräch bei dem Arzt und auch in dem Röntgenraum. Diesmal war ich ja nicht mit meinem Kind beschäftigt und konnte mich umsehen. Es sind keine zwei Geräte, sondern nur 1. Das Panoramagerät steht ca 1m weg (ich kann aber überhaupt nicht schätzen. 2-3 Schritte)) und kann mit der austauschbaren Linse auch fürs Hand röntgen benutzt werden. Die Plattform für die Hand befand sich also direkt neben unseren Köpfen neben dem Türrahmen. Der Arzt war sehr nett und hat alles erklärt. Aber meine Frage konnte dort leider nicht beantwortet werden. Die Helferin war nicht vorher in dem Raum. Konnte daher auch nichts umschalten. Der Zahnarzt meinte, vielleicht die Helferin vorher zum Hand röntgen. Aber die nahm ja nicht am Gespräch teil, sondern eilte mit dem anderen Kind nur rein und raus. Ob der Zahnarzt das selber umgestellt hat weiss er nicht. Ist ja nachvollziehbar bei so vieken Kindern und 4 Tage später. Als der Zahnarzt kam stand das Gerät auf test sagte er, das weiss er noch. Da ging aber schon lange nichts mehr.Mir ging es ja genau um den Zeitraum vorher. Als die Geräusche kamen, die ich vom Röntgen aus der Klinik kenne. Kurzes mechanisches Klacken des Apparates. Danach ging die Helferin in den Röntgenraum, drehte an den Schaltern und wackelte am Röntgengerät und holte dann erst den Arzt, weil es sich nicht drehte. Ich fürchte, das kann gar nicht nachvollzogen werden im nachhinein. Die Helferin wird das bestimmt nicht zugeben, sollte sie so etwas wichtiges vergessen haben. Für den Zahnarzt ist das erledigt, weil seine Helferinnen die Ausbildung haben und das nie machen würden.


1. Antwort: Hallo, ich kann von hier aus nichts unternehmen, denn das müsste, wie ich schon vorher geschrieben habe, von der örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde übernommen werden. Dafür sind diese Behörden da. Die betreffende Behörde müsste natürlich informiert werden. Wie schon gesagt, wäre es sinnvoll, wenn das der Arzt selbst tun würde, um sich auch für seinen Tätigkeitsbereich Klarheit zu verschaffen. Aber auch Sie können die Behörde ansprechen (im Internet z.B. die Stichworte eingeben: Röntgenverordnung, Aufsichtsbehörde, Ort). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Knobilinchen schrieb am 10.04.2016 - 08:09 Uhr:
Frage:2662 BETREFF: Hilfe!!! Kind und ich aus ´versehen´ 20-30 mal geröntgt worden???
Zusatz: wir trugen keine Schutzkleidung. Soweit ich das verstanden habe, hatte der Arzt die Strahlung von dem Panoramagerät abgeschaltet und die Arzthelferin betätigte wohl den falschen Knopf für das Wachstumsfuge-Handgerät??Es wurde vor uns benutzt für eine Jugendliche. Das Drücken des Knopfes ging solange bis keinerlei Geräusche mehr Auslösbar waren. Ich bin so in Panik. Leider wurde weder vom hinzugerufenen Zahnarzt noch von der unsicheren Arzthelferin darauf eingegangen. So dass ich nicht weiß was genau passiert ist. Der Apparat stand ca 1 Meter (?) Links von uns... schwer zu sagen. Auflage der Hand zur Mitte des Raumes gerichtet, die Jugendliche sah aus dem Minifenster auf das Schaltplan direkt neben der Tür. Daher gehe ich nicht von einer grossen Entfernung zur Tür aus. Aber bin mir total unsicher wie oft das gebrummt hat nach dem Einmaligen Brumm-klicken..Auf alle Fälle nicht wenig. 20 mal?. Und habe mehr als Angst um mich und mein Kind. Ich wurde 4 Wochen vorher während einer Gallengangsop durchleuchtet und postoperative zur Kontrolle. Mein Kind danach auch noch mit dem Panoramagerät. IcH wusste nicht was da passiert und mache mir jetzt grosse Vorwürfe. Und warum um Himmels Willen hat die Helferin nichts gesagt. Was kann ich jetzt tun? Worauf muss ich achten. Mein Kind war jetzt gestern, 2 Tage später, blass und mitgenommen... Unser Untersuchungsausschuss befand sich übrigens im Kontrollraum mit Pult. Daher konnte ich die Jugendliche sehen


1. Antwort: Hallo, ich kann aus Ihrer Schilderung (ohne vor Ort zu sein) nicht im Detail erkennen, was dort bei diesem Zahnarzt passiert ist. Aber eins scheint mir sehr wahrscheinlich zu sein (und das sollte Ihrer Beruhigung dienen), dass hier keine Expositionen für Sie und das Kind in der - wie die Fachleute sagen - Nutzstrahlung vorgekommen sind, also in der Strahlung, welche die Röntgenbilder erzeugt. Sie hielten sich ja, wie Sie geschrieben haben, neben dem Röntgengerät auf, befanden sich also in einem Strahlenfeld, das man als Streustrahlung bezeichnet. Dort ist die Strahlenexposition vergleichsweise nur sehr gering und sollte kein Anlass zur Sorge sein. Dass Ihr Kind nach 2 Tagen blass und mitgenommen aussah, ist nach allem, was man über Strahlenwirkungen weiß, absolut nicht typisch. Trotzdem möchte ich dringend raten, dass von der für die Anwendung von Röntgenstrahlen örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde eine Ortsbesichtigung durchgeführt wird, um abzuklären, ob ein technischer Defekt oder ein menschlicher Fehler vorgelegen hat. Ich kann von hier aus nicht sagen, welche Behörde das bei Ihnen ist. Aber der Zahnarzt selbst, der das weiß, müsste höchstes Interesse daran haben, dass dieser Vorgang aufgeklärt wird, und deshalb wäre er derjenige, der die Behörde informieren sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Knobilinchen schrieb am 10.04.2016 - 02:29 Uhr:
Frage:2661 BETREFF: Hilfe!!! Kind und ich aus ´versehen´ 20-30 mal geröntgt worden???
Beim Kieferorthopäde hatte mein Kind Angst vor dem drehenden Röntgenapparat. Ca. 2m entfernt gegenüber der Tür. Liebe neben der tür ca 1m stand ein Röntgenapparat für die Hand. Mein 10j Kind und ich standen in der Tür innerhalb des Raumes. Die Arzthelferin sollte zum zeigen das Gerät drehen lassen und löste aber 20-30mal kurz Röntgen aus. (Handgerät??? Drehenden???) Sie drückte den roten statt schwarzen Knopf. 1mal brumm...Blitzgeräusch und sonst nur brummen. Jetzt habe ich grosse Angst


1. Antwort: Hallo, das hier ist die Frage Nr. 2661. Bitte schauen Sie in die Antwort zu Ihrer Frage Nr. 2662, die sich ja mit demselben Thema beschäftigt. Dass Sie sich Sorgen machen, verstehe ich vollkommen. Trotzdem meine ich, Sie beruhigen zu können, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Ihr Kind 20 bis 30mal geröntgt, also so oft mit Nutzstrahlung exponiert worden ist, vor allen Dingen, wenn ich lese, wo Sie beide gestanden haben. Wichtig ist, dass, wie ich in der Antwort 2662 geschrieben habe, die zuständige Behörde im Rahmen einer Besichtigung vor Ort abklärt, was dort tatsächlich abgelaufen ist. Der Zahnarzt bzw. Kieferorthopäde muss selbst ein hohes Interesse daran haben und deswegen schon die Behörde ansprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Plewka schrieb am 09.04.2016 - 20:38 Uhr:
Frage:2660 BETREFF: Kontrollbereich
Was ist für ein unterschied zwischen Kontrollbereich A und B


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Plewka, es gibt keine Kontrollbereiche der Kategorie A und Kategorie B. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf beruflich strahlenexponierte Personen, die beruflich in Kontrollbereichen tätig sind. Dabei ist eine beruflich strahlenexponierte Person der Kat. B eine solche, bei der die effektive Dosis zwar höher als 1 mSv im Kalenderjahr sei kann, aber nicht mehr als 6 mSv/a. Dagegen ist eine beruflich strahlenexponierte Person der Kat. A eine solche, bei der diese 6 mSv/a überschritten werden können. All diese Dosiswerte sind keine Grenz- sondern nur Definitionswerte. Für beide Personengruppen (A und B) gibt es einen gemeinsamen Grenzwert für die effektive Dosis von 20 mSv/a. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Geyer schrieb am 09.04.2016 - 15:33 Uhr:
Frage:2659 BETREFF: Archivierung von Röntgenanforderungen
Sehr geehrter Herr Professor, wie lange müssen Röntgenanforderungen im Papierformat aufgehoben werden? Bei der Befunderstellung wird sowohl die Fragestellung/ rechtfertigende Indikation mit in den Befundbericht übernommen. Dieser wird wiederum vom Radiologen digital signiert und archiviert. Lediglich der anfordernde Arzt ist weder im RIS noch im Befund, sondern lediglich auf der Papieranforderung ersichtlich. Wie lange sind (wenn überhaupt) die Anforderungen nach der Befundung zu archivieren? Der §28 RöV drückt sich hier meiner Meinung nach sehr vage aus. Vielen Dank für Ihre Antwort. K. Geyer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Geyer, die RöV schreibt nicht vor, auf welchem Medium die Aufzeichnungen nach § 28 aufbewahrt werden müssen. Also wäre Papierformat nicht gerade modern, aber nicht falsch. Die Aufzeichnungen müssen allerdings während der gesamten Zeit (§ 28 Abs. 3 RöV), also z.B. für die Diagnostik 10 Jahre, lesbar bleiben. Zu diesen Aufzeichnungen gehören auch Angaben zur Stellung der rechtfertigende Indikation im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 RöV. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, dass jeweils der Name des/der Arztes/Ärztin in die Aufzeichnungen mit aufgenommen wird, der/die die rechtfertigende Indikation gestellt hat, und diese Angabe derselben Aufzeichnungsdauer unterliegt, wie die anderen in § 28 Abs. 1 bzw. Abs. 3 RöV genannten auch. Eine Unterschrift dieser Ärzte/innen muss aber in diese aufzuzeichnenden Daten nicht mit aufgenommen werden. Begründung: Eine diesbezügliche Forderung steht nicht in der RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Z. Puskas schrieb am 08.04.2016 - 12:26 Uhr:
Frage:2658 BETREFF: DL gestützte Interventionen im OP
Sehr geehrte Kollegen, operativ tätige Fachbereiche nutzen im zunehmenden Maße durchleuchtungsgestützte, sog. Hybridverfahren (Beispiel in der Gefäßchirurgie)unter Anwendung leistungsschwacher C-Bogen-Geräte in Kombination mit strahlentransparenten OP-Tischen in der Patientenversorgung. Für eine angiographische Kontrollaufnahme (z.B. Dokumentation der Bypassdurchgängigkeit) mag das ausreichend sein, jedoch sind die am häufigsten verwendete Geräte auf Grund der vergleichsweise geringen Bildqualität und ihrer Leistungsschäche für längere Durchleuchtungen im Rahmen schwieriger Drahtsondierungen und Angioplastien, weder i.S. des Strahlenschutzes (Blenden, Abstände, Abschirmungen für Personal), noch insbesondere i.S. der prozeduralen- und der Patientensicherheit ausreichend geeignet. Ab welcher Leistung sehen Sie Geräte für intraoperative Prozeduren mit unbestimmter Dauer als geeignet an und gibt es hier verbindliche Bestimmungen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Puskas, die Beurteilung bestimmter technisch-physikalischer Eigenschaften bildgebender Systeme in der Röntgendiagnostik und der daraus resultierenden Qualität der vom System angebotenen Röntgenbilder wird im § 16 Abs. 2 Satz 1 der Röntgenverordnung (RöV) mit folgender Optimierungsformel zusammengefasst: ´Bereitstellung einer erforderlichen Bildqualität mit möglichst geringer Strahlenexposition´. Der Begriff „Strahlenexpositon (des Patienten)“ ist relativ einfach durch eine geeignete Dosisgröße zu definieren (z.B. durch das am Gerät angezeigte Dosisflächenprodukt mit der Möglichkeit zur Umrechnung in die strahlenbiologisch relevante effektive Dosis). Im Gegensatz dazu sind die Definition der Bildqualität und die Festlegung diesbezüglicher Parameter, die diese möglichst korrekt beschreiben, deutlich schwieriger zu bewerkstelligen. Das liegt daran, dass man unterscheiden muss zwischen „physikalischer Bildqualität“, die also mit Hilfe von Prüfkörpern und physikalischer Methoden bestimmbar ist, und „diagnostischer Bildqualität“, die diagnostisch wichtige, für die Befundung durch den Arzt relevante Strukturen erkennen lassen soll (siehe § 2 Nr. 5 RöV). Es wird angestrebt, dass die Optimierung von Bildqualität und Dosis messtechnisch auf der Grundlage der physikalischen Bildqualität verifiziert wird und dass daraus resultierende Folgerungen auf die Güte der diagnostischen Bildqualität übertragbar sind. Mit anderen Worten: Im Idealfall sollte man davon ausgehen können, dass ein bildgebendes System mit Optimierung von physikalischer Bildqualität und Dosis auch auf der Basis der diagnostischen Bildqualität ein analoges Verhalten zeigt. Das Problem ist, dass man im Zusammenhang mit der physikalischen Bildqualität reproduzierbare bzw. konstante Prüfkörperstrukturen, also einen „Patienten mit Standardmaßen“, zur Verfügung hat. Das kann natürlich im Fall der diagnostischen Bildqualität, also bei „echten“ Patienten, nicht erwartet werden. Man arbeitet aber daran, die Qualitätssicherung nach § 16 RöV auf der Grundlage der physikalischen Bildqualität so zu gestalten, dass proportionale Aussagen zur diagnostischen Bildqualität möglich sind (z.B. Überprüfung der Langzeitstabilität bei ausgedehnten Durchleuchtungsphasen, wie sie bei Interventionen nicht selten sind - und das besonders bei adipösen Patienten). Was Ihre Fragestellung betrifft, so kann man zurzeit ein bildgebendes System in der Röntgendiagnostik, wie Sie es hier beschrieben haben, auf der Basis der RöV und der ihr zuzuordnenden QS-Nomen am besten beurteilen, indem man von der Annahme ausgeht, dass eine vor Inbetriebnahme nach DIN 6868-150 erfolgreich durchgeführte Abnahmeprüfung und dann während des Betriebs regelmäßig nach DIN 6868-4 erfolgreich durchgeführte Konstanzprüfungen am besten garantieren können, dass der Stand der Technik bezüglich einer Optimierung von (physikalischer) Bildqualität und Dosis erfüllt ist. Ich bin der Meinung, dass grundsätzlich ein vom Hersteller/Lieferanten gut eingestelltes und deswegen auch die Abnahmeprüfung bestehendes Röntgendiagnostikgerät eine für die Befundung erforderliche diagnostische Bildqualität bei moderater Dosis liefern kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Liane Falkner schrieb am 08.04.2016 - 11:52 Uhr:
Frage:2657 BETREFF: Ct Calibration im 6. Schwangerschaftsmonat
Sehr geehrte Damen und Herren Ich arbeite nicht in der Radiologie aber eine Kollegin von mir. Sie ist im 6. Schwangerschaftsmonat und es wurde das CT calibriert währenddessen Sie auf dem angrenzenden Toilettenraum war der für die Patienten ist, welcher wahrscheinlich nicht den ausreichenden Schutz bietet. Wie gefährlich ist das für die Schwangerschaft?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Falkner, man kann also in jedem Fall Entwarnung geben. Erstens, auch Patiententoiletten in der Nachbarschaft von Röntgenräumen müssen je nach räumlichem Abstand zum Röntgengerät entsprechend abgeschirmt werden. Zweitens, selbst wenn das nicht sein sollte, wäre die Dosis, welche Ihre Kollegin durch Streustrahlung (!) in diesem Fall erhalten haben könnte, so niedrig gewesen, dass ein Strahlenrisiko für das ungeborene Kind vernachlässigt werden kann. Also Gruß an die Kollegin: Keine Sorgen machen! Viele Grüße K. Ewen



  Martin Zillmer schrieb am 07.04.2016 - 18:47 Uhr:
Frage:2656 BETREFF: Drucker im Röntgenraum
Hallo, meine Frage: darf man einen Laserdrucker in einem Röntgenraum, 1-2 mal täglich wird geröntgt, aufstellen und betreiben. Vielen Dank für eine Info. MfG. Martin Zillmer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zillmer, ein Laserdrucker kann zwar Zusatzgerät oder Zubehör einer Röntgeneinrichtung sein, erzeugt aber selbst keine Röntgenstrahlung. Er kann also grundsätzlich überall aufgestellt sein und betrieben werden, also auch in einem Röntgenraum. Er nimmt auch keinen Schaden, wenn dort mal Röntgenstrahlung eingeschaltet wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Erika Fortdran schrieb am 04.04.2016 - 19:22 Uhr:
Frage:2655 BETREFF: Erwerben OTAs Kenntnisse im Strahlenschutz
Sehr geehrter H. Ewen, erwerben OTAs während ihrer Ausbildung Kenntnisse im Strahlenschutz? Vielen Dank und herzliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Fortran, OTAs benötigen für ihre Tätigkeiten (´technische Durchführung´; siehe § 2 Nr. 7 RöV) Kenntnisse im Strahlenschutz (§ 24 Abs. 2 RöV). Je nach Struktur und Lehrplan der betreffenden OTA-Schule kann entweder der dafür notwendige Kurs während der Ausbildung absolviert und nach erfolgreichem Schulabschluss von der jeweils zuständigen Ärztekammer als Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz bescheinigt oder (wie allgemein bei MFAs üblich) nach Ausbildungsabschluss durch Besuch eines entsprechenden Strahlenschutzkurses erworben werden. Um weitere Details zu diesem Thema zu erfahren, können Sie die Internetplattform des Deutschen OTA-Schulträger-Verbandes (DOSV) e.V. aufsuchen und dort Fragen per Telefon oder Mail stellen.Vorschlag: http://www.ota.de/der-verband/der-vorstand/ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang, Bergmann schrieb am 01.04.2016 - 18:49 Uhr:
Frage:2654 BETREFF: Abdomen röntgen.
Braucht man Heute bei Abdomen Untersuchengen Patient auf der Linksseitenlage und Rückenlage röntgen, oder reich es nur Linksseitenlage? Wann braucht man Abdomen a-p Aufnahme als 2.Ebene zu Abdomen LSL? Danke im voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bergmann, hier die Antwort auf Ihre Frage mit Hilfe eines radiologischen Kollegen: Die routinemäßige Durchführung einer Abdomenuntersuchung in LSL und ap ist nicht indiziert. Bei einem akuten Abdomen mit V.a. Perforation eines Hohlorgans (freie Luft) oder Ileus (stehende Darmschlingen) wird primär nur eine LS-Aufnahme angefertigt. Bei positivem Befund ist die Untersuchung damit abgeschlossen. Da die Bildqualität in Seitenlage oft eingeschränkt ist, wäre bei bestimmten Fragestellungen (Nieren-/Gallensteine) eine zusätzliche oder auch alleinige ap-Aufnahme indiziert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bergmann schrieb am 01.04.2016 - 18:41 Uhr:
Frage:2653 BETREFF: Wer darf Patient am Röntgenstativ halten?
Darf MTRA Patienten beim röntgen am Wandstativ halten ? Wer kann Patient während röntgen halten.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bergmann, die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchungen (Definition: siehe § 2 Nr. 7 RöV), wozu auch das korrekte Lagern der Patienten zählt, gehört zum Berufsbild einer MTRA. Das gilt auch für eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz (siehe § 24 Abs. 2 RöV). Und sollte dieses für eine erfolgreich durchzuführende Röntgenaufnahme notwendige Lagern durch ein unterstützendes Halten ergänzt werden müssen, dann kann und sollte dies durch das Assistenzpersonal einer Röntgenabteilung, dem die technische Durchführung nach der RöV gestattet ist, geschehen. Dabei möchte ich auf das Tragen entsprechender Schutzkleidung (Schürze) besonders hinweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Franz Heidgen schrieb am 29.03.2016 - 19:15 Uhr:
Frage:2652 BETREFF: DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Even, wir sind bezüglich der neuen DIN massiv verunsichert. Wir betreiben nur Geräte - C-Bögen in OP`s, Ambulanzen, urolog. und cardiol- C-Bögen - die alle vor dem Stichtag 1.5.2015 in Betrieb gegangen sind.Müssen wir nach der neuen DIN 6868-157 trotzdem irgendwelche Aktivitäten veranlassen oder erst nach der Übergangsfrist 2018 ??? Für eine verständliche Antwort - die Angaben der DIN verstehe ich nicht eindeutig - wäre ich sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen Franz Heidgen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heidgen, was Sie hier suchen, finden Sie nicht in der DIN 6868-157 oder in der Vorgängernorm (DIN V 6868-57) sondern in einer Ergänzung zur QS-Richtlinie, die sich allerdings auf diese beiden Normen bezieht. Zu dieser Ergänzung gelangen Sie hier auf der Startseite des Forum RöV durch Anwählen des Link ´News´. Es öffnet sich ein kleines Fenster, in der Sie ´Neue Veröffentlichungen´ anklicken müssen. Sie sehen jetzt eine kleine Liste, unter anderem auch unter dem Datum 13.05.2015 ´Ergänzende Festlegungen vom 6. Mai 2015 zur Anwendung der QS-Richtlinie ... ´. Anklicken, und im Text, dort Kap. 2, werden Sie unter der Nr. (2) in den beiden Abschnitten a und b die für Sie interessanten Übergangsregelungen für mobile C-Bogengeräte und die damit verbundenen Randbedingungen herausfinden können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  F.Heidgen schrieb am 29.03.2016 - 18:47 Uhr:
Frage:2651 BETREFF: Konstanzprüfung an alten C-Bögen
Sehr geehrter Herr Prof. Even, die Ärzl. Stelle Münster hat bemängelt, dass an einem älteren C-Bogen immer noch mit dem ET-R1 anstatt mit dem Primus DL Phantom die Konstanzprüfungen durchgeführt werden. Gibt es eine neue Bestimmung und wenn ja , wie kriegt man als KP-Mensch sowas mit ? Vielen Dank Franz Heidgen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heidgen, die Konstanzprüfung von Durchleuchtungsgeräten, unter anderem auch von mobilen C-Bogengeräten, geschieht nach DIN 6868-4 von Oktober 2007. Mit Umstellung der Konstanzprüfung nach der alten Norm (DIN 6868-4: 1987-01) auf die jetzt geltende DIN 6868-4: 2007-10 musste die Frage nach möglicher Weiterbenutzung des alten Prüfkörpers (z.B. ETR1) „ja“ oder „nein“ durch Übergangsregelungen geklärt werden. Diese Übergangsregelungen sind in einem „Rundscheiben des BMU vom 19.12.2007 zur Änderung der damaligen Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL)“ formuliert worden. Den betreffenden Text dazu finden Sie hier im Forum RöV auf folgendem Weg: Auf der Startseite des Forum RöV den Link 7 „Richtlinien/BMU Schreiben“ anwählen. Dann öffnet sich eine längere, nach Datum geordnete Tabelle. Dort das Datum „25.12.2007“ anklicken, und in dem sich dann zeigenden Text sind die o.g. Übergangsregelungen (3 Punkte) zu der von Ihnen hinterfragten Prüfkörperproblematik unter Abschnitt 2) zusammengestellt. Am Ende des Gesamttextes ist unter „Zu I.2“ auch die Begründung für diese Neuregelungen beschrieben. Im Internet (z.B. Google) können Sie zu diesem Thema unter dem Stichwort „DIN 6868-4“ folgende Publikation zu diesem Thema finden: „C.H.Lipfert: Die neue DIN 6868-4, MTA Dialog 4 (2008) Jahrgang 9, Seiten 278 – 280“. Nach allem, was man aus meiner Antwort zu Ihrer Frage entnehmen kann, ergibt sich, dass, je nach Zuordnung Ihrer C-Bogengeräte zu den o.g. 3 Übergangsregelungen, die Ärztliche Stelle Münster durchaus Recht haben kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heike Prager schrieb am 29.03.2016 - 09:18 Uhr:
Frage:2650 BETREFF: DIN 6868-14 (162)
Sehr geehrter Prof. Ewen, auf unser Mammographiegerät (Inspiration Siemens) wird eine neue Software eingespielt. Ist die Konsequenz eine neue Teilabnahmeprüfung und wenn ja, muss diese nach der neuen DIN durchgeführt werden (momentan Abnahme nach PAS 1054) ? Falls wir die Abnahmeprüfung nach der neuen DIN durchführen, müssen wir dann zwangsläufig auch die im Februar durchgeführte Jahresprüfung (ebenfalls nach PAS 1054) wiederholen ? Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Heike Prager


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Prager, ob nach Einspielung der neuen Software eine Teilabnahmeprüfung (TAP) erforderlich ist, sollte eigentlich von der Hersteller- oder Servicefirma beurteilt werden können. Dabei ist zu bedenken, dass nach jeder Änderung der Einrichtung oder ihres Betriebs, welche die Bildqualität oder die Dosis beeinflussen kann, eine sog. TAP durchgeführt werden muss, die sich auf die Änderung und deren Auswirkungen beschränkt (siehe § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV). Im einfachsten Fall besteht diese TAP aus einer Neufestsetzung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung. Wenn wirklich keine Änderungen im o.g. Sinne durch Update der Software resultieren, sollten Sie sich diese Tatsache durch die Hersteller- oder Servicefirma bescheinigen lassen. Wenn eine TAP erforderlich sein sollte, dann sind nach Abschnitt 4.1 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) neu erschienene oder überarbeitete Normen anzuwenden (hier also die DIN 6868-162 und folgerichtig auch die DIN 6868-14 an Stelle von PAS 1054). Wird dagegen eine TAP als nicht erforderlich angesehen, würde diese Umstellung erst bis spätestens 30.6.2018 notwendig sein (s. Abschnitt 4.2 der QS-RL). Unabhängig von den o.g. Ausführungen möchte ich empfehlen, diese Softwareänderung zum Anlass zu nehmen, jetzt auf jeden Fall auf die moderne Variante der Qualitätssicherung bei digitalen Mammographiegeräten umzusteigen, also auf DIN 6868-162 und DIN 6868-14. Wie gesagt, bis 30.6.2018 muss das sowieso geschehen. Die damit verbundenen Zusatzinformationen und eine Aufzählung der notwendigen Hilfsmittel vor allem zur Durchführung der Konstanzprüfung nach DIN 6868-14 finden Sie beispielsweise in einer Publikation des Referenzzentrums Mammographie Südwest unter folgendem Link: https://referenzzentrum-suedwest.de/fachinformationen/physikalisch-technische-qualitaetssicherung Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tobias Schröer schrieb am 23.03.2016 - 15:21 Uhr:
Frage:2649 BETREFF: Definition digitale Subtraktion vs. DSA
Sehr geehrter Herr Prof. Even, gibt es eine Definition was unter einer digitalen Subtraktion definiert ist. Gibt es einen Unterschied zwischen ´digitaler Subtraktion´ und einer ´DSA´? Bei einigen mobilen C- Bögen ist mir der Begriff ´digitaler Subtraktion´ statt DSA aufgefallen in der Beschreibung aufgefallen. mit freundlichen Grüßen Tobias Schröer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröer, die DSA ist eine Röntgenuntersuchung, mit der Gefäßbilder isoliert dargestellt werden. Das „A“ steht für Angiographie. In der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), die Sie im Internet einsehen können, gibt es eine Anlage I, darin ein Kapitel „Erläuterungen und Ergänzungen … „ und in diesem wiederum einen Abschnitt „E 20“. Im ersten Absatz von „E 20“ finden Sie eine Art Definition und Kurzbeschreibung zur DSA. Andere Subtraktionstechniken, sehr nützlich bei intraoperativen Röntgenuntersuchungen mit entsprechend ausgelegten mobilen C-Bogengeräten, verfolgen andere Ziele als die DSA (siehe den dritten Absatz in „E 20“). Dass DSA-Funktion und Subtraktionsfunktion nicht dasselbe sind, wird auch aus der DIN 6868-150, welche die Abnahmeprüfung an Aufnahme- und Durchleuchtungseinrichtungen (u.a. DSA) beschreibt, ersichtlich. Denn dort gibt es für die Prüfung der Niedrigkontrastauflösung bei DSA- und Subtraktionsmode zwei unterschiedliche Kapitel: 7.21 „Niedrigkontrastauflösung und Dynamikbereich (DSA-Funktion)“ und 7.22 „Niedrigkontrastauflösung (Subtraktionsfunktion)“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 22.03.2016 - 12:04 Uhr:
Frage:2648 BETREFF: FK intraoperatives CT
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, die Anwendung eines mobilen CT-Gerätes (Airo-CT) intraoperativ für die spinale Neurochirurgie ist ja noch relativ neu. Es handelt sich ja um einen begrenzten Anwendungsbereich , der sich aktuell auf die WS beschränkt, zukünftig aber durchaus auch auf z.B. Schädel/Hirn ausgedehnt werden könnte. Es gibt meines Wissens nach keine spezielle Fachkunde für diesen Anwendungsbereich ( wie etwa für Röntgendiagnostik sonstiger verschiedener Anwendungsgebiete oder C-Bogen-Anwendungen ). Welchen Umfang müßte Ihrer Meinung nach der Sachkundeerwerb umfassen- analog CT-Planung Strahlentherapie mit mindestens 200 Planungs-CT oder entsprechend RöV mindestens 1000 CT bei Mindestzeit jeweils 12 Monate ?Mit freundlichen Grüßen , Michael Krellmann


1. Antwort: Die Frage wurde zweimal gestellt! Antwort: siehe Frage Nr. 2647. K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 22.03.2016 - 11:14 Uhr:
Frage:2647 BETREFF: FK intraoperatives CT
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, die Anwendung eines mobilen CT-Gerätes (Airo-CT) intraoperativ für die spinale Neurochirurgie ist ja noch relativ neu. Es handelt sich ja um einen begrenzten Anwendungsbereich , der sich aktuell auf die WS beschränkt, zukünftig aber durchaus auch auf z.B. Schädel/Hirn ausgedehnt werden könnte. Es gibt meines Wissens nach keine spezielle Fachkunde für diesen Anwendungsbereich ( wie etwa für Röntgendiagnostik sonstiger verschiedener Anwendungsgebiete oder C-Bogen-Anwendungen ). Welchen Umfang müßte Ihrer Meinung nach der Sachkundeerwerb umfassen- analog CT-Planung Strahlentherapie mit mindestens 200 Planungs-CT oder entsprechend RöV mindestens 1000 CT bei Mindestzeit jeweils 12 Monate ?Mit freundlichen Grüßen , Michael Krellmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krellmann, die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz für Tätigkeiten von Ärzten bei CT-Untersuchungen richtet sich grundsätzlich nach Rö 5.1 der Tabelle 4.2.1 der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz beim Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ in der aktuellen Fassung. Eine Vereinfachung des Fachkundeerwerbs im Sinne von Rö5.2 durch Verkürzung der Sachkundezeiten bzw. durch Einschränkung der Grundfachkunde kommt nach unserer Meinung nur dann in Frage, wenn ausschließlich eine CT des Schädels durchgeführt wird. Man muss aber dann davon ausgehen, dass die zuständige Behörde den Betrieb bzw. die Art der Untersuchungen entsprechend einschränken wird. Ob es in Zukunft einen weiteren besonderen Anwendungsbereich für die CT-Diagnostik geben wird, ist aus unserer Sicht sehr zweifelhaft, da schon die o.g. besondere CT-Fachkunde für den Schädel in den zuständigen Gremien sehr kontrovers diskutiert wurde. Zusammenfassend heißt das: Es muss die entsprechende Grundfachkunde vorliegen (mindestens Rö 3.1, Rö 3.2 und Rö 3.3) und dann muss die Fachkunde Rö 5.1 (CT) erworben werden (12 Monate und 1000 Untersuchungen sowie Besuch des Spezialkurses CT). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Hahn schrieb am 22.03.2016 - 07:44 Uhr:
Frage:2646 BETREFF: Frage nach erforderlichen Kenntnissen OP/C-Bogen
Guten Tag, welche Fachkenntnis nach RöV muss ein Arzt besitzen, wenn er während eines Eingriffs (über Endoskopie der Lunge) eine Arzthelferin (keine MTRA) das Starten der Durchleuchtung (C-Bogen) anweisen darf? Welche Fachkenntnis ausser Fachkunde im Strahlenschutz für MTRA muss die Arzthelferin besitzen bzw. nachweisen? Vielen Dank Andreas Hahn Medizintechniker


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hahn, nach der ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´ fällt der endoskopische Eingriff bei der Lunge mit einem C-Bogengerät für den ´anordnenden´ Arzt unter die FK-Gruppe Rö4. Die Arzthelferin als MFA, die die Strahlung auslöst, führt im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV technisch durch und muss deswegen bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz aufweisen. Der Erwerb weiterer ´Fachkenntnisse´ seitens der MFA für diese Tätigkeiten ist, abgestimmt auf die Art dieser Tätigkeiten, innerbetrieblich zu organisieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Beerning schrieb am 21.03.2016 - 02:35 Uhr:
Frage:2645 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde nach strahlenschutz
Frage ich hab 14.05.2006 meine Erste Aktualisierung in Richtigen Zeit-Fenster gemacht 28.05.2011 hab ich ihn auch wiederholt hab jetzt festgestellt das zwischen der 1. und 2 Wiederholung 14 Tage dazwischen liegen. Ich keine Gedanken gemacht war auch zu dem Zeitpnkt in Elternzeit war jetzt sind aber einige die sagen das reicht nicht aus hab ich meine Fachkunde noch oder nicht?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Beerning, zwischen der 1. und 2. Wiederholung lag also ein Zeitspanne von 5 Jahren und 14 Tagen. In diesen 14 Tagen ruhte sozusagen Ihre Fachkunde im Strahlenschutz. Das könnte man formal als einen Verstoß gegen die RöV interpretieren, der aber in der Vergangenheit stattgefunden hat und sowieso nicht mehr zu reparieren ist. Ihre Fachkunde im Strahlenschutz (so Sie Ärztin oder MTRA sind) bzw. Ihre Kenntnisse im Strahlenschutz (so Sie MFA sind) ist bzw. sind Ihnen aber nicht verloren gegangen. Ihre nun anstehende 3. Aktualisierung sollte bis zum 14.05. 2016 erfolgt sein, damit Sie wieder in die richtige zeitliche Spur kommen. Versuchen Sie, möglichst bis dahin einen entsprechenden Aktualisierungskurs zu besuchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annekatrin Bergmann schrieb am 17.03.2016 - 17:52 Uhr:
Frage:2644 BETREFF: Einteilung Kategorie A oder B
Sehr geehrte Damen und Herren, wie erfolgt die Einstufung einer beruflich strahlenexponierten Person in Kategorie A oder B? Grundlage bildet ja die effektive Dosis. Ist es zulässig, eine Person ist Kategorie B einzustufen, weil auf dem Personendosimeter immer Messwerte von 0,1-0,2 mSv abzulesen waren, obwohl sie z.B. in der interventionellen Angiologie arbeitet? Nach meiner Auffassung ist die Personendosimetrie unabhängig von der effektiven Dosis. Gibt es eine allgemeinverständliche Anleitung, wie die effektive Dosis ermittelt werden kann? Mit freundlichen Grüßen Annekatrin Bergmann


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bergmann, Ihre Überlegungen über die Einstufungskriterien bei beruflich strahlenexponierten Personen nach RöV in die Kategorien A und B decken sich grundsätzlich auch mit meinen Ansichten. Die Anzeige von Dosiswerten auf Personendosimetern (diese sollen ja unter der Schutzkleidung getragen werden, die über 90 % der auftreffenden Dosis absorbiert) ist kein geeignetes Kriterium für die Einteilung in die Kategorien A und B. Würde man das so bewerkstelligen, dann würde kaum jemand die effektive Dosis von 6 mSv pro Jahr überschreiten (Definitionsuntergrenze für Kategorie A). Wir gehen davon aus, dass man mehr oder weniger pauschal bei sog. Hochdosisuntersuchungen (wesentlich: Angiographien, kardiologische Untersuchungen, größenteils auch intraoperative Untersuchungen mit den C-Bogengeräten und - natürlich - Interventionen) eine Kategorie-A-Exposition annehmen sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Robert Kulik schrieb am 16.03.2016 - 15:35 Uhr:
Frage:2643 BETREFF: Raumklasseneinteilung nach DIN6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, im Rahmen einer Umbaumaßnahme in der Radiologie wird der Standort der Befundungszimmer verändert. Die Befundungsplätze wurden bis jetzt nach der alten DIN EN 6868-57 der Konstanzprüfung unterzogen. Reicht es nach dem Umzug eine Teilabnahmeprüfung nach der alten Norm durchzuführen, oder muss ich jetzt die neue Norm DIN EN 6868-157 hinzuziehen? Wenn ja, muss eine Raumklasse für den Befundungsplatz vom Strahlenschutzverantwortlichen benannt werden. Hierzu muss mit einem z.B. LUXMETER die Beleuchtungsstärke des Befundungsraumes gemessen werde. Mir ist nicht ganz klar in welchen Bereich ich das Messgerät aufstellen muss. Nach meinen Informationen soll der Monitor abgeschaltet sein und das Messgerät soll senkrecht zu Bildschirmoberfläche des Befundungsmonitors positioniert werden. Ist diese Positionierung in Ordnung oder gibt es andere Vorgaben?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kulik, zu den im Kap. 11 der DIN 6868-157 beschriebenen wesentlichen Änderungen am BWS gehören auch Änderungen der Raumklasse (Absatz d) und Ortsveränderungen (Absatz e). In beiden Fällen ist eine neue Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 (aber nur, wenn die Inbetriebnahme vor dem 1.5.2015 erfolgt war) oder DIN 6868-157 notwendig, wobei die Raumklasse nach den Tätigkeitsarten festzulegen ist. Im Fall e) ist eine Abnahmeprüfung nur erforderlich, wenn mit der Ortsveränderung auch eine Veränderung der Raumklasse verbunden ist. Sonst reichen hier eine Konstanzprüfung nach Tab. 6 der „157“ und die Messung der Schleierleuchtdichte nach 8.3.3 der „157“ aus. Die Beleuchtungsstärke im Befundungsraum ist am Ort des BWS zu bestimmen, und zwar auf folgende Art: Bei ausgeschaltetem Monitor wird das Luxmeter senkrecht zur Bildschirmoberfläche eingestellt, wobei der Sensor von der Bildschirmoberfläche abgewendet positioniert werden muss. Auf diese Weise soll damit die auf die Bildschirmoberfläche auftreffende Beleuchtungsstärke gemessen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 16.03.2016 - 12:48 Uhr:
Frage:2642 BETREFF: Fachkunde MPE bei Röntgentherapie Hauttumoren
Sehr geehrter Herr. Prof. Ewen, im Rahmen des Audit der ÄST der ÄKWL ist angemerkt worden, dass für die Strahlentherapie von Hauttumoren mit einem Röntgentherapiegerät neben der Verfügbarkeit eines MPE (st in ubnserer Abteilung mit Beschleuniger durch zwei MPE dauerhaft gewährleistet) eine besondere Fachkunde der MPE erforderlich ist. Frage 1. Gibt es eine besondere Fachkunde Strahlentherapie gem. RöV für MPE? Frage 2. Ist die Fachkunde Strahlentherapie für MPE gem. Anlage A2 der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin GMBI 2011 für diese Behandlung nicht ausreichend? Frage 3. Reicht nicht allein für eine Standardtherapie bei Basaliom die rechtfertigende Indikation des fachkundigen Arztes aus?


1. Antwort: Diese Frage wurde doppelt gestellt. Antwort: siehe Frage 2641. K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 16.03.2016 - 12:23 Uhr:
Frage:2641 BETREFF: Fachkunde MPE bei Röntgentherapie Hauttumoren
Sehr geehrter Herr. Prof. Ewen, im Rahmen des Audit der ÄST der ÄKWL ist angemerkt worden, dass für die Strahlentherapie von Hauttumoren mit einem Röntgentherapiegerät neben der Verfügbarkeit eines MPE (st in ubnserer Abteilung mit Beschleuniger durch zwei MPE dauerhaft gewährleistet) eine besondere Fachkunde der MPE erforderlich ist. Frage 1. Gibt es eine besondere Fachkunde Strahlentherapie gem. RöV für MPE? Frage 2. Ist die Fachkunde Strahlentherapie für MPE gem. Anlage A2 der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin GMBI 2011 für diese Behandlung nicht ausreichend? Frage 3. Reicht nicht allein für eine Standardtherapie bei Basaliom die rechtfertigende Indikation des fachkundigen Arztes aus?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Christoph, hier unsere Antworten zu Ihren 3 Fragen: Zur Frage 1: Es gibt besondere Fachkunden im Strahlenschutz für MPE nach RöV: Fachkunde Röntgendiagnostik und Fachkunde Röntgentherapie. Alle Fachkunden müssen von der zuständigen Stelle bescheinigt werden. Diejenigen nach RöV können gemeinsam mit der Fachkunde Strahlentherapie oder Fachkunde NUK, aber auch einzeln erworben werden. Es gilt grundsätzlich, dass die Sachkundezeit mindestens insgesamt 24 Monate betragen muss und dass mindestens 6 Monate in jedem bescheinigten Anwendungsgebiet absolviert werden müssen. Hieraus folgt, dass man in 24 Monaten maximal vier Anwendungsgebiete erwerben kann, z.B. Teletherapie, Brachytherapie, NUK und Röntgentherapie. Wenn man auch noch Röntgendiagnostik abdecken möchte, sind weitere 6 Monate Sachkundezeit zu investieren. Dies gilt für jede andere Konstellation in gleicher Weise. Für jede erworbene Fachkunde (auch wenn sie später als Folge einer schon vorhandenen Fachkunde erworben wird) ist eine Fachkundebescheinigung erforderlich. Zur Frage 2: Aus der Formulierung in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ (Ziffer 4.6.1) lässt sich ableiten, dass die Fachkunde Röntgentherapie nicht in der Fachkunde Strahlentherapie (nach Strahlenschutzverordnung) enthalten ist, sondern getrennt erworben und bescheinigt werden muss. Zur Frage 3: Die rechtfertigende Indikation für eine Standardtherapie beim Basaliom darf – wie bei allen anderen Anwendungen am Menschen - nur der entsprechend fachkundige Arzt stellen. Ob man bei dieser Art der Röntgenbestrahlung allerdings einen MPE für Planungen, Optimierungen und Qualitätssicherungen benötigt, hängt davon ab, ob ein individueller Bestrahlungsplan erstellt und überwacht werden muss. Wenn keine individuelle Bestrahlungsplanung erforderlich ist, dann braucht man nach unserer Meinung in der Röntgentherapie auch nicht unbedingt einen MPE. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heidrun Krach schrieb am 15.03.2016 - 19:58 Uhr:
Frage:2640 BETREFF: Antwort
Möchte mich recht herzlich für die rasche Antwort bedanken. Mf G Heidrun krach


1. Antwort: ..... gern geschehen! Viele Grüße K. Ewen



  Heidrun Krach schrieb am 14.03.2016 - 17:42 Uhr:
Frage:2639 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Kann eine MTRA mit aktueller Fachkunde Strahlenschutzbeauftragte werden?? Auf einer Weiterbildung habe ich solches gehört. kann aber keine schriftlichen Unterlagen weder Rö V noch MTA Gesetz dazu finden. MfG Heidrun krach


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krach, aus unserer Sicht und den bisherigen praktischen Erfahrungen kann eine MTRA mit aktueller Fachkunde im Strahlenschutz durchaus zur Strahlenschutzbeauftragten bestellt werden. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich diese Bestellung zur Strahlenschutzbeauftragten aufgrund der eingeschränkten Fachkunde im Strahlenschutz nur auf einen begrenzten innerbetrieblichen Entscheidungsbereich beschränken kann. Die Leitung und Beaufsichtigung der Tätigkeit, die sich auf die Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen bezieht, bleibt Personen vorbehalten, die den ärztlichen Beruf ausüben dürfen und über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. In der Zusammenfassung heißt dies, eine MTRA kann dann als Strahlenschutzbeauftragte für einen begrenzten innerbetrieblichen Entscheidungsbereich, wie z.B. Durchführung und Organisation der Qualitätssicherung und der Personendosimetrie, bestellt werden, wenn es einen strahlenschutzbeauftragten Arzt gibt, der die Leitung und Beaufsichtigung der gesamten auf den Menschen bezogenen Tätigkeit wahrnimmt. Die Aufgaben des strahlenschutzbeauftragten Arztes kann natürlich auch der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche wahrnehmen (wie im niedergelassenen Bereich). In der RöV ist nicht explizit ausgeführt, wer Strahlenschutzbeauftragter sein darf. Dies ist aber auch nicht notwendig, da nach § 3 Abs.3 Nr. 1 RöV grundsätzlich ein „Arzt“ mit der erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich ist und weitere Strahlenschutzbeauftragte nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die vorgesehene Tätigkeit (Entscheidungsbereich) verfügen müssen. Vergleichbare Regelungen finden sich auch in der Strahlenschutzverordnung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katrin schrieb am 13.03.2016 - 23:24 Uhr:
Frage:2638 BETREFF: Anmerkung zur Frage 2630
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen und Dr. Beus, Ich bin selbst MTRA und kenne auch Dr. Beus aus meiner früheren Zeit. Ich habe ihn als einen sehr verantwortungsvollen und korrekten Radiologen und Vorgesetzten in Erinnerung. Aber der Aussage, dass das MTRA-Gesetz ausgehöhlt werden soll kann ich nichts abgewinnen und halte ich für gefährlich. Nicht weil ich meinen persönlichen Berufsstand gefährdet sehe sondern weil ich täglich die Realität sehe. Wenn MFAs eine gute Ausbildung haben und sich selbst ins Zeug legen, dann ist sicherlich vieles Möglich, aber in Wahrheit sind solche Fälle eher die Ausnahme. Ich kenne Radiologische Praxen, wo Krankenschwestern, Altenpflegerinnen und seit neuesten sogar Tierarzthelferinnen mit Röntgenschein (letztere angeblich zugelassen für den Bereich Humanmedizin) sich bewerben und angenommen werden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand mit diesem doch der Radiologie sehr fremden fachlichen Hintergrund jemals das Wissen, welches einer MTRA in einer langjährigen Fachausbildung vermittelt wird, parallel zu einem heutzutage doch recht schnell getakteten Berufsalltag, erwerben will? Auch gibt es große Praxen wo gar nur noch eine MTRA neben einer Menge MFAs beschäftigt ist. Die Qualität kann in solchen Fällen kaum mehr gehalten werden, denn wie soll eine MTRA die Technik an diversen Arbeitsplätzen vermitteln und auch überwachen? Der MTRA-Mangel ist sicherlich nicht weg zu diskutieren, aber anstatt das Berufsbild der MTRA auf das einer MFA mit Röntgenschein ´ab zu werten´ sollten allen Beteiligten, die Wert auf Qualität und Wissen, gerade im Sinne des Patienten, legen das Fördern der MTRAs und vor allem den Anreiz eine solche Ausbildung abzuschließen zu erhöhen, mehr am Herzen liegen. Ich bitte daher gerade Sie Herr Prof. Ewen dessen Stimme in der Fachwelt Gewicht hat die von mir beschriebene Realität bei Ihren Überlegungen mit zu Berücksichtigen. Merci!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Katrin, vielen Dank für Ihre kritische Stellungnahme zu unserer Meinungsäußerung als Antwort auf die Frage 2630. Es ist aus unserer Sicht beruhigend, dass eine Diskussion in Gang kommt und sich dann auch fachkompetente kritische Stimmen zu Wort melden (Ihr Beitrag). Keinesfalls sind wir der Auffassung, dass grundsätzlich MFAs die Aufgaben von gut ausgebildeten MTRAs übernehmen können. Wir glauben aber, dass es in begründeten Einzelfällen mehr Flexibilität geben muss, damit auch eine befähigte MFA in die Lage versetzt werden kann, mit einer Zusatzausbildung Kompetenzen zu erwerben, um bestimmte abgegrenzte radiologische Aufgabenfelder zu übernehmen. Wir halten hierfür ein entsprechende Zusatzausbildung (Theorie und Praxis) für zwingend erforderlich. Ein solches begrenztes Tätigkeitsfeld könnte z.B. die Teleradiologie sein (?). Unser Beitrag zur Frage 2630 sollte als Anregung zur Diskussion zwischen den Fachleuten dienen. Vielleicht ist uns das ein wenig gelungen und diese Diskussionen werden in den entsprechenden Ebenen und Gremien fortgeführt. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  J.Dittig schrieb am 13.03.2016 - 18:37 Uhr:
Frage:2637 BETREFF: Strahlenschutzanweisung Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es genau definierte Vorgaben welche Punkte eine Strahlenschutzanweisung für die Teleradiologie verbindlich enthalten sollte/ muß? Ich habe bisher bei meiner Recherche leider nur allgemein gehaltene Informationen gefunden. Haben Sie eventuell eine Orientierungshilfe? Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort. MfG J.Dittig


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dittig, obligatorisch verlangen die Genehmigungsbehörden bei Genehmigungen zur Teleradiologie Strahlenschutzanweisungen nach § 15a der RöV. Mindestanforderungen zu dieser „notwendigen“ Strahlenschutzanweisung findet man in den Anlagen zur bundesweit abgestimmten Mustergenehmigung zur Teleradiologie. Insbesondere soll die Strahlenschutzanweisung gemäß § 15a RöV mindestens folgende Angaben enthalten: Organisation des Strahlenschutzes mit Darlegung der Befugnisse, Anwesenheit und Erreichbarkeit des SSB; Regelung zum wesentlichen Betriebsablauf; Führung eines Betriebsbuches; Angaben zu regelmäßigen Funktionsprüfungen; Angaben zur Ermittlung der Personendosis; Regelungen des Schutzes gegen Störmaßnahmen. Sofern gemäß § 3 Abs. 4 Nr. 6 RöV eine Vertretung des Teleradiologen geregelt ist, muss auch das notwendige Ausfallkonzept nachgewiesen und beschrieben werden. Weitere Informationen finden Sie im Internet (z.B. auf der Seite der Bezirksregierung Arnsberg) und bei der für Sie zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexey Novikov schrieb am 11.03.2016 - 09:01 Uhr:
Frage:2636 BETREFF: 6868-157_Medizinprodukt
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich habe eine Frage zu einem Monitor, der nach der DIN 6868-157 abgenommen wurde und hoffe, dass Sie mir helfen können. Bei einem Kunden wurde ein ASUS Monitor (PB279Q) aufgestellt und abgenommen. Laut ASUS ist dieser Monitor kein Medizinprodukt. In der DIN 6868-157 steht: ´Die Norm gilt für medizinische BILDWIEDERGABESYSTEME mit BEFUNDQUALITÄT, die Bildinformationen auf BILD-WIEDERGABEGERÄTEN für Farb- oder Grauwertdarstellung wiedergeben.[...]´ Für mich (und auch für meine Kollegen in der Firma) bedeutet es, dass die Norm nur dann angewendet werden kann, wenn es sich um ein medizinisch Gerät handelt. Das würde für uns bedeuten, dass dieser Monitor nicht zur Befundung geeignet ist (obwohl die technischen und qualitativen Voraussetzungen sogar überfüllt sind). Die Firma, die den Monitor aufgestellt hat, sagt, dass der Monitor zur Befundung geeignet ist, mit folgender Begründung: ´Das Bildwiedergabesystem (BWS), bestehend aus Hardware, Software und getätigten Einstellungen wird gemeinsam, nach vorheriger Validierung der Komponenten und der getätigten Abnahme des Inverkehrbringers, schlussendlich zum Medizinprodukt.´ Meiner Meinung nach reicht diese Begründung nicht aus. Wie sehen Sie das? Ist diese Bgründung mit dem MPG vereinbar? Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort MfG Alexey Novikov


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Novikov, Ihre Frage trifft zwei Rechtsbereiche, und zwar die Vorschriften des Medizinprodukterechts zum erstmaligen Inverkehrbringen und Inbetriebnehmen und die Vorschriften der Röntgenverordnung für den regelmäßigen Betrieb bei Röntgenuntersuchungen. Grundsätzlich schränkt das Medizinproduktegesetz das Inverkehrbringen von Produkten zur Anwendung am Menschen ein. Mit der Zweckbestimmung ´Anwendung am Menschen´ dürfen nur Produkte erstmalig in Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden, die den Vorschriften des Medizinproduktegesetzes (MPG) genügen (mit Durchführung der Konformitätsbewertung und Anbringung der CE-Kennzeichnung). Der von Ihnen beschriebene Monitor ist aber nach Ihrer Darstellung nicht als Medizinprodukt erstmalig in Verkehr gebracht worden. Er benötigt daher auch keine CE-Kennzeichnung nach dem MPG. Nun lassen die weitergehenden Vorschriften des Medizinprodukterechts durchaus den Betrieb/die Anwendung von Medizinprodukten (z.B. Generator, Röntgenstrahler) mit anderen zu einem Gesamtsysem verbundenen Gegenständen (z.B. Monitor/BWS) zu, wenn die Randbedingungen des § 2 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung erfüllt sind. Hierzu gehört u.a. die Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Medizinprodukts und der damit verbundenen anderen Gegenstände. Dies bedeutet nach unserer Auffassung, dass die Nutzung von Monitoren ohne CE-Kennzeichnung nach dem MPG in bestimmten Fällen durchaus möglich ist. Wenn die Randbedingungen des Medizinprodukterechts erfüllt sind, dann lässt auch die RöV den Betrieb derartiger mit anderen Gegenständen verbundenen Medizinprodukte zu. Hierzu müssen allerdings die technischen Anforderungen nach RöV erfüllt sein und dies muss entsprechend nachgewiesen werden. Ein solcher Nachweis wäre die erfolgreiche Durchführung einer Abnahmeprüfung nach der zutreffenden Norm. Unserer Meinung nach ist es allerdings nicht so, dass das BWS nach der Validierung und Durchführung der Abnahmeprüfung durch den Inverkehrbringer dann zu einem Medizinprodukt wird. Hierfür wäre ein Konformitätsbewertungsverfahren erforderlich. Bei dem geschilderten BWS bleibt es nach unserer Rechtsauffassung bei einem Gegenstand, der mit einem Medizinprodukt verbunden ist und der mit diesem zusammen angewendet wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  julia müller schrieb am 06.03.2016 - 16:24 Uhr:
Frage:2635 BETREFF: Röntgenschutz bei Schülern
Guten Tag, nach einigen überlegungen wende ich mich jetzt einmal an dieses Forum. Ich bin noch Schülerin und momentan in einem Haus eingesetzt in dem ich nichteinmal angestellt bin (ausgeliehen sozusagen). Da ich aktuell in der Pädiatrie arbeite und es dort häufiger vorkommt das Kinder ins Röntgen müssen und die Mütter sich nicht auskennen, begleite ich diese. Mehrfach ist es jetzt schon vorgekommen das erst kurz vor der Röntgenaufnahme heraus kam das die anwesende Mutter schwanger war. Ich musste dann bei dem Kind bleiben und es während der Aufnahme festhalten. Als die selbe Situation dann wieder aufgetreten ist machte mcih das Personal der Röntgenabteilung endlich mal aufmerksam darauf das ich als Schülerin das eig garnicht darf wegen der Strahlenbelastung und sie selbst es aber auch nicht einsehen das Kind festzuhalten und ihre Gesundheit zu gefährden. Daraufhin wurde eine examinierte Pflegekraft von meiner Station angeufen und gebeten das Kind festzuhalten. Nach dieser Information weigerte ich mich die weiteren Male das Kind während der Röntgenaufnahme festzuhalten und bin auf der Station jetzt unten durch. ich würde gerne wissen ob es mein recht ist das ganze in Zukunft zu verweigern mit dem Argument das ich keine Röntgenplakette besitze? außerdem würde ich gerne wissen wer letztenendes dafür zuständig ist das Kind zu halten? Mitarbeiter der Röntgenabteilung? oder Mitarbeiter der Station die im Grunde genau so wenig Schutz besitzen wie ich? vielen Dank im vorraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, die Situation ist so, wie Sie diese hier im Forum RöV beschrieben haben, von uns nach strahlenschutzrechtlichen Gesichtspunkten nicht so ganz einfach zu beantworten. Wichtig ist eine genaue Definition (Beschreibung) Ihres Beschäftigungsverhältnisses. Ihre Hinweise, dass Sie noch Schülerin, an ein Krankenhaus ´sozusagen´ ausgeliehen und dort in einer pädiatrischen Abteilung tätig sind, erscheinen uns nicht klar genug, um daraus juristisch belastbare Schlüsse ziehen können. Wenn eine Schule (welche auch immer) ´Schüler/innen´ an Unternehmen (z.B. an ein Krankenhaus) ausleiht, damit diese dort tätig werden, dann muss hinterfragt werden, in welchem Rahmen dies geschieht. Sind das zum Beispiel Arbeitnehmerüberlassungen oder erfolgt das im Rahmen von Werkverträgen? Oder geschieht dies gar nicht über die Schule sondern für schulfreie Zeiten durch ein Unternehmen zur Arbeitnehmerüberlassung? Dies müsste vorab geklärt werden, weil es wichtig ist, um über die dann notwendigen Strahlenpässe, Anzeigen, etc. nachzudenken. Sollten Sie dagegen als Schwesternschülerin oder MTRA-Schülerin in dem Krankenhaus tätig sein, dann stellt sich die rechtliche Situation anders da. In diesem Fall dürfen Sie nur im Rahmen des § 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV den Kontrollbereich betreten, und zwar wenn es zur Erreichung des Ausbildungsziels erforderlich ist. Man kann sich durchaus gut vorstellen, dass MTRA-Schülerinnen oder Schwesternschülerinnen lernen müssen, wie man als beruflich strahlenexponierte Mitarbeiterin ein Kind bei einer Röntgenuntersuchung strahlenschutzmäßig korrekt zu halten hat. Dabei müssen natürlich alle auf diese Tätigkeit ggf. zutreffenden Schutzvorschriften der RöV (z.B. Personendosimetrie, Unterweisung, Einweisung, unter Umständen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen) seitens des zuständigen Strahlenschutzbeauftragten beachtet und eingeleitet werden. Wichtig ist, dass diese Tätigkeit in der Funktion als beruflich strahlenexponierte Person und nicht als helfende Person erfolgt. Auch darf es dabei nicht regelmäßig dieselbe Person ´treffen´. Wenn diese Tätigkeit im Rahmen eines ´Schülerpraktikums´ erfolgen sollte, dann halten wir dies nicht für zulässig, denn hier gibt es kein entsprechendes Ausbildungsziel (siehe § 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV). Ob Sie sich grundsätzlich weigern können, diese ´Haltearbeiten´ zu verrichten, hängt u.a. von den hier geschilderten Randbedingungen ab. Daher möchten wir Ihnen raten, sich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde absprechen. Denn diese kann eine derartige Situation im Rahmen eines Gespräches viel genauer einschätzen als wir das hier im Forum RöV tun können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 04.03.2016 - 11:13 Uhr:
Frage:2634 BETREFF: Dosismessung bei helfenden Personen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der Röntgenverordnung ist im §35 die Dosiesüberwachung von Personen geregelt, die sich aus anderen Gründen als zu ihrer ärztlichen Untersuchung oder Behandlung im Kontrollbereich aufhalten .Bei diesen Personen soll unverzüglich die Körperdosis ermittelt werde, wenn ich das richtig interpretiere, sind z.B. Mütter oder Väter gemeint, die Ihre Kinder während des Röntgens festhalten. Dies würde bedeuten, dass diese Personen für den kurzen Aufenthalt im Kontrollbereich ein Dosimeter z.B. Stabdosimeter tragen müssten. In der Praxis habe ich von einem solchen Vorgehen noch nicht gehört. Interpretiere ich diesen Paragraphen richtig oder gibt es Sonderreglungen? Mit freundlichen Grüßen aus Cuxhaven M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, die Forderung nach Ermittlung der Körperdosis im § 35 RöV an Personen, die sich aus anderen Gründen .... im Kontrollbereich aufhalten (§ 35 Abs. 1 Satz 1 RöV) betrifft das Personal, das aus beruflichen Gründen im Kontrollbereich tätig werden muss (z.B. Ärzte, die Durchleuchtungsuntersuchungen durchführen). Bei helfenden Personen (nur ganz kurzer Aufenthalt im Kontrollbereich, Tragen von Schutzkleidung) würde ein Personendosimeter auf Grund seiner relativ geringen Empfindlichkeit die dort anfallenden sehr geringen Dosiswerte gar nicht messen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Richter schrieb am 04.03.2016 - 09:05 Uhr:
Frage:2633 BETREFF: Patientenlagerung im Röntgen
Sehr geehrter Prof. Ewen, gibt es eine Norm/Vorschriften die sich mit den Anforderungen an Lagerungsmaterialien für Patienten im Röntgen beschäftigen? Oder werden die Materialien aufgrund von Erfahrungswerten und ´Test vor Ort´ ausgesucht? Ich arbeite im Einkauf daher fehlt mir das Hintergrundwissen, leider konnte man mir in unserer Radiologie keine sichere Antwort geben. MfG K. Richter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Richter, es gibt mehrere Firmen, die Lagerungshilfen für die Röntgendiagnostik vertreiben/herstellen, die ich hier im Forum RöV natürlich nicht aufführen darf, die Sie aber unter den Stichworten z.B. ´Lagerungshilfen Röntgendiagnostik´ im Internet finden können. Von dort kann man sicherlich auch das für Sie notwendige Hintergrundwissen erfahren. Eine diesbezügliche Norm kenne ich nicht. Ich bin nicht sicher, ob derartige Lagerungshilfen Medizinprodukte sind und damit unter das Medizinprodukterecht fallen. Aber ich denke, das wissen die o.g. Firmen ganz bestimmt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A.Blaschek schrieb am 03.03.2016 - 22:04 Uhr:
Frage:2632 BETREFF: Röntgenanforderung von Ärzten ohne Fachkunde
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich arbeite in einem ländlichen Krankenhaus, das keine radiologischen Ärzte beschäftigt. Bei uns ist es leider so, dass gerade im Nachtdienst und an den Wochenenden Ärzte eingesetzt sind, die nach RöV nicht die geforderte Fachkunde im Strahlenschutz besitzen und dennoch Röntgenleistungen anfordern; und auch Ärzte, die im Routinebetrieb Röntgenuntersuchungen anordnen, die über ihre Fachkunde hinausgehen. Bsp: Es gibt bei uns einen Arzt, der lediglich die Fachkunde für ´Extremitäten´ bescheinigt hat und postoperative Kontrollen für den Körperstamm beauftragt. Meine Frage: wie sollen wir uns als ´ausführendes Organ´ verhalten? Nach meiner Rechtsauffassung müssten wir die Röntgenuntersuchung ablehnen! Aber: Kann uns das als Arbeitsverweigerung angekreidet werden.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Blaschek, die Antwort auf Ihre Frage ist formal recht einfach. Der Strahlenschutzverantwortliche (der ´Betreiber´ einer Röntgeneinrichtung, der Repräsentant des Besitzers) ist mit Unterstützung der Strahlenschutzbeauftragten für die korrekte Funktion der Strahlenschutzorganisation in einem Krankenhaus zuständig. Er muss sicherstellen, dass die Ärzte, die die rechtfertigende Indikationen stellen (§ 23 Abs. 1 RöV) oder ohne Notwendigkeit einer weitere Aufsicht Röntgenstrahlung am Menschen anwenden, also befunden (§ 24 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 RöV in Verb. mit § 2 Nr. 1a RöV) über die dafür erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. Wenn der Strahlenschutzverantwortliche dies nicht sicherstellt, muss er auch die Verantwortung tragen, d.h. gegen ihn könnte ein Bußgeldverfahren durchgeführt werden oder bei systematischen Verstößen ggf. auch eine Strafanzeige mit Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft erfolgen. Keinesfalls ist es aber Aufgabe der Personen, die im Sinne des § 24 Abs. 2 RöV technisch durchführen (in der Regel MTRA oder MFA) zu kontrollieren, ob der ´rechtfertigende´ Arzt tatsächlich über die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz verfügt. Allerdings raten wir über diesen formalen Rahmen hinaus dazu, den zuständigen Strahlenschutzbeauftragten zu informieren, wenn man wirklich belastbar weiß, dass es derartige Unregelmäßigkeiten gibt. Der Strahlenschutzbeauftragte wiederum hat dann die Möglichkeit, den Strahlenschutzverantwortlichen über diese Mängel in Kenntnis zu setzen und ihn über Maßnahmen zur Abstellung dieser Mängel zu unterrichten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heidi Bastobbi schrieb am 01.03.2016 - 16:21 Uhr:
Frage:2631 BETREFF: Fachkundeaktualisierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin MtRa und habe eine Frage zur Fachkundeaktualisierung: Ich müßte meine letzte Fachkundeaktualisierung 2024 machen, gehe aber zum 01.05.2025 in Rente. Muß ich für die wenigen Monate ´Überziehung´ noch einmal eine Fachkundeaktualisierung machen oder wäre in diesem Fall vielleicht eine Ausnahmegeehmigung möglich? Mit freundlichen Grüßen, Heidi Bastobbi


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bastobbi, zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine Möglichkeit für die Behörde, eine befristete Ausnahme von der notwendigen Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz zuzulassen. Dies liegt daran, dass die diesbezüglichen §§ 18a RöV und 30 StrlSchV bei den Ausnahmemöglichkeiten seitens der Behörden nicht aufgeführt sind. Allerdings sind es bis zum Jahr 2024 noch 8 Jahre und wir wissen alle nicht, wie sich die Vorschriften ändern werden, z.B. wird das gesamte Strahlenschutzrecht zurzeit (bis 2018) überarbeitet. Unsere Empfehlung ist es, im Jahr 2023 die zuständige Aufsichtsbehörde (z.B. Bezirksregierung, Gewerbeaufsichtsamt) nach den dann bestehenden Möglichkeiten zu befragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr Jochen Beus schrieb am 01.03.2016 - 13:40 Uhr:
Frage:2630 BETREFF: CT-Fachkunde für MFA zur Sicherstellung der Patientenversorgung
Ich möchte eine Diskussion über folgendes Thema anregen: Es ist ein Fakt, dass weniger MTRA ausgebildet werden als benötigt. Hilfsweise muss daher die Radiologie vor allem in kleineren Kliniken auch in Bereitschaftsdiensten zunehmend auf Medizinische Fachangestellte zurückgreifen. Dies wird dann zum Problem, wenn die Klinik im Bereitschaftsdienst auf eine teleradiologisch betreute Computertomographie angewiesen ist. Die Röntgenverordnung schreibt hierfür die Anwesenheit eines/einer MTRA vor. Wahrscheinlich nicht nur im ländlichen Raum wird es wegen des Mangels an MTRA zunehmend schwierig, dieser Vorschrift nachzukommen. Die adäquate Versorgung der Patienten, die einer Computertomographie während des Bereitschaftsdienstes bedürfen, ist in Frage gestellt. Dass eine MTRA am Ende ihrer Ausbildung über eine weitaus fundiertere Ausbildung in der Röntgendiagnostik verfügt als eine unspezifisch ausgebildete MFA, steht außer Frage. Dennoch erlangen viele MFA in der täglichen Arbeit ausreichend Kenntnisse und Routine, um ein CT selbstständig anfertigen zu können. Es ist nun zu überlegen, ob man einer entsprechend qualifizierten MFA nicht die CT-Fachkunde ermöglichen könnte. Denkbar wäre z.B. die Fachkunde für eine MFA, nachdem sie nachweislich 1 Jahr ganztags unter Aufsicht eines Fachkundigen in der Computertomographie eingesetzt war und zusätzlich einen Theoriekurs mit Abschlussprüfung geleistet hat (in etwa analog zu der „Fachkraft Mammadiagnostik“). Ich halte es für sinnvoll, auf eine entsprechende Gesetzesänderung hinzuwirken.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Beus, mit Ihrem Vorschlag, eine Diskussion über die Möglichkeiten eines Fachkundeerwerbs für ´qualifizierte´ MFAs anzuregen, befinden Sie sich mit uns im Forum RöV auf derselben Seite. Wir wissen aus unserer Erfahrung seit einigen Jahren um dieses Problem und haben auch schon mit vielen Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen (z.B. mit Radiologen, Medizinphysik-Experten) über Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Aus Kliniken und Praxen wurde oft darauf hingewiesen, dass es unter den MFAs qualifizierte Personen gibt, die aufgrund ihres fachlichen Interesses, ihrer zum Teil guten Ausbildung und ihrer langjährigen beruflichen Erfahrung durchaus auch in der Lage wären, gewisse Teilgebiete einer MTRA-Tätigkeit kompetent auszuführen. Eine Zusatzausbildung könnte noch bestehende Lücken füllen. Tatsächlich aber ist eine Problemlösung in diesem Bereich gar nicht trivial. Sie ist vor allem keine Angelegenheit des rechtlichen Strahlenschutzes, z.B. der RöV. Das Problem liegt bei den im MTA-Gesetz eng formulierten Begrenzungen, die keine Möglichkeit vorsehen, dass MFAs eine Fachkunde für die technische Durchführung in der Radiologie erwerben können.Sie weisen diese „vorbehaltenen Tätigkeiten“ daher nur MTRAs mit entsprechender Berufserlaubnis zu. Das MTA-Gesetz erlaubt daher lediglich nur, dass andere Assistenzkräfte (z.B. eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz) unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend strahlenschutzfachkundigen Arztes technisch mitwirken dürfen. Der Begriff der ständigen Aufsicht ist inzwischen auch schon von Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten behandelt und bezüglich seiner Auslegung sehr begrenzt festgelegt worden. Aus diesen Gründen sind die Strahlenschutzbehörden bzw. ist der Verordnungsgeber nicht wirklich in der Lage, hier Veränderungen vorzunehmen. Denn es dürfte eindeutig sein, dass die RöV oder die StrlSchV nicht über den knappen Rahmen des MTA-Gesetzes hinausgehen können. Unseres Erachtens ist es erforderlich, die die von Ihnen geforderte Diskussion über das MTA-Gesetz zu führen und hier eine größere Flexibilität zu erreichen. Es macht aus unserer Sicht viel Sinn, wenn eine solche Diskussion über die Vertretungen der Ärzte (Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen) und der Kliniken (Deutsche Krankenhausgesellschaft) mit dem Bundesgesundheitsministerium (zuständig für das MTA-Gesetz) angestoßen wird. (Nicht vom Forum RöV! Aber wir haben in diesem Fall gern unsere persönliche Meinung zu dieser Problematik geäußert). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Scherer Josef schrieb am 01.03.2016 - 12:29 Uhr:
Frage:2629 BETREFF: Dosis höher? bei kleinerem Zoom und digitalem Detektor
Eigentlich bräuchte ein dynamischer FD Detektor keine höhere Dosis bei einem kleinerem Bildausschnitt (Zoom) bei gleicher Bildqualität und gleichem Rauschen. Ein Gerätehersteller hatte nach einem Softwareupdate bei uns das Problem, dass die Dosis sich nur beim kleinsten Zoom fast verdoppelt hatte. Als Entschuldigung führte er an, dass historisch bei allen analogen DL-Geräten der kleine Zoom eine höhere Photonendichte benötigt und dies auf die digitale Generation einfach übertragen wurde. Wie wird dies in anderen Häusern umgesetzt und kontrolliert?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Scherer, beim Pixel-Binning werden mehrere benachbarte Detektorelemente zur Erzeugung des Pixelwertes eines Bildelementes zusammengefasst. Man kann damit die Dosis reduzieren, ohne, vor allem bei Übersichtsformaten, befundungsrelevante Bildqualitäten einbüßen zu müssen. Beim Zoomen jedoch wird jedes Pixel einzeln ausgelesen. Man benötigt daher größere Signalstärken, um das Signal-Rausch-Verhältnis auf einem Niveau zu halten, das die Ansprüche an die Bildqualität weiterhin erfüllt. Also könnte, je nach notwendiger Bildqualität, die Dosis erhöht werden müssen. Das geht, wenn auch nicht so direkt, aus dem Text des Abschnitts 7.12 der DIN 6868-150 („Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen für Aufnahme und Durchleuchtung“) hervor, denn es wird in diesem Abschnitt dieser Norm sowohl für Bildverstärker als auch für Flachdetektoren darauf hingewiesen, dass die Grenzwerte der Dosis(Dosisleistung) in der Eingangsebene des Bildempfängers nicht für die Zoom-Stufen gelten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 29.02.2016 - 19:36 Uhr:
Frage:2628 BETREFF: Röntgenschutzkleidung
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, aus den mir vorliegenden Internetbeiträgen zur DIN 6857-2 ist nicht eindeutig erkennbar, ob die vorgesehene Prüfung der Strahlenschutzkleidung auch in der Zahnarztpraxis zur Anwendung kommen soll. Gibt es ggf. getrennte Anforderungen ? MfG K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, die DIN 6857-2 gilt auch für die Prüfung von Personal-Schutzkleidung in der Zahnmedizin, denn es ist nichts Gegenteiliges im Kap. 1 ´Anwendungsbereich´ der Norm gesagt (´ ... in der medizinischen Radiologie´). In der zur Zeit vorgenommenen Novellierung der Sachverständigen-Prüfrichtlinie wird der Hinweis auf diese Norm auch in den drei zahnmedizinisch orientierten Berichtsmustern 2.2.5, 2.2.6 und 2.2.12 aufgenommen werden. De facto ist die Bedeutung der DIN 6857-2 in der zahnmedizinischen Radiologie eigentlich nur geringfügig, denn dort ist das Tragen von Personal-Schutzkleidung relativ selten erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Julia schrieb am 27.02.2016 - 14:42 Uhr:
Frage:2627 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde nach RöV und StrlSchV
Guten Tag, ich wollte mal nachfragen, ob jemand weiss was ist, wenn man seine Aktualisierung erst nach 5 Jahren und 3 Monaten macht? Hat das irgendwelche Auswirkungen?


1. Antwort: Hallo Julia, im Gegensatz zu der ersten Aktualisierung der Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nach den Übergangsvorschriften der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung verfallen Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nicht automatisch, wenn die Frist von fünf Jahren überschritten wird. Allerdings sind dann Fachkunde und Kenntnisse in dieser Zeit „mängelbehaftet“. Diese Mängel können durch geeignete Maßnahmen abgestellt werden. Bei einer nur kurzfristigen Überschreitung ist es sicherlich die Regel, dass die Abstellung dieser Mängel durch einen zeitnahen (und erfolgreich abgeschlossenen) Besuch des nächsten Aktualisierungskurses erfolgen wird. Es ist davon auszugehen, dass die von Ihnen genannten drei Monate in den meisten Fällen in diesem zeitnahen Rahmen liegen werden. Andererseits kann die zuständige Stelle die Bescheinigung über die Fachkunde oder die Kenntnisse im Strahlenschutz entziehen oder deren Fortgelten mit Auflagen versehen, wenn der Nachweis über die Aktualisierung nicht oder nicht vollständig vorgelegt wird. Hierzu kann im Einzelfall sicherlich auch die verspätete Aktualisierung gehören. Üblicherweise wird die zuständige Stelle oder die Aufsichtsbehörde solche Fälle prüfen, wenn die Aktualisierung nicht oder erst nach relativ großer Fristüberschreitung vorgelegt wird bzw. wenn systematische Fristüberschreitungen festgestellt werden. In dem von Ihnen beschriebenen Fall gehen wir aufgrund bisheriger Erfahrungen nicht davon aus, dass sich weitere Konsequenzen für die betroffene Person ergeben werden. Diese Aussage ist natürlich keine gesicherte „amtliche“ Feststellung. Wenn man eine solche benötigen sollte, dann empfehlen wir, die zuständige Aufsichtsbehörde zu kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Klatt schrieb am 24.02.2016 - 09:14 Uhr:
Frage:2626 BETREFF: Erhöhung der Dosis bei kv-Erhöhung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wende mich mit einigen Verständnisfragen an Sie. 1.Die Erhöhung der Röhrenspannung (kv) führt im Spektrum neben der Verschiebung der Grenzenergie doch ebenfalls zur Erhöhung der niederenergetischen Photoneneflussdichte, richtig ? 2. Wenn man vom Strahlenschutz durch Hartstrahltechnik spricht, bezieht sich das dann auf die gleichzeitige Verringerung der mAs und die Erhöhung der Durchdringungsfähigkeit, oder gibt es noch einen anderen Faktor? Die 3. bezieht sich auf den Einsatz von Filtern bei Hartstrahltechnik: Sind Geräte die ausschließlich für Thorax-Aufnahmen gebaut werden vom Hersteller mit einer höheren Eigenfilterung versehen? Herzlichen Dank im Voraus! K. Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, zu Ihren 3 Fragen. 1) ja, richtig: Mit Erhöhung der Röhrenspannung erhöht sich die Maximalenergie (´Grenzenergie´) der Röntgenquanten. Außerdem erhöht sich deren mittlere Energie, was etwas präziser das ausdrückt, was Sie wohl mit ´Erhöhung der niederenergetischen Photonenflussdíchte´ gemeint haben. 2) Wird die Röhrenspannung erhöht (´Hartstrahltechnik´), vergrößert sich die mittlere Durchdringungsfähigkeit bzw. reduziert sich die mittlere Absorptionsfähigkeit der Röntgenstrahlung in Gewebe, weil die Wirkung des die Absorption bestimmenden Photoeffektes mit wachsender Photonenenergie abnimmt. Dadurch erreicht mehr Röntgenstrahlung den Bildempfänger, so dass das mAs-Produkt zur Konstanthaltung der Bildempfängerdosis über die Belichtungsautomatik reduziert wird. 3) Meistens werden Thoraxaufnahmen am Rasterwandstativ ausgeführt. Aber unabhängig davon, wird dafür keine besondere, über den Standard von 2,5 mm Al hinausgehende mindestens erforderliche Gesamtfilterung verlangt (z.B. DIN 6815, Tab. 2). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  J. Hauschildt schrieb am 23.02.2016 - 14:12 Uhr:
Frage:2625 BETREFF: Formatautomatik nach SV-RL
Sehr geehrter Prof. Ewen, im Rahmen meiner Studienarbeit beschäftige ich mich zurzeit mit Abnahme- und Konstanzprüfungen an röntgendiagnostischen Einrichtungen nach § 16 RöV. Ein elementarer Bestandteil meiner Arbeit zum Unterthema ´Wann ist welche QS-Prüfung notwendig´ ist die SV-RL Tabelle II 1. In Zeile 4 ist davon die Rede, dass beim Austausch einer Tiefenblende nur mit ´Formatautomatik´ immer eine Teilabnahme notwendig ist. Meine Recherche in DIN-Normen und auch die Befragung eines Sachverständigen kamen bislang zu keinem richtigen Ergebnis: Wie ist die ´Formatautomatik´ im Sinne der SV-RL definiert? 1) Gilt die oben genannte Einschränkung nur für die Formatautomatik im herkömmlichen Sinne, also die automatische Einblendung auf eine bestimmte Kassettengröße oder 2) schließt ´Formatautomatik´ alle Tiefenblenden mit motorisch-automatischer Einblendung in modernen, digitalen Röntgenanlagen mit ein? Herzlichen Dank im Voraus. Mit freundlichen Grüßen J. Hauschildt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hauschildt, eine Teilabnahmeprüfung ist bei den motorisch gesteuerten Blenden erforderlich, bei denen die Anwahl bestimmter vorgegebener Formate automatisch (z.B. durch Abtastung von Kassettenformaten oder durch Einblendung auf das maximale Bildempfängerformat) oder z.B. durch tastengesteuerte Vorgabe (z.B. Anwahl von Zoom-Formaten bei Durchleuchtung) erfolgt. Für rein motorisch betriebene Blenden ohne automatische Begrenzungen gilt die Fußnote 1 in der lf. Nr. 4 der Tabelle II 1 der Anlage II der SV- RL. Die Betätigung erfolgt nicht mehr - wie früher - über Drehknöpfe sondern über Tasten. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Maik Fuhrmann schrieb am 22.02.2016 - 12:04 Uhr:
Frage:2624 BETREFF: MFA mit Röntgenschein auch am CT einsetzbar?
Sehr geherte Damen und Herren, kann eine MFA mit Röntgenschein in Bayern auch am CT eingesetzt werden, oder bedarf es einer weiteren Qualifikation?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Fuhrmann, zur technischen Durchführung im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV (ich nehnme an, das meinen Sie mit ´eingesetzt werden´) ja, und das nicht nur in Bayern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau M. Dyke schrieb am 19.02.2016 - 15:16 Uhr:
Frage:2623 BETREFF: MTLA Erwerb Fachkunde nach Strl.sch.V
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unter uns Kollegen besteht einige Unsicherheit über die Möglichkeit einer Anstellung MTA Labor in der Nuklearmedizin und wir hoffen, dass Sie uns weiterhelfen können. Ist es zulässig, dass eine MTA Labor die Fachkunde nach Strl.sch.V. erwirbt? Darf sie unter Aufsicht radioaktive Substanzen spritzen bzw. im Heißraum tätig sein, z. B. Spritzen messen/aufziehen? Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns weiterhelfen könnten. Mit freundlichen Grüßen, M. Dyke


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dyke, wir haben Ihre Anfrage in 3 Unterfragen unterteilt und diese beantwortet: 1) Eine Labor-MTA hat auf Grund ihrer Ausbildung im Gegensatz zu einer Röntgen-MTA oder MTRA keine Fachkunde im Strahlenschutz und kann diese auch nicht erwerben. 2) Sie kann aber Kenntnisse im Strahlenschutz erwerben und damit darf sie nach unserer Meinung unter der ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes ´radioaktive Substanzen spritzen´. Einschränkend ist aber zu klären, ob das jeweilige Spritzen eine Leistung ist, die der Arzt delegieren darf. Dies ist aber nach unserer Auffassung keine Frage des Strahlenschutzes sondern des Berufsrechts, so dass der fachkundige Arzt diese Entscheidung treffen und auch verantworten muss. 3) Darf die Labor-MTA im sog. Heißraum tätig sein und Spritzen messen und aufziehen? Gehört das im Sinne des § 82 Abs. 2 Nr. 4 StrlSchV auch zur „technischen Mitwirkung bei der Anwendung radioaktiver Stoffe“, wozu man Kenntnisse im Strahlenschutz aufweisen muss? Schwierige Fragen! Dies liegt daran, dass die Verordnungen und auch das MTA-Gesetz bei den Anwendungen nach RöV (z.B. Röntgendiagnostik) von der technischen „Durchführung“ am Menschen, bei den Anwendungen am Menschen nach StrlSchV aber von der technischen „Mitwirkung“ sprechen. Wir meinen, dass dies in der StrlSchV ganz bewusst so gegensätzlich zur RöV formuliert worden ist, da man hier auch Vorbereitungen und spätere Messungen (z.B. Gammakamera) einbeziehen wollte (vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 2 c und d MTA-Gesetz). Wir können das auch nachvollziehen, denn das Aufziehen der Spritzen und die Messungen mit Messgeräten (z.B. mit Aktivimetern) sind ja nicht ganz so einfache Vorgänge. Unsere Empfehlung wäre, dass auch eine Labor-MTA Kenntnisse für diese Tätigkeiten erwerben sollte. Dies ist auch nicht so aufwändig (insgesamt 40 Unterrichtseinheiten Theorie und Praxis 20/20). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 18.02.2016 - 12:32 Uhr:
Frage:2622 BETREFF: Strahlenschutz in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,ich hoffe, ich darf in diesem Forum auch eine Frage zum Fachbereich Strahlentherapie stellen. Das BAG in der Schweiz hat aufgrund von Häufungen von Vorkommnissen in Strahlentherapien in Frankreich eine Überprüfung aller strahlentherapeutischen Einrichtungen in der Schweiz durchgeführt. In dem Abschlussbericht des Audits ist die Sprache von Strahlenschutzmitteln bei Planungs-CT´s, diese werden in der Regel hier nicht verwendet. Argumentation ist natürlich, dass der Dosiseintrag eines CT im Vergleich zur therapeutischen Dosis klein ist, trotzdem widerspricht dies ja eigentlich dem ALARA-Prinzip.Das BAG hat nun die Betriebe aufgefordert, ein Konzept für die Anwendung von Strahlenschutzmitteln bei Planungs-CT´s zu erarbeiten. Natürlich unter Berücksichtung der Faktoren, die für eine reproduzierbare Lagerung des Patienten erforderlich sind. Meine Frage: wissen Sie,ob in Deutschland hierzu ebenfalls Überlegungen angestrengt werden? Besten Dank und freundliche Grüße, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, ich möchte Sie mit Ihrer Frage praktisch direkt weiterleiten an die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP). Genauere Angaben übersende ich Ihnen auf Ihre Privat-Mail, weil keine konkreten Namen, Adressen, etc. hier im Forum RöV publik gemacht werden sollen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Ingo Steinert schrieb am 17.02.2016 - 17:18 Uhr:
Frage:2621 BETREFF: Kontrolle Röntgenschutzkleidung
Sehr geehrter Herr Professor Ewert, in unserem Klinikum stellt sich die Frage, ob Röntgenschutzkleidung nach Überschreiten einer bestimmten ´Altersgrenze´ z.B. älter als 7 Jahre ausgetauscht werden muss. Hintergrund der Frage ist eine bestehen Unsicherheit, ob es durch Material-Abrieb/Verschleiß im Inneren der Schutzkleidung zur Schwächung der Abschirmwirkung kommen kann. Im Normenentwurf DIN 6857-2 wird ja nur eine Sicht- /Tastprüfung mit anschließender Durchleuchtung beschrieben. Die im Hause durchgeführte Durchleuchtung einer etwa 10 Jahre alten Röntgenschürze hat keinen Mangel/Defekt ergeben. Kann der Strahlenschutzbeauftragte aufgrund dieses Prüfergebnisses trotz des Alters der Schutzkleidung von einer ausreichenden Schutzwirkung ausgehen. Vielen Dank . Mit freundlichem Gruß I. Steinert (Fachkraft für Arbeitssicherheit)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Steinert, in der DIN 6857-2, die übrigens bis spätestens Frühjahr 2016 als Norm erscheinen wird, ist tatsächlich nichts über eine ´Altersgrenze´ für Schutzkleidung ausgesagt. Das haben wir bewusst deshalb so gemacht, weil es ja durchaus sein kann, dass relativ selten benutzte und/oder pfleglich behandelte Schürzen auch nach 7 oder sogar nach 10 Jahren noch mängel-/defektfrei sein können.Ich habe selbst an dieser Norm mitgearbeitet und möchte, kaum ist diese erschienen, hier im Forum RöV auch nichts propagieren, was über die Forderungen in der DIN 6857-2 hinausgehen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Gregor Kosmützky schrieb am 17.02.2016 - 14:36 Uhr:
Frage:2620 BETREFF: Betrachtung und ggf. Befundung ohne eigene Röntgen-Anlage
Sehr geehrter Herr Professor Ewert, die Röntgenanlage unserer Reha-Einrichtung wird in Bälde ersatzlos stillgelegt. Es besteht ungeachtet dessen die Notwendigkeit, Röntgenuntersuchungen anzuordnen und die Ergebnisse anzusehen. Eine Kooperation mit dem ortsansässigen Radiologen außerhalb unserer Einrichtung ist möglich. Die erstellten Röntgenaufnahmen möchten ungeachtet der Befundung durch den Radiologen in hoher Auflösung un Qualität von uns Orthopäden angesehen werden und in Betrachtungsqualität mit dem Patienten erörtert werden. 1. Ist hierzu ein eigener Befundungs-AP nach DIN 6868-157 mit entsprechender Verpflichtung zur Durchführung von Konstanzprüfungen notwendig oder genügt ein adäquater 4- oder 5K-Monitor, um die DICOM-Dateien aus der radiologischen Praxis am Krankenhaus anzusehen? 2. Ist ggf. eine direkte Verbindung zwischen Praxis und unserer Klinik notwendig oder ist eine Datenweitergabe über geeignete Datenträger ausreichend? 3. Ist für die Betrachtungsmonitore zur Erörterung mit dem Patienten eine besondere Ausstattung erforderlich? Herzlichen Dank! mit freundlichen Grüßen G. Kosmützky


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Kosmützky, es ist nicht ganz klar, ob Sie nun mit ´ansehen´ eine Bildbefundung oder Bildbetrachtung meinen. Wenn Letzteres zutreffen sollte (denn Sie sprechen von Befundung in Kooperation mit einem Radiologen), dann ist die Röntgenverordnung (RöV) gar nicht betroffen und die Vorgaben des § 16 RöV (Abnahme- und Konstanzprüfung) treffen für Sie gar nicht zu (siehe Abschnitt 3.15.1 ´Befundung und Betrachtung´ in der Qualitätssicherungs-Richtlinie, QS-RL; im Internet auffindbar). Wenn Sie aber (auch) Befundungen durchführen sollten, dann ist eine Abnahmeprüfung (AP) und dann sind Konstanzprüfungen (KP) nach § 16 RöV und somit in praktischen Ausführung nach DIN 6868-157 erforderlich. Erörterungen oder Erläuterungen von Röntgenbildern zu Informationen für die Patienten sind natürlich keine Befundungsaktivitäten. In diesem Sinne sind auch Ihre 3 Fragen zu beantworten: 1) Falls Befundung: AP und KP nach DIN 6868-157. Ein 4K- oder 5K-Monitor ist nicht erforderlich (siehe Tab. 4 in der DIN 6868-157). 2) Es ist nicht unbedingt eine Datenleitung zwischen Praxis und Klinik erforderlich. Es können auch andere elektronische Datenträger genutzt werden (s. § 28 Abs. 6 RöV). 3) Zur Vermittlung von Patienteninformationen sind keine ´besonderen Ausstattungen´ erforderlich (siehe oben). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 16.02.2016 - 15:55 Uhr:
Frage:2619 BETREFF: Abnahmeprüfung
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, an einer Dentalröntgenanlage mit digitalem Detektor wurde die Abnahmeprüfung an Hand des ´Rohdatenbildes´ durchgeführt, d.h. die Grauwerte sind gegenüber dem Endbild invertiert, in der nachfolgenden Bildbearbeitung kommt es a. lt. Techniker zu Kontrastverlusten und b. zu sogenannten ´Wurmeffekten´ also deutlich erkennbaren Fehlstrukturen. Ist die AP an einer Bild-Vorstufe zulässig, handelt es sich nicht um eine Parallele zum ´VW-Diesel-Problem´? MfG Dipl.-Phys.K.Götze ZSR Land Brandenburg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, ich habe mich zwecks Beantwortung Ihrer Frage auch ein wenig in der ´Szene´ rum gehört, aber viel ist dabei nicht raus gekommen. Aber das Wenige möchte ich Ihnen doch hier - sozusagen in Form einer Aufzählung - mitteilen: 1) Ein Rohdatenbild zeichnet sich nicht dadurch aus, dass die Grauwerte invertiert sind. 2) Der Begriff ´Wurmeffekt´ ist unbekannt. 3) Offensichtlich kennt man, zumindest bei den von mir Angesprochenen, keine Dentalsoftware, mit der eine AP/KP mit einer speziellen Bildbearbeitung zu erfolgen hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lisa E. schrieb am 11.02.2016 - 15:44 Uhr:
Frage:2618 BETREFF: MFA im Bereitschaftsdienst
Sehr geehrter Prof. Ewen, wir haben bei uns im Krankenhaus in der Röntgenabteilung mehrere MFA´s die gerne Bereitschaftsdienste machen würden. Wir arbeiten in den Bereitschaftsdiensten teleradiologisch mit einer anderen Klinik zusammen und die Röntgenaufnahmen werden am nächsten Tag von unserem Radiologen befundet. Arbeitsverträglich ist es intern geregelt da bei uns am Wochenende auch Arbeitszeit gilt. Wäre es möglich wenn eine MFA den Bereitschaftsdienst macht und eine MTRA die Rufbereitschaft fürs CT leisten würde? Gibt es da eine Richtlinie ob das so möglich wäre?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Lisa E., diese Darstellung der in Ihrem Haus praktizierten Teleradiologie ist uns nicht so ganz verständlich. Sie beschreiben, dass in den Bereitschaftsdiensten eine teleradiologische Zusammenarbeit mit einer anderen Klinik besteht. Wir verstehen es so, dass die rechtfertigende Indikation durch den Teleradiologen der anderen Klinik erfolgt. Weiter führen Sie aus, dass die Befundung erst am nächsten Tag durch Ihren Radiologen vorgenommen wird. Damit erschließt sich für uns nicht mehr der Sinn der Teleradiologie in den Diensten (nachts, Wochenende, feiertags). Im Sinne der RöV erfolgen die Stellung der rechtfertigenden Indikation und die Erstbefundung durch den Teleradiologen, und zwar zeitnah zur Untersuchung. Bei dem von Ihnen beschriebenen Konstrukt stellt sich die Frage, ob eine Teleradiologie (´Abweichung vom Standard´) überhaupt gerechtfertigt ist. Denn, wenn die Befundung bis zum nächsten Tag Zeit hat, dann doch sicherlich auch die Untersuchung? Nun aber zu Ihrer Frage. Wenn es sich um eine nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigte Teleradiologie handelt und am Untersuchungsort in den Diensten nur Ärzte ohne Fachkunde im Strahlenschutz (aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz) tätig sind, dann darf eine MFA weder bei konventioneller Radiologie (Projektionsradiographie) noch bei CT-Untersuchungen mitwirken. Dies hat nichts mit dem eigentlichen Untersuchungsverfahren zu tun sondern mit der fehlenden Möglichkeit zur Beaufsichtigung der MFA im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV. Danach darf diese nur von Ärzten mit Fachkunde im Strahlenschutz wahrgenommen werden. Wenn sichergestellt ist, dass in den Diensten Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz für die Projektionsradiographie, z.B. mit Notfallfachkunde, vor Ort sind, dann könnten diese Untersuchungen auch von einer MFA technisch durchgeführt werden. Allerdings wäre dann dafür eine Teleradiologie unnötig, da Ärzte mit entsprechender Fachkunde im Strahlenschutz für die konventionelle Radiologie sowohl die rechtfertigende Indikation stellen als auch die Erstbefundung durchführen dürfen. In diesen Fällen wäre die Teleradiologie nur für den CT-Betrieb erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gaby H. schrieb am 09.02.2016 - 13:26 Uhr:
Frage:2617 BETREFF: Unterweisung nach § 36 RöV
Sehr geehrter Professor Ewen, gibt es Vorgaben, in welcher Form die jährliche Unterweisung nach § 36 RöV für Mitarbeiter einer radiologischen Praxis erfolgen muss? Ist zwingend eine mündliche Unterweisung erforderlich, oder kann die Unterweisung beispielsweise auch durch eine PowerPoint-Präsentation oder ein ausgedurcktes Dokument erfolgen, das der Mitarbeiter eigenständig durcharbeitet, sofern ihm die Möglichkeit gegeben wird bei Fragen den SSB zu kontaktieren?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gaby H., nein, es gibt keine Vorgaben, in welcher Form eine Unterweisung nach § 36 RöV zu erfolgen hat.Ein grobe Inhaltsangabe ist in Abs. 1 des § 36 enthalten (Arbeitsmethoden, Gefahren, Sicherheits- und Schutzmaßnahmen ferner wesentliche Inhalte der RöV, der Genehmigung bzw. Anzeige sowie der Strahlenschutzanweisung).Auch ist eine mündlich durchgeführte Unterweisung keineswegs zwingend. Beispielsweise wäre die von Ihnen beschriebene Vermittlung der Unterweisung durchaus akzeptabel. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Ullrich schrieb am 09.02.2016 - 12:19 Uhr:
Frage:2616 BETREFF: Kenntniskurs für Anästehsieärzte oder Anästehsieschwestern
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, benötigen Anästehsieärzte /-innen oder Anästehsieschwestern/-pfleger, die permanent in einem OP arbeiten, in dem ein C-Bogen oder andere Röntgengeräte zum Einsatz kommen, für ihren Einsatz im OP den Kenntniskurs nach RöV, auch wenn sie dabei nicht in die Situation kommen, den C-Bogen zu bedienen? Genügt die Einweisung und Belehrung zum Beginn Ihrer Tätigkeit sowie die jährlichen Strahlenschutzbelehrungen? Mit freundlichen Grüßen H. Ullrich


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Ullrich, der genannte Personenkreis benötigt keine Kenntnisse im Strahlenschutz, wenn von diesem die sog. technische Durchführung im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV nicht wahrgenommen wird. Das gilt sowohl für die Ärzte als auch für die Schwestern und Pfleger. Nur für die Ärzte: Diese benötigen auch keine Fachkunde im Strahlenschutz, wenn von ihnen nicht die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 für die Durchführung von Röntgenuntersuchungen gestellt wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manfred Hoffmann schrieb am 08.02.2016 - 13:48 Uhr:
Frage:2615 BETREFF: Patientenabdeckung zum Streustrahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, danke für Ihre prompte Antwort auf meine Anfrage vom 5.2.2016. Interessieren würde mich auch Ihre Ansicht der Verwendung entsprechenden Materials unter dem Aspekt Schutz des Untersuchungspersonals. Mit freundlichen Grüßen Manfred Hoffmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoffmann, auch das radiologische Personal muss sich gegen Strahlung schützen. Was die Röntgendiagnostik betrifft, so ist nur das Personal (z.B. Ärzte, Assistenzpersonal) ´beruflich strahlenexponiert´ (wie die Röntgenverordnung, RöV, das ausdrückt), das sich während der Untersuchung im Röntgenraum aufhalten muss, wenn die Strahlung eingeschaltet ist. Dann entsteht dort hauptsächlich durch die vom Patienten ausgehende Streustrahlung eine erhöhte Dosis, wodurch der Röntgenraum zum Kontrollbereich wird. In diesem muss das Personal die Strahlenexposition ermitteln, was meistens durch Personendosimetern erfolgt (§ 35 RöV), und Schutzkleidung tragen (§ 21 Abs. 1 RöV). Diese Situation ist immer dann gegeben, wenn die Röntgenstrahlung über längere Zeit eingeschaltet werden muss, um dynamische, also zeitabhängige Informationen zu erhalten, wie z.B. bei Angiographien sowie bei kardiologischen und intraoperativen Untersuchungen. Welche Schutzkleidung getragen werden muss (Schürzen, Schutzbrillen, Schutzhandschuhe und Schilddrüsenschutz), hängt sehr von der Art der Untersuchung ab. Es gibt dazu verschiedene Informationen, z.B. auch in Tabellenform. Eine sehr übersichtliche ist die Tabelle A.1, die in der DIN 6815 enthalten ist (DIN 6815: Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Prüfung des Strahlenschutzes nach Errichtung, Instandsetzung und wesentlicher Änderung). Ich weiß nicht, ob Sie relativ leicht an diese Norm herankommen können. Radiologische Normen findet man leider in geschlossener Textform nicht im Internet. Der Alleinverkauf geschieht durch den Beuth-Verlag GmbH, 10772 Berlin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manfred Hoffmann schrieb am 05.02.2016 - 10:05 Uhr:
Frage:2614 BETREFF: Sreustrahlenschtz
Sehr geehrte Damen und Herren, Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie schätzen Sie den praktischen Nutzen einer Patientenabdeckung zum Streustrahlenschutz (siehe Anlage) in der Interventionsradiologie/Kardiologie ein? Für eine kurze Wertung wäre ich sehr dankbar.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoffmann, ich bitte um Verständnis, dass ich das von Ihnen in der Anlage zu Ihrer Anfrage beschriebene und zur Reduzierung der Streustrahlendosis vorgesehene Patientenschutzmittel hier nicht explizit beurteilen kann, weil hier im Forum RöV grundsätzlich bei welchen Produkten auch immer irgendwelche Rückschlüsse auf eine Herstelleridentifizierung vermieden werden müssen. Ich kann daher Ihre Frage nur ganz allgemein beantworten. Rechtliche Basis zur Nutzung von Patientenschutzmitteln (z.B. Schürzen, Hoden- und Ovarienschutz) ist § 25 Abs. 3 RöV, nach dem nicht von der Nutzstrahlung getroffene Körperbereiche vor einer Strahlenexposition (schwerpunktmäßig durch Streustrahlung) so weit wie möglich zu schützen sind. Das geschieht, wie allgemein bekannt, weitgehend durch Nutzung der o.g. Patientenschutzmittel, deren Vielfalt z.B. in der Leitlinie der Bundesärztekammer und in der DIN EN 61331-3, aber auch in der Anlage III der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (s. Internet) zur Kenntnis genommen werden kann. Besonders wichtig sind Überlegungen zum Streustrahlenschutz natürlich bei Untersuchungen mit verhältnismäßig hoher Strahlenexpositon des Patienten, wie das ja unter anderem bei Interventionen und Herzkatheteruntersuchungen der Fall ist. In den o.g. Publikationen werden für diese Anwendungen vorgeschlagen: Hodenschutz- und Ovarschutzsysteme sowie Gonadenschutzschürze. Wie groß der Schutzfaktor ist, der durch Patientenschutzmittel welcher Art auch immer erreicht werden kann, bleibt umstritten, denn die geometrische Verteilung der Streustrahlung in und außerhalb des menschlichen Körpers ist komplex und nicht immer reproduzierbar. Eins ist sicher: Man macht nichts falsch und kann nur gewinnen, wenn man in die Durchführung radiologischer Maßnahmen der o.g. Art Patientenschutzmittel mit einbezieht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Neumnn,Joachim schrieb am 04.02.2016 - 15:00 Uhr:
Frage:2613 BETREFF: Abdomen CT
Sehr geehrter Herr Ewen, bei mir wurde ein Abdomen CT durchgeführt. Nach einer erfolgreichen und zufriedenstellenden Darmspiegelung sagte der Arzt ,ca 30Sekunden im persönlichen Gespräch :jetzt machen wir eine CT , das ist gut,,wie TÜV beim Auto. Ich war noch ca 3 Stunden nach vollständiger Sedierung noch stark benommen und sollte den Aufklärungsbogen unterschreiben. War dies so in Ordnung? Ergebnis der CT:alles in Ordnung. im Nachhinein ärgerte ich mich sehr über die Strahlenlast. Muss die Indikation zur Abdomen CT in der Patientenakte für mich als Patienten zu erfahren sein? Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar. Freundlichst J.Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, rechtlicher Hintergrund für Ihre Frage hier im Forum ist die immer wieder diskutierte und oft auch falsch verstandene Forderung in der Röntgenverordnung (RöV) nach Stellung der sog. rechtfertigenden Indikation für eine Röntgenuntersuchung (§ 23 Abs. 1 RöV), nach der ein entsprechend im Strahlenschutz fachkundiger Arzt vor der Untersuchung entscheiden muss, ob der Nutzen der geplanten Anwendung von Röntgenstrahlung gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt. Eine Röntgenuntersuchung darf also nicht als ein ´Sicherheitscheck´ verstanden (und ´verkauft´) werden, wie er z.B. beim Auto üblich ist. Nehmen wir an, Sie hätten entsprechende Beschwerden im Darmbereich, so dass es sinnvoll wäre, zunächst eine Darmspiegelung vorzunehmen. Wenn sich dabei kein Befund ergibt, könnte eine weitere Abklärung mittels CT durchaus sinnvoll sein. Aber ohne vorhergehende Beschwerden und das dann mit einem unauffälligen Befund sollte eine CT-Untersuchung in der Regel nicht indiziert sein. Aus dem Text Ihrer Frage könnte man schließen, dass die Darmspiegelung als Früherkennungsmaßnahme bei Ihnen als einem klinisch asymptomatischem Patienten erfolgreich durchgeführt worden ist und man daher die Annahme nicht von der Hand weisen kann, dass die anschließende CT-Untersuchung auf der Basis des § 23 Abs. 1 RöV nicht gerechtfertigt indiziert war. Nach § 28 Abs. 1 Nr. 4 RöV müssen Angaben zur rechtfertigenden Indikation aufgezeichnet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Botta-Schönrock Evelyn schrieb am 03.02.2016 - 20:06 Uhr:
Frage:2612 BETREFF: Frage 2610
Danke für Ihr Schreiben, aber Sie sind auf meine Fragen explizit nicht eingegangen. Den großen 120 Std. Strahlenschutzkurs hatte ich erwähnt, wurde auch gemacht. Unsere Privatschule hatte ihre eigenen Gesetze und wir waren der letzte Kurs der zweijährigen Ausbildung und hatten das Fach Röntgen und Strahlenschutz, sowie eine gründliche Physikausbildung noch in unserem Stundenplan und hatten auch Rö.-Geräte zur Verfügung, Praktikas im Röntgen mussten mehrere nachgewiesen werden.Also hatten wir doch eine andere Ausbildung als nur Labor-MTA´s und können doch nicht einfachen Arzthelferinnen gleichgestellt werden. Wie sieht denn das mit normalem Röntgen aus - dürfte ich das wenigstens ohne Anwesenheit eines Arztes oder ebenso wie die MFA nicht mehr? Das ist doch einfach ungerecht! Es gibt ja nicht einmal die Möglichkeit einer Zusatzqualifikation um die MTRA-Anerkennung nachzuholen. Das ist doch eine Bestrafung der älteren Arbeitnehme > 50 die eh schon schlecht Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.....Warum schaft man nicht diese Möglichkeit einer Nachqualifikation? Mein Zeugnis habe ich ihnen bei der letzten Frage ja beigelegt und Sie sehen eindeutig den Nachweis: Röntgen und Strahlenschutz (zusätzlich zu dem 120 Std.-Kurs den ich seperat auch noch gemacht habe....)


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botta-Schönrock, sehr wohl sind wir auf Ihre Fragen eingegangen. Wir haben in unserer nicht-offiziellen Stellungnahme (mehr als diese können wir im Forum RöV nicht abgeben, denn wir sind keine Behörde und auch kein Sprachrohr einer Behörde) deutlich darauf hingewiesen, dass bereits seit 1988 nur noch Personen, die die Berufsbezeichnung MTRA oder MTA führen dürfen, über Fachkunde im Strahlenschutz zur technischen Durchführung von Röntgenuntersuchungen verfügen. Diese Regelung enthielt der damalige § 23 Abs. 2 der RöV vom 7.1.1987. Fortgeschrieben wurde diese Regel in § 24 Abs. 2 der Novelle der Röntgenverordnung von 2002. Sie haben Ihre Ausbildung als MTLA nach Ihren Zeugnisunterlagen im Jahr 1994 abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch nach der RöV schon sechs Jahre lang eine klare Regelung, wer aus den Assistenzberufen über Fachkunde im Strahlenschutz verfügte. Aufgrund der vorbehaltenen Tätigkeiten nach dem MTA-Gesetz war es auch zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, auf anderem Wege Fachkunde im Strahlenschutz zu erlangen. Auch heute ist es ein sehr kompliziertes Verfahren, wenn zusammen mit einer Berufsausbildung die Fachkunde im Strahlenschutz erworben werden soll. Dies erfordert in der Regel staatlich abgestimmte und überprüfte Ausbildungspläne und eine ebenso überwachte Ausbildung. Ihre zweijährige Ausbildung an der MTA-Schule war sicherlich sehr umfassend und geht über die üblichen Strahlenschutzkurse hinaus. Allerdings nehmen wir an, dass sie nicht mit einer Fachkundebescheinigung abgeschlossen hat. Genaueres können Sie wirklich nur bei den zuständigen Behörden (für die damalige Ausbildung und für Ihre jetzige Tätigkeit) erfahren. Sicherlich hätte die MTA-Schule Ihnen zum Abschluss Ihrer Ausbildung mitteilen sollen, was Sie mit Ihrer Ausbildung im Bereich Röntgen bei der Berufsausübung machen dürfen und welche Schritte vorher erforderlich sind. Sie hätten nach den Regeln der RöV schon damals eine Bescheinigung über die Kenntnisse im Strahlenschutz bei der zuständigen Stelle (z.B. in NRW die Ärztekammer) beantragen müssen und mit dieser Bescheinigung dann auch die Grenzen der möglichen Tätigkeiten erkennen können. Wir verstehen, dass Sie die Regelungen nach jahrelanger Berufspraxis für ungerecht halten, müssen aber auch deutlich machen, dass es diese Regelungen damals schon gab. Darüber hinaus müssen wir an dieser Stelle auch noch einmal darauf aufmerksam machen, dass wir im Forum RöV nur unsere persönliche Meinung abgeben sowie Ratschläge und Hinweise geben können. Veränderungen an bestehenden rechtlichen Situationen könnten aber - wenn überhaupt - nur im Zusammenwirken mit den zuständigen Behörden möglich sein. Ich denke, wir haben jetzt mit diesen beiden Anfragen und unseren Antworten dazu unsere Meinungen ausgetauscht. Mehr lässt sich jedoch auf dieser Ebene nicht erreichen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Roland Brandl schrieb am 03.02.2016 - 10:33 Uhr:
Frage:2611 BETREFF: Augenschutz bei CCT
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, der Linsenschutz bei CCTs ist in den meisten Instituten ja bereits Standard und es gibt auch eine Reihe von Empfehlungen dazu. Bis jetzt wurden diese Empfehlungen aber noch verpflichtend bzw. noch nicht in Leitlinien umgesetzt, zumindest nicht offiziell in der RöV oder den Empfehlungen der Bundesärztekammer, oder liege ich da falsch? Mit freundlichen Grüßen, R. Brandl, Regensburg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brandl, vielen Dank für Ihren Beitrag zu dem Thema Augenlinsenschutz bei CT-Untersuchungen im Schädelbereich. Nach meinem Kenntnisstand gibt es dazu bisher keine rechtlich belastbaren Regelungen. Wir sind dabei, im Rahmen der Novellierung der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) das Vorhandensein von Linsenschutzeinrichtungen bei CT-Arbeitsplätzen zu fordern. Deren tatsächliche Nutzung kann man allerdings über die SV-RL nicht erzwingen. Nach der SV-RL überprüfen Sachverständige vor Inbetriebnahme und danach alle 5 Jahre den technischen Strahlenschutz, unter anderem auch in der Röntgendiagnostik und damit auch an Computertomographen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Botta-Schönrock Evelyn schrieb am 02.02.2016 - 21:44 Uhr:
Frage:2610 BETREFF: Gleichstellung MTA-MTRA
Habe auf einer Privatschule noch vor Inkrafttreten des neuen MTA-Gesetztes von 1994 noch eine Ausbildung zur MTA gemacht, damals noch 2-jährig und mit Rö.-Ausbildung einschließlich Fachkunde im Strahlenschutz.( Beginn Ausbildung 1992). Die Privatschule hatte noch eine Sondergehmigung für die Röntgenausbildung. Den 120-Std. großen Röntgenkurs habe ich davor auch noch gemacht, ebenso die 5-jährigen Auffrischungen. Seit meiner Ausbildung habe ich nur im Rö.-Bereich gearbeitet. Jetzt soll ich auf einmal nur noch ebenso viel wert sein wie eine einfache MFA mit Rö.-Schein- das kann doch nicht sein? Gehalt soll ich weniger als die MTRA bekommen und keine Teleradiologie mehr machen und auch kein CT mehr außerhalb der Praxiszeit fahren dürfen.....Das kann doch nicht sein. Meine letzten 8 Berufsjahre möchte ich nicht noch degradiert werden- irgendwo muss doch die Erfahrung auch noch etwas zählen....20 Jahre Arbeiten in der RAdiologie kann man doch nicht wegwischen... Auf der Urkunde steht zwar med. technl Laboratoriumsassistentin aber im Zeugnis Röntgen mit Strahlenschutz! Was soll ich tun? Auf der Urkunde steht lt. MTA-Gesetz von 1971 Anhang: https://drive.google.com/file/d/0B_GKxYmuimj4Nm5CazcyYzF5dkk/view?usp=sharing Sorry, Bild ließ sich nicht anders hochladen.... Kam immer Datei zu groß!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botta-Schönrock, das MTA-Gesetz ist unseres Wissens nach bereits 1972 so verändert worden, dass die Ausbildung in verschiedene Bereiche unterteilt wurde (MTRA, MTLA). Die Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung wurde von diesem Zeitpunkt an nur noch mit der Berufserlaubnis zur MTRA erteilt. Mit dem Inkrafttreten der Röntgenverordnung am 1. Januar 1988 wurde festgelegt, dass Personen, die zur Führung der Berufsbezeichnung MTRA oder MTA (nach dem bis 1972 geltenden MTA-Gesetz) berechtigt sind, über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen (Definition: § 2 Nr. 7 RöV) verfügen. Alle anderen Assistenzpersonen (dazu gehören auch MTLA) mussten Kenntnisse im Strahlenschutz durch Teilnahme an bestimmten Kursen und durch eine Bescheinigung der zuständigen Stelle erwerben. Es ist durchaus möglich, dass ein solcher Kurs, der damals 120 Stunden dauerte, auch von der MTLA-Schule durchgeführt wurde. Allerdings gilt seit 1988, dass Personen, die nicht zum Führen der Berufsbezeichnung MTRA oder MTA berechtigt sind, nur unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes tätig werden dürfen. Da diese Regelung aktuell in der Röntgenverordnung immer noch so ist, trifft es nach unserer Meinung zu, dass ein Mitwirken in der Teleradiologie für Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz (MTLA, MFA) nicht zulässig ist. Wenn ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz anwesend ist und die Aufsicht führt, können natürlich auch MTLA oder MFA mit den bescheinigten Kenntnissen im Strahlenschutz technisch durchführen. Sofern Sie in Ihrem speziellen Fall der Auffassung sind, dass Sie trotz dieser Regelungen über Fachkunde im Strahlenschutz im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 RöV verfügen, empfehlen wir Ihnen, dies unmittelbar mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zu besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Maximilian Müller schrieb am 02.02.2016 - 21:17 Uhr:
Frage:2609 BETREFF: MPE Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Betr. MPE Fachkunde in der Röntgendiagnostik Kann ich als staatlich geprüfter Elektrotechniker mit der Fachkunde Technik 6.1 und 20 Jahre Berufserfahrung, die Fachkunde Medizinphysikexperte für die Röntgendiagnostik erlangen? Mit freundlichen Grüßen M. Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, um eine Fachkunde im Strahlenschutz als MPE zu erwerben, ist unabhängig von dem Bereich, für den die Fachkunde erlangt werden soll, also Röntgendiagnostik, Teletherapie oder Nuklearmedizin, ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium in medizinischer Physik erforderlich oder eine inhaltlich gleichwertige Ausbildung mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Beim letztgenannten Personenkreis muss die Gleichwertigkeit der Ausbildung zusätzlich in einem so genannten Fachgespräch nachgewiesen werden. Eine Ausbildung als staatlich geprüfter Elektrotechniker ist leider nicht ausreichend, um eine Fachkunde als MPE erlangen zu können. Die Fachkunde nach R 6.1 ermöglicht lediglich die Prüfung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen, aber nicht die darüber hinaus gehende Tätigkeit als MPE. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Angelika Sahin schrieb am 01.02.2016 - 16:03 Uhr:
Frage:2608 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist der Entwurf der DIN 6857-2 bereits verabschiedet? Oder wie ist hier der Stand der Dinge? Vielen Dank für Ihre Nachricht. Mit freundlichen Grüßen Angelika Sahin


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sahin, die DIN 6857-2 ist auf der Sitzung des zuständigen Arbeitskreises (AA2) des Normenausschusses Radiologie (NAR) am 22./23.10.2015 als Norm verabschiedet worden. Sie wird ´in Kürze´ vom Beuth-Verlag publiziert werden. Wann genau, entzieht sich meiner Kenntnis (mit Sicherheit spätestens Frühjahr). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Braun schrieb am 29.01.2016 - 23:51 Uhr:
Frage:2607 BETREFF: Röntgen-Befundung durch Nicht-Radiologen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite seit wenigen Monaten in einer kleinen Klinik und befunde dort überwiegend die Schnittbilddiagnostik. Die konventionellen Skelett-Röntgenaufnahmen werden von den orthopädischen Kollegen befundet,deren leitende Angestellte auch über die ´Fachkunde Notfall´ verfügen und erstellen auch schriftliche Befunde. Ihre Befunde versehen sie dabei stets mit dem Vorsatz ´orthopädisch-unfallchirurgischer Befund´, wohl um darauf hinzuweisen, dass sie das Bild lediglich aus ´ihrer orthopädischen Sicht´ befunden. Nun meine Frage: Inwiefern ist dies zulässig und wie gestaltet sich die Situation, wenn ein relevanter Befund übersehen wird, der aber eventuell nicht originär orthopädischer Natur ist? Ist es zulässig, somit im Befund nur auf bestimmte Aspekte des Röntgenbildes einzugehen? In diesem Zusammenhang noch eine weitere Frage: In welchem Zeitrahmen müssen radiologische Befunde zur Verfügung stehen? Existiert da eine klare Festlegung? Vielen Dank im voraus!


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Braun, es passierte zwar sehr selten, aber es gibt Fragen, die sind durch das Team des Forum Röntgenverordnung nicht mehr wirklich belastbar zu beantworten. Zu diesen wenigen Fragen gehört die Frage, die Sie gestellt haben. Wir können an dieser Stelle nur unsere Auffassung zur Verfügung stellen: Wenn ein Arzt mit einer Teilgebietsfachkunde die rechtfertigende Indikation stellt und die Befundung einer Röntgenuntersuchung durchführt, dann darf sich das nach den Regelungen der Röntgenverordnung nur auf die Anwendungsgebiete beziehen, für die er über eine bescheinigte Fachkunde im Strahlenschutz nach der Röntgenverordnung verfügt. In solchen Fällen schließt die RöV die Stellung der rechtfertigende Indikation für ein anderes Anwendungsgebiet vollkommen aus. Die Befundung ist ein Teil der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen (vgl. § 2 Nr. 1.a RöV) und darf nur durch Ärzte erfolgen, die über die erforderliche Fachkunde verfügen oder unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes tätig werden (§ 24 Abs. 1 Nr. 1 - 3 RöV). Wenn nun ein Arzt eine Befundung (Anwendung) in einem Bereich durchführt, für den er nicht fachkundig ist und auch keine Beaufsichtigung durch einen entsprechend fachkundigen Kollegen erfolgt, dann muss man in Frage stellen, ob eine solche Tätigkeit den Regeln der RöV entspricht. Nach unserer Auffassung gehört es sicherlich zur ärztlichen Kunst, dass bei der Ansicht eines Röntgenbildes auch Bereiche außerhalb der engen Fragestellung mit beurteilt werden sollten. Es müsste/sollte der in einem solchen Fall befundende Arzt mit einer nicht zutreffenden Teilgebietsfachkunde in dem nach RöV notwendigen schriftlichen Befund (vgl. § 28 Abs. 1 Nr. 5 RöV) darauf hinweisen, dass Auffälligkeiten erkannt wurden, diese aber wegen der formal fehlenden Fachkunde nicht befundet wurden. Wenn sich die Bildbetrachtung explizit nur auf die besondere Fragestellung bezieht, dann sollte im schriftlichen Befund hierauf eindeutig und nicht nur pauschal hingewiesen werden. Da in Ihrer Fragestellung aber sowohl Berufsrecht als auch Strahlenschutzrecht zusammenwirken, empfehlen wir Ihnen, diese Frage einem Fachanwalt für Arztrecht oder den juristischen Abteilungen der Ärztekammern vorzulegen. Zum Zeitrahmen, in dem der radiologische Befund zur Verfügung stehen muss, gibt es nach unserem Wissen keine klare Festlegung. Dies ist sicherlich von der jeweiligen Dringlichkeit bei dem einzelnen Patienten abhängig und muss vom fachkundigen Arzt schon bei der rechtfertigenden Indikation mit berücksichtigt werden. Es gilt, dass die Befundung zeitnah erfolgen muss. Ansonsten könnten sicherlich Zweifel an der Rechtfertigung der Untersuchung auftreten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 29.01.2016 - 11:22 Uhr:
Frage:2606 BETREFF: Strahlenschutz bei Röntgen-Thorax
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frage zielt auf den Strahlenschutz bei Röntgen Thorax Untersuchungen. Wenn ich die Röntgenverordnung richtig deute, ist das Anlegen einer Halbschürze also eines Strahlenschutzes vorgeschrieben. Nach einer Studie der Uniklinik Basel von 1991 hat dieses aber keinen oder nur einen sehr geringen Effekt. Hier wird lediglich empfohlen, die Halbschürze filmseitig anzulegen. Andere wiederum behaupten, das tragen einer Bleischürzte würde zu einer höheren Dosisaufnahme führen, da der Rückstrahleffekt verstärkt wird. Ist das so, oder sollte auch weiterhin der Strahlenschutz ausnahmslos angelegt werden? Mit freundlichen Grüßen von der Nordsee M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, die Frage nach ´Patientenschutzschürze ja oder nein´ bei einer Thoraxaufnahme ist (etwas übertrieben gesagt) fast so alt wie die diagnostische Nutzung der Röntgenstrahlung. Dementsprechend variieren auch die Meinungen darüber (von bringt nichts bis unbedingt erforderlich). Sie haben das ja in Ihrer Frage schon zum Ausdruck gebracht. Ich trage daher mit der Antwort hier im Forum auch nur eine, nämlich meine Ansicht vor. Wenn wir von einer Röntgeneinrichtung, die im Sinne der RöV dem Stand der Technik entspricht, ausgehen, dann ist ein dosisreduzierender Effekt sicherlich vorhanden (Abschirmung der Gehäusedurchlassstrahlung im Gonadenbereich bei strahlerseitigem Anlegen einer Halbschürze), aber dieser ist in der Tat sehr gering. Keineswegs aber hat man durch Nutzung der Schürze einen Nachteil, denn dieser immer wieder angeführte ´Rückstrahleffekt´ durch angeblich von der Schürze ausgehende, in den Patienten gerichtete Streustrahlung ist bei einem Schürzenmaterial hoher Ordnungszahl (z.B. Blei) vernachlässigbar. Vielleicht sollte man den von vielen Patienten positiv empfundenen psychologischen Effekt einer angelegten Schutzschürze auch nicht ganz vergessen. Ich jedenfalls plädiere für die Nutzung einer Schürze bei Thoraxaufnahmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Müller schrieb am 29.01.2016 - 10:48 Uhr:
Frage:2605 BETREFF: Fachkunde Interventionsradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich besitze die Fachkunden Rö3.1 und Rö3.3 und habe bereits den Spezialkurs Interventionsradiologie besucht. Mein Sachkundezeugnis für die Interventionsradiologie habe ich auch schon durch einen entsprechend fachkundigen Arzt ausgestellt bekommen. Jetzt meine eigentliche Frage zum richtigen Lesen der Fachkunderichtlinie FK-RL. Muss ich bei der zuständigen ärztlichen Stelle zusätzlich auch die Teilfachkunde Rö3.5 beantragen, um hier eigenständig tätig zu werden oder ist die Rö7 höher zu werten? Ich denke nicht, aber die Antwort im IR-Spezialkurs hat mich nicht zufrieden gestellt. Nach meinem Verständnis wird das Anwendungsgebiet Rö7 in der Tabelle 4.2.1 zur FK-RL durch die einzelnen Teilfachkunden in der Rö3 eingeschränkt, d.h. von der Reihenfolge her benötigt man zuerst mindestens ein Teilgebiet der Rö3 um überhaupt die Rö7 erwerben zu dürfen, aber der Erwerb der Rö7 eröffnet nicht automatisch alle Anwendungsgebiete der Rö3 - Richtig? Vielen Dank und baldiges Wochenende. Auch ich bin über dieses Forum sehr froh! Großes Lob an das Forum-Team!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, Ihre Annahme ist richtig: Die Fachkunde Rö7 (Interventionen) darf von der zuständigen Stelle nur bescheinigt werden, wenn die erforderliche ´Grundfachkunde´ nach Rö3x, Rö4 oder natürlich Rö1 vorhanden ist. Die Listung in der Tabelle beinhaltet keine Höherwertigkeitsregelung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Monika Quade schrieb am 29.01.2016 - 09:53 Uhr:
Frage:2604 BETREFF: Sachverständigenprüfung in der Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof.Even, meine Fragen betreffen nur die Mammographie d.h.die Praxis hat keine weiteren Röntgenanlagen. Es steht demnächst die fünfjährige Sachverständigenprüfung an. Nun bräuchte ich einige Informationen. - handelt es sich dabei nur um den baulichen und gerätetechnischen Strahlenschutz? - welche Unterlagen muss ich bereithalten? - muss eine Bleischürze für Patient und Personal vorhanden sein? - sind Dosimeter(Plaketten) für das Personal vorgeschrieben. Die Strahlung in der MGF hat ja nur eine sehr geringe Reichweite? - muss auch in diesem Fall eine jährliche Strahlenschuzunterweisung stattfinden? Vielen Dank und freundliche Grüße Monika Quade


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Quade, 1) Bei einer wiederkehrenden SV-Prüfung wird der bauliche Strahlenschutz im Vergleich zur Erstprüfung nicht erneut geprüft, es sei denn, dass in der Zwischenzeit eine entsprechende Änderung vorgenommen worden ist (z.B. aus einem Nachbarraum, der bisher nur als Lager benutzt wurde,ist ein Büroraum geworden). 2) Für den Sachverständigen wäre es nützlich, wenn Sie den Bericht über die letzte Prüfung vorlegen könnten. Denn es muss ja jetzt nicht derselbe Sachverständige sein, der die letzte Prüfung vorgenommen hat. 3) Bei einer Mammographie ist normalerweise keine Patientenschutzschürze erforderlich. Auch für das Personal ist Schutzkleidung nicht erforderlich, denn üblicherweise befindet sich die auslösende Person hinter einer Strahlenschutzscheibe oder außerhalb des Röntgenraumens, also in beiden Fällen nicht im Kontrollbereich. 4) Das Personal benötigt keine Personendosimeter, weil es sich nicht im Kontrollbereich aufhält (siehe oben). 5) Eine jährliche Unterweisung ist allerdings notwendig (Näheres dazu: siehe § 36 RöV). Der Sachverständige wird aber danach nicht fragen, weil dies zu prüfen nicht zu seinen Aufgaben zählt. Dann hoffe ich, dass die Sachverständigenprüfung problemlos verlaufen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Peters schrieb am 29.01.2016 - 09:08 Uhr:
Frage:2603 BETREFF: zu Frage 2601
Sehr geehrter Herr Ewen; Ich denke, die Frage von Frau Koehnlein ging in eine etwas kompliziertere Richtung: Linsenschutz liegt beim Topogramm im Strahlengang->bei automatischer Dosisregulation würde das CT jetzt in diesem Bereich die Dosis bei der Spirale ja nach oben regulieren. Meine Ansicht wäre aus diesem Grund, den Schutz erst nach dem Topogramm aufzulegen. Jetzt aber das nächste Problem: Beim Fahren der Spirale erfolgt ja die x-y-Dosismodulation, die ebenfalls auf die Absorption reagieren müsste und die Dosis hier unnötigerweise hochfährt. Beim Schädel kann man ja durchaus auf die Dosismodulation verzichten, aber wie würde sich tatsächlich die Dosismodulation auf die Strahlenbelastung auswirken? Mit grübelnden Grüßen, Werner Peters


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Peters, Dank Frau Köhnlein und Dank Ihnen scheinen wir hier ein kleines Fass aufgemacht zu haben. Und das meine ich keineswegs ironisch. Das Forum RöV ist ja schließlich dazu da, Probleme im Strahlenschutz anzusprechen und Lösungen zu finden. Ich werde das hier auch versuchen und einen CT-Experten konsultieren, von dem ich annehme, dass er Licht in unsere ´grübelnden´ Gedanken bringen kann. Dazu möchte ich aber um ein wenig Geduld bitten. Ich werde das Ergebnis dann selbst ins Forum RöV setzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 29.01.2016 - 08:59 Uhr:
Frage:2602 BETREFF: zu Frage 2601
Eine Anmerkung zu Frage 2601: Nach meiner Ansicht macht es gerade Sinn den Linsenschutz schon beim Topogramm anzuwenden, weil man dann gut feststellen kann, ob ggf. doch bildrelevante Bereiche überdeckt oder durch Artefakte gestört werden und man den Linsenschutz bei der CT-Untersuchung besser entfernen sollte. Ich finde dieses Forum super!!!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Weber, gutes Argument für ´Linsenschutz auch beim Topogramm´. Vielen Dank! Wir sind im Forum RöV durchaus flexibel. Und Danke auch für das Lob! Viele Grüße K. Ewen



  S. Koehnlein schrieb am 28.01.2016 - 10:24 Uhr:
Frage:2601 BETREFF: CT-Augenschutz und Topogramm
Sehr geehrter Herr Prof. Even, wir benutzen bei den CTs des Kopfes einen Bismuthlinsenschutz. Da ich einen Standard festlegen möchte, jedoch unterschiedliche Auskünfte erhalte, meine Frage an Sie: gibt es eine verbindliche Richtlinie, ob bei automatischer Dosisreguation der Linsenschutz erst nach dem Topogramm aufgelegt werden soll oder kann er durchaus auch schon vor dem Topogramm angewendet werden. Mit freundlichen Grüßen S. Köhnlein


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Koehnlein, es ist natürlich sinnvoll, in Anbetracht der relativ hohen Strahlensensibilität der Augenlinsen bei CT-Untersuchungen im Kopfbereich einen Augenlinsenschutz zu benutzen, vorausgesetzt, es werden dadurch keine bildrelevanten Bereiche überdeckt oder störende Artefakte erzeugt. Ich kenne allerdings keine ´verbindliche´ Regelung (z.B. eine Richtlinie), die festlegt, ob das Anlegen eines Augenlinsenschutzes bei einer CT-Untersuchung im Kopfbereich das Topogramm mit einschließen soll oder nicht. Also wundert es mich auch nicht, dass Sie zu dieser Frage unterschiedliche Auskünfte erhalten haben, zumal man auch bedenken muss, dass die Strahlenexposition durch ein Topogramm in der Regel nur einen Bruchteil dessen ausmacht, was die eigentliche CT-Untersuchung erzeugt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  ddlfile schrieb am 25.01.2016 - 07:24 Uhr:
Frage:2600 BETREFF: DDL File
DDL File is heaven for all those people who want to use powerful and features-filled software but unable to download them. http://ddlfile.com


1. Antwort: ... we are not concerned. E.



  Christian Maindorfer schrieb am 22.01.2016 - 18:04 Uhr:
Frage:2599 BETREFF: Rechtfertigende Indikation für Radiologische Untersuchungen
Guten Tag Prof. Ewen. Ich hätte Fragen bezüglich der gerechtfertigten Indikation für Röntgenuntersuchungen. Was für RECHTE und PFLICHTEN hat definitiv ein MTRA, wenn er Röntgenanforderungen mit z. B. folgenden ´rechtfertigenden Indikationen´ und ´klinischen Fragen´ bekommt: #?, Schmerzen Fraktur? V.a. Stein li., etc.. Teilweise ohne genaue Klinik des Patienten oder ohne eine definitive Fragestellung. Ein Beispiel noch von heute im Dienst: re. thorakale Schmerzen ohne Trauma (gewünschte Aufnahme Thorax 2 Ebenen). Ich empfinde diese Indikationen und klinischen Fragen mehr als dürftig und bin nicht der Einzige, der so denkt. Ich habe im Januar diesen Jahres meine Fachkunde aktualisiert und unter anderem einen sehr interessanten Vortrag über diese Thematik von einem Rechtsanwalt (selbst auch in der Feuerwehr, also nicht ganz weltfremd) gehört. Nun würde mich Ihre Meinung interessieren. Mit freundlichen Grüßen. Ch. Maindorfer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Maindorfer, grundsätzlich ist bei der heilkundlichen Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen zwischen der medizinischen Fragestellung und der rechtfertigenden Indikation zur Strahlenanwendung zu unterscheiden. Die medizinische Fragestellung (medizinische Indikation) darf durch jeden Arzt erfolgen (keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich) und kann daher sicherlich in Einzelfällen auch schon diffus sein. Auf Grundlage der Fragestellung muss dann der fachkundige Arzt die konkrete rechtfertigende Indikation stellen, hierüber seine Mitarbeiter (z.B. MTRA) informieren und die Dokumentation durchführen. Dass dieses so funktioniert, muss vom Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) im Rahmen der Strahlenschutzorganisation festgelegt sein und vom strahlenschutzbeauftragten Arzt (SSB) begleitet werden. Dabei muss der fachkundige Arzt im Rahmen der rechtfertigenden Indikation das Ob und Wie festlegen und eine Risikoabwägung durchführen. Die Durchführungsanweisung an die Mitarbeiter könnte durchaus mündlich oder schriftlich im Einzelfall oder durch eine entsprechende Arbeitsanweisung erfolgen. Natürlich kann der fachkundige Arzt sich bei der rechtfertigenden Indikation auch der Bitte des Überweisers oder Zuweisers anschließen, ohne weitere Details festzulegen. Dies erfordert aber eine klare eindeutige Fragestellung. In den von Ihnen beschriebenen Fällen wäre es aus unserer Sicht sinnvoll, wenn Sie mit Ihrem ärztlichen Strahlenschutzbeauftragten sprechen, ihm die Mängel mitteilen (am besten schriftlich) und um Verbesserung im Ablauf bitten. Sollten Sie hiermit keinen Erfolg haben, bleibt der Weg zum Betriebs- oder Personalrat. Eine unmittelbare Information der zuständigen Behörde würden wir nicht empfehlen, da dies arbeitsrechtliche Konsequenzen (fehlendes Vertrauensverhältnis im Betrieb) haben könnte. Strahlenschutzrechtlich liegt die Verantwortung eindeutig beim SSV und beim SSB und nicht bei den Personen, die im Sinne des § 2 Nr. 7 und § 24 Abs. 2 RöV technisch durchführen (MTRA, MFA). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 20.01.2016 - 14:05 Uhr:
Frage:2598 BETREFF: Stand der Technik
Lieber Klaus, ich habe eine Frage zum ´Stand der Technik´. Anfang des Monats habe ich einen C-Bogen (BV, CRT-Bildschirm, Inbetriebnahme 1998) geprüft und festgestellt, das vom Prüfkörper nach DIN 6868-150 lediglich 7 Dynamik-Stufen (anstatt der geforderten 12 Stufen) dargestellt werden. Das hat jetzt nichts mit Abnahme- oder Konstanzprüfung zu tun! Ich berufe mich hier auf die Aussage, dass der Stand der Technik eingehalten ist und dieser in den aktuellen Normen definiert ist und den C-Bogen mit MK 2 bemängelt. Der Hersteller sieht das anders. Dieser beruft sich auf das Alter der Maschine und dem damaligen Stand der Technik. Wie siehst Du das? Liebe Grüße aus Stuttgart Kai Gottwals PS: Die ärztliche Stelle


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, lieber Kai, keine triviale Frage, die du dem Forum RöV präsentiert hast. Wir möchte darauf aber mehr im grundsätzlichen Sinne antworten. Auf den speziellen Fall bezogen, wäre erst im Detail zu prüfen, ob dieser Bereich (Dynamik-Stufen) tatsächlich zur wiederkehrenden Prüfung durch den Sachverständigen gehört und, wenn ja, ob es dann nicht nur die Kontrolle der Abnahmeprüfung (nach dem technischen Stand zum Zeitpunkt dieser Prüfung) betrifft. Als Einstieg in das Problem des Standes der Technik im Rahmen der RöV gilt grundsätzlich die Anforderung des § 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV, nach der die wiederkehrende Sachverständigenprüfung einer Röntgeneinrichtung nach dem ´Stand der Technik´ erfolgen muss. Dabei ist nach unserer Auffassung dann vom Stand der Technik im Sinne der RöV auszugehen, wenn sich Fachleute (z.B. aus dem AK RöV oder aus Arbeitsausschüssen des NAR) auf bestimmte (technische) Anforderungen geeinigt haben. Diese Anforderungen, die dann meistens in Regelwerken (z.B. Richtlinien, Normen, Protokolle, Rundschreiben) formuliert worden sind, können bei vergleichbaren Einrichtungen und Systemen aufgrund der gegebenen Technik zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme durchaus unterschiedlich sein. Dadurch lassen sich auch Übergangsregelungen bzw. das Fortgelten älterer Regelwerke erklären. Allerdings gilt, dass solches Fortgelten und damit verknüpfte Übergangsvorschriften nachvollziehbar dokumentiert sein müssen. Wenn sich in einem neuen Regelwerk oder in Begleittexten kein Hinweis findet, dass ältere Anforderungen/Vorschriften anwendbar bleiben, dann gilt für den Sachverständigen auch bei einer wiederkehrenden Prüfung, dass er die erforderlichen Prüfungen nach den aktuellen Anforderungen durchführen und auch die möglichen Mängel so beschreiben muss. Ob dies Konsequenzen hat, bleibt der Entscheidung der zuständigen Aufsichtsbehörde vorbehalten, die bei Anordnungen auch die Verhältnismäßigkeit der Forderung berücksichtigt. Anders stellt sich der gesamte Vorgang ggf. dar, wenn es sich um eine Inbetriebnahme bzw. Wiederinbetriebnahme handelt. Dann wird bis auf wenige Ausnahmen nur nach dem aktuellen Stand der Technik geprüft und ein nicht abgestellter Mangel der Mängelkategorie 2 würde die Inbetriebnahme normalerweise ausschließen. Viele Grüße Klaus Ewen



  Werner Betz schrieb am 18.01.2016 - 17:20 Uhr:
Frage:2597 BETREFF: Mittlerer Grauwert bei Röntgenfilmen
Sehr geehrte Damen und Herren, man findet in der Literatur immer wieder die Angabe, dass bei Zahnröntgenfilmen der Mittlere Grauwert 1,2 +- 0,2 betragen dürfe. Oder auch 1 über Schleier. Wo ist dies definiert? Vielen Dank im Voraus für die Auskunft Werner Betz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Betz, es gibt nach meiner Meinung zwei offizielle Schriftstücke, in denen diese Werte genannt werden: 1) Durchführungsempfehlungen zur Qualitätssicherung in der zahnärztlichen Radiologie der Bundeszahnärztekammer: Die Bildempfängerdosis beim Zahnfilm darf den Wert von 360 uGy nicht überschreiten, und das bei einer Nettodichte von 1,0. 2) DIN 6868-5 (Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 5: Konstanzprüfungen nach RöV an zahnärztlichen Röntgeneinrichtungen): B.1 Beispiel eines Formblattes für die Aufzeichnung des Ausgangszustandes der Konstanzprüfung für Röntgeneinrichtungen mit analogem Bildempfänger sowie der Filmverarbeitung. Darin steht in der Zeile ´Optische Dichte der mittleren Stufe der Referenzaufnahme´: ´Sollwert 1,2 +- 0,2´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lemling schrieb am 16.01.2016 - 19:05 Uhr:
Frage:2596 BETREFF: Durchführung der Konstanzprüfung
Guten Tag, dürfen Mfa´s mit Röntgenschein selbststämdig Konstanzprüfungen durchführen - ohne Anwesenheit einer MTRA oder Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz?


1. Antwort: Hallo, ja , das dürfen MFA`s mit ´Röntgenschein´, also mit Kenntnissen im Strahlenschutz, zumindest im eigenen Haus. Es ist dabei zwar keine Anwesenheit einer MTRA oder eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes erforderlich, aber die betreffende MFA darf nur unter Aufsicht und Verantwortung einer dieser Personen diesbezüglich tätig werden (§ 30 Nr. 2 RöV), was für diese z.B. einen Aufenthalt auf dem Klinikgelände bedeuten würde. Im Gegensatz dazu ist im Text des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV (technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung am Menschen durch eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz) von einer ständigen (!) Aufsicht und Verantwortung die Rede, und zwar nur durch fachkundige Ärzte/Zahnärzte. Diese ständige Aufsicht muss zeitlich lückenlos sein, damit ein schnelles Eingreifen bei einer Patientenuntersuchung durch einen Arzt ermöglicht werden kann. Bei einer Konstanzprüfung muss diese Aufsicht nicht jederzeit gegeben, also eben nicht ´ständig´ sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thilo Kind schrieb am 15.01.2016 - 11:34 Uhr:
Frage:2595 BETREFF: Mobile Geraete
Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben eine Frage bzgl. mobiler Roentgengeraete zur Materialanalyse: Wie ist die Situation des Strahlenschutzbeauftragten /-verantwortlichen zu sehen, wenn ein solches Geraet als Dienstleistung fuer eine andere Firma und auf dem Gelaende dieser Firma eingesetzt wird? Der Betrieb des Geraetes wuerde durch den Dienstleister erfolgen. Ist hier ein Strahlenschutzbeauftragter /-verantwortlicher des Dienstleisters ausreichend oder werden vom Dienstleistungsnehmer ebenfalls die Einrichtung dieser Stellen verlangt? Danke und Gruss Thilo Kind


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kind, der erste Teil des letzten Satzes in Ihrer Frage ist richtig. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  B.Schwetlick schrieb am 14.01.2016 - 13:40 Uhr:
Frage:2594 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte
Guten Tag Eine Frage zu den Diagnostischen Referenzwerten bei Angiographien. Bei einer BBA ist der Referenzwert 6400 cGyxcm² bei einer PTA 5000 cGy x cm² Wenn ich jetzt eine Diagnostische BBA + PTA mache muss ich dann bei Werte addieren, um im Referenzbereich zu liegen? Oder welcher Wert gilt dann? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schwetlick, zur Beantwortung Ihrer Frage habe ich mich auch mal rum hören müssen. Da es für die Kombination BBA und PTA keinen DRW gibt, müssen die Dosiswerte für jeden Teil extra erfasst werden. Das gestaltet sich in der Praxis manchmal als nicht ganz so einfach, weil einzelne Serien der Angio auch präinterventionell bei einer PTA ausgeführt werden. Wem rechnet man sie zu? Einfach addieren wäre sicherlich nicht korrekt. Aber als eine grobe Abschätzung der Dosis ´nach oben´ kann man die Summe durchaus gebrauchen. Das selbe Problem ergibt sich viel häufiger bei Koronarangiographien, wo bei einem pathologischen Befund die PTCA eventuell mit Stent angeschlossen wird. Reine PTCAs sind eher die Seltenheit. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 12.01.2016 - 09:39 Uhr:
Frage:2593 BETREFF: mobiler C-Bogen Aufnahmeserie
Guten Morgen Herr Prof. Ewen, unsere ärztliche Stelle fordert 6 Aufnahmeserien von Patienten von unseren beiden mobilen C-Bögen. Beim C-Bogen wird doch durchleuchtet - welche Aufnahmen werden hier gefordert? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, moderne C-Bogengeräte sind heutzutage, auf der Basis digitaler Techniken, sehr variabel einsetzbar. Man kann neben ihrer Hauptaufgabe, der Durchleuchtung, auch Röntgenaufnahmen (z.B. Einzelaufnahmen, Serien) mit durchaus befundbarer Bildqualität erzeugen. Insofern muss es nicht verwundern, wenn eine ärztliche Stelle in ihr Überprüfungsprogramm grundsätzlich auch den Aufnahmebetrieb mit einbezieht. Falls aber von einem Betreiber derartiger Röntgeneinrichtungen aus untersuchungsbezogenen oder aus technischen Gründen keine zur Befundung vorgesehenen Röntgenaufnahmen erzeugt werden bzw. erzeugen werden können, dann entfällt natürlich auch die Forderung einer ärztlichen Stelle nach Übersendung von Röntgenaufnahmebildern. Fragen dieser Art müssen individuell zwischen ärztlicher Stelle und Betreiber abgestimmt werden. Es hilft in diesem Zusammenhang vielleicht auch ein Blick in die Prüfberichte des Sachverständigen, die ja für Ihre C-Bogengeräte vorliegen müssten (befinden sich möglicherweise bei der Verwaltung Ihres Hauses). Darin sollte eigentlich der Betrieb dieser Geräte so beschrieben sein, dass man erkennen kann, ob ein Aufnahmebetrieb zum Zwecke der Befundung möglich bzw. vorgesehen ist. Auf jeden Fall sollten Sie sich mit der betreffenden ärztlichen Stelle in Verbindung setzen. Meine Erfahrung ist: Mit denen kommt man meistens ganz gut klar. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annette Mack schrieb am 12.01.2016 - 07:16 Uhr:
Frage:2592 BETREFF: Strahlenschutz für Patienten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich möchte gerne wissen, ob Patientenschürzen eine CE Kennzeichnung haben müssen und welchen Pb Gleichwert der Röntgenschutz für Patienten haben muss. Vielen Dank und herzliche Grüße A.Mack


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Mack, ja, Patientenschutzmittel (zum Beispiel Patientenschutzschürzen) sind Medizinprodukte und müssen CE-gekennzeichnet sein. Details (Maße, Bleigleichwerte, etc.) findet man in der DIN EN 61331-3 von Februar 2015: ´Strahlenschutz in der medizinischen Röntgendiagnostik - Teil 3: Schutzkleidung, Augenschutz und Abschirmungen für Patienten´. Die Bleigleichwerte liegen bei den meisten Patientenschutzmitteln zwischen 0,5 und 1,0 mm. Falls die genannte Norm für Sie nicht verfügbar sein sollte, kann man auch im Internet auf der Basis diesbezüglicher Informationen z.B. von Herstellern oder auch aus anderen Quellen fündig werden (Eingabe beispielsweise von Begriffen wie Patientenschutzschürzen, Röntgen). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 11.01.2016 - 11:40 Uhr:
Frage:2591 BETREFF: Strahlenschutz im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frage zielt auf den Strahlenschutz im OP. Neben der persönlichen Schutzausstattung wie der Bleischürzte scheint es vom Gesetzgeber keine Forderung bezüglich der OP Tisch Ausstattung zu geben. Die als Zubehör erhältlichen Bleischürzen die an den OP Tisch seitlich montiert werden können, scheinen nicht vorgeschrieben zu sein. Ist dem so, oder gibt es Möglichkeiten bzw. Vorschriften auf die man sich berufen kann um eine Anschaffung zu begründen. Mit freundlichen Grüßen M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, wenn man zur Beantwortung Ihrer Frage die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (im Internet aufsuchbar)zu Grunde legt, nach der Sachverständige den technischen Strahlenschutz von Röntgeneinrichtungen (also auch von im OP betriebenen) vor deren Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüfen, muss man sagen, dass Sie Recht haben. Bei im OP genutzten Röntgengeräten handelt es sich in den meisten Fällen um mobile C-Bogengeräte und - seltener - um am Deckenstativ angebrachte C-Bogengeräte, deren für beide Gerätetypen geltendes Prüfberichtsmuster (Nr. 2.2.4), das der Sachverständige abarbeiten muss, am Gerät bzw. am OP-Tisch fest angebrachte Streustrahlenabschirmungen nicht fordert. Das trifft nicht zu auf sog. kombinierte Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte, die z.B. für urologische, kardiologische oder neuroradiologische Untersuchungen eingesetzt werden und deren Prüfberichtsmuster (Nr. 2.2.3) mit Prüfberichtsnummer 03E06 derartige Streustrahlenabschirmungen durchaus verlangt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karl-Heinz Hoehlein schrieb am 06.01.2016 - 13:47 Uhr:
Frage:2590 BETREFF: Effektive Dosis bei Dental-Röntgengeräten
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, bei unseren Sachverständigenprüfungen im Dentalbereich werden wir häufig nach der Strahlenbelastung des Patienten gefragt. Während die Hautdosis über das Flächen-Dosisprodukt und der Größe des Nutzstrahlenfeldes berechnet werden kann (z.B. Energiedosis ca. 2 mGy für eine Tubus-Aufnahme), habe ich Berechnungsgrundlagen für die effektive Dosis in der Literatur noch nicht gefunden. Bei der Umrechnung von der Energiedosis auf die effektive Dosis werden sehr kleine Werte erhalten wenn nur die Haut als kritisches Organ berücksichtigt wird (Gewebe-Wichtungsfaktor Haut = 0,01, Anteil Gesamt-Hautoberfläche zu Nutzstrahlenfeld ca. 600) Somit würde die effektive Dosis bei einer Dental-Tubusaufnahme bei 0,03 µSv liegen, wenn nur die Haut als kritisches Organ berücksichtigt wird. Da in der Literatur bei Dental-Aufnahmen höhere Werte für die effektive Dosis angegeben werden (z.B. BfS: < 10 µSv), nehme ich an, dass bei den Berechnungen nicht nur die Haut als kritisches Organ berücksichtigt wird. Mögliche exponierte Organe wären Schilddrüse und Speicheldrüse. Bei der Schilddrüse ist natürlich bei Benutzung von Patienten-Schutzmitteln der Anteil der im Körper gestreuten Strahlung schwierig zu bestimmen, für die Speicheldrüse habe ich keine Werte für den Gewebe-Wichtungsfaktor gefunden (evtl. 0,05 für übrige Organe). Ist es im Dentalbereich bei den komplexen Bedingungen überhaupt sinnvoll eine effektive Dosis anzugeben? Vor allem ist es bei den sehr niedrigen berechneten Werten für die effektive Dosis bei Dental-Tubusgeräten schwierig, dem Betreiber Strahlenschutzmaßnahmen zur Reduzierung der Strahlenexposition des Patienten zu vermitteln, da kann dann nur das ALARA-Prinzip herhalten. Mit freundlichen Gruß, Karl-Heinz Hoehlein


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoehlein, ich habe mir irgendwann mal aus der Literatur ein paar Konversionsfaktoren f zur Umrechnung „DFP/DLP in effektive Dosis E“ für zahnmedizinische Röntgeneinrichtungen herausgesucht: E = f * DFP bzw. DLP mit E in uSv, DFP in uGy x qm, DLP in mGy * cm, f in uSv/uGy*qm bzw. uSv/mGy*cm. Für Tubusaufnahmen gilt: f = 0,7 und für Panoramaschichtaufnahme gilt: f = 2,0. Für DVT muss man zwischen DLP- und DFP-Anzeigen unter-scheiden: E = 0,2 * DLP, wenn DLP bekannt ist bzw. E = 24* [DFP]hoch0,37, wenn DFP bekannt ist. Generell gelten für die effektive Dosis bei zahnmedizinischen Röntgenuntersuchungen folgende (zugegebener Weise kleine) Größenordnungen: Tubusaufnahme: ca. 5 – 10 uSv bzw. für den Zahnstatus ca. 80 uSv, Panoramaschichtaufnahmen: ca. 20 – 50 uSv, DVT: ca. 30 – 100 uSv (und mehr). Hier schwanken die Dosisangaben, u.a. in Abhängigkeit vom Alter der DVT-Einrichtung, ziemlich stark. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Britta Degler schrieb am 05.01.2016 - 17:02 Uhr:
Frage:2589 BETREFF: Frage 2588
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, die Behandlungen wurde am CT durchgeführt. Diese DLP wurden aufgezeichnet: 1.Tag Total Exam DLP 22,74 mGy*cm davon im Scout 10,02 mGy*cm 2.Tag Total Exam DLP 17,67 mGy*cm davon im Scout 10,04 mGy*cm 3.Tag Total Exam DLP 27,36 mGy*cm davon im Scout 9,55 mGy*cm Der Uterus lag nur im Scout im direktem Nutzstrahlengang. Danke Britta Degler


1. Antwort: Bitte in die Antwort zur Frage Nr. 2588 schauen (dort: ´1. Antwort´). K. Ewen



  Britta Degler schrieb am 05.01.2016 - 11:10 Uhr:
Frage:2588 BETREFF: Schwangerschaft
Sehr geehrter Prof.Ewen ich hätte folgende Frage an Sie. Bei uns in der Klinik hat eine junge Patientin am 17./21./23.12.2015 PRT-Behandlungen bekommen. Der Schwangerschaftstest vor der Behandlung war negativ. Heute haben wir erfahren das die Patientin jetzt in der 5.Woche schwanger ist. Die Behandlung wurde im Bereich S1/S2 vorgenommen. Wie würden sie weiter vorgehen?Sollte man der Patientin zu einem Abort raten? Danke Britta Degler


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Degler, Sie haben mir die wichtigsten Daten für eine Dosisabschätzung des Uterus (Werte des DLP und Lage der Nutzstrahlung) jetzt genannt: Summe DLP für Scout Nutzstrahlung: ca. 30 mGy * cm und für den Rest (Störstrahlung): ca. 40 mGy * cm. Das waren ja in diesem Fall keine CT-Untersuchungen, bei der durchaus ziemlich hohe Dosiswerte auftreten können, sondern Lagekontrollen bei der Applikation einer PRT-Nadel, wobei das zu behandelnde Segment (S1/S2) zwecks Planung und Steuerung von Stichlage und –tiefe mit CT-Unterstützung dargestellt worden ist. Dass hierbei die Strahlenexposition relativ niedrig war, erkennt man an dem Wert des DLP (insgesamt für die 3 Behandlungstage ca. 70 mGy * cm). Die Literaturwerte bewegen sich bei diagnostischen CT-Maßnahmen im Abdomenbereich um 900 mGy * cm bzw. im Beckenbereich um 450 mGy * cm, also etwa 13mal bzw. 6,5mal mehr. Die Störstrahlendosis am Uterus ist bezüglich einer Risikoabschätzung bei vorliegender Schwangerschaft konservativ auf nicht mehr als 1,0 mSv anzusetzen. Schätzt man jetzt aus den angegebenen Daten die Dosis am Uterus ab, und zwar unter der Voraussetzung, dass dieser nur für den Scoutbetrieb im Scanbereich gelegen hat (DLP = 30 mGy * cm), und dies nach einer Methode, die in einem Lehrbuch von H.D.Nagel (´Strahlenexposition in der Computertomographie´) zu finden ist, dann ergibt sich ein Wert von etwa 4,0 mSv. Addiert man zwecks Angabe der gesamten Uterusdosis den sicherlich sehr konservativ veranschlagten Störstrahlenwert von 1,0 mSv hinzu, so wäre über das Strahlenrisiko einer Dosis am Uterus von 5 mSv zu diskutieren. In einem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) und der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) über ´Pränatale Strahlenexpositionen aus medizinischer Sicht´ (kann man im Internet finden) sind diese Strahlenexpositionen zusammen mit einer Bewertung der Folgerungen für Ärzte und Schwangere zusammengestellt. Es werden sog. Interventionsschwellen festgelegt, unter anderem eine (die unterste) von 20 mSv Uterusdosis, oberhalb derer eine genaue Dosisberechnung durchgeführt werden soll, und eine (die höchste: 200 mSv), bei deren Überschreitung Überlegungen zu einem Schwangerschaftsabbruch vom Arzt einbezogen werden. Als im Zusammenhang mit der Einschätzung von Uterusdosiswerten bei Schwangeren kritische Dosiswerte sollte man darin alle Werte von 100 mSv und mehr einordnen. Aus diesen Dosiswerten können Sie entnehmen, dass die o.g. Dosis von ca. 5,0 mSv, selbst wenn diese von mir erheblich zu klein abgeschätzt worden wäre, weit von der untersten Interventionsschwelle entfernt ist, geschweige von dem Wert 100 mSv, erst recht von dem Wert 200 mSv. Fazit: Ein Schwangerschaftsabbruch ist also nicht in Erwägung zu ziehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen

2. Antwort: Sehr geehrte Frau Degler, ich habe vorab noch ein paar Fragen: Welches bildgebende Verfahren wurde benutzt (ich nehme an, dass mit Röntgenstrahlung gearbeitet wurde)? Aufnahme-, Durchleuchtungs- oder CT-Untersuchung? Wenn möglich, nähere Angaben über die Zahl der Aufnahmen oder die Länge der Durchleuchtungszeiten oder entsprechende Angaben zum CT. Befand sich der Uterusbereich in der Nutzstrahlung? Das ist bei S1/S2 anzunehmen. Ich denke nicht, dass eine Interruptio zu empfehlen ist, benötige aber doch noch ein paar Informationen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Kossowski schrieb am 05.01.2016 - 09:24 Uhr:
Frage:2587 BETREFF: Atomgesetz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, als SSB und Bevollmächtigter in einem Klinikum stelle ich mir folgende Frage: Normadressat für die Röntgen- und Strahlenschutzverordnung ist der Strahlenschutzverantwortliche. Der SSV kann seine Aufgaben aus den genannten Verordnungen an einen Bevollmächtigten delegieren. Inwieweit ist dies auch für Aufgaben und Pflichten aus dem Atomgesetz möglich? Wer ist überhaupt Normadressat des Atomgesetzes? Der SSV wird hier nicht genannt. Können Pflichten aus dem Atomgesetz an Beauftragte / Bevollmächtigte weitergegeben werden? Wenn ja, auf welcher Grundlage? Vielen Dank für Ihre Antwort. Grüße, Ralf Kossowski


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kossowski, Normadressaten der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung sind der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) und in verschiedenen Bereichen die dafür bestellten Strahlenschutzbeauftragten (SSB). Dies gilt ebenso für Teile des Atomgesetzes. Die Regelungen, wer SSV ist, steht nicht im Atomgesetz sondern in § 31 Abs. 1 Satz 1 der StrlSchV und in § 13 Abs. 1 Satz 1 der RöV. Der SSV darf unserer Meinung nach auch Aufgaben aus dem Atomgesetz an ´Bevollmächtigte´ delegieren. Eine Rechtsgrundlage bedarf dieses ebenso wenig wie die Delegation nach Strahlenschutzverordnung oder Röntgenverordnung. Es muss auch berücksichtigt werden, dass der SSV auch bei einer Delegation an einen ´Bevollmächtigten´ seine Aufsichtspflichten voll umfänglich wahrnehmen muss. Eine Delegation der Verantwortung nach den atom- bzw. strahlenschutzrechtlichen Vorschriften auf einen ´Bevollmächtigten´ ist nach unserer Auffassung nicht möglich, so dass der SSV immer in der Verantwortung bleibt. Eine Besonderheit könnte sich aus den Vorschriften des Ordnungswidrigkeitengesetzes ergeben, da hier das Handeln für einen anderen geregelt ist. Es bedarf aber einer detaillierten juristischen Prüfung, ob ein Bevollmächtigter bei der Aufgabenwahrnehmung nach dem Strahlenschutzrecht eine Ordnungswidrigkeit begehen kann. Ihrer Anfrage zielt für uns ein wenig in die Richtung, inwieweit eine ´Bevollmächtigung´ für die Wahrnehmung von Aufgaben nach dem Atomgesetz für ein Klinikum überhaupt in Betracht kommt bzw. ob es in der medizinischen Radiologie tatsächlich Tätigkeiten gibt, für die eine Genehmigung oder Anzeige nach Atomgesetz erforderlich ist? Wir neigen in beiden Fällen zu ´nein´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hr. Urs ELKE schrieb am 29.12.2015 - 10:10 Uhr:
Frage:2586 BETREFF: Fachkundeaktualisierung
Sehr geehrter Prof. Ewen. Es ergibt sich in unserer Klinik akutell folgende Problematik bzw. Frage: Aktualisiert eine neu erworbene FK (z.B. Interventions-FK) die Gesamtfachkunde Radiologie, sodass die Gesamt-FK erst wieder in fünf Jahren und nicht wie eigentlich in 1 Jahr aktualisiert werden muss? Man bekommt dazu auch widersprüchliche Aussagen seitens der ÄK, die eben sagen, dass eine neue FK die alten aktualisiert, d.h. man theoretisch erst nach mehr als 20 Jahren aktuialisieren muss, wenn man die FK einzeln alle 4 Jahre erwirbt!? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Gibt es dazu detailliertere Ausführungen in einer RIchtlinie, als nur der Satz eine FK muss alle 5 Jahre akt. werden?!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Elke, für den Bezugszeitpunkt zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz gilt, dass dieser der Tag ist, an dem die letzte Fachkunde im Strahlenschutz von der zuständigen Stelle bescheinigt wurde. Diese Auslegung findet sich nicht in den entsprechenden Fachkunde-Richtlinien sondern in den Niederschriften der Bund-/Länderausschuss-Sitzungen zur einheitlichen Ausführung der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung (Protokolle der Sitzungen des Länderausschuss Röntgenverordnung und des Fachausschusses Strahlenschutz). Wenn Sie hierzu schriftliche Auskünfte benötigen, dann empfehlen wir Ihnen, sich mit der für Sie bzw. für Ihren Standort zuständigen Aufsichtsbehörde in Verbindung zu setzen. Diese Behörden werden in der Regel durch die obersten Landesbehörden über derartige Dinge informiert. Diese hier zur Diskussion stehende Regelung ist schon vor einigen Jahren getroffen worden, und zwar aus dem Grund, eine einheitliche zeitliche Durchführung der Aktualisierungen festzulegen. Ansonsten hätte es ja vorkommen können, dass z.B. in den Ländern der o.g. Bezugszeitpunkt völlig unterschiedlich festgelegt worden wäre oder dass jede einzelne Teilgebietsfachkunde einer eigenen Aktualisierung bedurft hätte. Es gibt nach unserer Meinung auch Gründe, dieses Prinzip, die Zeitpunkte der Aktualisierungen auf diese hier beschriebene Weise festzulegen, zu kritisieren, es bietet aber die Gewähr einer bundesweit einheitlichen Durchführung und stellt sicher, dass bei den grundsätzlich sinnvollen und notwendigen Aktualisierungen ein angemessenes Maß gewahrt ist. Und es verdeutlicht, dass nicht jede zusätzlich erworbene Fachkunde einzeln (!) aktualisiert werden muss. Ihre Ausführungen zu Verlängerungen der Aktualisierungsfristen treffen grundsätzlich zu, wobei die Verlängerung der Aktualisierung für die Fachkunde ´Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik´ durch den Erwerb der Fachkunde ´Interventionen´ ein nicht ganz passendes Beispiel ist, denn die Interventionsfachkunde (Rö 7) gehört explizit zum Gesamtgebiet (Rö 1). Siehe hierzu auch Spalte 3 der Zeile 1 der entsprechenden Tabelle in der ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´. Ein treffendes Beispiel wäre der zusätzliche Erwerb der Fachkunde Rö 3.6 (Gefäßsystem des Herzens). Allerdings ist die Anwendung dieser Regelung in den einzelnen Teilgebieten viel häufiger möglich: z.B. erst Fachkunde Thorax, dann Abdomen, danach Skelett und anschließend CT. Oder Diagnostik in der HNO: erst Rö 4 und dann DVT. Es ist zugegebener Weise etwas kompliziert mit dem Erwerb der vielen Fachkundesorten und den Aktualisierungen der Fachkunde, aber wir hoffen, dass wir ein wenig zur Aufklärung beitragen konnten. Mit freundlichen Gruß K. Ewen



  Dorothea Meinert schrieb am 27.12.2015 - 15:19 Uhr:
Frage:2585 BETREFF: Verstoß gegen die RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewans, ich habe ein sehr persönliche Frage, die ich zunächst nicht im Forum veröffentlicht haben möchte. Wäre es vielleicht möglich, dass sie mich unter meiner Mailadresse kontaktieren? Mit freundlichen Grüßen Meinert


1. Antwort: ..... ist geschehen! K. Ewen



  TFA Azubi schrieb am 27.12.2015 - 12:19 Uhr:
Frage:2584 BETREFF: Schutzkleidung in der Nuklearmedizin
Guten Tag, ich habe folgende Frage: Wir nehmen in der Berufsschule gerade Strahlenschutz durch (TFA). Beim Röntgen tragen wir natürlich Bleischürzen. Auch für die Szintigrafie sollen wir Bleischürzen tragen, hieß es in der Schule. Eine Tierärztin mit Fachkunde für Nuklearmedizin sagte mir jetzt, bei der Szinti soll ich auf keinen Fall Bleischürze tragen, die würde mich quasi zum Magneten für Strahlung machen. Das hätte ihr Professor ihr gesagt. Ich versteh jetzt die Logik dahinter nicht ganz - die Radionuklide sind doch Gammastrahler, und Blei schirmt Strahlung ab, also wieso soll die Schürze da jetzt plötzlich quasi kontraindiziert sein? Ich habe im Internet nach einer Antwort gesucht, aber nicht wirklich etwas dazu gefunden, außer ein Buch ´Fachwissen MTRA´, in dem zwar auch stand, daß die Schürze die Strahlung ´längerwellig und damit absorbierbar macht´ (S. 57), aber nicht wieso. Welche Schutzkleidung soll also bei einer Szintigrafie getragen werden und was ist von den obigen Aussagen bezüglich der Bleischürzen zu halten? MfG


1. Antwort: Hallo, in der Röntgendiagnostik hat man Schutzkleidung zu tragen, wenn man sich bei Einschaltung der Röntgenstrahlung im Röntgenraum aufhalten muss, was bei Durchleuchtungen (z.B. in der Chirurgie, Kardiologie und Angiographie) der Fall ist. Es werden üblicherweise Schürzen getragen, die einer Abschirmwirkung von 0,35 mm Blei entsprechen und die Dosis auf unter 10 % des ursprünglichen Wertes herabsetzen. Die Wirksamkeit von Schutzkleidung nimmt allerdings mit der Energie der Strahlung ab (´Photoeffekt´). Sie ist hoch in der Röntgendiagnostik (mittlere Energie um 50 keV) und niedrig in der Nuklearmedizin (Gammaenergie des dort am häufigsten genutzten Radionuklids, Tc 99m, 140 keV). Deshalb verlässt man sich in der Nukmed weniger oder gar nicht auf Schutzkleidung sondern auf z.B. Abstandvergrößerung (radioaktive Stoffe nicht direkt anfassen sondern Greifzange benutzen) und ökonomische Arbeitsabläufe (Personalexposition nur kurzzeitig zulassen). Das mit der angeblichen magnetischen Wirkung von Schutzkleidung in der Szintigraphie ist natürlich kompletter physikalischer Blödsinn. Viele Grüße K. Ewen



  Dr. Eder, Heinrich schrieb am 18.12.2015 - 09:15 Uhr:
Frage:2583 BETREFF: Röntgenschürzen
In der DIN 6815 sind die Materialstärken als 0,25 und 0,35 mm Pb (Bleigleichwert) klassifiziert, die für verschiedene Tätigkeiten erforderlich sind. Tatsache ist, dass viele Schürzen mit 0,5 mm Pb in Gebrauch sind. Aus rein physikalischen Überlegungen bietet die 0,5 mm Schürze- außer bei CT Anwendungen und ggf. in der Nuklearmedizin - keinen wirklichen Vorteil. Die Schutzwirkung steigt bei 80 kV von 98% (0,35 Pb) auf rd. 99% (0,5 mm Pb. Dagegen ist die Belastung der Wirbelsäule und der Gelenke erheblich höher. Wenn nun ein Gelenksschaden auf Grund des Tragens einer nicht normgerechten Schürze auftritt, ist dann der Arbeitgeber haftbar? Ich meine schon! Dr. Heinrich Eder, München


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Eder, in Ihrem Beitrag beschreiben Sie, dass eine Strahlenschutzschürze mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm aus der Sicht des Strahlenschutzes dem Stand der Technik entspricht, denn sie hat mindestens denselben Schutzeffekt, wie die in der Norm beschriebenen Schutzschürzen. Damit sind wir der Auffassung, dass aus der Sicht des Strahlenschutzes dem Strahlenschutzverantwortlichen durchaus bestätigt werden muss, dass er die erforderliche Schutzkleidung i.S. des § 21 Abs. 1 RöV zur Verfügung stellt. Wenn diese Art der Schutzkleidung möglicherweise andere körperliche Schäden hervorrufen kann, dann ist dies nach unserer Meinung eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. D.h., in solchen Fällen, müssen nach unserer Auffassung die Arbeitsschutzbehörden und/oder die Berufsgenossenschaften prüfen, ob aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes der Beschäftigten verlangt werden kann, dass eine aus der Sicht des Strahlenschutzes geeignete Schutzkleidung durch eine andere Schutzkleidung ersetzt werden muss. Ob es in den von Ihnen beschriebenen Fällen eine Haftung des Arbeitgebers für mögliche Gesundheitsschäden gibt, entzieht sich unserer Kenntnis. Hier empfehlen wir Ihnen eine Anfrage bei der zuständigen Berufsgenossenschaft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sven Rahn schrieb am 16.12.2015 - 16:51 Uhr:
Frage:2582 BETREFF: Antwort auf Frage 2581
Sehr geehrte Frau Nobel, ich bin so frei und beatworte Ihre Frage: Gemeint ist die Tabelle 6 der DIN 6868-157:2014-11. Mit freundlichen Grüßen Sven Rahn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rahn, zur Not wäre ich auch auf diese Antwort gekommen. Aber vielen Dank für Ihre Mitarbeit im Forum RöV. Gruß K. Ewen



  Chr. Nobel schrieb am 16.12.2015 - 14:18 Uhr:
Frage:2581 BETREFF: Ergänzende Festlegungen vom 6. Mai 2015-LA-RöV
Sehr geehrter prof. Ewens, im Schreiben vom 13.5.2015 -Ergänzende Festlegungen vom 6. Mai 2015 zur Anwendung der QS-Richtlinie, beschlossen auf der 74. Sitzung des LA-RöV finden sich unter Punkt 1 die Aussage: Für die Raumklassen 5 und 6 gelten bei der visuellen Prüfung mit dem Testbild TG18-OIQ die Anforderungen aus Tabelle 6 sowohl für die Abnahme- als auch für die Konstanzprüfung. In welchem Dokument kann man Tabelle 6 finden? Herzlichen Dank Christiane Nobel


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nobel, schauen Sie in die Frage/Antwort Nr. 2582 im Forum RöV. Dort hat ein aufmerksamer Leser des Forums RöV Ihre Frage (richtig) beantwortet: ´DIN 6868-157 von Nov. 2014´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 14.12.2015 - 11:07 Uhr:
Frage:2580 BETREFF: Bereitschaftsdienst
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, besteht die Möglichkeit für eine Arzthelferin, mit sogenanntem Röntgenschein, am Bereitschaftsdienst in einem Krankenhaus mit akut Versorgung teilzunehmen ? Vielen Dank im voraus und mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, eine Arzthelferin mit ´Röntgenschein´ (gemeint ist das Vorhandensein von Kenntnissen im Strahlenschutz) darf im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Was das bedeutet, ist in den Begriffsbestimmungen der RöV erläutert (§ 2 Nr. 7). Diese Tätigkeit darf sie aber nur ausüben, wenn die ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ eines entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arztes gegeben ist. Es muss also die für die betreffende Untersuchung erforderliche Fachkunde seitens des betreffenden Arztes vorhanden sein. Ständige Aufsicht und Verantwortung bedeutet, dass sich dieser Arzt zumindest auf dem Klinikgelände aufhalten muss. (Hier ist ja von einem ´Krankenhaus´ die Rede.) Sind die hier aufgezählten Voraussetzungen erfüllt, kann die betreffende Arzthelferin auch im Bereitschaftsdienst tätig sein. Mit freundlichem Gruß . Ewen



  Anke Richter schrieb am 12.12.2015 - 07:23 Uhr:
Frage:2579 BETREFF: Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Reicht die Notfallfachkunde zum Stellen der Rechtfertigenden Indikation für Röntgenuntersuchungen aus?( Internisten ,Chirurgen im Nachtdienst) Vielen Dank !


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Richter, die Fachkunde im Strahlenschutz nach RöV wird für den medizinischen Bereich nach der ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´ (siehe Internet) erworben. In der genannten Richtlinie ist definiert, was in diesem Zusammenhang unter ´Notfalldiagnostik´ zu verstehen ist: einfache Röntgendiagnostik im Rahmen der Erstversorgung ohne CT, und das für Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett, Thorax und Abdomen. Ihre Frage kann also nicht einfach mit ´ja´ beantwortet werden. Vielmehr ist der Wortlaut in Ihrer Frage ´für Röntgenuntersuchungen´ im Sinne der o.g. Definition, was Notfalldiagnostik ist, zu ergänzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas Münzenbacher schrieb am 11.12.2015 - 14:29 Uhr:
Frage:2578 BETREFF: RE: Überweisender Arzt?
Sehr geehrter Prof. Ewen, herzlichen Danke für Ihre schnelle Antwort, ich glaube, ich habe mich da etwas missverständlich ausgedrückt in meiner gestrigen Frage und möchte daher sie nochmal konkretisieren: Es geht mir darum, wer muß der Auftrageber sein, auf welchen Auftrag hin der Radiologie dann (mit Besitz aller nötigen Fachkunden) eine Röntgenuntersuchungen veranlassen (inkl. der Gabe rechtfertigender Indikation): muß der Auftraggeber ein Arzt sein oder kann es auch ein ´Nicht-Arzt´ sein. Kann oder darf ein Radiologie tätig werden, ohne daß ihn dazu ein anderer approbierter Arzt eine Fragestellung bezüglich eines Patienten übermittelt. Als Beispiel: darf eine Krankenschwester oder -pfleger, die den Verdacht auf eine Blutung bei einem Patienten hat, eine CT-Untersuchung oder muß ein Arzt dieses CT beim Radiologen anfordern. Ich würde hier vom letzteren ausgehen wollen, denn wie soll der Radiologe i.R. der rechtfertigenden Indikationsprüfung bei einer Krankenschwester die Überprüfung der medizinichen Erkenntnisse vornehmen? Ich verstehe den § 23 auch dahingehend, daß der Radiologie mit einem Arzt Rücksprache nehmen können muß bezüglich der gewünschten Untersuchung und es nicht genügt, wenn er dies mit einer Krankenschwester tun würde i.R. der rechtfertigenden Indikation. Wenn später bei einer offiziellen Überprüfung dieser gegebenen rechtfertigenden Indikation (z.B. durch ein Aufsichtsamt) herauskommt , daß der Radiologe diese auf der Basis der klinischen Angaben eines Nicht-Arztes eine CT Untersuchung bzw einer anderen Röntgenuntersuchung gerechtfertig hat, könnte er da Probleme bekommen? Ich hoffe, ich konnte mich nun etwas verständlicher ausdrücken und bedanke mich herzlich für Ihre Antwort! Mit freundlichem Gruß Thomas Münzenbacher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Münzenbacher, die RöV regelt die medizinische (!) Indikation vor der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen nicht. Vielmehr geht die RöV allein davon aus, dass bei der Anwendung im Rahmen der Heilkunde der im Strahlenschutz fachkundige Arzt, der die Röntgenuntersuchung verantwortet, die Rechtfertigung im Einzelfall vornimmt. D.h. der fachkundige Arzt entscheidet, ob und in welcher Weise Röntgenstrahlung am Menschen angewendet wird. Ob bzw. welche medizinisch orientierten Vorinformationen oder Fragestellungen erforderlich sind, gehört nicht zum Regelungsumfang der RöV. Daraus folgt, dass ein fachkundiger Arzt nach der RöV eine Röntgenuntersuchung grundsätzlich alleine verantwortet. Ob ein Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz dafür eine Überweisung oder Zuweisung durch einen anderen Arzt braucht oder ob eine Bitte auf Untersuchung auch durch eine andere Person möglich ist, ist ggf. im ärztlichen Berufsrecht geregelt. Die RöV jedenfalls beinhaltet diesbezüglich keinerlei Vorgaben an irgendeine Form eines ´Auftraggebers´. Nach der RöV ist nicht zu beanstanden, wenn der fachkundige Arzt das Erfordernis einer Untersuchung in der rechtfertigenden Indikation beschreibt (einschließlich der Durchführungsmethode und der Nutzen-/Risikoabwägung). Auch die Aufzeichnungspflichten geben keinen Hinweis darauf, dass eine Überweisung oder Zuweisung nötig wäre. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido kindervater schrieb am 11.12.2015 - 10:50 Uhr:
Frage:2577 BETREFF: Medizinexperte und Archivzugang
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich hätte 2 Fragenkomplexe. 1. Ab spätestens 2018 soll das Strahlenschutzgesetz gelten mit der Forderung nach einem Medizinexperten. Auf was muss sich ein Strahlenschutzverantwortlicher einstellen? Muss das ein Medizinphysiker sein oder kann mit zusätzlichen Kursen ein Radiologe diesen Part übernehmen? Und wenn letzteres bejaht wird , gibt es solche Kurse schon oder sind diese geplant? 2.Zunehmend werden im Krankenhaus Nachfragen gestellt, dass Berufsgruppen wie Physiotherapeuten gerne die Röntgenbilder der Patienten einsehen möchten. Bisher ist dieses nur Ärzten gestattet. Darf man den Zugang ins Archiv für andere Berufsgruppen freischalten oder sollten diese Berufsgruppen die Bilder nur in Anwesenheit eines Arztes betrachten dürfen. Vielen Dank für Ihre Antworten. Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, mit dem von Ihnen angesprochenen Medizinexperten ist der Begriff ´Medizinphysik-Experte (MPE)´ gemeint, der bereits in der RöV definiert ist (vgl. § 2 Nr. 11 RöV). Die Anforderungen an diesen Personenkreis ist in der vg. Regelung beschrieben. Die zusätzlich dazu erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz kann auch heute schon erworben werden. Hierfür findet man ein entsprechendes Kurssystem und die Beschreibung über den notwendigen Sachkundeerwerb in der Fachkunderichtlinie RöV/Medizin in der Fassung vom 26.6. 2012. Für uns ist es einfach nicht vorstellbar, dass ein Radiologe die Aufgaben des MPE übernimmt bzw. übernehmen könnte. Erstens müsste der Radiologe entsprechend ausgebildet werden und, zweitens, er müsste in e